Selbstbild und Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden = Ordines Militares - Colloquia Torunensia Historica 13

Selbstbild 
und Selbstverständnis 
der geistlichen 
Ritterorden 


lu-mi  


UNIWERSYTET MIKOlAJA KOPERNIKA 
TORUN
>>>
Universitas Nicolai Copcrnici 


Ordines miIitares 
Colloquia Torunensia Historica 
XIII 


Selbstbild und Selbstverständnis der 
geistlichen Ritterorden 


herausgegeben von Roman Czaja 
und Jürgen Sarnowsky 


Toru" 2005
>>>
Projekt okladki 
Slawomir laniak 


Redaktor 
Miroslawa Szprenglewska 


ISSN 0867-2008 


@ Copyright by Wydawnictwo Uniwersytetu Mikolaja Kopemika 
Toruii 2005 


Wydawnictwo Uniwersytetu Mikotaja Kopernika 
87-100 Toruo, ul. Gagarina 39 
REDAKCJA: tel.: (0 56) 611 42 95, fax: 611 47 05 
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Wydanie pierwsze. Naklad 300 egz. 
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Druk: Zaklad Uslug Poligraficznych DRUK- TOR 
ul. Nieszawska 33,87-100 Torun 
tel.: (56) 6781019
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Inhalt 


Vorwort ..................................................................................................... 5 
Roman Czaja (Tonu1) - Das Selbstverständnis der geistlichen Ritter- 
orden im Mittelalter. Bilanz und Forschungsperspektive ............... 7 
Jochen Burgtoif (Fullerton) - Das Selbstverständnis der Templer und 
Iohanniter im Spiegel von Briefen und Urkunden (12. und 13. 
I ahrhundert) ........................................................................................ 23 
Sophia Menache (Haifa) - A Clash of Expectations:' SeIf Image 
versus the Image of the Knights Templar in Medieval Narrative 
Sources ... ...... ................ ........... ......... ............................ ................... .... 47 
Alan Forey (Kirtlington) - How the Aragonese Templars viewed them- 
seIves in the late thirteenth and early fourteenth centuries ............ 59 
Karl Borchardt (WürzburglRothenburg o.d.T.) - Leitbilder und Ziele 
von Ordensreformen bei den deutschen Johannitern während 
des 14. Jahrhunderts ......... ....... .... ......... ............. ......... ....... ......... ........ 69 
Gregory O'Malley (Cambridge) - Collective Image and Indivi- 
dual Insufficiency among the Hospitallers of the English Langue 
in the Fifteenth and Sixteenth Centuries ......................................... 8 I 
Helen J. Nicholson (Cardiff) - Saints venerated in the Military Orders .......... 91 
Jaroslaw Wenta (Torun) - Der Deutschordenspriester Peter von Dus- 
burg und sein Bemühen um die geistige Bildung der Laien- 
brüder .............. ............................................................. ............... ........ 115 
Krzysztof Kwiatkowski (Torun) - Die Selbstdarstellung des Deut- 
schen Ordens in der Chronik Wigands von Marburg ..................... 127 
Hubert Houben (Lecce) - Eine Quelle zum Selbstverständnis des 
Deutschen Ordens im 14. Jahrhundert: der Codex Val. Ottobon. 
lat. 528............................................................................................... 139 
Stefan Kwiatkowski (Szczecin) - Auf der Suche nach den moralischen 
Grundlagen des Deutschen Ordens in Preußen .................... ............... 155
>>>
Jürgen Samowsky (Hamburg) - Ritterorden als Landesherren: Mün- 
zen und Siegel als Selbstzeugnisse ................................................... 181 
Z50ft Hunyadi (Szeged) - (Selt)Representation: Hospitaller seals in 
the Hungarian-Slavonian Priory up to c.1400 ................................. 199 
Juhan Kreem (Tallinn) - Einige Bemerkungen über die Siegel der 
Gebietiger des Deutschen Ordens in Livland .................................. 213 
Dieter Heckmann (Werder/Berlin) - Vom eraftigen zum eTwirdigen: 
Die Selbstdarstellung des Deutschen Ordens im Spiegel der 
Anreden und Titulaturen (13.-16. Jahrhundert) ............................... 219 
Kazimierz Pospieszny (Torun) - Die Architektur des Deutschor- 
denshauses in Preußen als Ausdruck- und Herstellungsmittel der 
Ordensmission und Herrscherpolitik ........................................... ...... 227 
Maria Stamawska (Siedlce) - Das Bild der Kreuzherren-Hospitali- 
terorden (der Chorherren des Heiligen Grabes, der Kreuzherren 
mit dem roten Stern, der Chorherren des Heiligen Grabes) auf 
polnischen Gebiet in der Frühen Neuzeit ......................................... 243 
Udo Amold (Bonn) - Die Sicht des Deutschen Ordens im 16.-18. 
Jahrhundert auf seine Anfänge .......................................................... 253 
Geographisches Register ....... ........................................... ............... ......... 267 
Personenregister ........................................................................................ 275 


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Vorwort 


Der vorliegende Band enthält Beiträge, die als Ergebnis der zwölften 
Konferenz aus dem Zyklus Ordines militares - Colloquia Torunensia Histo- 
rica entstanden sind. Diese Konferenz, die am 26.-28. September 2003 in 
TorUll (Thom) stattfand und dem Selbstbild und dem Selbstverständnis der 
geistlichen Ritterorden gewidmet war, wurde wie alle bisherigen Thomer 
Treffen der Ritterordensforscher vom Institut für Geschichte und Archivwis- 
senschaft der Nicolaus-Copemicus-Universität in Zusammenarbeit mit der 
Thomer Wissenschaftlichen Gesellschaft (TNT) veranstaltet. 
Dieser Tagungsband stellt gewissermaßen eine Fortsetzung der Proble- 
matik dar, die während der zehnten Konferenz aus dem Zyklus "Ordines 
militares" unter dem Titel "Vergangenheit und Gegenwart der Ritterorden. 
Die Rezeption der Idee und die Wirklichkeit" im Jahre 1999 diskutiert wur- 
de. Das Thema geht von der Feststellung der neueren Forschung aus, dass 
die Erkenntnis von zeitgenössischen Identitäten eine grundlegende Voraus- 
setzung für das Verständnis des sozialen und politischen Handeins von so- 
zialen Gruppen ist. Die Erforschung des Selbstverständnisses, des Selbst- 
bilds und der Selbstwahrnehmung der geistlichen Ritterorden ist also eine 
notwendige Bedingung für ein historisch angemessenes Verständnis ihrer 
mittelalterlichen Rolle. Diese Beobachtungen führen zu zwei grundsätzli- 
chen Fragen: Wie haben sich die geistlichen Ritterorden wahrgenommen? 
Welche Elemente haben ihre Identität gestiftet? 
Verschiedene Aspekte der Selbstdarstellung und der Identität des Deut- 
schen Ordens wurden schon im Rahmen der Thorner Tagungen am Rande 
zusammen mit anderen Fragestellungen behandelt, etwa im Kontext der 
Konferenzen zur Rolle der Ritterorden in der Christianisierung (1981) und 
in der mittelalterlichen Kultur (1983), zur Spiritualität der Ritterorden (1991) 
und zum Verhältnis von Ritterorden und Region (1993). Das Ziel der Ta- 
gung im Jahre 2003 war es, dieser Problematik in ihrer ganzen Komplexität 
nachzugehen. Diese Probleme wurden anhand ausgewählter Beispiele be- 
trachtet. Die in vorliegenden Band enthaltenen Beiträge lassen sich zwei
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Themenbereichen zuordnen. Zum ersten Bereich gehören die Aufstätze, die 
sich auf die Wahrnehmung und das Selbstbild der Ritterorden beziehen. 
Diese Frage wurde in einem breiten zeitlichen Spektrum vom 12. bis ins 19. 
Jahrhundert betrachtet. Die Autoren der Beiträge gehen auf die verschiede- 
nen Aspekte des Selbstbildes ein und berücksichtigen unterschiedliche Quel- 
I engruppen , sowohl die Selbstdarstellung in künstlerischer, literarischer und 
religiöser Form als auch durch Titulaturen, Siegel und anderes mehr. Dazu 
kommen Beiträge, die einzelne Selbstidentität und Gruppenidentität stiften- 
de Elemente erörtern. 
So zeigen die Urkundenformulare zwar die Verpflichtung der Ritteror- 
den gegenüber dem geistlichen Demutsideal, aber auch ein hohes Selbstbe- 
wusstsein als Unterstützer der Kirche, der Ordnung und des Friedens. Dieses 
Selbstbild wirkte bei den Templern selbst nach ihrer Auflösung fort, als die 
Chronistik die Politik Philipps IV. zumindest teilweise als Angriff gegen die 
Kirche verstand - auch wenn sich die Brüder (nicht nur bei den Templern) 
ebenso Idealen der weltlichen Ritterschaft verpflichtet gefühlt hatten. Die 
Ordens reformen des 14. und 15. Jahrhunderts zielten allerdings nicht nur auf 
die Wiederherstellung der überlieferten Ordensideale (wie der Einhaltung 
der monastischen Gelübde zu Armut, Keuschheit und Gehorsam), sondern 
auch auf den Zusammenhalt der Gemeinschaft, für den ebenso der Aspekt 
der Wahrung der Ehre eine zentrale Funktion hatte. Die Schwierigkeiten der 
großen Ritterorden mit ihrem Selbstbild im späteren Mittelalter resultierten 
sicher auch in der Territorienbildung (des Deutschen Ordens in Preußen wie 
der Johanniter auf Rhodos), die weltliche Elemente und weltliches Selbst- 
verständnis förderten. Daneben darf jedoch auch der geistliche Charakter der 
Orden nicht vernachlässigt werden, der nicht zuletzt in Reformschriften, 
aber auch in Selbstbezeichnungen und Titulaturen betont wurde. Zudem 
spiegelt die Heiligenverehrung in den Orden die besondere Ausrichtung der 
geistlichen Ritterorden auf den Kampf für den Glauben, auf Wallfahrten, 
Armen- und Krankensorge. Das mittelalterliche Selbstverständnis der Orden 
blieb - angesichts der aktuellen Probleme - dann auch für die neuzeitliche 
Entwicklung grundlegend. 
Die Herausgeber fühlen sich verpflichtet, der Redaktion und dem Uni- 
versitätsverlag der Nicolaus-Copernicus Universität für die Betreuung des 
Drucks zu danken. Ein besonderer Dank gilt der Stiftung für deutsch-polni- 
sche Zusammenarbeit und der Stadt Thorn für die Hilfe bei der Finanzierung 
der Tagung. 


Roman Czaja und Jürgen Samowsky 


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ORDINES MIUTARES - COLLOQUlA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Roman Czaja (Torun) 


Das Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden 
im Mittelalter. Bilanz und Forschungsperspektive' 


Die deutsche Mediävistik benutzt seit den fünfziger Jahren des 20. Jahr- 
hunderts den Begriff "Selbstverständnis". Zuerst drang er in die Erforschung 
der mittelalterlichen Historiographie ein 2 . Seit den siebziger Jahren gewann 
"das Selbstverständnis" einen festen Platz in der Adels- und Familienfor- 
schung 3 wie auch in den Untersuchungen zu Gilden und Ordensgemein- 
schaften 4 . Der häufigen Anwendung dieses Begriffs entsprach jedoch keine 
tenninologische Präzision und inhaltliche Einheitlichkeit. Man operierte mit 
ihm, ohne seinen Inhalt zu definieren. Die verschiedenen Autoren maßen 
ihm relativ unterschiedliche Bedeutung zu s . Das Selbstverständnis wurde 
u.a. synonym mit den Begriffen Identität, Selbstgefühl, Selbstdeutung, Men- 
talität oder Selbstbewusstsein verwendet. Michael Borgolte hat vor einigen 
Jahren eine kritische Betrachtung des Gebrauchs des Begriffs "Selbstver- 
ständnis" in der mentalitätsgeschichtlichen Forschung angestellt 6 . Seine aus 
dem pluralistischen, postmodernistischen Wissenschaftskonzept resultieren- 
de Kritik stellt eine Auseinandersetzung mit einer Interpretation dar, der die 
Prämisse zu Grunde liegt, da/is Selbstverständnis, Wirklichkeitswahrneh- 
mung, Denken und Verhalten eine Einheit bildeten 7 . Diese Kritik richtet sich 
nicht gegen die Erforschung des Selbstverständnisses, der Wahrnehmungen 
und Vorstellungen, sondern man sollte sie - wie Hans-Werner Goetz be- 
merkt hat - als ein Plädoyer dafür verstehen, in der Mentalitätsgeschichte 
stärker als bisher die Gegensätze und Brüche im menschlichen Verhalten zu 
beachten R . Borgolte analysiert in Anknüpfung an die hermeneutische Phäno- 
menologie von Martin Heidegger auch die Bedeutung des Begriffes "Selbst- 
verständnis": "Alltäglich versteht man sich und seine Existenz aus dem, was 
man betreibt und besorgt [...]. Es bedarf nicht einer eigenen Beobachtung 
und einer Spionage gegenüber dem Ich, um das Selbst zu haben"'}. Selbst- 
verständnis hat als Alltagsphänomen einen präreflexiven Charakter und darf
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8 


Roman Czaja 


nicht mit dem Selbstbewusstsein, das ein reflektierender Akt des "Ich den- 
ke" begleitet, gleichgesetzt werden 10. Zweifellos sollte man diese Unter- 
scheidung bei der Quelleninterpretation nicht aus den Augen verlieren. Je- 
doch ist das Selbst, das sich in den Quellen ausspricht, für uns kaum fassbar, 
deswegen ist es selten möglich, eine klare Scheidung zwischen dem "Selbst- 
verständnis" und dem "Selbstbewusstsein" durchzuführen. In unseren Be- 
trachtungen über Vorstellungen und Denkformen der Ritterorden über sich 
selbst geht es grundsätzlich um die Feststellung, welche relevanten Eigen- 
schaften und Merkmale einer Gruppe zur Selbstbestimmung und -bezeich- 
nung dienen und inwieweit ein Zusammengehörigkeitsbewusstsein das Selbst 
von einzelnen Ordensmitgliedern bestimmte. Eine andere Ebene unserer 
Betrachtung bilden die Formen und Inhalte der Selbstdarstellung und Selbst- 
präsentation. 
Die Frage nach den verschiedenen Elementen des Selbstbilds der Ritter- 
orden ist ein "ein jungfräuliches Feld", wie Hans Eberhard Mayer in der 
Rezension der Arbeit von Helen Nicholson über Images 0/ the Military 
Orders schrieb 11 . Die Notwendigkeit der Erforschung dieser Problematik 
wurde durch die Historiker schon seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhun- 
derts postuliert. Kaspar Elm hat in seinem Schlusswort auf der zweiten 
Ritterordenstagung auf der Reichenau (1978) in Bezug auf die Perspektiven 
für die Erforschung der Geschichte der geistlichen Ritterorden u.a. vorge- 
schlagen, das Problem des geistlichen Selbstverständnisses näher zu be- 
trachten 12. Marian Biskup forderte während der dritten Tagung aus dem 
Zyklus "Ordines militares" 1985, endlich mit der Erforschung der Mentalität 
der Ordensritter zu beginnen 13 . In dieser Hinsicht wurde die Ritterordenfor- 
schung durch die Erforschung der anderen geistlichen Orden überholt, in der 
das Thema des Selbstverständnisses und der Selbstdeutung schon häufiger 
aufgegriffen wurde 14. Doch die in den letzten Jahren veröffentlichten Studi- 
en von Kaspar Elm, Jürgen Sarnowsky und Helen Nicholson liefern einen 
bedeutenden Beitrag dazu, das Versäumte nachzuholen. Diese Autoren ver- 
suchten - und zwar aus verschiedenen Perspektiven - die Gemeinsamkeiten 
im Selbstkonzept der drei großen Ritterorden aufzuzeigen. Kaspar Elm hebt 
in seinem Aufsatz über die Spiritualität der geistlichen Ritterorden als selbst- 
verständnisstiftende Elemente hervor: 1) die von Bernhard von Clairvaux 
entworfene Idee der Gottesritterschaft; 2) hospitalitas und misericordia als 
den Dienst an den Pilgern, Kranken und Armen, 3) den Bezug auf das 
Heilige Land und die heiligen Stätten ls . Zugleich stellt er aber die wichtige 
Frage nach der Wirkungskraft dieser Faktoren. Im Lichte seiner Betrachtun- 
gen muss der Einfluss des von Bernhard entworfenen Leitbildes der militia 
Christi auf das Selbstverständnis der Ritterorden offenbar differenziert be- 


......
>>>
Das Selbstverständnis der geistlichen Ritterordeno.. 


9 


trachtet werden, denn er hebt hervor, "daß Bernhards Art der Argumentation 
und mehr noch die Präfigurationen, Vorbilder und Ideale, die er beschwor, 
nicht in allem dem Selbstverständnis und der Denkungsart der geistlichen 
Ritter entsprachen"'6. Kaspar Elm beantwortet jedoch die eigene, etwas pro- 
vozierende Frage negativ, ob die Idee der Gottesritterschaft "vielleicht nicht 
mehr als bloßer Dekor für ritterliche Selbstdarstellung" war 17 . Die von den 
Hochmeistern Paul von Rusdorf und Konrad von Erlichshausen unternom- 
menen Reformen weisen darauf hin, dass diese Idee mit allen ihren Implika- 
tionen auch im 15. Jahrhundert die Grundlage für das Selbstverständnis der 
Ritterbrüder war l8 . 
Jürgen Sarnowsky geht dem Problem der Identität der Ritterorden im 
Zusammenhang mit der Frage nach ihrem regionalen, nationalen oder uni- 
versalen Charakter nach. Seiner Meinung nach waren die Idee des Heiden- 
kampfes, die Anbindung an das Alte Testament und das Heilige Land wie 
auch die eigene Zuordnung der Brüder zum geistlichen Stand und die Ver- 
bindung von ritterlich-kriegerischen mit geistlichen Elementen (Hospitalität) 
für die Ausbildung eines gemeinsamen, ordensübergreifenden Selbstverständ- 
nisses der geistlichen Ritterorden von grundlegender Bedeutung'9. Darüber 
hinaus weist er auf die adlige Herkunft und den Aufbau einer eigenen Lan- 
desherrschaft als das Selbstbewusstsein bestimmende Faktoren hin. Die Rol- 
le der oben genannten Faktoren in der Gestaltung des gemeinsamen Selbst- 
verständnisses der geistlichen Ritterorden differenziert Sarnowsky sowohl 
zeitlich und örtlich wie auch in Bezug auf die einzelnen Korporationen. Er 
unterscheidet auch zwischen der Gruppenidentität der Ritterorden und dem 
Selbstgefühl der einzelnen OrdensbrüdeCW. Mit unterschiedlicher Intensität 
wirkte vor allem die Idee der Berufung zum Heidenkampf. Sie stiftete die 
gruppenspezifische Identität der Templer und dann des Deutschen Ordens - 
übrigens anfangs nicht ohne Identifikationsprobleme, die aus den Schwierig- 
keiten mit der Verbindung ritterlicher und monastischer Elemente resultier- 
ten 21 . Dagegen hatte für das Selbstverständnis der Johanniter in der Frühpha- 
se ihrer Entwicklung zuerst die hospitalitas grundlegende Bedeutung. Auch 
Nicholson und Elm weisen darauf hin, dass sich die Johanniter im 13. Jahr- 
hundert hauptsächlich als ein Hospitalorden wahrgenommen haben 22 . Das 
Selbstverständnis der Ritterbrüder anderer, speziell der spanischen Orden als 
Gottesritterschaft und Verteidiger der Christenheit nahm dagegen im Laufe 
des 14. und 15. Jahrhunderts ab 23 . Die Ausübung der landesherrschaftlichen 
Funktionen beeinflusste wiederum zu stark das Selbstgefühl der führenden 
Ordensbrüder, als dass es zu einer gemeinsamen Identität aller Ritterorden 
hätte führen können. 


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Roman Czaja 


Helen Nicholson betrachtet das Problem des Selbstkonzepts der Ritteror- 
den im Zusammenhang mit der Untersuchung zu Selbstbild und Selbstdar- 
stellung der Ritterorden 24 . Gegenstand ihres Interesses sind sowohl die schrift- 
lichen, visuellen und oralen Mittel, die die geistlichen Ritterorden nutzten, 
um ihr Bild zu gestalten und zu verbreiten, wie auch Inhalte (Elemente), die 
das Selbstbild und die Selbstwahrnehmung der Ritterorden bestimmten. Ni- 
cholson betont zwei Funktionen des Selbstbildes. Einerseits war das Bemü- 
hen, ein positives Bild vom eigenen Orden zu vermitteln, mit der Wahrneh- 
mung und vor allem Kritik des Ordens von außen und mit der Anzahl von 
Legaten und Schenkungen verbunden - den Zusammenhang des Selbstbilds 
der Ritterorden mit der Kritik hebt auch Alan Forey hervofl5. Auf der ande- 
ren Seite bildete ein Selbstbild (self-image) ein grundlegendes Element der 
moralischen Ausbildung und der gemeinsam Identität der Brüder, die in 
über ganz Europa verstreuten Konventen lebten 26 . Die Ritterorden versuch- 
ten vor allem, ihre militärische Leistung, Frömmigkeit, Heiligkeit und Tap- 
ferkeit der Ritterbrüder, die historische Einordnung und den damit verbun- 
denen Bezug auf das Alte Testament oder auf die Apostelzeit und ihren 
doppelten, karitativen und militärischen Charakter hervorzuheben. Dartiber 
hinaus weist Nicholson auf die große Rolle des Heiligenkults (vor allem der 
Frauenheiligen und speziell Marias) und der Verehrung für das Heilige Kreuz 
für die Formung des Selbstbewusstseins der Ritterordensbrtider hin 27 . Kas- 
par Elm verweist in diesem Zusammenhang auf "die besondere Orientierung 
auf die Passion und Heilswerkzeuge, auf Kreuz, Lanze, Dornenkrone und 
Grab, auf die Verehrung Mariens und Johannes des Täufers, der Apostel und 
Propheten, der Bischöfe und Patriarchen von Jerusalem"28. Man muss je- 
doch die Tatsache unterstreichen, dass zwar bestimmte Heiligenkulte von 
den Ritterorden bevorzugt wurden, es fehlte jedoch ein spezifischer Ritteror- 
dens-Heiliger 9 . Auf Grund der Forschungen von Nicholson lassen sich auch 
deutliche Unterschiede in der Selbstwahrnehmung zwischen den drei großen 
Ritterorden feststellen. Eine Eigentümlichkeit der Johanniter war ein Stre- 
ben nach der Verehrung der eigenen Brüder als Heilige 311 . Es bestanden auch 
Differenzen in der Wahrnehmung der historischen Tradition. Während sich 
Templer und Deutscher Orden am Alten Testament orientierten (vor allem 
durch die Identifikation mit den Makkabäern), spielte bei den Johannitern 
ursprtinglich die Anbindung an die Apostelzeit die größere Rolle 31 , was - 
nach Elm - aus der Tatsache resultierte, dass sich die Johanniter im 13. 
Jahrhundert hauptsächlich mit ihren karitativen Aufgaben identifizierten 32 . 
Die besondere Bedeutung der historischen Dimension für das Selbstbewusst- 
sein der Johanniter kann man auf der Grundlage der einschlägigen Studien 
von Anthony Luttrell beobachten 33 . Alle Überlegungen zu den Gemeinsam-
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Das Selbstverständnis der geistlichen Ritterordenooo 


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keiten in der Formung des Selbstbilds stehen in einem engen Zusammen- 
hang zur Diskussion über die Regionalität und Universalität der geistlichen 
Ritterorden 34 . Sie weisen in einem viel stärkeren Maße als Mönch-, Kanoni- 
ker- und Bettelorden eine Tendenz zum Regionalismus auf. Auf Grund ihrer 
inneren Struktur mussten sie sich den politischen und sozialen Verhältnissen 
des Landes anpassen, in dem sie aktiv waren 35 . Es gab also keine günstigen 
Rahmenbedingungen dafür, dass sich ein überregionales, übernationales und 
universales Selbstverständnis der Ritterorden ausbildete und erhalten blieb. 
Zweifellos lässt sich so im Fall der Ritterorden in einem kleineren Ausmaß 
als bei Mönchen, Kanonikern und Mendikanten über ein ordensübergreifen- 
des Selbstverständnis sprechen. Anthony Luttrell und Udo Arnold äußerten 
in Bezug auf die Johanniter bzwo den Deutschen Orden die Meinung, dass 
die Ausbildung eines gemeinsamen Bewusstseins durch die Unterschiede in 
der sozialen und geographischen Herkunft sowie auch in der intellektuellen 
Entwicklung erheblich erschwert wurde 36 . 
Zwar verfügen wir bisher über keine einschlägigen Studien über das 
Selbstkonzept des Deutschen Ordens, aber die Ansätze zu einer Auseinan- 
dersetzung mit dieser Problematik lassen sich in den Arbeiten über seine 
Ideologie, Literatur und Historiographie, Kunst, Religiosität sowie Verfas- 
sungs- und Sozialgeschichte erkennen. 
Das Selbstverständnis und Selbstbewusstsein sowie die Selbstdarstel- 
lung der Ordensbrüder lassen sich am Wort, in Kunstwerken und Bauten, in 
Bildern, Siegeln, Münzen und Wappen erkennen. Historiker widmeten bis- 
her ihr Interesse hauptsächlich den schriftlichen Quellen, unter denen die 
Geschichtsschreibung von großer Bedeutung war, weil sie zumeist Eigen- 
aussagen von Mitgliedern des Deutschen Ordens enthält. Die Studien über 
die Rolle der Geschichtsschreibung und der religiösen Schriften für die For- 
mung der Ideologie und des Selbstbewusstseins der Ordensbrüder haben 
schon eine lange Tradition 37 . In Bezug auf das Thema "Selbstverständnis" 
ist vor allem auf die Forschungen der letzten zwanzig Jahre über die Entste- 
hungsbedingungen und Funktionen der historiographischen Texte hinzuwei- 
sen 3H . Marian Dygo untersuchte auf Grund der Geschichtsschreibung sowie 
der Regel und Statuten die Wertemuster und Normen, die als Vorbilder das 
Denken und Verhalten der Deutschordensbrüder bestimmten 39 . Er weist auf 
die Heiligkeit der ersten Generation der Ordensritter als Vorbild für das 
Verhalten der Brüder und als Legitimation der Landesherrschaft hin und 
hebt den Prozess der Verweltlichung der Korporation hervor, der im Lichte 
der späteren Geschichtsschreibung sehr deutlich wird. Besonders großes In- 
teresse der Forscher erweckte in den letzten Jahren die Chronik Peters von 
Dusburg. In Bezug auf unser Thema scheint die Diskussion über die Frage, 


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Roman Czaja 


inwieweit das Werk das Selbstbewusstsein des Verfassers und seiner sozia- 
len Umgebung widerspiegelt, von großer Bedeutung zu sein. Im Lichte der 
Forschungen von Stefan K wiatkowski bezieht sich dieses Prinzip aber eher 
auf die spätere Geschichtsschreibung. Seiner Meinung nach wurde die Chro- 
nik Peters von Dusburg sehr stark durch die biblische Präfiguration geprägt, 
und deshalb lässt sich dieses Werk nur in beschränktem Maße als ein Zeug- 
nis des Selbstbewusstseins des Geschichtsschreibers betracht en 40. Dagegen 
vertritt Janusz Trupinda die Ansicht, dass sich in dieser Chronik die Menta- 
lität der Ordensbrüder in Preußen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts 
manifestiert 41 . Dieser Forscher hebt auch die Bedeutung der Kreuzzugsideo- 
logie für den ideologischen Rahmen der Chronik Peters von Dusburg her- 
VOl.42. Gegenstand der Diskussion ist die Frage, für wen die Chronik ge- 
schrieben wurde: Soll man sie als eine Form der Selbstdarstellung nach 
außen betrachten oder wurde sie für die Ordensbrüder geschrieben? Die 
neuere Forschung verbindet das Werk Dusburgs (wie auch seine gereimte, 
deutschsprachige Übersetzung von Nikolaus von Jeroschin) mit der Predigt 
und den Versuchen zur Reform des geistlichen Lebens der Laienbrüder, die 
von den Hochmeistern in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts unternom- 
men wurden 43 . Für die Erforschung einer gruppenspezifischen Selbstvorstel- 
lung ist auch die Wirkungsgeschichte der Ordensregeln von der größten 
Bedeutung 44 . 
Für die Erkenntnis des Selbstverständnisses und des Selbstbewusstseins 
des Deutschen Ordens liefern die Studien über die Religiosität einen wichti- 
gen Beitrag 45 . Auf die Bedeutung dieser Problematik hat Karol G6rski in 
den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts hingewiesen. Das von ihm ent- 
worfene Forschungsprogramm umfasste drei Ebenen der Analyse des inne- 
ren Lebens einer Ordensgemeinschaft: das Wertesystem, die Binnenstruktur 
und die geistige Atmosphäre 46 . Dieser Forschungsrichtung widmete Stefan 
Kw iatkow ski in den letzten Jahren seine Aufmerksamkeit. Er untersuchte 
u.a. die Wandlungen im religiösen Bewusstsein der Deutschordensbrüder. 
Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts setzte eine allmähliche Abschwächung 
der "devotio antiqua" ein, statt dessen lässt sich eine wachsende Rolle jener 
Elemente der neuen Frömmigkeit beobachten, die durch religiösen Indivi- 
dualismus und Privatisierung des Kultes gekennzeichnet sind. Diese Wand- 
lungen führten zu einer Krise des korporativen Bewusstseins der Ordensmit- 
glieder, die sich im Verlust der "geistigen Motivation für die Verwirklichung 
der Ziele der eigenen Korporation" ausdrückte 47 . Darüber hinaus war auch 
der Einfluss der neuplatonischen Lehre auf das Selbstverständnis und Be- 
wusstsein der Brüder des Deutschen Ordens Gegenstand des Interesses die- 
ses Forschers 48 .
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Das Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden... 


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Das Selbstkonzept der Ritterorden war auch durch den Kult der spezifi- 
schen Heiligen bestimmt - wie schon oben bemerkt wurde 49 . In Bezug auf 
den Deutschen Orden sollte man hier die Studien von Udo Arnold über den 
Georgs- und Elisabethkult erwähnen. Er weist auf die zeitliche und regiona- 
le Differenzierung der Verehrung dieser Heiligen hin und betrachtet dieses 
Phänomen in der ganzen Komplexität der politischen und sozialen Voraus- 
setzungen. Mit der Eroberung Pommerellens (1308-1309) und der Verle- 
gung des Zentrums des Ordens vom Mittelmeerbereich ins Baltikum lässt 
sich auch ein Wandel des Selbstverständnisses feststellen, der zugleich eine 
Abschwächung der Wertschätzung Elisabeths und die Verstärkung des Ge- 
orgskultes in Preußen zufolge hatte. "Nicht mehr der dienende, entsagende 
Bruder der Gründungszeit scheint das Ideal gewesen zu sein, sondern der 
kämpfende, führende Ritter - anders gesagt, nicht mehr die in graues Leinen 
ärmlich gekleidete Elisabeth, sondern der mit einer prachtvollen Rüstung 
angetane Georg als strahlender Held gab das Vorbild ab"50. Eine besondere 
Aufmerksamkeit verdienen auch die Untersuchungen zum Marienkult im 
Ordensland 51 . Die Idee der Gottesmutter als Schutzpatronin des Deutschen 
Ordens in Preußen prägte das Selbstbewusstsein der Ritterbrüder bis zum 
Ende des 15. Jahrhunderts 52 . 
Das Selbstbild des Deutschen Ordens in Preußen und Livland war vor 
allem das Bild eines Landesherrn. Interessante Hinweise auf diese Proble- 
matik liefern die Arbeiten über Verwaltungsstruktur, Staatsideologie und 
Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Orden und der ständischen 
Opposition 53 . Aufgrund neuerer Untersuchungen zum höfischen Leben, zum 
festlichen und alltäglichen Konsum und zur Baugeschichte des Schlosses 
lässt sich feststellen, dass der Hof des Hochmeisters auf der Marienburg 
nach dem Vorbild eines weltlichen Fürstenhofes gestaltet wurde 54 . Es unter- 
liegt keinem Zweifel, dass auch das Selbstgefühl der einzelnen Ritterbrüder 
des Deutschen Ordens in Preußen durch die Ausübung der landesherrlichen 
Aufgaben bestimmt wurde 55 . Diese Mentalität veranschaulichen sehr gut zwei 
schon häufig in der Literatur angeführte Zitate. Das erste ist ein Selbstzeug- 
nis eines Ordensbruders aus dem Jahre 1453: Komtur Konrad Esel aus Gol- 
lub sagte zu dem Ritter Pietrasch von Klein Pulkau: Petrasch, was sagestu 
mier davon? Were ich deyn herre nicht, so were is aber eyn ander 6 . Ein 
zweites Zitat stammt aus der Ermahnung des Kartäusers Heinrichs Beringer, 
gibt also eine mittelbar überlieferte Eigenaussage wieder: Etzliche [Ordens- 
gebietiger] sprechen iren undersassen: was ys Culmysch recht, wir synt euer 
rechr5 7 . 
Auch kunsthistorische Forschungen zur Bauplastik 58 , Architektur5 9 und 
Malerei60 weisen sehr deutlich darauf hin, dass die Ausübung der landesherr- 


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Roman Czaja 


lichen Macht die Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung des Ordens in 
bedeutendem Ausmaß geprägt hat. Marian Kutzner legte eine übergreifende 
Untersuchung über das ideologische Programm und die herrschaftliche Pro- 
paganda in der Kunst des Deutschen Ordens in Preußen vor6 J . Marian Ars- 
zynski hat vorsichtig darauf hingewiesen, dass der Deutsche Orden durch 
ziel gerichtete Aufträge für Kunstwerke sein Bild und seinen Status auszu- 
drücken versuchte 62 . In den letzen Jahren erweckten auch die heraldischen 
Quellen in der Erforschung des Selbstverständnisses und der Selbstdarstel- 
lung des Deutschen Ordens bei den Historikern größeres Interesse 63 . 
Während der zweiten Tagung aus dem Zyklus "Ordines militares" hat 
Zenon Hubert Nowak die wichtige Frage gestellt, "ob der Aufenthalt im 
Orden die Mentalität der in den Orden eintretenden Rittersöhne zu ändern 
vermochte"64. Zweifellos lässt sich die Antwort auf die Frage zeitlich und 
regional differenzieren. Die Bedeutung der ritterlichen Elemente im Selbst- 
bild des Ordens nimmt parallel zur Verweltlichung des inneren Lebens der 
Korporation im Laufe des 14. Jahrhunderts ZU 65 . Es lassen sich auch regio- 
nale Unterschiede feststellen, die beispielsweise aufgrund des Vergleichs 
der Darstellung der verstorbenen Ritterbrüder auf den Grabplatten zu beob- 
achten sind. Die Grabsteine der Deutschmeister vom ausgehenden 14. bis 
zum Beginn des 16. Jahrhunderts (der Grabstein des Konrad von Egloff- 
stein, gest. 1416, ist das bekannteste Beispiel) stellen einen Ordensbruder 
ohne ritterliche Elemente in Deutschordenstracht mit einem Rosenkranz (Pa- 
ternoster) darM. Auf der Grabplatte des Vogtes von Brattian Kuno von Lie- 
benstein (gest. 1391) wird der Ordensritter im Ordensmantel, aber in voller 
Rüstung dargestellt. Diese Darstellungsweise drückt vor allem das adlige 
Selbstverständnis, die Verbundenheit mit dem Ritterstand, Prunk und per- 
sönlichen Reichtum aus 67 . Wichtige Erkenntnisse über die große Rolle der 
ritterlichen Kultur und des ritterlichen Lebensstils für die Gestaltung des 
Selbstbilds des Deutschen Ordens liefern die Studien von Werner Paravici- 
ni 6R . Mit dem Problem der regionalen Herkunft der Ritterbrüder ist auch die 
Frage nach der Rolle dieses Faktors in der Formung des Selbstbewusstseins 
der einzelnen Ordensmitglieder verbunden. Die inneren Auseinandersetzun- 
gen in der Regierungszeit des Hochmeisters Paul von RusdOlf zeigen, wie 
die durch regionale Identitäten geprägten Streitigkeiten innerhalb Preußens 
und Livlands das Zusammengehörigkeits bewusstsein der Ordensbrüder 
schwächten 69 . Die Identität der Ordensritter wurde viel stärker durch ihre 
Anbindung an die Herkunftsregion als durch die Bindung an das preußische 
oder livländische Einsatzgebiet geprägt1°. Übrigens war das Problem der 
"Zungen" - der "linguae" (landsmannschaftlich geprägten Fraktionen) nicht 
nur eine für den Deutschen Orden charakteristische Erscheinung 71 .
>>>
Das Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden... 


15 


Die Forschung hat bisher dem gruppenspezifischen Selbstverständnis 
der Deutschordenspriester weniger Aufmerksamkeit gewidmet 72 . Ähnlich wie 
im Falle der Ritterbrüder kann den nichtritterlichen Mitgliedern des Deut- 
schen Ordens nicht nur eine einzige Mentalität zugeschrieben werden 73. Der 
Thorner Pfarrer Andreas Pfaffendorf, Doktor des kanonischen Rechts, be- 
zeichnete sich selbst als "eyn bruder unseres ordens, eyn prister unwirdik 
und eyn lerer des rechtes"74. Interessante Hinweise auf das Selbstverständnis 
der Ordenspriester ergeben sich aus der Analyse der Auseinandersetzungen 
zwischen dem Deutschen Orden und den preußischen Bischöfen. Es lässt 
sich vermuten, dass bei den Ordenspriestern, die in die Würde eines Bi- 
schofs erhoben wurden, die Einbindung in den Orden hinter die V erbunden- 
heit mit der bekleideten Dignität zurücktrat1 s . 
Zusammenfassend soll auf einige Forschungsperspektiven zur Proble- 
matik des Selbstverständnisses des Deutschen Ordens in Preußen hingewie- 
sen werden. Wenn wir das Selbstverständnis als ein priireflexives und alltäg- 
liches Phänomen definieren, sind die Arbeiten über das Alltagsleben oder 
die Lebensweise in den Konventen für die Erforschung dieses Themas von 
großer Bedeutung 76 . Diese Forschungen befinden sich noch in der Anfangs- 
phase. Im Zusammenhang mit diesem Forschungspostulat bleibt die Frage 
nach der Wirkungsgeschichte von Regeln, Statuten, Gesetzen, wie auch der 
von historiographischen und religiösen Texten sowie Kunstwerken. Wurden 
die hochkomplizierten, intellektuell anspruchsvollen Texte überhaupt ver- 
standen? Inwieweit wurde darüber eine Vorstellung von Gemeinschaft bei 
den Mitgliedern ebenjener Gemeinschaft konstituiert? Es sollte noch auf die 
neuen Forschungsmöglichkeiten hingewiesen werden, die sich aus der Ana- 
lyse der Selbstzeugnisse ergeben, sowohl der schriftlichen Quellen als auch 
der Zeichen und Bilder. In Bezug auf den Deutschen Orden ist die Samm- 
lung der Korrespondenz, das Ordensbriefarchiv, von größter Bedeutung 77 . In 
diesen amtlichen Berichten und Briefen findet man viele persönliche Bemer- 
kungen, die für die Erkenntnis des Selbstverständnisses des Absenders, sei- 
ner Gefühle und seines Gruppenbewusstseins sehr aufschlussreich sind. 


Anmerkungen 


I Folgende Abkürzungen wurden in dem Beitrag verwendet: OMCTH = Ordines mili- 
tares. Colloquia Torunensia Historica; ZapHist. = Zapiski Historyczne; QSGDO = Quellen 
und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens. 
2 H. Schmidt, Die deutschen Städtechroniken als Spiegel des bürgerlichen Selbstver- 
,ftändni,f,fe.f im Spätmittelalter, Göttingen 1958; M. Borgolte, "Selb.ft\'erständni.f" und "Men- 
talitäten". Bewusstsein, Verhalten und Handeln mittelalterlicher Mensc/len im Verständnis 
moderner Historiker, Archiv für Kulturgeschichte 79 (1997), So 194 ff. 


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16 


Roman Czaja 


] K. Schmid, Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter, Sigmarin- 
gen 1983; 00 G. Oexle, Adliges SelbstverständnÜ' und seine Verknüpfung mit dem liturgi- 
schen Gedenken - das Beispiel der Welfen. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 
134 (1986), S. 47 f. 
4 O. G. Oexle, Die mittelalterlichen Gilden: ihre Selb,\.tdeutung und ihr Beitrag zur 
Formung sozialer Strukturen, in: Miscellanae Mediaevalia, Bd. 12/1, Berlin-New York 
1979. S. 203-204; D. Berg. Vita minorum. Zum Wandel des franziskanischen Selbstver- 
ständnisses im 13. Jahrhundert. Armut und Geschichte, in: ders., Studien zur Geschichte der 
Bettelorden im Hohen und Späten Mittelalter (Saxonia Franciscana 11), Kevelaer 2001, S. 
127-161; K. Krüger, Selbstdarstellung im Konflikt. Zur Repräsentation der Bettelorden im 
Medium der Kunst, in: Die Repräsentation der Gruppeno Texte - Bilder - Objekte, hrsgo v. 
O. G. Oexle. u. a. Ao von Hülsen-Esch. Göttingen 1998. S. 125-186; W. Bomm, Anselm von 
Havelberg. Epistola apologetica. Über den Platz der "Prämonstratenser" in der Kirche des 
/2. Jahrhunderts. Vom Selbstverständnis eines frühen Anhängers Norberts von Xanten, in: 
Studien zum Prämonstratenserorden, hrsg. v. I. Crusius und H. Flachenecker, Göttingen 
2003. S. 107-194; vgl. auch das Vorwort in diesem Tagungsband. So 9. 
5 H.-W, Goetz. Moderne Mediävistik. Stand und Perspektiven der Mittelalterforschung, 
Darmstadt 1999. S. 286. 
6 Borgolte, "Selbstverständnis" (wie Anm. I), So 189-210. 
7 Ebd., S. 209. 
K Goetz, Moderne Mediävistik (wie Anm. 5). S. 287. Anm. 946; vgl auch die Betrach- 
tungen dieses Verfassers über methodische Probleme der Erforschung der Mentalitäten und 
der menschlichen Vorstellungen und Wahrnehmungen, H.-WoGoetz, "Vorstellungsgeschich- 
te": Menschliche Vorstellungen und Meinungen als Dimension der Vergangenheit, Archiv 
für Kulturgeschichte 61 (1979), S. 253-271. 
9 Zitat nach Borgolte, "Selb.rtverständnis" (wie Anm. 2), S. 195. 
111 Ebd.. S. 196. 
11 Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 50 (1994). S. 333-334. 
12 Siehe den Tagungsbericht von Z. H. Nowak, ZapHist. 43 (1978), H. 4, S. 181. 
IJ M. Biskup. Über quellenkundliche Fragen und einige Forschungsaspekte der Ge- 
schichte des Deutschen Ordens. Ein Beitrag zu den Werkstattproblemen des heutigen For- 
schers, in: Werkstatt des Historikers der mittelalterlichen Ritterorden. Quellenkundliche 
Probleme und Forschunsmethoden (OMCTH IV). hrsg. v. Zo H. Nowak, Torun 1987. S. 16. 
14 Vgl. Anm. 3. 
15 K. Elrn, Die Spiritualität der geistlichen Ritterorden des Mittelalters. Forschungs- 
stand und Forschungsprobleme, in: "Militia Christi" e Crociata nei secoli XI-XIJ/. Atti 
della undecima Settimana internazionale di studio, Mendola, 28 agosto - I settembre 1989. 
Milano 1992, S. 477-518, hier beso S. 490-502 [auch in: Die Spiritualität der Ritterorden 
im Mittelalter (OMCTH VII), hrsg. v. Z. H. Nowak, Torun 1993, S. 7-44]. 
16 Ebd., S. 493; siehe auch weiter: "Wir wissen nicht, ob das Ideal der im Dienste 
Gottes stehenden Ritterschaft tatsächlich schwer verständlich blieb, und es muß unerörtert 
bleiben, wie weit es das geistliche Leben der Ordenskleriker. Halbbrüder, Confratres und 
Sorares zu prägen vermochte", ebd.. S. 497. 
17 Ebd., S. 497. 
11 Ebd., S. 4980 
19 J. Sarnowsky, Identität und Selbstgefühl der geistlichen Ritterorden, in: Ständische 
und religiöse Identitäten in Mittelalter und früher Neuzeit, hrsg. v. S. Kwiatkowski u. J. 


......
>>>
Das Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden... 


17 


MaUek, Toruo 1998, S. 109-130; ders., Das historische Selbstverständnis der geistlichen 
Ritterorden, Zeitschrift für Kirchengeschichte 110 (1999), S. 315-330. 
20 Samowsky, Identität (wie Anm. 19), S. 1l0. 
21 J. Fleckenstein, Die Rechtfertigung der geistlichen Ritterorden nach der Schrift "De 
laude novae militiae" Bernhards von Clairvaux, in: Die geistlichen Ritterorden Europas 
(Vorträge und Vorschungen 26), hrsg. VO J. Fleckenstein, Mo Hellmann, Sigmaringen 1980, 
S. 11,21. 
12 Ho Nicholson. Templars, Hospitallers and Teutonic Knigths. Images of the Military 
Orders, /l28-1291, Leicester 1993. So 121; Elm, Die Spiritualität (wie Anm 15), So 499. 
2) Samowsky, Identität (wie Anm. 19), S. 116. 
14 Nicholson, Templars (wie Anm. 22), So 102-124. 
25 A. Forey, The Military Orders. From the Twelfth to the Eurly Fourteenth Centuries, 
Toronto 1992, S. 214. 
2li Nicholson, Templars (wie Anm. 22), S. 102. 
21 Ebd.. S. 116-117. 
28 Elm, Die Spiritualität (wie Anm. 15), S. 504. 
2V H.-D. Kahl. Die Spiritualität der Ritterorden als Problem. Ein methodologischer 
Essay, in: Die Spiritualität der Ritterorden (wie Anm. 15), So 2760 
)0 Nicholson. Templars (wie Anm. 22), S. 1190 
)1 Ebdo, S. 115. vgl auch Samowsky. Das historische Selbstverständnis (wie Anm. 19). 
S. 317 f. 
)2 M. Elm, Die Spiritualität (wie Anm. 15), S. 499. 
)) A. Luttrell, Hospitallers Historical Activities 1400-1530 (1967), (ND) in: ders., Latin 
Greece, the Ho
pitullers and the Crusades 1291-1440, London 1982, Nr. 11; ders., The 
Hospitaller.r' Early Written Records, in: The Crusade.r and Their Sourees. Essay.r Presented 
to Bernard Hamilton, ed. J. France a. W. G. Zajac. London 1998, So 135-154; siehe auch T. 
Mo Vann, Guillaume Caoursin's, "De
'aiptio obsidione Rhodiue" und the Archives of the 
Knights of Malta, in: The Crusades and the Military Orders. Expanding the Frontiers of 
Medieval Latin Christianity, ed. Z. Hunyadi and J. Laszlowszky, Budapest 2001, S.109- 
-119. 
)4 K. Elm, Universalität und Regionalismus in der Geschichte der Hospital- und Ritter- 
orden, in: Crux et arma. Internationaler Kongreß, Altenbiesen. 5.--1/. Mai 1984, Brüssel 
1992, S. 20-300 
), K. Elm. Die "Ordines militares". Ein Ordenszötus zwischen Einheit und Vielfalt, in: 
The Crusades and the Military Orders (wie Anm. 34), S. 363 f. 
)6 Uo Amold, Geschichtsschreibung im Preußenland bis zum Ausgang des 16. Jahrhun- 
derts, Jahrbuch für Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 19 (1970), S. 74: "[n.] Die 
Einbindung in den Orden [trat] hinter einer fondauernden Bindung an Region und Familie 
zurück[...], so dass die Entwicklung eines SonderbewuBtseins nur gering war"; A. Luttrell, 
The Hospitallers of Rhodos: Prospectives, Problems, Possibilities, in: Die geistlichen Ritter- 
orden (wie Anm. 21), S. 266. 
]1 Für eine Übersicht des Forschungsstandes vgl. u. a. W. Ziesemer, Die Literatur eies 
Deutschen Ordens in Preussen, Breslau 1928; E. Maschke, Quellen und Darstellungen in 
der Geschichtsschreibung des Preussenlandes, in: Deutsche Staatenbildung und deutsche 
Kultur im Preussenlande, Königsberg 1931. S. 17-39; Arnold, Geschichtsschreibung (wie 
Anm. 36), S. 74-126; J. Wenta, Studien über die Ordensgeschichtsschreibung am Beispiel 
Preußens, Toruo 2000; vgl. auch das Kapitel "Das Bild des Deutschen Ordens in der 


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Roman Czaja 


'ordensintemen' und 'ordensfremden' Chronistik des Mittelalters. Selbstverständnis und 
zeitgenössische Kritik" bei W. Wippermann, Der Ordensstaat als Ideologie. Das Bild des 
Deutschen Ordens in der deutschen Geschichtsschreibung und Publizistik, Berlin 1979, S. 
28-75. 
)M Wenta, Studien (wie Anm. 38), S. 78-124; H. Boockmann, Geschichtsschreibung des 
Deutschen Ordens im Mittelalter und Geschichtsschreibung im mittelalterlichen Preußen, 
in: Enmehungsbedindungen und Funktionen. Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter 
und in der Reformationszeit, Stuttgart 1984, S. 80-93; ders., Die Geschichtsschreibung des 
Deutschen Ordens. Gattungsfragen und "Gebrauchssituationen ", in: Geschichtsschreibung 
und Geschichtsbewusstsein im späten Mittelalter (Vorträge und Forschungen 31), hrsg. v. 
H. Patze, Sigmaringen 1987, So 447-469. 
)9 M. Dygo, Mnich i rycerz. Ideologiczne modele postaw w zakonie krz:yiackim w Prusach 
w XN-XV wieku, ZapHist. 55 (1990), H. 4, S, 7-20; ders., Die heiligen Deutschordensritter. 
Didaktik und Herrschaftsideologie im Deutschen Orden in Preussen um 1300, in: Die Spi- 
ritualität der Ritterorden (wie Anm. 15), S. 165-176. 
4" S, Kwiatkowski, "Devotio antiqua", ihr Niedergang und die geistigen Ursachen der 
religiösen Krise des Deutschen Ordens im Spätmittelalter, in: Deutscher Orden 1190-1990 
(Tagungsberichte der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesfor- 
schung 11), hrsg. v. U. Arnold, Lüneburg 1997, S. 118. 
41 J. Trupinda, 0 kronice Dusburga na marginesie najnowszej pracy Stefana Kwiat- 
kowskiego, ZapHist. 65 (2000), H. 3-4, S, 186. 
42 Ders., Ideologia krucjatowa w kronice Piotra z Dusburga, Gdafisk 1999, S. 197 f. 
4) Wenta, Studien (wie Anmo 38), S. 153; ders., Kronika Piotra z Dusburga. Szkic: 
trOdloVlawcz:y, Torufi 2003, S. 120. 
44 K. Militzer, Von Akkon zur Marienburg. Verfassung. Verwaltung und Sozialstruktur 
des Deutschen Ordens 1190-/309 (QSGDO 56), Marburg 1999, S. 100 f; Go Wiechert, Die 
Spiritualität des Deutschen Ordens in seiner mittelalterlichen Regel, in: Die Spiritualität 
der Ritterorden (wie Anm. 15), S. 131-146. 
45 Elm, Die Spiritualität (wie Anm. 15), S. 489. 
46 K. G6rski, 0 iyciu wewnftrznym Zakonu Krzyiackiego, in: ders., Studia i materiafy z 
dziej6w duchowo!ci, Warszawa 1980, S. 137-151: derso, Religijno!c Krzyiak6w a klimat 
kulturalny. Przegllld Historyczny 75 (1984), H. 2, S. 249-258. 
47 Kwiatkowski. "Devotio antiqua" (wie Anm. 40), S. 130. 
4B Ders., Die augustinisehe Identität des Deutschen Ordens, in: Ständische und religWse 
Identitäten (wie Anm. 19). S. 63-85. 
49 B. Jähnig, Festkalender und Heiligenverehrung beim Deutschen Orelen in Preußen, 
in: Die Spiritualität der Ritterorden (wie Anm. 15), S. 177-187: H. Piwofiski, Kult swiftych 
w zabytkach liturgicmych Krz:yiak6w w Polsee, Archiwa, Biblioteki i Muzea Ko
cielne 47 
(1983). S. 316-362. 
50 U. Arnold, Elisaheth und Georg als Pfarrpatronen im Deutschordensland Preußen. 
Zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens, in: Elisabeth, der Deutsche Orden und ihre 
Kirche. Festschrift zur 700}ährigen Wiederkehr der Weihe der Elisabethkirche Marburg 
1983 (QSGDO 18), hrsg. v. U. Arnold u. H. Liebing. Marburg 1983, S. 184: vgl. auch 
Militzer, Von Akkon (wie Anm. 44). S. 101 f. 
51 M. Dygo, 0 kuleie maryjnym w Prusach krzyiackieh w XIV-XV w., ZapHist. 52 
(1987), H. 2, S. 237-270; ders., The politieal role of the cult of the Virgin Mary in Teutonic 
Prussia in the fourteenth and fifteenth centuries, Journal of Medieval History 15 (1989), S.
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Das Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden... 


