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Elektrizitäts · Ali. 


Elisabelhwall 9 


Fernsprecher 3399 


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lusslellun9sraum 
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Kronen 
Zuglampen 
Tisch- und Ständerlampen 
Seidenschirme 



 


Heiz- und Kochapparate 
=== Metalldrahtlampen === 

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FREI STADT DANZIG 
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HERAUSGEGEBEN 


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VON DER 


DANZIGER VERKEHRS-ZENTRALE 


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DANZIG J920 


DRUCK: Ä. W. KAFEMANN G M. B H., DANZIG
		

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Vorwort. 


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Ereignisse von weltgeschichtlicher Bedeutung, 
die in ihrer ganzen Tragweite noch gar nicht 
erkannt werden können, haben die Provinzial- 
hauptstadt Westpreußens zu einem eigenen Staats- 
wesen umgewandelt. Die Rolle, die der Versailler 
Friedensvertrag Danzlg zugewiesen hat, Ver- 
mittlerin für Polens Handelsverkehr zu sein, 
wird einen blsher nicht gesehenen Zustrom von 
Fremden, Kaufleuten und Luxusreisenden in 
dle Mauern unserer altehrwürdigen Hansestadt 
bringen. Ihnen ein Führer zu sein, sie bekannt 
zu machen mit Danzif!.s Geschichte, Sehens- 
würdigkelien und näherer wie weiterer Umgegend, 
ihnen aber auch durch Hmweise mannigfacher 
Art den Aufenthalt in Dan.::ig so angenehm wie 
mÖf!.lich zu gestalten, soll die Abslcht sein. mit 
der wir diese neue Auflage unseres "Führers 
durch DanZlg" herausgeben. 


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Danzig, Sommer 1920. 


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Danziger Verkehrszentrale.
		

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Durch den am 10. Januar 1920 in Kraft getretenen 
Friedensvertrag von Versailles ist Danzig mit einem 
Geländegebiet von 1934 Quadratkilometern und einer See- 
küste von 60 Kilometern zu einem Freistaat erklärt worden, 
der der Auf si c h t des V öl k erb und e s untersteht. 
Sein wirtschaftliches Rückgrat bildet 
r Unterlauf der 
Weichsel mit dem Hafen von Neufahrwasser und dem 
weitverzweigten Mündungsdelta, das durch die Nogat den 
Weg ins Frische Haff weist. 
Das Freistaatgebiet, mit etwa 350000 Einwohnern, 
wird östlich durch die Nogat, den Mündungsarm der 
Weichsel, begrenzt, umfaßt den westlichen Teil des Frischen 
Haffs und die Frische Nehrung von ihrer Wurzel bis zum 
Dorle Pröbbernau. Die Westgrenze zieht sich von der 
Abzweigung der Nogat am Danziger Haupt die Weichsel 
entlang am Eisenbahnknotenpunkt Dirschau (diesen in 
polnischem Gebiet lassend) vorbei bis zum Dorle Güttland, 
wendet sich dann westlich und schließt das von der Radaune 
(einem Zufiuß der Mottlau, die ihrerseits bei Danzig in die 
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/Pomorze_009_09_008_0001.djvu

			Weichsel mündet) durchströmte Hügelland ein, um nörd- 
lich von Zoppot auf die Meeresküste zu stoßen. 
In dem fruchtbaren Niederungsgelände der Weichsel . . 
liegen die beiden blühen
n Landstädtchen Neu t ei c h . 
und T i e gen hof, nördlich von Danzig am Meere die als 
eins der schönsten Seebäder an der Ostsee bekannte Stadt 
Z 0 p pot, nahe bei Danzig die stadtähnlichen Ortschaften t 
o 1 i v a und 0 h r a. Die schnellf1ießen
 Radaune bietet 
eine vorzügliche KraftqueUe, die bisher in zwei Talsperren 
nutzbar gemacht ist; deren eine, die von Straschin-Prang- 
schin, auf Danziger Freistaatsgebiet liegt. Eine weitere 
bei Bölkau befindet sich in Vorbereitung. 
Von Bodenschätzen finden sich im Freistaat- 
gebiet nur Rohstoffe für Baumaterialien, wie Kies und Lehm 
zur Ziegelfabrikation, ferner Torfstechereien. 
Den Mittelpunkt des Freistaates Danzig bildet die 
S t a d t Dan z i g selbst, die mit ihren eingemeindeten 
Vororten über 200 000 Einwohner zählt. 


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/Pomorze_009_09_009_0001.djvu

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Stadt Danzig. 


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Rundgang. 
Wir treten unsere Wanderung von dem Hauptbahnhof 
aus an und werfen, bevor wir die Straße "Stadtgraben" 


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Hauptbohnhc" 


entlang zur inneren Stadt gehen, noch einen Blick auf die 
dem Altdanziger Stil angepaßte Anlage des 
Hauptbahnhofgebäudes. 
Hier befinden wir uns im modernsten Teile der Stadt, 
der, auf den niedergelegten Wällen errichtet, großstädtische 
7
		

/Pomorze_009_09_010_0001.djvu

			Wohnhäuser enthält. Einen Rest der alten Stadtbefestigung 
erblicken wir, gegenüber der Danziger Verkehrszentrale 
(Stadtgraben 5) rechts am Elisabethwall, zwischen Bahnhof 
und dem ehemaligen Gen er alk 0 m man d 0 inmitten 
einer städtischen Schmuckanlage. 
So gelangen wir über den Dominikswall zum Hohen 
Tor mit dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. 


Das Hohe Tor 
im Hintergrunde der Stockturm, ist Ende des 16. Jahr- 
hunderts von Wilhelm v. d. Blocke in Sandstein mit reich- 
vergoldeten Wappen (polnisches, Danziger, altpreußisches) 
erbaut worden. Unter dem polnischen Wappen die Inschrift: 
"Justitia et pietas duo sunt regno 
rum omnium fundamenta" 
(Gerechtigkeit und Frömmigkeit sind die bei den Grund- 
pfeiler jeden Staatswesens. Der Danziger Volkswitz über- 
setzt rum omnium fundarnenta mit Beziehung auf den in 
Norddeutschland gern getrunkenen Grog mit "Rum, die 
Grundlage aller Dinge".) Unter dem Danziger Wappen: 
"Civitatibus haec optanda bona maxima: pax, libertas, 
concordia" (Friede, Freiheit und Eintracht sind die schönsten 
Güter, die die Städte erstreben sollen). Das altpreußische 
Wappen mit zwei Einhörnern als Wappentieren ziert der 
Spruch: "Sapientiss.ime fiunt omnia, quae pro re publica 
fiunt" (Weise ist alles getan, was zum Wohle des Landes 
geschah). Ursprünglich schlossen sich an das Tor zu 
beiden Seiten die Festungswälle an, die 1890-1895 nieder- 
gelegt wurden. In neuester Zeit ist die Hauptwache in dem 
für diesen Zweck im Innern umgebauten Tore untergebracht. 
Vor dem Tore ist 1903 von der Provinz Westpreußen 
das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms J. 
errichtet, das am Sockel die Borussia, rechts Ägir und links 
Vistula zeigt. Die Reliefs stellen Schlachtschiffe auf der Ost- 
see, die Marienburg und Holzflößer auf der Nogat dar. 
Erbauer: Prof. Börrnel. 


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Rechts vom Hohen Tor zeigt sich der Karrenwall mit 
seinen modernen Monumentalbauten : Re ich s ban k, da- 
neben, nach d.er Reitbahn zu, die La n d s c h a f t 1 ich e 
Ban k, am Karrenwall das Pol i z ei prä s i d i um und 
9
		

/Pomorze_009_09_012_0001.djvu

			die L a n des ver sie her u n g san s t a lt, sämtlich im 
Danziger Renaissancestil errichtet. 
Links vom Hohen Tor der Prachtbau des Hotels 
"Danziger Hof" Auf der Rückseite des Hohen Tores liegen 
die "Pein kammer" und der "Stockturm". 


. 


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Beide Bauten sind Überreste der Befestigung der Stadt 
aus dem Jahre 1346. Der Bau der Peinkammer wurde 1570 
mit vier anmutigen Giebeln geschmückt. 
Der Stockturm 
wurde in früherer Zeit als Gefängnis verwandt. Das 
malerische, mit Bleiplatten gedeckte Dach mit seinen Giebeln 
10
		

/Pomorze_009_09_013_0001.djvu

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und Türmchen stammt aus dem Jahre 1508, der Dachreiter 
aus der Barockzeit. In dem mittleren Turme hängt die 
Glocke, mit der einst das Zeichen zum öffnen und Schließen 
der Tore gegeben wurde. Rechts von dem Eingange ist 
nach außen die Stelle kenntlich, an der sich der 1604 von 
. der Rathausecke hierher verlegte Pranger befand: eine 
hübsche holzgeschnitzte Relief tür, auf der ein Mann mit 


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einer Rute in der Hand dargestellt ist. Es verlohnt sich 
für wenige Minuten in den Hof des Stockturmes zu treten, 
wo man sich ins Mittelalter versetzt glaubt. 
Dem Stockturm schräg gegenüber liegt 
die Georgshalle 
ein spätgotischer Bau, einst Versammlungsort derSt.-Georgs- 
Schützenbrüderschaft, etwa 1490 errichtet. Auf dem mit 
einer Kuppel versehenen Dachreiter steht der heilige Georg 
mit dPffi Lindwurm in reicher Vergold.ung. Früher diente 
die Halle als Hauptwache. - Jetzt befindet sich in den 
unteren Räumen ein großes Blumen-Geschäft. 


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LanRRasser Tor 


Wir befinden uns nunmehr unmittelbar vor dem 
Langgasser Tor 
das die belebteste Straße Danzigs wirkungsvoll abschließt. 
Das Tor, als Triumphbogen gestaltet, ist 1612 im italie- 
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/Pomorze_009_09_015_0001.djvu

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nischen Renaissancestil durch Abraham v. d. Blocke, einem 
Königsberger Bildhauer, erbaut worden. Wir treten in die 
Langgasse, die Hauptverkehrsader des geschäftlichen und 
Fremdenlebens in Danzig, ein. Die "Beischläge", die der- 
einst den Häusern vorgebaut waren und weit in die Straße 
reichten, haben dem großen Verkehr weichen müssen. Die 
Giebel der schmalen Geschäftshäuser entstammen größten- 


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Diele im Uphagenhaus 


teils ältesten Zeiten und geben der Straße trotz des moder- 
nen Ladenausbaues das Altdanziger Gepräge, 
Besonders zu beach ten: 
Das Uphagenhaus, Langgasse 12, 1776 umgebaut; das 
schönste Patrizierhaus des 18. Jahrhunderts. Im Innern 
sind die Diele mit der Treppe und Hangestube, sowie die 
Gesellschaftsräume des ersten Obergeschosses noch in alter 
Weise erhalten. Die Zimmerausstattung, Holzvertäfe1ung 
und die Bemalung mit Blumen, Fruchten, Vögeln und In- 
sekten, sind zum größten Teil alt, zum kleineren Teile nach 
alten Resten ergänzt. Auch die Möblierung stammt aus 
dem Ende des 18. Jahrhunderts. Das ganze Haus gibt ein 
Bild von der W ohn- und Lebensweise eines vornehmen 


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/Pomorze_009_09_016_0001.djvu

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Patriziers um 1776, wie es in Deutschland sonst kaum zu 
finden ist. Es ist jetzt dank der hochherzigen Stiftung eines 
geborenen Danzigers von der Stadtverwaltung gemietet und 
dem Publikum zugänglich gemacht worden. 


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Das läwenschloß, Langgasse 35 (jetzt Automaten- 
Restaurant), Langgasse 28 und 37 mit beachtenswerten Por- 
talen. Den würdigen Abschluß der schöngeschwungenen 
Langgasse bildet d R th 
as a aus 
das mit seinem 82 m hohen schlanken anmutigen Turm zur 
Bewunderung herausfordert. Die nach der Langgasse zu 
14 


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/Pomorze_009_09_017_0001.djvu

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gelegene Hauptfront des Rathauses zeigt einfache Formen 
der Renaissance. Beachtenswert ist das 1768 erbaute Portal 
mit dem von löwen gehaltenen Stadtwappen und die zu 
dem Portal hinaufführende Doppeltreppe mit reichem Ge- 
sims und 2 Telamonen. 
Die Fassade nach dem langenmarkte zu, deren Enden 
zwei Türmchen zieren, zeigt in den oberen Geschossen leb- 
haft wirkende Gliederung. 
Aus der Mitte der Hauptfront entwickelt sich der Rat- 
hausturm. Seine Spitze krönt die lebensgroße vergoldete 
Figur König Sigismunds mit Krone und Harnisch. Der 
Turm stammt aus dem Jahre 1465. Die kupferne reich- 
vergoldete Spitze mit dem Glockenspiel wurde 1559-1561 
aufgesetzt. Die großen Zifferblätter der Uhr und die Erker- 
türmchen vermitteln glänzend den Übergang des gotischen 
Unterbaus zu der barocken Spitze. 


. 