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63-69; vgl. auch über den Einfluss des Marienkultus auf die Gestaltung der Schlosskirche in 
Marienburg K. Pospieszny, Morofologia koiciola zamkowego w Malborku - studium detalu, 
in: Praeterita posteritati. Studia z historii sztuki i kultury ofiarowane Macieiowi Kilarskie- 
mu, hrsg. v. M. Mierzwinski, Malbork 2001. So 393 f. 
5
 Mo Thumser, Poetycka skarga na groiqcq zag/adr Prus zakonnych (okolo 1498 roku), 
ZapHist. 65 (2000), H. 3-4, S. 179. 
,) Militzer, Von Akkon (wie Anm. 44), S. 96-108 Kapitel "Zum Selbstverständnis des 
Deutschen Ordens"; S. J6zwiak, Centralne i terytorialne organy w/adzy zakonu krzyiackiego 
w Prusach w latach 1228-1410. Rozwoj - przeksztalcenia -- kompetencje, Torun 2001; H. 
Boockmann, Zu den politischen Zielen des Deutschen Ordens in seiner Auseinandersetzung 
mit den preußischen Ständen, Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 15 
(1966), So 57-103; ders., Bemerkungen zur frühen Geschichte ständischer Vertretung in 
Preußen, in: Die Anfänge der ständischen Vertretung in Preußen uncl seinen Nachbarlän- 
dern (Schriften des Historischen Kollegs Kolloquien 16), München 1993, S. 39-57. 
'4 G. Kucharski, Zycie codzienne i dworskie wielkic-h mistrzow krzyiackich w iwietle 
Marienburger Tresslerbuch z lat /399-1409, Roczniki Dziej6w Spolecznych i Gospodar- 
czych 61 (2001), S. 174-207; T. Jasinski, Was aßen die Hochmeister des Deutschen Ordens 
und ihre Gäste am Anfang des 15. Jahrhunderts, Studia Historica Slavo-Germanica, 18 
(199111992), S. 15-25; H. Boockmann, Alltag am Hof des Deutschordens-Hochmeisters in 
Preußen, in: Alltag bei Hofe (Residenzforschung 5), hrsg. v. W. Paravicini, Sigmaringen 
1995, S. 137-147; derso, Spielleute und Gaukler in den Rechnungen des Deuts("hordens- 
Hochmeisters, in: Feste und Feiern im Mittelalter. Paderborner Symposium des Mediävi- 
stenverbandes, hrsgo v. D. Altenburg u. a., Paderborn 1991, S. 217-227. 
" S. Kwiatkowski, Powstanie i rozwoj krzyiackiej koncepc}i przywodztwa religijnego 
w Prusach, in: Zakon krzyiacki a "
poleczeristwo paristwa w Pru.fach (Roczniki Towarzyst- 
wa Naukowego w Toruniu 86,3). hrsg. VO Z. H. Nowak, Torun 1995, S. 137-148. 
Si Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, XX. HA, Ordensbriefarchiv, Nr. 
12211; Regesta Historico-Diplomatica Ordinis S. Mariae Theutonicorum 1198-1525, Bd. 1, 
bearb. v. E. Joachim, W. Hubatseh, Göuingen 1948. 
'7 Die Ermahnung des Carthäusers, in: Scriptores rerum Prussicarum. hrsg. v. Th. 
Hirsch, Bd. 4, Leipzig 1870, S. 458. 
'R T. Jurkowlaniec, Die gotische Bauplastik im Ordensland Preußen und der Deutsche 
Orden, in: Die Rolle der Ritterorden in der mittelalterlichen Kultur (OMCTH 111), hrsgo v. 
Zo H. Nowak, Torun 1985, S. 185-198; M. Dygo, Zlota brama kaplicy zamkowej w Malbor- 
ku a ideologia wladzy zakonu niemieckiego w Prusach, in: Zakon krzyiacki (wie Anm. 55), 
So 149-163. 
'v M. Arszynski, Budownictwo warowne zakonu krzyiackiego w Prusach (1230-1454), 
Torun 1994, S. 198 ff; Sz. Skibinski, Jeszcze raz w /ewestii genezy regularnego zamku 
krzyiackiego, in: Sztuka Prus XIJI-XVJlI wieku (Studia Borussico-Baltica Torunensia Histo- 
riae Artium 1), hrsg. VO M. Wozniak, Torun 1994, S. 27-38, betrachtet die regelmäßige 
Burganlage als "ein Propagandamittel der Staatsidee"; K. Pospieszny, Neue Forschungen 
auf der MarienburglMalbork. Literatur- und Arbeitsbericht, in: Castella Muris Baltici 3-4, 
ed. K. Alttoa u.a., TurkuffartulMalbork 2001, S. 156; ders., Typ pruski zamku regularnego 
-- idea cesarska?, in: Argumenta. Articuli. Quaestioneso Studia z historii sztuki !rednio- 
wiecznej. Ksiqga jubileuszowa dedykowana Marianowi Kutznerowi, Torun 1999, So 361- 
-390.
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20 


Roman Czaja 


60 Für eine Übersicht des Forschungsstandes vgl. 1. Domaslowski, Malerei im Deutsch- 
ordensland Preußen, in: Deutscher Orden (wie Anm. 40), S. 131-170; ders., Die gotische 
Malerei im Dienste des Deutschen Ordens, in: Die Rolle der Ritterorden (wie Anmo 58), S. 
169-184; A. Karlowska-Kamzowa, Bildideologie des Deutschen Ordens auf dem Hinter- 
grund der mittelosteuropäischen Kunst, in: ebd., So 204; H. Boockmann, Beiträge zu einer 
Ikonographie des Deutschen Ordens, in: Werkstatt des Hbltorikers (wie Anmo 13), So 65-76; 
K. Pospieszny, Die Farbigkeit der Hochmeisterresidenz des Deutschen Ritterordens auf der 
Marienburg, in: Farbigkeit an mittelalterlichen Bauten. hrsg. v. H. Hofrichter, Stuttgart 
1993, S. 78-94; derso, Gotycki wystroj malarski gl6wnego piftra Palacu Wielkich Mistrzow 
w Malborku w iwietle ostatnich ollkryc, Acta Universitatis Nicolai Copernici, Zabytko- 
znawstwo i Konserwatorstwo 19 (1991), S. 231-247. 
61 M. Kutzner, Propaganda wladzy w sztuce Zakonu Niemieckiego w Prusach, in: Sztu- 
ka w krfgu zakonu krzyiackiego w Prusach i Inflantach (Studia Borussico-Baltica Torunen- 
sia Historiae Artium 2), hrsg. Vo Mo Wotniak, Torun 1995, S. 17-66. 
62 M. Arszynski, Der Deutsche Orden als Bauherr und Kunstmäzen, in: Die Rolle der 
Ritterorden (wie Anm. 58), S. 165. 
6) W. Paravicini, Die heraldischen Malereien des 14. Jahrhunderts im Dom zu Königs- 
berg, in: Kunst und Geschichte im Ostseeraum, hrsg. v. Eo Böckler, Kiel 1990, S. 67-168; 
M.-L. Heckmann. Überlegungen zu einem heraldischen Repertorium an Hand der Hochmei- 
sterwappen des Deutschen Ordens, in: Edition deutschsprachiger Quellen aus dem Ostsee- 
raum (14.-16. Jahrhundert), hrsg. v. Mo Thumser u.a., Torun 2001, S. 315-340, besonders 
S. 326 f.; P. Olinski, Motywy chrystologiczne na pieczfciach urZfdnikOw krzyiackich ziemi 
chelmiriskiej, Rocznik Grudzilldzki 13 (1998), S. 9-200 
64 Z. H, Nowak, Die Rolle der Konvente des Deutschen Ordens im sozialen. religiösen 
und kulturellen Leben Preußen.f, in: Die Rolle der Ritterorden (wie Anm. 58), S. 33. 
6
 Dygo, Mnich i rycerz (wie Anm. 39), S. 15 f; M. Biskup, Warunki przyjmowania 
kandydatow do zakonu krzyiacokiego w Rzeszy Niemieckiej na przelomie XV-XVI w., Zap- 
Hist. 49 (1984), H. 3, S. 107-110; K. Militzer, Die Einbindung des Deut.fchen Ordens in die 
süddeutsche Adelswelt. in: Ritterorden und Region - politische. soziale und wirtsclll
ftliche 
Verbindungen im Mittelalter (OMCTH VIII), hrsg. v. Z. H. Nowak, Torun 1995, S. 153 f. 
66 800 Jahre Deutscher Orden. Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürn- 
berg in Zusammenarbeit mit der Internationalen Historiscllen Kommission lur Erforschung 
des Deutschen Ordens, hrsgo Vo Uo Arnold. Gütersloh/München 1990. S. 537. 
67 Ebd., S. 430; K. Wr6blewska, Gotycka plyta nagrobna Kunona von Liebenstein w Nowym 
MieJcie nad Drwfcq, Komunikaty Mazursko-Wanninskie 73 (1961), H. 3, S. 321-354. 
61 W. Paravicini, Die Preußenreisen lies europäischen Adels, Bd. 1-2, Sigmaringen 
1989, 1995. 
69 S. Neitmann, Von der Grafschaft Mark nach Livlando Ritterbrüder aus Wesifalen im 
livländischen Deutschen Orden (Veröffentlichungen aus den Archiven Preussischer Kulturbesitz. 
Beiheft 3), Köln-Weimar-Wien 1993, S. 78-170; K. A. Lückerath, Paul von Rusdorf. Hochmei- 
ster des Deutsclien Ordens 1422-1441 (QSGDO 15), Bad Godesberg 1969, S. 173 ff. 
70 H. Boockmann, Herkunft uml Einsatzgebiet. Beobachtungen am Beispiel des Deut- 
schen Ordens, in: Ritterorden und Region (wie Anm. 65), S. 7-20; Uo Arnold, Europa und 
die Region - widerstreitende Kräfte in der Entwicklung des Deutschen Ordens im Mittelal- 
ter, in: ebd., S. 164 f. 
7. J. Samowsky, Der Konvent auf Rhodos und die Zungen (lingue) im Johanniterorden 
(1421-1476), in: Ritterorden und Region (wie Anm. 65), S. 43-67; ders., Macht und Herr-
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Das Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden... 


21 


schaft im Johanniterorden des /5. Jahrhunderts. Verfassung und Verwaltung der Johanniter 
a
f Rhodos (/421-1522), Münster 2001, S. 147-169, 605 ff. 
12 K. G6rski, Das Kulmer Domkapitel in den Zeiten des Deutschen Ordens. Zur Bedeu- 
tung der Priester im Deutschen Orden, in: Die geistlichen Ritterorden (wie Anm. 22), S. 
329-337. 
13 H.-H. Konüm, Menschen unel Mentcllitäten. Einführung in Vorstellungswelten des 
Mittelalters, Berlin 1996, So 16, 
14 Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an der Kurie, Bd. 4, 2, 
bearb. Vo K. Forstreuter u. H. Koeppen. Göuingen 1976, Nr. 787; B. Jähnig, Andreas Pfa.f- 
fendorf OT. Pfarrer der Altstadt Thorn (/425-/433), Beiträge zur Geschichte Westpreußens 
7 (1981), S. 161-187. 
15 A. Radziminski, Biskupstwa panstwa krzyiackiego w Prusach Xl/I-XV wieku. Z dzie- 
j6w organizacji koscielnej i ducllOwieristwa, Tomn 1999. S. 128 f. 
16 Vgl. ein Forschungsbericht mit den Forschungsperspektiven in Bezug auf das Schloss 
in Marienburg von J. Trupinda, Architektura et vita vitalis. Kilka uwag 0 koniecznosci 
podjfcia badari nad iyciem codziennym na zamku w Malborku w iredniowieczu, in: Praete- 
rita posteritati (wie Anm, 53), S. 453-462; zu den Quellen vgl. B. Jähnig, Über Quellen zur 
Sachkultur des Deutschen Ordens in Preußen, in: Werkstatt des Historikers (wie Anm. 13), 
S, 77-96. 
11 Vgl. Regesta (wie Anm. 56), To 1-3, bearbo E. Joachim. W. Hubatsch. Göuingen 
1948-19730 


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ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Jochen Burgtorf (Fullerton) 


Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel 
von Briefen und Urkunden (12. und 13. Jahrhundert) 


Das Jahr 1187 war für die Templer und Johanniter, wie für die Kreuzfahrer- 
staaten überhaupt, ein annus horribilis. Im Mai fanden der Johannitenneister 
Roger von Moulins und einige hohe TemplerwÜfdenträger in der Schlacht von 
Cresson den Tod, im Juli bescherte die Schlacht von Hattin dem Templenneister 
Gerhard von Ridefort eine zehnmonatige Gefangenschaft und zahlreichen Mit- 
gliedern der Ritterorden das Martyrium, und im Oktober fiel Jerusalem an den 
Ayyubidensultan Saladin, der die Templer aus ihrem al-Aqsa Hauptquartier 
vertrieb und nur einer kleinen Gruppe von Johannitern gestattete, ihr Hospital 
auf ein Jahr weiter zu betreiben. Bis zur Freilassung des Templenneisters und 
der Wahl eines neuen Johannitenneisters lag die kommissarische Leitung der 
Orden in den Händen ihrer (Groß)-Präzeptoren Terricus und BorelP. Im Januar 
1188 schrieb Terricus einen Brief an den englischen König Heinrich 11., in 
dessen intituiatio er sich selbst als den 'ehemaligen Großpräzeptor des Hauses 
des Tempels von Jerusalem' bezeichnete (quondam magnus preceptor domus 
Tempii Jerusaiem)2. Wie ein Vergleich mit zeitgenössischen Briefen zeigt], be- 
zieht sich dieses 'ehemalig' (quondam) nicht auf den etwaigen Verlust eines 
Amtes, sondern auf den Verlust von Jerusalem. Im Oktober 1188, als auch der 
letzte Johanniterlaankenpfleger Jerusalem verlassen haben dürfte, erschien Bo- 
rell, der in den übrigen Texten des Jahres 118711188 lediglich den Titel '(Groß)- 
Präzeptor des Hospitals' ([magnus] preceptor Hospitaiis) führt4, in der Unter- 
schriftenliste einer Urkunde mit der seinem Titel nachgestellten Ortsangabe 
'Jerusalem' (preceptor lerusaiem)5. Man könnte nun, zugegebenennaßen über- 
spitzt, fonnulieren, daß Terricus mit seiner quondam-intituiatio einer histori- 
schen Tatsache Rechung trug, während BoreIl mit seiner lerusalem-subscriptio 
einen historischen Anspruch geltend machte, und so zeigen der Terricus-Brief 
und die Urkunde mit Borells Unterschrift, daß sich Briefe und Urkunden als 
Quellen für Überlegungen zum Selbstverständnis der Templer und Johanniter 
durchaus eignen. 


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24 


Jochen Burgtorf 


Bei der ersten Tagung der Society for the Study of the Crusades and the 
Latin East im Jahre 1983 hatte Giles Constable die Bedeutung von Urkun- 
den als QueIlen für die Geschichte der Kreuzzüge besonders hervorgeho- 
ben 6 . Seine Erkenntnis, daß gerade Urkunden die Kreuzzüge in ihrem ge- 
samthistorischen Kontext lebendig machen 1, läßt sich auch anhand der von 
Templern und Johannitern ausgesteIlten Urkunden (und Briefe) zeigen, auf 
die Constable seinerzeit nicht eingegangen war. AIlerdings ist die QueIIenla- 
ge für Templer und Johanniter keineswegs gleich. Das Zentralarchiv der 
Johanniter ist in beträchtlichen Teilen erhalten und befindet sich heute auf 
Malta, während das Templerzentralarchiv wohl spätestens 1571 bei der tür- 
kischen Eroberung Zyperns verloren ging. Das Brief- und Urkundenmaterial 
in den Archiven der verschiedenen Ordensprovinzen, vor aIlem in Frank- 
reich und in Spanien, ist reichhaltig und nur in Teilen erschlossen, ge- 
schweige denn pubIiziert 8 . Joseph DelaviIle Le Roulxs monumentales Jo- 
hanniterchartular stellt nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs dar, 
reicht es doch nur selten auf die niederen Ebenen der Ordensstruktur herab 9 . 
Erst vor kurzem hat Alan Forey neunzehn Briefe der bei den letzten Temp- 
lermeister (Theobald Gaudini und Jakob von Molay) aus den Archivbestän- 
den in Barcelona und Madrid erstmals in voIIständiger Edition vorgelegt 
und bei dieser Gelegenheit betont, man könne keineswegs sicher sein, daß 
auch nur aIle Briefe dieser Meister, die sich in diesen Archiven befänden, 
nun ediert seien 10. 
Wenden wir uns nun drei einleitenden Vorüberlegungen zu. Erstens: 
"Selbstverständnis" spielt sich auf einer introvertierten und einer extrover- 
tierten Ebene ab. Zum einen: Wie sieht oder versteht man sich selbst (intro- 
vertiert)? Zum anderen: Wie möchte man gesehen oder verstanden werden, 
d.h. wie gibt man sich gegenüber anderen (extrovertiert)? Beide Ebenen 
hängen in mittelalterlichen Briefen und Urkunden eng zusammen, zumal die 
meisten Briefe und fast alle Urkunden einem weiteren Leser-, vor aIlem aber 
Hörerkreis zur Kenntnis gebracht wurden und damit wesentlich öffentlicher 
waren, als Briefe und Urkunden es heute sind (sieht man einmal von den 
modemen Geheimdiensten ab, die das Internet nach privater Korrespondenz 
durchstöbern). Im FaIle der Ritterorden kommt hinzu, daß idealerweise das 
Selbstverständnis des Individuums und das des KoIlektivs eine Einheit bil- 
deten. In der Praxis traten die beiden jedoch bisweilen auseinander, d.h. 
neben dem koIlektiven Selbstverständnis blieb das individueIle Selbstver- 
ständnis manchmal deutlich erkennbar. Man denke in diesem Zusammen- 
hang nur an die hervorragend dokumentierten Protestszenen im Zusammen- 
hang mit dem Rücktritt des Johannitermeisters Gilbert von AssaiIly im Jahre 
Il 70 11 oder an die Opposition einiger Templerwürdenträger gegen den An-
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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 25 


griffs plan ihres Meisters Gerhard von Ridefort am 1. Mai 1187 bei Cresson, 
die in einer Reihe von erzählenden Quellen berichtet wird 1z . 
Zweitens: Betrachtet man Briefe und Urkunden als Quellen für die Frage 
nach dem Selbstverständnis ihrer Aussteller, so muß man sich vergegenwär- 
tigen, daß diese Aussteller in die Welt ihrer Zeit eingebunden waren. Für die 
Ritterorden heißt das konkret, daß sie sich an den Institutionen und Ideen 
des europäischen Hochmittelalters orientierten: an den Ämtern des Fürsten- 
hofs lJ , am Ideal der 'Freiheit der Kirche' (libertas ecclesiae) und des Gottes- 
friedens (pax Dei), am internationalen Netzwerk der Reformorden, sowie an 
den lokalen Gegebenheiten in ihren jeweiligen Ordensprovinzen. Dank des 
sie energisch fördernden Zisterziensers Bernhard von Clairvaux und dank 
der an sie gerichteten Papsturkunden waren sich die Ritterorden außerdem 
der Tatsache bewußt, daß es sich bei ihnen um eine nova militia, eine 'neue 
Ritterschaft', handelte, die ihr eigenes, neues Selbstverständnis zu entwik- 
kein hatte. Das ihren Briefen und Urkunden zu entnehmende Selbstverständ- 
nis bewegt sich demnach zwischen Imitation und Innovation. Die meisten 
Brüder der Ritterorden, vor allem solche von nichtadeliger Herkunft, vertlig- 
ten freilich, wenn überhaupt, nur über sehr geringe Lesefähigkeiten, ge- 
schweige denn sonstige Bildung '4 . Die hoch mittelalterlichen Aussteller von 
Briefen und Urkunden verfaßten ihre Texte so gut wie nie eigenhändig, 
wirkten aber höchstwahrscheinlich an der Gestaltung derselben mit lS , und 
obgleich sich die Schreiber von Briefen und Urkunden sicherlich der ihnen 
zur Verfügung stehenden Vorlagen bedienten, so war, wie bereits Leo San- 
ti fall er klargestellt hat, doch "in der Regel Raum genug vorhanden, um den 
persönlichen, individuellen Stil des einzelnen Verfassers zur Geltung zu 
bringen"H\. Für die Templer hat Alan Forey gezeigt, daß sich lediglich einige 
allgemeine Praktiken in der Ausfertigung von Briefen und Urkunden fest- 
stellen lassen, daß jedoch selbst in der Spätzeit dieses Ordens weder der 
Schreibstil noch die Schriftsprache (Latein oder Altfranzösisch) standardi- 
siert war 17 . Dementsprechend zeigen die weiter unten vorgeführten Briefe 
und Urkunden der Templer Terricus und Amio von Ais auch ein beachtli- 
ches Maß von Kreativität. 
Drittens: Daß die Inhalte von Briefen und die rechtlichen Verfügungen 
(di.fpositione..
) von Urkunden Rückschlüsse auf das Selbstverständnis der 
Ritterorden zulassen, versteht sich. Jeder Brief aus dem Osten in den Westen 
war, egal an wen er sich richtete, mehr oder weniger ein Hilferuf, der die 
Unverzichtbarkeit der Ritterorden für die Verteidigung des 'Erbes Christi' 
(hereditas Christi) unterstrich!!!. So verstanden sich die Ritterorden selbst 
und so wollten sie verstanden werden. Ebenso ist beispielsweise jede Urkun- 
de, mit deren Hilfe ein Zehntstreit zwischen einem Ritterorden und einer 


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26 


Jochen Burgtorf 


religiösen Institution beigelegt wurde, Ausdruck des Verständnisses dieses 
Ritterordens, daß die traditionellen Strukturen der Kirche den Bedürfnissen 
der nova militia anzupassen seien, da die Ritterorden einen wesentlichen 
Beitrag zur Unterstützung der Kirche, der Ordnung und des Friedens leiste- 
ten l9 . Der vorliegende Beitrag basiert indes nicht auf den Inhalten von Brie- 
fen und den dispositiones der von Templern und Johannitern ausgestellten 
Urkunden, sondern auf deren eher formelhaften Elementen 2o , von denen hier 
die intitulationes, die salutationes und die Arengen als Quellen für das Selbst- 
verständnis der Templer und Johanniter im Vordergrund stehen solleno Schon 
Heinrich Fichtenau hatte betont, daß die Analyse der formelhaften Teile von 
Briefen und Urkunden "Hinweise auf Art und Inhalt mittelalterlichen Den- 
kens und Strebens" gibt 21 . Unglücklicherweise hat jedoch das Bestreben von 
Transkriptoren und Editoren, ohne Umschweife zum eigentlichen Rechtsin- 
halt der Dokumente vorzudringen, in der Vergangenheit nicht selten dazu 
geführt, daß man die formelhaften Teile entweder nur in gekürzter Form 
publiziert oder ganz weggelassen hat 22 . Daher sind die folgenden Erörterun- 
gen auch nur ein erster Schritt. Für weiterführende Formelstudien der zu 
Tausenden vorhandenen Briefe und Urkunden der Templer und Johanniter 
dürfte die Anlage einer umfassenden Volltextdatenbank erforderlich sein 23 . 


J. 


In ihrer Einführung in die Diplomatik des Mittelalters haben Olivier 
Guyotjeannin, Jacques Pycke und Benoit-Michel Tock den Quellenwe11 der 
intitulatio für Untersuchungen zum Thema "Selbstverständnis" besonders 
unterstrichen: 'die vom Aussteller eines Dokuments verwendete intitulatio 
offenbare mit am besten, wie dieser Aussteller selbst seine Funktion ver- 
stand und darstellte, und welchen Respekt er für dieselbe erwartete'24. Im 
folgenden sollen einige intitulatio-Beispiele vorgeführt werden, die, bei aller 
gebotenen Vorsicht angesichts des umfangreichen noch zu untersuchenden 
Materials, Rückschlüsse auf das Selbstverständnis der Ritterorden zulassen. 
Die intitulatio eines Templer- oder Johanniterwürdenträgers setzte sich 
aus verschiedenen Variablen zusammen, die seiner hierarchischen Position 
zusätzliches Gewicht verleihen konnten. Die Devotionsformel Dei gratia 
(und ihre Spielarten), die für den Johannitermeister kurz nach 1120 25 , für 
den Templermeister um 1137/1143 belegt ist1 6 , fand zwar für die hohen 
Würdenträger der Zentrale keine Verwendung, ist allerdings bei den Wür- 
denträgern beider Orden im Westen durchaus nachweisbar, offenbar zu- 
nächst in Aragon, nämlich für den Templerpräzeptor von Gardeny (Aragon) 


.-.
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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 27 


seit 1165 21 und für den Johanniterkastellan von Amposta in Arag6n seit ca. 
1187/1190 28 . Die Verwendung von Dei gratia reflektiert einen wichtigen, 
wenn auch unspektakulären Aspekt des Selbstverständnisses der Ritteror- 
den. Da die Würdenträger ihr Amt in der Regel einer Wahl oder der Ent- 
scheidung in einem Ordenskapitel verdankten, waren sie sich bewußt, daß 
ihre Wahl "inspiriert", vom Heiligen Geist gelenkt, und daß ihre Würde eine 
vor Gott zu verantwortende Bürde war, die es in Demut zu tragen galt. 
Diese Vorstellung läßt sich mit einer weiteren Titelvariable verknüpfen, 
nämlich mit dem Adjektiv humilis. Den Konvent seines Ordens bezeichnete 
der Templerseneschall Andreas von Montbard in einem Brief von 1149 an 
den Templenneister Eberhard von Barres als den 'allerdemütigsten Kon- 
vent' (/zumillimus eonventus)29. Im Jahre 1164 schrieb der TempIerwürden- 
träger Gottfried Fulcherii dem französischen König Ludwig VII. als 'demü- 
tiger Diener der Ritterschaft des Tempels' (militiae Templi eonservus 
humilis)30. Der Templermarschall Aimo von Oiselay bezeichnete sich in 
einem Brief an die Mitglieder seines Ordens vom 20. Oktober 1306 als 
'demütigen Marschall der genannten Ritterschaft und Stellvertreter unseres 
Herrn Meisters' (/zumilis maresealeus diete militie ae tenens loeum domini 
no.'itri magistri)J'. Die Liste ließe sich lange fortführen und durch Beispiele 
aus dem Johanniterorden ergänzen. Eine Frage, die sich nach eingehender 
Betrachtung der verschiedenen intitulationes stellt, ist, warum ein und die- 
selbe Person in dem einen Amt die Demutsbezeichnung verwendete und in 
dem anderen nicht: Garnier von Nablus war nicht hum;lis als Johanniterprior 
von England. wohl aber später als Meister des Gesamtordens 32 , Girbert Eral 
war scheinbar nicht humil;s als Templermeister von Spanien, wohl aber 
später als Großpräzeptor seines Ordens im Westen J3 , und der Johanniter 
Isembard war nicht humilis als Präzeptor von Akkon, wohl aber später als 
Johanniterpräzeptor des Westens 34 . Kam die Demut mit dem höheren Amt? 
Es wird darauf zurückzukommen sein. Betrachten wir zunächst ein Fallbei- 
spiel: die Ordensprovinz England. 
Bei einer Durchsicht des englischen Johanniterchartulars fällt auf, daß 
das Adjektiv /Zumilis in den intitulationes der Urkunden des englischen Jo- 
hanniterpriors vor ca. 1215 gar nicht, seit dem zweiten Viertel des 13. Jahr- 
hunderts dann aber regelmäßig erscheint, wobei die soziale Stellung der 
Urkundenempfänger keine Rolle zu spielen scheint. Bis ins erste Viertel des 
13. Jahrhunderts bediente sich der englische Johanniterprior des Titels prior 
fratrum hospitali.'i leroso/imitani in Al1glia Js . In einer Urkunde, die zwischen 
1225 und 1234 ausgestellt worden sein muß, führt Robert von Dyve dann 
den Titel fratrum lwspitalis lerusalem humilis prior in Anglia 36 . Diesen 
neuartigen Titel verwendeten seine Nachfolger mit kleinen Varianten bis in 


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28 


Jochen Burgtorf 


die 1 260er Jahre 37 . Wie es scheint, wurde das Adjektiv humilis im 13. Jahr- 
hundert fester Bestandteil der intitulatio des englischen Johanniterpriors. 
Außerdem ist bemerkenswert, daß die Funktionsbezeichnung prior, die im 
12. Jahrhundert noch unmittelbar nach dem Namen an der ersten Stelle in 
der intitulatio erschienen war, sich im 13. Jahrhundert an das Ende dersel- 
ben verschob. So wurde aus dem 'Prior der Brüder des Jerusalemer Hospi- 
tals in England' der 'der Brüder des Hospitals zu Jerusalem demütige Prior 
in England' . Auch der englische Templermeister verwendete im 130 Jahr- 
hundert das Adjektiv humilis in seinen intitulationes 38 . Im Hinblick auf das 
Selbstverständnis dieser Ritterorden könnte dies, so ein erster Interpretati- 
onsversuch, bedeuten, daß die für das 12. Jahrhundert charakteristische grö- 
ßere Autonomie der Ordensprovinzen im 13. Jahrhundert einer stärkeren 
Anbindung an die Zentrale weichen mußte. Für die Provinzialmeister, - 
prioren und -präzeptoren hatte die Zentrale im Osten der nächsthöhere Ori- 
entierungspunkt zu sein, und ihre neuen, 'demütigen' intitulationes trugen 
dem, zumindest scheinbar, Rechnung. 
Betrachtet man aber nun die locumtenentes, d.h. (wörtlich Übersetzt) die 
'Platzhalter'39 des englischen Johanniterpriors, die in Aktion traten, wenn 
der eigentliche Prior gesundheitlich verhindert, mit seinen Aufgaben über- 
fordert, außer Landes vereist oder verstorben war'O, so zeigt sich eine auf- 
schlußreiche Abweichung von dem soeben charakterisierten Selbstverständ- 
nis: Heinrich von Cherhill im Jahre 1269 und Wilhelm von Henley im Jahre 
1281 urkundeten jeweils als supremi magistri sancte domus hospitalis leru- 
salem locumtenens in Anglia, d.h. als 'des höchsten Meisters des heiligen 
Hauses des Hospitals zu Jerusalem 'Platzhalter' in England'41, also kein 
Wort von Demut. In ihrem eigenen und im Selbstverständnis ihres Ordens 
waren die locumtenentes der verlänger1e Arm des Meisters. Da ihre Stellung 
nicht die Weihen des Generalkapitels besaß42 und sie nur bis zur Übernahme 
der Amtsgeschäfte durch den eigentlichen oder einen neuen Prior ihre Voll- 
machten ausüben konnten, mußten sie ihre Autorität möglicherweise beson- 
ders betonen, sowohl gegenüber ihren Vertragspartnern in England als auch 
gegenüber den Mitgliedern ihres eigenen Ordens. Als Wilhelm von Henley, 
der locumtenens von 1281, später selbst das Amt des Priors innehatte, über- 
nahm er erwartungsgemäß auch den 'demütigen' Priorentitel 43 . Hier sei noch 
eine kurze Randbemerkung gestattet: in den I 270er Jahren wurde der Heili- 
ge Johannes als Ordenspatron in den Titel des englischen Priors aufgenom- 
men 44 , was im Hinblick auf das Selbstverständnis der Johanniter als ein 
Mittel der Abgrenzung von anderen Hospitalorden gedeutet werden könnte. 
Auf der lokalen Ebene fand das Adjektiv humilis in den intitulationes 
der englischen Johanniterwürdenträger anscheinend keine Verwendung. Die 


....
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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im SpiegeL. 29 


Johanniterpräzeptoren von Little Maplestead beispielsweise benutzten es nie 4s . 
Dies ist wenig verwunderlich, wenn man den Gesamtkontext bedenkt. Je- 
mandem wie dem Papst, der im Hochmittelalter tatsächliche Autorität besaß, 
floß eine das Demutsideal unterstreichende servus-servorum-Dei-Formel als 
intitulatio vermutlich leicht aus der Feder. Dem "kleinen" Ordenspräzeptor 
vor Ort, der die Rechte seiner Gemeinschaft in der permanenten Auseinan- 
dersetzung mit dem lokalen Klerus, Adel und Volk zu wahren hatte, war 
sein tägliches Leben dagegen eine ausreichende Mahnung an dieses De- 
mutsideal. Man könnte dies vielleicht auf die folgende Formelhypothese 
reduzieren: je höher die gesellschaftliche Stellung oder auch die Stellung 
innerhalb eines Ritterordens, desto stärker die Betonung der Demut. Eine 
solche Haltung entsprach den für das Selbstverständnis des mittelalterlichen 
Chtisten zentralen biblischen Texten über die Erniedrigung des Hochmüti- 
gen und die Erhöhung des Erniedrigten; schließlich hatte sich Christus bis 
zum Tod am Kreuz erniedrigt, und sein Name war daraufhin 'über alle 
Namen' erhöht worden 46 . In diesem Zusammenhang ist es vielleicht sogar 
ein wenig ernÜchternd, daß die Betonung der Demut des Ausstellers eines 
Briefes oder einer Urkunde fast immer Hand in Hand geht mit der Betonung 
der Stärken und Tugenden des Adressaten in der inscriptio 47 . In jedem Fall 
konnte der sich selbst demütigende Mensch auf den besonderen Respekt 
seiner Mitmenschen und auf das göttliche Wohlwollen zählen. Hier tritt 
möglicherweise die eingangs vorgeschlagene introvertierte und extrovertier- 
te Ebene des Selbstverständnisses auseinander, denn ein Ritterordensmei- 
ster, der sich selbst als demütig bezeichnete. war es deswegen noch lange 
nicht. Und so kehren wir zu den englischen Provinzialwürdenträgern der 
Ritterorden im 13. Jahrhunderts zurück, deren Verwendung des Adjektivs 
humilis eben nicht nur Ausdruck ihrer Unterordnung unter die Zentrale sein 
könnte, sondern auch selbstbewußte Imitation ihrer Ordensmeister, die das 
Adjektiv humilis schon im 12. Jahrhundert in ihre intitlllationes eingefügt 
hatten 48 . 


11. 


Die bekannteste mittelalterliche Grußformel (salutatio) ist ohne Zweifel 
der Akkusativ sallttem, vor allem in der erweiterten Form der Papsturkunden 
und -briefe (slllutem et apostolicam benedictionem)49. Natürlich war die päpst- 
liche Grußformel Ausdruck des päpstlichen Selbstverständnisses: Der Papst 
sah und sieht sich als Nachfolger des Apostels Petrus. Auch die Grußfor- 
meln in den Urkunden und Briefen der Ritterorden reflektieren deren Selbst-
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30 


Jochen Burgtorf 


verständnis. Die Bandbreite reicht von einer vergleichsweise vorhersehbaren 
Gehorsams-salutatio, wie sie Gottfried Fulcherii zwischen 1168 und 1171 
in einem Brief an Papst Alexander 111. verwendete, nämlich 'Gruß, Folg- 
samkeit und Gehorsam' (salutern, obsequium et obedientiam)50, über die 
Kreuzfahrer-salutatio des Templers Amio von Ais, der 1179, wohlgemerkt 
in einer Urkunde und nicht in einem Brief, alle Christen grüßend aufforder- 
te, 'das irdische Jemsalem derart zu begünstigen, daß sie sich dadurch eine 
himmlische Wohnung verdienen würden' (omnibus Xr[isti]anis sic favere 
terrene Hierusalem ut celestis mereantur habitlltionem )51, bis hin zu einer 
hochdramatischen Trost-salutatio, wie sie nach der Eroberung von Akkon 
durch die Truppen al-Ashrafs im Mai 1291 der Johannitermeister Johann 
von Villiers in einem Brief an Wilhelm von Villaret, den Johanniterprior 
von St. Gilles, verwendete, indem er ihn grüßte 'in Ihm der jene, die auf Ihn 
hoffen, nicht verläßt und der nach Leiden, Schmerzen und Ängsten Trost 
vom Himmel schenkt' (salut en celui ki les esperans en lui ne delaist. 
k'apries tribulations et dolours et angoissee, deI ciel lassus ne lor envoit 
confort)52. Ohne Zweifel entsprach es dem Selbstverständnis der Templer 
und Johanniter, auch in widrigen Situationen Hoffnung zu verbreiten. Wäh- 
rend der moderne Mensch geneigt sein könnte, solche salutatione.'I als be- 
rechnende Durchhalteparolen einzustufen, waren sie für den mittelalterli- 
chen Menschen heilsgeschichtlich folgerichtig: entweder in dieser, sicher 
aber in der nächsten Welt war der Sache Gottes lind den für sie Streitenden 
der Sieg gewißo 
Im folgenden sollen zwei Arten von salutationes vorgestellt werden: 
zum einen die salutatio als Spiegel eines eher kollektiven Selbstverständnis- 
ses, zum anderen die salutatio als Spiegel eines eher individuellen Selbst- 
verständnisses. Nach dem katastrophalen Erdbeben, welches im Frühjahr 
1202 das Heilige Land erschütterte, berichteten sowohl der Templermeister 
Philipp von Plessis als auch der Johannitermeister Gottfried von Donjon in 
den Westeno Philipp schrieb an den ihm persönlich befreundeten Abt Arnold 
I. von Citeaux, Gottfried an König Sancho VII. von Navarra, einen promi- 
nenten Wohltäter der Johanniter. Den salutation es dieser Briefe zufolge er- 
hielt König Sancho von den Johannitern einen 'Gruß und die [Zusicherung 
der] Gemeinschaft mit der Andacht ihrer Gebete' (salutem et orationum 
suarum cum devocione communionem)53. Abt Arnold dagegen erhielt von 
den Templern einen 'Gruß und [die Bekräftigung, man solle] mehr auf den 
Herrn hoffen als auf einen Menschen' (salutem et melius sperare in domino 
quam in homine amen)54. Diese zuletzt genannte salutatio konnte der Freund 
dem Freund schreiben, von dem er im wesentlichen Gebetsunterstützung 
erhoffte; ein König hätte sie wohl als Beleidigung auffassen müssen, vor
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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 31 


allem wenn man von ihm konkrete Hilfe erwartete. Dementsprechend si- 
cherte der Johannitermeister dem König in seiner salutatio auch die Gebets- 
gemeinschaft mit den Johannitern zu, um ihn, quasi im Gegenzug, am Ende 
seines Briefes daran zu erinnern, daß das Heilige Land, und damit natÜrlich 
auch der Johanniterorden, auf seine Güte angewiesen sei 55 . Im Hinblick auf 
das Selbstverständnis der Ritterorden zeigen sich hier zwei Ebenen: eine 
mehr oder weniger rein geistliche Ebene, auf der sich die Ritterorden mit 
anderen Ordensgemeinschaften verbunden sahen, und eine tendenziell eher 
wirtschaftliche do-ut-des Ebene, auf der man einem Monarchen Gebete im 
Austausch für materielle Hilfe anbieten konnte, eine materielle Hilfe, die die 
Ritterorden benötigten, um ihrer gesellschaftlichen Doppelrolle als bellato- 
res und oratores gerecht zu werden. Für das Selbstverständnis der Templer 
und Johanniter spielte das Gebet jedoch auf bei den Ebenen eine wichtige 
Rolle: Sie waren eben Mitglieder 'geistlicher' Ritterorden. 
Neben dem kollektiven Selbstverständnis kann die salutatio eines Brie- 
fes auch ein individuelles Selbstverständnis reflektieren, vor allem dann, 
wenn der Aussteller sich bemühte, seine freundschaftlichen Gefühle gegen- 
über dem Empfänger deutlich zu machen. Die drei folgenden Briefe haben 
dreierlei gemeinsam: die Aussteller berichten den Empfängern über ihren 
persönlichen Gesundheitszustand, die Empfänger stehen auf einer anderen 
sozialen Stufe als die Aussteller, und die Freundschaft wird in der salutatio 
durch die Zusicherung von nahezu bedingungslosem Gehorsam unterstri- 
chen. Als der Johannitermeister Wilhelm von Chäteauneuf im Jahre 1250 
nach sechs Jahren aus der ägyptischen Gefangenschaft freikam, schrieb er 
unter anderem an den ihm befreundeten englischen Dominikaner Walter von 
St. Martin und grüßte ihn mit der Zusicherung, er stehe (nun wieder) 'ganz 
zu dessen Verfügung' (salutem et se totum ad ejus voluntatem)S6. 1256 
korrespondierte Guido von Bazainville, der Präzeptor der Templerhäuser im 
Königreich Jerusalem, mit seinem väterlichen Freund, dem Bischof von 
Orleans, und sandte ihm seinen 'Gruß und [den Wunsch,] durch dessen 
[nämlich des Bischofs] heilsames Wohlgefallen geleitet zu werden' (salutem 
et in beneplacito salutari eius dirigi)S7. Und schließlich 1278/1279 schrieb 
Amblard, der Templerpräzeptor von Aquitanien, an König Eduard I. von 
England, mit dem er persönlich befreundet war, und versicherte ihm, er 
werde sich 'in allen Dingen und durch alle Dinge nach dem Wohlgefallen 
und den Anordnungen des Königs' richten (in omnibus et per omnia ad eius 
beneplacita et mandata)S8. Im Hinblick auf das Selbstverständnis der Temp- 
ler und Johanniter zeigen solche und andere Gehorsams-salutationes, wie 
sehr sich die Ritterorden als verlängerter Arm der gesamten lateinischen 


-
>>>
32 


Jochen Burgtorf 


christianitas, als im Osten aktive Repräsentanten ihrer Glaubensgenossen 
und Freunde im Westen sahen. 
Aus den salutationes der Briefe des letzten Templermeisters können 
Einblicke in dessen persönliches Selbstverständnis gewonnen werden. Alan 
Forey hat in diesen salutationes Jakobs von Molay eine Tendenz zur Ver- 
wendung frommer Konventionen festgestellt S9 : 1299 schlieb der Meister an 
den Templerpräzeptor von Corbins und grüßte ihn 'im Herrn' (salutem in 
domino}fA); ein Jahr später sandte er dem Templerpräzeptor von Mallorca 
einen 'ewigen Gruß im Herrn' (.wlutem in domino .'Iempiternam}61; wieder- 
um ein Jahr später entbot er dem Templerpräzeptor von Mallorca den 'Gruß 
und aufrichtige Nächstenliebe im Herrn' {salutem et sinceram in domino 
karitatem}62; im Jahre 1307 schließlich grüßte er den Templerpräzeptor von 
Orte 'in unserem Herrn' {salut en nostre seyegnour}6J. In den Briefen dessel- 
ben Templermeisters an den aragonesischen König haben die salutationes 
jedoch einen gänzlich anderen Charakter: am 27. Januar [1306] wünschte er 
König Jakob 11. von Arag6n in seinem Gruß 'eine lange und in jeder Hin- 
sicht glückliche Regierungszeit' {salutem et diu cum omni genere felicitatis 
regnare}64; in einem Brief an denselben König vom 200 April [1306] folgte 
ein 'Gruß und [der Wunsch für] eine nach der Überwindung von Widrigkei- 
ten lange und glückliche Regierungszeit' {salutem et supeditatis adversitati- 
bus diu cum felicitate regnare)65; am 4. August [1307] sandte Jakob von 
Molay dem König schließlich seinen 'Gruß und [den Wunsch für] eine 
lange, durch Wohlstand und Ruhe gekennzeichnete Regierungszeit' {salu- 
tem et diu cum prosperitate et tranquillitate regnare}66. Bei diesen Grüßen 
an den aragonesischen König handelt es sich um Variationen zum Thema 
"lange Regierungszeit", ein bekanntes Motiv aus dem Kanon der salomoni- 
schen Königsattribut e f7. Vergleicht man die ordensinterne Korrespondenz 
des Templermeisters mit seinen Briefen an Jakob 11., so kommt man zu der 
Feststellung, daß die salutationes für die Mitbrüder stärker jenseitsorientiert 
sind, während die salutationes für den König zwar zukunftsbezogen, jedoch 
ganz klar diesseitsorientiert sind. Die Trennung zwischen "der" Welt, näm- 
lich der gegenwärtigen Welt, und "ihrer" Welt, nämlich der zukünftigen 
Welt, war im Selbstverständnis der Ritterorden klar verankert: der König 
hatte seine Krone im Diesseits, die Templer würden die ihre im Jenseits 
erhalten. 
Und so kehren wir zurück zu dem eingangs erwähnten Templerpräzeptor 
Terricus. In seinen Briefen der Jahre 1187 und 1188 zündete dieser Würden- 
träger ein wahres Feuerwerk von salutationes. Papst Urban 111. sandte er 
seinen 'Gruß und den im Herrn schuldigen Gehorsam mit aller möglichen 
Ehrerbietung' {salutem et debitam in Domino obedienciam cum omnimoda
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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 33 


reverencia)68. Seinen Ordensbrüdern im Westen entbot er seinen 'Gruß und 
[den Wunsch], daß sie auf den hoffen möchten, dessen Schönheit Sonne und 
Mond bewunderten' (salutem, et in Eum suspirare Cujus pulchritudinem Sol 
et Luna mirantur)69. Dem englischen König Heinrich 11. dagegen, der bereits 
feste Kreuzzugspläne geschmiedet hatte und auf den man im Osten große 
Hoffnungen setzte, schickte er seinen 'Gruß in Ihm, der den Königen das 
Heil schenkt' (salutem in eo, qui dat salutem regibus)70 in offensichtlicher 
Anspielung auf Psalm 18, den ersten der großen Königspsalmen, in dem es 
um die Rettung aus großer Bedrängnis und den Sieg des Königs geht, und 
welcher König wollte nicht in einem Atemzug mit David genannt werden, 
dem berühmtesten König der Heilsgeschichte 7 '. Terricus' Fähigkeit, sich 
noch im annus horribilis 1187 auf die EmpHinger seiner Briefe individuell 
einzustellen, unterstreicht die diplomatischen und psychologischen Fähig- 
keiten einzelner Mitglieder der Ritterorden. Dem Papst sicherte Terricus 
Gehorsam zu, seinen Mitbrüdern empfahl er Hoffnung, dem König aber 
schickte er mit seinem Gruß die Aufforderung, es David gleichzutun und der 
Sache Gottes zum Sieg zu verhelfen. Als den "Experten vor Ort" oblag es 
Templern und Johannitern, in Krisenzeiten einen klaren Kopf zu bewahren, 
und die Terricus-salutationes unterstreichen dies in anschaulicher Weise. 


III. 


Nur wenige der von Templern oder Johannitern ausgestellten Urkunden 
oder Briefe enthalten eine Arenga, was die wenigen Arengen, die auf uns 
gekommen sind, zu besonders wertvollen Quellen für das Selbstverständnis 
der Templer und Johanniter macht 72 . In Widerlegung des Vorurteils, daß es 
sich bei Arengen um Formeln stereotypen Charakters ohne besonderen Quel- 
lenwert handelt, hat die Forschung der letzten Jahrzehnte, aufbauend auf den 
richtungsweisenden Untersuchungen Peter Classens und Heinrich Fichten- 
aus, gezeigt, daß die Idee, Texte mit Gedanken über Tugenden und Götter 
(beziehungsweise Gott) einzuleiten, mindestens auf Platon zurückgeht, daß 
sich derartige Gedanken in den Texten des römischen und des byzantini- 
schen Reiches finden, und daß die Fortsetzung dieser Praxis in Europa nach 
dem Zusammenbruch des weströmischen Reiches eine wichtige Brücke zwi- 
schen Antike und Mittelalter darstellt, wobei, was nicht weiter verwundert, 
die Bischöfe als Brückenbauer fungierten, indem sie die Arenga zu einem 
regelmäßigen Bestandteil ihrer Urkunden machten 7J . Bei der hochmittelal- 
terlichen Arenga handelt es sich um Länder und Völker übergreifendes "in- 
ternationales" intellektuelles Gut14, bei dessen Verbreitung den Papsturkun- 


-
>>>
34 


Jochen Burgtorf 


den und ihren Arengen eine besonders wichtige Bedeutung zukam, da diese 
und damit die ihnen eigenen Formulierungen und Ideen auch die letzten 
Winkel der lateinischen Christenheit erreichten 7s . Zu den traditionellen Aren- 
gen-Themen gehören erstens die Sorge um das Seelenheil, zweitens die 
Unterstützung der Kirche, der Ordnung und des Friedens, drittens die mit 
der Würde des Ausstellers verbundenen Rechte, Ptlichte und Tugenden, 
sowie viertens der Nutzen der Schriftlichkeit gegen das Vergessen, d.h. das 
sogenannte oblivio-memoria Thema 76 . Da sich die Mitglieder der Ritteror- 
den, zumal sie das Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams 
abgelegt hatten, weder um ihr Seelenheil noch um ihre Rechte, Pflichten und 
Tugenden wirklich zu sorgen hatten, konnten sie sich in ihren Arengen der 
Unterstützung der Kirche, der Ordnung und des Friedens einerseits, dem 
oblivio-memoria Thema andererseits widmen, wobei die beiden bisweilen 
nahtlos ineinander übergingen. 
Wenden wir uns zunächst einigen Beispielen für das oblivio-memoria 
Thema zu. Im Jahre 1181 bestätigte der französische Templerwürdenträger 
Amio von Ais eine Übereinkunft mit der Kirche von Noyon. In der Arenga 
hebt Amio hervor, daß er 'die zur Sicherung des Friedens dienenden Rege- 
lungen vor dem Rost des Vergessens schützen und im Gedächtnis der Zeit 
festhalten wolle, indem er sie schriftlich festhalten lasse' (Ut ea que a nobis 
ad pacis sunt ordinata custodiam oblivionis eruginem non incurrant sed per 
temp[or]i memorie ... [Textlücke] dedita perpetuis firmiter maneant incon- 
cussa temporibus, littere vivacis ojj'icio perpetuitati mancipavimus)77. Hein- 
rich von Fürstenberg, der Johanniterprior von Deutschland, schrieb 1272 in 
einer Arenga unter Bezugnahme auf das Lukasevangelium: 'Da, wie man im 
Evangelium liest, niemand, der die Hand an den Pflug legt und zurück- 
schaut, geeignet ist für das Reich Gottes, [und] es so ist, daß niemand, der 
eine gutes Werk in Nächstenliebe beginnt, es durch die Anstachelung der 
Bösen widerrufen und verletzen soll, bezeugen wir die Dinge [Rechtsge- 
schäfte], die getätigt worden sind, durch den Wortlaut der vorliegenden 
[Urkunde]' (Quia, ut legitur in ewangelio, nemo mittens manum ad aratrum 
et respiciens retro aptus est regno celorum. hoc est, nemo incipiens opus 
bonum in karitate per instigationem malorum reuocet et infringat, nos ea, 
que facta sunt, tenore presentium certificamus)78. In einer Urkunde von 
1296 führte Jordan von Esbeke, der Templerpräzeptor von Rörchen, humor- 
voll aus: 'Da es ja dem menschlichen Verständnis nicht vergönnt ist, sich an 
Einzelheiten zu erinnern, wohl aber dem göttlichen, ist es förderlich, daß die 
Dinge, die das Verständnis der Menschen übersteigen können, durch löbli- 
ches Zeugnis des Geschriebenen bekräftigt werden' (Quoniam habere me- 
moriam de singulis non est humani intellectus, sed pocius divini, expedit
>>>
Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 35 


ergo, ut ea, que hominum excedere possunt memoriam, laudabili scripture 
testimonio roborentur)79. Dies ist nur ein kleiner Querschnitt, der aber im 
Hinblick auf das Selbstverständnis der hier genannten Templer und Johanni- 
ter zeigt, daß sie sich des stabilisierenden Beitrags, den sie durch das schrift- 
liche Festhalten von Rechtsgeschäften leisteten, voIlkommen bewußt waren, 
und daß sie diesen Beitrag zur Aufrechterhaltung des ordo ernst genug 
nahmen, um ihn nochmals mit mehr oder minder wohlgesetzten Worten zu 
unterstreichen 0 Ein weiteres kommt noch hinzu: für das Selbstverständnis 
der vergleichsweise "neuen" Ritterorden, dieser novae militiae, war es be- 
sonders wichtig, sich durch die Verwendung solcher oblivio-memoria Aren- 
gen eigene Rechtstraditionen zu schaffen. 
Wie bereits oben angedeutet, ist die oblivio-memoria Arenga im Grunde 
genommen von der der Unterstützung der Kirche, der Ordnung und des Friedens 
gewidmeten Arenga kaum zu trennen 80 . Die schönsten Arengen bieten die Ur- 
kunden des an anderer SteIle schon genannten Templerwürdenträger Amio von 
Ais, der I 179 in einer seiner Arengen betonte, daß es 'die Aufgabe jener sei, die 
in den verschiedenen Berufsständen für den höchsten König [d.h. Christus] 
kämpfen würden, aus dessen Königreich, nämlich der Kirche, alle durch Skan- 
dale hervorgerufenen Störungen zuriickzudrängen' (In diversis professionibus 
summa regi militantes de regno ejus, quod est ecclesia, scanda/orum repellere 
debemus inquietudines)81. Zwischen 1179 und 1186 urkundete derselbe Amio 
für S1. Viktor in Paris und hob in seiner Arenga hervor, daß 'die Vernunft es 
lehre und die Gerechtigkeit es verlange, daß man das für andere tue, was man 
für sich selbst getan haben wolle' (Ratio docet et justitia exigit, ut quod nobis 
fieri volumus, hoc et ipsi aliisfaciamus)82. 1186 beurkundete Amlo ein Rechts- 
geschäft, welches die Templer, den Ritter Anselm vom Mons S1. Adelgund und 
die Abtei von Hautmont involvierte. In seiner Arenga heißt es, daß 'der Prophe- 
ten und Apostel Autorität es gebiete, nach Frieden und Wahrheit zu streben, und 
so habe man die Wahrheit in der nachfolgenden Angelegenheit schriftlich fest- 
gehalten, da man bestrebt sei, dem ewigen Frieden zu dienen, indem man die 
Ordnung der [voIlbrachten] Handlung hinzufüge' (Pacem et veritatem diligen- 
dam prophetica et apostolica indicit auctoritas. Eapropter rei veritatem presenti 
scripto commendamus de qua pacem perpetuam servari cupimus actionis ordi- 
nem subjugentes)83. 'Friede' (pax) war überhaupt Amios Lieblingsthema 84 (ein- 
mal verwendete er sogar als invocatio die Formel In nomine summe paciii
), 
und es ist wichtig zu betonen, daß sich Templer und Johanniter, in ihrem eige- 
nen Selbstverständnis und im Gegensatz zu den Ansichten ihrer mittelalterlichen 
und modernen Kritiker, als Instanzen zur Sicherung des Friedens und der Ord- 
nung sahen 86 .
>>>
36 


Jochen Burgtorf 


Betrachten wir abschließend noch die "hortikulturelle" Variante des ordo- 
Themas, welche auf die Schöpfungsgeschichte der Heiligen Schrift zurück- 
geht: dort ist das Anlegen eines Gartens und das Erlassen einer diesbezügli- 
chen Benutzungsordnung eine göttliche Aktivität 87 . Dem alttestamentarischen 
Propheten Jeremia wurde ausdrücklich aufgetragen, er solle "ausreißen ... 
und einpflanzen"88. Im Johannesevangelium wird Gott mit einem Winzer 
verglichen, der das Pruchtbringen der Reben, doh. der Nachfolger Christi, 
überwacht 89 . Als die Johanniter am 26. März 1296 Wilhelm von Villaret in 
Abwesenheit zum Meister wählten 90 , nahmen sie damit den schärfsten Kriti- 
ker des verstorbenen Meisters Odo von Pins in die Pflicht und gaben ihm 
gleichsam die Möglichkeit zu zeigen, ob er dieses Amt besser führen würde 
als sein Vorgänger. Dennoch müssen die Brüder ihre Bedenken bei dieser 
Wahl gehabt haben, denn sie legten Wilhelm als erstes, in einem Schreiben 
des Konvents vom 3. April 1296, eine Wahlkapitulation vor. In der Arenga 
dieses Schreibens bemühten die Brüder des Konventes die ebengenannten 
biblischen Bilder und verglichen den Meister mit dem Hüter eines Wein- 
bergs, der die Gewächse hüten und das Unkraut ausreißen solle, damit die 
Gewächse gedeihen und gute Früchte bringen könnten 91 . In vergangenen 
Zeiten, so die Brüder weiter, seien diese Aufgaben nicht gut erfüllt worden 
und die Gewächse des Ordens, nämlich vor allem die guten Statuten und 
Gewohnheiten, seien nicht gepflegt worden 92 . Dem Selbstverständnis der 
Johanniter zufolge hatte ihr Orden den Ansprüchen des Gottesreichs zu 
genügen und durfte in der Nachfolge Christi anderen religiösen Gemein- 
schaften nicht nachstehen. Wilhelm von Villaret ignorierte die an ihn gerich- 
teten Mahnungen allerdings zunächst und fand sich erst vier Jahre später in 
der zyprischen Zentrale seines Ordens ein. Sein individuelles Selbstverständnis 
als Meister und das kollektive Selbstverständnis der Brüder des Konvents 
waren offenbar nur mit Mühe in Einklang zu bringen. 


'" '" '" 


Die von Templern und Johannitern ausgestellten Briefe und Urkunden 
geben wertvolle Einblicke in das individuelle und das kollektive Selbstver- 
ständnis der geistlichen Ritterorden. Wie die intitulationes zeigen, waren die 
Ritterorden dem Demutsideal zwar verpflichtet, sich aber dennoch ihrer neu- 
artigen und herausgehobenen sozialen Stellung bewußt. In ihren salutationes 
erscheinen Templer und Johanniter als Gebetsverbrüderer, Kreuzzugswerber 
und psychologisch gesehen eindrucksvolle Krisenmanager. Die Arengen 
dokumentieren schließlich die Überzeugung der Templer und Johanniter, 
daß sie einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung der Kirche, der Ord- 
nung und des Friedens leisteten. 


....
>>>
Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 37 


Zukünftige Studien der formelhaften Elemente werden hoffentlich wei- 
tere Erkenntnisse zum Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden zutage 
fördern. Die vergleichende Analyse der in diesen Briefen und Urkunden 
verwendeten Formeln hat ihren besonderen Reiz. So mochten sich die Rit- 
terordensmeister in den intitulationes ihrer Urkunden des 13. Jahrhunderts 
(bei aller ihrem hohen Amt offiziell angemessenen Demut) zwar selbstbe- 
wußt darstellen, beispielsweise durch die Beibehaltung des Jerusalem-An- 
spruchs in der intitulatio des Johannitermeisters 93 oder die gelegentliche 
Verwendung des Titels "General meister" bei den Templern 94 , der Mamlu- 
kensultan nannte sie in den inscriptiones der zeitgenössischen Waffenstill- 
standsverträge dennoch nur die 'Meister der Ritter von Akkon und dem 
Küstengebiet'9s. Selbstverständnis und Fremdverständnis, Anspruch und 
Realität, treten im Hochmittelalter wie in der Gegenwart bisweilen eben 
deutlich auseinander. 


Anmerkungen 
I Zu den Ereignissen des Jahres 1187 vgI. H. E. Mayer, On the Beginnings of the 
Communal Movement in the Holy Land: The COInmune of Tyre, Traditio 24, 1968, S. 
443-457, ND in: H. Eo Mayer, Kreuzzüge und lateinischer Osten (Variorum Collected 
Studies Series, 171), London 1983, Nr, XI11; Bo Z. Kedar, The Horns of Haltin (Procee- 
dings of the Second Conference of the Society for the Study of the Crusades and the 
Latin East, Jerusalem und Haifa. 1987), Jerusalem und London 1992; J. Bronstein, 'Pro 
Defensione Fidei': The Hospital/ers' Responses to C,.ises in the Latin East, 1187-1274 
(Ph. D. Dissertation, University of Cambridge, 2000; in Vorbereitung zur Veröffentli- 
chung): J. Burgtorf, Führung,fstruktllren und Funktionsträger in der Zentrale der Temp- 
ler und Johannitel' von den Anfängen bis zum frühen 14. Jahrhundert (Dr. phiI. Disser- 
tation, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2001: englische Fassung in Vorbereitung 
zur Veröffentlichung), S. 77-82. 
2 Cronica magistri Roge,.i de Houedene. hg. v. Wo Stubbs, 3 Bde. (Rolls Series, Rerum 
Britannicarum Medii Aevi Scriptores [künftig abgekürzt: RS], 51, 1-111), London 1868- 
-1870, hier Bd. 11, S. 346-347; Gesta regis Henrici secundi Benedicti abbatis (The Chroni- 
ele of the reigns of Henry II and Richard I, A.Do 1169-1192, known commonly under the 
name of Benedict of Peterborough), hg. v. W. Stubbs, 2 Bde. (RS, 49, 1-11), London 1867, 
ND Nendeln 1965, hier Bd. 11, S. 40-41: Die lateinische Fortsetzung Wilhelms von Tyrus. 
hgo v. M. Salloch, Greifswald 1934, S. 87-88; P. W. Edbury, The Conquest qf Jerusalem 
and the Third Crusade: Source
' in Translation, Aldershot 1996, S, 165-166 (englische 
Übersetzung); R. Röhricht, Regesta Regni Hierosolymitani (MXCVll-MCCXC1), mit Addit- 
amentum, 2 Bdeo. Innsbruck 1893-1904, ND New York 1963 (künftig abgekürzt: RRH), Nr. 
669. Da der Brief neben der Eroberung Jerusalems, die am 2. Oktober 1187 stattgefunden 
hatte, das Fest der circumcisio Domini (I, Januar) als Datum der Aufuebung der Belagerung 
von Tyrus erwähnt, muß er nach dem 1. Januar 1188 geschrieben worden sein. 
] VgI. den ebenfalls zu Beginn des Jahres 1188 geschriebenen Brief des Markgrafen 
Konrad von Montferrat an König Bela III. von Ungarn, in welchem Hugo von Tiberias als 
'ehemaliger Herr von Tiberias' (Tiberiadis quondam dominus) bezeichnet wird: T. ligen,
>>>
38 


Jochen Burgtorf 


Markgraf Conrad von Montferrat, Marburg 1880. S. 135-137 (Edition); RRH, Nr. 670. 
Hugo war zu diesem Zeitpunkt durchaus lebendig, hatte aber seine galiläischen Besitzungen 
an Saladin verloren. 
Derlei Formulierung waren offenbar ein wichtiges rhetorisches Mittel der Zeit; im Septem- 
ber 1187 bezeichnete sich Fürst Bohemund III. von Antiochia in einem Brief an König 
Wilhelm 11. von Sizilien als "Noch" - Fürst von Antiochia (Ego siquidem B. per Dei gratia 
adhue prineep,v Antioeenus): R. Hiestand, Antioehia. Sizilien und das Reieh am Ende des 12. 
Jahrhunderts, Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 73, 
1993, S. 70-121. hier S. 80 und 116 (Edition) 
4 RRH, Nr. 647, 649, 659, 665, 666, 667, 668, 670. 675. 

 1. Delaville Le Roulx, Cartulaire general de /'ordre des Hospitaliers de Saint-Jean 
de Jerusalem (IlOO-/3JO), 4 Bde., Paris 1894-1905, ND München 1980, hier Bd. I, Nr. 
860, S. 547; RRH, Nr. 677. Da die Johanniter zu diesem Zeitpunkt wieder einen Meister 
hatten (Armengaud von Asp), der zudem vor Ort anwesend war. führt BoreIl hier den 
einfachen Präzeptorentitel und nicht den des Großpräzeptorso Zur Entstehung des Großprä- 
zeptorats bei Templern und Johannitern vgl. Burgtorf, Führungsstrukturen und Funktions- 
träger (wie Anm. 1), S. 155-156, und demnächst auch J. Burgtorf, From Senesc/wl to 
Grand Commander: The Templllrs' Central Convent in tlte Absence 0/ tlte Master (Aufsatz 
in Vorbereitung). 
6 G. Constable, Medieval Charters as a Source for tlte Hisrory 0/ the Crusades, in: P. 
W. Edbury, Crusade and Settlement (Papers Read at the First Conference of the Society for 
the Study of the Crusades and the Latin East and Presented to Raymond C. Smail, Cardiff, 
1983), Cardiff 1985, S. 73-89, ND in: To F. Madden, The Crusades: The Essential Rea- 
dings, Oxford 2002, S. 130-1530 
7 Ebd., S. 152-153. 
K Zur Archivgeschichte und Ordenshistoriographie der Templer und lohanniter vgl. vor 
allem R. Hiestand, Papsturkunden für Templer und Johanniter, Archh'berichte und Texte: 
Vorarbeiten zum Oriens Pontificius I (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in 
Göttingen, Philologisch-historische Klasse, 3. Folge, 77), Göttingen 1972, S. 12-38; R. 
Hiestand, Zum Problem des Templerzentralarchivs, Archivalische Zeitschrift 76, 1980, S. 
17-38; R. Hiestand, Papsturkunden für Templer und Joltanniter, Neue Folge: Vorarbeiten 
zu/n Orien.r Pontificiu.r II (Abhandlllngen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, 
Philologisch-historische Klasse, 3. Folge, 135), Göttingen 1984, S. 19; A. J. Forey, Sources 
for the Hi.rtory of the Templars in Aragon. Catalonia. and Valencia, Archives 21, 1994, S. 
16-24; A. Luttrell, The Hospitaller.v' Early Written Reeord.r, in: 1. France und W. G. Zajac, 
The Crusades and Tlteir Source
': Essays Presented to Bernard Hamilton, Aldershot 1998, 
S. 135-154. 
9 Delaville Le Roulx. Cartulaire (wie Anm. 5). 
10 A. Forey, Letters ofthe um Two Templar Masters, Nottingham Medieval Studies 45, 
2001, So 145-171. hier S, 145. 
11 Hiestand, Vorarbeiten zum Oriens Pont!ficius II (wie Anm. 8), Nr. 19-20, S. 222- 
230; Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. I, Nr. 403 und 434, S. 276-279 und 
300-301; RRH, Nr. 480 und 492a. 
12 Anonymi Chronicon Terrae Sanctae sive Libellus de expugnatione (1186-1191), hg. 
v. H. Prutz (Quellenbeiträge zur Geschichte der Kreuzzüge, I, Teil 2), Danzig 1876, S. 5 
bzw. 61 (unregelmäßige Seitenzählung); La Continuation de Guillaume de Tyr (1184-/197), 
hg. v. M. R. Morgan (Documents relatifs 1I I'histoire des croisades, publies par I' Academie 


....
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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im SpiegeL. 39 


des Inscriptions et Belles-Leures, 14), Paris 1982, S. 39; L'estoire de Eracles emperellr et la 
conqueste de la terre d'Outremer. in: Recueil des historiens des croisades, Historiens occi- 
dentaux, Bd. 2, Paris 1859, ND Westmead 1969, S. 1-481, hier S. 39-44; Das Itinerarium 
peregrinorum: Eine zeitgenössische englische Chronik zum dri1ten Kreuzzug in ursprüngli- 
cher Gestalt, hgo v. H. E. Mayer (Monumenta Germaniae Historica [künftig abgekürzt: 
MGH], Schriften, 18), Stuugart 1962, S. 248; Itinerarium peregrinorum et gesta regis Ri- 
cardi (Chronicles and memorials of the reign of Richard I), hg. v. W. Stubbs (RS, 38, I), 
London 1864. S. 6; Libellus de expugnatione Terrae Sanctae per Saladinum, hg. v. J. 
Stevenson, in: Radulphi de Coggeshall Chronicon Anglic:anum (RS, 66), London 1875, S. 
209-262, hier So 211-212. 
13 J. Burgtorf, Wind Beneath the Wings: Subordinate Headquarters Officials in the 
Hospitallmd the Temple from the Tweljih CO the Earl)' Fourteenth Centuries, in: H. Nichol- 
son, Welfare and Warfare (Second Quadrennial Military Orders Conference, London, 1996; 
The Military Orders, 2), Aldershot 1997, S. 217-224. hier S. 218-220; Burgtorf. Führungs- 
strukturell ulld Funktionsträger (wie Anm. 1). S. 64-69. 
14 A. Forey, Literacy and Learning in the Military OTllers dllring the Twelfth and 
Thirteellth Centuries, in: Ho Nicholson, We((are and Warf are (Second Quadrennial Military 
Orders Conference, London, 1996; The Military Orders, 2), Aldershot 1997, S. 185-2060 
15 Vgl. J, Riley-Smith, The First Cru.mders, /095-1131, Cambridge 1997. S. 4: "Most 
charters were drawn up by churchmen and the question arises whether the ideas expressed 
in them were fair reflections of the minds of the crusaders themselveso In fact they probably 
were. Benefactors, vendors and borrowers would certainly want to know what was being 
wriuen in Latin in their names". 
I. L. Santifaller, Urkundenforschung: Methoden. Ziele, Ergebni
'
'e, Darmstadt 1968, S. 
30-31. 
17 Forey, Le1ters (wie Anm. 10), S. 157. 
18 Vgl. H. Nicholson, Templars, Ho
pitallers lmd Teutonic: Knights: Images of the Mili- 
tary Orders, 1128-/291, Leicester 1993, S. 102-124. Hier sein nur ein Beispiel genannt. 
Am 170 Mai 1273 schrieb der Johannitermeister Hugo Revel an Graf Guido von Flandern 
und informierte ihn über den Tod des Templermeisters Thomas Berardi und fügte mit 
knappen Worten hinzu, die Lage sei schlecht (POl' ce qlle nos entendons que il \IOIIS plaira 
de {'e.rtat de la Terre, .mchiez, ,rire, qu'il e,rt malvaÜ): Comte P. Riant. Six lettres relatives 
aux croisades. in: Archives de {,Oriellt latin, Bd. I. Paris 1881. S. 383-392, hier NT. V. S. 
390-391; Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5). Bd. III. Nr. 3507, S. 290-291; RRH, 
NT. 1387. 
I¥ Diese Rolle wird in den Texten der Papsturkunden unterstrichen, vgl. J. Burgtorf, Die 
Ritterorden als Instanzen zur Friedenssicherung?, in: D. Bauer, K. Herbers und N, Jaspert, 
Jerusalem im Hoch- und Spätmittelalter: Konflikte ulld Ko'!fliktbewältigulIg - Vorstellungen 
und Vergegenwärtigungen, Frankfurt und New York 2001, S. 165-200, hier S. 171-172. 
20 Das Beispiel einer Studie eines eher fonnelhaften Elements in die "umgekehrte" 
Richtung, nämlich eine Untersuchung der inscriptiones der an die Johanniter gerichteten 
Urkunden im englischen Chartular des Ordens (Secunda Ce/merl', Essex) liegt seit kurzem 
vor: M. Gervers, Changing Forms of Hospitaller Adclre.rs in English Private Charters of the 
Twe{fth and Thirteenth Centuries, in: Z. Hunyadi und J. Laszlovszky, The Crusades alld the 
Military Orders: Expanding the Frontiers 0/ Medieval Latin Christianity (Workshop Pro- 
ceedings, Central European University, Budapest, 1999), Budapest 2001, S. 395-405. 


-
>>>
40 


Jochen Burgtorf 


21 H. Fichtenau, Arenga: Spätantike und Mittelalter im Spiegel von Urkundenformeln 
(Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband, XVI- 
II). Graz und Köln 1957, S. 8. 
22 Vgl. beispielsweise die "gekürzten" Briefe von Templern und Johannitern in H. Fin- 
ke, Acta Aragonensia: Quellen zur deutschen, italienischen, französischen. spanischen, zur 
Kirchen- und Kulturgeschichte aus der diploml11ischen Korrespondenz Jaymes ll. (129/- 
-/327),3 Bde., Berlin und Leipzig 1908-1922, hier Bd. I, Nr. 55, S. 78-79; Bd. I, Nr. 85, 
S. 122-123; Bd. I, Nr. 99, S, 146-147; Bd. lll, Nr. 54, So 122-125; Bd. lll, Nr. 65, So 145- 
-146; H. Finke, Nachträge und Ergänzungen zu den Acta Aragonensia Band /-3 (Spanische 
Forschungen der Görresgesellschaft, Reihe I: Gesammelte Aufsätze zur Kulturgeschichte 
Spaniens, Bd. 4), Münster 1933, ND Aalen 1966, Nr. 14, S. 683--684. 
2] Vgl. H. Martin, Mentalites medievales. Xe-XVe siede (Nouvelle Clio, L'histoire et 
ses problemes), 2. Auflage, Paris 1998, S. 56. Dabei muß man sich im klaren sein, daß 
weiterführende Formelstudien schon an der Komplexität des Materials scheitern könnten, 
werfen doch bereits die Untersuchungen der mittelalterlichen Herrschertitulatllren, wie die 
intitulatio-Ergänzungsbände zu den Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichts- 
forschung (1967, 1973, 1988) zeigen, eine uferlose Fülle von Fragen auf. 
24 O. Guyotjeannin, J. Pycke und B.-M. Tock, Diplomatique mldiivale (L'atelier du 
medieviste, 2), Turnhout 1993, S. 73: "La titulature utilisee par l'auteur de I'acte est le plus 
souvent revelatrice de la fa
on don't iI comprend et presente sa fonction, de I'etendue qu'il 
entend lui donner". 
23 Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. I, Nr. 46, S. 38-39; RRH, Nr. 98. 
26 A. d'Albon, Cartulaire general de l'ordre du Temple /1/9?-/150, Paris 1913, Nr. 
145, S. 102-103. 
27 R. Sarobe i Huesca, Col.lecci6 diplomatica de la Ca,ra dei Temple de Gardeny (1070- 
-12(0),2 Bde. (Fundaci6 Noguera, Diplomataris, 16-17), L1eida 1999, Ne, 149, S. 264-265. 
28 A. Ubieto Arteta, Documentos de Sigenll, Bd. I (Textos medievales, 32), Valencia 
1972, Nr. 2, S. 7-8. 
2
 Recueil des Historiens des Gaules et de la France (Rerum Gallicarum et Franci- 
carum Scriptores), Bd. XV (1060-1 i80), hg. v. M. Brial, Paris 1808, S. 540-541; M, L. 
Bulst-Thiele, Sacrae domus militiae Templi Hierosolymitani magistri: Untersuchungen zur 
Ge.rchichte de.r Templerorden.r ///8//9-/314 (Abhandlungen der Akademie der Wissen- 
schaften in Göuingen, Philologisch-historische Klasse, 3, Folge, Nr. 86), Göuingen 1974, S. 
52 und 61 (Regesten); RRH, Nr. 261. 
](, Recueil des Historiens des Gaules et de la France (Rerum Gallicarum et Franci- 
carum Scriptores), Bd. XVI (1060-1180), hrsg. v. M. Brial und L. Delisie, Paris 1878, Nr. 
124, So 38-39; RRH, Nr. 398. In einem weiteren Brief aus dem gleichen Jahr bezeichnete er 
sich gar als prucuratur indignus, d.h. als 'unwürdigen' Prokurator: Recueil des Histuriens 
des Gaules et de la France, Bd. XVI, Nr. 195, S. 60-61; RRH, Nr. 403. 
31 Forey, Letter.r (wie Anm. 10), Nr. 13, S. 166. 
)2 In diesem Fall und in den unmittelbar folgenden Fällen wird jeweils nur ein reprä.
entati- 
ves Beispiel angeführt. Johanniterprior von England (prior domus Hospitlllis in Anglia; 1185): 
Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. I, Nr. 755, S. 480-482; RRH. Nr. 64la. 
Johannitenneister (Dei permissione sancte domus Hospitalis Jerusalem humilis minister, 1192): 
Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd.I, Nr. 919, S. 583; E. Strehlke, Tabulae ordinis 
Theutonici (ex tabularii regii Berolinensis codice poti!J'simum), Berlin 1869, ND hrsg. v. H. E. 
Mayer, Jerusalem und Toronto 1975, Nr. 26, S. 23; RRH, Nr. 6990 


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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 41 


)) Templermeister von Spanien (magi,fter eiusdem Militie in quibusdam partibu.f Pro- 
vinde et Yspanie; 1185): Sarobe i Huesca. Gardeny (wie Anm. 27), Nr. 476; So 706-707. 
Templergroßpräzeptor im Westen (Cistramarinorum [sie] Templariorum humilis procura- 
tor; 1190/1191): E. Perard, Recueil de plllsieurs pieces curieuses ,fervant a l'histoire de 
Bourgogne. Paris 1664, S. 263; Bulst-Thiele, Magistri (wie Anm. 29). S. 145 (Regest); zur 
genauen Datierung vgl. H. E. Mayer, Die Kanzlei der lateinischen Könige von Jerusalem, 2 
Bde. (MGH, Schriften, 40, 1-11), Hannover 1996, hier Bd. 11, S. 910. 
)0 Johanniterpräzeptor von Akkon (preceptor Acconensis; 1207): Delaville Le Roulx, 
Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. 11. Nr. 1250. S. 64; RRH. Nr. 818. Johanniterpräzeptor des 
Westens (domus Hospitalis in cismarinis partiblls preceptor humilis; 1222): Paris, Biblio- 
th
que nationale (künftig abgekürzt: RN.). fonds fran
ais 20335 (R. de Gaignieres, Quar- 
tiers de divers chevaliers de Malte des XVle et XVIIe siecles, c1asses par ordre alphabe- 
tique, ms. s. XVIII), Bd. I, fol. 26; Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. 11, Nr. 
1758. S. 306-307. 
35 Garnier von Nablus (1185): Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. I, Nr. 
755, S, 480-482; Gilbert von Vere (1195/1197): M. Gervers, The Cartlllary of the Knights 
of St. John v/ Jerusalem in England. Secunda Camera. Essex (Records of Social and Econo- 
mic History, New Series, VI), Oxford 1982. Nr. 166, S. 104--105; Robert Thesaurarius (ca. 
1214): Gervers. Cartulary, Nr. 510, S. 290. 
]6 Robert von Dyve (1225/1234): Gervers. Cartulary (wie Anm. 35), Nr. 467, S. 264-265. 
37 Terricus von Nussa (1242): ebd., Nr. 770, S. 445-446; Elias von Smeaton (1253/ 
/1256): ebd., Nr. 56, S. 34-35; Robert von Manby (1259): ebd., Nr. 797, S. 462-463. 
)I Imbert von Peraut (milide Templi in Anglia minister humilis; 1271): ebd., Nr. 77, S. 
46; Guido von Foresta (mi/ide Templi in Anglia magÜ.ter humilis; 1273/1274): ebd., Nr. 78. 
S. 46-48. 
3V Warum Hans Eberhard Mayer den Begriff locumtenens für nicht ins Deutsche über- 
setzbar hält, vgl. H. E. Mayer. Geschichte der Kreuzzüge, 8. Auflage, Stuttgart 1995, S. 221, 
ist mir nicht ersichtlich. Man müßte nur den bisher lexikalisch weitgehend auf den mathe- 
matischen, linguistischen und zahnmedizin ischen Bereich beschränkten Begriff "Platzhal- 
ter" in die institutionengeschichliche Terminologie einführen. 
40 Die Einsetzung dieser locumtenentes bedurfte offenbar einer königlichen Genehmi- 
gung, wie der folgende Fall zeigt. Wegen Krankheit und Arbeitsüberlastung erhielt der 
englische Johanniterprior Peter von Hagharn von 1293 bis 1297 jährlich eine Genehmigung 
von König Eduard I. von England. sich durch zwei Bevollmächtigte vertreten lassen: Calen- 
dar 0/ tlte Patent Rolls Preserved in tlte Public Record Office. Prepared under the Superin- 
tendence v/the Deputy Keeper ofthe Records. Edward I, 1272-1307,3 Bde., London 1893- 
-1901, ND Nendeln 1971, hier Bdo 111, S. 16, 75, 138, 194, 256; Delaville Le Roulx, 
Cartulaire (wie Anm. 5). Bd. 111. Nr. 4217, S. 619-620, mit Anm. 1. 
41 Heinrich von Cherhill (1269): Gervers, Carlulary (wie Anm. 35). Nr. 175, S. 109- 
-110; Wilhelm von Henley (1281): ebd., Nr. 480. S. 272-273. 
42 Auf der Ebene des englischen Johanniterpriorats. bei dem des sich um eine Kapitular- 
ballei. d.h. ein normalerweise nur vom Generalkapitel zu besetztendes Amt, handelte. oblag 
nach den II,mnces (Gewohnheiten) der Johanniter von 1239/1271 die Einsetzung eines 10- 
cumtenens dem Prior selbst, so dieser (noch) dazu in der Lage war. ansonsten dem Meister 
und seinem Rat: Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. 11, Nr. 2213 * 90 und 92, 
S. 549; RRH. Nr. 1093a. 


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Jochen Burgtorf 


4) Wilhelm von Henley (sancte domus hospitalis sancti lohannis lerusalem humilis 
prior in Anglia; 1289): Gervers, Cartulary (wie Anm. 35), Nr. 653, S. 372-373. 
44 Joseph von Cancy (1277): ebd., Nr. 250, So 155-156; Wilhelm von Henley (1289): 
ebd., Nr. 653, S. 372-373; Peter von Hagharn (1290/1297): ebdo. Nr. 163, S. 102-103; 
Wilhelm von Tothaie (1301): ebdo, Nr. 74, S. 43--44. 
45 Luke Marsh (1242/1275): ebd., Nr. 472, S. 267-268; Benedikt von Hagharn (1260): 
ebd., Nr. 481, S. 273-274; Thomas of Lydeard (1271/1272): ebd., Nr. 243, S. 150--151; 
Roger Maulovel (1280): ebdo, Nr. 96, S. 61-62; Adam von Hagharn (1304): ebd., Nr. 254, 
S. 159; Johann Daccombe (1314): ebd., Nr. 640, S. 363-364. 
46 1. Samuel 2, Vers 4 (arcu.flortium confractu.f e.ft, et infirmi accincti .funt robore) und 
8 (suscitat de pulvere egenum et de stercore elevat pauperem, ut sedeat cum principibus et 
solium gloriae teneat); Psalm 147, Vers 6 (sustentat mansuetos Dominus, humilians autem 
peccatores usque ad terram); Lukas I, Vers 51-52lfecit potentiam in brachio .fUO, dispersit 
superbos mente cordis sui; deposuit potentes de sede et exaltavit Ilt/mi/es); Philipper 2, Vers 
8-9 (humiliavit semetipsum .factus oboediens usque ad mortem, mortem autem aucis; pro- 
pter quod et Deus il/um exaltavit et donavit il/i nomen, quod est super omne nomen). 
47 Vg1. beispielsweise den Brief des Templermeister Thomas Berardi an den englischen 
Templergroßpräzeptor Amadeus vom 4. März 1260: Annales monasterii de Burton (1004- 
-/263). hg. v. H. R. Luard, in: Annale.f monastici. Bd. I (RS. 56. I). London 1864, S. 183- 
-510. hier S. 491-495: Frater TllOmas Berardi, Dei gratia pauperis militum Templi magi- 
ster humilis, dilecto suo viro religioso et discreto, Iratri Amedeo domorum Templi in Anglia 
magno preceptori; RRH, Nr. 1299. 
48 Vgl. die Einigung zwischen dem Templermeister Odo von St. Amand und dem 
Johannitermeister Roger von Moulins vom Februar 1179 (ego Odo sancti Amancii magister 
humili.f mi/icie Templi egoque ROlgerius de Molinis hll1nili.f minister Ho.fpilali.f lheru.mlem): 
Hiestand, Vorarbeiten zum Oriens Pontificius 1I (wie Anm. 8). Nr. 27-28, S. 237-247; 
Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. 1, Nr. 558-559, S. 378-380; RRH, Nr. 
572-574, Es ist vielleicht nicht von ungefähr. daß das Adjektiv humili.f für beide Meister 
ausgerechnet in diesen Urkunden vom Februar 1179 auftaucht, waren sie doch auf Anord- 
nung Papst Alexanders 111. zustandegekommen. 
49 Vg1. Guyotjeannin u.a., Diplomatique midi/vale (wie Anmo 24), S. 75-76. 
50 Paris, B.N., nouvelles acquisitions latines (künftig abgekürzt: n.a.l.) 1-71 (Marquis 
A. d' Albon, Canulaire de l'ordre du Temple, ms. s. XIX-XX), hier 49, fo1. 250 
51 Paris, B,N., n.a.1. 48, fo1. 37-38; L Dailliez, Les Templier.f: Flandre, Hainaut, 
Brabant, Liege et Luxembourg, Nizza 1978, S. 374 (Edition); vgl. J. Burgtorf, Leadership 
Stru£"1ures in the Orelers 0/ the Hospital and the Temple (Tweljih to Early Fourteenth 
Century): Select Aspects, in: Z. Hunyadi und J. Laszlovszky, The Cru,mdes and the Military 
Orders: Expanding the Frontiers 01 Medieval Latin Christianity (Workshop Proceedings, 
Central European University. Budapest, 1999), Budapest 2001, S. 379-394, hier S. 388. 
52 Delaville Le Roulx. Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. 111. Nr. 4157, S. 592-593; RRH, 
Nr. 1513. 
53 H. Eo Mayer, Two Unpublished Letters on the Syrian Earthquake 01 /202, in: So A. 
Hanna, Medieval and Middle Eastern StIldies in Honor 01 Aziz Suryal Atiya, Leiden 1972, S. 
295-310, ND in: H. E. Mayer, Kreuzzüge und lateinischer Osten (Variorum Collected 
Studies Series, 171), London 1983, Nr. X, hier Nr. I, So 306--308; RRH. Nr. 789. 
54 Ebd., Nr. 2, S. 308-310. 


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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 43 


55 Ebd., Nr. I, S. 306-308: Igitur domine virtlltum, rex excellentissime, Terra Dominice 
Nativitatis sedens in dolore et miseriis. iam fere kalamitatibus extincta. vestra respiret 
dementia, vestro consilio consoletur desolata; RRH, Nr. 789. 
56 Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. 11, Nr. 2540, S. 698; RRH, Nr. 1192. 
57 Paris, RN., nouvelles aequisitions fran
aises 7329-7455 (F. de Camps, AbM de 
Signy, Collection de copies des pieces sur I'histoire de France, ms. s. XVlIl), hier 7352, fol. 
29' -30; F. Duchesne, Hi.
toriae Franeorum Scriptores, Bd. V (a Philippo Augusto rege 
usque ad regis Philippi dicti pulchri tempora), Paris 1649, S. 272; RRH, Nr. 1251. 
58 Paris, BoN., n.a.1. 61, fol. 116; zur Datierung vgl. ebd., fol. 116 und 356 (Original: 
London. Public Reeord Office, Ancient Correspondence, Bd. XXI. Nr. 6, ms. s. XIII, stark 
lückenhaft). 
59 Forey, Letters (wie Anm. 10), So 157. 
60 Ebd., Nr. 5, S. 162. 
61 Ebd., Nr. 6, S. 162-163. 
62 Ebd., Nr. 7, So 163. 
6) Ebd., Nro 15, S. 167. 
M Ebd., Nr. 11, S. 164-1650 
65 Ebd., Nr. 12, S. 165-166. 
66 Ebdo, Nr. 14, S. 166-167. 
61 Vgl. 1. Könige 3, Vers 14 (Si autem ambulaveris in viis meis et custodieris praecepta 
mea et mandata mea, sicut ambulavit David pater tuus, longos faciam dies tuos). 
6& Chronica regia Coloniensis (Annales maximi Colonienses), hrsg. v. G. Waitz (MGH, 
Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi, 18). Hannover 1880, S. 
137-138; Annales Colonienses maximi, hrsg. v. K. Pertz, in: MGH, Scriptores, Bd. 17, 
Hannover 1861, So 723-847, hier S. 793; RRH, Nr. 660; vgl. J. Prawer. Crusader Institut- 
ions, Oxford 1980, S. 485, Anm. 13. 
M Magni presbyteri Annllles Reic:herspergenses, ed. W. Watten bach, in: MGH. Scripto- 
res, Bd. 17, Hannover 1861, S. 439-534, hier S. 507-508; Gesta regis Henrici secundi, hg. 
v. Stubbs (wie Anmo 2), Bd. 11, S. 13-14; Cronica magistri Rogeri de Houedene. hg. v. 
Stubbs (wie Anm. 2), Bd. 11. S. 324-325; Gervasii monachi Cantuariensis Opera. quae 
exstant, historica, hrsg. v. W. Stubbs (RS, 73), London 1879, S. 375; Aimerici patriarchae 
Antiocheni et Terrici Templariorum magni praeceptori.
 epi.
tolae, hrsg. v. J.-Po Migne, in: 
Patrologia Latina, Bdo CCI, Paris 1855, Nr. 4. Sp. 1408-1409; RRH. Nr. 660; vgl. W. 
Holtzmann, Quellen und Forschungen zur Geschichte Friedrich Barbaros.ms, Neues Archiv 
der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 48, (1930), S. 384--413, hier So 409 
(Nachweis: London, British Library, Additional Manuscripts 24145 [Cronica Sigeberti Gem- 
blaeensis monachi), ms. s. XII, fol. 77v, Nr. 3). 
70 Cronica magistri Rogeri de Houedene, hg. v. Stubbs (wie Anmo 2), Bd. 11, So 346- 
-347; Gesta regis Henrici secundi, hrsg. v. Stubbs (wie Anm. 2), Bd. 11, S. 40-41; Lateini- 
sche Fort,
etzung Wilhelm,
 von Tyrus, hrsg. v. Salloch (wie Anmo 2), S. 87-88; Edbury, 
Conquest of Jerusalem (wie Anm. 2). S. 165-166 (englische Übersetzung); RRH. Nr. 669. 
71 Psalm 18, Vers 51 (magnijkans salutes regis sui et faciens misericordiam christo suo 
David et semini eius usque in saeculum). 
72 Heinrich Fichtenaus Untersuchung der mittelalterlichen Arenga basierte nach des 
Autors eigenen Angaben auf etwa 480000 Urkunden. Darunter war allerdings. wenn man 
dem Ausstellerverzeichnis trauen darf, offenbar keine Urkunde eines Ausstellers der Ritter- 
orden. Vgl. Fichtenau, Arenga (wie Anm. 21), So 10. 


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Jochen Burgtorf 


7] VgI. P. Classen, Kaiserre.rkript und KÖnig.rurkunde: Diplomatische Studien zum rö- 
misch-germanischen Kontinuitätsproblem, Teil 1, Archiv für Diplomatik 1 (1955), S. 1-87; 
H. Fichtenau, Note sur l'origine du priambule dans les diplfimes midiivaux, Le moyen äge 
11 (62), 1956, S. 1-10; Fichtenau, Arenga (wie Anm. 21). Methodisch interessant sind vor 
allem auch die neueren Spezialstudien, die sich entweder auf die Arengen bestimmter geo- 
graphischer Regionen. Institutionen, Einzelpersonen oder Personengruppen konzentrieren. 
Vg1. beispielsweise M. Zimmermann, Protocoles et preambules dans les documents cata- 
lans du Xe au Xlle siede: Evolution diplomatique et sign(fication spirituelle, Melanges de la 
Casa de Velazquez 10, 1974, So 41-76; 11. 1975, 51-79. In der Arenga einer Urkunde des 
11. Jahrhunderts aus der Abtei Marmoutier konnte eine Passage aus Sallusts De conillratio- 
ne Catilinae nachgewiesen werden: 00 Guyotjeannin, Un preamhule de Marmoutier imiti 
de Salluste au Xle siede et ses antecldents. Bibliotheque de I'Ecole des Chartes 138.1, 
1980. S. 87-89. Ein hervorragendes Beispiel für eine systematische Untersuchung von Arengen 
zum Zwecke der Erstellung eines Persönlichkeitsponräts ist L. Morelle, Un "gregorien" au 
miroir de ses chartes: Geoffroy, eVfque d'Amiens (1104-1 J 15), in: M. Parisse, Apropos des 
ac:tes d'evfques: Hommage a Luc:ie Fossier, Nancy 1991, S. 178-218. Zur Untersuchung 
des Selbstverständnisses im Spiegel von Urkundenarengen vg1. auch die umfassende Studie 
von K. Sonnleitner, Die Darstellung des bisch
flichen Selbstverständnisses in den Urkun- 
den de.r Mittelalters: Am Beispiel des Erzbistums Salzburg und der Bistümer Pas.rau und 
Gurk bis 1250, Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde 37, 
1991, S. 155-305. 
14 Fichtenau, Arenga (wie Anm. 21), So 7. 
15 VgI. N. Damsholt. Kingship in the Arengas oI Royal Danish Diplomas, 1140-1223, 
Mediaeval Scandinavia 3 (1970), S. 66-108, hier S. 67, 69, 71, 102-108; J. Avril, Ohser- 
vance mona,rtiqlle et .rpiritualite dan.r le.r preambule.r de.r acte.r (Xe-Xllle .riedes), Revue 
d'histoire ecclesiastique 85, 1990, S. 5-29, hier S. 50 
1. Vg1. Guyotjeannin u.a., Diplomatique midiivale (wie Anm. 24), S. 76; Avril, Obser- 
vance monastique (wie Anm. 75), S. 6-7; Damsholt, Kingship (wie Anm. 75), S. 96. 
11 Paris, B.No, n.a.1. 47, foI. 202-203. 
18 So Riezler, Fürstenbergisches Urkundenbuch, 2 Bde., Tübingen 1877, hier Bd. 11. Nr. 
584, S. 387-388; Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd, III, Nr. 3455, S. 269 
(Regest). Es handelt sich hier um eine Anspielung auf Lukas 9, Vers 62 {ait ad illllm le.ru,r: 
"Nemo mittens manum suam in aratrum et aspic:iens retro, aptus est regno Dei")o 
19 W. Irgang, Urkunden und Rege.rten zur Ge.rchichte de.r Templerorden.r im Bereich des 
Bistums Cammin und der Kirchenprovinz Gne.ren, nach Vorlage von Helmut Lüpke, Köln 
und Wien 1987, Nr. 75, S. 72-73. 
80 Zugegebenermassen gibt es unter den Arengen, die den ordo der Dinge betonen, 
ausgesprochen nüchterne Exemplare, wie jene aus einer Urkunde Bertrams, des Templerprä- 
zeptors von Deutschland, Böhmen, Polen und Mähren, von 1294, in der es heißt, 'es sei 
ausdrücklich vorgesehen durch göttliche wie auch menschliche Gesetze. daß die Handlun- 
gen der Lebenden durch öffentliche und private Rechtsinstrumente geregelt würden' (Divi- 
nis rite provisum est legibus et humanis gesta modernorum public:is et privati
' providere 
instrumenti
'): Irgang, Urkunden und Regesten (wie Anmo 79), Nr, 72, S. 69-70. 
1I Paris, B.N., n.a.!. 48, fot 37-38; Dailliez, Templiers (wie Anm. 51), S. 374 (Edition); 
vgI. Burgtorf, Leadership Structures (wie Anm. 51), hier S. 3880 
82 Paris, B.N., n.a.!. 43, fot 46-47; zur Datierung vg1. ebd. 
83 Paris, B.N., n.a.I. 48, fot 56-57; Dailliez, Templiers (wie Anmo 51), S. 375 (Edition).
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Das Selbstverständnis der Templer und Johanniter im Spiegel... 45 


84 Vgl. Burgtorf, Ritterorden (wie Anm. 19), hier S. 199-200, 
U Paris, B.N., n.a.1. 48, fol. 37-38; Dailliez. Templiers (wie Anm. 51), S. 374 (Edition); 
vgl. Burgtorf, Leadership Structures (wie Anm. 51), hier S. 3880 
86 Vgl. Burgtorf, Ritterorden (wie Anm. 19). S. 165-200. 
81 Genesis 2, Vers 8 (et plantavit Dominus Deus paradisum in Eden ad orientem. in quo 
posuit hominem. quem formaverat)o 
88 Jeremia I. Vers 10 (ecce con.
titui te hodie super gentes et super regna. ut evellas et 
destruas et disperdas et dissipes el aed!fices et plan/es); vgl. Avril, Observance monastiqlle 
(wie Anmo 75), S. 16, mit Anm. 3 und 4: Gottfried von Leves. Bischof von Chartres (1116- 
-1148), bediente sich der genannten Jeremiaworte in einer seiner Urkundenarengen. 
89 Johannes 15, Vers 1-2 (Ego sl/m vilis vera, et Paler melis agricola esto Omnem 
palmitem in me non ferentem fructum tollit eum; et omnem, qui fert fruetum, purgat eum. ut 
fructum plus afferat). 
\XI Paris, B,N., fonds franc;ais 6049 (G. de Saint-Etienne, Regles de Saint-Jean de Jeru- 
salem, ms. s. XIV), fol. 2450 Vgl. Delaville Le Roulx, Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. 111, S. 
681, Anm. 2. 
91 Delaville Le Roulx. Cartulaire (wie Anm. 5), Bd. III. Nr. 4310, S. 681-683, hier S. 
682: Sire. nos trovons en la sainte escripture que, quant Nostre Sire aloit par terre, qu'iljist 
un cortill vigne, ouquel il mit plusor.
 bone.
 plan/es. et establi gardien a cele vigne. et dona 
por doctrina audit gardien de la vigne que il les diles plantes deusI bien garder. et ql/e les 
deust sovent anetoir de males herbes. Et Ii dist que, se il 0 fasoit en si, que les plantes 
profiteroient et tendroient bon fmt. 
\12 Delaville Le Roulx. Canulaire (wie Anm. 5), Bd. III, Nr. 4310, S. 681-683, hier S, 682. 
93 Hier sei nur ein Beispiel genannt: Delaville Le Roulx, Cclrlulaire (wie Anm. 5), Bd. 
IIl, Nr. 3917, S. 484-485 (1285: frater Johanne.
 de Villaribu,
, sancte domu,
 Hospitali.
 
Jhertlsalem Dei gratia magister hl/milis ac pauperum Christi Cl/stos). Der Hinweis auf 
Jerusalem findet sich freilich bis heute in den offiziellen Namen der verschiedenen Zweige 
des Johanniterordens. 
94 Bulst-Thiele, Magislri (wie Anm. 29), S. 256 (Regest einer Urkunde von 1259 mit 
Textallszügen: Fraler Thomas Berardi, generalis magister domus el tOlius ordinis militie 
Templi ultramarini). Den Titel "Großmeister" (magister maior oder magnus magister) führte 
der Templermeister selbst nie. auch wenn er gelegentlich als solcher bezeichnet wurde. vgl. 
ebd., S. 289. Bereits 1181 hatte Fürst Bohemund 111. von Antiochia (bzw. sein Kanzler 
Johannes) den Johannitermeister als magÜter magnu.
 Ho.
pitali,
 bezeichnet: Delaville Le 
Roulx. Cartulaire (wie Anm. 5). Bd. 1. Nr. 614. S. 417-418; RRH, Nr. 610; hierbei handelt 
es sich jedoch Hans Eberhard Mayer zufolge um eine "Diktateigenheit: Mayer, Kanzlei (wie 
Anm. 33), Bd. II, S. 526-527. Der Johannitermeister bezeichnete sich vor 1310 nicht selbst 
als "Großmeister". 
9
 P. M. Holt, Early Mamluk Diplomllcy (1260-1290): Treaties ofBaybars and Qaliiwun 
with Chri,
tian Ruler.
 (Islamic History and Civilization: Studies and Texts, 12), Leiden, 
New York und Köln 1995, S. 34 (Vertrag zwischen Sultan Baybars und den Johannitern von 
1267: the galtemt Master N., Master of the Order of the Hospital such-and-such in Acre and 
the Coastlancls), 49 (Vertrag zwischen Sultan Baybars und den Johannitern von 1271: the 
Master Hugh Revel, Master 0/ all the Order 0/ the Hospital 0/ SI. John in IlIe Coasllands), 
66 (Vertrag zwischen Sultan Qalawun und den Templern von 1282: the Masler Brother 
William of Beaujeu. Master of the Order of the Templars in Acre and the Coastlands). 


..l-
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ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HlSTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Sophia Menache (Haifa) 


A Clash of Expectations: Self-Image versus the Image of the 
Knights Templar in Medieval Narrative Sources 


In a paper read before the Royal historical Society twenty years ago, 
Malcolm Barber made the following claim: "The first Templars:' he said, 
"were typical of their generation: pious laymen seeking an outlet for their 
religious impulses. However, the nature of their action was directly inspired 
by one particular aspect of the reformist impetus of the eleventh century, that 
of the idea of the mi/es Christi." Later on, when discussing the factors that 
brought about the abolition of the Order, he concluded thusly: "The empathy 
between the Templars and the interests of lay aristocratic society which can 
be seen in the twelfth century had its dangers, for when it began to be 
believed that the Templars fell short of the ideal, the reaction could be as 
hostile as the initial reception had been enthusiastic"l. 
This paper deals with two main questions raised by Barber' s conclu- 
slons: 


First, to what degree did the Templars actually represent the ideals of 
twelfth- century aristocracy? Along the same lines, to what extent did 
they indeed assimilate the idea of mi/es Christi and attempt to accom- 
plish this ideal in actual practice? 
Answering these questions raises another issue, one that is no less im- 
portant; namely: 
To what degree did contemporaries recognize the Templars' devotion, or 
lack of it, to the ideals that they were expected to endorse? And to what 
extent did these attitudes indeed influence reactions to the suppression of 
the Order later on? 
One of the main problems in dealing with images and self-images con- 
cems the reliability of the written word in regard to the state of affairs in 
actual practice. To be more precise, one may ask in the Templar context, to 
what degree did the Rule of the Order or Bemard de Clairvaux' s treatise on 


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48 


Sophia Menache 


its behalf, De Laude Novae Militiae, indeed reflect the actual behaviour 
norms of the Templars? Or, rather, were them both an ideal to be sought in 
a non-defined future? Answers to such questions will be problematic and 
therefore no more than some hypotheses can be suggested in reply. 
The introductory chapter of the Rule offers essential information about 
the "new knighthood" that the Templars were expected to bring to life: 
We speak firstly to all those who secretly despise their own will and desire 
with a pure heart to serve the sovereign king as a knight and with studious care 
desire to wear, and wear permanently, the very noble armour of obedience. 
And therefore we admonish you, you who until now have led the lives of 
secular knights, in which Jesus Christ was not the cause, but which you em- 
braced for human favour only, to follow those whom God has chosen from the 
mass of perdition and whom he has ordered through his gracious mercy to 
defend the Holy Church, and that you hasten to join them forever 2 . 
This passage, which opens the Primitive Rule, gives some indication of 
the monastic vow of the Templars, first and foremost their commitment to 
obedience and stability. The permanent nature of the Templars' vow is 
mentioned twice, notwithstanding the fact that the Rule itself refers later to 
the possibility that knights might join the Order for a predetermined period 
during their stay in the Holy Land 3 . To these tenets, which are of a practical 
nature, the Rule attaches two ideological principles: the belief in God's 
choice and the knights' devotion to the Holy Church. These principles high- 
light the chasm between Templars and knights who inhabit the secular world 
- whom contemptuously the Rule cites as "the mass of perdition". 
It is not difficult to detect a dose resemblance of these concepts to those 
expressed by Urban 11 at Clermont. Despite the different versions of the 
speech attributed to the pope, they all place emphasis on the gap between 
the knights who will depart overseas and those who will remain in Europe, 
thereby continuing a sinfullife. According to Fulcher of Chartres, who wrote 
his account between 1100 and 1106, the pope exhorted Christian knights to 
dramatically change their way of life. He quotes Urban as saying: "Let those 
who were formerly brigands now become soldiers of Christ, those who on ce 
waged war against their brothers and blood-relatives fight lawfully against 
barbarians, those who until now have been mercenaries für a few coins 
achieve eternal rewards."4 Guibert of Nogent, who wrote before 1108, gives 
a more personal "touch" to the papal call: "Until now you have fought 
unjust wars", he has the pope saying. "You have often savagely brandished 
your spears at each other in mutual carnage only out of greed and pride, for 
which you deserve eternal destruction and the certain ruin of damnation! 
Now we are proposing that you should fight wars which contain the glorious 


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A Clash of Expectations: Self-Image versus the Image... 49 


reward of martyrdom, in which you can gain the title of present and eternal 
glory"'. We have here the same motifs that later characterized De Laude, 
written in the 1130's. In that treatise, Bernard de Clairvaux specified in 
detail how the militia Dei differed from those knights who remained in the 
secular world, whom Bernard termed in a rather pejorative manner, malitia 
saecuLi6. These similarities appear rather natural if one bears in mind the 
possibility that Bernard had a copy of the Rule when he wrote his treatise1. 
Clause two of the Rule further strengthened the impenetrable gap be- 
tween Templars and secular knights: 
Above all things, whosoever would be a knight of Christ, choosing such holy 
orders, you in your profession of faith must unite pure diligence and firm 
perseverance, which is so worthy and so holy, and is known to be so noble, that 
if it is preserved untainted for ever, you will deserve to keep company with the 
martyrs who gave their souls for Jesus Christ. In this religious order has flour- 
ished and is revitalized the order of knighthood. This knighthood despised the 
love of justice that constitutes its duties and did not do what it should, that is, 
defend the poor, widows, orphans and churches, but strove to plunder, des poil 
and kinK. 
The goal is clear: as against secular knighthood, the stereotyping of 
which - one may say even whose demonization - began in Clennont, we 
have here a description of the ideal Christian knight, so dear to ecclesiastical 
authors. The Templars are expected to devote themselves to the Holy Church; 
they have been chosen by Jesus to perform the most holy of duties: to fight 
the Infidel in the Holy Land and to recover the Holy Sepulcher. Unlike the 
mercenary nature of secular knights, the Templars will be worthy of eternal 
reward and like most brave knights who fight a bellum sacrum, the Tem- 
plars indeed deserve to be in the company of martyrs - a claim that Bernard 
de Clairvaux promoted to the utmost during his preaching of the Second 
Crusade 9 . 
These quotations of Fulcher, Guilbert, and Bernard, clearly show that 
the Templars' ideology, as defined in the Rule, and their original image, as 
carefully depicted in De laude, reflect well-known patterns that developed in 
late-eleventh, early twelfth-century ecclesiastical circles. Moreover, the con- 
trast between good knights (i.e., the Templars) and bad knights (Le., secular 
knights) corresponds to a well-known psychological mechanism that pairs, 
at opposite ends, virtues and vices, moral principles and human weaknesses. 
Every stereotype combines psychological elements of security and insecuri- 
ty. In order to affirm self-confidence, stereotypes often rely on a "group of 
reference," the security of group A being dependent on or concomitant with 
the shortcomings of group BIO. In our context, the Templars' many virtues 


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50 


Sophia Menache 


were significantly contrasted with the many vices of secular knights. Still, 
each stereotype contains a "kernel of truth"; even in a circuitous way, then, 
it reflects some aspects of sociallife ll . One wonders if this was indeed so in 
the Templars' context. 
On a theoretical plane, the Rule does not leave room for doubt as to the 
moral profile of the new knighthood, in which poverty and modesty play 
a crucial role. The Rule names the usual shortcomings among secular knights 
and exhorts the Templars to avoid them by every means. Clause 18, for 
example, concerns the knights' dress, which "should be without any finery 
and without any show of pride"12. The Rule further forbids pointed shoes 
and shoe-Iaces, explaining that "it is manifest and weil known that these 
abominable things belong to pagans"l3. Gold or silver on bridles, stirrups, 
and spurs are forbidden, too (c. 52, c. 327-334, fL). The Templars were also 
bid to maintain silence (c. 3 I), to avoid laughter (c. 32), and to evade the 
vices that poison secular society, such as envy, rumour, spite, and slander (c. 
48). Though the brothers were called to avoid excessive abstinence (c. 34), 
they were completely forbidden to hunt by means of birds or dogs (c. 55). 
The Rule also displays special concern with the avoidance of women, whose 
company is described as "a dangerous thing, for by it the old devil has led 
many from the straight path to Paradise" (c. 70). It goes on: "We believe it 
to be a dangerous thing for any religious to look too much upon the face of 
women. For this reason, none of you may presume to kiss a woman, be it 
widow, young girl, mother, sister, aunt or any other, and henceforth the 
Knighthood of Jesus Christ should avoid at all costs the embraces of wom- 
en, by which men have perished many times, so that they may remain 
eternally before the face of God with a pure conscience and sure Iife" 
(c. 71)14. 
The question still stands, to what degree did the knights put this moral 
code dictated by their own Rule into actual practice? Or, should one look at 
the Rule as an expression of ecclesiastical expectations with regard to the 
religious and socio-political role that the Christian knights were to perform 
in Christendom? 
The Primitive Rule was the result of the Council of Troyes, which began 
its deliberations on January 13, 1129. By this date, the Order of the Temple 
had been in existence for several years and had built up its own traditions 
and customs. Judith Upton-Ward, who translated the Rule into English, 
claims that the Primitive Rule was based to a considerable extent upon 
existing practices lS . Still, the degree to wh ich the Rule indeed reflects "ex- 
isting practices" or wishful thinking is difficult to establish. One may as- 
sume that in the early years of the Order, the knights fulfilled their vow of
>>>
A Clash of Expectations: Self-Image versus the Image... 51 


poverty both because of their religious beliefs and because of the socio- 
economic and security conditions prevailing in the Holy Land. Contempo- 
rary sources refer, full of praise, to the humble first stages of the Temple 
under the leadership of Hugh of Payns and Godfrey of St. Omer, who both 
had vowed before the Patriarch of Jerusalem to observe quasi-monastic lives 
of poverty, chastity, and obedience. This dedication was seen as preparatory 
to a self-imposed charitable task, that of protecting Christian pilgrims to the 
holy places. A drawing that shows two Templars on one horse emphasizes 
the modest beginnings of their association l6 . 
The vow of poverty of the first Templars, real or symbolic, was not, 
however, a component of the social code of the twelfth-century aristocracy. 
It seems to have been more in tune with the ideals of other religious move- 
ments, such as the Valdensians in the twelfth-century and the Franciscans in 
the thirteenthl7. Both of these movements, in their tortuous path between 
orthodoxy and heresy, tumed poverty into their raison d'etre. In any case, 
the next stages in the development of the Order, from the second half of the 
twelfth century, relegated the vow of poverty to the margins of Templar life. 
This was perhaps a natural outcome of the proliferation of the Order's activ- 
ities, which, besides the fight against the Infidel, came to include financial 
transactions on both shores of the Mediterranean l8 . The reversal in character 
did not go unnoticed by contemporaries and the former praise of the Order 
was gradually replaced by sharp criticism. 
Disapproval of the Templars finds ample echo in both narrative and 
documentary sources, such as the writings of William of Tyre l9 , John of 
Salisbury20, Walter M ap 2', and James of Vitry22, as weH as in anonymous 
chronicles 23 and in the protocols of Church councils 24 . Of the many faults 
attributed to the Templars, we will focus on their betrayal of the vow of 
poverty - specificaHy, on the lust and greed attributed to the knights - and 
attempt to ascertain the relative influence of this charge among those brought 
to justify the later dissolution of the Order 2S . The testimony of William of 
Tyre is enlightening in this regard 26 : 
They are said to have vast possessions, both on this side of the sea and 
beyondo There is not a province in the Christian world today that does not 
bestow some part of its possessions upon these brethren, and their property 
is reported to be equal to the riches of kings ['00]. For a 10ng time they 
remained faithful to their noble purpose and carried out their profession 
wisely enough. At length, however, they began to neglect humility, the 
guardian of all virtues [oo.].They withdrew from the patriarch 01' Jerusalem, 
from whom they had received the establishment of their Ord
r and their 
first privileges, and refused hirn the obedience which their predecessors had 


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52 


Sophia Menache 


shown hirn. To the churches of God also they became very troublesome, for 
they drew away from them their tithes and first fruits and unjustly disturbed 
their possessions 27 . 