Das Innere des Rathauses 
gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. 
Es gibt eine unmittelbare Vorstellung von dem Reichtum 
und der Prachtliebe der alten Danziger. (Besichtigungs- 
dauer etwa 1 Stunde. Eintrittskarte 20 Pfg.) 
Beim Betreten des mit Wandfliesen heimischer Kunst 
(nach Delfter Art) ausgekleideten Hausflurs fällt der Blick 
sofort auf die re ich ge s c h n i tz te Wen d e 1t re p p e 
und G ale r i e, die zu den oberen Stockwerken führt. 
Links führt eine außerordentlich reichgeschnitzte Tür 
zum Roten Saal, früher Sommerratsstube genannt, jetzt 
Sitzungssaal des Mag-istrats. Über der Tür eine Inschrift: 
"Pro lege, pro grege militemus" (Für Recht und für das 
V olk wollen wir kämpfen). Die Pracht des Saales fesselt 
jeden Beschauer. Die Wände ziert eine dunkelrote Tapete 
ehrwürdigen Alters, viele Wand- und Deckengemälde, Holz- 
schnitzereien, kunstvoll eingelegte Paneele schmücken den 
Saal. Die großen Bilder sind Darstellungen aus dem bür- 
gerlichen und Rechtsleben. Sie versinnbildlichen die Tugen- 
den der Gerechtigkeit, Eintracht, Wahrheit, das Gebet, die 
Beständigkeit, Geduld usw., andererseits die Laster der 
15 


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/Pomorze_009_09_018_0001.djvu

			Uneinigkeit, des Leichtsinnes und andere. Lateinische In- 
schriften erklären den Sinn der einzelnen Bilder, sp z. B. 


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f;eschmtzte Tur und \\ endehreppe im Rathaus 


die Einigkeit (Conjunctio): ein Bild von einer frau, die 
sich bemüht, ein BÜndel Stäbe zu zerbrechen, während ein 
Kind zu ihren füßen spielend einen einzelnen Stab zer- 
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/Pomorze_009_09_019_0001.djvu

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bricht. Die freie Geburt versinnbildlicht ein tanzendes 
Mädchen, dje Gefangenschaft ein gefesseUer Mann. 
Der große Kamin ist 1593 von W. Bart aus Gent ge- 
meißeU und bemalt von Vredemann de Vries aus Leeuvarden. 
In der Nordecke trägt die Tür, die zur Winterratsstube 
führt, ein eigenartiges Bild, das einen Schweigen gebieten- 
dcn Rats-diener (der Sage nach de Vries) darstellt. Ein 
Brustbild schaut über die Tür in den Saal. "Dispice" - 
Untersuche. Daneben das J ü n g s te Ger ich t, rechts 
und links die "Maledicti" und die "Benedicti". 
In der Ostwand schaut durch ein gemaltes Fenster 
unter der Decke der "Lauscher" in den Saal. 
Wir werfen noch einen Blick auf den Türeingang mit 
den geschnitzten gewappneten Türhütern (1596) und die 
geschnitzte Decke mit dem reichen Bildschmuck. Das Oval 
in der Mitte nimmt ein Triumphbogen ein, auf dessen 
Plattform sich die Stadt Danzig befindet. Unter dem Worte 
Jehova wird die Spitze des Rathausturmes von der aus 
,.... den Wolken reichenden Hand Gottes' gehaUen. 
In den Ecken der Decke vier große Architekturbilder 
mit Darstellungen aus der römischen Geschichte. 
Wir treten über zwei Stufen in die "W i n t e r rat s- 
s tube". Im Grunde des Saales steht der bis zur Decke 
hinaufreichende Kamin, aus mehrfarbigem Marmor er- 
richtet und von einem gewaltigen Salamander gekrönt, 
darunter das Stadtwappen. Ober dem Eingang ein Oe- 
mälde, die Sage von dem sterbenden König Artur dar- 
stellend. An der langen Wand vier halbrunde Gemälde: 
Treue Gemeinschaft (Fida soCietas), Amnestia, Vergebung, 
Strafen und Belohnungen (poenae et praemia, Gerichts- 
sitzung), Aequitas (Billigkeit). 
Das Türgerüst zeigt die Inschrift: "Nec temere nec 
timide", den Wahlspruch, mit dem seit längerer Zeit auch 
das Danziger Wappen verziert zu werden pflegt. 
Ober die bereits erwähnte Wendeltreppe gelangt man 
in das A rb ei ts- und E m pf a n gs zi m mer des 
o be r b ü r ger m eis t e r s, das früher Kämmereikasse 
war. Auf diese frühere Bestimmung deuten noch der Gold- 
träger über der Tür und das Bild von der Zinsmiinze. 


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/Pomorze_009_09_020_0001.djvu

			Bemerkenswert ist die 1607 vollendete Holztäfelung nebst 
Bildern alttesta..'11entlichen Inhalts von Anton Möller, dar- 
unter besonders die auf den Langenmarkt verlegte Zins- 
groschen szene (1601). Unter dem Mobiliar befinden sich 
schöne kunstgewerbliche Stücke. Darunter hochlehnige 
Stühle mit Bezügen von goldgepreßtem Leder, ein Pracht- 
tisch mit antiken Silbereinlagen und ein Tisch mit einer 
Porphyrplatte. Im Vorraum, den man durch eine prächtig 
geschnitzte Tür erreicht, hängt ein Bild
 das viele Jahre 
unbeachtet in einem Büro gelegen hat. Es ist das Porträt 
Napoleon 1., das sich General Rapp, der Gouverneur von 
Danzig, während der Fremdherrschaft für 80000 Taler 
von der Stadt abkaufen ließ. Darunter das Mahnwort : 
"Meminisse" _ 
Auf der anderen Seite des Hauptflurs liegt der "W eiß e 
Saal", die alte "Wettstube", jetzt Sitzungssaal 
der Stadtverordneten. Das schöne gotische Stern- 
gewölbe, das von einem Granitpfeiler mit vergoldetem 
Kapitäl getragen wirä, ist 1841-42 errichtet worden. Die 
bild
iche Ausstattung ist auf Anregung und Kosten -der 
verstorbenen Brüder Alb e r t und W i1 hel m J ü n c k e 
geschehen. Die sechs Wandgemälde von Roeber, Prell und 
Roechling erinnern an wichtige Ereignisse aus der Ge- 
schichte der Stadt Danzig: 
1. Hochmeister Ludolf König legt am 26. März 1343 den 
ersten Stein zur Stadtmauer der Rechtstadt Danzig. 
2. Der Bürgermeister Eberhard ferber wird 1493 beim 
"Maienritt" als Sieger mit einem Kranze gekrönt. 
3 Die Danziger schlagen 1577 den Angriff des Königs 
Stephan Bathory von Polen auf Weichselmünde sieg- 
reich ab. 
4. Empfang einer Gesandtschaft von Danziger Bürgern 
durch ,den Dogen in Venedig 1601. 
5. Abzug der französischen Truppen des General Rapp 
aus Danzig 1813. 
6. Kaiser Wilhelm I. läßt sich vom Hagelsberg aus durch 
den Oberbürgermeister von Winter die Stadt zeigen. 


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Abzug der französischen Truppen aus Danzig 1813 


Wenige Schritte vom Rathaus entfernt liegt der 
Artushof 
eine große Prachthalle, die zu den Zierden der Stadt Dan- 
zig zu rechnen ist. 
Der gotische Bau stammt aus dem Jahre 1481, die 
fassade aus den Jahren 1601-1617. Er war zunächst 
lediglich ein Trink- und Tanzhaus der vornehmen Bürger, 
allmählich entstanden an einzelnen Stammtischen Brüder- 
schaften, die seit alters her den Namen "Banken" führten. 
Jede Bank wählte sich einen Heiligen zum Schutzpatron 
und stattete in St. Marlen oder St. Nikolai eine Kapelle 
für ihn aus. Daneben waren die Artusbrüder in hohem 
Maße wohltätig und pflegten ritterliche Gebräuche. Auf 
dem Langenmarkte fanden regelrechte Turniere statt. Zu 
den Mahlzeiten spielten die "Hof-Pfeiffer" von der "Pfeiffer- 
kammer" herab, und in der Karnevalszeit entwickelte sich 
in der Halle ein fröhlich bewegtes Leben. Die erhaltenen, 
sorgfältig geführten ProtokollbÜcher geben anschauliche 


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/Pomorze_009_09_022_0001.djvu

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Artushor und Neptunbrunnen 



 


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Bilder von dem Leben und Treiben der Banken. 1494 zog 
infolge von Zwistigkeiten die Georgsbrüderschaft aus und 
schuf sich ein eigenes Heim. Im 17. Jahrhundert bezog d.as 
Schöffengericht den Saal, bis er 1742 der Kaufmannschaft 
20
		

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als B ö r s e überwiesen wurde. Die Bankenbrüderschaften 
haben sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Ihr Zweck 
i
t heute neben geselligen Veranstaltungen die Pflege der 
geschichtlichen Erinnerungen Danzigs. 
Wer Genaueres über den Artushof und seine Brüder- 
schaften nachzulesen wünscht, dem sei das unter diesem 
Titel 1900 erschienene Buch des Prof. Dr. P. Simson zu 
empfehlen. Auch ist ein kleiner Sonderführer im Artushof 
zu haben. 


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I:snziger Diele 


Die fassade des Artushofes läßt in den drei Spitzbogen- 
fenstern die gotische Anordnun
 noch deutlich erkennen. 
Zwischen und neben den Fenstern auf den Konsolen vier 
Bildsäulen, die Judas Makkabäus, Themistokles, Camillus 
und Scipio darstellen. Die bei den 
\edaillonbilder stellen 
wahrscheinlich den polnischen König Sigismund III. und 
seinen Sohn, den nachmaligen König Wladislaus IV., dar. 
Der Eingang ins Innere führt durch das Nebenhaus mit 
der Danziger Diele, die als Sehenswürdigkeit ersten Ran- 
ges angesprochen werden darf. Eine kunstvoll geschnitzte 
Wendeltreppe mit Galerie führt zum Vorsteheramt der 
Kaufmannschaft (Handelskammer). Der Innenraum ist an- 
21
		

/Pomorze_009_09_024_0001.djvu

			gefüllt mit alten geschnitzten Möbeln, Ehrenabzeichen der 
alten Zünfte, Uhren, Kasten, Bildern und Stichen, sowie 
Gebrauchsgegenständen. Ein großer Teil dieser Sammlung 
ist von dem verstorbenen Rentier Gieldzinski geschenkt 
worden. 
Alsdann treten wir in die auf vier Granitsäulen ruhende 
gewölbte Halle des Artushofes selbst ein, die in den Jahren 
von 1477-1481 so erbaut wurde, wie sie noch heute er- 



 


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Inneres des ArtushoCes 


halten ist. Die Granitsäulen, die das sternbesäete Spitz- 
bogengewölbe tragen, bestehen aus Stücken verschiedenen 
Materials, teils Granit, teils Kunststeinmasse. Nach der 
Überlieferung sollen die Granitsäulen aus dem von der 
Bürgerschaft 1454 zerstörten Danziger Schlosse des deut- 
schen Ordens stammen. (Besichtigung etwa 3/ 1 Stunde. Ein- 
tritt unentgeltlich, führung durch den Kastellan gegen 
Gebühren.) 
Das Innere des Artushofes birgt eine Fülle von Kunst- 
werken aller Art. Dem Eingang vom Langenmarkt gegen- 
über erhebt sich die Marmorstatue des Königs August 111. 
von Polen (1733-1763), hergestellt von dem Danziger 
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Bildhauer Johann Heinrich Meiszner. Alsdann nehmen wir 
unsern Rundgang an den Wänden entlang von der Ein- 
gangstür an der Südwand nach links auf. Zwischen Wand 
und fenster steht ein hölzerner Wandschrank aus dem 
16. Jahrhundert. In seinem Giebelfelde die Porträts Luthers 
und seiner Frau Käthe. Vom Fenster ab beginnt die Ver- 
täfelung der Wand, die mit Pilastern, der Darstellung von 
Pflanzen, Landschaften und Städten in eingelegter Arbeit 
geschmückt ist. Der erste Teil der Paneelung ist bemalt mit 
Bildern von Gerichtsszenen aus Sage und Geschichte. Von 
dem äußeren Fensterpfeiler sind Vorgänge aus der bibli- 
schen Geschichte bildlich dargestellt. Ober die Vertäfelung 
an der Westfront befindet sich das 1594 durch Johann Fred- 
mann de Vries ausgeführte große Gemälde: Orpheus, der 
durch sein Saitenspiel die Tiere zähmt. In dem Bilde 1st die 
Malerei mit der Plastik verbunden. (Hölzerner Hirschkopf 
mit natürlichem Geweih.) Oben über der Säulenhalle steht 
eine brennende Kerze, das ehemalige Wahrzeichen der 
Danzig besuchenden Handwerksburschen. 
Jenseits der Tür zum alten Schöffenhause erheben sich 
aus der Paneelung der Wand pilasterartige Säulen mit schön 
geschnitzten Kapitälen, die Köpfe der mannigfachsten Art 
enthalten. Ober den Kapitälen läuft ein gemalter Fries hin, 
Der Gegenstand des Gemäldes ist der Durchzug der Israe- 
liten durch das Rote Meer. 
Auf dem den Abschluß der Vertäfelung nach oben 
bildenden Gesims steht die Figur des Saturnus. Ober der 
Vertäfelung befinden sich drei halbrunde Gemälde, ein 
kleineres und zwei größere. Das kleinere zeigt Gott-Vater. 
Das erste der größeren Bilder stellt die Geschichte Jephtas 
und seiner Tochter dar. Auf dem zweiten der größeren 
Bilder sehen wir Lot und seine Töchter unter einem felsen. 
Die Westwand zeigt Bilder aus der römischen Ge- 
schichte: den Tod der Lucretia und den Opfertod des Mar- 
cus Curtius. Das zwischen bei den stehende Bild bringt den 
heiligen Reinhold mit seinen drei Brüdern, die vier Heymons- 
kinder auf dem Riesenrosse Bayard reitend, zur Darstellung. 
Von den beiden an der Nordwand befindlichen Ge- 
mälden gibt das eine die Hinrichtung durch Vierteilung, 
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/Pomorze_009_09_026_0001.djvu