Whether the judgment of William of Tyre was biased or not, it enjoyed 
wide popularity among medieval authors, who quoted his Historia rerum in 
partibus tran:'imarini.r; gestarum as an authentie source and relied on the 
author's familiarity with both the Templars and current events in the Holy 
Land 28 . Criticism of the Templars' greed and of their abuse of papal privi- 
leges was also shared by John of Würzburg, a German priest who came to 
the Holy Land around 1165 29 , Pope Innocent IIIJO, and Pope Honorius III31, 
aIl of whom did not rely on WiIliam of Tyre but had their own information 
sources. Matthew Paris, as weIl, critieaIly reports the immense wealth of the 
Templars, whieh he evaluated at about ni ne thousand manors, "besides the 
emoluments and various revenues arising from their brotherhoods, and from 
procurations, aIl of which are increased by their privileges"32. 
By the mid-twelfth century, therefore, the Templars - as their contempo- 
raries described and eventually also criticized - had gradually forsaken pov- 
erty and become feudallandlords who advance their own interests by any 
and aIl means, not always in accordance with either the secular c1ergy or the 
papacy. Did these charges justify the dissolution of the Order by special 
apostolic mandate at the Council of Vienne? Without analyzing the factors 
behind the policy of Philip the Fair and Clement V33, we may still ask, to 
what degree did contemporaries see in the dissolution of the Temple a just 
punishment for their behaviour, especially, their betrayal of poverty? One 
may further ask, to what extent did the ideal of poverty have the same 
appeal at the early fourteenth century as it had two-hundred years earlier, at 
the beginnings of the Order? 
Although the evangelical message was not changed and Jesus' call to 
abandon aIl property and to foIlow hirn (Matt. 19: 21; Luke 12: 33) did not 
lose its worth, there were some considerations at the beginning of the A vi- 
gnon period that actually put into question the merits of poverty and so 
jeopardized the status of the poor in Christian society as the beloved chil- 
dren of the Lord 34 . The embracement of poverty by heterodoxieal move- 
ments that chaIlenged the authority of the Church did not make matters any 
easier. The Pseudo-Apostles, the brothers of the Free-Spirit, the FlageIlants, 
the late Valdensians, to mention just a few, undoubtedly undermined the 
status of poverty in Christendom, especiaIly when this virtue was preached 
by laymen. Whether the Templars should be regarded as monks or laymen is 
a legitimate question and one that Philip the Fair hirnself had raised when he
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A Clash of Expectations: Self-Image versus the Imageoo. 53 


asked for the University of Paris' opinion about the ultimate fate of the 
Order and its wealth 35 . 
One may however argue that Philip the Fair's appeal to the University 
was a biased one, coming as it did from the same king who not only arrested 
the Templars but also coveted their wealth. Still, the reactions of contempo- 
rary chroniclers, whether supporters or adversaries of royal policy, to the 
arrest of the Templars in 1307 did not mention the Templars' betrayal of 
poverty as a reason - let alone, justification - for their arrest. Neither did 
Capetian propaganda, which issued only general statements and did not 
elaborate on the charge. Throughout the 127 charges brought against the 
Order and its members, there are only four clauses in regard to this betrayal: 
Item, that charitable gifts in the said Order were not made as they ought, nor 
was hospitality offered. 
Item. that they did not reckon [it] a sin in the said Order to acquire properties 
belonging to another by legal or illegal means. 
Item, that it was authorized by them that they should proeure, increase, and 
profit to the said Order in whatever way they could by legal or illegal means. 
ltem, that it was not reckoned a sin to commit per jury on this account3
. 
If one bears in mind the meticulous care with which Capetian propagan- 
da described in detail the heretical and demonic practices ascribed to the 
Templars, the accusations concerned with poverty seem rather a Hp service 
to ethical norms, if not practices, that were widespread throughout a11 the 
monastic orders. Moreover, hospitality and care of the poor were not among 
the Templars' goals, but those of the Hospita11ers. Where these accusations 
of the royal court reflected, too, in other contemporary documents? 
The prevailing mood at the time may be gleaned from the many reac- 
tions to the arrest of the Templars and the Order's eventual dissolution. 
Most chroniclers in France were shocked by the arrest, which they described 
as an "incredible, extraordinary event"37. As reported by Jean de St. Victor: 
In the early hours of the morning, on Friday the 13th of October. astrange 
event occurred, the likes of which have never been heard since ancient times. 
The Grand Master of the Temple [00'] was arrested in the Temple of Paris and. 
on the same day, all Templars in France were suddenly arrested and incarcer- 
ated in various prisons. Everybody was stunned by such action [but assumed 
that] it was ordered by the Roman curia, in consultation with the king [00']' On 
the following Sunday, a public preaching was held in the king's gardens. The 
reasons for the arrest were there explained to the people and the aforesaid 
matter was discussed [...] so that the people might not be too violently shocked 
by the sudden arrest, since the Templars were most powerful, both in riches 
and renown 38 . 


--
>>>
54 


Sophia Menache 


The opposition to the arrest was particularly vehement in Germany and 
Italy, though more connected in those countries with the base designs as- 
cribed to Philip and Clement than to support of the Templars' agenda. Some 
chroniclers explained Philip's action and the pope's silence as being intend- 
ed to swell the coffers of the king of France, who had acted out of envy and 
greed 39 . Villani coupled the king's design to dispossess the Templars with 
Clement' sinterest in removing the Capetian threat to renew the trial against 
Pope Boniface. He, too, emphasized the immeasurable power and wealth of 
the Templars, which proved to be of no avail against the alliance of the pope 
and the king of France 40 . Some chroniclers saw both Philip and Clement as 
beneficiaries of the arrest, since they were both going to benefit from the 
seized properL Both king and pope were accused of acting out of self- 
interest in bringing many innocents to a certain death 41 . A few chroniclers 
went even further, completely denying the truth of the charges of heresy 
leveled against the Templars 42 . German sources pointed to the heroic past of 
the Order and its spirit of self-sacrifice, which would not have allowed it to 
sink to the disgraceful and sinful acts imputed to its members 43 . 
Recognition of the power and wealth of the Templars appears, then, 
to have played a central role in the shock of contemporaries and their 
resulting approach to the arrest as an unprecedented acL They did not 
regard wealth and power as justification for the arrest. On the contrary, 
they had expected the King of France to refrain from any action against 
the powerful knights. 
The catholic camp did not celebrate any victory either at the close of the 
Council of Vienne and the suppression of the Order. By 1312, very few 
chroniclers connected the papal decision to abolish the Temple with the 
charges of heresy leveled against the Order five years earlier44. A sense of 
consternation was evident even among chroniclers in the Ile-de-France on 
account of the manner in wh ich an ancient Order had been abolished 45 . 
Chroniclers in Germany, Aragon, and Italy described the dissolution of the 
Temple as an act of injustice calculated to serve the unbridled ambition of 
Philip the FairM. The De laude novae militiae of Bernard of Clairvaux 
inspired lohn of Viktring to confront Clement V with Abraham's chalIeng- 
ing question: 'Wilt thou destroy the righteous with the wicked?' (Geno 18: 
23)47. Two anonymous chroniclers referred to Clement's painful remorse in 
his last moments at his unjust decision against the Templars two years 
earlier4 8 . According to Dante Alighieri, the dissolution of the Order was yet 
another act of the "new Pilate" - i.e., Philip the Fair - to undermine Chris- 
tendom 49 . The chronicler of Pistoia even considered the abolition of the 
Temple to be one of the three main causes of the on set of the Black Death
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A Clash of Expectations: Self-Image versus the Image... 


55 


as a just punishment for Christendomso. In the course of time, resentment 
against the Templars abated, and their memory was sanctified with a halo of 
martyrdom. The leaders' brave deaths at the stake increased the prestige of 
the Order, and their martyred bodies were treated as holy relics s ,. 
These reactions show that Capetian propaganda did not succeed in con- 
vincing most contemporaries of the Templars' guilt. Moreover, contempo- 
rary sources did not connect the dissolution of the Order with the detach- 
ment of its members from their original ideals. One mayaIso doubt whether 
the values of the aristocracy - or the Templars' distortion of them - played 
any role in the dubious way in which Philip the Fair and Clement V brought 
about the dissolution of the Order. In the end, though the suspicious partner- 
ship between pope and king put paid to the Order, it also paved the way für 
the mythological aura that came to envelop the Templars in the history of 
the Crusades, one that to this date continuously grows. This development 
further shows that though images are not an integral part of the historical 
process, they are still much affected by it and, as such, are not immune to 
change. Fourteenth-century chronicles did not judge the Templars according 
to anachronistic values or images; i.e., their original commitment to poverty. 
Rather, they expected the King of France to show some kind of recognition 
of the actual state of the knights. The Templars, therefore, were not sacri- 
ficed in the name of ideological values or images that brought about the 
emergence of the Order two hundred years earl i er. The Templars were vic- 
tims on the altar of the emerging State, which by the beginning of the 
fourteenth century no longer recognized the Church' s immunity as one of 
the pillars of its existence. 


Notes 


IM. Barber, The Sodal Context of the Templars, Transactions of the R.H.S., 5th s., 34 
(1984), pp. 28, 46. 
2 The Rule of the Templars: The French Text of the Rule of the Order of the Knights 
Templar, trans. J. M. Upton-Ward, Woodbridge 1992, c. I, p. 19. 
] Clause 9, for instance. refers to "you who renounce your own wills. and you others 
serving the sovereign king with horses and arms, for Ihe salvation of your souls, for a fixed 
tenn...... See, The Rule ofthe Templars, pp. 21. 35. 
4 Fulcher of Chartres, Historia Hiero.50lymitanu, ed. H. Hagenmeyer. Heidelberg 1913, 
pp. 132-138. Trans. by L. and J. Riley-Smith. The Crusades, /dea und Reality 1095-/27/, 
London 1981, p. 42, 
, Guibert of Nogent, Hi,5toriae qllae dicitur Gesta Dei per Francos, in: Recueil des 
historiens des Croisades, Historiens Occidentaux, vo\. 4. pp. 137-140. Trans, by L. and J. 
Riley-Smith, The Crusades. /dea and Reality, (n. 4), p. 460 
fi Bernard of Clairvaux, Liber ad Milite.5 Templi de Laude Novae Militiae, in: S. Ber- 
nardi Opera, vo\. 3, ed. J. Leclercq, Rome 1963, p. 216. 


--
>>>
56 


Sophia Menache 


7 J. Lec1erq, Un doc:ument .rur le.r deburs des Templiers, Revue d'histoire ecclesiastique 
52 (1957), p. 91. 
I The Rule 
f the Templars (n. 2), p. 19. 
9 J. Prawer, A Hi.rtory 0/ the Latin Kingdom 0/ Jeru.ralem, 2 vols., Jerusalem 1963, vol. 
1, pp. 251-282. 
10 K. Boulding, The Image, Michigan 1966, p. 114: J. Fishman, An Examination 0/ the 
Proc:ess and Function 0/ Social Stereotyping, Journal of Social Psychology 43 (1956), pp. 
28-31. 
11 W. Winacke, Stereotypes as Social Concepts, The Journal of Social Psychology 46 
(1957), pp. 239-24 I. 
12 Tlze Rule 0/ the Templars (n. 2), p. 24. 
I] Ibido, (n. 2), p. 25. 
14 Ibid., (n. 2), p. 36. 
u Ibido, (n. 2), p. 11. 
16 See, for instance. R. Vaughan. The Illustrated Chronicles 
f Matthew Paris: Obser- 
vations 0/ Tlzirteenth-Century Life, Cambridge 1993, p. 103. 
17 B. Marthaler, Fvrerunners v/ the Francisc:ans: The Waldenses, Franciscan Studies 
18 (1958), pp. 133-142. 
II0 n the Templars' economic activities, see: M. Barber. Supplying the Cru.rader State,r: 
The Role 0/ the Templars, in: The Horns 0/ Hattin, edo B. Z. Kedar, Jerusalem 1992. pp. 
314-326; Ao Demurger, Tresor des Templiers, tresor du roi: Mise au point sur les opera- 
tions financiers des Templiers, Pouvoir et gestion 5 (1996), pp. 73-85. 
19 Willelmi Tyrvnensis Arc:hiepis£"Opi, Historia rerum in partibus transmarinis gestarum, 
12.7, ed, R. B. C. Huygens, (Corpus Christianorum 63) 2 vols., Tumhout 1986, pp. 553-555. 
20 John of Salisbury, Policraticu.r, 7. 21, ed. C. Webb, 2 vols., Oxford 1909, vol. 2, pp. 
190-201. 
21 Walter Map, De nugis l'urialium, 19,20,23, ed. M. R. James, Oxford 1914, pp. 29- 
-31,34-35. 
22 Jacques de Vitry. sermo 37, in: Sermones vulgares. Analec:ta novissima: Spidlegii 
Solesmensis altera continuatio, ed. J. B, Pitra, 2 vols., Paris 1888, vol. 2, pp. 409-41 I. 
2J See for instance, Continuatio Weichardi de Polhaim, in: Monumenta Germaniae 
Historica, Scriptores, vol. 11. p. 813; Eberhard of Regensburg, Annales, in: Monumenta 
Germaniae Historica, Scriptores, vol. 17, p. 594: Ptolemy of Lucca, Die Annalen, ed. B. 
Schmeidler, in: Monumenta Germaniae Historica, Scriptores rerum Germanicarum in usum 
scholarum, vol. 8, Berlin 1955; John Elemosina, Liber historiarum, in Bibliotheca bio- 
bibliogra/ica della Terra Santa e dell'Oriente francescano, ed. G. Golubovich, Quaracchi 
1906-1927, vol. 2, p. 109; Bartholomew of Neocastro, Historia Sicula, in: Rerum Itali- 
carum Scriptores. n.s., ed. G. Carducci et al., vol. 13, p. 13\. 
24 Cartulaire general de l'Ordre des Hmpitaliers de Saint Jean de Jerusalem, edo Jo 
Delaville le Roulx, 4 vols., Paris 1894-1906, nos. 3887,4029. 
25 H. Nicholson, Steamy Syrian Scandals: Matthew Paris on the Templars and Hospi- 
tallers, Medieval History 2 (1992), pp. 69, 82-83. 
26 On William of Tyre's attitudes to the Templars, see, F. Lundgreen, Wilhelm von 
Tyrus und der Templerorden, Berlin 1911, passim; P. Edbury and J. G. Rowe, William 0/ 
Tyre, Histvrian v/ the Latin East, Cambridge 1988, ppo 123-126. 
27 William of Tyre, 12. 7 (n. 19), pp. 553-555. This is the literary translation of 
Matthew Paris, as it appears in the Chronica Majora, ed. H. Luard, RolIs Series, 7. London
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A Clash of Expectations: Self-Image versus the Image... 


57 


1872-1883, vol. 2, pp. 144-145, trans. l. A. Giles, Matthew Paris's English Hi.ftOry, 3 vols., 
1852, reprint New York 1968. 
21 H. Nicholson, Templars, Hospitallers and Teutonic Knight
.: Images of the Military 
Order.f, 1128-1291, Leicester 1993, p. 44. 
29 Description of the Holy Land by lohn of Wurzburg, in: Palestine Pilgrims Text 
Society, ed. E. Tobler, vol. 5, New York 1974, p. 21. 
)f) Epistola 121 Magistro domorum Militiae Templi citra mare, 13 September 1207, 
Regestorum sive Epistolarum Innocentii Ill, liber 10. Patrologia Latina. vol. 215, cols. 
1217-1218. 
]1 Regesta Pontificum Romanorum, ed. A. Potthast. 2 vols., Graz 1957, vol. 1, nos. 
6864. 6814. 
n Matthew Paris, Chronica Majora (no 27), vol. 4, p. 291. 
]] I analyzed this process in detail in: S. Menache, Clement V, Cambridge 1998, pp. 
205-246. 
34 B. Tierney, Medieval Poor Law: A Sketch of Canonical Theory and Its AppliC"Qtion 
in Englund, Berkeley 1959, pp. I-ll. 
]5 Chartularium Universitatis Parisiensis. ed. H. Denifle and A. Chatelain. 4 vols., 
Paris 1891-1899, vol. 2, pp. 125-130. 
]6 The articles of aeeusation were redaeted on 12 August 1308. They appear in Proces 
des Templiers, ed. M. Michelet, 2 vols.. Colleetion de doeuments inedits sur l'histoire de 
Franee, vols. XXIX-I, Paris 1841-1851, pp. 89-96; trans. M. Barber, The Trial of the 
Templars. London 1978, pp. 248-252. 
]7 Quarta Vita Clementis V (exeerpta ex ehronieis quae nuncupantur Flores chroni- 
eorum seu Cathalogus pontificum romanorum) auetore Bernardo Guidonis episeopo Lodov- 
ensi, in Vitae Paparum Avenionensium hoc est historia pontificum romanoTllm...ab anno 
Christi 1305 usque ad annum 1394, ed. E. Baluze, new ed.. G. Mollat, 4 volso, Paris 1916- 
-1928, vol. I, Paris 1916, p. 63; Fragment d'une chronique anonyme finissant en 1328, et 
continuee jusqu'en 1340, puis jusqu'en 1383, Reeueils des Historiens de la Gaule et de la 
Franee, vol. 21. p. 149. 
]8 leaD de St. Vietor, Prima Vita. in Vitae Paparum Avenionensium {no 37}, pp. 8-10; 
Eo Baluze, Notae ad vitas, ppo 52-55; Quarta Vita, in: Vitae Paparum Avenionensium 
(no 37), p. 630 
]9 lohn of Viktring emphasizes this view when mentioning the arrest of the Templars in 
the same passage with the confiscation of the lews' wealth. lohanne.f Victoriensis 1211- 
-1343, in: Fontes Rerum Germanicarum. edo J, Böhmer, 4 vols., Stuttgart 1843-1868, vol. 
I, 1843, pp. 352-353. Agnolo di Tura points at the use of torture against the Templars to 
foster their eonfessions. Cronaca Senese attribuita ad Agnolo di Tura dei Grasso detta la 
Cronaca Maggiore, in: Cronache Senesi. ed. A. Lisini and F. laeometti, Rerum Italiearum 
Scriptores, n.so, vol. 15-16.2 vols., Bologna 1934. ppo 299-300; Matthiae Nuewenburgensis 
Cronica 1273-1350, in: Monumenta Germaniae Historiea, Scriptores rerum Germanicarum, 
N.S.., vol. 4, p. 237. 
40 G. Villani, Istorie fiorentine, Societa Tipografica de' Classic:i Italiani, 8 volso, Milano 
1802-1803,1. VIII, e. 92, pp. 184-185. 
41 Gestorum abbatum monasterii Sancti Trudonis, pars 2, edo R. Koepke, in: Monu- 
menta Germaniae Historica, Seriptores, vo1. 10, pars 2. p. 412; Annales Colbazienses, edo 
W. Arndt, in: Monumenta Germaniae Historica, Seriptores, vo1. 19. p. 717. 


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58 


Sophia Menache 


42 Chronicon fratris Francisci Pipini Bononiensis Ordinis Praedicatorum (//76-13/4), 
Muratori, Rerum Italicarum Scriptores, vol. 9. Milan 1726. col. 750. 
43 Gesta archiepisc:oporum Magdeburgensium - Continuatio prima, ed. G. Schum, in: 
Monumenta Germaniae Historica, Scriptores, vol. 14. pp. 427-428. 
44 Chronographia regunz Franc:orum, ed. H. Moranvilli!, Socii!ti! de I'histoire de France, 
3 volso, Paris 1891-1897, vol. I. pp. 205-210. 
4' Chronographia regum Franeorum, p. 209; E. Baluze, Notae ad vita,
, pp. 68-69. 
46 H. Pinke, Papsttum und Untergang des Templerordens, 2 vols. München, 1907, vol. 
2, no. 126, p. 245; Agnolo di Tura. Cronaca Senese (no 39), po 315. Trithemius used the 
occasion to indicate that Clement had in fact been elected to the papacy thanks to the 
intervention of PhiJip the Fair. He fUrJher stated that the Templars were arrested because 
Philip coveted their properJy, thus 'crimen eis haereseos falsum imposuit'. Trithemius, 
Chronicon Hir.mugiensi, in: Mansi, Concilia, vol. 25, col. 408. 
47 John of Viktring (no 39), pp. 369-370. 
48 Cronic:a S. Petri Er:fordensis Moderna, ed. O. Holder-Egger. in: Monumenta Germa- 
niae Historica, Scriptores, vol. 30-1, p. 446; Cronica Reinhardsbrunnensis, ibid.. p. 651. 
49 Dante Alighieri, Divina Commedia, Purgatorio, c. xx, Vo 91-93, The John Ciardi 
Translation, New York 1954. 
,n Storie Pi.
toresi (/300-/348), edo So Adrasto Barbi, Rerum Italicarum Scriptores, 
n.so, vol. lI-I, Citta di CastelIo 1927, ad a. 1346, p. 224. 
,. Continuatio c:hronici Girardi ele Frac:heto, in: Recueils des Historiens de la Gaule et 
de la France, vol. 21, p. 40; Continuationis chronici Guillelmi de Nangiaco par.
 prima, in: 
Chronique latine de Guillaume de Nangis de 1l/3 Ci 1300 avec: les c:ontinuations de c:ette 
(:hronique de 1300 a /368, ed. H, Gi!raud, 2 vols. Paris 1843, vol. I, pp. 402-404; Annales 
Hibernie, in Chartulaires of St, Mary's Abbey-Dublin, ed. J. GilberJ, 2 vols., Rolls Series, 
London 1884. vol. 2, p. 341; Agnolo di Tura. Cronaca Senese (n. 39). p. 300; Chronica S. 
Petri Erjordensis Moderna (n. 48), p. 446; Chronic:a Reinh{/rdsbrunnensi
' (n. 48). p. 65; G. 
Villani, /storie fiorentine, I. viii, c. 92, pp. 187-188. J.-c. Mühlethaler, Fauvel au pouvoir: 
Lire la satire nzedievale, Paris 1994, pp. 341-344. 


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ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORlCA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Alan Forey (Kirtlington) 


How the Aragonese Templars viewed themselves in the late 
thirteenth and early fourteenth centuries 


To investigate the way in which Aragonese brothers of the Temple saw 
themselves in the late thirteenth and early fourteenth centuries is not easy: the 
majority of brethren were laymen and ilIiterate, and the documents which were 
drawn up for them often adhered to set formulae in wording and were concerned 
with estate administration. The Order' s Rule and Customs provide a mainly 
theoretical impression of attitudes, and even the Catalan version gives little 
insight into the outlook of the Aragonese Templars l ; and these, like their col- 
leagues elsewhere, did not produce any chronicles which might throw light on 
their image of themselves. There is, however, in the Crown Archive in Barcelo- 
na a collection of some 700 paper documents - mostly letters - dating from this 
period, which are grouped under the title Templarios: many of these were issued 
in the name of the Templars 2 . This collection of Templar documents, of which 
only some have been published\ will be used - together with several other 
sources - to examine the Aragonese Templars' image of themselves. Although 
some documents in this collection are concerned with routine administrative 
matters, such as the summoning of provincial chapters and the payment of 
responsions, the majority consist of letters which do not follow set formulae. 
They cover a wide range of issues relating to the Aragonese Templars during 
both the last decade of the Order's existence up to 1307 and the period of the 
Templar trial, when the Order's castles were besieged by the Aragonese king 
James 11 and when the brothers, after capture or surrender, were held in royal 
custody. Emphasis will be placed more on the substance of the letters than on 
the titles used in them, although comment could be made on the frequent inclu- 
sion of the words 'humble' (humilis) and 'poor' (pauper), and on the appearance 
of 'by the grace of God' (Dei gratia) in the title of the grand master. 
The letters do, of course, have limitations. In most cases no scribe is 
mentioned, even in letters issued in the name of the grand master. Probably 
most were written by scribes who were not themselves Templars. Those sent 


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Alan Forey 


by the Aragonese provincial master, for example, were presumably com- 
posed by the notary who formed part of his entourage and who was not 
a member of the OrderA. But most of the letters dispatched by Aragonese 
Templars were written in the vernacular and may have followed cIosely the 
wording dictated by Templar officials; and several letters sent from the 
castle of Miravet while it was under siege in 1308 are known to have been 
written by the Templar James of Garrigans s . The latter was a sergeant, but 
most of those in whose names letters were issued were knights: the corre- 
spondence may therefore give only a partial impression of attitudes. There is 
also the problem of the degree to which brothers were consciously aware of 
the implications of what was being written; and in many letters written after 
James 11 had ordered the arrest of the Templars, brothers were seeking to 
defend themselves and their Order, and this correspondence does not neces- 
sarily indicate what they really thought; but the claims made at that time can 
be judged to some extent by comparing them with the conduct of the Tem- 
plars before, during and after the trial. 
In alluding to their military activities against the Muslims in Spain, the 
Templars often expressed conventional views. They described themselves as 
a wall against the enemies of the faith, and wrote of shedding their blood 
and dying at the hands of the infidel. They also mentioned the extending of 
the faith, which implied the expansion of Christendom rather than the con- 
version of the infidel 6 . Comments of these kinds are, of course, found in 
many papal bulls and charters of donation, and the Aragonese Templars may 
have been intluenced, directly or indirectly, both in their perceptions of 
themselves and to some extent in their choice of wording by the phraseology 
of these documents. Yet, not surprisingly, the Templars expressed them- 
selves simply, without the biblical allusions commonly found in cIerical 
writings. They further drew attention not only to the danger of being wound- 
ed or killed, but also to the risk of falling into captivity, which tended not to 
be mentioned in papal documents or charters of donation 7 . A number of 
Aragonese Templars were, of course, captured either in the Peninsula or in 
the East - in 1307 the acting provincial master reminded James 11 that an 
earlier master, Peter of Moncada, had fallen into Muslim hands in 1276 R - 
and captivity was cIearly a hazard which weighed with the Templars, as it 
apparently did with potential crusaders 9 . 
At the turn of the thirteenth and fourteenth centuries the Aragonese 
Templars cIaimed to be among the leading protagonists in the struggle against 
Islam in the Peninsula, and were also encouraging James 11 to complete the 
reconquista by conquering the Muslim state of Granada. In late 1307 the 
acting provincial master Raymond of Guardia argued that the Aragonese
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How the Aragonese Templars viewed themselves in the late... 61 


Templars were first in the defence of the faith, and three years earlier the 
provincial master Berenguer of Cardona had impressed on the Aragonese 
king that there had never been such a favourable time to overrun Granada lO . 
Yet the Templar image was somewhat dated. Although at the time of the 
conquest of Valencia in the first half of the thirteenth century their contin- 
gents had been among the first in the field", the Templars - like the mem- 
bers of other military orders in Aragon - had later shown an increasing 
reluctance to serve, and had been subject to criticism and threats by the 
Aragonese kings '2 . The reasons were in part financial: when he was on 
a campaign in Murcia in the spring of 1304 the provincial master drew the 
king's attention to the expenses which the Order had aIready incurred on the 
frontier that year 13 . But it should be mentioned that in the autumn of the 
same year Berenguer did state that his men would serve, despite the burden 
of debt l4 . 
After James II ordered the arrest of the Templars in his kingdoms in 
December 1307, a number of letters were sent from Miravet, especially by 
Raymond of Guardia, protesting the Templars' innocence of the accusations 
made against them, and claiming that they were true and loyal Christians 
and that they believed in the articles of the faith 's ; and they continued to 
reject the charges against them when they were later interrogated, even 
under torture l6 . Although it has recently been argued that the accusations 
relating to the TempIar admission ceremony were not altogether without 
foundation l7 , there seems littIe reason to doubt the truth of the brothers' 
claims. They even saw themselves as potential martyrs. In April 1308, when 
the castle of Miravet was under siege, Raymond of Guardia told the king 
that they would die rather than betray their Order and that they preferred the 
martyr's crown to living in shame lR . In the early part of 1308 the command- 
er of Asc6, Berenguer of San Marcial, similarly expressed his willingness to 
die, and at the end of the year he was still maintaining that he would die 
rather than surrender, and said that his colleagues wanted to live and die 
with him'9. Yet, although this readiness for death was voiced on various 
occasions, all Templar castIes under siege in fact surrendered on terms: 
there was in practice linie enthusiasm for what was termed martyrdom. 
AIthough they protested their innocence, the besieged Templars did not 
advance any claims to exceptionaI piety and devotion. Their main concern 
was, of course, to rebut the charges of heresy and apostasy. Yet they did 
assert that they were generous almsgivers. They even stressed, as being 
meritorious, that they gave assistance in this form to Muslims as weil as to 
Christians 20 ; and these claims were voiced before any specific charge on this 
issue had been made against them. AIthough reports survive of the extreme 


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62 


Alan Forey 


devotion and austere li fe of some brethren of military orders z" most Ara- 
gonese Templars appear have regarded themselves as unexceptional in the 
pursuit of the religious life. An explanation is, of course, to be sought in the 
motives influencing those who entered the Temple zz . Certainly, in the years 
immediately following the dissolution of the Order many abandoned the 
religious way of life, and when in the early 1320s the surviving Templars in 
Aragon were required to transfer to other religious foundations, the majority 
declined to do so, even though their refusal cost them their pensions 23 . After 
1312, however, to a lack of vocation was no doubt added a sense of injus- 
tice at the treatment meted out to brothers during the trial. 
Besides protesting their loyalty to their faith, the Aragonese Templars 
aJso stressed their allegiance to their superiors - a stance which at times aJso 
prompted explicit reference to a concern for the HoJy Land. In the years 
before the arrests of the TempJars, Jeading officiaJs in the province repeated- 
Jy voiced their wish to provide assistance to the master in the East. After 
receiving a summons to Cyprus in 1300, Berenguer of Cardona expressed 
his desire to give whatever aid he couJd and asked the commander of Corb- 
ins to 'obtain for us from anywhere in the worJd as much money and saJted 
meat as you can and anything eJse that is required'24, and when six years 
Jater he was again called out to the East, he begged the commander of 
Peiifscola 'as strongJy as we can that you strive to assist us in every way that 
you can'25. When in the previous decade James of MoJay was traveHing 
back to Cyprus from the West, Berenguer of Cardona had simiJarJy written 
to Peter of San Justo, who was then commander of Graiiena, telling hirn 'as 
strongJy as we can that you provide us with every help you can'26. Admit- 
tedly, the stress placed by the Templar commander Peter of San Justo, when 
writing to James of Molay, on the 'desire which we have to aid the Holy 
Land and you, lord, and the convent' is to be explained by the criticisms 
which had reached the master of Peter's conduct 27 . And in 1307 James of 
Molay was complaining to the new Aragonese provincial master that the 
latter' s predecessor had ignored some nominations made in the East to posts 
in Aragon 28 , Yet the comments quoted mostly occur in letters to command- 
ers from the provincial master, and there seems little reason to question the 
sentiments expressed. Despite the province's difficuJt financial situation, 
leading officials appeal' to have been doing their utmost to fulfil their obliga- 
tions to aid their superiors; and they did not express any desire to loosen 
their ties with the Order' s headquarters. 
Yet while the Aragonese Templars stressed their obedience and obliga- 
tions to their superiors, they also emphasised their links with the Crown. 
After being released from captivity in the East, the Templar Hugh of Ampu-
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How the Aragonese Templars viewed themsetves in the tate... 63 


rias expressed his desire to see James 11, whom he addressed as his 'natural 
lord'29, and a group of Templars in captivity in Egypt described themselves 
in 1306 as his 'natural subjects' {naturals homes)30. Similarly, in letters 
written during the proceedings against the Order, brothers commonly de- 
scribed themselves as his 'natural subjects' {narurals} and the king as their 
natural lord 31 . They contrasted themselves with French Templars, who 'are 
of divers nations and divers tongues'. The same comment could, of course, 
have been made of the Aragonese and Catalan Templars who resided in 
James lI's realms. Yet, as is obvious from the names of brethren and from 
the evidence about recruitment given during the Templar trial, the vast ma- 
jority of Templars in the Corona de Arag6n were of local origin, and when 
later negotiating about the fate ofTemplar property, the king hirnself stressed 
that the Aragonese Templars had been his 'natural subjects' {narurals}32. 
The letters written in the later part of 1307 and in 1308 also contain 
numerous expressions of loyalty to the king. In April 1308, for example, 
Raymond of Guardia told James that 'we all have a great desire ... to serve 
you loyally'33, and in an earlier communication written in December 1307 
he referred to 'the loyalty and allegiance which the brothers of the Temple 
of your land have borne to your family', and he alluded to the Order's role 
in defending the kingdom, not only against the Muslims, but also against the 
French in 1285: they had placed their castles in readiness, mobilised their 
troops and 'with the desire to die with the lord king or to maintain his 
kingdom for hirn, defended hirn and his land in carrying out their obligation 
as his natural subjects'34. 
The statements made by Templars in an Egyptian prison and by breth- 
ren in Aragon from December 1307 onwards were, of course, expressed 
when members of the Order were looking to the king for support. A ruler 
was seen to have obligations to his natural subjects 3 5, and loyalty deserved 
to be repaid. Yet the Templars had in the past supported the Aragonese 
kings not only against the French but also against other Christian rivals; and, 
although it might be argued that, in fighting for the Aragonese king in 1285, 
the Templars were also defending their own interests, they were risking 
retribution if the French prevailed. They also continued to stress their loyal- 
ty long after it was made clear by James 11 that he would not desist from his 
attempt to seize the Templars and their property. It could, of course, be 
claimed that at that time they had no alternative means of support, but 
eventually in the autumn of 1308 some did turn away from James and 
sought the pope's intervention against the king 31i . Yet they were slow to 
adopt this policy, and even at a later date some Templars, such as Raymond 
of Guardia, were still protesting their loyalty to the king, even though James
>>>
64 


Alan Forey 


displayed no willingness to show leniency. Professions of loyalty were ap- 
parently not just a calculated device. Shortly before the beginning of pro- 
ceedings against the Temple James of Molay had in fact seen fit to warn the 
new provincial master against any undue subservience to the Crown 37 . 
This loyalty to the king voiced by Aragonese Templars is reminiscent 
of the obligations which a secular knight owed to his lord, and this is not the 
only aspect of Templar conduct which has overtones of more secular chi val- 
ric ideas. The concept of honour, wh ich held an important place among the 
ideals of secular chivalry, finds expression in numerous Templar documents, 
and brothers displayed an awareness of its importance to them. In some 
respects this concept was not out of place in a religious order. Both secular 
knights and Templars were expected to see that the honour of God was 
upheld. And while secular knights were expected to concern themselves 
with the honour of chivalry, which was regarded as a kind of order3 8 , so the 
Templars were to maintain the honour of their own Order. In 1307 James of 
Molay thus expressed the hope that the new Aragonese provincial master 
would act for 'the honour and advantage first of God and secondly of the 
order of the Temple'39. Several years earlier the preceding provincial mas- 
ter, Berenguer of Cardona, had written to the commander of Alfambra say- 
ing that, although the Order was in financial difficulties, it would be to the 
great dishonour of the Temple if they did not provide military assist ance 40. 
Templars under siege in ] 308 similar1y expressed the desire to maintain the 
honour of their Order". 
Y et the Tempi ars, whose primary duty was to Christendom and the 
Christian faith, also claimed to be working for the honour of the Aragonese 
king, just as a secular knight would seek that of his lord. They asserted, for 
example, that their raid into Granada in 1304 had brought great honour to 
James 11 42 . Later, during the sieges of Templar castles, a royal official as- 
sured the king that the Templar James of Garrigans was anxious to promote 
the honour and profit of the king 4 3, and, after he had deserted his colleagues, 
James of Garrigans later criticised them for acting against the king's honour 
by appealing to the pope, and asserted that he would do nothing which was 
against James's honourW. 
There was also the matter of an individual's own honour. In writings on 
chivalry, great stress was placed on this attribute, whereas ecclesiastical 
writers, when discussing military orders, usually stressed the importance of 
salvation rather than personal reputation in the present life. This is the em- 
phasis placed in St Bernard's De Laude Novae Militiae, while in a sermon 
James of Vitry wrote that 'the soldier of Christ should not seek his own 
glory or the praise of men'45. Article 383 of the Templar Rule and Customs
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How the Aragonese Templars viewed themselves in the late... 65 


states that when they are in their quarters the Templars should conduct 
themselves to the honour of God and of the Temple, and to the profit of their 
souls: it does not here mention the honour of the individual 46 . In the admis- 
sion ceremony the Templar recruit was told that he should not enter the 
Order to gain honour4 7 . Yet the Rule also speaks of the shame of a brother 
who has been deprived of his habit and of the honour which he will never 
possess 48 . And concern for personal honour was certainly expressed in Tem- 
plar documents of the turn of the thirteenth and fourteenth centuries. Al- 
though in 1307 James of Molay toId the new provincial master to act first 
for the honour of God and then that of the Order, he added 'and of your 
person '49; and a few years earIier the previous provincial master had stated 
that not to fight against the infidel would be to the dishonour not only of the 
Temple but also of himselPo. Concern for personal honour finds further 
expression in a number of letters written by Aragonese Templars du ring the 
proceedings against the Order. When addressing the king during the siege of 
Miravet, Raymond of Guardia stated that he preferred death to 'living for 
ever to the dishonour both of ourselves and of all our friends'sl. A royal 
envoy who had visited the besieged castle of Miravet reported in June 1308 
that 'their [the Templars'] will and intention is that in everything that they 
might do or say they guard the honour of their persons and of what pertains 
to their Order'S2. 
But it is obvious from James of Molay's letter that the emphasis on 
personal honour was less marked than in manuals on secular chivalry, such 
as that of Geoffrey of Charny , composed several decades later S3 . And there 
were, of course, differences between what was thought to bring personal 
honour to the secular knight and to the Templar. Although Templars were 
expected to dispense alms, they did not attempt to display the largesse which 
characterised secular chivalry, and honour in the Order was not to be at- 
tained by participating in tournaments or secular wars. They did not, at least 
in their letters, even link honour with individual prowess in battl e S4. 
Yet Templar knights came from knightly families, which were presum- 
ably imbued with the ideas of secular chivalry, even if they did not always 
conform to some aspects of them, and it is not surprising that brethren were 
intluenced by these notions even after they had taken their vows. Tbe Ara- 
gonese Templars therefore presented an image of themselves which dis- 
played characteristics of the militia Christi depicted by St Bemard, fighting 
and dying for the faith and leading a religious life; but they could not alto- 
gether free themselves from secular ties, especially to the Aragonese Crown, 
or from more secular attitudes. 


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66 


Alan Forey 


Notes 


1 La regle du Temple, ed, H. de Curzon. Paris 1886; J. Delaville Le Roulx, Un nouveau 
manuscrit de la regle du Temple, Annuaire-bulletin de la Societe de I'HislOire de France, 
xxvi (1889), pp. 185-214; The Catalan Rule ofthe Templarso A Critical Edition and Trans- 
lation fmm Barcelona, Archivo de la Comna de Aragon. Cartas Reales, MS 3344, ed. 1. 
Upton-Ward, Woodbridge 2003. 
2 Barcelona, Archivo de la Corona de Arag6n, Cancillerfa Real, Cartas reales diplomaticas, 
Jaime 11. cajas 137-142 (hencefonh ACA, CRD Templarios). 
] See H. Finke, Papsttum und Untergang des Templerordens, Münster 1907. vol. 11; 
idem. Acta Aragonensill, Berlin, 1908-1922; idem. 'NlIC:hträge und Ergänzungen zu den 
Acta Aragonen.ria (1-1/1)', Spanische Forschungen der Görre.rgesell.rcha.ft: Ge.rammelte Auf- 
sätze zur Kulturgeschichte Spaniens, iv (l933), pp. 355-536; 1. M. Sans i Trave, 'Recul/ de 
('ortes de Fra Ramon de Saguilrdia durant el setge de Miravet (Novembre 1307-Desembre 
1308)', in: Miscel.limia en honor dei Doctor Casimir Marti, Barcelona 1994, pp, 432-447: 
Ao J. Forey, Letters of the Last Two Templar Masters, Nottingham Medieval Studies, xlv 
(2001), pp. 160-171. 
4 A. Jo Forey, The Templar.
 in the Comna de Arag6n, London 1973, p. 315. 
5 ACA. CRD Templarios 740 The relevant section is not included in the version pub- 
lished in Finke, Papsttum (n, 3), 11. pp. 164-168 doc. 940 
6 Sans i Trave, Recul/ (n. 3), pp. 433-435, 442-444 docs. 2, 9: Finke, Papsttum (n. 3), 
11. pp. 70-73 doco 48; A. Benavides, Memorias dei rey Do Femando IV de Castilla, Madrid 
1860,11. pp. 617-618 doco 413. 
1 Sans i Trave, Recull (n, 3), pp. 442-444 doc. 9; Benavides, Memorias (n. 6), 11. pp. 
617-618 doc. 413. 
R Sans i Trave, Recull (no 3), pp. 433-435 doc. 2; Finke, Papsttum (n. 3), 11. pp. 70-73 
doco 48. James 11 entered into prolonged negotiations for the release of Aragonese Templars 
held in Egypt: A. J. Forey. The Military Orders and the Ransoming of Captives from Islam 
(Twelfth to Early Fourteenth Centllrie
'), Studia monastica, XXXlll (991), pp.261-30 
9 J. Bromyard, Summa predicantium, 'Crux', Venice 1586. i. fol. IMv-165: cf. Delaville 
Le ROllix, Nouveau manuscrit (n.1), p. 197 an. 13; Catalan Rule ofthe Templars (n. 1), pp. 
18-20 art. 39. 
111 Sans i Trave, 'Recull' (n. 3), pp. 433-435 doco 2; Finke, Pap.rttum (n. 3), 11. pp. 70- 
-73 doco 48; idem. Acta Aragonensia (n. 3), i. pp. 146-147 doc. 99. 
11 Forey, Templar
' in the Comna de Arag6n (n. 4), pp. 33-34; idem, 'The Military 
Orders and the SplInish Reconquest in the Twelfth and Thirteenth Centuries', Traditio, xl 
(l984), pp. 229-230. 
12 Ibid., pp. 230-232; Forey, Templars in the Corona de Arag6n (n. 4), pp. 138-139. 
I] Finke, Acta Aragonemia (n. 3). I. pp. 146-147 doc. 99. This is not a complete 
transcription: see ACA, CRD Templarios 84. 
14 ACA, CRD Templarios 383. 
U See, for example, Sans i Trave, Recul/ (n. 3), pp. 433-436, 437-438 docso 2, 3, 5: 
Finke. Papsttum (n. 3), 11. pp. 69-73, 79-81 docs. 47, 48, 55. 
16 For interrogations conducted in 1309-10, see Barcelona, Archivo Capitular, codex 124 
(Urida), 149 (Zaragoza, Cervera, Tarragona); Finke, Pap.mum (n. 3), 11. pp. 364-378 doc. 157, 
gives extracts from cod. 124. For interrogations under tonure in 1311, see A. Mercati, Interrog-
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How the Aragonese Templars viewed themselves in the late... 67 


atorio di Templari a Barcellona (1311), Spanische Forschungen der Görresgesellschaft: Gesam- 
melte Aufsätze zur Kulturgeschichte Spaniens, vi (1937). pp. 240-251; cf. A, Jo Forey, The Fall 
of tlle Templars in tlle Crown of Aragon, A1dershot 2001, cap. 3. 
11 B. Frale. L'ultima battaglia dei Templari. Dal codice mnbra d'obbedienza militare 
alla costruzione dei processo per eresia, Rome 2001, cap. 5. 
11 Sans i Trave, Recull (n. 3), pp. 438-440 doc. 6; Finke, Papsttum (n. 3), Ho ppo 126- 
-127 doc. 80, 
IV ACA, CRD Templarios 462, 655, 660. 
20 Finke, Papsttum (n. 3), 11. pp. 70-73 doc. 48; Sans i Trave, Recull (no 3), ppo 433- 
-435 doc. 20 
21 See, for example, J. B. Pitra. Analecta novissima: Spicilegii Solesmensis altera con- 
tinuatio, Paris 1885-1888,11. po 412; Peter of Dusburg, Chronik des Preussenlandes, 1lI. 22, 
64, 146,230, ed. and tr. M. Toeppen, K. Scholz and D. Wojtecki, Darmstadt 1984, ppo 122- 
-124. 180, 266-268, 344-346. 
22 On motivation, see A. J. Forey, Recruitment to the Military Orders (Twelfth to Mid- 
Fourteentll Centuries), Viator, XVII (1986), pp. 162-171; A. Barbero, 'Motivazioni religi- 
ose e motivazioni utiUtarie nel reclutamento degU ordini monastico-c:avalleresc:hi', in: 'Mi- 
Utia Christi' e crociata nei semli X1-X111: Atti della ulldecima Settimana internazionale di 
studio, Mendola, 28 agosto-1 settembre 1989. Milan 1992, pp. 717-727. 
13 Forey, Fall of tlte Templars (n. 16), ppo 221-223, 228-229. 
2' Finke, Aaa Aragonensia (n. 3), I. pp. 78-79 doc. 55. 
25 ACA, CRD Templarios 142. 
26 ACA, CRD Templarios 507. Numerous other letters refer to the sending of supplies 
to the East: see, for example, ACA, CRD Templarios 68, 310, 322, 334. 357, 566. 
27 ACA, CRD Templarios 363. 
28 Forey, Letters (n. 3), pp. 168-170 doc. 17. 
2V ACA, CRD Templarios 26. 
JC' A. Masia de Ros, La Corona de Arag6n y los estado.
 dei Norte de Africa, Barcelona 
1951, pp. 299-300 doc. 32. 
]1 Finke, Papsttum (n. 3), 11. ppo 70-73, 164-171, 173-176 docs. 48, 94. 97; Sans 
i Trave. Recull (n. 3), pp. 433-435, 436-437, 438-440, 444-447 docs. 2, 4, 6, 10, 11; ACA, 
CRD Templarios, 53, 194. 
32 Forey, Fall of the Templars (n. 16), p. 157. 
J] Sans i Trave, Recull (no 3), ppo 439-440 doc. 6. 
]0 Ibido, pp. 433-435 doc. 2; Finke, Papsttum (n. 3), 11. ppo 70--73 doc. 48. 
]5 This is implied by the wish expressed by Raymond of Guardia, probably in the spring 
of 1308, that 'the lord king by his goodness and by his great mercy will want to show regard 
towards hirn and towards the other brothers, who are his natural subjects': Finke, Papsttum 
(no 3), 11. pp. 173-176 doc. 97; Sans i Trave, Recull (n. 3), pp. 445-447 doc. 11. On the date 
of the letter, see Forey, Fall of the Templars (n. 16), p. 62 n. 45, 
3ft Finke, Papsttum (n. 3), 11. pp. 164---171 doc. 94; Benavides, Memorias (n. 6), H. pp. 616- 
-618 docs. 412-413; Sans i Trave, 'Recull' (n. 3), ppo 441-444 docs. 8,9. 
J7 Forey, Letters, ppo 168-170 doc. 17. 
]8 See especially Raymond Lull, Llibre de /'orde de c:avalleria, ed. A. Soler i L1opart. 
Barcelona 1988. 
J\I Forey, Letters (n. 3), pp. 168-170 doc. 17. 
... ACA, CRD Templarios 383. 


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68 


Alan Forey 


41 Finke, Papsttum (n. 3), 11. pp. 151-152 doc. 89; see also Calalan Rule of the Tem- 
plars (n. 1), p. 90 arto 189. 
42 Finke, Papsttum (n. 3), 11. pp. 70-73 doco 48; Sans i Trav
, Recull (n. 3), pp. 433
35 doc. 
2; cf. ACA, CRD Templarios 84. 
4] ACA, CRD Templarios 1570 
44 Finke, Papsttum (n. 3), 11. ppo 164-171 doc. 94; ACA, CRD Templarios 740 
4' S. Bernardi opera, ed. J. Leclercq and H. M. Rochais, II1, Rome, 1963, pp. 205-239; 
Pitra, Analeeta novissima (no 21), 11. p. 408; cf. ibid., 11. p. 420-421. Sto Bernard did, 
however, include the comment: 'they surpass each other in honour': S. Bemardi opera, 111. 
p.220. 
46 Regle du Temple (n. 1), p. 214 art. 383. 
47 Ibid., p. 340 art. 663. 
41 Ibid., p. 253 art. 476. 
49 Forey, Leiters (n. 3), pp. 168-170 doco 17. 
50 ACA, CRD Templarios 383. 
'1 Sans i Trave, Recull (n. 3), pp. 438-440 doc. 6; Finke, Pap.fttllm (n. 3), 11. ppo 126-127 
doc. 80. 
'2 Ibid., 11. pp. 151-152 doc. 89. When the Templar James of Garrigans deserted his 
colleagues and claimed to have done notable service to the king, he expected to have 'great 
gratitude and great benefit and honour' from James 11: ibid., 11. pp. 164-171 doc.94. 
5] The Book of Chivalry of Ceoffroi ele Charny, ed. and trans. R. W. Kaeuper and E. 
Kennedy, Philadelphia 1996. 
54 Nor were they expected to seek the honour of women as secular knights did. although 
they did of course honour the Virgin Mary: Regle du Temple (n. 1), p. 180 art. 306.
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ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORlCA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Karl Borchardt (WürzburgfRothenburg ob der Tauber) 


Leitbilder und Ziele von Ordensreformen bei den deutschen 
Johannitern während des 14. Jahrhunderts 


Ordensreformen sind ein großes Thema in der Mediävistik, das der 
Einschränkung und begrifflichen Vorklärung bedarf. Das Wort "Reform" 
wird oft geradezu inflationär gebraucht; vorschnell etikettiert man damit 
jede Veränderung, jede Innovation, ein Sprachgebrauch, der in der Kir- 
chengeschichte Tradition hat, ecclesia semper reformanda. Wenn jedoch 
im Spätmittelalter von reformatio der Kirche und der Orden gesprochen 
wurde, meinte man nach herkömmlicher Auffassung wirklich die Wie- 
derherstellung früherer, angeblich besserer Zustände, die Umsetzung tra- 
dierter Ideale unter den neuen Bedingungen ' . Den geistlichen Orden ging 
es, so lautet die verbreitete Meinung, um Rückbesinnung auf ihre ur- 
sprünglichen Leitbilder und Ziele, die in den jeweiligen Ordensregeln 
und ergänzenden Schriften überliefert waren. Die Zeitgenossen sprachen 
nach dem Vorgang der Franziskaner, deren Armutsstreit Pate gestanden 
hatte, von stricta observantia regularis. Und die Forschung redet daher 
im Hinblick auf spätmittelalterliche Ordensreformen völlig zu Recht von 
Observanzbewegungen. Mustert man die Sekundärliteratur zu diesem 
Themenkomplex, dann stehen die Bettelorden im Vordergrund der Auf- 
merksamkeit, vor allem die Franziskaner und die Dominikaner, gefolgt 
von den Benediktinern und deren Zweigen, besonders den Zisterzien- 
sern. Meist geht es um die Folgen des 1378 ausgebrochenen großen 
Papstschismas für zentralistische Ordensorganisationen, um die Ausein- 
andersetzungen auf den großen Reformkonzilien zu Konstanz und Basel 
sowie um die vorreformatorische Ordenskritik, so daß im allgemeinen 
Ordensreformen im 15. Jahrhundert vor dem Hintergrund innerkirchli- 
cher Konflikte interpretiert werden. Papst Eugen IV. beispielsweise habe 
den Basler Konziliarismus außer mit der Griechenunion unter anderem 
auch mit forcierter Ordenspolitik erfolgreich bekämpft, durch welche er 
sich als Reformer profilierte und Kritiker zum Verstummen brachte 2 .
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70 


Karl Borchardt 


Daß Eugen IV. in diesem Zusammenhang 1446 in Rom ein Generalkapi- 
tel der Johanniter abhalten ließ, hat kürzlich Jürgen Sarnowsky in Erinne- 
rung gerufen 3 . Daß auch die geistlichen Ritterorden über Reformen disku- 
tierten und in ihren Reihen Observanzbewegungen kannten, wurde dennoch 
bisher wenig beachtet 4 . Über die Gründe nachzudenken, könnte forschungs- 
geschichtlich aufschlußreich sein: Hat man sich auf das Bürgertum konzen- 
triert, das angeblich progressive Element der spätmittelalterlichen Gesell- 
schaft, dem sich die Bettelorden in den Städten in besonderer Weise widmeten 
und das in Verfall geratene adelsstolze Benediktinerabteien mit Hilfe des 
Landesherrn reformierte? Hat man aus ideologischer Voreingenommenheit 
vergessen, daß der von bürgerlicher Chronistik oft als Raubritter diffamierte 
Niederadel die zweite tragende Säule der spätmittelalterlichen Gesellschaft 
und in weiten Teilen Mitteleuropas sogar eine aufsteigende Schicht war? 
Anhand einiger Quellen soll nachfolgend belegt werden, wie ein geistli- 
cher Ritterorden, die Johanniter, schon vor dem Ausbruch des großen Papst- 
schismas 1378 über Reformen diskutierte. Das Bemerkenswerte daran ist, 
daß diese ordensinternen Reformbestrebungen nicht mehr direkt mit dem 
durch den Fall von Akkon 1291 manifest gewordenen Scheitern der Kreuz- 
züge zusammenhängen, das eine ganze Reihe von mehr oder weniger reali- 
stischen Plänen und Traktaten zur Neuorganisation geistlicher Ritterorden 
anstießs. Zwar blieb der Kampf gegen die Muslime im Prinzip ein Ziel der 
Johanniter, doch in Deutschland spielte er Mitte des 14. Jahrhunderts allem 
Anschein nach keine wesentliche Rolle mehr. Zwar initiierte Papst Gregor 
XL 1373 seine europaweite Enquete über das Personal und den Besitz der 
Johanniter, weil er sich einen Überblick über Ressourcen für einen neuen 
Kreuzzug verschaffen wollte 6 . So jedenfalls lautete seine offizielle Begrün- 
dung; über Nebenabsichten der stets geldbedürtligen römischen Kurie mag 
man spekulieren. Und in der Tat standen die Johanniter wegen des Verlustes 
des Heiligen Landes unter besonderem Rechtfertigungsdruck. Das erklärt 
die von Rhodos aus organisierten "Seereisen", wie man das analog zu den 
"Litauerreisen" beim Deutschen Orden nennen könnte. Zweifellos übten Päpste 
im 14. Jahrhundert Druck auf Orden aus; man denke an Benedikt XII. und 
die Zisterzienser 7 . Wieweit dies auch auf Urban V. und Gregor XL im Hin- 
blick auf die Johanniter zutrifft, bedarf noch genauerer Untersuchungen. In 
den Quellen zur Reform bei den deutschen Johannitern aus den 60er und 
70er Jahren des 14. Jahrhunderts, die hier vorgestellt werden, wird aller- 
dings weder auf den Papst noch auf die Unterstützung des Heiligen Landes, 
auf Jerusalem als ideellen Sitz des Ordens vom Spital des heiligen Johannes 
oder auf den Heidenkampf als seine ständige Aufgabe in irgendeiner Weise 
Bezug genommen. 