			das andere 
ine mythologische Szene wieder: Diana, die 
dem als Jäger gekleideten Aktaeon entgegentritt, um ihn in 
einen Hirsch zu verwandeln 
In dem Giebelfelde der nordwestlichen Wand ein Ge- 
mälde, darstellend den Kampf der Horatier und Curiatier. 
An dem östlichen Teil der Nordwand steht die Schenk- 
bank. Neben ihr hat über der Vertäfelung das älteste Kunst- 
werk des Artushofes seinen Platz, die in Holz geschnitzte 
und übermalte Figur des heiligen Georg. Daneben der 
38 Fuß hohe Ofen. 
Auf der Vertäfelung der Ostwand stehen in viereckigen 
Rahmen zwei Gemäld.e. Das dem Ofen benachbarte stellt 
ein in allen Einzelheiten sorgfältig ausgeführtes Schiff, das 
Schiff der Kirche dar. Das andere gibt die Belagerung der 
Marienburg durch die Danziger und Polen im Jahre 1640 
wieder. 
Z wischen den Tafelbildern das überlebensgroße Stand- 
bild der Schutzpatronin der Marienburg, der Jungfrau 
Maria. 
Das Bogenfeld dieses Wandabschnittes weist ein neue- 
res Gemälde auf: Diana auf der Jagd hinter einem plastisch 
heraustretenden Hirsch. 
Zwischen den beiden Pfeilern der Ostwand, unter dem 
Gesims der Vertäfelung, ist der Triumphzug des Königs 
Kasimir dargestellt. Auf der Wandvertäfelung stehen vier 
Gemälde: ein Brustbild Christi, die Ermordung des Holo- 
fernes, die Belagerung der Marienburg und die Jungfrau 
Maria mit dem Christuskinde. Zwischen den Bildern die 
lebensgroße holzgeschnitzte Figur König Kasimirs IV., 
unter dem Danzig an Polen kam. Am südlichen Pfeiler der 
Ostwand ist der Platz, an dem bis zum Ende des 18. Jahr- 
hunderts die öffentlichen Sitzungen des Schöffengerichts 
stattfanden. Über dem eingelegten Paneelwerk zieht sich ein 
gemalter Fries hin. fünf Bilder zeigen, der Bestimmung des 
Ortes entsprechend, allegorische Gerichtsszenen. 
Über dem gemalten Friese hat, den ganzen oberen Teil 
der Wand einnehmend, das größte Bild des Artushofes 
seinen Platz, das J ü n g s t e Ger i c 11 t von \. n ton 
Mo e 11 e r. Die Sage erzählt, der Maler habe auf diesem 
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			Gemälde die Tochter drs damaligen Bürgermeisters als · 
"Hoffahrt", in dem zur Hölle fahrenden Boot verschiedene 
Ratsherren verewigt. Als von ihm verlangt wurde, das Por- 


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J üngsle Gericht 


trät dieser Dame völlig unke!lIltlich zu machen, malte er 
iiber den Kopf eine durchsichtige Glocke. Weiter wurde 
verlangt, er solle sich selbst mit der Palette in der Hand 
neben den Ratsherren malen. Diesem Verlangen kam er 
nach, malte aber zugleich hinter dem Kahn seine Braut als 
Engel, der mit einem Haken da
 Boot aus dem wilden Strom 
rettend an das Gestade zieht. 


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/Pomorze_009_09_028_0001.djvu

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Von der Decke herab hängen ein großer Messing- 
Jcronle!.lchter und sechs alte Danziger Schiffsmodelle, dar- 


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unter (links hinten) der "Peter von Danzig", mit dem der 
Schiffshauptmann Paul Beneke das "J üngste Gericht" von 
Memling, das seinen Platz in der Marienkirche fand, nach 
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/Pomorze_009_09_029_0001.djvu

			Danzig brachte. Die stimmungsvolle Halle wird bei Kon- 
gressen und ähnlichen bedeutenden Veranstaitungen zu 
Empfangs- und sonstigen festlichkeiten verwanJt. Unmittel- 
bare Verbindung aus der Halle mit dem berühmten Rat s- 
.k e 11 e r. 
V or dem Artushofe der Neptunsbrunnen, 1620 von 
Adrian de fries in Augsburg gegossen. Über Jem großen 


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Speicherinsel 


steinernen Becken, das 1633 Abraham v. d. Blocke gefertigt, 
erhebt sich eine flache Schale, die von der Bronzefigur des 
Neptun mit dem Dreizack in der Hand überragt wird. Ein 
kunstvolles schmiedeeisernes Gitter umgibt den Brunnen. 
Wir befinden uns auf dem Langenmarkt, der gleich- 
sam das forum von Danzig bildet und ein Bild von fesseln- 
der Schönheit bietet. In statthcher Tiefe erstreckt sich der 
wundervolle Platz mit seiner bedeutenden Raumwirkung, 
umrahmt und geschmückt von den hohen reichen Patrizier- 
häusern mit ihren Beischlägen und überragt von dem Artus- 
hof, dem schlanken Rathausturm und dem massigen Turm 
der Marienkirche. 
Den Platz schließt nach der Mottlauseite das Grüne 
Tor wirkungsvoll ab, ein edler Renaissancebau aus dem 
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/Pomorze_009_09_030_0001.djvu

			Jahre 1568 mit vier Toröffnungen und drei schönen Zier- 
giebeln. Über dem Torbogen sieht man kleine Reliefplatten 


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mit den Wappen von Danzig, Polen und Preußen. In den 
oberen Räumen des Tores sind die se h e n S wer t e n 
naturwissenschaftlichen Sammlungen des 
Pro v i n z i alm u se ums untergebracht. - Ehe man das 


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/Pomorze_009_09_031_0001.djvu

			Tor durchschreitet, werfe man noch einen Blick rückwärts, 
um einen Gesamteindruck von dem Langenmarkt, dem Rat- 
hause und der schöngeschwungenen Langgasse mit ihren 


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Giebelbauten ZU gewinnen. Außerhalb des Grünen Tores 
führt dje "G r ü n e B r ü c k e", eine Zugbrücke, über die 
Mottlau zur Speicherinsel. 
Von der Brücke aus eröffnet sich dem Beschauer eines 
der schönsten Stadtbilder. 
Auf der einen Seite der von Passagierdampfern, Kauf- 
fahrteischiffen und Booten belebten Mottlau zieht sich in 


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/Pomorze_009_09_033_0001.djvu

			bunter folge eine lange Reihe von Wohn- und Geschäfts- 
häusern hin, aus denen die "S t e rn war t e" der Natur- 

 


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Heiligegeislgasse mit Beischlägen 


forschenden Gesellschaft und weiterhin das wuchtige 
"K r a n tor" mit seinen wulstig runden Seitenteilen und 
dem vorspringenden hölzernen Mittelbau massig empor- 
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/Pomorze_009_09_034_0001.djvu

			ragen. Das Krantor wurde im Jahre 1411 erbaut. Der l 
Kran, getrieben durch ein mächtiges, im Innern deutlich 
sichtbares Tretrad, dient zum Heben und Einsetzen der 
Schiffs masten . 
Nach dem Krantor, Breitgasse 112, die Probierstuben 
der aus LeSSl:1gs Minna von Barnhelm bekannten Likör- 
fabrik "Der Lachs", die, nach alten Bildern und Plänen neu 
hergestellt, eine Sehenswürdigkeit bilden. Auf dem gegen- 
überliegenden Ufer erheben sich in langer front die 
Speicher, meist fachwerkbauten. 
V or den Häusern am linken Ufer des Mottlauarmes ent- 
lang führt die Straße "L a n g e B r ü c k e". Die Was se r- 
tor e, die von dieser in die Stadt führen, gestatten male- 
rische Durchblicke in die Altdanziger Straßen mit ihren 
charakteristischen "B eis chI ä gen". 
Einige Schritte durch das erste dieser Tore, das "Brot- 
bänkentor" , führcn in die B rot b ä n k eng ass e vor das 
siebenstöckige "Englische Haus", deren rauchgeschwärzte 
fassade der Wiederherstellung des darunter verborgenen 
Syraffito-Schm uckes wartet. 
Am besten in Altdanziger Art erhalten ist die 
"f rau eng ass e", zu der wir durch das nächste W asser- 
tor, das den schönsten Durchblick gewährt, gelangen. 
Beischlag an Beischlag mit ihren Sandsteinpfosten und 
Granitkugeln vor den altertümlichen hohen Patrizierhäusern 
reihen sich in ununterbrochener Folge zu beiden Seiten der 
Straße. Zu beachten sind die schönen Reliefbilder vor deli 
Brüstungen der Beischläge, die künstlerisch ausgearbeiteten 
Portale und die schönen Giebel. 
Die Chorseite der 
Marienkirche 
geschmückt durch eincn formenreichen Giebel mit zwei 
schlanken Ecktürmchen, schließt das Straßenbild wirkungs- 
voll ab. Die Marienkirche ist mit der St.-Pauls-Kathedrale 
in London der größte protestantische Sakralbau. Es ist eine 
gotische Hallenkirche, in Back
tein erbaut von 105 m 
Länge und 66 m Breite. Der Glockenturm mit stumpfer 
Haube, das Wahrzeichen Danzigs, in Höhe von 76 m, 


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J opengasse mit Marienkirche 


überragt den Riesenbau. Der Grund.stein zur Kirche wurde 
im Jahre 1343 durch den Hochmeister Ludolf König gelegt. 
- Der Bau dauerte 160 Jahre. Der Eindruck der riesigen 
Abmessungen des Innern ist geradezu überwältigend. 


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/Pomorze_009_09_036_0001.djvu

			Charakteristisch für den Bau sind die nach innen gezogenen 
Strebepfeiler und. die den gewaltigen Innenraum über- 
spannenden, mit Sternen besäten Netz- und Zellengewölbe. 
Die Kirche ist angefüllt mit den reichsten Schätzen an Wer- I 
ken der Plastik und Malerei, Paramenten, wertvollen Hand- 
schriften und einer Fülle von mannigfachster Kleinkunst 
aus den verschiedensten Zeiten der Kunstgeschichte. Unter 
ihnen befindet sich Danzigs größter Gemäldeschatz : H ans 
Mem li n g s "J ü n g s t es Gerich t". Zwecks Besichti- 
gung der Kirche und Erklärung der Kunstschätze wende 
man sich an den Küster, Korkenmachergasse Nr. 4. Die 
Einlaßkarte kostet 50 Pf. für jede Person, sechs Personen 
2 M., die Besteigung des Turmes 30 Pf. 
Weiter führt unser Weg durch die Jopengasse, in der 
wir wieder einige Beischläge finden, viele mußten aber hier 
dem wachsenden Verkehr weichen. Nach Westen hin wird 
das Straßenbild abgeschlossen durch die Perle alter Dan- 
ziger Renaissancebauten, durch das im Jahre 1605 erbaute 
Zeughaus. 
Die vor uns liegende, reich verzierte und vergoldete 
fassade ist ein Werk Anthonys von Obbergen aus Mecheln. 
Der Bau hat vier Giebel, von denen die bei den äußeren zum 
größten Teil durch zwei schöne Treppentürme verdeckt 
werden. Die Giebel sind reich geschmückt mit schlanken 
Pyramiden, mit zierlich geschwungenen Sandsteinbändern, I 
mit vielen schönen Reliefköpfen, mit Waffen, feldzeichen 
und platzenden Bomben. Krieger in voller Rüstung stehen 
auf den geschweiften Vorsatzmauem über den Regentraufen ; 
auf dem obersten Gesims der Giebel lagern zwei Sphinxe. 
Die fenster des Zeughauses und die Portale sind mit Sand- 
steineinfassungen versehen. In der Mitte der Fassade steht 
in einer Mauernische eine Pallas Athene. Die Portale sind 
gekrönt vom Danziger Wappen. Vor der Mitte der Front 
steht ein hübsches Brunnenhaus. 
Wir wenden uns nun rechts durch die große Schar- 
macher-, Kohlen- und Junkergasse. Am Eingang der 
Junkergasse befindet sich rechts die Nikolai- oder Domini- 
kanerkirche, die größte und. ihrer inneren Ausstattung nach 


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/Pomorze_009_09_037_0001.djvu

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Zeughaus (von der Jopengl.se IU. ge.ehen) 


schönste der katholischen Kirchen Danzigs; sie geht in 
ihren Anfängen bis ins 12. Jahrhundert zurück und gehört 
zu den Stiftung
n der pommerellischen Herzöge. Das 


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			Charakteristisch für den Bau sind die nach innen gezogenen 
Strebepfeiler und. die den gewaltigen Innenraum über- 
spannenden, mit Sternen besäten Netz- und Zellengewölbe. 
Die Kirche ist angefüllt mit den reichsten Schätzen an Wer- 
ken der Plastik und Malerei, Paramenten, wertvollen Hand- 
schriften und einer Fülle von mannigfachster Kleinkunst 
aus den verschiedensten Zeiten der Kunstgeschichte. Unter 
ihnen befindet sich Danzigs größter Gemäldeschatz : H ans 
Memlings "Jüngstes Gericht". Zwecks Besichti- 
gung der Kirche und Erklärung der Kunstschätze wende 
man sich an den Küster, Korkenmachergasse Nr. 4. Die 
Einlaßkarte kostet 50 PI. für jede Person, sechs Personen 
2 M., die Besteigung des Turmes 30 Pf. 
Weiter führt unser Weg durch die Jopengasse, in der 
wir wieder einige Beischläge finden, viele mußten aber hier 
dem wachsenden Verkehr weichen. Nach Westen hin wird 
das Straßenbild abgeschlossen durch die Perle alter Dan- 
ziger Renaissancebauten, durch das im Jahre 1605 erbaute 
Zeughaus. 
Die vor uns liegende, reich verzierte und vergoldete 
Fassade ist ein Werk Anthonys von Obbergen aus Mecheln. 
Der Bau hat vier Giebel, von denen die beiden äußeren zum 
größten Teil durch zwei schöne Treppentürme verdeckt 
werden. Die Giebel sind reich geschmückt mit schlanken 
Pyramiden, mit zierlich geschwungenen Sandsteinbändern, [ 
mit vielen schönen Reliefköpfen, mit Waffen, Feldzeichen I 
und platzenden Bomben. Krieger in voller Rüstung stehen 
auf den geschweiften Vorsatzmauem über den Regentraufen; 
auf dem obersten Gesims der Giebel lagern zwei Sphinxe. 
Die fenster des Zeughauses und die Portale sind mit Sand- 
steineinfassungen versehen. In der Mitte der fassade steht 
in einer Mauernische eine Pallas Athene. Die Portale sind 
gekrönt vom Danziger Wappen. Vor der Mitte der Front 
steht ein hübsches Brunnenhaus. 
Wir wenden uns nun rechts durch die große Schar- 
macher-, Kohlen- und Junkergasse. Am Eingang der 
Junkergasse befindet sich rechts die Nikolai- oder Domini- 
kanerkirche, die größte und ihrer inneren Ausstattung nach 


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/Pomorze_009_09_039_0001.djvu

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/Pomorze_009_09_040_0001.djvu

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Innere enthält aus alter Zeit noch viele Schätze an Schnitz- 
werk, Malereien und Paramenten Unweit davon liegt die 
J 0 h a n n i ski r c h e mit den kleinen Küsterhäusern, die 
sich an die Kirche anlehnen. 


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Katharinenklrche und Müllergewerkshaua 


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Der Weg führt uns an der im Jahre 1894 bis 1895 
erbauten städ.tischen Markthalle und dem achteckigen alten 
Danziger Befestigungsturm K i c kin d e K ö k, weiter durch 
die Kleine Mühlengasse zur ältesten Kirche Danzigs, zur 
S t. Kat h a r i n e n kir c h e. Herzog Sambor soll sie im 
Jahre 1185 erbaut haben. Die Turmspitze mit vier kleinen 
Seiten türmen stammt aus jüngerer Zeit. In der Nacht zum 


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			'3. Juli 1905 schlug der Blitz in den Turm und brannte ihn 
bis auf die Umfassungsmauer aus, womit auch das schöne 
Glockenspiel zerstört wurde. Die Spitze ist in der alten 
Form wieder aufgebaut, das Glockenspiel aber in vervoll- 
kommneter Gestalt wied.er erstanden, so daß es heute wohl 
das größte der Welt ist. 
Die schönen Gewölbe der dreischiffigen Kirche werden 
von 16 Säulen getragen. Zwischen den beiden vor dem 
Hauptaltare befindet sich, wie in der Marienkirche, auf 
einem Querbalken ein in Holz geschnitztes Kruzifix mit 
Maria und Johannes zu den Seiten. Wie in der Marien- 
kirche finQen wir auch hier die inneren Strebepfeiler, die 
Anordnung der Kapellen dazwischen, aber von deren Aus- 
stattung ist wenig, von den 17 Seitenaltären nur noch 
einer vorhanden. 
Unter dem kleinen Chor - dessen Orgel 1 :>16 erbaut 
ward - hängt dets beste Gemälde der Kirche: "Jesu 
Einzug in Jerusalem" von dem Danziger Maler Milzewith 
(gest. 1656). 
Am ersten Pfeiler links vom Altar befindet sich das 
Marmordenkmal des berühmten Astronomen Hevelius, der 
1687 in dieser Kirche beigesetzt worden ist. Auf dem 
Katharinenkirchhofe die drei Pfarrhäuser mit Beischlägen 
und reizvoll geschmiedeten Gittern. 
Eins der malerischsten Bilder bietet die Ostfront der 
Kirche mit den drei gotischen Giebeln von der Professor- 
gasse aus. 
Unmittelbar benachbart der seit dem 16. Jahrhundert 
evangeli
chen St. Katharinenkirche ist die katholische, ehe- 
malige Nonnenkirche, S t. B i r g i t t a. 
Auch diese Kirche ist ein hochinteressantes Denkmal 
von Danzigs Bedeutung aus alter Zeit. Sarkophage und 
Grabsteine geben hier Kunde von dem Reichtum und dem 
Ansehen seiner Bürger. Der Marmor-Sarkophag gegen- 
über dem Haupteingange bezeichnet das Erbbegräbnis der 
Familie Rottenburgh aus dem 17. Jahrhundert. 
Auf der Stelle der alten Klostergebäude erhebt sich 
jetzt die Militärsträflingskaserne. 


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Dem Turme der Katharinenkirche schräg gegenüber 
liegt die vierstockige 
Große Mühle 
die mit dem mehr als eine Meile langen Radaunekanal, 
der sie in Bewegung setzt, aus der Ordenszeit stammt und 
bis auf den heutigen Tag noch im Betriebe ist. - Vor der 
Großen Mühle steht das Müllergewerkshaus, gleichfalls ein 
interessanter Überrest aus alter Zeit mit seiner geschnitzten 
"Kanzel", wie sie einst viele Häuser auf der Altstadt als 
Zugang zum oberen Stockwerk hatten, mit seinem schönen 
altertümlichen Herbergsschild, das an einem in einem 
Drachenkopf endigenden Balken vom Giebel herabhängt. 


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Große Mühle 


Am Ufer der Radaune, die, von alten Bäumen umsäumt, 
ein malerisches, von der Großen Mühle und der Katharinen- 
kirche wirkungsvoll abgeschlossenes Bild bietet, liegt an 
der "Pfefferstadt" genannten Straße das 
Altstädtische Rathaus 
das 1327 als Rathaus für die von der "Rechtstadt" getrennt 
verwaltete "Altstadt" gegründet worden ist. Die weitläufige 



 


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Oebäudegruppe dehnt sich 
aus bis zur Töpfergasse; 
der an dieser liegende Teil 
ist neu hergerichtet (se- 
henswerte Fassade). 
Der ursprüngliche F ach- 
werkbau ist erst 1587 - 
durch Anthonys von Ob- 
bergen, den Erbauer des 
Zeughauses - in den jetzt 
noch bestehenden massi- 
ven, mit den Haustein- 
gesimsen und dem präch- 
tigen, äußerst phantasie- 
reichen Portale umgewan- 
delt und mit dem durch- 
brochenen Turm gekrönt 
worden. Das altstädtische 
Rathaus diente bisher mit neugeschaffenen Anbauten als 
Dienstgebäude für die Gerichte, ging aber 1910 wieder in 
den Besitz der Stadt über, als am 29. Oktober 1910 das neue 
Justizdienstgebäude (in der Straße Neugarten, ein monu- 
mentales Gebäude im Stil altholländischer Renaissance) ein- 
geweiht und seiner Bestimmung übergeben wurde. Jetzt 
birgt es wieder Diensträume der Stadtverwaltung, die um 
den neu hergerichteten "Bürgersaal" angeordnet sind. 
In räumlichem Zusammenhange mit dem Altstädtischen 
Rathaus steht das Haus Elisabethkirchengasse 3, das jetzt 
gleichfalls städtischen Verwaltungszwecken dient. Die 
schöne Fassade stammt aus dem Jahre 1620. Sie war durch 
frühere Umbauten arg verstümmelt und wurde um 1910 
unter Leitung des damaligen Stadtbauinspektors Dähne in 
alter Schönheit wiederhergestellt. 
Wieder zurück durch die Schmiedegasse über den 
Holzmarkt mit dem den Platzverhältnissen gut angepaßten 
Kriegerdenkmal von Professor Behrens, Breslau. Die drei 
Hauptfiguren des Sockels versinnbildlichen das Heran- 
wachsen des deut
hen Knegsheeres in den drei Kriegen 
VOll 1864, t>ö und 70/71 in besonders bezeichnender Weise 


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Altstädtisches Rothaus 


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			Auf dem Kohlenmarkt das von 1797-1801 erbaute Stadt- 
Theater, daneben die westliche Fassade des Zeughauses. 


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Weiter durch die Reitbahn an der Hauptfeuerwache vorbei 
zur Synagoge, die besonders im Innern sehenswert ist, sie 
wurde 1886-1887 von Ende und Böckmann erbaut. 
Unser Weg geht jetzt über den Karrenwall an dem P 0- 
I i z ei prä s i cl. i u m und der L a n des ver s ich e run g s- 
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			ans tal t vorbei zur Trinitatiskirche. Der Westgiebel der 
Kirche ist besonders bemerkenswert. Ein gut erhaltenes. 


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K a n z e I hau s (vgl. in Abbildung "Trinitatiskirche mit 
Annenkapelle" das Fachwerkshaus links im Vordergrunde) 
befindet sich an dieser Seite der Kirche. 


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			Die Kanzelhäuser, deren es noch mehrere in Danzig 
gibt, haben ihren Namen von einem balkonartigen hölzer- 
nen Anbau, zu dem von außen eine Treppe hinaufführt, 
wodurch für alle im Hause enthaltenen Kleinwohnungen 
von je einer Stube und Küche ein besonderer Zugang von 
der Straße her ermöglicht ist. Ein anderer Typ von KIein- 


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wohnungen in Alt-Danzig findet sich noch vielfach in der 
Altstadt, wo gleichfalls jede Wohnung, sowohl im Erd- 
geschoß wie im Obergeschoß eine eigene Haustür von 
der Straße aus hat. 
An die Trinitatiskirche lehnt sich das franziskaner- 
kloster an, ein in vier Flügeln um einen Mittelhof gelegenes 
Gruppengebäude, das in den siebenziger Jahren des 
19. Jahrhunderts in gotisierenden Formen über dem noch 
erhaltenen mittelalterlichen Erdgeschoß wieder aufgebaut 
worden ist. Das Gebäude enthält gleichzeitig die kostbaren 
Kunstschätze der Stadt wie auch der Provinz (S t a d t - 
mus eu m, Pro v in z i a 1- K uns t g ewe r b emu s e um). 
Der Eingang, von dem eine Treppe zum Lesesaal, Kupfer- 
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stichkabinett und zur gewerblichen Vorbildersammlung ab- 
zweigt, führt zunächst in einige kum;tgewerbliche Schau- 
räume, dann durch die ßehenswerten alten Kreuzgä,nge (mit 
Gipsabgüssen nach Antiken) zur Abteilung "Kirchliche 
Kunst", zur Waffen halle und zu dem Asiatischen Kunst- 
gewerbe. Es folgen im Mittelgeschoß die keramischen 
Sammlungen und die Altdanziger Zimmer. Endlich im 
Obergeschoß befindet sich in 13 großen Sälen die Ge- 
.1lälde-Galerie alter und moderner Meister. Besonders gut 
vertreten ist die altniederländische Malerei und die deutsche 
Kunst der Danziger Barockzeit sowie des 19. Jahrhunderts. 
Öffnungszeiten im Sommer: Werktag von 10-2 und 
4-6 Uhr, Sonntags 11-2, im Winter (15. September bis 
1. April): Werktags von 10-3, Sonntags 11-2 Uhr. Ein- 
tritt 50 Pfg., bei 4-6 Personen je 1,50 Mk., Mittwochs und 
Sonntags frei. Direktor der Sammlungen: Dr. Secker. 
Reichillustrierter "Wegweiser" 2,60 M. 
Ferner ist zu empfehlen eine Besichtigung der Tech- 
nischen Hochschule, der Werft, der interessanten Straßen 
"Karpfenseigen" und "Hohe Seigen". Auf Karpfenseigen 
sind noch einige freundlich anmutende Häuschen der Bieder- 
meierzeit erhalten. Von dort sieht man jenseits der Radaune 
den "Eimermacherhof", ein Haus mit 20 Kleinwohnungen 
und ebenso vielen Haustüren. 