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Leitbilder und Ziele von Ordensreformen bei den deutschen... 71 


Daß man die Johanniter in Mitteleuropa im Hinblick auf Ordensrefor- 
men vor 1378 bisher wenig beachtet hat, hängt sicher mit der schwierigen 
Quellenlage zusammen. Die Mehrzahl der Schriftquellen zu den Johannitern 
in Mitteleuropa betreffen Kauf- und Pfandgeschäfte. Die Urkunden sind im 
14. Jahrhundert stark standardisiert, ohne ausführliche Arengen, weshalb sie 
für Leitvorstellungen, Motive und Ziele der Partner wenig hergeben. Litur- 
gische, apologetische und erbauliche Texte der Johanniter wurden für solche 
Fragestellungen noch kaum ausgewertet. Eine systematische Überlieferung 
von Kapitelsbeschlüssen der deutschen Johanniter gibt es nicht; oft erfahren 
wir von einem Zusammentreffen des Johannitermeisters mit hohen Würden- 
trägern und einflußreichen Komturen des Priorats Alemania nur durch Ur- 
kunden über bedeutende Käufe oder, im 14. Jahrhundert wegen der ange- 
spannten WÜ1schaftslage häufiger, durch Urkunden über große Verkäufe, 
während sonstige Beratungsgegenstände uns verborgen bleiben. Immerhin 
kennt man aus der Kommende Würzburg zwei durch den Johannitermeister 
Konrad von Braunsberg auf Ordenskapiteln 1362 und 1371 besiegelte Re- 
formstatuten, deren entscheidende Passagen Wilhelm Engel 1955 in der 
Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte edierteR. Aus der unter dem glei- 
chen Johannitermeister gegründeten Reformkommende Straßburg im Elsaß9 
gibt es Aufzeichnungen in deutscher Sprache, wie man Kapitel halten soll, 
eine deutsche Übersetzung, was das Generalkapitel in A vignon unter dem 
Meister Raymond Berenger 1367 beschloß, mit ergänzenden Festlegungen 
dazu, und eine Inhaltsangabe, wie ein Ordenskapitel unter dem Johanniter- 
meister Konrad von Braunsberg 1379 zu Heimbach die Rechnungsführung 
der Kommenden regelte 10. 
Was läßt sich aus diesen Quellen nun über die Probleme der deutschen 
Johanniter entnehmen und über die Ziele, welche sie mit Reformmaßnah- 
men verfolgten? Ausgangspunkt ihrer Diskussionen war zweifellos eine öko- 
nomische Krise, welche die einzelnen Ordenshäuser in Zahlungsschwierig- 
keiten brachte, zur Schuldenaufnahme und zu Güterverkäufen zwang. Die 
Urkunde von 1362 reagiert auf akute Geldverlegenheiten von Ordenshäu- 
sern in der Ballei Franken. Vier Komture und vier Konventsbrüder aus acht 
fränkischen Kommenden vereinbarten auf einer Krisensitzung in Würzburg 
ein Notstandsprogramm mit 19 Einzelpunkten, das der Johannitermeister 
Konrad von Braunsberg für die nächsten zwei Jahre in Kraft setzte; danach 
sollte über die weitere Fortschreibung entschieden werden. Für zwei Jahre 
wurden erstens diejenigen Barmittel und Gefälle, die als Pitanz ein zweck- 
gebundenes Sondervermögen zur Begehung der Jahrtage bildeten, sowie 
zweitens diejenigen Barmittel und Gefälle, welche zum Unterhalt und die 
Pflege kranker Ordensbrüder dienten, für das gemeinsame Essen und Trin- 


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Karl Borchardt 


ken im Refektorium verwendet". Man beachte, daß hier nur von Unterhalt und 
Pflege kranker Ordensbrüder die Rede ist, nicht vom allgemeinen Spitalbetrieb, 
für den die Johanniter früher einmal bekannt gewesen waren, dem sie sich 
jedoch mindestens in Franken damals offenbar nicht mehr widmeten. 
Ebenfalls für die nächsten zwei Jahre sollten den einzelnen Ordensbrüdern 
nur maximal sechs Pfund Heller persönliche Zins- oder Gülteinkünfte bleiben. 
Was über sechs Pfund Heller hinausging, sollte der Kommende zugute kommen, 
in welcher der Ordensbruder lebte. Wer freilich mehr als zwölf Pfund Heller 
persönlicher Zins- und Gülteinkünfte besaß, sollte während der nächsten zwei 
Jahre die Hälfte davon seiner Kommende zugute kommen lassen '2 . Man beach- 
te: Die Bessergestellten wurden entlastet, wohl deshalb, weil sie rebelliert hätten, 
wenn man auch sie auf bloß sechs Pfund Heller zurechtstutzte. Und man beachte 
ferner: Trotz des feierlichen Armutsgelübdes waren persönliche Einkünfte völlig 
selbstverständlich. Ordensbrüder, welche über Bargeld oder wertvolle Fahrhabe 
verfügten, sollten sich bis zum nächsten Walpurgis (Mai 1) Zins- oder Gültge- 
fälle kaufen, die der Kommende zugute kamen; wer dies nicht selbst tun wollte, 
stellte die Hälfte seiner Bannittel und seiner wertvollen Fahrhabe der Kommen- 
de zur Verfügung, damit diese gegen gebührende Sicherheit Zins- oder Gültein- 
nahmen kaufte '3 . Das lief auf eine Sondersteuer hinaus, mit der betuchte Ordens- 
brüder ihre in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Kommenden sanierten. 
Kurzfristiger Notbehelf aber erschien nicht ausreichend, um die Schul- 
denkrise der deutschen Johanniter dauerhaft zu bewältigen. Darum griffen 
die Reformer auf überlieferte Ordensregeln zurück und schärften vornehm- 
lich solche Bestimmungen ein, mit welchen die Kommenden ihre Ausgaben 
reduzieren konnten: Die den Brüdern zu stellende Kleidung sollte den alten 
Gesetzen und Gewohnheiten der Johanniter entsprechen l4 ; teure Modetor- 
heiten, wie sie im 14. Jahrhundert aufkamen, sozial psychologisch manchmal 
als Reaktion auf die großen Epidemien erklärt, waren damit ausgeschlossen. 
Der Komtur durfte nur mit einem Knecht ausreiten IS, Die Konventsbrüder 
durften keine persönlichen Pferde, Knechte, Hunde und Jagdvögel halten l6 . 
Wie für die Kleidung, so kam das Ordenshaus auch für die Reisekosten auf. 
Den Konventsbrüdern wurde deshalb eingeschärft, daß sie nur mit Geneh- 
migung durch den Komtur reisen durften: allerdings wurde ihnen erlaubt, 
sogar dort in öffentlichen Gasthäusern zu logieren, wo andere Johanniter- 
kommenden existierten 17. Diese dem Gemeinschaftsgefühl abträgliche Klau- 
sel könnte sich aus der Sorge der Kommende Würzburg vor ungebetener 
Einquartierung aus Ordensniederlassungen auf dem flachen Land erklären, 
vielleicht auch umgekehrt aus der Sorge kleiner Kommenden vor Flüchtlin- 
gen aus von der Pest betroffenen Städten. Andererseits aber wurde der Ge- 
meinschaftsgeist bewußt gepflegt, indem man Mahlzeiten nur gemeinsam 


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Leitbilder und Ziele von Ordensreformen bei den deutschen... 73 


im Refektorium l8 erlaubte, nach detailliertem, die Fastenvorschriften aller- 
dings großzügig auslegenden Speiseplan'9, von dem der Komtur mit Rat 
zweier Brüder abweichen durfte 20 . Der Komtur mußte immerhin selbst an 
den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen, es sei denn, er war krank oder 
hatte Gäste, was den großen Wert unterstreicht, den man auf die Gemein- 
schaft legte. Den Konventsbrüdern dagegen wurde es verboten, sich Gäste 
einzuladen 21 . Ganz ähnliche Bestimmungen gegen extravagantes Essen und 
Trinken, gegen extravagante Kleidung und gegen kostenträchtige Privatver- 
gnügungen wie Reisen, Gastmähler oder Jagden fanden sich in den Be- 
schlüssen des Generalkapitels zu Avignon 1367, deren Übersetzung ins Deut- 
sche die Straßburger Texte überliefern 22 . Die konkrete Umsetzung überließ 
man den Johannitern vor Ort, wo der Komtur mit dem Rat erfahrener Or- 
densbrüder Dispense erteilen durfte. Dies leistete zweifellos der Regionali- 
sierung innerhalb des Ordens Vorschub, doch auf die einheitliche observan- 
tia regularis kam es anscheinend weniger an als auf die Einsparungen. 
Bei dem Versuch, unter Berufung auf eine konkret der Auslegung vor Ort 
überlassene observantia regularis Ausgaben zu deckeln, blieb man charakteristi- 
scher Weise nicht stehen. Um dieses Ziel nämlich durchzusetzen und die deut- 
schen Johanniter tatsächlich aus ihren finanziellen Schwierigkeiten herauszufüh- 
ren, mußte die Effizienz ihrer Vetwaltung erheblich gesteigert werden. Konrad 
von Braunsberg ließ sich 1367 auf dem Genenllkapitel zu A vignon ennächtigen, 
eine Erhebung zu Personalbedarf und Einkünften im Priorat Alemania durchzu- 
führen und auf dieser Grundlage für die einzelnen Kommenden festzusetzen, 
wie viele Laien- und Priesterbrüder sie aufnehmen und unterhalten durften. 
Damit er zuverlässige Daten bekam, schrieb Konrad von Braunsberg den einzel- 
nen Kommenden haarklein die Art und Weise ihrer Buchführung vor, bis hin 
zur Umrechnung der Geld- und Maßeinheiten, so daß ein genauer Vergleich der 
Leistungsfahigkeit der einzelnen Kommenden möglich wurde. Wieweit sich das 
im dem großen, von der Schweiz bis Friesland und Pommerellen sich erstrek- 
kenden Priorat Alemania vetwirklichen ließ, wissen wir leider nicht, da solche 
Berichte nur selten erhalten sind2.1. Dem Johannitenneister mußte jedenfalls klar 
sein, daß es seiner straffen Führung und ständiger Visitationen bedurfte, um 
auch nur in Ansätzen die etwünschte Disziplin und Homogenität bei den deut- 
schen Johannitern zu erreichen. An der Spitze der in Straßburg überlieferten 
Texte steht deshalb kaum zufallig eine Anweisung, wie man bei den Johannitem 
Kapitel halten soll. Großer Wert wurde darauf gelegt, daß der Vorsitzende eines 
solchen Ordenskapitels die Briider mit geeigneten Worten ennahnte. An zweiter 
Stelle bei den in Straßburg überlieferten Texten folgt ein Muster mit 19 Einzel- 
punkten, worauf bei der Visitation eines Ordenshauses zu achten waf24. Dabei 
ging es außer um die Venneidung unnötiger Ausgaben um die Aufrechterhal- 


J-
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74 


Karl Borchardt 


tung der Reputation des Ordens durch Geheimhaltung innerer Angelegenheiten, 
durch Gottesdienst, Totengedächtnis und Almosengewährung, was alles reiche 
Wohltäter für die Johanniter einnehmen mochte. Damit zielten die Reformen auf 
weit mehr als bloß kurzfristige Bewältigung einer akuten Finanzkrise. Damit die 
Reputation nach außen und die interne Effizienz der deutschen Johanniter dauer- 
haft gewährleistet blieben, erstrebte Konrad von Braunsberg eine homogene 
Gruppe, deren Angehörige nicht bloß wegen äußeren Drucks, der politisch kaum 
zu organisieren war, sondern auch aus innerer Überzeugung eine verschworene 
Gemeinschaft bildeten. 
Bei allem Respekt vor der Individualität der Henserherren, wie man sie 
volkstümlich nannte, vor ihrem persönlichen Eigentum, das sie lediglich dem 
Komtur anzuzeigen brauchten, ihrer persönlichen Kleidung und Lebensführung, 
welche sie sich lediglich genehmigen lassen mußten, sollten doch die Gleichför- 
migkeit, die Geschlossenheit und der "Korpsgeist" der Ordensgemeinschaft ge- 
stärkt werden: Nicht bloß die gemeinsamen Mahlzeiten wurden eingeschärft, 
sondern auch das gemeinsame Stundengebet und die vorgeschriebenen Tischle- 
sungen, darunter insbesondere das Verlesen der Ordensregel 25 . Die Haar- und 
Barttracht sollte einheitlich sein 26 . Damit Auseinandersetzungen zwischen den 
Brudern nicht ausarteten, wurde ihnen das Tragen von Stechmessern untersage 7 . 
Den Komturen wurde eingeschärft, die Ordensbruder in ihren Häusern ange- 
messen zu versorgen und nicht willkürlich zu bestrafen. Wenn der Komtur ein 
Strafkapitel ansetzte, durfte der Beklagte sich durch sieben und mehr andere 
Ordensbruder verteidigen lassen 28 . 
Homogenität und Disziplin in dem angestrebten Umfang zu wahren, war 
vielleicht im Kernbereich des Priorats Alemania möglich, wo reichsnaher 
Ritteradel aus Schwaben, Franken und den Rheinlanden eine relativ einheit- 
liche und geschlossene Führungsschicht für die deutschen Johanniter stellte. 
Daß Regionen mit anderen gesellschaftlichen und politischen Gegebenhei- 
ten von den Niederlanden und Friesland, von Westfalen und Sachsen bis 
Pommern sich absetzten, wird nicht überraschen; Konrad von Braunsberg 
mußte der Ballei Brandenburg 1382 sogar vertraglich Sonderrechte garantie- 
ren. Im Priorat Böhmen übrigens, der zweiten großen Gebietskörperschaft 
der Johanniter in Mitteleuropa, gab es für Polen-Schlesien und für Öster- 
reich-Steiermark ähnliche Absetzbewegungen 29 . Doch auch im Kernraum 
des Priorats Alemania bestand stets die Gefahr äußerer Einmischung in die 
Angelegenheiten der Johanniter, sei es durch die auf Ausschaltung fremder 
Herrschaftsrechte in ihrem Mauem bedachten Städte, sei es durch die Be- 
sitz- und Versorgungspolitik ritteradeliger Familien auf dem Lande. Den 
Städten kam Konrad von Braunsberg entgegen, indem er den einzelnen Jo- 
hanniterbrudern, allerdings nicht den Ordenshäusern als Institution Handelstä-
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Leitbilder und Ziele von Ordensreformen bei den deutschen... 75 


tigkeit untersagte. Das größere Problem war die Einflußnahme durch Landes- 
herrn, Verwandte und Freunde einzelner Ritterbruder. Nur unter Androhung 
seines Rücktritts bewog Konrad von Braunsberg 1371 zu Heimbach 33 Kom- 
ture und Ritterbruder zur Besiegelung von Reformstatuten, deren Hauptzweck 
die Ausschaltung solcher, der individuellen Kaniere förderlicher äußerer Ein- 
flußnahme war. Nebenbei bemerkt: Daß Konrads Rücktrittsdrohung seine Or- 
densbruder erschreckte, mag sich durch seine Verbindung mit dem Finanzier 
und Mystiker Rulman Merswin in Straßburg 30 erklären; die guten Kontakte zu 
Geldleuten durften nicht gefährdet werden. Von den Details der regularis obser- 
vantia war in Heimbach nicht die Rede. Der Begriff regttlaris observantia ruckt 
dadurch in die Nähe eines bloßen Schlagwortes, mit dem man wichtige Kreise 
der Öffentlichkeit beeindrucken wollte. Was Konrad von Braunsberg unbedingt 
wollte, war das Verbot jeglicher Einmischung von außen. Streitigkeiten zwi- 
schen Ordensbrudern durften nur innerhalb des Ordens entschieden werden, 
letztlich durch den Johannitermeister selbst. Ein Ordensbruder, der seine weltli- 
chen Herren, Freunde und Verwandten einschaltete, sollte als eidbruchig gelten 
und alle Ämter oder Gnaden verlieren, auch solche, die ihm der Meister auf 
Rhodos verliehen hatte. Nichts durfte mithin die verschworene Gemeinschaft 
der deutschen Johanniter stören. 
Die Abgrenzung nach außen machte, Gehorsamspflicht hin oder her, 
sogar vor Meister und Konvent auf Rhodos nicht Halt. Wenn Ordensbrüder 
aus Rhodos herübergeschickt wurden, denen der Meister eine Kommende 
verliehen oder ihren Unterhalt in einem Ordenshaus angewiesen hatte, soll- 
ten diese Briefe nur anerkannt werden, falls solche Ordensbrüder sich zur 
Beachtung der 1371 in Heimbach erlassenen Statuten verpfl i chteten 3 I und 
dadurch auf alle Versuche verzichteten, mit Hilfe ordensfremder Personen, 
ihrer Verwandten, ihres Landesherm, gegen andere Ordensbrüder vorzuge- 
hen. Ähnliche Versuche zur Abschottung nach außen erscheinen kennzeich- 
nend für spätmittelalterliche Ordensreformen. Um die eigene, als vorbildlich 
und verbindlich angesehene Lebensweise zu wahren, widersetzte man sich 
der Jurisdiktion entfernter Ordensoberer und bildete neue, eigene Jurisdikti- 
onsverbände. Die Homogenität und die Disziplin des eigenen Verbandes 
erschienen wichtiger als das feierliche Gelübde des Gehorsams gegenüber 
Autoritäten, die nicht dem eigenen Verband angehörten. Die Gehorsams- 
pflicht anerkannte man, auch wenn dies selten klar gesagt wurde, nur inner- 
halb des eigenen Verbandes. Mitunter wurde unter Berufung auf den eige- 
nen Ordensoberen geschuldeten Gehorsam Religiosen sogar der Rekurs an 
die römische Kurie untersagt, sofern nicht die Oberen dazu spezielle Erlaub- 
nis erteilten, eine Bestimmung, welche problematisch war, weil sie der für 
die Ordensprivilegien konstitutiven päpstlichen Allgewalt widersprach und weil
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76 


Karl Borchardt 


es oft gerade die eigenen Oberen waren, gegen die Beschwerden erhoben wur- 
den 32 . Man kennt ähnliche Klauseln aus weltlichen Kommunalstatuten oder Par- 
lamentsbeschlüssen, wo sie häufig als Kampfansage an die Kirche gewertet 
werden. Daß sie auch bei Ordensgemeinschaften auftauchen, erscheint bemer- 
kenswert und sollte zum Nachdenken anregen: Wollte man sich angesichts der 
spätmittelaIterlichen Krisen auf die eigene Gemeinschaft zurtickziehen, sich ge- 
gen außen abschotten, die inneren Kräfte aber bündeln? 
So gesehen wäre das Bemühen um Ordensrefonn, um eine eigene, auto- 
ritative Festschreibung der observantia regularis nicht das eigentliche Ziel, 
sondern ein Mittel zur Sozialdisziplinierung, um diesen sonst bei der früh- 
neuzeitlichen Konfessionalisierung gebräuchlichen Begriff einmal auf das 
spätere Mittelalter zu übertragen. Die Observanzbewegungen innerhalb geist- 
licher Orden erscheinen vor diesem Hintergrund als Teil umfassender Re- 
fonnbemühungen, mit denen man im späteren Mittelalter unter Rückgriff 
auf christliche und im Humanismus auch auf antike Ideale neuen gesell- 
schaftlichen Herausforderungen sich stellte. Der Begriff reformatio trifft im 
14. Jahrhundert auf die deutschen Johanniter zu, weil es ihnen fonnal um 
die Wiederherstellung überlieferter Ordensideale ging. Doch wichtiger als 
die inhaltliche Konkretisierung dieser Ideale erschien dem Johannitermeister 
Konrad von Braunsberg die Bildung einer möglichst homogenen Gemein- 
schaft durch äußeren Druck und innere Überzeugung, durch Strafen und 
Ennahnungen, was in der Praxis nur regional möglich war. Der Zusammen- 
halt der deutschen Johanniter sollte durch straffe Führung, Abgrenzung nach 
außen und Korpsgeist garantiert werden. Die Mittel waren Rechenschaftsbe- 
richte, Visitationen und geistlich-geistige Schulung, vornehmlich anhand der 
Ordensregel. Negativ ausgedrückt: Indoktrination und Repression lagen im 
Trend der Zeit, damit eine bestehende Gemeinschaft sich gegenüber neuen 
Verhältnissen behauptete. Dies gilt im späteren Mittelalter möglicherweise 
weit über die deutschen Johanniter, überhaupt über die geistlichen Orden 
hinaus: Sogar der Humanist Erasmus von Rotterdam, der sonst das Ordens- 
wesen mit beißendem Spott nicht verschonte, forderte im Widmungsbrief 
seines Enchiridion militis christiani 1518, die ganze Stadt solle ein einziges 
großes Kloster sein: Quid aliud est civitas quam magnum monasterium?33 
Spätmittelalterliche Ordensrefonnen, zu denen die durch Konrad von Brauns- 
berg und seine Helfer unter dem Druck äußerer Krisen bei den deutschen 
Johannitern angestrebte Disziplinierung zählt, sollten vor diesem Hinter- 
grund nicht als Nischenthema belächelt werden. Vielmehr berühren sie zen- 
trale Probleme einer europäischen Umbruchszeit, welche viele Gruppen der 
abendländischen Gesellschaften vor neue Herausforderungen stellte.
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Leitbilder und Ziele von Ordensreformen bei den deutschen... 77 


Anmerkungen 


I G. B. Ladner, The /dea ofReform: Its Impact on Christian Thought and Action in the 
Age of the Fathers, CambridgelMass. 1959, repr. New York 1967; E. Wolgast, Reform, 
Reformation, in: Geschichtliche Grundbegriffe: Historisches Lexikon Zl/r politisch-sozialen 
Sprache in Deutschland. hrsg. v. 00 Brunner. Bd. 5. Stuttgart 1984 [21994], So 313-360; K. 
A. Frech, Reform an Haupt und Gliedern: Unter.mehl/ng zur Entwicklung und Verwendung 
der Formulierung im Hoeh- und Spiitmittelalter (Europäische Hochschulschriften III 510) 
FrankfurtIMain u.ao 1992; B. Hamm. Von der spätmittelalterlichen »reformatio« zur Refor- 
mation. Archiv für Reformationsgeschichte 84 (1993), S. 7-81; J. Helmrath, Theorie und 
Praxi,r der Kirchenreform im Spätmittelalter, Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 
11. 1992. S. 41-70. 
2 J. Miethke, Kirchenreform auf den Reformkonzilien des 15. Jahrhunderts: Motive. 
Methoden, Wirkungen, in: Studien zum 15. Jahrhundert, Fe.rt.rchrift Erich Meuthen, hrsg. v. 
H. Müller u.a.. Bd. I. München 1994, S. 13-42; Reformbemühungen und Observanzbestre- 
bungen im spiitmittelalterlichen Ordenswesen. hrsg. v. K. Elm (Berliner Historische Studien 
14, Ordensstudien 6) Berlin 1989; 11 rinnovamento dei France.rcane.rimo: L'O.r.rervan::.a. 
Atti dell'XI Convegno internazionale, Assisi. 20-22 ottobre 1983. Assisi 1985. 
3 J. Sarnowsky, Macht und Herrschaft im Johanniterorden des 15. Jahrhunderts: Ver- 
fassung und Verwaltung der Jolwnniter auf Rhodos 1421-1522 (Vita regularis 14) Münsterl 
Westf. u.a. 2001. S. 124-126; ausführlich R. Valentini. Un capitolo generale degli Ospita- 
lieri di S. Giovanni tenuto in Vaticano nel 1446, Archivio storico di Malta 7 (1936). S. 133- 
168. Hier wie bei dem zweiten Generalkapitel in Rom 1466 ging es nicht zuletzt um die 
Schulden des Ordens: H. Nicholson, The Knights Hospital/er, Woodbridge 2001, S. 530 
4 Grundlegend W. G, Rödel, Reformbe.rtrebungen im Johanniterorden in der Zeit zwi- 
schen dem Fall Akkons und dem Verlust von Rhodos /291-1522, in: Reformbemühungen 
(wie Anm. 2) So 109-129. 
, A. J. Forey, The Military Orders in the Crusading Proposals of the Late-Thirteenth 
and Early-Fourteenth Centurie.r, Traditio 36 (1980). S. 317-345; ders., Military Order.r and 
Crusades, Aldershot 1994. Nr. 80 
6 A.-M, Legras (Hrsg.), L'enql/
te tlans le prieuri de France (L'enqUlrte pontificale de 
1373 sur 1'0rdre des hospitaliers de Saint-Jean de Jerusalem. Bd. I. hrsg. v. J, Glenisson) 
Paris 19870 
7 Jo-B. Mahn, Le pape Benolt XJJ ct les eisterciens (Bibliotheque de I'Ecole des Hautes 
Etudes IV 295) Paris 1949; C. Schmitt. Un Pape riformateur et un defenseur de /'unite de 
I'Eglise: Benolt XJJ et I'Ordre des Freres Mineurs /334-/342, Quaracchi 1959; J. Ballweg, 
Konziliare oder päpstliche Ordensreform: Benedikt XIl. und die Reformdi.rkus,rion im frü- 
hen 14. Jahrhundert (Spätmittelalter und Reformation 17) Tübingen 2001; allgemein L. 
Vones. La reforme de /'Eglise au XIVe siede. in: Crises et reformes dans I'Eglise de la 
reforme grlgorienne a la Prereforme. Actes du 115e Congres national des Societes Savan- 
tes, Avignon. 1990. Paris 1991, S. 189-206. 
8 W. Engel, Die Krise der Ballei Franken des Johanniterordens zur Mitte des 14. 
Jahrhunderts, Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 18, 1955, S. 279-290. 
Y K. Borchardt, Wirt.rehaft und Ordensreform im .rpäten Mittelalter: Das Bei.rpiel der 
Johanniter in Straßburg (mit Ausblick auIBreslau). in: Die Ritterorden in der europäist.'hen
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78 


Karl Borchardt 


Wirtschaft des Mittelalters, hrsg. v. R. Czaja und J. Samowsky (Ordines militares: Collo- 
quia Torunensia Historica XII) Torun 2003, S. 35-530 
JII Edition mit englischer Zusammenfassung K. Borchardt, Soll-Zahlen zum Personal- 
,ftand der deut.fchen Johanniter vom Jahre 1367, Revue Mabillon 75 n.s. 14, 2003, S. 83- 
-1130 
11 Zuo diser vorgeschribenen koste und trank 
'ol eler pitanczi unde eler siechen guot 
zwei jar dienen. Unde was oueh der pitancz und der siechen bruoder guot vor der hant hat 
uf disen tag, alz dirre brief gegeben ist, daz sol ouch zuo der vorgeschriben kost unde trank 
dienen. Engel (wie Anm. 8), S. 285, Nr. 9. 
12 Welh bruoder nicht me geltes hat denne sech.f phunt haller, der .ml mit dien .felben 
sechs phunden sin notdurft besseren. Hat aber er siben phunt geltes, so git er ein phunt; hat 
er achtu, so git er zwei; hat er nuni, er git dru; hat er :.echenu, er git vieru; hat er einlifi, er 
git funft; hat aber er zwelf phunt geltes, die git er gelich halb. Unde waz er uber zwelf phunt 
geltes hat, so wirt er duselben zwe(( phunt, unde was er uber zwe(( phunt geltes hat, alles 
halbes gebende die nechsten zwen nucze, die nach einander koment, in disen zwein jaren 
von gult alder von allen nuczen, wie die namen haben mugint aldfer] wannen von die 
gevallen mugin. Engel (wie Anm. 8), S. 285, Nr. 150 
13 Hat ouch kein bruoder barschaft alder varent habe. die sol er anlegen dem orden 
zwÜchent hie unde sant Walpurg lag. Weri aber. daz er des nicht geI/Con moechti, der ,ml 
daz selben barschaft unde varende habe halbe lichen dem orden dise nechsten zwei jar, 
unde sol man im ouch darumbe guot sicherheit gebeno Engel (wie Anm. 8), S. 285f., Nr. 16. 
14 Des ersten hant wir geordenet und geseczet, daz alle bruoder sich erberlich unde 
geistlich ziechen mit ir kleide ren unde gewande nae:h der alten geseczede und gewonheit des 
ordens. Engel (wie Anm. 8), S. 283, Nr. L 
U De,f er.ften .ml kein commendur nut me wan mit einem knechte riten, e.f wari danne 
sin hus notdW(tig. Engel (wie Anm. 8), S. 284, Nr. L 
16 Es sol ouch kein coventzbruoder pherit. knechte, hunde noch vederspil nut haben. 
Engel (wie Anm. 8), S. 284, Nr. 3. 
17 Es sol ouch kein conventzbruoder rIten noch gan ane urlob sines commendures alder 
des, der sin stat haltet in dem huse. Ritet ouch ein bruoder in ein stat, do wir ein hus haben, 
der bruoder mag mit desselben commendures urlob in ein herberge riten unde doseibes 
sinen pfenning zerren; wil er aber in dem huse beliben, daz sol er tllon ane du hllses 

'chaden. Engel (wie Anm. 8), S. 284, Nr. 2. 
11 Man .ml ollch keinem bruoder an kein .ftat nut ze e.f.fene geben danne in .finem 
reventor unde zuo sinem rechten inbisse. Engel (wie Anm. 8), S. 284, Nr. 6. 
19 Ouch sol man dien bruoderen :.e essene geben an dem sunnentage. an dem dinstage 
und an dem donfer].ftage ein gemuese, ein fleisch unde eins keses; an dem mentag, an der 
mitwuchen und an dem samstage sol man geben ein gemuese. zwei eiier und eins keses. Mag 
man aber der eiier nicht enhaben. so geb man ein gemuese dofur. An dem fritage und an 
allen vastagen ane dem Advent und die Vasten zwei gemuese und ein hering oder vi,fche. 
Mag man vische alder hering nicht gehaben, so gebe man ein ander gericht dofllr. In dem 
Advent unde in der Vasten sol man geben zwei gemuese und zwen hering unde an dem 
sunnentag IIber tisch zwei gemuese unde ein hering und brotes genuog von roggen. Ouch sol 
man geben einem iclichen bruoder ein Wirzburger sidelin wines uber den tisch, zuo der 
colladen ein halb sidelin, so man nit vastet; so man aber vastet, ze collac:i ein gancz sidelin. 
Engel (wie Anm. 8), S. 284f., Nr. 7f.
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Leitbilder und Ziele von Ordensreformen bei den deutschen... 79 


20 Man sol ouch keinem bruoder kein notdurft gehen in dien huseren oder ze varenne 
von dien huseren, es si dalme. daz sin commendur unde zwen erber bruoder. die er zuo im 
nimet, sechen, daz ers /lOtdurjiig si. so gebe im notdurji nac:h bescheidenheit. unde hiemitte 
sol sich der bruoder lassen an benuegen. Engel (wie Anm. 8). S. 285, Nr. 10. 
21 Es sol oueh kein bruoder keinen gast nicht laden. Ouch sol ein commendur bi sinem 
covent essen, es si danne, daz in krankheit irr oder geste. Engel (wie Anm. 8), S. 284, Nr. 4f. 
22 Borchardt (wie Anm. 10), S. 105-107. 
2] Ein 1368 begonnenes Einkünfteverzeichnis von St. Katharina zu Utrecht bei J. M. 
van Winter (Hrsgo), Sources ConcerninK the Hospitallers of St John in the Netherlands 
14th-18th Centuries (Studies in the History of Christian Thought 80) Leiden 1998, S. 193- 
-387, hier S. 196f. 
2. Borchardt (wie Anm. 10) S. 98f. 
25 Ouch slllint die bruoe/er gan zuo allen iren äten. IIne/ ein iclich priol in e/irre vorge- 
schribenen baliie sol dien bruoderen alle goltvasten des ordens regel lesen; und die bruoder 
gemeinlich sulint zuo e/er zit die regel diemuteklich hoeren und e/ie vesteklich halten nach 
allem ir vermugen. Engel (wie Anm. 8), S. 284, Nr. 2, Zum Korpsgeist A. Demurger, Die 
Ritter des Herrn: Geschichte e/er geistlichen Ritterorden, München 2003. S. 213-2290 
26 Es sol ouch kein commendur noch convenczbruoder keinen barr nicht tragen und 
,foelent schoephen .froten und daz har nicht lenger tragen wan ein hant fur die oren. Engel 
(wie Anm. 8), S. 285, Neo 13. 
21 Es sol ouch kein bruoe/er kein stechmesser nicht tragen ane urlob sines obrosten. 
Engel (wie Anm. 8), S. 285, Nr. 14. 
21 Haltet ouch ein commendur capitel und hat ze bruoder rec:htenne mit sinen bruode- 
ren, der mag siben dar::.uo bescheiden. IlIIde wiler me darzllo 
'chiken. daz stat an im. Engel 
(wie Anm. 8), S. 285, Nr. 12. 
29 M. Starnawska. Mifdzy Jerozolimq a Lukowem: Zakony krzyiowe ne ziemiach pol- 
skic'h w sredniowiec:.u, Warszawa 1999, S. 69-72, 346-353; R. L. Dauber, Der Johanniter- 
Malteser Orden in Österreich lind Mitteleuropa, Bd. 2: Spiitmittelalter und frühe Nellzeit 
1291 bis 1618. Wien 1998. S. 556f., 60lf, 
]0 Dazu Borchardt (wie Anm. 9); Chr. Wand-Wittkowski. Mystik und Distanz. Zu reli- 
giösen Erzählungen Rulman Merswins, Mediaevistik 13 (2000), S. 117-134. 
]1 Wer ollch. daz kein phleger. der yeczo ist, oder daz keiner broder kerne, die gnade 
brechte von uber mer. uber kein phlege. die 
'elben sullent sich verbunden mit yren briejjen, 
alle diue vllrge,fcriben puncten und artikele ze haltene geliicher wiis. al.f ouch wir un,f hant 
verbunden. Wer ouch, daz kein phleger. der yeczo phleger ist. des nut besigelen noch sich 
verbynden wolte, e/er sal siin phlege IIne/ waz gnade er von den orden hat, verlorn han. Man 
en.ml ouch keynen broder in keine phlege seczen, was gnae/e er have. er enlzave e/is gencz- 
lich globt und versigelt gelicher wiis, als dorvor steet gescreven. Engel (wie Anm. 8). 
S. 289, Nr. 7-9. 
]2 R. Weinbrenner, Klo,fterreform im 15. Jahrhundert zwi.fchen Ideal und Praxi.f: Der 
Augustinereremit Andreas Pro/es (/429-1503) und die privilegierte Observanz (Spätmittel- 
alter und Reformation 7), Tübingen 1996. 
]] Erasmus von Rotterdam. Ausgewählte Schriften, Bd. I. Darmstadt 1995, S. 48; H. 
Ehmer, Ende und Verwandlung C Südwestdeutsc:he St!ftskirchen in der Reforrnationszeit, in: 
Die Stijiskirche in Südwestdeutsc'hland: Aufgaben und Perspektiven der Forschung, hrsgo v. 
S. Lorenz und O. Auge (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde 35) Leinfelden-Ech- 
terdingen 2003, So 211-237, hier S. 211. Zum Hintergrund jetzt auch K. Borchardt. Hllma- 


.J-
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80 


Karl Borchardt 


nismus in Franken, in: Franken im Mittelalter, Francia orientalis, Franconia, Land zu 
Franken: Raum und Geschichte, hrsgo VO J. Merz und R. Schuh (Hefte zur bayerischen 
Landesgeschichte 3) München 2004, S. 231-246, hier So 234 u. Anm. 10 mit weiterer 
Literatur.
>>>
ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Gregory O'Malley (Cambridge) 


Collective Image and Individual Insufficiency among the 
Hospitallers of the English Langue in the Fifteenth and 
Sixteenth Centuries 


In the fifteenth and sixteenth centuries, the role, customs and statutes of 
the Hospital of St John of Jerusalem laid down very clearly the requirements 
for entry into the order and stipulated in some detail the conduct required of 
brethren who did gain admission. Knight-brethren, with whom this paper 
will be concerned, were to be the offspring of legitimately married parents 
of gentlemanly and military lineage; they were to be free from ties of mar- 
riage, debt, or profession in another order, and they were to be morally and 
bodily sufficient to cany on the business of arms. Existing brethren who 
admitted persons who did not satisfy these conditions into the Hospital were 
threatened with degradation or loss of benefices, and from at least 1433 
candidates for knighthood were expected to prove their nobility and suffi- 
ciency before provincial chapter l . 
In addition, further qualities and attributes were expected of brethren 
who sought promotion to preceptories and other dignities in the order' s gift. 
These included specified periods of conventual service, seniority and, more 
vaguely, 'merit'. Brethren who already held a preceptory and wanted pro- 
motion also had to prove that they had administered it effectively. If they 
were in debt or had failed to improve their hause, they were to be denied 
promotion, and might even be deprived of the habit2. This paper will be 
concerned with the ways in which members of the English langue interpret- 
ed these regulations in the fifteenth and sixteenth centuries, and in particular 
with cases where the langue acted as a body in questioning the conduct or 
fitness for office of individual brethren. 
The Hospital was a fiercely competitive institution, and conventual breth- 
ren might have to wait for ten or fifteen years before they were gran ted 
a preceptory, so it was sometimes in their interest to discredit potential 
rivals for promotion by attacking their qualifications. Yet they had to be
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82 


Gregory O'Malley 


careful to assemble evidence if they were going to do this. The statutes laid 
down heavy penalties for making false accusations, so that those questioning 
the qualifications or conduct of other brethren were aware that they should 
have at least a semblance of a case if they were to do so. Sometimes they 
did not: in convents peopled by ambitious noblemen quarreis were bound to 
occur from time to time and slanderous words might be spoken in the heat 
of the moment which would later have to be retracted. In 1462, for instance, 
Marrnaduke Lumley, a conventual knight from one of the most prominent 
gentry families in England, was called before the esgardium and forced to 
apologise for calling his fellow Englishmen Nicholas Passmore a 'villein', 
that is base-born, an accusation that suggested that Passmore was not fit to 
wear the order's habit 3 . Similar slurs may have lain behind outbursts of 
violence between members of the English langue such as the duels fought 
between Henry Battersby and Henry Freville in 1488 and Thomas Hall and 
Philip Carew in 1528, as weil as the frequent quarrels between English 
Hospitallers after the order's relocation to Malta 4 . Other brethren appear to 
have been exercised by the moral failings of their fellows, as is suggested by 
the conventual knight-brother German Boswell's attempt in 1504 to mount 
an arrned ambush of the senior preceptor lohn Tonge, who the younger man 
claimed was both 'touched by the crime of sodomy' and guilty of the misap- 
propriation of the spolia of lohn Kendal. the recently deceased prior of 
England and Tonge's uncle 5 . 
Before the 1530s, however, the langue's brethren only rarely came be- 
fore the council accused of violence, disobedience or slander. Concerns 
about the worth and abilities of particular brethren were rather expressed 
through the proper channels, and in formal language wh ich echoed the rule 
and statutes 6 . Brethren who objected to their fellows most frequently op- 
posed their proofs of nobility1, their claims to ancianitas (seniority)8 or, 
often on grounds of debt, insufficient length of service or failure to 'im- 
prove' their house, their pos session of particular benefices or promotion 
from one benefice to another 9 . Self-interest played a large part in such cas- 
es. Those who questioned the seniority, probity or administrative abilities of 
a fellow brother were frequently either currently competing against hirn for 
preferrnent or seeking to overturn the result of such a competition. Even 
when the langue objected to a person or promotion collectively, there was 
often an element of self-interest. The great majority of its brethren being 
English conventual knights, the langue repeatedly petitioned for areduction 
in the prior of England's rights to confer benefices so that these could be 
used instead to reward conventual service lO . In the same vein it resisted the 
attempts of lrish or Scottish brethren to be appointed to preceptories in
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Collective Image and Individual Insufficiency among... 


83 


England while arguing with more force than consistency that English breth- 
ren should be eligible for promotion to the order's lrish houses neverthe- 
less 11 . 
Even so, there were some promotions, and some brethren, which were 
regarded as objectionable by the whole langue, and the arguments it put 
forward in such cases not only reflect the order' s conceptions of worth and 
right conduct but also show some sense of the corporate identity and dignity 
of the English 'nation'. Two matters of concem stand out in particular: the 
expectation that members of the langue and the order at large should be fit 
for their duties, and the related requirement that service, particularly conven- 
tual service, should be rewarded with responsibility, honour and benefices. 
The first stage at which a candidate's fitness for entry into the order 
would usually be scrutinised was when he came before the provincial chap- 
ter of his horne prioryl2. This requirement was laken seriously by the langue, 
so that when Humfrey Bevercotes arrived in Rhodes in 1505 without having 
undergone such an examination, four of its members objected to his entry, 
and the proctor of the prior of England stated that Bevercotes' evasion of the 
usual procedures prejudiced the pre-eminence of his principal. The order' s 
council then required the prospective knight to have his proofs of nobility 
examined before provincial chapter if he was ever to rise above the grade of 
serjeant-of-office 13 . Similarly, in 1498, Robert Pemberton had been required 
to go horne and present hirnself to a provincial chapter when he had ap- 
peared in Rhodes carrying letters of recommendation from Henry VIII4. 
Other cases involved the rejection of proofs of nobility as being wrongly 
drafted or insufficiently authenticated. Usually the langue professed itself 
perfectly willing to accept the candidate once he produced evidence satisfy- 
ing the statutory requirements 'S , but in at least one instance the difficulty 
was not merely procedural. The proofs of Thomas Waring, who appeared in 
Malta seeking admission as a knight-brother in 1535, were rejected as 'made 
by stealth and false' by the langue, and the candidate hirnself dismissed as 
physically weak and of bad character. Although the turcopolier, Clement 
West, presented Waring's rejection as having arisen from the attempts of 
another knight-brother, Giles RusselI, to stop Waring achieving the same 
ancianitas as his nephew, when Waring presented his modified proofs to the 
langue within the tenn allotted by the order' s council they were rejected 
again l6 . This case might be dismissed as simply demonstrating the langue's 
des ire to exc1ude a candidate of whom it disapproved were it not for the 
existence of other documents illustrating its concems that individuals should 
be bodily, intellectually and morally fit for service. This held particularly 
true of the office of turcopolier, a 'goodly... preheminence of our nation', as
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84 


Gregory O'Malley 


one of its sixteenth-century incumbents described itl7. In 1436, Robert Daug- 
eny's claim to the lieutenant turcopoliership was opposed by the proctors of 
the langue 'with the authority and in the name of' all its brethren resident in 
convent on the grounds that having failed to administer his preceptories 
properly he was unworthy and insufficient to be promoted. The proctors 
further warned that Daugeny's actions in post should not be permitted to 
prejudice the langue's 'authority', and promised to provide evidence of his 
unfitness for office l8 . 
The langue was similarly cautious when selecting brethren to undertake 
caravans. In accordance with the statutes it scrutinised the age of those 
seeking to perform military service closely, and refused to sponsor those 
who might be too young to serve l9 . Even quite senior brethren could find 
themselves denied permission to fight. In 1530, for example, George Aylm- 
er, preceptor of Halston. was refused licence to depart on caravan because it 
was 'thought by the hole tongue' that he was 'not a man of curage as oder 
of that noble nacion be'. Instead he was to find an 'hable knyght' to go in 
his stead 20 . As in the Daugeny case, the rationale behind this decision ap- 
pears to have been that the langue as a whole would be discredited should 
its representatives fail to perform their duties adequately. Given the limited 
numbers of 'British' brethren in convent it was essential for them to uphold 
their responsibilities fully, a concern iIIustrated by the langue's protest in 
1513 that the English casteIlan of Rhodes should not be permitted to exempt 
two of his countrymen from guard duty, as there were too few to spare 21 . 
Just as the langue concerned itself with denying rewards to those indi- 
viduals seen to compromise its corporate honour, so too it sought to ensure 
that diligent service should be appropriately rewarded. In this area, too, its 
pronouncements and those of its members contained a mixture of genuine 
idealism and naked self-interest. Typically, the langue issued its most com- 
prehensive statement of the link between service and preferment when caIl- 
ing for a reduction in the prior of England's tights to confer benefices. 
These, it argued, should be curtailed 'bearing in mi nd the multitude of 
brother knights of the langue, and the paucity of preceptories... from which 
the foresaid religious hope for reward for their labours, in order to render 
them more fervent towards the said service, and to entice others to serve the 
Religion in the east'22. Such language may only have echoed the pronounce- 
ments made by the convent when appointing to benefices 2 3, but it accorded 
very weIl with actual perceptions of the importance of the links between 
service, seniority and preferment. Judging by letters written in the I 530s, the 
English Hospitallers greatly resented brethren who were promoted more 
quicldy than was customary not just because they were acting out of turn,
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Collective Image and Individual Insufficiency among... 


85 


but also because their commitment to the order might be weakened as a result. 
Thus when Henry VIII confirmed the irregular appointment of Thomas Din- 
gley to a preceptory of grace in 1536, Dingley's rival Ambrose Cave com- 
plained that the appointment breached the 'ancient style and custom of the 
Religion', in rewarding a man who had 'served so little' so handsomely, 
while the turcopolier warned that Dingley's appointment freed hirn from all 
responsibility to the order, and implied that it thereby lIndermined the Hos- 
pital's attempts to resist the Turks 24 . Although these statements might be 
taken to imply that brethren were uninterested in conventual service save as 
a means to acquire benefices, the indications are that preceptories were val- 
ued almost as mllch for the seniority and authority which their possession 
conferred in convent as for the wealth and standing a preceptor might enjoy 
in his horne province. When Clement West complained about being the only 
turcopolier in living memory not to be gran ted a preceptory of magistral 
grace, he cited his need to maintain the honour of his office and his nation 
as the chief source of his resentment at being passed over 2S . Similarly, while 
military service was clearly linked to the order's promotion system, prece- 
dence or command in lhe field were seen in themselves as rewards for long 
service and were greatly valued for the honour they conveyed. Thus while 
Robert 'Jotse' [Tong?] agreed to be of the same 'passage' as Richard Sand- 
ford and Miles Skayff in 1450, and therefore to hold the same seniority 
when seeking benefices, he nevertheless insisted that as the first to have 
reached Rhodes he should have 'the first voice and place' whenever per- 
forming military service with the other tw0 26 . Just as with benefices, ap- 
pointments to military office made without reference to seniority might 
create resentment. Having asked in February 1537 for the captaincy of the 
order's galleys hirnself, Clement West was outraged when Leone Strozzi 
was appointed to the post instead: he denounced the Italian knight in council 
as 'inexpert, young and completely unworthy', and in subsequent letters to 
Henry VIII and to Thomas Cromwell he contrasted the forty years' service 
he had gi ven the order with Strozzi' s less than three 27 . Yet he was also keen 
to stress that the whole langue had been affronted by Strozzi's appointment, 
which was only the latest in aseries of slights since the fall of Rhodes. The 
English, he claimed, were 'not treated as other nations be', having 'little part 
in the honours of the Religion' and having not held any significant com- 
mands during military operations at Modon, Coron, Goletta, Tunis and Tri- 
poli. He asked Cromwell to intervene with the order's government so that 
the king might be assured that his subjects partook of all available honours. 
Military command was not, therefore, merely a road to individual honour
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Gregory O'Malley 


and preferment; it also reflected on the collective honour of the langue, of 
the 'nation' from which it sprang, and of that nation's sovereign lord 28 . 
As these letters also suggest, however, although the langue undoubtedly 
sought to ensure that its members did not dishonour it in the field, ultimately 
it was more concerned with its own reputation and rights than with military 
efficiency per se. Indeed, where there was a dash between the two, the 
English Hospitallers tended to ding to their prerogatives rather than to give 
way to broader strategic concems. Having received papal confirmation in 
1448, the rights of the turcopolier to organise and visit the coastguard of 
Rhodes were defended with particular and occasionally unreasonable zeaJ29. 
In July 1472, for example, the turcopolier, in order to conserve his 'pre- 
eminence' , professed himself unwilling to exercise his office in the compa- 
ny of the lieutenant marshai in the event of a Turkish landing on Rhodes, 
although should one occur he would be happy to be accompanied, 'as was 
proper', by the marshai himself1°. Still less foresightedly, in the dangerous 
years during and after the Veneto-Ottoman war of 1499-1503, turcopoliers 
and their officers were repeatedly accused of releasing excessive numbers 
from watch-duty, and the turcopolier Robert Daniel's resistance in 1506 to 
a proposal to involve the castellans of Rhodes in visiting the watch lest it 
prejudice his pre-eminence led to a furious protest by the order' s master, 
and probably to further dashes between the brethren of the langue and the 
master's cavallaritus, whom they accused of denying them hay for their 
horses, and thus the means of doing their job 31 . The langue's brethren up- 
held their rights in this regard strenuously, two junior English Hospitallers 
going so far as to break into a magistral storehouse to get fodder for their 
horses. Their actions were defended in council by the turcopolier and bailiff 
of Eagle, who were keen to stress that they had been undertaken not in 
a spirit of contempt for magistral authority, but in order, on ce again, to 
conserve the 'pre-eminence' of the langue, which induded the right to take 
hay for the turcopolier's cavalcatura 32 . 
As the language used in the dashes over the turcopoliership suggest, 
corporate solidarity within the langue was not merely embodied in its per- 
sonnel. The English langue was conceived of as a 'nation' wherein reposed 
an honour and dignity embodied in its possessions, buildings 33 , corporate 
activities and in the person of the turcopolier, whose responsibility it was to 
'govem' his countrymen and maintain their auberge 34 . Accordingly, it was 
vigorous in its defence of property such as the 'English' tower of St Ca- 
tharine at Bodrum3
, and in its calls for the order' s benefice-holders in the 
west to contribute to the running costs of its auberge 36 . At various times, 
brethren also donated plate, cutlery, napery, money and property to the
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Collective Image and Individual Insufficiency among... 


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langue 37 . The honour of the 'nation' might be expressly invoked when ap- 
peals were made to brethren to fulfil these duties, and when provision was 
made to meet major needs such as rebuilding the auberge or providing the 
conventual brethren with English-speaking chaplains. Even the langue's sur- 
viving accounts, the great majority of entries in wh ich refer to washing, 
mending and sweeping, provide evidence of real concern for the upkeep and 
appearance of even a temporary and ren ted auberge 38 . 
During the days of its significance, members of the English langue rare- 
ly waxed lyrical when discussing their vocation or activities, so that it is 
often difficult to discem what membership of the order of St lohn meant to 
them. Nevertheless, it is clear that they regarded the rituals and activities of 
their 'nation' as significant, and had clear ideas concerning the langue's 
'pre-eminence', and the behaviour appropriate to those bel on ging to it. Even 
if corporate expressions of such ideas echoed the language and preoccupa- 
tions of the order' s legislation, they still retain much of their force, not least 
becallse they are repeated in personal correspondence. That 'British' and 
Irish Hospitallers were concemed with seniority, promotion, and personal 
honour is scarcely sllrprising, but that such concems were sometimes matched 
by a strong insistence on right conduct suggests some idealism in the part of 
those who served, an idealism focused in part on their langue. In confinning 
that body's decision to levy a tax on the priors and preceptors of Britain and 
Ireland, the chapter general of 1504 pointed out that the langue was 'an 
honourable member of our Religion' whose 'common honour' was imperil- 
led by the dilapidated state of its auberge 39 . It was this sense of 'common 
honour' wh ich accounts for some of the decisions taken by Hospitallers 
from the same islands, and which helps to explain why the order. made up 
of such 'honourable members', could cohere into so fonnidable and disci- 
plined a body in times of crisis. 