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			11. Die Vorstädte. 


1. Villenstadt Danzig-Langfuhr. 
Mit der Stadt durch eine 2 km lange vierreihige Linden- 
alice mit 170 jährigem Baumbestande verbunden, bildet 
Langfuhr wegen seiner geradezu idealen Lage heute den 
bevorzugtesten Wohnbezirk der Stadt. Auf der einen Seite 
breitet sich mIt ihren ragenden Türmen und. Zinnen die 
Großstadt aus, die mit der Eisenbahn und der alle 15 Minu- 
ten verkehrenden DanZlg - Olivaer Elektrischen Straßenbahn 
(Linie 1 und 2) leicht und schnell zu erreichen ist; auf der 
andern Seite grenzt Langfuhr unmittelbar an den Stadtpark 
Jäschkental, ein bewaldetes Hügelgelände, dessen höchster 
Punkt, die K ö n i g s h ö h e, eine wundervolle Aussicht auf 
die Ostsee. Weichsel. die innere Stadt und den Kranz der 
nahen Badeorte Zoppot, Oliva-Glettkau, Brösen, Wester- 
platte und bis gegen Heubude hin gewährt. 
Den Seestrand und die Badeanstalt Brösen erreicht man 
mit der vom Brunshöfer Wege abfahrenden Straßenbahn 
in 15 Minuten. Eine Abzweigung dieser Bahn von der 
Hauptstraße aus i'st in Aussicht genommen. 
Der ausgedehnte Park und die in unmittelbarer Nähe 
beginnenden ausgedehnten Waldungen von Oliva und Zop- 
pot mit ihren Bergen und Tälern bieten eine reiche Ab- 
wechselung an schönen Spaziergängen. Das ruhige, durch 
den Einfluß von Wald und Gärten gesundere Wohnen zieht 
fortgesetzt Familien hinaus. Der Jäschkentaler Park ist auch 
von den entferntesten Punkten Langfuhrs in längstens 7 Mi- 
nuten zu erreichen. 
Der wachsende Verkehr hat eine Verbesserung der 
Verkehrsmittel Langfuhrs zur Folge gehabt, die mit der 
stetig steigenden Einwohnerzahl gleichen Schritt gehalten 
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/Pomorze_009_09_049_0001.djvu

			hat. Zugleich sind auch dort gewerbliche und industrielle 
Betriebe für alle Tagesbedürfnisse geschaffen. 


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Der größte Teil aller höheren Beamten und Rentner 
DanLigs wohnt in Langiuhr. Dort gibt es sowohl große 
und mittlere Mietswohnungen mit allen Einrichtungen der 
Neuzeit, wie zahlreiche Einfamilienhäuser. So hat sich in 


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/Pomorze_009_09_050_0001.djvu

			unmittelbarer Nachbarschaft des Jäschkentaler Parkes auf 
anmutigen Hügeln, von denen man eine wunderbare Aus- 
sicht nach der See und der Halbinsel HeIa hat, eine Garten- 
stadt angesied.elt, die noch für erhebliche Erweiterung ge- 
nügend Gelände bietet. 


2. Die Danziger Ostseebäder. 
Einen großen Vorzug vor anderen Großstädten hat 
Danzig insofern, als es zu seinem Oemeindeverband eine 
Reihe schöngelegener Ostseebäder zählt. Das gleichmäßige 
milde Klima der Danziger Bucht, die frische See und vor 
allem der vorzügliche Badestrand mit seinem feinkörnigen 
Sand gewährleisten einen Badebetrieb, der von Jahr zu 
Jahr in ungeahnter Weise zunimmt. Am 1. April 1914 6ind 
die bei den bekannten Badeorte Brösen und Heubude nach 
Danzig eingemeindet worden. 


Das Ostseebad Brösen 
liegt etwa 6 km von Danzig. Es ist von der Stadt mit zwei 
Elektrischen Straßenbahnen über Neufahrwasser in 40 Mi- 
nuten, von Langfuhr in etwa 12 Minuten zu erreichen. Auch 
führen stündlich die Züge der Vorortbahn dorthin. Ein 
breiter, sehr angenehmer Badestrand zieht sich nach Süd- 
osten gegen Neufahrwasser, gegen Nordwesten nach Glett- 
kau und Zoppot hin. Hier ist eine neue Promenade geschaf- 
fen worden. Weit in die See hinaus führt ein Steg, von 
dessen Spitze 6ich eine prächtige Rundsicht zu dem nahen 
Hafen von Neufahrwasser mit Molen und Leuchttürmen, r 
sodann nach den Bädern und Höhen von Oliva und Zoppot 
bis zu den Steilabfällen von Adlershorst und Oxhöft bietet. 
Dicht vor dem Beschauer breitet sich die lange Strandlinie 
von Brösen, Glettkau und Zoppot aus. An den Seesteg 
legen auch die Dampfer an, die den Verkehr mit Wester- 
platte und Danzig, sowie mit Glettkau und Zoppot vermit- 
teln. In Brösen selbst 'Sorgt ein Kur hau s mit St ra nd- 
hall e und verschiedene andere Gasthäuser für gute Unter- 
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			kunft, auch nehmen viele PrivatpersO'l1en während der Kur- 
zeit Badegäste bei sich auf. Brösen hat eine neue Badeanstalt 
erhalten, die Herren-, Damen- und Familienbad umfaßt 



 
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			Ostseebad Westerplatte 
liegt auf einer im Laufe der vergangenen Jahrhunderte von 
der Weichsel angeschwemmten Halbinsel. Die ganze 
Westerplatte ist von einem herrlichen, parkartigen Wald, 
dem Ausläufer der Forst, die sich über Weichselmünde und 
Heubude ausdehnt, bedeckt. Westerplatte ist von Danzig 
mit dem Schiff (Abfahrt von der Grünen BrÜcke), oder mit 
der Straßenbahn oder Staatsbahn über Neufahrwasser 
schnell zu erreichen. Der schönste Weg ist der zu Wasser. 
Man fährt mit dem Dampfer vom Grünen Tor die Mott- 
lau abwärts, bei deren EinmÜndung in die Weichsel 
links die Dan z i ger Wer f t und weiter im Hintergrund 
die Sc h ich a u - Wer f t zu erblicken sind. Die Dampfer 
nehmen den Weg durch den Kai se rh a fe n, ein breites, 
neues Hafengewäs
er, das zur Entlastung des Hafenverkehrs 
von Neufahrwasser vor einigen Jahren durch Ausbaggerung 
der "Schuitenlake" mit einem Aufwande von mehreren Milli- 
onen Mark in einer Breite von 120 m und einer Tiefe von 
8 m angelegt wurde. 
Zu beiden Seiten des Hafens entsteht die neue Danziger 
Industrie. Bahn-, Schuppen- und Krananlagen finden wir 
am Ufer. Die ausgedehnte Chemische Fabrik "Pommerens- 
dorf", die Eisenbahnwerkstätte, die TernoliUabrik u. a. m. 
sehen wir in vollem Betriebe. Petroleum anlagen hüben und 
drÜben. Ein geschäftiges Leben und Treiben zeigt uns an, 
daß hier die Zukunft der Danziger Entwickelung liegt. 
Ausgedehntes Gelände steht hier noch mit Wasser- 
und Bahnanschluß zur NeugrÜndung von Fabrikbetrieben 
zur Verfügung. (Auskunft erteilen der Magistrat und Holm 
Akt.-Ges.). 
Bei der Weiterfahrt sehen wir bald vor uns die Wälle 
und den kurzen Turm der Festung Weichselmünde. 
Am linken Ufer liegt Neufahrwasser, eine Vorstadt 
Danzigs, und noch ein Stück weiter, am rechten Ufer, Jas 
Ostseebad Westerplatte. 
Es hat gleichmäßige niedrige Temperatur, staubfreie 
ozonreiche Luft mit erheblichem Salzgehalt. Der Wellen- 
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schlag ist kräftig. An Kurmitteln sind vorhanden: Kalte 
und warme Seebäder, Kohlensäure- und Stahl solbäder, 
Fichtennadelbäder, Moorbäder, Sitzbäder. Turn- und. Spiel- 



 
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plätze, Gelegenheit zum Rudern und Segeln. Badearzt ist 
am Platze. Unterkunft und Verpflegung in dem Kurhaus 
und Privathäusern. 
Die Westerplatte bietet am Hafen entlang und auf der 
die Hafeneinfahrt schützenden Ostmole schöne Spazier- 
gänge und wundervolle Ausblicke auf das Meer. 


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Ostseehad Heubude. 
Nach Ostseebad Heubude gelangen wir von der 
Langen Brücke aus zu Schiff in 30 Minuten oder zu Fuß 
über die 1 Q12 eröffnete neue Breitenbach-Brücke. 


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/Pomorze_009_09_055_0001.djvu

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Heubude ist ein sauberes Fischerdorf, das sich durch 
gesunde Lage, saubere, gute und billige kalte Seebäder aus- 
zeichnet. Der Strand hat angenehmen, feinkörnigen Sand 
und mäßig starken Wellenschlag. An das Seebad grenzt 
ein prächtiger Kiefernwald, der das Dorf von dem See- 
strand trennt. Altes Kurhaus, an einem mitten im Walde 
gelegenen Landsee von 32 Morgen. Viele Mietsboote zum 
Gondeln. Im Kurpark während der Saison Konzerte und 
andere Veranstaltungen. Mehrere Restaurants sorgen für 
gute Speisen und Getränke. 
In hübsch gelegenen Villen und sauberen Fischerhäus- 
chen sind Wohnungen zu vermieten. Zu den Wohnungen 
gehören meist auch Küchen. Bäckereien, Fleischereien und 
Handlungen befinden sich am Ort. Badearzt und Apotheke 
am Platze. Telephon Nr. 3386_ Kurhaus und Strandhalle. 


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111. Spaziergänge und Ausflüge In der 
Umgebung. 


Die reizende Umgebung DanLigs bietet eine grol)e Aus- 
wahl schöner Spaziergänge und Ausflüge. 
Rechts VOll d.er nach Langfuhr führenden "Allee" 
breitet sich der SteHenspark aus; links erblicken wir in 
einiger Entfernung das neue städtische Krankenhaus, das 
in den Jahren 1908 bis 1911 mit einem Kostenaufwand 
von über fünf Millionen Mark erbaut wurde. 
Etwas weiter auf derselben Seite erhebt sich an der 
GoBler-Allee die in den Jahren 1900 1904 unter der Leitung 
des Geheimen Baurats Ca r s te n, Professors an der Hoch- 
schule. erbaute und am 6. Oktober 1904 eröffnete Tech- 
nische Hochschule. Das Hauptgebäude zeigt die form der 



 


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Danziger Renaissance; es enthält prachtvolle geräumige 
Wandelhallen, die Aula mit prächtigen Gemälden von Pro- 
fes.sor Dettmann-Königsberg geschmÜckt. Hör- und Ver- 
. waltungsräume usw. (Besichtigung gestattet. Trinkgeld.) 
Gegenüber ckr Hochschule rechts der Großen Allee die 
neue Hebammen-Lehranstalt. 
Wir folgen der "Großen Allee" und ihrer Verlänge- 
rung, werfen noch einen Blick auf die rechts im Uphagen- 
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Park neu entstandene Villenkolonie und gelangen auf der 
liauptstraße zum Marktplatz, wo uns links der Jäschken- t 
taler Weg unmittelbar zu dem Stadtpark "Jäschkental" führt. . 
Im Tale laden schattige Gartenwirtschaften zur Er- 
holung und Ruhe ein. 
Oliva. 
Wer aus dem Bannkreise der Stadt weiter hinausstrebt, 
fahre mit der Elektrischen Bahn oder der Staatsbahn über 
Langfuhr hinaus nach dem weltgeschichtlich bedeutsamen 
Oliva. Ende des 12. Jahrhunderts als Zisterzienserkloster 
gegründet. 
Olivaer friede 1660 (Kurfürst von Brandenburg, unab- 
hängiger Herr in Ostpreußen). Sehenswert: Schloß, früher 
Wohnung der Äbte, und Schloßgarten (früher "Abts- 
garten" , seit Säkularisierung des Klosters "Königlicher 
Garten"), gegenüber der Haltestelle der Elektrischen Bahn 
(Eintritt gegen 30 Pi Eintrittsgeld gestattet), die Kloster- 
kirche mit wundervollen Schnitzereien und einer der größ- 
ten Orgeln der Welt. Im Walde der Kar I s b erg und der 


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B i I der weg mit mannigfach wechselnden Ausblicken auf 
die See und die Küstenlandschaft. 
Oliva ist Luftkurort, ebenso wie die eine halbe Stunde 
entfernte, mitten im Waide gelegene S t rau c h m ü h I e 
Die prächtigen Waldtäler und Höhen um Oliva, der 
Olivaer forst erstrecken sich im Westen und Norden bis 
weit über Zoppot hinaus. Verbindung mit der Elektrischen 
Bahn und Staatsbahn (Strecke Danzig - Zoppot), von 
Danzig 13 .\'\inuten. 
Erwähnt sei nuch das zu Oliva gehörende aufstrebende 
Ostseebad Glettkau mit modernem neuem Kurhause, das 
mit Oliva jurch cllle elektrische Bahn verbunden ist. 