Notes 


I G, Caoursin. Stabilimenta, in Id.. Opera (Ulrn. 1496). 'De receptione fratrurn', 'Con- 
suetudo' and nos. iii. iv. vi-vii. xii. xvi-xvii. xx. MS references and discussion in J. Sar- 
nowsky. Macht und Herrschaft im den Johanniterorden des 150 Jahrhunderts: Vet:fassung 
und Verwaltung der Johanniter auf Rhodos (1421-1522), Münster, 2001. ppo 197-199. On 
proofs of nobility see also A. T. Luttrell, S. Fiorini. The ltalian Hospitallers at Rhodes: 
1437-1462. Revue Mabillon 68 (1996). ppo 209-231. at 217-218. 
2 Caoursin, Stabilimenta (n. I), 'De Thesauro', nos. xix, xxviij. 
J National Library of Malta, Valletta. Archives of the Order of St. John [hereafter 
NLM]. Arch. 371. fot 144v. 
4 NLM, Arch. 76. fot 121r; Arch. 85, fot 44r, 45v; Arch. 85. fot 126v. 127r-v, 138r. 
140v; Arch. 86. fols. 12v. 30v, 32r, 88v, 95r.
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Gregory O'Malley 


, NLM, Arch. 80. fol. 112r. 
6 The /angue's surviving accounts record a payment in March 1527 'for making of 
o[uJr rowle for je chapyter'. NLM, Arch. 53, fol. 50v170v. 
7 NLM, Arch. 85, fo\. BOr; Arch. 86. fo\. Ilr. 
A NLM. Arch. 68. fo\. 122r; NLM, Arch. 75. fo\. 177v-8r; NLM, Arch. 76, fo\. 209r; 
Arch. 81. fol. 16v-17r; Archo 82, fo\. 185r; Arch. 84, fo\. 21 r. 43r; Arch. 85, fo\. 121 v, 122r; 
Arch. 86, fol. 7lv; Arch. 376, fol. 154r; Arch. 382, fol. 136v; Arch. 400, fol. 144r. As Drs 
Luttrell and Fiorini point out, seniority was 'a ceaseless preoccupation'. Luttrell, Fiorini, 
'ltalian Hospitallers' (n. 1), p. 217. 
9NLM, Arch. 78, fo\. 93r-v; NLM, Arch. 80. fo\. 107v; NLM, Arch. 81, fo\. 5Or, 50v, 
55r-v, 12Iv-2v; NLM. Arch, 82. fo\. 172r, 192r; NLM. Arch. 84. fo\. 60r, 95r; NLM, Arch. 
85, fol. 29v, 54v, 57v, 78v, 129v-30r; NLM, Arch. 86, fo\. 37v, 40r; NLM, Arch. 399. fo\. 
I 45v-6r. 
I/) See. for example, NLM, Arch. 68. fo\. I 28r-9r; NLM. Arch. 75. fo\. 177v; NLM. 
Arch. 76. fo\. 80v, 148v-9v; NLM. Arch. 399. fo\. I 46r-v. 
11 NLM, Arch. 375, fo\. 102r-v; Arch. 81, fol. 205r-6r [Irish]; Arch. 75, fo\. 89v, 91r, 
92r, 157v-8r; Arch. 85, fol. 100v; Arch. 411. fo\. 158r-v [Scots]; Bvvk v/ Delibera'ivns v/ 
,he Venerable Tongr
e 
r Eng/and, ed. H. Scic1una (Valletta 1949), pp. 76-77; NLM, Arch. 
346, fo\. 112r-v; Arch. 392, fo\. 10 I v-2r [English 'right' to priory of Ireland]. 
11 Sarnowsky, Macht ulld Herrsclraft (n. I), p. 198. 
13 NLM, Arch. 81, fo\. 16v-17r. 
14 NLM, Arch, 78, fo\. 90v-1 r. He had returned by August 1500. Ibid, fol. 131 r. 
" e.g, NLM. Arch. 81. fo\. 58r; Bvvk v/ Deliberativns. ed. Scic1una (no ll). p. 43. 
16 Leiters and Papers Fvreign cmd Dvmestic 0/ ,he Reign v/ Henry VIII [hereafter 
LPFD] , 22 vols in 37 parts (London 1864-1929), xii. pt.1, no. 1144; NLM. Arch. 86, fo\. 
Ilr, 55r; texts in A. Mifsud, Knights Hospitallers 0/ ,he Venerable Tongue 0/ Eng/and in 
Malta (Valletta 1914), pp. 28-29. 
J7 R. Shelley, The Letters 0/ Sir Richard Shelley (n.p., 1774), p. 2. 
IA NLM, Arch. 352, fo\. 127vo Noticed in Samowsky. Macht und Herrschaft (n. 1), p. 64no 
19 NLM, Arch. 68. fo\. 128r; Arch. 76, fo\. 209r; Arch. 382, fo\. 136v. For discussion of 
the minimum age at which military service could be perforrned and ancianitas enjoyed see 
Sarnowsky. Macht und Herr,
chaft (n. I), pp. 198-199. 
10 Bovk of Deliberations, ed. Scic1una (n. 11), p. xxiv, 17. The langue's humili.ltion of 
Aylmer was perhaps vindicated by the latter's confinement to Gozo in 1535 for deeds 
committed when he was 'not entirely of sound mind'. NLM, Arch. 86, fo\. 1Or. 
11 NLM, Arch. 82, fol. 61 v-2r. 
11 NLM, Arch. 399. fol. I 46r-v. 
13 e.g. NLM, Arch. 388, fo\. 132r-v; Arch. 400, fo\. 9Ir-v. The text of the latter docu- 
men! is provided in Sarnowsky, Macht und Herrschc!f' (n. I), pp. 617-619. 
14 LPFD (n. 16), xii, pU, nos. 78 (1), 207. 
1
 LPFD (n. 16). vi. no. 326; xi, no. 917; xii. pt. I. no. 207. 
16 NLM, Arch. 361, fol. 35Iv-2r. 
17 NLM, Arch. 86. fol. 51v, 
l' LPFD (n. 16), xii, pt.i, nos. 347, 3650 
19 See Sarnowsky, Macht und Herrschaft (n. 1), pp. 286-288; G. J. O'Malley, The 
Knights Hospi'aller 0/ the English Langue, c.1460-1565, Oxford 2005, ch.8A. 
30 NLM, Arch. 74, fol. 134r. 


-...tIII
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Collective Image and Individual lnsufficiency among.o. 


89 


)\ NLM. Arch. 80, foI. 35v, 90r-v; Arch. 81, fol. 39v-41r, 77v-83r; Samowsky, Macht 
und Herrschaft (n. 1), pp. 255, 287. 
)2 NLM, Arch. 81. fol. 77v-8v. 
n In 1445 the Italian Hospitallers determined to construct a tower 'ad honor de dicta 
lingua'. Luttrell, Fiorini, Italion Hospitallers (n. 1), p. 229 (doc. XXIV). 
)4 In 1449 the order's council agreed that John Lambton should not be removed from the 
lieutenancy of the turcopoliership in the event of a more senior brother aniving from the west 
until what he had expended 'pro gubematione fratrum dictis venerabilis Iingue ac manutentione 
albergie ipsius Iingue' should be refundedo Similarly, in 1532 Roger BoydelI, as 'moost anchand 
worthy' demanded the lieutenant turcopoliership so that he might 'keep the harbage'. NLM. 
Arch. 361, fol. 237v-8r; Book 01 Deliberation.r, ed. Scic1una (n. 11),22-23. 
]5 A. T. LuttreIl. English Contributions to the Hospitaller Castle at Bodrum in Turkey: 
1407-1437, in: H. Nicholson. ed. The Military Orders, vot. 2, Welfare and Warfare, Alder- 
shot, 1998. pp. 163-172, at 168-169; O'Malley, English Langue (n. 29), eh. 8.3. 
]" NLM, Arch. 395. fot. 144r-5r; Book ofDeliberations, ed, Scic1una (n. 11), pp. 10--11; 
LPFD. v, no. 579. 
]7 NLM, Arch. 74. fot. 155r-v; Book 01 Deliberations. ed. Scic1una (n. 11), pp. 10--12, 
20,25.27,59,69-71,74-76; A. T. LuttreIl. Hospitaller Birgu: 1530-1536. in: Crusades 2 
(2003), ppo 121-50. at 134, 142-143. 
]1 NLM. Arch. 395. fol. 144r-5r; Book 0/ Deliberations, ed. Scic1una (no 11), pp. 14-16; 
NLM. Archo 53, fot. 49r/70r-5Iv/72v. 
). NLM, Arch. 395. fol. I 44r-5r.
>>>
ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Helen J. Nicholson (Cardiff) 


Saints venerated in the Military Orders 


The subject of the spirituality of the Military Orders was for a long time 
comparatively neglected. Although the Military Orders are religious orders 
of the Roman Church, and although the military members of the Military 
Orders in the middle ages were potential martyrs, nevertheless historians 
tended to regard them as knights rather than as religious, and to assume that 
their religious belief was superficial or of no special interest. A number of 
recent studies have shown that this interpretation is inadequate, inc1uding 
a previous conference in this series on the spirituality of the military orders, 
and Cristina Dondi's research into the liturgy of the Hospital and TempleI. 
This artic1e will focus on one aspect of the problem of the spirituality of 
the leading military orders: the saints that they venerated. The veneration of 
saints was an integral part of medieval Latin Christian belief and practice. 
Different saints were noted for different characteristics or for being particu- 
larly interested in certain problems. It would seem reasonable to suggest that 
the religious leaders of a religious order would have singled out for venera- 
tion saints particularly associated with what they viewed as the main needs 
of their order. At an individual level, individual members of the order could 
single out for veneration saints to whose experiences they could particularly 
relate, or who they believed could give them relevant aid. Therefore 
a consideration of the saints venerated by the leading military orders may 
offer some insights into how the members of the military orders viewed 
their vocation and their role in society. 
The relevance of some of the saints venerated by the members of mili- 
tary orders is c1early apparent. The cults that grew up around the early 
leaders and past members of the Hospital of St lohn orders would evidently 
be of importance to the living members of the order, even if only from 
historical interest 2 . Again, saints who were personally involved with a military 
order during their own lifetime, or who were connected with a locality con- 
trolled by the order, had a direct personal link to the order. So, for example,
>>>
92 


Helen J. Nicholson 


the body of St Elizabeth of Thuringia lay in her hospital at Marburg, which 
had been given to the Teutonic order through the intervention of her broth- 
ers-in-law the landgraves of Thuringia; it was no surprise that the order 
should venerate this saint whose relics it held. Dieter Weiss has also argued 
that, in an area away from the frontier with the infidel, St Elizabeth was 
'particularly suitable as a patron saint of hospitals as she had been 
a representative of both the aristocracy and of practical charity'3. At a lower 
sodal level, Saint Dorothea of Montau had been a recluse at Marienwerder 
in Prussia, in territory under the authority of the Teutonic Order, and even 
though she criticised the order the brothers were anxious to obtain her canon- 
isation 4 . 
These saints' virtues made them suitable for veneration by the brothers, 
but it was their personal link with the order that made them so important. 
The fact that several members of the Hospital of St John were canonized or 
beatified after their deaths mayaiso indicate that the order's lifestyle in the 
West corresponded more closely to tradition al ideals of Christian sanctity 
than those of the other military orders. The fact that two of the saints most 
venerated by the Teutonic Order were contemporary with the order, unlike 
the Hospital of St John and the Temple, may indicate that the order had 
a more dynamic relationship with its patrons and its subjects than the other 
two orders, perhaps because it was more territorially restricted. However, 
this study is not concerned with saints whose connection to the medieval 
military orders was actual and personal in these ways, but with the brothers' 
veneration of saints of the distant past who were widely venerated through- 
out Latin Christendom du ring the middle ages. Were there any particular 
features about the life of St Katherine of Alexandria, for example, wh ich led 
the brothers of a military order to prefer her over St Mary Magdalene? 
lt can be difficult to ascertain wh ich saints were especially venerated by 
a religious order. The position of the Blessed Virgin Mary as the Teutonic 
Order's chief patron is indisputableS, but what other saints did the brothers 
venerate? Eric Christensen has identified Saints Sebastian, Laurence, Maurice, 
George and the missionary apostles Andrewand Bartholomew as the favourite 
male saints of the Order. It is weIl established among scholars that the Hospi- 
taIlers were particularly devoted to the Virgin and John the Baptist, but again, 
did they venerate any other saints?7 Malcolm Barber's discussion of Templar 
veneration of saints notes in particular Saints Euphemia, George, Katherine of 
Alexandria, Mary MagdaIene, Laurence and Stephen, as weil as the Blessed 
Virgin Mary8. I will concentrate on these three orders. 
The problem in identifying the saints that the orders particularly vener- 
ated is that the different types of evidence are of different value. Barber and 


-....a.
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Saints venerated in the Military Orders 


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Luurell eite the evidence of freseoes in the orders' chapels and in churehes 
owned by the orders. Saint Katherine of Alexandria was depieted in many 
Hospitaller churches and chapels 9 . The Hospitallers' castles of Crac des 
Chevaliers and Marqab contained fine frescoes, including the Presentation 
in the Temple (showing the Virgin Mary, the baby Christ, Simeon and 
Anna), the Virgin Mary, the ehild Christ and St Pantaleon (a saintly physi- 
cian who treated the siek without asking for payment), St George, the twelve 
apostles on the day of Pentecost, and the nativity with the three Magi lO . 
Several of the Templars' former churches in the West still retain their fres- 
coes, including images of the Last Supper and Saints Laurence, Stephen and 
Mary Magdalene at San Bevignate in Perugia, St George at Cressac, the 
martyrdom of Saint Katherine of Alexandria at Metz and Montbellet, and 
the Virgin Mary at Montsaunes, with variolls scenes from the New Testa- 
ment including the martyrdom of Saint Stephen ll . Saints Barbara, Katherine 
of Alexandria and Margaret of Antioch were depicted on the wall of the 
Grand Master' s bedroom in the Order' s headquarters at Marienburg, as well 
as the contemporary saint Dorothea of Montau 1z . 
Yet, frescoes in themselves are not proof that the members of the orders 
particlllarly venerated these saints. The saints illustrated in the Grand Mas- 
ter' s chamber at Marienburg may have been particularly venerated by all the 
brothers, or only by the Grand Master for whom the room was decorated. 
The freseoes in public buildings may have been produced for the benefit of 
the brothers or for outsiders who came into the chapel to worship or to make 
donations. At Crac and Marqab the chapels would probably be for the use of 
the brothers alone, but at Metz, for example, the members of the local 
Templars' confratemity might have come into the brothers' chapel at certain 
times of the year IJ . We do not know how viewers interpreted these images, 
whether they were supposed to have any particular lesson for the brothers or 
whether they had simply been commissioned by the commander from a local 
artist, as was the case in most parish churches of the day. Saints such as 
Katherine, George and Mary Magdalene listed above were standard subjects 
of church frescoes in Latin Christendom in the late Middle Ages 14. 
Frescoes were not the only form of artistie expression in the order's 
churches, for medieval ehurches also normally contained sculptures. An 8 
metre-tall statue of the Virgin and child Christ formerly stood in an extern al 
alcove in the east wall of the Teutonic Order's chapel at Marienburg, aUest- 
ing to the order's devotion'5; a fragment of astatue of St Katherine of 
Alexandria survives in the museum in the castle. The Templars were report- 
ed to have had astatue of St George in their chapel at Saphet eastle, which 
was destroyed by Sultan Baibars after he captured the castle in 1266 16 . 


J-
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Helen 1. Nicholson 


Sometimes, however, surviving carvings are difficult to interpret. Carvings 
at the former Templars' church at Garway on the Herefordshire/Gwent bor- 
der in Britain include a fish and a serpent, which (in the words of Evelyn 
Lord) 'have been interpreted as being part of the Templars' mystical rituals'. 
However, rather than seeking an interpretation of these symbols within Templar 
spirituality we need look no further than the exceptional twelfth-century 
architecture and sculpture of twelfth centllry Herefordshire churches, incor- 
porating many religious motifs such as those at Garway. The most obvious 
interpretation of the Garway carvings is that they originated from the local 
tradition of sculpture, rather than than reflecting any specifically Ternplar 
spiritualit y l7, 
Another possible source of evidence for the military orders' devotion is 
the Orders' rules and litllrgical documents, which listed saints whose feast 
days the brothers should observe. These were saints who had been singled 
out for the brothers' attention. But who singled them out? The feast days 
and fasts listed in the Rules of the Temple and the Teutonic Order could 
have been selected by the early leaders of the orders, but were also approved 
by the ecclesiastics who approved the setting up of these orders. The feast 
days kept by the Ternplars, for example, do not present any surprises: we 
find the feasts of Our Lady, St John the Baptist, the apostles, and important 
and popular saints such as St Katherine of Alexandria, St Mary Magdalene 
and St Laurence, as weil as military saints such as St George and St Micha- 
eliS. The feast days kept by the Teutonic Order were identical to those of the 
Tempi ars, except for the addition of St Bartholomew J9 . Were these the 
saints that those who approved the order thought that the brothers should 
know about? Or were they the saints that the leading brothers themselves 
had singled out as pm1icularly relevant to their Jives? In the case of St Mary 
Magdalene, her feast day (22 July) also happened to be the anniversary of 
the day on which Godfrey de Bouillon had been installed as ruler of Jerus- 
alern after the capture of the holy city at the end of the first crusade. The 
date therefore had special significance for religious orders based in Jerusa- 
lern, and the fact that the orders kept this day as a feast day does not mean 
that they had a special devotion to the saint herselPo. 
Analysis of the orders' feast days is cornplicated by the fact that local 
calendars of feast days show different lists of saints to be venerated. Dieter 
Weiss drew attention to the fact that the Teutonic Brothers in Franconia 
especially venerated St Elizabeth of Thuringia, while in Prussia the cult of 
St George was more i rnportant 2 I . But do the local liturgies show us the 
orders taking on the veneration of local saints for positive reasons, because 
the local leaders of the order believed that veneration of the saint could be 


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Saints venerated in the Military Orders 


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beneficial for the order, or for passive reasons, simply because it was ex- 
pected in the locality? Cristina Dondi has studied a sacramentary used by 
the Templars of Modena, produced in the late twelfth or early thirteenth 
century, including many saints not in the official list in the Rule 22 . The 
addition of saints to the list of feast days to be observed eould be due to 
loeal interest. The Modena sacramentary included several bishops from north- 
ern Italy, while Dondi argues that many others added were assoeiated with 
nearly Piaeenza: for example, Saint Euphemia was included beeause her 
reHes had been discovered at Piaeenza 23 . While this is true, the Templars 
themselves claimed to possess relies of St Euphemia in their treasury in the 
East 24 . 
Another possible means of identifying saints venerated by the orders is 
to examine the saints mentioned in the orders' own writings, or in writings 
produeed for the order. Yet, as only the priest-brothers eould neeessarily 
read and write, even works written by the brothers of an order were refleet- 
ing the spirituality of only a small proportion of the brothers 25 . Although 
these works mayaiso have reflected the views of non-literate brothers, we 
have no way of being eertain of this. In fact we are sei dom able to be eertain 
that any spiritual work produced by or for a military order represents the 
views of any more than its writer. A religious work may have been intended 
to edueate others, but it is diffieult to tell how suceessful any work was in 
educating, exeept insofar as if a large number of manuseripts survive it was 
probably widely read. Brother Hugo von Langenstein of the Teutonic Order 
produeed in the late thirteenth eentury a work on the life and miracles of 
Saint Martina to eneourage devotion to the saint. This is an immensely long 
poem that survives in only one manuscript - although this was not the 
original. We may deduce that Brother Hugo regarded Saint Martina with 
devotion, but it does not appear that his brothers were eager to share his 
devotion, as they were not eager to eopy his manuscript 26 . 
Again, in the seeond half of the twelfth century an unknown poet pro- 
dueed some versions of religious writings in Anglo-Norman for Brother 
Henry d' Arey, eommander of Temple Bruer (Lineolnshire, England) 1161- 
74; these included a 'Lives of the Fathers', the deeds of early Christians; 
aversion of the well-known account of St Paul's descent into Hell; and the 
Life of St Thais, the eonverted prostitute, wh ich was a popular legend in the 
Middle Ages 27 . St Thais had lived a sinfullife before her conversion, just as 
many seeular knights would have done before joining the Order of the 
Temple - at least aceording to the Rule - so her life was of obvious rele- 
vance to the Templars: if she eould repent and live a good life, so eould the 
Templars. But this version of her life survives in only two manuseripts,
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Helen J. Nicholson 


wh ich does not suggest that it was widely read within the Order 8 . The 
'descent of St Paul into Hell' survives in only one manuscript, although this 
work clearly attracted some attention as it was adapted into an octosyllabic 
poem which survives in two incomplete manuscripts 29 . There is no evidence 
of the impact of these works on the brothers in the British Isles. The records 
of trial of the order in the British Isles, 1309-13 II , do not mention any of 
the brothers making reference to these saints. Certainly the majority of the 
brothers insisted that as laymen they knew nothing about the order' s books, 
implying that they could not read, but this would not have prevented their 
hearing these works read to them. More gravely for the diffusion of these 
works, one brother stated that he could not und erstand French, while others 
were clearly not fluent in that language as they gave their testimonies in 
English 30 . These brothers could not easily leam about these saints whose 
cults their superiors had apparently promoted. 
The Anglo-Norman version of their rule and foundation legend pro- 
duced for the English Hospitallers in the 1180s presents similar problems. 
Only one manuscript survives (although this is not the original), so that it 
seems unlikely that this version of the rule circulated widely, but given that 
its format suggests that it was intended for reading aloud to the brothers in 
short sections, and that it would not have been of interest to anyone but 
Hospitallers within the British Isles, not many manuscripts would be re- 
quired. We find references to St John the Baptist, the Order' s patron, to his 
parents Zechariah and his wife (Elizabeth; not named), to Judas Maccabae- 
us, St Stephen, the apostle Thomas, St John the Evangelist, and a mysterious 
Julian the Roman, an early guardian of the Hospital in Jerusalem. The Blessed 
Virgin Mary is mentioned several times as Christ's mother 31 . It would seem 
reasonable to suspect that the holy persons emphasised within the myths were 
particularly weIl known to the Hospitallers in the British Isles. Yet these legends 
are somewhat different from those given in two Hospitaller documents from 
Franconia of the first half of the thirteenth century, which have been discussed 
by Karl Borchardt. In one of these the Hospital's connection with Judas Mac- 
cabaeus and the apostle Thomas is emphasised; in the second, not only Judas 
Maccabaeus and St Thomas but also Mary Magdalene and Simon the Leper are 
linked to the Hospital, while the Virgin Mary is given astronger connection 
with the Hospital 32 . Perhaps there was regional variation in the saints empha- 
sized within the order, or had the Hospitallers' preferred saints changed in the 
quarter century since the Anglo-Norman Riwle was composed? 
These documents, approved at least by the local hierarchy of the Order, 
indicate the 'official' view of saints, but not necessarily individual beliefs. 
Again, religious figures depicted on the orders' seals reflected the devotion 


-l1li
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Saints venerated in the Military Orders 


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that the order' sieaders wished the order to project. Images on seals included 
the head of St lohn the Baptist on seals of the priors of the English Hospital, 
and the head of Christ on seals of two Templar masters in Germany33. 
Naming of castles founded by the orders - such as the Teutonic Order's 
headquarters at Marienburg - also represented the piety of the organisation 
and the piety projected by the order, but not necessarily the brothers' own 
piety as individuals. 
Church dedications mayaiso offer an indication of the 'offical' devotion 
of the order as a whole, but only where the order itself founded the church. 
Where the order was given a church that was al ready in existence, the ded- 
ication would have come with the church. So, for example, the Templars' 
church at Garway on the Herefordshire/Gwent border was dedicated to St 
Michael. Although the casual onlooker might assurne that the Templars 
chose this dedication because of Michael' s military image as the angelic 
general warring against the devil, in fact St Michael was a popular subject 
of church dedications in the area, second only to the Blessed Virgin Mary. 
Of 230 medieval churches in Herefordshire, 48 were dedicated to Mary and 
28 to St Michael, followed by 26 to St Peter or SS Peter and Paul. In Gwent, 
of 125 medieval churches the most popular dedication was to the Virgin 
Mary (22 churches) followed by St Michael (13 churches), and then by St 
Peter or SS Peter and Paul (9 churches). Nor were the Templars in this area 
especially devoted to St Michael: the only other surviving Templar-held 
church in the region, at Kemeys Commander in Gwent, was dedicated to All 
Saints. It seems probable, therefore, that the choice of dedication at Garway 
was influenced by local custom rather than the Tempi ars , own devotion 34 . 
The same could be suggested for the Templar churches in Hungary, wh ich 
Zsolt Hunyadi has noted were normally dedicated to St Martin, or in Britt- 
any, where St Nicholas was a favourite saint 3S . 
Again, in the Gower in West Glamorganshire, south Wales, the Hospi- 
tallers were given eight churches in the late twelfth and early thirteenth 
centuries. Two were dedicated to St Illtyd, two to St Cadoc and one to St 
Cattwg. These are local, Welsh saints. The remaining three were dedicated 
to familiar Latin saints: St Andrew, St John the Baptist and the Virgin 
Mary36. Here the dedications seem to have pre-dated Hospitaller ownership, 
and reflected local preferences. In contrast, where the order founded the 
church, the dedication would be more likely to reflect the order's own inter- 
ests. Anthony Luttrell has pointed out that the Hospitaller langue of Italy 
'had its own patron in Saint Catherine of Alexandria, to whom were dedicat- 
ed the hospices founded at Venice in about 1359 and at Rhodes in 1391'37.
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98 


Helen J. Nicholson 


Dieter Weiss identified favourite dedications of Teutonic Order churches as 
being to the Blessed Virgin Mary, St George and Elizabeth of Thuringia 38 . 
Another form of evidence derives from outsiders who wrote about the 
orders, either in historical works or in documents, for example when giving 
a donation to the Order. Donations to the Hospital of St John were typicaIly 
made to God, St Mary and the Blessed St John the Baptist, an indication of 
the importance of these two saints to the order. Donations to the Teutonic 
Order obviously mentioned its patron the Blessed Virgin, but sometimes 
also mentioned St George or other saints 39 . Donations to the order of the 
Temple were typicaIly to God and the Blessed Virgin Mary40. Popes ad- 
dressing the military orders frequently associated them with the Macca- 
bees 4 ', St Bernard of Clairvaux compared the Templars to the Maccabees 42 , 
while an eyewitness of Saladin' s victories in 1187 depicted the master of the 
Temple, Gerard de Rideford, urging the Templars to 'remember your fathers 
the Maccabees'43. Contemporaries writing about Templar and Hospitaller 
deeds in the East sometimes associated St George with the orders: compar- 
ing the Templars to St George, recording the Templars or the HospitaIlers 
calling on St George for help44. 
It is difficult to identify individual devotion of non-priest brothers, as 
they wrote very little. The Templar poet Ricaut Bonomel referred to only 
one saint in his critical piece of 1265: St Mary, mother of Christ, whose 
church had been converted into a mosque by Sultan Baibars 4S . Typical of 
his time, Brother Ricaut interpreted this atrocity in human terms, and asked 
why Our Lord had failed to avenge the insult offered to His Mother. In this 
he reflected the Templar veneration towards the Blessed Virgin Mary that 
we know of from other evidence, but teIls us littIe about it. 
A few hints survive from the Templar Rule and from the proceedings of 
the Trial of the Templars, although the latter are very difficult to assess. The 
Esgarts or 'Judgements' of the Templars include an account of a Brother 
who dropped a set of glass goblets and smashed one, then lost his temper 
and, shouting:'Mau gre en eust Dieu et sa mere' ('No thanks to God and His 
Mother for that'), proceeded to smash the rest of the set4 6 . The words thought- 
lessly used in the moment of exasperation suggest that the order was accus- 
tomed to give thanks to God and His Mother for everything. 
This sunnise receives some support from evidence given during the trial 
of the Templars in France. A list of prayers said daily by the Templars was 
submitted for the consideration of the papal commissioners: this included 
prayers to the Holy Spirit, Mary, Star of the sea, to Christ and God the 
Father, to Mary, to Almighty God with reference to Saint Louis king of 
France and to Mary, to Almighty God with reference to St John the Evange-
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Saints venerated in the Military Orders 


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list, and to Almighty God with reference to St George and to Mary. It was 
emphasised that the order was established in honour of Mary, through the 
blessed Saint Bernard of Clairvaux 47 . An anonymous sympathiser who wrote 
in defence of the order during the trial in France stated that the brothers 
dedicarunt seipsos obsequio virginis gloriose 48 . Some ofthe individual broth- 
ers' testimonies indicated that they did individually venerate the Virgin 
Mary4\!. 
Other personal devotions are more difficult to identify. Although the 
Templars cIaimed to have relics of St Euphemia of Chalcedon in their trea- 
sury in the East and the writer of one thirteenth-century pilgrim guide had 
been aware of the fact, plus adelegation of French brothers referred to them 
in a defence of the order that they had composed, only two brothers in the 
West mentioned St Euphemia by name in their personal testimonies so . This 
suggests to me that while the central hierarchy of the order regarded St 
Euphemia as important to the order, individuals were less interested in her at 
their individual level. Again, although the order possessed in its house at 
Paris a relic of one of the maidens of St Ursula, {lone of the brothers referred 
to this relic in their testimony except Brother William of Arreblay, who had 
been almoner to King Philip IV of France, and even he was not certain (he 
said) what these relics were - although he stated in his testimony that he had 
often seen the chief officers (majoribus qui tenebant capitulum) of the Order 
venerating this relic s ,. 
Another saint who is mentioned in passing in the Templars' regulations 
but again receives little mention in other Templar documents is St Mary 
Magdalene. The regulations for the holding of chapters set out the form of 
words to be used for giving absolution at the end of chapters, wh ich con- 
cIuded: 'I pray to God that he, through His Mercy and for love of His sweet 
Mother, and for the merits of Hirn and of all the Saints, forgives your sins 
just as He forgave the glorious St Mary Magdalene'S2. During the trial a few 
brothers alluded to this reference to Mary Magdalene during the absolu- 
tions S3 . Given that the order' s regulations did mention the Magdalene at this 
point and that the inquisitors were interested in the precise wording of the 
absolution formula. the fact that very few of the brothers mentioned the 
Magdalene does not suggest that personal veneration for the Magdalene was 
widespread. 
Despite the lack of precise evidence, arguably the relics held by the 
orders potentially off er the best insight into the members' particular inter- 
ests. If an order held the relics of a particular saint, then the members would 
be more likely to venerate that saint, partly because the order would promote 
that saint (in order to win the saint's favour) and partly because it was more
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100 


Helen J. Nicholson 


eonvenient to venerate a saint who was, so to speak, on hand. This eould 
work both ways, for the brothers might go to some length to aequire relies 
of a saint whom the brothers already venerated. 
Apart from the relies already mentioned, in 1272 the Templars sent 
relies of Saints Philip, Helena, Stephen, Laurenee and Barbara to England 54 . 
These were not neeessarily from relies held for a long period by the order, 
but may have been bought specifically for sen ding to the Order' s supporters 
in the West. Regrettably, not all relies held by this order ean now be iden ti- 
fied. During the trial in the British Isles, a friar claimed that the order had 
four heads of idols in England: one in London in the saeristy, one at Bisham 
in Berkshire, one at Bruer in Lineolnshire and one somewhere in Northum- 
bria 55 . If this claim were true, these heads eould have been saints' relies. 
However, although the royal officials who reeorded the contents of the 
Templars' houses on the brothers' arrests early in 1308 noted that they had 
found many relies in the Tempi ars ' London house, they did not identify 
them. Presumably they did not know the saints' identities, but in any ease 
their priority was to value the chattels for sale, not to identify them. Entries 
included: 'one silver-gilt ease with divers relies, priee lOli. by estimation 
[...] one piece of silver with a paten with the head of a eertain saint, priee of 
the silver 2s. [...] one pix with divers relies [...] the priee thereof they are 
ignorant 56 . 
The Teutonie Order claimed to have at Kulm the head of 'the blessed 
virgin and martyr' St Barbara, taken during a raid on the eastle of Sartowitz 
in 1242 57 . Oid the brothers already venerate Barbara, or did they take their 
opportunity to aequire relies of an important saint when they beeame avail- 
able? Franeeseo Tommasi has noted that the Teutonie order also possessed 
a head of one of Ursula's 11,000 virgins in their eommandery of the Holy 
Trinity in Veniee 58 . 
The Hospitallers had a fine eolleetion of relies. The earliest referenee 
I have found to their finger of Saint Mary Magdalene dates from 128659; 
their arm of St Katherine of Alexandria was eontained in a reliquary that 
may have been partly twelfth-eentury Byzantine work, and whieh bore the 
arms of Helion de Villeneuve, master of the order 1319-1334 60 ; their relie of 
the hand of St John the Baptist was given to the brothers in 1484 by the 
Ottoman Sultan Bayezid UC'I. The order in the Auvergne also possessed 
relies of Saint George 62 . In the late fourteenth eentUl-Y the Hospitallers on 
Rhodes were reported to hold numerous relies, including relies of Saints 
Stephen, George, Agnes and Bartholomew, while by the early sixteenth 
eentury they also held relies of Saints Pantaleon, Sebastian and Anne, and 
reeeived a relie of St John the Baptist's skull 63 .
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Saints venerated in the Military Orders 


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The construction of articles of individual devotion also implies that individ- 
ual devotion existed. Paul Hetherington has examined a number of artefacts for 
the Hospital. A diptych bearing the Hospitallers' white cross on red and the 
arrns of Master Helion de Villeneuve (1319-1346) survives in the cathedral 
museum in Mdina, Malta; this comprises Byzantine-style images of saints and 
holds saints' relics. The saints represented are familiar figures such as Saint John 
the Baptist, the Archangel Michael, the Virgin, St George, St Stephen, and 
figures less familiar in a military order context such as St John Theologus, St 
Gregory, St Basil and St Nicholas 64 . Paul Hetherington has also examined a chalice 
belonging to Grand Master de l'Isle Adam, probably made in Paris in 1530-1, on 
which are enamels of St John the Baptist and the heads of eight apostles: St 
Andrew, St John the Evangelist, St James the Less, St Thomas, St Bartholomew, 
St Simon, St Peter and St Paul6.
. 
Putting all this evidence together, it is possible to identify certain saints 
that repeatedly appear. The leading patrons of these orders were the Virgin 
Mary and, for the Hospital, St John the Baptist. Other saints whose names 
recur are St George and St Katherine of Alexandria for all three orders, the 
Maccabees, to whom all three orders were compared by the papacy, and St 
Euphemia of Chalcedon for the Temple and later the Hospital. Also notable 
are St Thomas and the other apostles, St Stephen, St Laurence, St Sebastian, 
St Ursula, St Barbara and St Mary Magdalene. Why would the military 
religious orders have selected these saints for particular veneration? 
The first point to note is nearly all of these were well-known saints 
much venerated in Latin Christendom from the twelfth century onwards. 
The exception was St Euphemia, whose cult was more localised in the 
central and eastern Mediterranean: the military orders in question took up 
veneration of this saint because they possessed her relics. St Euphemia was 
a martyr of the early Church, a senator's daughter who gave up the advan- 
tages of high birth for Christ's sake and who opposed her pagan oppressor 
manfully (v;riliter) - a good example for brothers of a military order to 
folloW 66 . The other saints were very widely venerated, and to a certain ex- 
tent selection of a saint such as St Katherine of Alexandria, one of the most 
popular saints of the late middle ages, only retlected the popular devotion of 
the day67. As the members of the military orders had grown up in a society 
that venerated these saints, they would naturally continue to venerate these 
saints when they entered the order. In addition, by displaying their venera- 
tion for these saints, the military orders would earn respect from society 
around them for their piety. 
The second point to note is that although the majority of the members of 
the orders of the Temple, the Hospital and the Teutonic Order were male,
>>>
102 


Helen J. Nicholson 


the saints that they venerated were both male and female. Some male saints 
were military men: St George. St Sebastian, and the Maccabees. As such, 
they demonstrated that military men could give valuable service to God, and 
in the cases of George and the Maccabees their military skills could be 
valuable in God's service. For the female saints, I have drawn attention 
elsewhere to the work of scholars such as Caroline Walker Bynum, who 
concluded that: 


'In the period from the twelfth to the fifteenth century [...] positive female 
figures and feminine metaphors took a significant place in spirituality'68, 
and I have suggested that the Templars' spiritual leaders encouraged the broth- 
ers' devotion to female saints to encollrage the brothers to leam 'female' virtlles: 
humility, patience and long suffering, the passive virtues that active waniors 
often lack 69 . The military brothers of all the military religious orders would 
benefit spiritually from leaming such virtues, and be better-disciplined warriors. 
Thirdly, apart from the Virgin Mary and Mary Magdalene, all the saints 
listed died violent deaths in God's service: they were martyrs. As the war- 
riors of the military orders were potential martyrs, who should be prepared 
to 'lay down their lives for their brothers' as Pope Innocent 11 had said of the 
early Templars 70 , clearly martyr saints would be of particular interest to 
them. Such examples would encourage the warriors in the order not to deny 
their faith if they were captured by the enemy, even in the face of death. 
Although the Hospitallers claimed to have one of her fingers as a relic, St 
Mary Magdalene was not one of the military orders' leading saints. As 
a sinner who had repented and been forgiven by Christ and who had gone 
on to serve Hirn faithfully and (according to legend) to be an apostle in 
France, she was a good example to the members of the military orders, but 
less so than those who died by violence 71 . 
The Virgin Mary was the queen of Heaven, spouse and mother of God, 
who - like human queens - medieval western Christi ans believed, would 
intercede on behalf of the pious with her Son. Twelfth-century legends of 
Mary, not produced by the military orders, depict her in this image of lady 
and queen 72 . Queens could also command arrnies, when her soldiers could 
fight under her banner, as the Teutonic Order did for the Virgin Mary73. 
Apart from Mary's example as the humble woman who accepted God's will 
unquestioningly, Mary was obviously a person worth venerating; she could 
be a great help to her people. She was the leading saint in the Latin Church 
in the medieval period. On the other hand, the reasons why St John the 
Baptist was chosen as a patron for the Hospital seem to have had more to do 
with the founders of the order than its subsequent operations. He was a leading
>>>
J 


Saints venerated in the Military Orders 


103 


martyr, but also patron saint of Amalfi, where the founders of the Hospital 
originated 74 . 
To understand what other attributes could have attracted members of the 
military orders to these saints we must establish what they would have 
known about them. The main source on the lives of the saints available to 
medieval readers was the Legenda Aurea, the 'Golden Legend', written by 
Jacopo da Varezze, or James of Voragine, in the 1260s. It was very well 
known and well read during the medieval period, although the bulk of the 
population would have come to know its contents only through sermons 
preached on the feast days of the relevant saints, based directly or indirectly 
on the Legenda Aurea 7S , 
The Legenda Aurea is not entirely a safe guide to what was generally 
known about these saints before the 1260s. To take the example of Saint 
George, the Legenda begins with the now well-known story of his killing 
a dragon and rescuing a princess, at the end of which the king and his 
people are converted to Christianity 0 However, this story in fact became 
attached to George relatively late in the development of his cult: the earliest 
written version dates from the eleventh century in a Georgian manuscript, 
and the earliest image of the story dates from the late eleventh century, from 
Georgia 76 . The story probably became popular in the West because it fitted 
so weil into contemporary ideals about the role of the warrior in defending 
noble women, but we should remember that when the crusaders first en- 
countered St George in the East the basis of his popular sanctity was not, as 
now, the fact he rescued a princess from a dragon but his horrible death at 
the hands of a Roman governor. A late twelfth century or early thirteenth 
century Anglo-Norman life of St George mentions neither dragon nor prin- 
cess, but concentrates on George's debate with the governor, and the grue- 
some details of his martyrdom 77 . Jane Cartwright has observed that the Life 
of St George in many ways resembles that of a female saint, in particular St 
Katherine of Alexandria, because of his refusal to sacrifice to Roman gods, 
and his torture and martyrdom 7R . This particular parallel between two saints 
venerated by all three leading military religious orders suggests that the 
orders were most interested in George's martyrdom rather than his heroic 
knightly deeds. 
The Maccabees appear in the Legenda Aurea as seven brothers who 
refused to eat pork in order to defend their religious law. They were marty- 
red for their refusaF9. For the account of their patient suffering and death, 
the Legenda refers readers to the second book of the Maccabees (wh ich 
forms part of the Apocryphal books of the Old Testament in many modern 
Bibles). However, the fact that the popes in particular associated the military
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104 


Helen J. Nicholson 


orders with the Maccabees suggests that they were thinking of the military 
career of Judas Maccabaeus and his brothers, fighting Hellenistic paganism 
in Palestine in the second century BC, as told in the first book of the 
Maccabees. The fact that other contemporary writing linked crusaders to the 
Maccabees suggests that the military career of the Maccabees was more 
important to crusaders than their martyrdoms 80 . 
However, for most of these saints the Legenda Aurea is the only version 
of the saint's life that survives from the medieval period that is known to 
have been in wide circulation. So, what aspects of these lives could have 
been of particular relevance to members of the military orders? 
St Katherine of Alexandria was famous for debating with her persecu- 
tors, and defeating them with her superior knowledge and skill in words. 
Not a characteristic of the typical warrior of the medieval period perhaps, 
but if Katherine, a mere girl. could do it - so should warriors. According to 
the Legenda, Katherine was the daughter of the king of Alexandria, an 
important city of Muslim Egypt in the medieval period, which gave the story 
some 'local' relevance for the members of the military orders in the holy 
land. She also converted the empress and her male servant to Christianit y 81. 
While conversion was not part of the military orders' vocation, nevertheless 
they were associated with it 82 . The Hospitallers were particularly interested 
in Katherine: they had a relic of her arm, she was patron of the Italian 
langue, two hospices were dedicated to her, and in the seventeenth century 
the artist Matteo Preti produced a magnificent painting of her martyrdom for 
the order's church of St Catherine of ltaly in Valletta 83 . 
All the apostles offered a good example to all Christians: they were 
called by Christ to serve Hirn and had preached the Gospel, outfaced their 
enemies, suffered and died for Christ. Saint Thomas was believed to have 
been apostle to India and was credited by the Legenda with preaching to the 
peoples of Mesopotamia and the East 84 . As such he was of particular interest 
to orders based in the Middle East 85 . 
Saint Stephen, one of the seven deacons appointed by the apostles to 
care for poor Christians in Jerusalem during the earliest days of the Church 
(Acts 6 v. 5), was another good example for the hospitaller military orders. 
The Anglo-Norman legends of the Hospital1ers claimed that he had worked 
in the Hospital 86 . He was also the first Christian martyr. 
Saint Laurence is now best known for being martyred on a grid iron. 
According to the Legenda, Laurence was in the service of the emperor 
Philip, a Christian. On Philip's death his son put Laurence in charge of the 
imperial treasury, with instructions that if he died it was to be given to the 
Church and the poor. The son was kil1ed by the usurper Decius, who tried to 


........
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Saints venerated in the Military Orders 


105 


recover the treasure. Laurence was arrested and tortured. He refused to 
produce the money or give up his faith and tried to convert his interroga- 
tors 87 . Again, his refusal to deny his faith was a good example to members 
of a military order that might be captured by non-Christians and pressured 
to give up their faith; but in addition, the fact that he was responsible for 
taking a large sum of money and ensuring that it was used to the benefit of 
the poor was a good example for the brothers of the military orders who 
were responsible for the care of the poor siek. 
Saint Sebastian is best known for his martyrdom, shot full of arrows - in the 
seventeenth centUl"y a painting of the scene was produced for the Hospitallers on 
Malta HH - and then, when he recovered from this, beaten to death. Because of his 
recovery from the shooting he was believed to help the siek H9 . However, his 
career could teach more than this. His first appearance in the Legenda Aurea is 
encouraging two brothers to face martyrdom boldly, rather than give up their 
faith. He not only convinced them but also converted their parents to Christian- 
ity. With the priest Policarp, he destroyed more than two hundred idols w . So his 
career was of interest to the members of the orders who cared for the siek - the 
evidence I have seen associates hirn with the Teutonic Order and the Hospital of 
St lohn, both orders that cared for the siek 91 . But it was also of interest to the 
military members who hoped to destroy non-ChIistian religions and encourage 
others to convert to Christianity. 
St Ursula was a popular saint, partly because relics associated with her 
were widely available after the exhumation of a mass grave at Cologne in 
1155. The cult of St Ursula was promoted by the city of Cologne from the 
mid-twelfth century onwards, although the saint herself was believed to 
have originated in Wales. Yet although the cult was centred on Cologne 
(a city with which the military orders had no particularly dose ties), the 
military orders, by holding the supposed reHcs of her maidens, were appar- 
ently promoting her virtues as especially relevant to the brothers. According 
to the Legenda, Ursula and her maidens were executed by barbarians rather 
than give up their faith or their virginity, and they were pilgrims. These were 
factors that would make them partieularly relevant to members of a military 
order, who were vowed to chastity, had to hold on to their faith, and whose 
vocation involved defending pilgrims 92 . 
St Barbara does not appear in the Legenda Aurea, despite the fact that 
she was widely venerated in western Christendom from the seventh century 
onwards. It is therefore difficult to ascertain what knowledge the brothers of 
the military religious orders would have had of her. According to legend. 
she was executed by her pagan father for her faith; her father was subse- 
quently struck by lightning. She had the reputation of protecting her vener- 


.......
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106 


Helen J. Nicholson 


ators from fire and lightning, and later from gunfire, which might explain 
why she was venerated by military men. Again, she was believed to ensure 
that the dying would receive the sacraments at the point of death, an impor- 
tant concem for those engaged in warfare 93 . 


This survey began by emphasizing the difficulties in identifying which saints 
the brothers of a military religious order might have especially venerated. 
Nevertheless, an examination of the saints that repeatedly appeared in the 
surviving evidence in connection with the orders' devotion - mentioned by 
contemporaries in connection with the orders, appearing in frescoes or arte- 
facts produced by or for the orders, mentioned in the order' s own documents 
- has produced a list of saints that had certain characteristics in common. 
The recurring appearances of these saints in connection with the military 
orders suggests that the members of these orders were encouraged to, or 
chose to, venerate martyr-saints who had refused to give up their faith or 
their chastity in Christ's service, and who were active in their faith, preach- 
ing and converting others, encouraging others in the faith, going on pilgrim- 
age and caring for the poor. The hospitaller military orders were also inter- 
ested in saints who helped the sick. All of these were practical examples that 
would encourage the members of the military orders in their vocation, while 
public veneration and promotion of these saints would impress on outsiders 
the particular activities of the military orders. 


Notes 


A British Academy Overseas Conference Grant enabled me to attend the conference to 
present the original version of this paper. This final version has been partly assisted by 
a British Academy/Leverhulme Trust Senior Research Fellowship for a project entitled: 
'The Trial of the Templars in the British Isles'. 