Ostseebad Zoppot 
an der Riviera der Ostsee, unvergleichlich schön zwischen 
Wald und Meer gelegen, ist in 20 Minuten von Danzig 
mit der Vorortbahn über Danzigs Vorort Langfuhr und 
d.as historische Oliva zu erreichen. Die Schnellzüge von 
und nach Pommern halten hier, ebenso ist es bequem von 
Berlin über Schneidemühl- Dirschau, von Warschau über 
Mlawa oder Alexandrowo - Thorn zu erreichen. 
Sehr zu empfehlen sind Tagesausflüge nach der alten 
in den letzten Jahrzehnten nach Geheimrat Dr. Steinbrechts 
Leitung wiedererstandenen Ordensburg Marienburg, nach 
dem Badeort HeIa, an der Südspitze der gleichnamigen 
Halbinsel, und nach der lieblichen Kassubischen Schweiz 
(Radaunetal, Marienparadjes, Karthaus, Turmberg usw.). 
Ausgedehnte und wohlgepflegte Strand- und Wald- 
wege laden zu prächtigen Spaziergängen ein. Wunderbar 
rein weht die Luft, frei von Kies und Mücken lädt der 
Strand zum Wand.ern und Ruhen, Baden und "Sonnen ein. 
Der 400 Meter lang sich ins Meer erstreckende Seesteg 
bietet einen entzückenden Blick auf die durch Dampf-, 
Segel-, Motor- und Ruderboote belebte Wasserfläche, auf 
Zoppots Villen stadt und seine nahen, die umliegenden 
Höhen bdecken:len herrlichen Laub- und Nadelwaldungen. 
Zoppot, von jeher durch seine ozonreiche, auf die 
Atmungsorgane wohltuend wirkende Luft berühmt, ist seit 
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dem 1. April 1902 Stadt und zählt heute mehr als 20000 
Einwohner. Die sanitären Einrichtungen sind gut, jedes 
Haus ist mit Quellwasserleitung und Kanalisation, Gas 
oder elektrischem Licht versehen. Die Kurzeit, dje vom 
I. Juni bis 10. September dauert, vereinigt etwa 20000 
Badegäste hier außer einem großen Durchgangsverkehr. 
Zwei zeitgemäß ausgestattete Seebäder mit Herren-, Damen-, 
Familien- und Sonnenbädern dienen dem Badeverkehr (der 
\;\eeresgrund aus feingekörntem weißem Seesand ist frei 
von Untiefen und Steinen), daneben besteht ein modernes, 
Sommer und Winter geöffnetes Warmbad (60 elegant einge- 
richtete Zellen) mit See- und Süßwasser-, Wannenbädern 
und sämtlichen Arten medizinischen Bädern, wie Moor-, 
Fango-, Solo, Kiefernnadel-, Eisen-, Kohlensäure-, Heißluft-, 
Dampf-, elektrischen Licht- und Schwitzbädern, Höhen- 
sonnenbestrahlungen, elektrischer Vibrationsmassage und 
elektrischen Wasserbädern (auch mit Wechselstrom). Sämt- 
liche Zellen der Seebäder sind mit eigener Wasserleitung 
ausgestattet. In dem l\t\ittelbau der Anstalten liegen LU län- 
gerem oder kürzerem Aufenthalt einladende Baderestau- 
rants. Im südlichen Bade (275 Zellen aufweisend, gegen 
340 im nördlichen) wird Schwimmunterricht erteilt. Turn- 
und Sportgeräte sind im Wasser und am Strande vorhanden. 
Frisierläden für Herren und Damen befinden sich in beiden 
Anstalten. 
Am 4. Juli 1910 wurde das neue Kurhaus eröffnet, ein 
riesiger Bau mit allen modernen Einrichtung
n, großen 
Festsälen und erstklassig eingerichtetem Logierhaus. Im 
Kurgarten, dem eigentlichen Mittelpunkt des Badelebens, 
finden täglich VOf- und nachmittags, sowie abends Kon- 
.lerte der Kurkapelle statt. 
Vorzügliche Hotels und Fremdenheime, Gasthäuser 
unJ Konditoreien bieten bestmögliche Unterkunft und Er- 
holung. Lesesäle, Symphonie- und Doppelkonzert, ein 
Stadttheater mit Gastspielen bedeutender Bühnenkünstlei', 
eine Waldoper, wöchentliche Kurbälle, für die Jugend 
Knospenbälle, Kinderfeste und Sandburgenbau sorgen für 
Zerstreuung und künstlerische Unterhaltung. Sportlicher 
Betätigung dienen zahlreiche Tennisplätze, Turn-, Fuß- und 


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			Hockeyspielplätze, ein gedeckter Reitsaal sowie die vielen 
Segeljachten und Ruderboote. Bekannt sind Zoppots inter- 
nationale Tennisturniere, Segelregatten, Schwimmfeste, 
seine Pferderennen, Wasser- und Landkorsofahrten anläß- 
Ikh der alljährlich im juli stattfindenden großen Sport- 
woche. Wintersportplätze und Rodelbahnen laden zur Be- 
nutzung in der kalten jahreszeit ein. 


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I 


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AdlershorSI 


Zoppot ist von jeher ein bevorzugter Ruhewohnsitz für 
Pensionäre und. Rentner und die denkbar beste Erholungs- 
stätte für Genesende gewesen und besitzt ein Realgymna- 
sium und eine höhere Mädchenschule. 
Auf wohlgepflegten Promenaden, auf den Parkamagen, 
in unmittelbarer Nähe d.er See, sind folgende Ziele für 
Spaziergänge von kurzer Dauer besonders hervorzuheben: 
Etablissement Tal m ü h I e, 10 Min. nördlicher das in vor- 
nehmem Stil erbaute Pensionat und Restaurant "S t 01 zen - 


58
		

/Pomorze_009_09_063_0001.djvu

			fe I s". Weiter in etwa 10 Minuten Pensionat und Restau- 
rant "B rau er s h ö h e" und "B erg sc h löß c h e n", am 
Fuße eines in die See vOflspringenden, steilabfallenden und 
bewaldeten Hügels der kleine Kurort A die r s ho r s t. Die 
Waldungen des Baltischen Höhenzuges, welche sich meilen- 
weit längs des Strandes hinziehen, bieten dem Wanderer 
wohlgepflegte Wege und eine Menge schöner Aussichts- 
punkte. Täglich Gelegenheit zu Seefahrten nach Hel a an 
der Spitze der gleichnamigen 50 km langen Halbinsel 


Nehrungs-Seebäder. 
Weichselaufwärts fährt der Dampfer über Heubude hin- 
aus an dem 1840 erfolgten Durchbruch der Weichsel bei 
Neufähr vorbei zum Seebad Bohnsack und weiter zum 
Durchstich bei Schiewenhorst. jenseits der Stromweichsel 
die Seebäderorte Nickelswalde, Steegen und Stutthof, letz- 
tere bei den blühende Niederungsorte im Weichseldelta, un- 
weit des Frischen Haffes. 
Von Nickelswalde an der Weichsel gelangt man mit der 
Kleinbahn nach Steegen, Wald wanderung nach S tut t hof 
und von dort zu Fuß auf prächtiger Touristenstraße mitten 
durch Wald (rechts d.as Haff, links die See) in etwa drei 
Stunden nach Kahlberg, dem vielbesuchten und sehens- 
werten Badeort, der bereits außerhalb des Danziger Frei- 
staatgebietes liegt. 


59 


...I
		

/Pomorze_009_09_064_0001.djvu

			Das Hinterland im Danziger Freistaat. 
Das Danziger Freistaatgebiet umfaßt außer dem Stadt- 
kreis von den früheren Kreisen Westpreußens die Haupt- 
teile der Kreise Danziger Höhe, Danziger Niederung, das 
Marienburger Werder und kleine Teile der Kreise Dirschau, 
Berent, Karthaus und Neustadt. Die Eisenbahnlinie Danzig- 
Dirschau trennt das westlich der Bahn liegende Höhen- 
gelände, die "Danziger Höhe", von der östlich von ihr 
liegenden Niederung, die durch den Weichselstrom in das 
..Danziger Werder" und das "Nogatwerder" geteilt wird. 
Unmittelbar vor Danzigs Toren liegt die große, stadt- 
ähnliche Ortschaft Ohra, die, zum größeren Teile im Niede- 
rungsgelände liegend, politisch jedoch zum Kreise "Dan- 
Liger Höhe" gehört. Ohra, sehr stark insbesondere von Ar- 
beiterbevölkerung bewohnt, ist Danzigs GemÜsegarten. Die 
von Danzig über Ohra nach Dirschau führende Chaussee 
geht über das wohlhabende Niederungsdorf Praust 
(Zuckerfabrik), jenseits Hohenstein in das zu Polen ge- 
schlagene Dirschauer Kreisgebiet. Im Dan z i ger Wer- 
der liegen zahlreiche Dörfer verteilt, unter denen neben 
Praust Wotzlaff, Trutenau und Groß-Zünder dje bedeu- 
tendsten sind. 
Im No ga t wer der bildet die Stadt Neuteich den 
Mittelpunkt. Von der Hauptbahn von Dirschau nach 
Königsberg zweigt sich auf der zum Danziger Freistaat 
gehörigen Strecke bei Si mon s dorf eine Vollspurbahn 
über Neuteich nach Tiegenhof hin ab, einem Landstäd.tchen, 
das durch eine große Kornbranntweinbrennerei (Machan- 
deI) sehr bekannt ist. Eine vielfach verzweigte Kleinbahn 
erschließt die sehr zahlreichen Dörfer der beiden Werder. 
Ist das Werdergelände auch völlig eben, so ist es durch 
die Siedelungen und die weidenbestandenen Landstraßen 


60
		

/Pomorze_009_09_065_0001.djvu

			und Gemarkungsgrenzen von bemerkenswertem, landschaft- 
lichem Reiz, der an holländische Wohlhabenheit gemahnt. 
Bei weitem nicht so fruchtbar, dafür landschaftlich um 
so schöner ist das Höhengelände des Kreises "D a n z i ger 
H ö h e". Wald, Berg und Seen einen sich zu entzückenden 
Land.schaftsbildern, die im RadaUlletal bei Kahlbude und 
bei Mariensee ihren Höhepunkt haben. Bei Prangenau liegt 
ein ergiebiges Quellengebiet, das für Danzigs Wasser- 
versorgung von Wichtigkeit ist, während die nahe von 
Prangenau gelegene Talsperre der Radaune bei Straschin- 
Prangschin eine wichtige Kraftquelle ist, die das ganze Ge- 
biet des Kreises "Danziger Höhe" mit elektrischem Strom 
versorgt. 


61 


...
		

/Pomorze_009_09_066_0001.djvu

			Die wichtigsten Daten aus der Geschichte 
Danzigs. 


997 wird Danzig zuerst als Gyddanizc genannt. 
1148 wird die Burg Kdanzc genannt. 
1178 ist Danzig der Sitz der Herzoge der Pommerellen. 
1308 wird Danzig dem Ordensstaat einverleibt. 
1361 entsendet Danzig zum ersten mal einen Vertreter zum 
Hansatage. 
1454 wif1d Danzig in das Königreich Polen aufgenommen. 
1473 erbeutet der Danziger Seeheld Paul Beneke im See- 
kriege gegen England Memlings Gemälde "jüngstes 
Gericht" . 
1557 wird Danzig das erste Religionsprivilegium zuteil. 
1577 wird Danzig durch den Polenkönig Stefan Bathori 
erfolglos belagert. 
1626 Rückgang der Blütezeit Danzigs infolge des schwe- 
disch-polnischen Krieges. 
1734 Belagerung Danzigs durch Russen und Polen. 
1793 fällt Danzig infolge der zweiten Teilung Polens an 
Preußen. 
1807 Belagerung der Stadt durch die Franzosen. 
1807 wird Danzig Freistaat. 
1813 14 Belagerung Danzigs durch Preußen und Russen. 
1814 wird Danzig wieder preußisch. 
1863-18QO von Winter, Oberbürgermeister von Danzig. 
1914 Eingemeind.ung einer Anzahl umliegender Vororte, 
insbesondere der Ostseebäder Brösen und Heubude. 
1420 wird Danzig freie Stadt. 



 


fi2
		

/Pomorze_009_09_067_0001.djvu

			Verkehrsmittel. 