I Die Spiritualität der Ritterorden im Mittelalter, ed. Z, H. Nowak, Ordines mili- 
tares. Colloquia Torunensia Historica VII, Torun 1993. K. Elm, Die Spiritualität der 
geistlichen Ritterorden. Fors('hungsstand und Forschungsprobleme. in: "Militia Chris- 
ti" e Crociata nei secoli XI-XJJI. Alti della undecima Seltimana internazionale di studio 
Mendola. 28 ago.rta- I .reltembre 1989, Miscellanea dei centro di studi medieovali 30. 
Milan 1992. pp. 477-518, Reprinted in: Die Spiritualität, ed. Nowak. pp. 7-44. Again 
reprinted in K. Elm. Umbilicus Mundi: Beiträge zur Geschichte Jerusalems, der Kreuzzüge. 
des Kapitels vom Hlg. Grab in Jerusalem und der Ritterorden, Brugge 1998, pp. 457- 
-506. C. Dondi, T"e liturgy 01 the Holy Sepulchre 01 Jerusalem (XII-XVI Century) wit" 
special relerence 10 the practice 0/ the Orders 01 the Temple and 01 St John 0/ Jerusa- 
lem, unpublished Ph.D. thesis, King's College London 20000 C. Dondi. Manoscritti 
liturgici dei templari e degli o.rpitalieri: le nuove prospettive aperte dal .mcramentario 
templare di Modena (Biblioteca capitolare O. lIo 13), in: I Templari, la guerra e la 
santita, ed. S. Cerrini. Rimini 2000. pp. 85-131.
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Saints venerated in the Military Orders 


107 


1 J. Riley-Smith, The Knights 01 St lohn in leru.mlem and Cypru,
. c. 1050-1310, 
London 1967. pp. 271-2720 H. Nicholson. Temp/ars. Hospitallers and TeUlOnic Knights: 
Images 01 the Military Orders. 1128-1291, Leicester 1993, 118-120. A. Luttrell, Iconogra- 
phy and Historiography: the Italian Hospitallers belore 1530. Sacra Militia. Rivista di 
Storia degli Ordini Militari 3 (2003). pp. 19-46. here pp. 41-44. 
] D. J. Weiss, Spiritual Life in the Teutonic Order: A Comparison Between the Com- 
manderies 01 Franconia and Prus.ria, in: La Commanderie: Institution des ordres militares 
dans l'Occident midiiva/. ed. A. Luttrell and L. Pressouyre, Paris 2002. pp. 159-173, here 
p. 169. On Elizabeth and the order, see: Cartulaire general de I'Ordre des Hospitaliers de 
Saint-Iean de lirusalem, 1100-1310, ed. J. Delaville le Roulx, 4 vols, Paris 1894-1906.2, 
no. 2008. Le.r regi.
tre.r de Gregoire IX. ed. L. Auvray, Bibliotheque des tcoles fran
aises 
d'Athenes et de Rome, 4 vols, Paris 1896--1955, I, p. 1083, nos 1998-1999. Elisabeth, der 
Deutsche Orden und ihre Kirche. Festschrift zur 700jährigen Wiederkehr eier Weihe der 
Elisabetlrkirclre, Marburg 1983, ed. U. Amold and H. Liebing, (Quellen und Studien zur 
Geschichte des Deutschen Ordens 18). Marburg 1983. 
4 E. Christiansen, The Northern Cru.mdes, 2nd edn. London 1997, po 2250 
, For works on the Teutonic Order and the Blessed Virgin Mary in English see. for 
example: M. Eo Goenner. Mary-Verse olthe Teutonic Knights, Washington 19430 Mo Dygo, 
The Political Role 01 the Cult 01 the Virgin Mary in Teutonic Prussia in the Fourteenth and 
F(fteentlr Centuries, Journal of Medieval History 15 (1989). 63-80. Brief overview in Nichol- 
son, Templars. Ho
pita/lers (see note 2), pp. 116--117. 
6 Christiansen, Northern Crusade.r (see note 4), p. 222. 
1 A. Luttrell, The Spiritual Life 01 the Hospital/ers 01 Rhodes. in: Die Spiritualität. edo 
Nowak (see note I), ppo 75-96. here po 83; reprinted in: idem, The Hospitaller State on 
Rhode.
 and it,r We.rtern Provinces, 1306-1462, Aldershot 1999, no. IX. 
IM. Barber, The New Kniglrtlrood: A History 0/ tlre Order 0/ tlre Temple, Cambridge 
1994, ppo 199-205. 
9 A. Luttrell, The Hospitallers' hospice 01 Santa Caterina al Venice: 1358-1451, Studi 
Veneziani 12 (1970). pp. 369-383: here 375, repr. in idem, The Hospitallers in Cyprus, 
Rhodes. Greece and the West. 1291-1440, London 1978, no. IX. Luttrell. Iconography (see 
note 2), p. 23. 
10 J. Folda. Crusader Frescoes at Crac des Chevaliers and Marqab Cast/e, Dumbarton 
Oaks Papers 36, 1982, ppo 177-210, here pp. 180-181, 191-195.200--204. Mo Barber, The 
Charitab/e and Medical Activitie.
 01 the Ho.
pitaller,r and Templar.
, in: A Hi.rtory 01 Pasto- 
ral Care, ed. G. R. Evans, London 2000. pp. 148-168, here pp. 158-159. 
11 Barber, New Knighthood (see note 8). pp. 202-2050 P. Deschamps and M. Thibaut. 
La Peinture murale en France: le haut moyen age et l'epoque romane, Paris 1951, pp. 132- 
-136. P. Scarpellini. La chiesa di San Bevignate. i Templari e /a pittura perugina dei 
Duecento, in: Templari e Ospitalieri in ltalia: La chiesa di San Bevignate a Perugia, ed. M. 
Roncetti, P. Scarpellini and F. Tommasi. Milan 1987, pp. 93-1580 
11 M. Mierzwinski. Ma/bork: The Castle olthe Teutonic Kniglrts, Gdaiisk no date, p. 21. 
I] H. von Hammerstein. Der Besitz der Tempelherren in Lot/wringen, Jahrbuch der 
Gesellschaft für 10thringische Geschichte und Altertumskunde 7, part 1, 1895, pp. 1-29, 
here p. 19, no. 38. 
14 See the description in K. Kamerick, Popular Piety and Art in the Late Middle Ages: 
Image Worship and Idolatry in England. 1350-1500. London and New York 2002. ppo 75- 
-76, and pp. 76--85 for statues and other images.
>>>
108 


Helen J. Nicholson 


., Mierzwiiiski, Malbork (see note 12), pp. 15, 17. 
16 Barber. New Knighthood (see note 8), p. 195. Denys Pringle, ReconstrUt:ting the 
Castle 
f Safad, Palestine Exploration Quarterly 117, 1985, pp. 139-148: here p. 148, 
quoting Ibn al-FQrat. Ayyubid.f. Mamlukes and Crusaders. Selection.f from the Tarfkh al- 
Duwal wa'l-Muluk of Ibn al-Furat. ed. U. and M. C. Lyons. intro. J. S. C. Riley-Smith. 2 
vols, Cambridge 1971,2, p. 105. 
17 E. Lord, The Knights Templar in Britain, Harlow 2002, p. 113; M. Thurlby, The 
Herefordshire School of Romanesque Architecture. Almeley 1999. pp. 22, 27, 46 (serpents), 
64. 120 (fish). 
IB La Regle du Temple. ed. H. de Curzon, Paris 1886, sections 74-75. Translated by J. 
M. Upton-Ward, The Rule of the Templars: the French Text of the Rule of the Order of 
Knights Templar, Woodbridge 1992, pp. 37-38. For the Hospital see the Statutes of 1262, 
Cartulaire (see note 3), 3. no. 3039, sections 28, 31. Translated by E. J. King, The Rule, 
Statutes and Customs of the Hospitallers. 1099-/310, London 1934. pp. 61-62. 
IV Die Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften, edo Mo Per- 
Ibach, Halle a. S. 1890, pp. 76-77, statute 32: the feast days of the Virgin Mary, St Paul, St 
Matthias the apostle. St George. SS James and Philip, St John the Baptist. SS Peter and 
Paul. St Mary Magdelene. St James, St Peter in chains. St Laurence, St Bartholomew. St 
Matthew the apostle. St Michael. SS Simon and Jude, St Martin. St Elizabeth, St Katherine 
of Alexandria, St Andrew. Bishop Nicholas, St Thomas. St Stephen and St John the Evan- 
gelisto 
211 I am indebted to Maria Starnawska for drawing my attention to this point. For the 
dating, see: Gesta Francorum et aliorum Hierosolimiranorum. ed. R. Hili, Edinburgh and 
London 1962, pp. 92-930 
21 Weiss, Spirituallife (see note 3), pp. 165-169. 
22 Dondi, Manoscritti Iiturgic:i (see note 1), p. 106. 
23 Ibid., ppo 98-99. 
24 F. Tommasi, I Templari e iI Clllto delle Reliquie, in: I Templari: Mito e Storia. Alti 
del Convegno Internazionale di Studi aUa Magione Templare di Poggibonsi-Siena. 29-31 
Maggio 1987, ed. G. Minnucci and F. Sardi, Siena 1989, pp. 191-120. here pp. 197-198. 
note 33, pp. 208-209; H. J. Nicholson, The Head of Saint Euphemia: Templar Devotion to 
Female Saint.f, in: Gendering the Crusade.f, ed. S. B. Edgington and S. Lambert. Cardiff 
200 I. pp. 108-120, here pp, 110-112. For indications that the orders did hold a whole body 
or at least more than a head see, for example, M. L. Bulst-Thiele, Sacrae domus militiae 
Templi Hierosolymitani magistri: Untersuchungen zur Geschichte des Templerordens 1118/ 
1119-/314, (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, phil.-hist. Klasse 
3rd series no. 86). Göttingen 1974, p. 254, note 87: relics of St Euphemia were among the 
relics sent to England by Master Thomas Berard in 1272. See also the fictionalised histo- 
rical account of R. Peyrefitte. Chevaliers de Malte, Paris 1957, p. 307: listing her as one of 
the saints whose feasts are kept by the Hospital of St John, he notes that Grand Master 
Wignacourt (1601-1622) offered her left foot to the Sorbonne. 
25 Weiss, Spiritual Life (see note 3). p. 160. Weiss quotes H,-D. Kahl, Die Spiritualität 
der Ritterorden als Problem. Ein methodologischer Essay, in: Spiritualität. ed. Nowak (see 
note I), pp. 271-295. here p. 280. 
U Hugo von Langenstein. Martina. ed. A. von Keller, Bibliothek des litterarischen 
Vereins in Stuttgart 38, Stuttgart 1856, p. 735, 292b, lines 35-390 K. Helm, W. Ziesemer. 
Die Literatur des Deutschen Ritterordens, Giessen 1951, p. 46.
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Saints venerated in the Military Orders 


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27 P. Meyer. Notice sur le manllscrit Fr. 24862 tle la Bibliotheqlle nationale contenant 
divers ouvrages c:omposes ou 'aits en Angleterre. Notices et extraits des manuscrits de la 
Biblioth
ue nationale et autres bibliotheques publi
s par I' Acad
mie des inscriptions et de 
belles-Ieures 35, 1896. pp. 131-168. R. C. D. Perman. Henri d'Arci: the Shorter Works, in: 
Studies in Medieval French Presented 10 Alfred Ewerl in Honour of his Seventieth Birthday. 
ed. E. A. Francis, Oxford 1961. pp. 279-321. 
21 Regle (see note 18), section 49; Upton-Ward, Rille (see note 18), p. 31. Perman, Henri 
d'Arci (see note 27). p. 280. 
29 Ibid., p. 308. 
J() Oxford. Bodleian Library MS Bodley 454, fols 68r. 68v, 69r. 7Or, 71v. 74v. 76r, 78v. 
79r. 80v. 1I9r. 121 v bis, 122r. 123r. I 24r, 124v (Iiteracy), fols 68v. 88v (understanding of 
French)o Only one of these references appears in the abridged printed edition: Concilia 
Magnae Britanniae et Hiberniae, ed. D. Wilkins, 4 vols. London 1737, 2, p. 3570 
]1 The Hospitallers' Riwle: Miracula et Regula Hospitalis Saneti Johannis Jerosolimi- 
tani, ed. K. V. Sinclair. Anglo-Norman Text Society 42. London 1984. pp. vii. xlviii; lines 
113-152, 153-206, 207-252, 309-310. 317-325, 337-358, 439. 460, 786, 1131. 1512, 
1614. 
]2 K. Borchardt. Two Forged Thirleenth-Century Alms-Raising Letters used by the Hos- 
pilaller.
 in Franconia, in: The Military Order.
: Fighting for the Faith and Caring for Ihe 
Sick, ed. M, Barber. Aldershot 1994, pp. 52-56. K. Borchardt. Spendenaufrufe der Johan- 
niter aus dem 13. Jahrhundert. Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 56 (1993), 
pp. 1-61. 
]] E. J. King. The Seals of the Order 0/ St John of Jerusalem. London 1932. pp. 97-98. 
and plate XVII, Bulst-Thiele. Sac:rae domus (see note 24). pp. 372-374, plates 2a-c. 
]4 N. Pevsner, Builtfings of Englantl: Hereford,
hire. Harmondsworth 1963. J. Newman. 
Buildings of Wales: GwentlMonmouthshire, London 2000. 
n Z. Hunyadi. Hospitallers in the Medieval Kingdom of Hungary, c.1150-1387. Un- 
published PhD thesis, Central European University Budapest 2004, pp. 163-165; F. Jegou, 
Les Templiers et le culte de Saint Nicolas. Revue de Bretagne et de Vend
e 4th series 8. 
1875. ppo 81-88. Jegou argues that the Templars promoted the cult of St Nicholas, but his 
evidence does not prove his assertion. 
]6 G. R. Orrin. The Gower Cllllrches. Swansea 1979. pp. 30. 32. 34. 42. 61. 69. 72, 77. 
]7 Luurell. Spiritual Life (see note 7), p. 83. 
JI Weiss. Spiritual Life (see note 3). pp. 164-166. 
]9 For example. Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. ed. K. H. Lampe. I, 
(Thüringische Geschichtsquellen new series 7). Jena 1936. no. 121. 
4(1 For early donation charters to Mary see Cartlllaire general de ['ordre dll Temple, 
llJ9?-lJ50. ed. le Marquis d' Albon, Paris 1913. nos. 43. 95, 119. 120. 124. 125. 139. 
o. Papsturkunden für Templer und Johal1niter, Arc:hivberic:hte ulld Texte, edo Ro Hie- 
stand. (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göuingen, phil.-hist. Klasse 3rd 
series no. 77). Göttingen 1972. nos 8. 9. 11.20,26.28,32.33,44.46.49. 146. Patrologus 
cursus c:ompletus, series latina, ed. J, P. Migne, 217 vols and 4 vols of indexes, Paris 1834- 
-1864, 188, col. 1537. The Letters 01 Pope Innocent III (1198-/216) Concerning England 
and Waleso A Calendar with an Appendix 0/ Texts, ed. C. R. Cheney and M. G. Cheney, 
Oxford 1967. p. 209. no. 1920 Les registres de Clement IV, ed. E. Jordan. Bibliotheque des 
ecoles fran
aises d' Athenes et de Rome. Paris 1893-1945, no, 1764. Tabulae ordinis Theu- 
tonici ex tabularii regii Berolinensi,f codice poti.fsimum. ed. E. Strehlke. new ed with pref-
>>>
110 


Helen J. Nicholson 


ace by H. E. Mayer. Jerusalem and Toronto 1975. ppo 56-57, 290, 333. nos 72, 321,403. 
Cartulaire (see note 3), 2. no. 2928, 3, no. 3153. On the Maccabees see also Weiss, Spiri- 
tual Life (see note 3), p. 160 and note 10, quoting G. Wieehen, Die Spiritualität des 
Deutschen Ordens in seiner mittelalterlichen Regel, in: Spiritualität, ed. Nowak (see note 
I), pp. 131-146, here po 145, note 26. 
.2 Bernard, abbot of Clairvaux, Liber ael milites Templi eie lauele novae militiae, in: S. 
Bernardi Opera vol. 11I: Tractatlls et Opu.fcllla, ed. J. Leclercq and H. M. Rochais, Rome 
1963, p. 221, ch. 4, paragraph 8. 
.} Libellus ele expuKnatione terrae sanc:tae per Saladinum, in: Radulphus de COKKeshall 
Chronicon Anglicanum, ed. J. Stevenson. Rolls Series 66, London 1875. p. 212. 
... Das Itinerarium peregrinorum: eine zeitgenössische englische Chronik zum dritten 
Kreuzzug in ursprünglicher Gestalt, ed, H. E. Mayer, (Schriften der Monumenta Germaniae 
Historica 18). Stuttgan 1962, p. 249. line 6. Itinerarium peregrinorum et ge,fta regis Ricarcli, 
in: Chronicles and memorials 0/ the reign 0/ Ricllard I. ed. W, Stubbs, Rolls Series 38, 2 
vols, London 1864-1865. 2, ppo 7, 269, Bk I. eh. 2, Bk 4. eh. 19. Quinti belli sacri 
scriptores minores, ed. Ro Röhricht (Societe de l'orient latin 162). Geneva 1879, pp. 99- 
100, 130-131, 157. 
.5 A. de Bastard, La coMre et la douleur d'un templier en Terre Sainte: «/'re dolors 
.f'es din.f mon cor aueza». Revue des Langues Romaines 81 (1974). pp. 333-373: here p. 
357. verse 4. 
0&6 Regle (see note 18), section 608; Upton-Ward, Rule (see note 18), p. 156 has a 
slightly different translation. 
.7 J. Michelet. Le Proces des Templiers. 2 vols, Paris 1841-1851, repr. Paris 1987. I. 
pp. 120-124. 
.. Lamentacio quedam pro Templarii.f, ed. C. R. Cheney in: The Down/all 0/ the Tem- 
plars and a Letter in their De/ence. in: Medieval Miscellany presented 10 Eugene Vinaver, 
ed. F. Whitehead, A. H, Diverres and F. E. SutcIiffe. Manchester 1965, repr. in C. R, 
Cheney, Meclieval Texts and Stuelies, Oxford 1973, pp. 314-327: here p. 326. 
.9 Michelet, Proces (see note 47), I, po 419. Der Untergang des Templer-Ordens: mit 
Urkundlichen und kritischen Beiträgen, ed. K. Schottmüller, 2 vols, Berlin 1887. repr. 
Vaduz Liechtenstein, 1991, 2, p, 65. Deminutio laboris examinantium processus contra 
ordinem Templi in Anglia. qua.fi per modum rubricarum, in: Untergang de.f Templerordens, 
2, pp. 78-102, here p. 93. Annales Londonienses, in: Chronic:le!' of the Reigm' 0/ Edward 1 
and Edward 11. ed. W, Stubbs, Rolls Series 76, 2 vols, London 1882-1883. I, pp.180-198: 
here p. 195. MS Bodley 454 (see note 30). fols 106r, 135r, 139r. The first two of these 
references are printed in Concilia. ed. Wilkins (see note 30), 2, pp. 366. 375. 
50 Untergang des Templerordens (see note 49),2. pp. 209, 210, 215. Philippi descriptio 
Terrae Sanctae, ed. Wo A. Neumann, Drei mittelalterlisc:he Pilgerschr(ften 11I. Oester- 
reich ische Vierteljahresschrift für katholische Theologie 11, 1872, pp. 1-78, here p. 76. 
New edition: Frater Philippus de Busseriis, Liber peregrinationum, 1285-1291, in: Itinera 
Hierosolymitana crucesignatorum (saec. XII-XIII), ed, S. de Sandoli (Studium Biblicum 
Franciscanum: collectio maior 24), 4 vols, Jerusalem 1978-1984,4, p. 246, eh. 56. Miche- 
let, Proces (see note 47), I, pp. 143-144. Brothers Guido Delphini (Michelet. Proces, I, po 
419) and Hugo de Samaya (Untergang des Templerordens. 2, p.136), referred to the relics of 
St Euphemia and to the relics of St Policarp, which the order was holding as a pledge from 
the abbot of the Lord's Temple in Jerusalem. Brother William de Middleton was received
>>>
Saints venerated in the Military Orders 


111 


on St Euphemia's day: MS Bodley 454 (see note 30), fo1. 156v. Concilia, ed. Wilkins (see 
note 30), 2, p. 381 misprints the saint's name as Susanna. 
51 Michelet. Proc:es (see note 47), I, p. 502.2, po 218. 
52 Regle (see note 18), seetion 539; translation by Upton-Ward. Rule (see note 18), p. 140. 
53 MS Bodley 454 (see note 30). fol. 88v; see also fot 159* for the Anglo-Norman 
translation of the relevant portion of the order's statutes. Conc:ilia, ed. Wilkins (see note 30), 
2, p. 383. Michelet, Proces (see note 47), I, p. 444. C. Guzzo, Templari in Sicilia. La Storia 
et le sue Fonti Ira Federico 11 e Roberto d'Angio, Insignia et arma, Quaderni di "Saera 
Militia": Ordini cavalIereschi, araldica, simbologia 2, Genoa 2003, p. 91. 
54 Barber. New Knighthood (see note 8), p. 200, Bulst Thiele, Sacrae Domu.r (see note 
24), po 254. note 87. See also Tommasi, I Templari e il culto delle reliquie (see note 24)0 
" MS Bodley 454 (see note 30), fol. 99v, Bro John of Donyngton. Concilia, edo Wilkins 
(see note 30), 2, p. 363. 
5fi T. Ho Baylis, The Temple Church and Chapel vf St. Ann, etc., An Hislorical Record 
und Guide, London 1893, p. 145. From London. Public Reeord Office, Exehequer (Lord 
Treasurer's Remembrancer) EnrolIed Accounts, Miscellaneous, no. 24, Templars RolIs, no. 
3. M. 3, translated by T. H. Baylis. 
57 Petri de Dusburg Chronic:a Terre Prussie, ed. K. Seholz and D. Wojteeki, (Aus- 
gewählte Quellen zur Geschichte des Mittelalters 25), Dannstadt 1984. p. 140. Bk 3, eh. 36. 
51 Tommasi, I Templari e il culto'delle reliquie (see note 24). p. 207. 
59 D. Selwood, Knights of the Cloister: Templars ami Hospitallers in Central-Southem 
Occitania, c. J 100-c. 1300, Woodbridge 1999. p. 99. The Order's Early Legacy in Malta, 
ed. J. Azzopardi, ValIeta, Malta 1989, ppo 13, 72: this reliquary dated in part from the late 
twelfth eentury, with an addition from the fourteenth century and an early sixteenth century 
pedesta1. It was lost when the Order's treasury was looted by the troops of Napoleon 
Bonapart in June 1798 (p. 69). 
60 The Order's Early Legacy, ed. Azzopardi (see note 59), pp. 10, 12, 73. Again. the 
relie was lost in 1798. 
61 Ibid.. pp. 11. 70-71. The relie is now in a monastery in Montenegro. I am grateful to 
Professor Riehard DivalI, OBE. for confirming this point in a personal communication of 23 
February 2002. 
fi2 Selwood, Knights of the C/oister (see note 59), p. 990 
6] The Order's Early Legacy, ed. Azzopardi (see note 59), pp. 12-13, 73. L. Legrand, 
Relation du pelerinage a Jirusalem de Nicola.r de MarlOni, notarie Italien (1394-1395), 
Revue de l'orient latin 3, 1895. pp. 566--669. here 641-643, On the relics of Saint Anne see 
also Do F. Allen, The Order of St lohn as a "School for Ambassadors" in Counter-Reforma- 
tion Europe, in: The Military Orders. vol. 2: Welfare and Waifare, ed. H. J. Nicholson, 
Aldershot 1998, pp. 363-379: here p. 3730 
64 P. Hetherington, The Byzantine Reliquary at the Cathedral Museum, in: Portable 
Altars in Malta. ed. J. Azzopardi, Valetta 2000. pp. 39-56; originalIy printed as Byzantine 
Steatites in the Possession of the Knighls of Rhodes, Burlington Magazine 120 (1978). pp. 
811-8200 I am very grateful to Dr Hetherington for sending me copies of his artic1eso 
6.! P. Hetherington, The Chalice of Grand Master L 'Isle Adam, in Rabat, in: Treasures 
of Malta 7.2, 200 I. pp. 35-40. 
M Jaeopo da Varazze, Legenda Aurea, ed. G. P. Maggioni, 2 vols., 2nd edno. Florence 
1998,2. pp. 951-954.
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1I2 


Helen J. Nicholson 


67 K. Jo Lewis, The Cult of St Katherine of Alexandria in Late Medieval England. 
Woodbridge 2000. 
60 C. Walker Bynum, .....And Woman His Humanity": Female Imagery in the Religious 
Writing of the Later Middle Ages. in: idem. Fragmentation and Redemption: E.rsay.r on 
Gender and the Human Body in Medieval Religion. New York 1992, pp. 151- 
-179: here 152. Nicholson, Head of Saint Euphemia (see note 24), p. 1080 
M Nicholson, Head of St Euphemia (see note 24), po 117. 
7/1 Papsturkunden, ed. Hiestand (see note 41), no. 3. p. 206. The Gospel reference is to 
John eh. 15 v. 13. 
71 R. Clemens. The Cult of Mary Magdalen in Late Medieval France, in: Medieval 
Hagiography: An Anthology. ed. Th. Head. New York and London 2001, ppo 655-674: 
here pp. 655-656. for her life. Recent assertions in 'popular' literature that the Templars 
held a special devotion for Mary Magdalene apparently arise from confusion with the 
Templars' well-attested devotion for the Blessed Virgin Mary. 
72 Gautier de Coincy, Mirac/es 
f the Virgin Mary, trans. R. Blumenfeld-Kosinki, in: 
Medieval Hagiography, ed. Head (see note 71), pp, 627-653. 
7] Livländische Reimchronik, ed. F. Pfeiffer, (Bibliothek des literarischen Vereins in 
Stuttgart 7B), Stuttgart 1844, lines 8430-8432. 10686-106870 
74 R. Hiestand, Die Anfänge der Johanniter, in: Die geistlichen Ritterorden Europas, ed. 
J. Fleckenstein and M. Hellmann, (Vorträge und Forschungen 26), Sigmaringen. 1980, pp. 
31-80: here p. 45. 
n Lewis, Cult of St Katherine (see note 67), pp. 15-20. 
76 Legenda Aurea (see note 66). 1. pp. 392-394. C. Walter, The Warrior Saints in 
Byzantine Art and Tradition, Aldershot 2003, pp. 109-144, esp. 140-142. 
77 Si mund de Freine, Pa.r,rio beati Georgii militi.r et martyris, in: Le,r Oeuvres de Simund 
de Freine, ed. J. E. Matzke, Societe des anciens textes fran
ais, Paris 1909, pp. 61-1170 The 
author was a canon at Hereford cathedral in England and a friend of the famous commema- 
tor and priest Giraldus Cambrensis (Geraid of Wales). 
71 See J. Cartwright, Dead Virgins: Feminine Sanctity in Medieval Wales, Medium 
levum 71 (2002), pp. 1-28: here p. 13. 
79 Legenda Aurea (see note 66), 2, pp. 699-700. 
.0 Pope Gregory VIII, AI/dita tremendi, in: Roger of Howden, Gesta regis Henrici 
Secundi: The Chronide of the Reigns of Henry 1/ and Richard I. AD 1169-1192, ed. Wo 
Stubbs. RolIs Series 49. 2 vols, London 1867, vol. 2. p. 18. Cae.rarii Heisterbacen.ris 
monachi ordinis Cisterciensis Dialogus miraculorum. ed. J. Strange, 2 vols, Cologne, Bonn 
and Brussels 1851, 1, p. 302, Dist 5, ch. 21. 
01 Legenda Aurea (see note 66), 2, pp. 1205-1215. 
02 See. for example, A. Forey. The Military Orders and the Conversion o.f Muslims in 
the Twelfth and Thirteenth Centuries, Journal of Medieval History 28 (2002), pp. 1-22. 
IJ M. Buhagiar. The Iconography of lhe Mallese I.rlands, 1400-1900: Painting, ValIetta. 
Malta 1987. ppo 91, 98, plate 5.14. 
14 Legel1lla Aurea (see note 66), I. pp. 53-62. 
.5 See B. Hamilton, The Latin Church in the Crusader States: The Secular Church, London 
1980. p. 209 on the 'St Thomas's Christi ans' from Malabar, who had a base in Jerusalem in the 
I I 60s, p. 363 on the Christian pilgrims who came from the East to the holy placeso 
.6 Acts 6 v. 5; Legenda Aurea (see note 66). I. pp. 78-86; Ho.rpitaller.r' Riwle (see note 
31), lines 305-310.
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Saints venerated in the Military Orders 


113 


87 Legenda Aurea (see note 66), 2, pp. 754-773. 
BX Buhagiar, Iconography (see note 83). po 880 
89 Legenda Aurea (see note 66). 1, pp. 162-168: here p. 168. 
90 Ebd.. pp. 163-164. 1650 
91 Christi ansen, Northem Crusades (see note 4), p. 222. Buhagiar. Iconography (see 
note 83), p. 880 
92 Acta Sanctorum. ed. J. van Hecke, B. Bossue et a1., Paris and Rome 1885, October IX 
(21 October), pp. 73-303; Legenda Aurea (see note 66), 2. pp. 1073-1078. Aversion of 
Ursula's martyrdom was recounted by the Welsh c1eric Geoffrey of Monmouth in the IBOs 
in his Historia regum Britanniae, but the cult of St Ursula does not appear to have become 
widespread in Wales until the 15th century. when it was inspired by contact with Cologne 
rather than by Welsh tradition, I am grateful to Dr Jane Canwright for infonnation on the 
Welsh cult of St Ursula. See also Canwright. Dealt Virgins (see note 78). ppo 11-12. 
9] The Catho/ic Encyclopedia, ed. C. G. Herbennan et al.. 15 vols, London and New 
York 1907,2, pp. 284-285.
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ORDINES MIUTARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Jaroslaw Wenta (Torml) 


Der Deutschordenspriester Peter von Dusburg und sein 
Bemühen um die geistige Bildung der Laienbrüder 


Der Verfasser des Artikels möchte zur Lektüre der Chronik Peters von 
Dusburg einladen. Beim Lesen dieser Chronik sind wir uns dessen bewusst, 
dass sich in unseren Händen ein Handbuch eines Deutschordenspriesters 
befindet, der durch die Exempel und erbauliche Beispiele die Laienbrüder 
unter den Deutschordensrittern zu erbauen suchteo Man braucht niemanden 
davon zu überzeugen, dass diese Chronik eine brillante Quelle zu Studien 
über das Selbstbild und Selbstverständnis des Deutschen Ordens ist. In die- 
sem Beitrag wird der Text von Peter von Dusburg Chronik in der deutschen 
Übersetzung von Scholz und Wojtecki benutzt', aus narrativen Grtinden und 
Zur Verdeutlichung des Vortrags. In den Anmerkungen wird der Text der 
Chronik nach der Ausgabe von Max Töppen angegeben 2 . 
Die bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts geführte Diskussion ließ 
uns die Person des Geschichtsschreibers näher betrachten und eine Reihe 
Von Hypothesen über seine Herkunft, über die Dauer seines Aufenthaltes in 
Preußen sowie über die von ihm bekleideten Ämter aufstellen. Die These 
über den vermutlichen Aufenthalt Peters in Marienburg muss entschieden 
abgelehnt werden. Einen Schritt vorwärts brachte uns der Vorschlag Gerard 
Labudas, Peter mit dem samländischen Domherm und zugleich dem Verfas- 
ser der als Canonici Sambiensis epitome gestorum Prussiae bekannten An- 
nalensammlung zu identifizieren 3 . Demzufolge wäre Peter am Tag der heili- 
gen Lucia 1313 Domherr von Samland geworden. Das samländische 
Domkapitel zeigte zur Peters Zeit entschieden monastische Bestrebungen. 
Davon zeugen die Rotationen auf den Praläturen und die aktive Beteiligung 
der Domherren an der Diözesanverwaltung. Die zweimalige Bekleidung der 
Offizial würde durch Peter entspricht der monastischen Formation. 1318 und 
dann in den Jahren 1335-1340 war er Offizial, 1331 Dekan. Erneut beklei- 
dete er dieses Amt in den Jahren 1342-1356. Danach kommt Peter in den 
Quellen nicht mehr vor. Als Grundlage der Identifizierung und der Rekon-
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116 


Jaroslaw Wenta 


struktion seiner Karriere dient die in den Quellen gebrauchte Bezeichnung 
Petrus senior im Gegensatz zu dem neben ihm damals wirkenden anderen 
Peter von Elbing 4 . Die Begründung der These befindet sich in einem gerade 
gedruckten Buch. Das wichtigste an dieser These sind 38 Jahre quellenbe- 
stätigten Aufenthalts Peters im Konvent der Deutschordenspriester in Preu- 
ßen. Diese Bezeichnung ist typisch für die Domkapitel nach der Deutschor- 
densregel in Preußen zur Zeit Peters von Dusburg. Peter wäre als Greis 
gestorben und hätte bis zum Lebensende klaren Verstand und Autorität, was 
die bekleideten Ämter bestätigen, beibehalten. Seine Herkunft von Doesburg 
östlich von Utrecht ist in den Quellen gut begründet. 
Nach Stefan Kwiatkowski war Peter in der scholastischen und nicht in der 
monastischen Tradition verwurzelts. 1m Text der Chronik findet man didaktische 
Tendenzen und Verbindungen zur Predigt oft in den Exempeln, manchmal mit 
dem Hinweis auf ein bestimmtes Kirchenfest. Das lässt uns schon am Anfang 
die grundsätzlichen Fragen stellen: Spiegelt die Chronik eine von Peter in Preu- 
ßen bereits angetroffene, konkrete Ordenswirklichkeit wieder? Enthält die Chro- 
nik das postulierte Reformprogramm der Ordensformation der Laienbrüder? Um 
diese Fragen zu beantworten und um den Weg der geistlichen Ausbildung eines 
Ordensbruders darzustellen, greifen wir zur Lektüre des Werkes. Diese Bil- 
dungslehre inspiriert zur Nachahmung der Lebensweise und der Lehre des Erlö- 
sers, worauf Peter im Prolog nach dem Evangelium des heiligen Matthäus ver- 
weist: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz 
auf sich und folge mir". Ein Programm, wie Peter selbst darüber bei der Interpre- 
tation des Psalms 106 schreibt: Sie sollen dem Herrn danken für seine Barmher- 
zigkeit und für seine Wunder an den Menschenkindern, weil er die schmachten- 
de Seele sättigte und die hungrige Seele speiste mit Gütern. Das ist so ZU verstehen: 
Da ja die Seele, d.h. das Leben der Brüder, ehemals arm und hungrig, jetzt 
gesättigt ist mit zeitlichen Gütern, ist es notwendig, einiges zu berichten über 
vergangene Not und gegenwärtigen Überfluß, damit so nebeneinandergestellt die 
Gegensätze deutlicher hervortreten. Die Brüder der heroischen Zeit, beteiligt an 
der Eroberung Preußens, das Leben Jesu Christi nachahmend, sollten in Demut 
leben, bescheidenes Essen zu sich nehmen, einfache Kleidung tragen und die 
Regel und Askese befolgen. Dort gibt es Platz für das härene Hemd oder, was 
noch interessanter sei, anstelle dessen für das Kettenhemd und für die Ordensta- 
fel mit Verzicht auf Fleisch. Zur Zeit Peters war diese "Ordensseele" bereits mit 
Bauten, Pferden, Waffen, Kleidung, Essen und Trinken, mit einer Vielzahl von 
Mitbrüdern und Dienern gesättigt7. 
Gegen seinen Willen skizziert uns Peter von Dusburg ein Bild der preu- 
ßischen Ordensrealität. Sie dringt durch die Anekdoten und Exempla durch. 
Eines von ihnen erzählt von Samländern, die nach dem Bau Balgas mehr 


---a
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Der Deutschordenspriester Peter von Dusburg... 


117 


über das Leben der Ordensbrüder erfahren und ihre Lebensführung besser 
kennen lernen wollten. Deswegen schickten sie einen der Ihren nach Balga, 
um die Gewohnheiten der dortigen Ordensbruder und alles andere zu erkun- 
den. Er wurde freundlich empfangen und ins Refektorium, Dormitorium und 
in die Kirche geführt. Sie zeigten ihm alles, was sie taten. Nach der Rück- 
kehr sagte er: Die Brüder sind Menschen wie wir, das sollt ihr wissen; sie 
haben geschmeidige und weiche Leiber, wie ihr sie bei uns auch seht; in 
ihren Waffen, Speisen und anderen Dingen sind sie uns ziemlich gleich, aber 
in einem unterscheiden sie sich von uns: Sie haben nämlich die Gewohnheit, 
die uns ohne Zweifel verderben wird. Sie stehen jede Nacht von ihrem Lager 
auf, kommen in der Kapelle zusammen - am Tage tun sie das mehrmals - 
und erweisen ihrem Gott die Ehre, und das tun wir nicht. Daher werden sie 
uns im Kampfe ohne Zögern überwinden ". Und weil er gesehen hatte, wie 
die Brüder Kohl aßen, den die Prußen nicht verzehrten. und glaubte, es 
seien Knospen. setzte er hinzu: "Sie essen Grünzeug wie das Pferd und das 
Maultier; wer kann Männern widerstehen, die in der Wildnis ohne Mühe 
ihre Nahrung finden?8. 
Die feinen und aufnahmebereiten Mägen sowie die Vorliebe für Pracht 
kommen noch einmal in der Rede des Samländers Sclodo aus Quednau, des 
Vaters Nalubs, vor der Schlacht am Fluss Durbe zum Vorschein: Heute sollt 
ihr euch an die schönen Kleider erinnern. die ihr von den Brüdern öfters 
erhalten habt, und statt ihrer schönen Farbe laßt heute das Kleid auf eurem 
Leibe vom Blut der Wunden rot werden. anstelle des süßen Mets oder Ho- 
nigtranks, den ihr öfters aus ihrer Hand empfangen habt, trinkt heute die 
Bitternis des grausigen Todes zum Bekenntnis des wahren Glaubens an die 
ewige Dreieinigkeit!9. 
Daran erkennt man eine Ordens vorstellung, dominiert durch die Bedeu- 
tung von Essen und Trinken und von kostbarer Kleidung, also eine der 
ritterlichen Exklusivität eigene Gewohnheit. Peter schreibt über den Bruder 
Hermann, genannt Saracenus, der nach der Aufnahme in den Deutschen 
Orden an den Ort reiste, wo er eingekleidet werden sollte. Er traf viele Ritter 
beim Lanzenstechen versammelt: Einer von ihnen hielt gerade gewappnet 
auf seinem Pferd und ließ durch den Herold fragen, ob einer da sei, der mit 
ihm um Pferd und Waffen und zur Ehre seiner Herrin zu kämpfen wage. Als 
Bruder Hermann das hörte, ritt er im Vertrauen auf seine Herrin, Maria, 
der zukünftig zu dienen er gelobt hatte, auf den anderen los und waif ihn 
beim ersten Zusammenstoß zu Boden: Pferd und Waffen schenkte er den 
Armen lO . 
Die Bemerkung Peters über die Lektüre in den Ordensritterkonventen 
bestätigt unsere Meinung, dass das oben zitierte Beispiel mehr auf ein Pro-
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118 


Jarostaw Wenta 


gramm als auf eine Wirklichkeit hinweist: Es betrübt mich, daß meine ge- 
liebten Söhne, deine Brüder vom Deutschen Hau.'Ie, früher in den Lesungen 
bei Tisch nur von meinem So/zn, von mir und den Taten der Heiligen vorla- 
sen; jetzt aber wird nur von den Taten der Könige und den Fürsten und 
weltlicher Nichtigkeit vorgetragen, so daß über meinen Sohn und mich und 
das Leben der Heiligen nur noch selten oder nie mehr berichtet wirdll. 
Diese Wahmehmung des Ordens, die durch den Bericht Peters zu uns 
vordringt, setzt die Schilderung der Vorstellung über die Prägung eines Lai- 
enbruders voraus, wo die Echtheit der Berufung als Resultat des Wunsches 
nach Besserung, nach innerer Erbauung und nach Erlangung der Erlösung 
betrachtet werden sollte. Aufrichtig und wunderbar ist die Bekehrung des 
Bruders Gerhard, eines Herstellers von Kriegswerkzeugen im Dienste des 
Markgrafen von Brandenburg. Mit Hilfe solcher Geräte hätte man viel Schlim- 
mes anrichten können: [... Da] geschah es in einer Nacht, als er auf seinem 
Lager liegend noch wach war, daß bei geschlossenen Türen vier Männer mit 
vier brennenden Kerzen zu ihm kamen und ihn vieler Sünden be.'Ichuldigten. 
Sie sagten, wenn er nicht in einer bestimmten Frist sein Leben bessere, sei 
er ohne Zweifel ein Kind des Todes, und als sichtbares Zeichen dafür legten 
sie ein weißes Gewand über ihn hin, wie es über die Leichen von Verstorbe- 
nen gewöhnlich gebreitet wird. Davon geriet er in einen solch außerordent- 
lichen Schrecken, daß er ins Preußenland kam und mit sich jenes weiße 
Gewand führte; nachdem er sein Gelübde im Orden des Deutschen Hauses 
abgelegt hatte, begann er ein heiligmäßiges Leben und endete es selig l2 . 
Die Entscheidung wurde oft durch eine Versuchung durch den Teufel 
erschwert. Die Gegenwart des Teufels ließ sich Heinrich von Cunce, auf- 
grund einer wunderbaren Vision, ähnlich der Gerhards, bekehren. Im Wege 
stand ihm seine Frau und Gemahlin, die ihm die Scheidung verweigerte. Die 
Unsicherheit Heinrichs nutzte der Teufel aus, um ihn mit einer Stadt, Burg 
oder mit Ruhm zu locken. Die Erscheinung Jesu Christi mit seinen Wunden 
konnte die Entscheidung zunächst nicht beeintlusseno Die nächtlichen Traum- 
visionen, Geräusche und Stimmen: Heinrich, steh auf zum Beten, denn deine 
Mitbrüder sind schon a
fgestanden, brachen den Widerstand seiner Frau 
und schoben alle Zweifel Heinrichs beiseite. Er ging nach Preußen, wo er 
sein Ordensgelübde ablegte. In Preußen erkannte er den Teufel in der Ge- 
stalt eines Juden, der ihm die Erlösung im Judenglauben versprach 13. Die 
Gebete Heinrichs besiegten die Traumvisionen. Das Leben nach der Regel, 
Teilnahme am Ordensleben, am Schuldkapitel ließen alle Zweifel versiegen 
und Heinrich durch den Tod in der Gnade die Erlösung erlangen. 
Ein ähnliches Erlebnis wurde einem Bruder von der Burg Rheden zuteil, 
der, auch vom Teufel heimtückisch verführt, nicht an die Möglichkeit der
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Der Deutschordenspriester Peter von Dusburg... 


119 


Seelenerlösung im Deutschen Orden glaubte. In einer Traumvision sah er 
die Heiligen Bernhard, Dominikus, Franziskus und Augustinus mit ihren 
Brüdern vorbeigehen. Er bat sie unter Tränen, ihn in ihre Orden aufzuneh- 
men, aber sie wiesen ihn alle ab. Dann erblickte er die heilige Jungfrau 
Maria, die sagte: Das kann nicht gut sein, denn du glaubst ja, dein Orden sei 
so lässig, daß du ihn nicht leiden kannst, wie du begehrst. Sie zeigte ihm 
auch die Wunden der bei der Verteidigung des Glaubens getöteten Brüder. 
Als er erwachte, eilte er ins Kapitel, wo alle Brüder versammelt waren. Er 
bekannte allen seinen Irrtum und erzählte von seiner Vision. Kurz danach 
wurde er von den Heiden getötet und fand die Erlösung '4 . 
Die Befolgung der Regel brachte Peter zufolge auch Entsagungen und 
Askese mit sich. Im Text Peters von Dusburg ist deutlich, dass die Bestim- 
mung der Form der Askese für die Mitglieder eines Ritterordens den Laien- 
brüdern Probleme schuf. Die Suche führte zu ganz unerwarteten Ideen CIIer 
Kasteiung des Leibes. In Christburg trug einer der Ordensbrüder anstelle des 
Nachtgürtels eine dicke Eisenkette auf der bloßen Haut, und das bis zu 
seinem Todeis. Ebenfalls in der Burg Christburg lebte Bruder Engelko aus 
Westfalen, bekannt für seine außerordentliche Frömmigkeit und Enthaltsam- 
keit. Er trug auf nackter Haut ein Kettenhemd statt eines Hemdes und soll 
bis zu seinem Tode vier derartige Kettenhemden verbraucht haben, die von 
Alter und Rost zermürbt wurden 16. 
Die Vernachlässigung des Ordenslebens und des Ordenseifers im Gebet 
werden durch den Teufel sofort ausgenutzt. Im Jahre 1313 soll sich ein 
Bogenschütze aus Bayern in Ragnit aufgehalten haben: Als er nachts, nach- 
dem er sich bekreuzigt hatte. auf seinem Lager ruhte und schlafen wollte. 
kam der Teufel und biss ihn heftig in seine Zehe. Jener verspürte Schmerzen 
über die übermäßige Verletzung und rief mit lauter Stimme: "Wer beißt mich 
denn da?" Darauf die Antwort: "Ich bin e.'i, der Teufel". "Und warum hast 
du das getan?" Des Teufels Antwort: "Weil du ZU kleine Kreuze schlägst, 
Wenn du dich zum Schlafen niederlegst." Als er am folgenden Tag diesen 
Vorfall vor den Brüdern und anderen erzählte, fragten sie ihn, ob es sich mit 
der Kleinheit der Kreuze so verhalte. Er antwortete: "Ja, so war es wirklich, 
aber in Zukunft werde ich mich davor hüten; ich werde Kreuze schlagen, die 
von der Fußsohle bis zum Scheitel reichen und darüber hinaus"17. 
Das Leben in Keuschheit war selbstverständlich ein Problem in einem 
Orden, der durch eine weltliche Laienformation mit begrenzter Beteiligung 
der Brüder an der Liturgie, an der Lektüre und ohne Klausur dominiert 
wurde. Peter zitiert zwei interessante Exempel, dessen Helden Albert der 
Burggraf von Meißen, der Königsberger Komtur in den Jahren 1283(?}- 
-1288, und Bertold von Brühaven, der Königsberger Komtur in den Jahren
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... 


120 


Jarostaw Wenta 


1289- 1302 sind. Der Bruder Albert wurde durch den Satan mit Fleischeslust 
gequält. Deswegen bat er in seinem Gebet um die Befreiung von schweren 
Versuchungen. Endlich hörte er eine Stimme vom Himmel sagen: Albert, 
wenn du den schweren Versuchungen entgehen willst, mußt du jeden Tag 
demütig folgendes Gebet sprechen: "0, du höchste Barmherzigkeit, gib mir 
das rechte und aufrichtige Verlangen nach dir und nach der Reinheit des 
Lebens, läutere mein Gewissen und befreie mich von der Unkeuschheit". 
Das heißt auf deutsch: "0 uberste liebe, gib uns rechten jamir nach dir und 
nach einem reinen leben und reinige unse consciencie und behute uns vor 
bewöllunghe." Als er dieses Gebet einige Zeit immer wieder gesprochen 
hatte, indem er es andächtig las, wurde in ihm das Feuer der Sünde gewis- 
sermaßen ausgelöscht, so daß keine gewalttätige Versuchung fortan seinen 
Geist mehr quälte l8 . Bertold von Brühaven dagegen beschloss zu prüfen, ob 
er imstande sei, die Keuschheit einzuhalten und nahm einen ungewöhnli- 
chen Versuch vor: Er nahm ein jungfräuliches Mädchen zu sich, das wegen 
seiner außerordentlicher Schönheit seinesgleichen im Umkreis nicht hatte, 
und lag fast jede Nacht auf seinem Lager nackt mit der Nackten, ein Jahr 
lang und länger, wie sie selbst später durch Eid bekräftigte und es die 
Zeichen ihrer Unberührtheit erwiesen: niemals hatte er sie fleischlich er- 
kannt. Diese Sache ist wunderbar und erstaunlich. denn der riesenstarke 
Samson, der sehr heilige David und auch der allerweiseste Salomon fielen 
den Reizen der Frauen zum Opfer: Dieser Bruder jedoch suchte freiwillig 
die Gemeinschaft mit ihr, und er bestand und langte auf dem Gipfel der 
Tugend an. War er etwa stärker als Samson, heiliger als David, weiser als 
Salomon? Wenn ich das zu sagen wage, dann in diesem Falle sicher mit 
ihrer Erlaubnis J9 . 
Das Leben nach der Ordensregel und den Gewohnheiten sollte die Gna- 
de Gottes begleiten, und die wunderbaren Ereignisse sollten es bestätigen. 
Der Bruder Albert wurde von einer Krankheit befallen und verlor seine 
Kopfhaare und die Augenbrauen vollständig. Er betete zu Gott, der ihn 
heilte, und ihm wuchsen die Haare wieder 20 . Während sich der Bruder Al- 
bert zusammen mit anderen Brüdern auf einem Heerzug gegen die Feinde 
des Glaubens befand, entfernte er sich von den anderen an dem Tage, an 
dem die Brüder und andere Geistliche gewöhnlich die heilige Kommunion 
des Leibes unseres Herrn Jesus Christus nahmen; beunruhigten Herzens 
und unter Tränen sprach er seufzend: "0 mein Herr Jesus Christus, wenn 
ich nun zu Hause wäre, würde ich nach vielen Gebeten das Abendmahl zu 
mir nehmen ". Sofort nach seinen Worten erschien der Leib des Herrn in 
Gestalt einer Oblate, wie es am Altar ausgeteilt wird, und sie schwebte in 
der Luft nahe, bei seinem Mund. Als er das sah, erschrak er und sprach: 


-....tII..
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Der Deutschordenspriester Peter von Dusburg... 


121 


"Herr Jesus Christus, wenn diese Oblate dein Leib wahrhaftig i.'It. dann soll 
er zu mir kommen". Er öffnete den Mund, [der Leib des Herrn] ging in ihn 
über, und er genoß ihn mit übergroßer Freude z' . 
Manche dieser Ereignisse sind datiert und sollen zu Lebzeiten Peters 
stattgefunden haben. SO Z.B.: Als im Jahre des Herrn 1324 der Zimmermann 
Andreas in der Burg Christburg im Preußenland beim Essen saß, träufelten 
von dem Brot, das er in Bier eingetaucht hatte, Blutstropfen herab, und weil 
seine Tischgenossen meinten, es tropfe aus irgendeiner Wunde, betrachteten 
sie bei ihm eingehend Mund, Gesicht und Hände, fanden jedoch nicht die 
Spur der Verletzung; so gerieten viele über diesen Voifall in Verwunde- 
runi z . 
Das endgültige Ende ist der Tod in der Gnade Gottes, aus den Händen 
der Heiden, vorausgesagt durch wunderbare Ereignisse: Als Bruder Her- 
mann, genannt Saracenus, von der Burg Königsberg mit anderen BrÜdern 
zum Kampf in Kurland ausrücken sollte, erschien ihm die heilige Jungfrau 
Maria und sprach: .. Hermann. ich lade dich zum Mahl meines Sohnes!" 
Daher sagte Bruder Hermann, als er fortritt. zu einigen Brüdern: .. Lebt 
wohl, ihr werdet mich nicht wiedersehen denn die Jungfrau, die Gottesmut- 
ter, hat mich zu den ewigen Freuden geladen!"z3. Der Tod aus den Händen 
der Ungläubigen wurde auch durch die in der Nähe Gottes lebenden Perso- 
nen angekündigt: In Deutschland lebte in einer Klause eine gottergebene 
Frau, eine Schwester des Bruders Konrad von Feuchtwangen, der später 
Hochmeister des Deutschen Ordens wurde; ihr erschien der Herr und zeigte 
ihr das Blutbad in einer Vision. Sie sah nämlich, wie die Brüder und ihre 
Mannschaft mit den Ungläubigen kämpften und fielen und wie ihre Seelen 
von Engeln in den Himmel getragen wurden z4 . Dabei kann der Tod in der 
Gnade Gottes aus eigenem Willen oder von Gott gegeben sein. So z. B.: Ein 
Ritter aus Westfalen namens Stenckel von Bentheim, der in der Predigt eines 
Bisch
fs gehört hatte, daß die Seelen der in Preußen gefallenen Gläubigen 
ohne jegliches Fegfeuer in den Himmel emporfliegen würden. dann gab er 
seinem Streitroß die Sporen, brach nach Ritterart mit eingelegter Lanze 
durch die Scharen der Feinde und tötete die Gottlosen zur Rechten und zur 
Linken und sie fielen durch ihn hier und dort. Als er aber auf dem Rückweg 
bis mitten unter die Feinde gekommen war, wurde er erschlagen [...]. Wäh- 
rend dieser Schlacht, die mit der Niederlage des Ordensheers endete, wurde 
ein Bürger aus Magdeburg namens Hirtzhals gefangen genommen. Zweimal 
warf man das Los und zweimal zeigte es auf ihn, als den, der den Göttern 
geopfert werden sollte. Heinrich Monte begnadete das Opfer zweimal: [...] 
Aber als das Los auch zum dritten Mal wieder auf ihn fiel, wollte er sich 
nicht mehr retten lassen, sondern bot sich freiwillig zum wahren Bekenntnis
>>>
122 


Jaroslaw Wenta 


seines Glaubens Gott als Opfer dar, wurde auf sein Pferd gebunden und 
verbrannt. Merke hier wohl. daß Heinrich und viele andere später unter Eid 
versicherten, sie hätten aus dem Munde dieses Bürgers eine schneeweiße 
Taube emporfliegen sehen. als er, auf seinem Pferd verbrannt, seinen Geist 
aufgab 2 :J . 
Der Text der Chronik des Peter von Dusburg entstand, wie es sich aus 
der oben vorgestellten Analyse ergibt, in der Krisenzeit des Ordenslebens 
und der geistigen Formation der Ritter-Laienbrüder im ersten Viertel des 14. 
Jahrhunderts. Aus dem Text dringt eine authentische Unbefangenheit beim 
Hinweisen auf die möglichen Verbesserungen, eine Ordensreform durch in- 
nere Erbauung der Brüder, das Befolgen der Regel und der Gewohnheiten 
sowie der grundsätzlichen Tugenden, wie der Ordensarmut, der Demut, der 
Gehorsamkeit und der Keuschheit. Den Verbesserungsversuchen des Or- 
densiebens verdanken wir die Art und Weise der Darstellung der Ordens- 
wirklichkeit, die faszinierenden Exempel, die man als ein Programm be- 
trachten kann. 


Anmerkungen 


I Peter von Dusburg, Chronik des Preus.renlandes, übersetzt und erläutert v. K. Scholz 
u. D. Wojtecki (Ausgewählte Quellen zur Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein- 
Gedächtnisausgabe Bd. 25), Darmstadt 1984. 
2 Petri de Dusburg, Chronicon terrae Prussiae, hrsg. v. M. Töppen, Scriptores rerum 
Pru.f.ficarum. Bdo 1 , Leipzig 1861, S. 3-2190 
] Johannes Voigt. Geschichte Preußens. Bd. 2. Königsberg 1828, Beilage II, So 603- 
-626; M. Perlbach, Eine Spur Peters von Dusburg, Altpreußische Monatsschrift, N.F. 9 
(1872), S. 491; Zur Person Peters von Dusburg: Scriptores rerum Prussicarum. Bd. 6, hrsgo 
v. Wo Hubatsch, bearb. v. U. Amold, Frankfurt am Main 1968. S. 35; M. Pollak6wna. 
Kronika Piotra z Dusburga, WrocJaw-Warszawa-Krak6w 1968. S.l59. 165, 203-207; M. 
Perlbach. Preus.ri.rch-polni.rche Studien zur Ge.rchichte de.r Mittelalters, Ho 2, Halle 1886, S. 
88 ff.; G. Labuda, 0 trod/ach "Kroniki pruskiej" Piotra z Dusburga (na marginesie pracy 
Marzeny Pollakowny Kronika Piotra z Dusburga). Komunikaty Mazursko-Warminskie. Jg. 
1971, So 228-229. 
4 Jo Wenta. Dziejupisarstwu w klaszturze cysterskim w Oliwie na tle purownawczym, 
Gdansk-Oliwa 1990, S. 74-78. 
, S. Kwiatkowski. Zakon niemiecki w Pru.fach a umy.rlowosc sredniowieczna. Schola- 
styczne rozumienie prawa natury a etyczna i reliRijna swiadumusc Krzyiak6w du okolu 
1420 roku, Torun 1998. S. 33. 44, 57. 72. 81; ders., Sc:otistische Einflüsse in der Chronik 
von Peter Du,rburg, in: Die Ge.Khicht.f.fchreibung in Mitteleuropa. Projekte und For.rchung.r- 
probleme (Subsidia historiographica I), Torun 1999, S. 135-148. 
6 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 31; Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2), S. 22: ...qui vult venire po.rt me, abneget .remetip,rum et crucem suam tal/at et 
sequatur me, ...
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Der Deutschordenspriester Peter von Dusburg... 0 


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7 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 31; Chronieon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2). S. 22: ...confiteantur domino misericordie ejus et mirabilia ejus filiis hominum, 
quia saciavit an imam inanem et an imam esurientem saciavit boniso Ad intelligendum, quo- 
niam anima, i.e. vita fratrum, quondam inani.v et esuriens, nune sit bonis temporalibus 
saciata. neeesse est ponere aliqua de defeetll preterito et habundaneia presenti. ut sie 
opposita juxta se posita magis e/ueescant. 
I Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 189-190; Chronieon terrae Prussiae 
(wie Anm. 2). S. 90: ...scitote, quod fratres sunt homines sieut et nos; habent laxos et molles 
ventres, sieut nos videtis habere; in armis. cibis. et aliis satis eonveniunt nobiseum. sed in 
hoc differunt a nobis; habent enim unllm opus in eonsuetudine. qllod sine dubio destruet 
no.v. [psi .vinguli.v noetibu.v .vurgunt de .vtratu SilO, et eonveniunt in oratorio, et in die pluries. 
et exhibent reverenciam deo 
'uo, quod nos non facimus. Unde in bello nos sine hesitacione 
aliqua superabunt. Et quia iste vidit fratre.v eomedentes eaules, quibus Prutheni non uteban- 
tllr, eredidit. esse gennina, unde addidit: et ipsi eciam eomedunt gramina, sieut equus et 
mulus; quis posset talibus resistere, qui in solitudine sine labore inveniunt cibum suum? 
v Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 204; Chronieon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2), S. 97: ...hodie reducite ad memoriam venustatem vestium. que vobis per fratres 
sepius 
'unt oblate. et pro ameno ipsarum eolore pennittatis hodie vestem eorporis vestri 
sanguine vulnerllm rubricari. et pro dulcedine medoni.v .veu mellicrati, quem de manu ip- 
sOrllm sepius sllmpsistis, bibite hodie amaritudinem dire mortis in eonfessione vere fidei 
eterne trinitatis. 
!CI Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 200; Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2). S. 95: ...quorum unus jam paratus in equo et armis preconizari jussit. si aliquis 
esset, qui eum invadere auderet pro equo et armis et reverencia virginis sue. Quo audito 
frater Hermannus de virgine slla Maria, elli se serviwrum promisit, eonfisus, aeeesist ad 
ipsllm, et in primo eongressu dejeeit ad terram, el equum et arma pauperiblls erogavit. 
11 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I). S. 200; Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2), S. 95: ...hoc movet me ad turbaeionem, quod dilecti filii mei, fratres tui, de domo 
Theutoniea non referebant quondam i/l collacionibus suis, nisi de filio mev et me et de gestis 
sanctorum; modo non referunt, nisi de faetis regum et principum et seculi vanitate. ita quod 
filius meus et ego et sanctorum vita raro vel nllnqllam recitatur. 
12 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 361; Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2), S. 154: ...aeeidit quadam noete, dUIn adhue in lecto jaeens vigilaret, quod clausis 
januis venerunt quatuor viri portante.v qllatuor candela.v ardentes, aeeusantes eum in multis 
criminibus, et dieebant. quod nisi infra eertum tenninum vitam suam emendaret. sine dubio 
filius esset mortis, et in signum evidens hujus facti posuerunt super eUIn vestem albam, sieut 
solet poni super funera mortuorum. De quo ille miro modo perterritus. venit ad terram 
Prussiae, dueens seeum vestem illam, et facta professione in ordine domus Theutoniee, 
vitam sanetam inehoans feliciter eonsummavito 
I] Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 397-400; Chronicon terrae Prussiae 
(wie Anm. 2), So 168-169. 
14 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 113-115; Chronicon terrae Prussiae 
(wie Anm. 2), S. 58-59. 
" Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. 1), S. 181; Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2). S. 860 
16 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 267-269; Chronieon terrae Prus.viae 
(wie Anm. 2), S. 122.
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124 


Jaroslaw Wenta 


t7 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. 1), S. 427; Chronicon terrae Prus.riae (wie 
Anm. 2), S. 179: oooqui dum facto crucis signo jaceret in stratu suo noctis tempore, et vellet 
dormire, venit dyabolus et momordit eum maxime in pedicam suam. Jste autem de nimia 
lesione dolens clamavit alta voce dicens: quis est, qui me momordit? At ille inquit: ego sum 
dyabolus. Et quare fecisti? Respondir dyabolus: quia cum reponis te ad dormiendum, faeis 
cruces nimis breves. Sequenti autem die cum hujusmodi factum coram fratribus et aliis 
publicaret, quesiverunt ab eo, utrum sie fuis.ret de brevitate crucis. Respondit: vere ita erat; 
sed de cetero cavebo; faeiam enim cruces, que protendent se a planta pedis usque ad 
verticem et ultra. 
18 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. 1), S. 347; Chronicon terrae Prus.riae (wie 
Anmo 2), S.149-150: oo.Alberte, si vis evadere graves tentaeiones, debes devote singulis 
diebus dicere hanc oraeionem: 0 summa caritas, da mihi rectum et sincerum desiderium 
pro te, et pro puritate vite, et purifica conscienciam meam, et libera me a pol/ueionibus. 
Quod dieitur in Theutonico: 0 uberste libe, gib uns rechten jamir nach dir und nach einem 
reinen leben und reinige unse conseiencie und behute uns vor bewölllllzghe. Quam oracio- 
nem dum per tempus aliquod continuasset, legendo cum devoeione, quasi extinctus fuit in eo 
fomes peccati, quod nul/a vehemens temptaeio momordir de cetero mentem ejus. 
19 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. 1), So 351; Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2), S. 151: Ar.rump,rit enim virginem juvenem, que propter eminenciam pulchritudini.r 
sue parem non habuir in vicinis, jacensque cum ea quasi singulis noctibus in stratu suo 
nudus cum nuda per annum et amplius, ut ipsa per sacramentum suum postea affirmabat, et 
integritatis sue signa ostendebant, nunquam ipsam carnaliter cognovit. Ecce mira res et 
stupenda, Samson fortissimus, David sanctissimus, Salomon sapientissimus mulieris victi 
blandiciis ceciderunt: hic sponte c:onsoreium ejus amplectens, vicit, et in virtutum culmine 
est erectus. Numquid ergo forcior Samsone, sanctior Davide, sapieneior Salomone? Si au- 
deam dicere, ,ralva pace ipsorum utique in hoc cam. 
211 Peters von Dusburg Chronik (wie Anmo I), S. 347; Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2), S. 150. 
2 1 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. I), S. 347-349; Chronicon terrae Prussiae 
(wie Anm. 2), S. 150: .ooquod dum idemfrater Albertus cum aliis fratribus esset in exercitu 
contra hostes fidei, eo die, quo fratres er alii religiosi communionem sacram corporis 
domini no.rtri Je.ru Cri.rti .fllmere consueverunt, elongavit .re ab alii.r, et turbato corde cum 
lacrimi
' suspiram' ait: 0 domine Jesu Criste, si nunc e
'sem domi, premissis multis oraeio- 
nibus sumerem corpu.r tuum. Quo dicto statim apparuir corpu.r domini in forma oblate, sicut 
ministratur in altari, pendens in aere non longe ab ore suo. Quod cum vidisset, expavit et 
dixit: domine Jesu Criste, si oblata hec est tuum verum c:orpus, transeat ad me, et aperiens 
os suum, intravit, et cum inestimabili gaudio sumpsit illud. 
22 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. 1), S. 537; Chronicon terrae Prussiae 
(wie Anmo 2), S. 213: Anno domini MCCCXXJJJJ Andreas carpentarius in castro Crist- 
burgk terre Pru.f.fie dum in cena e.rset, de pane, quem tinxerat in cervisiam, gutte 
sanguinis stillabant, quod commensales sui dum de aliquo vulnere crederent emanare, 
eircumspicientes diligenter et os et faeiem et manus ejus, non invenerunt alicujus vesti- 
gium lesionis, unde de hoc facto plures fuerunt admirati. 
2] Peters von Dusburg Chronik (wie Anm. 1), S. 207; Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2), S. 97-98: Frater Hermannus, dictus Sarracenus, dum de castro Kunigsbergk cum 
aliis fratribus ad bel/um Curonie predictum deberet procedere, beata virgo Maria apparens 
ei dixir: Hermanne, ego ad convivium filii mei te invito. Unde idem frater Hermannus, dum
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I 

 


Der Deutschordenspriester Peter von Dusburg... 