Auskunftsstellen und Reisebüro8. 
I. Amt I ich e s Re i s e b ü roD a n z i g, Hauptbahnhof 
(8-7, Sonntags 9-12 Uhr vorm.). Fernruf 471. Aus- 
kunftsstelle für den Personenverkehr. 
2. Ver k ehr s b ü rod erD a n z i ger Ver k ehr s - 
zen t r ale, Stadtgraben 5 (geöffnet morgens 8 1 
 bis 
abends 7 Uhr). Fernsprecher Nr. 1)49. Unentgeltliche 
mündliche und schriftliche Auskunft über alle Fragen 
des Fremdenverkehrs, insbesondere über die Danziger 
Ostseebäder Brösen, Westerplatte, Heubude. Adreß-, 
Kurs-, Handbücher, sowie Stadt- und Bäderprospekte 
zur unentgeltlichen Benutzung. Eintrittskarten für 
Theater usw. Vertretung des Norddeutschen Lloyds- 
Bremen, Reisegepäck-Versicherung. 
3. Ver k ehr s b ü r 0 und Aus k u n ft s s tell e der 
Dan z i ger Z e i tun g, Ketterhagergase 4, Fernspr. 
3015, 3016, 3017. Mündliche Auskunft, Adreß-, Kurs- 
und Handbücher, Kurlisten usw. zur unentgeltlichen 
Benutzung. 
4. Bäder-Auskunftsstelle der Danziger 
Neu e 50 t e n N ach r ich te n, Breitgasse 91 /94, Fern- 
sprecher 497, 498, 499, 1697_ 


Post- und Tele
raphenämter. 
Hau pt pos tarn t Langgasse 22 25, Pakete Hunde- 
gasse 114 116. - Postscheckamt 
(9-1), Ankerschmiedegasse 11 a. 
Postamt Nr. 2 Langgarten 89 90. 
" ,,3 Thornscher Weg 14. 


63 


.........
		

/Pomorze_009_09_068_0001.djvu

			Postamt Nr 4 Altstädtischer Graben '31 
" .. 5 Am Hauptbahnhof. 
" 6 in Langfuhr, Hauptsrraße 100a. 
7 in Neufahrwasser, Bahnhof 3. 
" 8 in Schidlitz, Karthäuser Straße 41 
Außerhalb der Schalterstunden können dringende 
Pakete gegen 40 Pf. Sondergebühr bei dem Hauptpostamt, 
Eingang IV, und beim Bahnpostamt eingeliefert werden. 
An Sonn- und Feiertagen können außerhalb der gewöhn- 
lichen Postdienststunden Einschreibebriefe an der Tele- 
grammannahme gegen eine besondere GebÜhr aufgeliefert 
werden. Beim Postamt 4 nur wochentags von 8 bis 8 Uhr 
abend.s. 
Postagenturen: 


., 


Brösen, 
WeichselmÜnde, 
Heubude. 
SchellmÜhl. 
Fernsprechstellen. ) 


.. 
(lugl. öffentl. 


Telegraphenamt. 
(Hundegasse 114 11b.) 
Telegram m -Annah mestellen. 
1. Hauptschalterhalle des Postamts 1. Langgasse 22, 25. 
2. Postämter Nr. 2, Nr. 3 und Nr. 4 während der Schalter- 
dienststunden. 
3. Postamt 5 zu jeder lei£. 
4. Eisenbahntelegraphenstation zu jeder Zeit (nur Dienst- 
telegramme). 
5. Börse während der Börsenzeit 


Öffentliche Fernsprechstellen. 
\, Hauptschalterhalle des Postamts 1, Langgasse 22 25. 
2. Postämter 4 und 5 während :Ier Schalterdienststunden. 
3. Börse während der Börsenzeit. 


64
		

/Pomorze_009_09_069_0001.djvu

			, 


4 Postämter Danzig-Langfuhr, 
Danzig-Neufahrwasser, 
Danzig-Schidlitz, 
während der SchaIterdienststunden, ferner bei den Post- 
anstalten in Danzig-St.Albrecht, Heubude, Klein-Wald- 
dorf, Ohra, Schellmühl, Weichselmünde, Wonneberg 
und Danzig-Neuschottland. 
Fernsprechdienst ohne Unterbrechung 
Tag und Na c h t (von 9 Uhr abends ab 40 Pfg.). 


Fernsprechautomaten. 
Postamt 1 Langgasse 22/25 CW artezimmer der öffent- 
lichen Sprechstelle). 
Postamt 2 Langgarten 89/90. 
Postamt 3 Thornscher Weg 14. 
Gebrüder Freymann, Kohlenmarkt 27/29. 
Hauptbahnhof (Schalterhalle für den Vorortverkehr und 
in d.er Hauptschalterhalle). 
Güterbahnhof Leege Tor (Eisenbahndienstgebäude). 
Kleinbahnhof, Kneipab (Stationsgebäude) 
Landgerichtsgebäude, Neugarten 30. 
Deutsches Haus, Holzmarkt 12 14. 
Postamt Danzig-Langfuhr (Schalterhalle) und bei E. 
Kröling, Hauptstraße 134. 
Danzig-Neufahrwasser Weichselbahnhof (Lagerschup- 
pen 11) und in Brösen in der Kaffeeschänke der 
Abegg--Stiftung. 
Kurhaus Westerplatte. 
Kaiserhafen (Städt. Verwaltungsgebäude). 
Stadt-Theater, Kohlenmarkt. 
Gewehrfabrik, Weidengasse. 


Oroschken - faxameter - Automobile. 
Haltestelle fur Droschken u. Taxameter: 
Hauptbahnhof - Langenmarkt. 
S t.a nd pi atz für A u tod r 0 sc h k e n: Kohlenmarkt. 
Au tom 0 b i I e ver m i e t e t: Egon Krahn, I< aniIlchen- 
berg 12b. Fernsprecher 2068. 


.5 


6!'-
		

/Pomorze_009_09_070_0001.djvu

			---- 


Straßenhahn. 
1. Dan z i g - 0 I i va: Ab Kohlenmarkt über Langfuhr 
jede Viertelstunde; Theaterwagen vom Kohlenmarkt ab, 
Linie Nr. 2. 
2. Dan z i g - L a n g f uhr: Ab Kohlenmarkt alle 5 Minu- 
ten, nach 8 Uhr abends aUe 10 Minuten bis 10 Uhr; 
Theaterwagen am Kohlenmarkt, Linien Nr. 1 und 2. 
3. Dan z i g -0 h r a: Ab Stockturrri Danzig bis zur Kirche 
in Ohra aUe 10 Minuten, Linie Nr. 6. 
4. Dan z i g - E mau s: Ab Silberhütte nach Emaus alle 
10 Minuten, Linie Nr. 7. 
5. W ei deng asst:-H a u ptb ahn hof: AUe 10 Minu- 
ten, Linie Nr. 3. 
6. Wer d e rt 0 r - Hau pt b ahn hof: Alle 10, 8 und 
12 Minuten; Theaterwagen vom Wilhelm - Theater, 
Linie Nr. 4. (Zur Zeit eingestellt.) 
7. Lenzgasse - Fischmarkt - Hauptbahnhof: 
AUe 8 Minuten, Linie Nr. 5. (Zur Zeit eingestellt.) 
8. Dan z i g - Neu f a h r was se r - 0 s t see bad B r ö - 
sen: Ab Krantor Dan,lig nach Kurhaus Brösen alle 
22 Minuten, Linie Nr. 8. 
9. La n g f uhr - 0 s t see bad B r öse n : Im Sommer 
viertelstündlich, im Winter aUe 20 Minuten, Linie Nr. 9. 
10. 0 I i v a - G let t kau: Ab Marktplatz Oliva bis zur 
StrandhaUe Glettkau, im Sommer alle Viertel-, im 
Winter alle halbe Stunde, Linie Nr. 10. 


Ei
enhahnen. 
HAu pt ver bin dun gen. 
1. Nach BerUn: Über Dir sc hau - Konitz-Schneidemühl- 
Küstrin und über Zoppot-Stolp-Köslin-S te t tin. 
2. Über Mari e nb u r g (I-lI:: Stunden) -E I bin g (2 bis 
21
 Stunden) nach K ö ni gs b erg. 
3. Über B rom b erg - Pos e n nach B res lau. 
Nah ver bin d II n gen. 
4. Über La n g f uhr (7 Minuten) nach 0 I i v a (14 Minu- 
ten) und Z 0 P pot (20 Minuten). Vorortverkehr. 


66 


-
		

/Pomorze_009_09_071_0001.djvu

			. Nach Neu s t a d t (in 1 Stunde) auf der Strecke 
Danzig- Zoppot -Stettin. 
6. Nach Kar t hau s über Langfuhr 11.4-1 %" über Praust 
2 Stunden. 
7. Nach Neu f a h r was se r (in 15 Minuten). Vorort- 
verkehr. 
R. Nach Pr aus tauf d.er Strecke Danzig-Dirschau. Vor- 
ortverkehr. 


Nach 
S t u tt hof, 


Kleinbahnen. 
Einlage, Nickelswalde, 
Ge m li t z, G r. - Z ü n der. 


S tee gen) 


Dampferfahrten. 
1. Nach Ostseebad Heu b u d e, PIe h n end 0 rf, B 0 h n - 
s a c k, Ein lag e, N i c k eIs wal d e, S c h ö n bau m, 
Rothebud.e und Schöneberg. 
2. Nach Neu f a h r was s er und Wes t e r p 1 a tt e. Ab- 
fahrt Grünes Tor. 
3. Dan z i g - Hel a und zurück. Im Winter einmal, im 
Sommer zweimal. Abfahrt: ]ohannistor. 
4. Dan zi g- Pi 11 a u - K ön i g sb er g. jeden Dienstag, 
Donnerstag, Sonnabend, 7 Uhr morgens, von der 
Langen BrÜcke. Näheres Emil Fechter, Fernspr. 3392. 
5. Dan z i g - T i e gen hof - E I bin g und zurück. Ad. 
v. Riesen-Danzig, Fernsprecher 17'3, und Elbing, Fern- 
sprecher 122. Anlegestelle : Hopfengasse 111. 
6. Dan z i g - K ö n i g s b erg i. P r. Über das "Frische 
Haff" und zurück. Emil Berenz-Danzig, Fernspr. 34. 
Anlegestelle : Schäferei. 


Hotels. 
"Artushof", Langfuhr, Hauptstraße 55. Fernspr. 2602. 
Boldt, Adelheid. Chambre garnie, Vorstäd.tischer Graben 44, 
fernspr. ] 069. 
"Zum Bürgerheim", Kassubischer Markt 21. Fernspr. 228
. 
"Concordia", Neufahrwasser, Hafenstraße 7. Fernspr. 1734. 


S' 


67
		

/Pomorze_009_09_072_0001.djvu

			"Continental", Stadtgraben 7. Fernspr. 680 u. 3450. 
"de Danzig", Neufahrwasser, Schulstraße 10. 
"Danziger Hof", Dominikswall 6. Fernspr. 331, 690 u. 211. 
"Deutscher Hof", Pfefferstadt 79. Fernspr. 603. 
"Deutsches Haus, Holzmarkt 12/14. Fernspr. 647. 
Drock, St.-Elisabeth-Kirchengasse 4. Fernspr. 1997. 
"Germania", Hundegasse 27 28. Fernspr. 136. 
"Zu den zwei goldenen Hirschen", Mattenbuden 14. Fern- 
sprecher 634. 
"Hevelius", Pfefferstadt 5? fernspr. 2059. 
"Hohenzollern", Langfuhr, Hauptstraße 68. fernspr. 1863. 
St.-]osephsliaus, Töpfergasse 5 9. Fernspr. 2078 u. 1795. 
Kirch, Langfuhr, Hauptstraße 32. Fernspr. 336. 
.,de Königsberg", Langgarten 8. Fernspr. 285. 
..Zum Kurfürsten", Am Leege Tor 1/2. 
"Kurhaus Westerplatte", Westerplatte, Birkenallee 1/2 
fernspr. 757. 
"Zum goldenen Löwen", Pfefferstadt 64. Fernspr. 3299. 
.,Monopol", Hundegasse 16 17. Fernspr. 3138. 
"Norddeutscher Hof", Stadtgraben 11. Fernspr. 1760. 
Clara Oberiiber, Holzmarkt 24. Fernspr. 898. 
"Prinz Heinrich", Westerplatte, Birkenallee 3. Fernspr. 757. 
"Prinzeß Viktoria", Hochstrieß 14. Fernspr. 426. 
"Zu den Provinzen", Neufahrwasser, Hafenstraße 37. 
..Reichsadler", Langfuhr, Bahnhofstraße 15. Fernspr. 1783. 
"Reichshof", Stadtgraben 9. Fernspr. 92 u. 96. 
..Zum schwarzen Adler", Engl. Damm 11. Fernspr. 2168. 
..Seestern", Brösen, Am Strande 4. fernspr. 3096. 
,.Hotel Seffers", Neufahrwasser, Weichselstraße 18. 
Fernspr. 1836. 
"Stadt London", Am brausenden Wasser 1/2. Fernspr. 1423. 
..Hotel Vanselow", Heumarkt 3. Fernspr. 487. 
"Werderhof", Langgarten 12. 
Hotel Wietzke, Holzmarkt 11. Fernspr. 2100. 


Alkoholfreie Restaurants. 
Outtempler-Logenheim, An der großen Mühle 14. 


68 


-
		

/Pomorze_009_09_073_0001.djvu

			Wein-Restaurants. 
P. 1. Aycke & Co. Nachfl., Hund.egasse 12 u. 127. fernspr. 
434 u. 3617. 
C. Bodenburg, ] opengasse 3. fernspr. 64. 
W Bodenburg (Danziger Ratsstube), Langgasse 41 

 fernspr. 1675. 
]. H. L. Brandt, Langenmarkt 14. Fernspr 183. 
Danziger Hof (Wintergarten), Dominikswall 6. Fern- 
sprecher 690, 331, 211. 
R. Denzer, Langenmarkt 16. Fernspr. 138. 
Norddeutscher I lof, Stadtgraben 11. Fernspr. 1760. 
Deutsches Haus (Carlton-Restaurant), Holzmarkt 12/14. 
Fernspr. 647. 
Daniel Feyerabend, Holzmarkt 8. Fernspr. 599. 
loser Fuchs, Brotbänkengasse 40. Fernspr. 310. 
C. H. Kiesau, Hundegasse 7/9. Fernspr. 501. 
josef Kuhn, Reitbahn 18. Fernspr. 494. 
]. Merdes, Hundegasse 26. Fernspr. 3388. 
S. Plotkin, Langenmarkt 28. Fernspr. 316. 
Ratsweinkeller (F. A. ]. ]iincke), Langenmarkt 44. Fern- 
sprecher 19. 
A. Ulrich, Brotbänkenga sse 18 19 . Fernspr. 590. 

 'Bier-Restaurants. 
In allen Hotels (s. S. 67). Ferner: 
Deutsches Haus, Holzmarkt 12/14. 
Gewerbehaus (Karl Lange), Heilige Geistgasse 82. 
Hackerbräu, Wollwebergasse, Ecke j opengasse. 
Lindner, Langenmarkt 11. 
friedrich-Wilhelm-Schützenhaus, Promenade 7. 
"Zum Danziger Patrizier" (Gust. Behrendt), Frauengasse 5. 
Restaurant Bieberstein, Holzmarkt 6. 
In Langfuhr: 
In den beiden Hotels und 
"Zum Forsthaus", ]äschkental: 
"Schröder", Restaurant und Cafe. jäschkental. 


69
		

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			- 


Autom a ten-R estaurants. 
Bahnhof-Automat, Stadtgraben 12. 
Hansa-Automat, Langfuhr, Hauptstraße 30. 
Markthallen-Automat, ]unkergasse 3. 
I{athaus-Automat, Langenmarkt 8. 
Restaurant-Automat, Langgasse 35. 
Zeughaus-Automat, Gr. W olJwebergasse 1. 


I 

 


Likör-Probierstu ben. 
Der "Lachs", Breitgasse 52. 
]. v. Götzen (E. Loesdau), Hundegasse 105. 
I. S. Keiler Nachf., Reitbahn 21. 
L. Matzko Nachf., Altst. Graben 28. 
A. H. Pretzell, Heil. Geistgasse 110. 
A. v. Niessen "Zum bunten Bock", Tobiasgasse 10/11 
Gustav Springer Nachf., Holzmarkt 2. 
W. Stremlow, Pfefferstadt 36. 
]. W. Hohmann, Pfefferstadt 59. 
H. Mannfrost, Hundegasse 117. 


Cafes und Konditoreien. 
"Bergschlößchen", Bischofsberg 22. 
friedrich Bluhm (vorm. A. Boehlke), Lgf., Hauptstr. 34. 
A. Brunies, Langenmarkt 29. 
Bürgerschützenhaus, Große Allee 52. 
Central, Langenmarkt 15. 
Croll, Heubude, Große Seebad.straße 8 
Cafe des Ostens, Reitbahn 4. 
Cafe des Westens, Lgf., Hauptstraße 17 u. Bahnhofstr. 11. 
Grentzenberg, Langenmarkt 12. 
I laIbe Allee, Große Allee 43. 
Hansa, Hundegasse 110. 
Konietzko, Große Allee 9/10. 
Undner, Langenmarkt 11. 
Cafe zum Rathaus, Langel1markt 8 
Reichskrone, Große Allee 41/42. 
Schröder, Langfuhr, ]äschkentaler Weg 25. 
70
		

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			Danziger Bürgergarten, Schidlitz, Karthäuser Straße n. 
Deutsches Cafe, Langenmarkt 13. 
Deutsches Haus, Holzmarkt 12/14. 
Friedrich-Wilhelm-Schützenhaus, Promenade 7 
Germania, Hundegasse 27/28. 
Otto Haueisen, ]opengasse '34/35, Langgasse 74, Stadt- 
graben 10 und Langenmarkt 12. 
Kaiser-Cafe, Passage 11/15. 
Kaiser-Cafe, Langfuhr, Hauptstraße 86. 
Königshöhe, Langfuhr, St.-Michaelsweg 30. 
J. Kresin, Schidlitz, Karthäuser Straße 114. 
Lindenhof, Große Allee 32. 
Metropol, Hundegasse 108. 
Plantage, Westerplatte. 
Rosengarten, Schidlitz, Karthäuser Straße 115/116 
Sanssouci, Schidlitz, Karthäuser Straße 32. 
Julius Schubert & Sohn, Langgasse 6/8. 
Schweizergarten, Stadtgebiet, Radauneufer 25. 
Emil Seidel, Breitgasse 8/9, u. Kohlenmarkt 9. 
Strandhalle Westerplatte. 
Fritz Wilcke, Konditorei u. Cafe, Feinbäckerei, Heubude, 
Heidseestraße 19. 
Zinglershöhe, Langfuhr, Am ]ohannisberg 1
. 


Konsulate. 
Dänemark, Langgasse 34. 
Deutschland, ? 
Frankreich, ? 
Großbritannien, Reitbahn 0. 
Guatemala, Rennerstiftsgasse I. 
Niederlande, ]opengasse 15. 
Norwegen, Langenmarkt 38, 1. Stock. 
Österreich-Ungarn, Langenmarkt 38, 1. Stock. 
Polen, Rennerstiftsgasse 11. 
Schweden, Langenmarkt 20. 
Spanien, Milchkannengasse 25. 
Türkei, Weidengasse 50. 


71
		

/Pomorze_009_09_076_0001.djvu

			Banken und Bankgeschäfte. 
Bank Zwillzku Sp6lek Zarobkowych, Oddzial GdaiIski, 
Holzmarkt 18. 
British Trade Corporation, Hotel Danziger Hof. 
R. Damme, Karrenwall 7. 
Danziger Bankverein, e. G. m. b. H., Langenmarkt 33/34. 
Danziger Privat-Actien-Bank, Langgasse 33/34, Stadt- 
graben 12, 4. Damm 7, Lgf., Hauptstraße 113 und 
Neufahrwasser, Olivaer Straße 8. 
Danziger Vereinsbank, Stein, Laasner & Co., Große 
Gerbergasse 5. 
Deutsche Bank, filiale Danzig, Langenmarkt 19, Stadt- 
graben 8, Langfuhr, Hauptstraße 18. 
Deutsche Pfandbriefanstalt, Stadtgraben 6. 
Diskonto-Bank, A.-G., Langgasse 2. 
Disconto-Oesellschaft, filiale Danzig, Langgasse 45. 
Dresdner Bank in Danzig, Langenmarkt 13. 
Giro-Zentrale für Ost- und Westpreußen, Kohlenmarkt 22. 
]arislowsky & Co., Langgasse 48/49. 
Kreda, Kreditverein deutscher Apotheker, Stadtgraben 5. 
Landschaftliche Bank der Provinz Westpreußen, Reitbahn 2 
u. Langfuhr, Hauptstraße 121. 
Langfuhrer Kreditverein, Langfuhr, Bahnhofstraße 4. 
Meyer & GHhorn, Langenmarkt 38. 
Ostbank für Handel u. Gewerbe, Langenmarkt 30, Lgf., 
Hauptstraße 117, Zoppot, Markt 3. 
Ostdeutsche Mittelsta'l1dsbank, e. G. m. b. H., Langfuhr, 
Baumbach-Allee 17. 
Reichsbankhauptstelle, Karrenwall 10. 
Westpr. Prov.-Genossenschaftsbank, Krebsmarkt 7/8. 


Biblioteka Gl6wna UMK 


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Telephon 3266 DAN Z I G Hundegasse 6 


An- und Verkauf von 


Wertpapieren aller Art 


kommissionsweise und für eigene Rechnung 


............ 


Umwechselung 
fremder Geldsorten 


............ 


Gewährung von Darlehen 
gegen Unterlagen 


............ 


. 
Beratungen in allen Vermögens- 
Angelegenheiten
		

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P. J. Aycke & UD., Nacbß. 
Inhaber: Alexander Czech 
DAN ZIG 
=== Weingroßhandlung === 
Gegründet 1
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Kontor: Hundegasse 12, Fernspr. 4:14- 
Kleinverkauf: Hundegasse l:?S, Fernspr. .j.:U 
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Ayckes neue Weinstuben 
Hunde
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Fernspr. 451 
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Ayckes alte Weinstuben = 
Hundegasse 127 
Fernspr. 3617 
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c8rößtrs 6pr31albaus fur Pbotograpbi
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otograp
ird)e Jlpparate 


In reImer lIuswabl mit q"\ptlfDon 
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ober tJolgltlanbu 3u maJjlgen pwren 


Photogr. platten, papiere, Silme=Bröarfaartiftl 
rämthd)er Sabrifen Don Ruf 


........ 


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Jlmateurarbeiten 
werben in ffir3dter 3211 rad)gemäJj unb pelnhlb 
rauber erlrblgt 


t)ergrößerungen 
Don 1!mateuraufnabmrn biS 3u brn gröJjten Sormaten. 


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			August Momber 
G. m. b. H. 
DominikswaIl N r 9 -1 0 


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Spezialhaus für Wohnungs-Ausstattung 
Teppiche ... Gardinen 
K ünstler- Dek.orationen 
Eiserne Bettgestelle und Bettwaren 


, 
Julius Schubert & Sohn 


Konditorei und Cafe 
Honigkuchen- und Marzipanfabrik 
Langgasse 6-8 


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Hote! Germania 


Hundegasse 2728 


Hundegasse 27/28 


Iägli[h Kün
tlerkonlert mit Ka
aretteinlagen 


Beginn eS Uhr abends 


F. E. Oundlach
		

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. Die reizend gelegenen . 
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: Schwarzort, N idden und Rossitten : 
: haben tägliche Dampferverbmdung vom I. 5. . 
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. bis 30. 9. von Memel und Königsberg Pr. . 
. . 
. durch die beiden Postdampfer . 
. . 
: "Cranz" und "Me me I" : 
. : : . 
und die Königsberg - Cranzer Eisenbahn. 
: : 
. Angenehme erfrischende Fahn in der Nähe . 
. . 
. der Dünen. . 
. . 
. . 
. Nähere Auskunft über die Fahrzeiten der Dampfer . 
. . 
. durch die . 
. . 
i Hönigsberg [ranzer Eisenbahn-fiesells[haft. HDnigsberg Pr. i 
I und die 
lernel [ranm Darnpfs[hiffahrfs-fiesellschaft, Me rne I. I 
: : 
.......................................... 


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Restaurant lindner, Oanzig 


Telephon 455 (Hohenzollern) Langenmarkt 11 


I 


Vornehmes Wein- 
u. Bierrestaurant 



 


Hiesige und fremde Biere 
. 
Weine erster Häuser: Vorzügliche Küche 


w. Eichhorn. 


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{Konditorei u. CafE A. Brunies I . 
Langenmarkt 
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Gegr. 11';65 


BankkontJ: Deutsche Bank 


Fernruf 2042 
 


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i i Täglich frisches Gebäck i i 
11 ff. Torten Creme und Eis 11 

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Bestellungen frei Haus. 


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o === Qssa g e === (') 
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8 InlJaber: HeinridJ Giessow 8 
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o : Grosse Auswat)l 0 
8 Spiels öle : 8 
o : in- unb auslänbisd)er 0 
8 4 Weinreij3-l3iHarbs i leitungen 8 
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8 fernspredJer nr. 3380 8 
8 Internationales Kaffee ol)ne KO.11zert 8 
8 Treffpunkt ber Geschäftswelt. 8 
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 Langgasse Nr. 41 Telephon Nr. 1675 l)1 
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Vornehme Weinstuben )1 
Allseitig 
erühmte Küche j 
I = Ge p fleO'te Weine = 

 

 
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1 Internationale Bedienung 
 
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Hotel "Danziger Hof" 


Braune G. m. b. H. 
Hotel-Eingang Kohlenmarkt 


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Wintergarten 
Täglich Abendkonzerte VCn erstklassigen 
Küristlerkapellen 
Jeden Donnerstag TANZTEE 
Jeden Sonnabend REUNION 
Sonntags 1 bis 3 Uhr TAFELMUSIK 


Künstlerdiele 


Eingang Dominikswall 
4 - UHR - TEE K 0 N Z E RT 4 -11 UHR 



 


Amerikan Bar 
Künstlerspiele 


Direktion Alex Braune 


Allabendlich 7 Uhr Beginn 
Sonn- u. Feiertags 2 Vorstellungen 
3 1 2 und 7 Uhr 
Künstlerisch geleitetes Kabarett 


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Biblioteka 
Glo\'ma 
UMK Torm1 


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Umfl1l1(\rridjer tdeornpljiidJtr 9Iad}ddjttnbienfc. 

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