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recederet, dixit quihusdamfratribus: Va/ete, amodo me non videbitis, quia virgo dei genitrix 
me ad etema gaudia invitavit. 
24 Peters von Dusburg Chronik (wie Anmo 1), So 297: Chronicon terrae Prussiae (wie 
Anm. 2), S, 98: Fuit in partihu.r A/emanie deo devota mu/ier in quodam inclu.rorio. que fuit 
soror fratris Conradi de Wucgwangen qui postea fuit magi
.ter generalis domus Theutonice, 
cui dominus apparens, ostendit ei han(' stragem in quadam visione. Vidit enim fratres et 
eomm armigeros eum infidelibus bel/are et oecidi. et eomm armigeros eum infidelihus 
bel/are et oecidi. et eorum animas in celum ab angelis deportari. 
2
 Peters von Dusburg Chronik (wie Anm, 1). S. 213,215; Chronieon terrae Prussiae 
(wie Anm. 2). So 100: ...quidam mi/es de We.rtfalia. dietus Stenckel de Bintheym, qui audie- 
rat in quodam sermone episcopi, quod anime fidelium interfectorum in Prussia deberent ad 
celum sine omni purgatorio evolare, hic perurgens dextrarium suum calcaribus, applicata- 
que lancea. more militari pertransiit hostium cuneos, interficiens impio.r a dextris et a 
sinistris. et cadebant ab eo huc et illuc. Sed in reditu, dum venisset ad medium ipsorum, 
o('cisus est. ortumque est inter eos grave bel/um, ex utraque parte pluribus vulneratis leta- 
liter et occisi.r; [...] S. 101: Sed cum tercio mi.rsa sors caderet iterum super eum, noluit 
redimi, sed sponte offerens se in bona confessione hostiam deo. ligatus super equum suum, 
est crematus: Nota hic. quod idem Henricus et plures alii sub iuramento suo postea affirma- 
bant. quod cum idem burgensis in equo eremalUs emitteret .rpiritum. viderunt ex ore ipsius 
columbam albi.r,rimam evolantem.
>>>
--AI
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ORDINES MILlTARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Krzysztof Kwiatkowski (TorUI1) 


Die Selbstdarstellung des Deutschen Ordens in der Chronik 
Wigands von Marburg 


Die Chronik Wigands von Marburg, die vor allem den Verlauf der Kriege 
des Deutschen Ordens gegen die heidnischen litauischen Stämme schildert, 
wurde zwar recht oft durch die Forschung zur Ordensgeschichte im Balti- 
kum ausgewertet, allerdings nicht als Zeugnis der Identität ihres Autors und 
des Ordens genutzt. Eine darauf orientierte Analyse wurde bislang nur - vor 
mehreren Jahren - von Slawomir Zonenberg durchgeführt'. 
Mit den Entstehungsumständen der Chronik, die gegen Ende des 14. 
Jahrhunderts in Preußen von einem Herold des Hochmeisters geschrieben 
wurde, hängt unter anderem die Frage zusammen, ob dieses Werk als eine 
Form der Selbstdarstellung des Deutschen Ordens in Preußen betrachtet werden 
darr. Eine so orientierte Analyse kann zweifellos einerseits die Umstände 
der Textentstehung, die Gattungsform und Rezeption in einem anderen Lichte 
zeigen, andererseits wirft sie das Problem der individuellen und kollektiven 
Identität des Autors auP. 
Die vorliegenden Überlegungen möchte ich mit der Vorstellung des Autors 
beginnen. Wigand von Marburg war höchstwahrscheinlich ein steirischer 
Ministeriale\ auch wenn nicht ausgeschlossen ist, dass er aus dem hessi- 
schen Marburg stammt s . Er kam um 1390 nach Preußen und wurde im 
darauffolgenden Jahr Herold des Hochmeisters Konrad von Wallenrode 6 . 
Innerhalb dessen Amtszeit schrieb Wigand sein Werk1, wobei er die Arbeit 
daran 1394 abschloss. In den Jahren 1392-1394 nahm er vermutlich an den 
Kriegshandlungen im preußisch-litauischen Kriegsgebiet teil, was sich in 
den letzten Partien der Chronik niederschlägt, wo die besagten militärischen 
Aktionen beschrieben werden 8 . 
Der Text wurde in gereimter Form 9 in mittelhochdeutscher Sprache ver- 
fasst, die offenbar die Muttersprache des Autors war. Vom ursprünglichen 
Text sind allein 12 Fragmente erhalten geblieben lO . Die Gesamtheit des Tex- 
tes ist nur indirekt zugänglich, und zwar in Form der 70 Jahre später entstan-
>>>
128 


Krzysztof K wiatkowski 


denen lateinischen Übersetzung von Konrad Gesselen, einem aus dem Nor- 
den des Reichs stammenden Geistlichen der Thorner Johanneskirche " . Die- 
se zweifelsohne bedeutsame Tatsache übt einen erheblichen Eintluss auf die 
Forschung zum ursprünglichen Schriftdenkmal aus. 
Eine ungeklärte Frage bleibt, ob der Autor dem Orden angehörte l2 . Es 
scheint, dass die Funktion, die der steirische Ministeriale auszuüben hatte, 
durch ihren spezifischen Charakter seine Beziehungen zum Orden unabhän- 
gig von der fonnalen Bindung an die Strukturen der Korporation bestimmte. 
Als Herold eines Ritters musste Wigand dessen Interessen nach außen ver- 
treten, was schon eine gewisse Teilnahme am Alltagsleben der Deutschor- 
denskorporation voraussetzte l3 . Auf eine enge Bindung Wigands an den Orden 
könnte die Tatsache seines langjährigen Dienstes als Hochmeisterherold hin- 
weisen. Noch eine Erwähnung zu 1409 scheint seiner Person zu gelten, er 
dürfte also im Dienst von drei aufeinander folgenden Hochmeistern gestan- 
den haben. Selbstverständlich ist eine solche Annahme nur dann berechtigt, 
wenn man die ritterliche Lebensweise und Kultur berücksichtigt, die im 
Westen Europas herrschten und die im 14. Jahrhundert auch in Ostmitteleu- 
ropa Einzug hielten l4 . Wenn es sich mit der Situation Wigands in Preußen 
tatsächlich so verhielt, ist die Vermutung, sein Werk sei eine Fonn der 
Selbstdarstellung des Deutschen Ordens, durchaus begründet. In der gegen- 
wärtigen Etappe der Forschungen zu Wigands Chronik kann freilich kein 
starkes Argument zur Bekräftigung dieser Hypothese vorgelegt werden. Das 
wichtigste Problem ist die Entscheidung, inwieweit die Ordensritter in Preu- 
ßen die ritterlichen Grundsätze verwirklichten und sich mit diesen identifi- 
zierten, wie auch mit der ritterlichen Moral und dem entsprechenden Ethos, 
wie sie in Westeuropa bekannt waren lS . Die Frage ist insofern berechtigt, als 
der Deutsche Orden in erster Linie eine konventartige Organisation darstell- 
te, was den Charakter des Alltagslebens der Ordensritter und in der Folge 
die Möglichkeit, sich die ritterlichen Sitten und den ihr angemessenen Le- 
bensstil anzueignen, erheblich beeintlusste l6 . 
Es gibt allerdings noch eine recht stark erscheinende Prämisse, die für 
die These spricht, Wigands Text sei eine Form der Selbstdarstellung des 
Deutschen Ordens in Preußen. Es handelt sich nämlich um gewisse inhaltli- 
che Stränge der Chronik, die nahelegen, dass der Autor sich stark an die 
Organisation gebunden fühlte, die er in seinem Werk präsentierte. In die 
Geschichte der Kämpfe des Ordens gegen die litauischen Heiden schaltete 
der Herold Erinnerungen und kommemorative Fonneln zu Ehren verstorbe- 
ner Hochmeister ein - von Karl von Trier zu Konrad von Wallenrode -, die 
von allerlei Lobsprüchen auf deren Tätigkeit begleitet sindl7. Sie sind mehr 
oder weniger ausgebaut und auf verschiedene Art und Weise in den Inhalt
>>>
Die Selbstdarstellung des Deutschen Ordens... 


129 


integriert, heben sich allerdings immer vom Rest des Textes abIs. Dies gilt 
insbesondere für die ausführliche Erwähnung Winrichs von Kniprode, der 
lange Zeit, bis ins 15. Jahrhundert, in der Erinnerung des Ordens als einer 
der größten und ehrwürdigsten Hochmeister lebendig blieb l9 und der von 
Wigand als validum paganorum supplantatorem bezeichnet wurde, der zu 
Lebzeiten terras Lithwanorum in longum et latum vastavit, diversis bellis 
perturbavit 21' . Man ersieht daraus, dass Wigand an der Wirklichkeit des Or- 
dens in Preußen bereits dadurch einen Anteil hatte, indem er sich der we- 
sentlichen Inhalte der Mission und der historischen Tradition bewusst 
war, wie sie im Orden gepflegt und überliefert wurden. Indem er diese 
Inhalte in sein Werk aufnahm, wurde Wigand selbst zum Vermittler der 
Erinnerung an die hervorragenden Leistungen der Ordensritter, was ihn ihrer 
Gemeinschaft wesentlich nahebringen musste, auch wenn er dieser formal 
nicht angehörte. Der Autor war sich seiner Handlung bewusst, da er diese 
stilistischen Kunstgriffe mehrmals wiederholte, was wiederum auf seine enge 
Verbindung mit der Korporation hinzuweisen scheine'. 
Eine ähnliche Schlussfolgerung legt auch die Art und Weise nahe, wie 
die verschiedenen Episoden der Kämpfe im preußisch-litauisch-samogiti- 
schen Grenzgebiet dargestellt werden. Mehl1l1als flicht Wigand bei der Be- 
schreibung der großen Feldzüge gegen Litauen eine theologische Kompo- 
nente ein 22 . Er weist auf den Orden als eine Organisation hin, deren Hauptziel 
der Kampf gegen die Heiden sei, wobei Gott in jenem Ringen den Ordens- 
rittern immer beistehe 23 . Es sei die göttliche Vorsehung, die den Sieg über 
die Heiden davontragen lässt, für den sich die Ordensritter nach ausgetrage- 
nem Kampf in FOI1l1 einer Laudatio bedanken 24 , wofür die Belagerung von 
Kaunas im Jahre 1362 ein Beispiel abgeben kann: Nach der Einnahme der 
Burg trat das gesamte Heer ad missam, quam celebravit dominus Bartolo- 
meus, episcopus Sambiensis, et fit sermo ad populum et hortatur ad laudem 
divinam, cantantes more solito illius festi in magna letitia. Indulgentie quo- 
que ordinis sunt pronunciate et communicantur. suscipientes ab episcopo 
benedictionemJ.j. 
Die Analyse eines der originalen, erhalten gebliebenen Fragmente von 
Wigands Werk, das in der Edition der Scriptores re rum Prussicarum als 
Fragment VIII bezeichnet ise 6 , zeigt noch einen interessanten Aspekt des 
besprochenen Problems. Bei der Schilderung der Kämpfe bei Kaunas 27 hat 
der Autor ein Gespräch zwischen Hochmeister Winrich von Kniprode und 
dem litauischen Fürsten Kestutis in die Erzählung eingebettet. Es ist ein 
eigenartiger Austausch von Ansichten, mehr noch, von Weltanschauungen 
und Modi der Wirklichkeitswahrnehmung. Die emotionale Färbung, die in 
den Aussagen des Hochmeisters spürbar ist, und die Darstellungsform der
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130 


Krzysztof Kwiatkowski 


Äußerungen von Kestutis weisen auf die volle ideelle Solidarität des Autors 
mit dem ersteren der Kontrahenten hin. Gewiss: Bei einer Konfrontation der 
Christenheit mit dem Heidentum, wie das Gespräch zwischen Winrich und 
Kestutis zu sehen ist, konnte ein Ritter aus Westeuropa nichts Anderes tun, 
als die Partei des Hochmeisters zu ergreifen. Dennoch bildet die Konstruk- 
tion der besprochenen Szene zweifelsohne eine weitere Bekräftigung für die 
These, in der Chronik eine Selbstdarstellung des Deutschen Ordens zu se- 
hen. Gleichwohl lassen sich in Wigands Werk auch solche Elemente ausma- 
chen, die eine Identifizierung des Autors mit den Gästen des Ordens nahele- 
gen, die nach Preußen gekommen sind, um ihre geistigen, materiellen und 
militärischen Bedürfnisse zu befriedigen, oder einfach um der Abenteuerlust 
nachzugehen 28 . Wigand muss sich seiner Herkunft deutlich bewusst gewe- 
sen sein, die ihn auf die gleiche Ebene mit den westeuropäischen Rittern 
stellte. die an die untere Memel kamen. Diese Tatsache fand ihre Widerspie- 
gelung in der Chronik. Die Darstellung der Ritterschaft aus den westlichen 
Ländern bildet hier nämlich ein unentbehrliches Element in der Beschrei- 
bung der meisten litauischen Feldzüge. 
Im Lichte des soeben Gesagten scheint es, dass Wigand sich in Preußen 
in einer eigentümlichen Situation befand. Einerseits war er Vertreter des 
westeuropäischen Rittertums, andererseits wurde er als Herold Konrads von 
Wallenrode in das Alltagsleben der Ordensmitglieder eingebunden. Wir ha- 
ben es hier also mit einer Situation zu tun, wo zwei verschiedene Wirklich- 
keiten ineinander greifen, eine Situation, die in der menschlichen Psyche 
immer spezifische Reaktionen hervorruft 29 . Außerdem beteiligte sich Wigand 
an Ordensfeldzügen gegen Litauen, sicherlich an allen, die unter der Füh- 
rung des Hochmeisters Konrad von Wallenrode unternommen wurden, mög- 
licherweise auch an den späteren, zumindest bis 1394 3 °. Die unmittelbaren 
Erfahrungen des Autors müssen auch die Darstellungsweise der Ereignisse 
in der Chronik beeinflusst haben. 
Die Darstellung der Ordensbrüder mit dem Hochmeister an der Spitze 
als Entscheidungs- und Führungsfaktor aller militärischen Aktionen gegen 
Litauen, die in der Chronik ebenfalls sehr deutlich ist 31 , lädt zur weiteren 
Reflexion über die ausdifferenzierte Selbstidentifizierung des Autors ein. 
Die Erinnerung an die Vergangenheit außerhalb des Ordens, ferner der An- 
teil am Alltagsleben der monastischen Korporation in Preußen, schließlich 
die aktive Teilnahme an den militärischen Aktionen in Litauen - all diese 
Faktoren prägen die Art und Weise, wie der Deutsche Orden in Wigands 
Werk dargestellt wird. 
Die Tatsache, dass häufig Gastritter beschrieben werden 32 , scheint dar- 
auf hinzuweisen, dass es im Bewusstsein des Autors eine Art ideeller Bin-
>>>
1 1 


Die Selbstdarstellung des Deutschen Ordens... 


131 


dung gab, das Gefühl der Zugehörigkeit zum Stand der ritterlichen Krieger 
und - im Kontext der Kämpfe gegen die Heiden im Baltikum - zur christia- 
nitas überhaupt 33 . Dies mag den Autor zum Teil zur Anwendung literarisch- 
stilistischer Kunstgriffe während der Arbeit am Text bewogen haben, wo- 
durch die Frage der Ordensdarstellung in der Chronik in einem neuen 
Forschungskontext zu platzieren wäre, und zwar dem der Fonnen und Ziele 
der Stilisierung der dargestellten Welt in einem literarischen Werk 34 . 
Ich habe einen der interessanten Aspekte der Forschung zu Wigands 
Überlieferung kurz besprochen, eine vertiefte Reflexion über dieses Schrift- 
denkmal legt freilich einen immer umfangreicheren Fragenkatalog frei. Die 
wesentlichste Frage bleibt ohne Zweifel, zu welchem Zweck die Chronik 
geschrieben wurde 3s . Eine hier als gut anwendbar erscheinende Methode ist 
die literarische Analyse des Textes und die Bestimmung der literarischen 
Form von Wigands Werk. Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass dem 
Historiker heutzutage lediglich eine spätere lateinische Übersetzung des deut- 
schen Textes zur Verfügung steht, sind die Möglichkeiten, dieses Forschungs- 
postulat zu realisieren, ebenfalls beschränkt. Es wird daher für die künftige 
Chronik-Forschung notwendig sein, mehr oder weniger breit angelegte ver- 
gleichende Untersuchungen durchzuführen. Das Vergleichsmaterial sollte 
hauptsächlich aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammen, das 
Hauptkriterium der Wahl sollte die literarische Form, nicht die geographi- 
sche Provenienz der Überlieferung sein 36 . 
Die von mir an einer anderen Stelle vorgenommen einführenden inhalt- 
lichen Analysen von Wigands Werk können nahelegen, dass die Chronik 
den Charakter eines Ritterepos mit einem reichen Repertoire von narrativen 
Fonnen hatte und dass deren Hauptziel in der literarischen Stilisierung des 
Deutschen Ordens zu einer ritterlichen Organisation westlichen Typs be- 
stand, was die Ritter aus dem Westen dazu anregen sollte, nach Preußen zu 
kommen und dort gegen die Heiden zu kämpfen 37 . Auf eine solche Funktion 
des Textes hat schon S. Zonen berg hingewiesen 3R , allerdings tat er dies 
inkonsequent, indem er auch die These aufstellte, Wigands Werk sei ein 
Ausdruck der vollkommenen Verweltlichung des Ordens am Ende des 14. 
Jahrhunderts. 39 . Es scheint dagegen, dass man grundsätzlich zwischen zwei 
Arten intendierter Wirkung des Textes unterscheiden muss: Entweder sollte 
er eine propagandistische Aufgabe gegenüber den Rittern aus dem Westen 
erfüllen, in diesem Falle würde sein Charakter {Stilisierung des Ordens zu 
einer so und nicht anders beschaffenen Organisation es unmöglich machen, 
an Hand des Textes etwas Näheres über die Realität des ausgehenden 14. 
Jahrhunderts auszusagen, ohne dass man dessen literarische Fonn berück- 
sichtigt. Oder das Werk war zu anderen Zwecken bestimmt, nämlich für den
>>>
132 


Krzysztof K wiatkowski 


internen Ordensgebrauch 4l' , und enthielt demzufolge keine derartige literari- 
sche Stilisierung. Ein solcher, offenbar mit Absicht angewandter Kunstgriff 
hätte ansonsten das Wirklichkeitsbild, dem eine mindestens mehrere Jahre 
währende direkte Perzeption der Ordensorganisation in Preußen zugrunde 
lag, einigermaßen entstellen müssen. Das Problem muss vorläufig ungelöst 
bleiben. Vielleicht müsste die hier vorgelegte Behauptung, die Chronik des 
Marburger Herolds sei als Selbstdarstellung des Deutschen Ordens zu be- 
trachten, inhaltlich ergänzt werden, dann sollte man von Wigands Werk als 
von einer Autopräsentation sprechen, die allerdings gezielt "künstlerisch 
bereichert" wurde. Diese Bereicherung hätte im Text eine wesentliche Funk- 
tion erfüllt - die einer Aufwertung der dargestellten Welt. Im Licht der 
soeben vorgestellten These sollte man erneut über die oft ausgesprochene 
Meinung nachdenken, derzufolge das Werk des Marburger Herolds ein Zeugnis 
der fortschreitenden Verweltlichung des Deutschen Ordens wäre 41 . Dies ist 
aber eine andere Frage. 
Die Analyse des besprochenen Schriftdenkmals, eines interessanten Bei- 
spiels spätmittelalterlichen Schrifttums zu ritterlichen Themen, und zwar in 
deren geistlicher Variante, bleibt damit weiterhin offen. Der Reichtum der 
im vorliegenden Text signalisierten Probleme macht deutlich, dass dafür 
noch längere Untersuchungen erforderlich sein werden. 


Anmerkungen 


I S. Zonenberg, Kronika Wiganda z Marburga. Bydgoszcz 1994. Zu den von Zonen- 
berg ausgewerteten Arbeiten wären die folgenden hinzuzufügen: H. Thoma, Ein neues Bruch- 
stück aU.r der Reimchronik Wigand.r \Ion Marburg, Zeitschrift für deutsches Altertum 74 
(1937), S. 56-59; H. Boockmann, Die Geschichtsschreibung des Deutschen Ordens. Gat- 
tungsfragen und "Gebrauchssituation ", in: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusst- 
sein im späten Mittelalter, hrsgo v. H. Patze, (Vorträge und Forschungen XXXI), Sigmarin- 
gen 1987. S. 447-469; M. Fischer. uDi Himels Rote". The [dea ofChristian Chivafry in the 
Chronides of the Teutonic Order (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 525), Göppingen 
1991: insbesondere S. 223-231; J. Wenta, Studien über die Ordensgeschichtsschreibllng am 
Beispiel Preußens, Toruii 2000, wo der heutige Wissensstand zu Wigand kompakt referiert 
wirdo 
2 Untersuchungen zur preußischen Geschichtsschreibung zur Zeit der Deutschordens- 
herrschaft. die die erhalten gebliebenen Schriftdenkmäler von diesem Gesichtspunkt aus 
betrachten, sind eigentlich noch nicht vorgenommen worden. Zum Bild des Ordens als Staat 
oder Territorialherrscher, das in narrativen Quellen preußischer Provenienz kreiert wurde, 
vgI. J. Wippermann, Der Ordensstaat als Ideologie. Das Bild des Deutschen Ordens in der 
deutschen Geschichtsschreibung und Publizistik (Einzel veröffentlichungen der Historischen 
Kommission zu Berlin 24), Berlin 1979. S. 28-740 
3 Zu diesem Thema vgI. auch Anm. 27. 


-...a..
>>>
Die Selbstdarstellung des Deutschen Ordensou 


133 


4 Zur Person des Chronisten vgl. u.a.: C. A. Lückerath, Wigand von Marburg, in: 
Lexikon des Mittelalters, Stuttgart-Weimar 1999, Bd. IX. Sp. 94; L. Wolff. Wigand von 
Marburg, in: Die Deutsc.'he Literatur des Mittelalter. Verfasserlexicon. hrsg. Vo K. Ruh, Bd. 
4, Berlin 1953. Sp. 964-968; wie auch die sehr kurze Notiz in Deutsches Literatur-Lexikon. 
Biographisc/les und bibliographisches Handbuch. hrsgo v. W. Kosch. Bd. IV. Bern 1958, So 
3371. Siehe ferner den älteren Artikel von K. Lohmeyer, WigclIId von Marburg, in: Allge- 
meine Deut,fche Biographie 20. 1884, S. 293-294. Die Zugehörigkeit zum steirischen Mini- 
sterialadel stellt selbstverständlich Wigands Ritterstand nicht in Abrede, da der Dienst- 
neben dem Wappenadel den hauptsächlichen. wenn nicht den wichtigsten Teil der Ritter- 
schaft im Reichsgebiet im Hoch- wie Spätmittelalter bildete; vgl. P. Kluckhohn. Die ritter- 
liche Kultur in Deutschland. in: Da.f Mittelalter in Einzeldar.ftellungen. hrsg. v. O. Brunner. 
Leipzig- Wien 1930. S. 140-152. hier: S. 141; und die neueren Arbeiten: J. M. von Winter, 
Rittertum. Ideal und Wirklichkeit. München 1969. S. 9-13; K. Bosl. Leitbilder und Wertvor- 
.ftellungen de.f Adel.f von der Merowingerzeit bis :.ur Höhe der feudalen Gesell.fChaft. in: The 
Epic in Medieval Society. Aesthetic and Moral Values, ed. H. Scholl er. Tübingen 1977, S. 
18-36, hier: S. 33-35. 
5 Diese Frage wurde ausführlich von S. Zonenberg behandelt: Pochodzenie kronikarza 
Wiganda z Marburga. Zapiski Historyczne 59 (1994), H. I, S. 97-103. 
fi Die Ausübung dieser Funktion hatte bestimmte Konsequenzen, die auch bei der 
Werkanalyse mitberücksichtigt werden können; vgl. etwa die Frage der Quellen der Chro- 
nik, Wigands Teilnahme an litauischen Feldzügen usw. Zum Charakter des Heroldsamts vgl. 
E. von Berschem. Die Herolde und ihre Beziehungen zum Wappen wesen (Beiträge zur 
Geschichte der Heraldik 3), 1939. S. 217-220; Dictionary of Medieval Knighthood and 
Chivalry. People, Places und Events, ed. B. B. Broughton. New York - London 1988. S. 
347 f. 
1 Freilich schätzt T. Hirsch, Die Chronik Wigands von Marburg. Einleitung. in: Scrip- 
tores rerum Prussicarum (weiterhin zit. als SRP), Bd, 11. Leipzig 1863, S. 451, die Entste- 
hungszeit der Chronik auf 3-4 Jahre. also mindestens seit 1390/1391. Konrad von Wallen- 
rode amtierte dagegen vom 12. März 1391 bis zum 250 Juli 1393 als Hochmeister; B. 
Jähnig. Wykuz urzfdow. Dostojnicy zukonu krzyiackiego w Prusach. in: Paristwo zakonu 
krzyiackiego w Prusach. Podzialy administracyjne i koscielne w Xlll-XVI wieku, hrsg. v. Z. 
H. Nowak. R. Czaja. Torun 2000. S. 101. 
8 Die Chronik Wigands von Marburg (weiterhin zit. als Wigand). SRP 11. S. 644-662 
(c. 151.-C. 164.). Der Autor der Chronik schildert insgesamt 16 Feldzüge (für den Zeit- 
raum vom Januar 1392 bis zum Oktober 1394); vgl. W. Paravicini. Die Preussenreisen des 
europäischen Adels (Beihefte der Francia 17, T. I), Sigmaringen 1989, Tl. 2, Sigmaringen 
1995, S. 37 f. Die chronologische Struktur der lateinischen Übersetzung weist zahlreiche 
Störungen auf, allerdings kommen sie praktisch nur in früheren Textpartien vor. 
9 Zu Reimchroniken im Hoch- und Spätmittelalter vgl. u. a.: So Lafaire, Spätmittelalter- 
liche Reimchronistik in Deul.fchland lind Italien: volksprachliche Ver,fliteratllr zwi.fchen 
poetischer Geschichtskonstruktion und juristischer Herrschaftslegitimation (unter besonde- 
rer Berücksichtigung von fünf Beispieltexten aus der Zeit von 1280-1400), Frankfurt/Main 
1995; dort auch ein ausführliches Literaturverzeichnis: S. 249-289. 
10 Fragmente des ursprünglichen Texts veröffentlichte zum ersten Mal K. A. Barack. 
Bruchstücke aus Wigand von Marburg Reimchronik, Germania 12 (1867). S. 194-205; 
dieselben Fragmente in: Zwei Fragmente der Reimchronik Wigands von Marburg, hrsg. v. T. 
Hirsch, SRP IV. Leipzig 1870. S. 1-8 (eigentlich handelt es sich hier um drei Fragmente)
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134 


Krzysztof K wiatkowski 


wo die Textstücke zu den Jahren 1345-1347, 1348 und 1352 enthalten sind; ferner: Ein 
Fragment der Reimchronik Wigands von Marburg. hrsg. v. E. Maschke. SRP VI. Frankfurt! 
Main 1968, So 44--49, mit der Beschreibung des Burgbaus zu Baierburg im Jahre 1337 und 
der Schilderung der litauischen Feldzüge in den Jahren 1343 und 13440 Der Text der latei- 
nischen Übersetzung wurde zum ersten Mal veröffentlicht als Kronika Wiganda z Marburga 
rycerzo i kaplana zakonu krzyiackiego na wezwanie Dlugosza z rymowanej kroniki niemiec- 
kiej na jfzyk laciriski przetlomaczona, hrsg. v. E. Raczynski, J. Voigt. Poznan 1842; eine 
weitere Edition in Scriptores rerum Prussicarum (wie Anmo 8), S. 428-662, (Text: So 453- 
-662). Darüber hinaus ist vor Kurzem eine litauische Edition erschienen: Vygandas Marbur- 
gietis, Navjoji prüsijos kronika, red. K. Gudmantas, Vilnius 1999. Von dem ursprünglichen 
Text sind 331 Verse (und 72 Versbruchstücke) von der Gesamtzahl von ca. 16500-17000. 
wie Wolff. Wigand, behauptete (wie Anmo 4), Sp. 964; oder sogar 25000, den Autoren des 
Deutschen Literatur-Lexikons (wie Anm. 4), So 3371. zufolge; die erhalten gebliebenen 
Teile stellen also knapp 2% des ursprünglichen Textes daro 
IJ Konrad Gesselen wurde um 1400 in Geismar geboren. Zu der Person des lateinischen 
Übersetzers vgl.: M. Perlbach, Der Übersetzer de.r Wigands von Marburg, Altpreussische 
Monatsschrift 32 (1895). S. 411-424; Wolff. Wigand (wie Anm. 4), Sp. 967; Z. H. Nowak, 
Zwiqzki Prus z uniwersytetami w Roztoce i Grxfii, Zapiski Historyczne 33 (1968), H. 4, So 
19-22; U. Arnold. Gesselen Konrad, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasser- 
lexikon. hrsgo Vo K. Ruh. Bd. 3. Berlin-New York 1981. Sp. 20-22; sowie letztens So 
Zonenberg, Kronika (wie Anmo 1), S. 19-26. 
11 Ausführlicher dazu vgl. U. Arnold, Studien zur preußischen Historiographie des 16. 
Jahrhunderts, Bonn 1967. So 19 f; Zonenberg. Kronika (wie Anm. 1). S. 70, Die meisten 
Forscher sind der Meinung, Wigand sei außerhalb der formellen Ordensstruktur geblieben; 
anders S. Zonenberg, und letztens auch Wippermann. Der Ordensstaat (wie Anm. 2), So 48. 
13 Berschem. Die Herolde (wie Anm. 6). S. 217-220. Es ist jedoch anzumerken. dass 
die Rolle des Herolds im Dienste eines Ritters. der zugleich Ordensbruder war, sich von 
einer ähnlichen Stellung ,m Umkreis eines weltlichen Kriegers eingermaßen unterscheiden 
konnte. Andererseits darf man nicht vergessen. dass Wigand. falls er außerhalb der formalen 
Ordensstruktur blieb. keinen vollen Anteil, ja möglicherweise gar keinen Anteil an dem in 
Preußen bestehenden Deutschordensethos gehabt haben kann. vgl. S. Kwiatkowski, Powsta- 
nie i rozw6j krzyiackiej koncepcji przyw6dztIVa religijnego w Pru,fach, in: Zakon Krzyiacki 
a spoleczeiistwo paristwa w Prusach, hrsg. v. Z. Ho Nowak. Roczniki Towarzystwa Nauko- 
wego w Toruniu, 86 (1995), H. 3, S. 137-148; hier: So 139 f. 
14 Vgl. u.ao: S. Iwanczak. Tropem rycerskiej przygody. Warszawa 1980; D. Piwowar- 
czyk, Obyczaj rycerski w Polsc.'e p6inoJredniowiec..znej (X/V-XV wiek), Warszawa 1998; 
J. Wiesiolowski, Romans rycerski w kulturze spoleczeiistwa p6inosredniowiecznej Pol.rki. 
in: Literatura i kultura w Polsce p6inego sredniowiecza. hrsg. v. T. Michalowska. Warsza- 
wa 1993, S. 141-151. 
15 Die bisherigen Mutmaßungen zu diesem Thema waren sehr ausdifferenzien und 
reichten von denjenigen. die die Ordensritter zum Inbegriff aller ritterlichen Tugenden und 
Ideale erhoben. zu solchen. die die Ritterlichkeit der Deutschordensbrüder in Abrede steil- 
ten, wobei die letztere Tendenz nicht etwa in der Behauptung bestand, der geistliche Cha- 
rakter der Korporation hätte die Abwesenheit der ritterlichen Ideen verursacht; vielmehr 
wurde die Meinung venreten, dass die Ordensritter mit Absicht gegen die ritterliche Sitte 
verstießen; vgl. zR H. Lowmianski, Agresja Zakonu Krzyiackiego na Litwf w w. Xl/-XV, 
Przeglqd Historyczny 45 (1954), Nro 2-3. S. 338-371. Außerdem ein neuerer, in anderem
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Die Selbstdarstellung des Deutschen Ordens... 


135 


Ton gehaltener Beitrag von M. Dygo, Mnich i rycerz. IdeologicVle modele postaw w zako- 
nie krzyiackim w Prusach w XIV-XV wieku. Zapiski Historyczne 55 (l990), Ho 4. S. 7-19. 
16 J. Fleckenstein, Die Rechtfertigung der geistlichen Ritterorden nach der Schr!" "De 
laude novae militiae" Bernhard.f von Clairvaux, in: Die geistlichen Ritterorden Europas, 
hrsg. v. ders., M. Hellmann (Vorträge und Forschungen XXVI), Sigmaringen 1980, S. 9- 
-22: Mo Murray, Miles-Ritter-Chevalier. Zum Verständnis und Selbstverständnis des Rit- 
tertums in Mittel- und Westeuropa um 1200, Berlin 1999, S. 47-51. In Bezug auf den 
Deutschen Orden vgl. K. G6rski, 0 iyciu wewnftrznym zakonu krzyiackiego, in: ders., 
Studia i materiafy z dziejow duchowofci, Warszawa 1980, S. 194 f; Jo Samowsky, Identität 
und Selbstgefühl der gei.ftlichen Ritterorden. in: Ständische lind religiöse ldentitäten in 
Mittelalter und früher Neuzeit, hrsg. v. S. Kwiatkowski, Jo MalJek. Toruii 1998, S. 109- 
-130, hier: S. 126-127; Wo Polak. Aprobata i spor. Zakon krzyiacki jako instytucja koiciel- 
na w dzielach Jana Dlugosza, Lublin 1999, So 13. 
17 Wigand (wie Anmo 8), SS. 459 (Karl von Trier), 476 (Werner von Orseln), 487 
(Luther von Braunschweig), 499 (Dietrich von Altenburg). 506 (Ludolf König). 515 (Hein- 
rich Dusemer), 616 (Winrich von Kniprode), 637 (Konrad Zöllner von Rotenstein), 651 
(Konrad von Wallenrode). 
18 Zu der Memoria in Ordensgemeinschaften vgl. O. G. Oexle. Die Gegenwart der 
Toten. in: Death in the Middle Age.f. ed. H. Braet, W. Verbecke (Medievalia Lovaniensia, 
Series I, Studia 9). 19 (l983). S. 19-77; ders.. Memoria und Memorialüberlieferung im 
friihen Mittelalter, Frühmittelalterliche Studien 10 (1976), S. 70-95; ferner eine Sammlung 
von Beiträgen und Studien Memoria. Der geschichtliche Zeugniswert des liturgischen Ge- 
denkens im Mittelalter, hrsgo v. K. Schmid. J. Wollasch (Münstersehe Mittelalter Schriften 
48), München 1984; J. Wenta. Kronika Piotra z Dusburga. Szkic irOdloznawczy, Toruii 
2001. S. 84-89, 98-101. Darüber hinaus: ders., Pelpliriska modlitwa za dusze wielkich 
mi,ftr:.ow zakonu krzyiackiego, in: Cyster.fi w .fpoleczeri.ftwie Europy !rodkowej, Poznaii 
2000, S. 205-2190 
I¥ Die ältere Hochmeisterchronik. hrsg. v. M. Töppen, SRP 111, S. 599: B. Schumacher, 
Geschichte Ost- und Westpreußens, Würzburg 1977, S. 108; H. Gersdorf, Der Deutsche 
Orden im Zeitalter der polnisch-litauischen Union. Die Amtszeit des Hochmeisters Konrad 
Zöllner von Rottenstein (/382-1390) (Wissenschaftliche Beiträge zur Geschichte und Lan- 
deskunde Ost- und Mitteleuropas 29). Marburg 1958, S. 212-214; W. Ziesemer, Gei.ftiges 
Leben im Deutschen Orden, in: Deutsche Staatenbildung und deutsche Kultur im Preußen- 
lande. hrsgo von P. Blunk. Königsberg 1931, S. 114; E. Maschke. Quellen und Darstellun- 
gen in der Geschichtsschreibung des Preußenlandes, in: Deutsche Staatenbildung, So 23; 
ders., Die inneren Wandlungen des Deuts("hen Ritterordens, in: derso, Domus hospitalis 
Theulonicorum. Europäische Verbindungslinien der Deutschordensgeschichte. Gesammelte 
Aufsätze aus den Jahren 1931-1963 (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen 
Ordens 10), Bonn-Bad Godesberg, 1970. S. 47; W. Wippermann, Der Ordensstaat (wie 
Anm. 2), S. 52 f. 
20 Wigand (wie Anmo 8), S. 615. 
21 Die Präsenz kommemorativer Formeln in Wigands Text, der ansonsten die Form 
eines Ritterepos annimmt, mag etwas überraschend wirken. Das Problem wartet noch auf 
nähere Erklärung. Diese Tatsache korrespondiert allerdings mit der allgemeinen Bestrebung, 
der Ordensvorsteher in liturgischer und weltlicher Form ständig zu gedenken, wozu auch 
das Fest des 15. Juli (dedicacio capelle sanctae Annae) dienen sollte, an dem man der 
verstorbenen Hochmeister gedachte; J. Wenta, Kronika (wie Anm. 18), S. 101. 


I
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Krzysztof Kwiatkowski 


22 Wigand (wie Anm. 8), SS. 514, 585,620. 
23 Ebd.. SS. 512. 537-538. 546. 583, 588, 616. 
24 VgI. die ausführlichste Beschreibung von 1362; Wigand (wie Anm. 8), S. 531-538. 
Die Frage der liturgischen Gestaltung jener Rituale. deren theologischer Inhalt außer Zwei- 
fel steht. ist an und für sich unerforscht. sie sollte indes in Verbindung mit den liturgischen 
und rituellen Formen betrachtet werden, die eng mit der Kreuzzugsidee zusammenhängen; 
vgl. P. Rousset, Histoire d'une ideologie: la croisade, Lausanne 1983; A. Dupront, Guerre 
sainte et chretiente. in: ders., Du sacrt!: croisades et pelerinageso Images et lanugages. 
[0.0.] 1984, So 264-287. 
25 Wigand (wie Anm. 8), S. 537. 
26 Ebd., S. 534-536. 
27 Vgl. zu diesem Thema: A. Ku
inskas, K
stutis Iietuvil{ tautos gvnt!jas. Marijampoleje 
1938, S. 65-74; der das Gespräch zwischen Hochmeister und Kestutis für historische Wahr- 
heit hält. Ähnlich, aber hundert Jahre früher J. Voigt, Geschichte Preußens von den ältesten 
Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens. Bd. V. Königsberg 1834. 
S. 156 f; der konstatiert, dass das Gespräch letzten Endes erfolglos blieb. Vielleicht sollte 
man diese Erzählsequenz in Wigands Text wie eine in zeitgenössischer Geschichtsschrei- 
bung übliche Schlachtrede betrachten. die die Führer der streitenden Truppen vor dem 
Kampf zu halten pflegten; vgl. J. R. E. Bliese. Rhetoric and Morale: A Study of Battle 
Oration.r from the Central Middle Age.r, Journal of Medieval Histol)' 15 (1989). S. 201- 
226. dort auch eine ausführliche Besprechung der einschlägigen Literatur. 
28 Vgl. Paravicini. Die Preussenreisen (wie Anm. 8), Tl. I, S. 289-304. 
29 Zur - als psychisches Phänomen betrachteten - Selbstidentifizierung des menschli- 
chen Individullms vgl. E. Werlen, Sprache. Kommunikationskultur und Mentalitäto Zur so- 
zio- und kantaktlingui.rti.rchen Theoriebildung und Methodologie (Reihe Germanistische Lin- 
guistik 194), Tübingen 1998. S. 84 f. 88-90; dort auch ein umfangreiches Verzeichnis 
soziologischer Literatur. Auf die individuelle Identität haben personale Faktoren wie Cha- 
rakter, Temperament. Intelligenz Einfluss, aber auch Elemente, die für die Selbstidentifizie- 
rung der Gruppe charakteristisch sind. der das bestimmte Individuum angehört: Zu diesen 
letzteren zählt insbesondere die Sprache, außerdem die Religion. 
)(, Vielleicht als Herold Konrads von Jungingeno 
31 Wigand (wie Anm. 8). passim; insbesondere S. 585 f. 
32 Ebd.. passim; u.a. S. 479, 510, 514, 523. 531. 540. 544, 549, 551, 558, 566, 571. 574, 576, 
586.595.600.607.614.622.628.633,639.645.647.648.649. 650.651.652.653. 654. 
33 Das Problem wurde in Bezug auf die wichtigsten Orden von K. Elm besprochen. GII 
orclini mililllrio Un ceto di vita rcligiosa fra universalismo e particolarismo, in: Militia 
sacra. Gli ordini militari tra Europa e Terra.fanta, ed. E. Coli, M. De Marco, F. Tommasi, 
Perugia 1994. S. 9-28; Paravicini. Die Preussenreisen (wie Anm. 8). Tl. I, S. 21-25. In der 
polnischen Geschichtsschreibung wurde diese Frage im Kontext der Forschung zu den Quellen 
von Jan Dlugosz' Wissen über den Deutschen Orden von Wo Polak erörtert. Aprobata (wie 
Anm. 16), S. 9. 15; vgl. früher A. F. Grabski. Polska w opiniach Europy Zachodniej XIV- 
XV w., Warszawa 1968; sowie M. Biskup, G. Labuda. Dzieje Zakonu Krzyiackiego w Pru- 
sach. Gmpodarka-Spoleczenstwo-Pan.rtwo-lcIeologia, Gdansk 1986. Natürlich war das 
Vorkommen eines solchen Bewusstseins unter den Ordensmitgliedern größtenteils durch 
das Niveau des geistigen Lebens der Korporation bedingt; vgl. Sarnowsky. Identität (wie 
Anm. 16), S. 110, 112-114; wo der Autor behauptet, die preußische Wirklichkeit sei durch 
die Ordensmitglieder noch in den 20er Jahren des 15. Jahrhunderts in den Kategorien eines 


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Die Selbstdarstellung des Deutschen Ordens... 


137 


Kreuzzugs wahrgenommen worden. Das Problem der Spiritualität wurde behandelt u.a. von 
H.-D. Kahl, Zur kulturellen Stellung der Deutschordensritter in Preußen (Ordines Militares 
Colloquia Torunensia Historica (weiterhin zit. als OMCTH), Bd, IV, hrsg. v. Z. H. Nowak), 
Tonn1 1985, S. 37-58; ders., Die Spiritualität als Problem. Ein methodologischer Essay, 
OMCTH VII, hrsg. v. Zo H. Nowak, Torun 1993, S. 271-295 sowie K. Elm, Die Spiritua- 
lität der geistlichen Ritterorden des Mittelalters. Forschungsstand und Forschungsproble- 
me, OMCTH VII, S. 7-44. Beide Autoren haben die Notwendigkeit einer separaten Betrach- 
tung der Laienbrüder und der Ordenspriester hervorgehoben, deren Wirklichkeitsbewusstsein 
und Anteil an der geistigen Kultur des Christentums nicht gleich. ja nicht einmal gruppen- 
intern einheitlich waren; Kahl, Die Spiritualität (wie oben), S. 277 f; Elm, Die Spiritualität 
(wie oben). S. 8. 
]4 Vgl. Uo a.: D. Breuer. Einführung in die pragmatische Texttheorie. München 1974; 
J. M. Lotman, Struktrtra tekstu artystycznego, übers. von A. Tanalska, Warszawa 1984; 
T. Dobrzynska, Tekst. Proba syntezy. Warszawa 1993; K. Liman. Poetyka lacinskich kronik 
sredniowiecznych, Filomata 403 (1991), S. 223-236. 
35 Von früheren diesbezüglichen Arbeiten vgl. Hirsch, Die Chronik (wie Anm. 7), 
S. 445 ff; L. Wolff, Wigand (wie Anm. 4), Sp. 965-967; Boockmann, Die Geschichtsschrei- 
bung (wie Anm. I). S. 84 f; Zonenberg, Kronika (wie Anm. 1). S. 75 ff. 
36 Von potenziell in Betracht kommenden Quellenstoffen wären hier die folgenden 
Reimchroniken zu nennen: Di Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin, hrsg. v. 
E. Strehlke, SRP I, S. 298-302; Handschriftenbruchstücke der Chronik Jeroschins, hrsg. v. 
E. Maschke, SRP VI, S. 36-43; die Chronik Peter Suchenwirts, deren auf Preußen bezoge- 
nen Fragmente als: Aus Peter Suchenwirte, Heinrich dem Teichner und anderen deutschen 
Dichtern von E. Strehlke herausgegeben wurden. SRP 11, S. 155-178 (davon die Suchen- 
wirt-Fragmente: S. 155-169); Livlandische Reimchronik, hrsg. v. L. Meyer, Paderborn 1876; 
das Werk Biterolfs, hrsg. VO O. Jänicke. Deut,fche.f Heldenbuch. Bd. I. Berlin 1866. S. 1- 
197; vielleicht sogar auch: Zwei Fragmente einer kurzen Reimchronik von Preußen, hrsg. 
v. E. Strehlke, SRP 11, S. 1-8. 
]1 In diesem Kontext müsste man auch die zeitgenössische Rezeption des Textes in 
Preußen betrachten. Diese Frage bleibt weiterhin unerforscht. am wahrscheinlichsten scheint 
jedoch die Annahme, die Chronik sei am Tisch. während der Konventversammlungen mündlich 
vorgetragen worden, vor allem wohl bei gemeinsamen Feierlichkeiten, an denen auch Gäste 
aus Westeuropa teilnahmen; das beste Beispiel für diese Art von Veranstaltung ist der sog. 
Ehrentisch (table d'honneur. men.m honoris); vgl. Paravicini, Die Preussenreisen (wie Anm. 
8), TI. I. S. 316--334; derso, Die Preussenreisen des europäischen Adels, Historische Zeit- 
schrift 232 (1981), S. 25-38; ders., Heraldis£'he Quellen zur Geschichte der Preußenreisen 
im 14. Jahrhundert, OMCTH IV, hrsg. v. Z. H. Nowak. Torun 1987, S. 111-129; T. 
Jurkowlaniec, Europejskie znaczenie wypraw do Prus, Komunikaty Mazursko-Warminskie, 
1992, Ne. 1 (195), S. 68. Außer Frage steht jedoch die Anpassung von Inhalt und Form der 
Präsentation an die Ziele und konkreten Bedürfnisse der Korporation, was aus einem ande- 
ren Anlass von Wippermann. Der Ordens,ftaat (wie Anm. 2), S. 38. erwähnt wurde. Aus- 
führlicher zu dieser Problematik vgl. F. Graus, Funktionen der spätmittelalterlichen Ge- 
schidltsschreibung, in: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im späten Mittelalter, 
hrsg. v. H. Patze. Sigmaringen 1987, S. li-55; Wenta. Kronika (wie Anm. 18). So 58, 103; 
wobei der erstere Autor insbesondere den milieubedingten Umständen der Textentstehung 
Beachtung schenkt.
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138 


Krzysztof Kwiatkowski 


31 Zonen berg, Pochodzenie (wie Anm. 5), S. 107: "Die Chronik kann auch eine Art 
«Werbung» gewesen sein, um die neuen Kandidaten anzulocken [00']"; ders.. Kronika (wie 
Anm. I). S. 77. 
39 Ders., Kronika (wie Anm. I), S. 17-18. 
0() So auch Zonenberg. Kronika (wie Anmo I), So 760 VgI. Anm. 370 
41 Vgl. uoa. Biskup, Labuda, Dzieje (wie Anm. 33). S. 435.
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ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Hubert Houben (Lecce) 


Eine Quelle zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens im 14. 
Jahrhundert: 
der Codex Vat. Ottobon. lat. 528 


Die zum Schutz der christlichen Niederlassungen in Palästina im 12. 
Jahrhundert gegründeten geistlichen Ritterorden hatten zwei Jahrhunderte 
nach ihrer Entstehung ein verstärktes Bedürfnis ihre Existenz zu rechtferti- 
gen. Nach dem Verlust Akkons 1291, des letzten christlichen Stützpunkts 
im Heiligen Land, nahm die Kritik an den Ritterorden zu, und die Aufue- 
bung des Templerordens 1312 durch Papst Clemens V. musste als ein Alarm- 
signal für die anderen Ritterorden gelten. Es war wohl kaum ein Zufall, dass 
gerade 1311 der Erzbischof Friedrich von Riga (1304-1341) beim Papst 
schwere Vorwürfe gegen den Deutschen Orden erhob, die zu einem Prozess 
führteni. Auch wenn die Anklagen des Erzbischofs, der den größten Teil 
seiner Amtszeit an der päpstlichen Kurie in A vignon verbrachte 2 , nicht den 
Von ihm gewünschten Erfolg hatten, so wurde doch deutlich, und die recht- 
lichen Auseinandersetzungen mit Polen im Jahre 1320 sollten dies bestäti- 
gen, dass für den Deutschen Orden das Wohlwollen der Päpste von grundle- 
gender Bedeutung war. 
In diesen Zusammenhang gehört eine dem Papst 1335 überreichte Ab- 
handlung, in der mithilfe theologischer Argumente die religiöse Komponen- 
te des Deutschen Ordens betont wird. Dieses von einem Ordensbruder na- 
mens Ulrich verfasste Werk hat sich im Codex Vaticanus Ottobonianus 
latinus 528 erhalten. Es ist noch unediert und hat bisher nur gelegentlich die 
Aufmerksamkeit der Forschung gefunden. 
Der einzige, der sich näher mit ihm befasst hat, war Kurt Forstreuter. Er 
erwähnte zunächst 1961 in seiner Geschichte der Generalprokuratoren des 
Deutschen Ordens an der Kurie die Schrift, auf die ihn Anneliese Maier 
hingewiesen hatte, und die seines Erachtens von einem "literarischen Helfer 
des Generalprokurators" verfasst worden war. Drei Jahre später veröffent- 
lichte Forstreuter dann einen Aufsatz mit dem Titel "Ein Traktat des Deut-
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140 


Hubert Houben 


schen Ordens aus dem 14. Jahrhundert", in dem er "nur auf den historischen 
Quellenwert und die zeitgeschichtliche Tendenz" eingeht, während er für 
eine "Untersuchung des theologischen Gehalts dieser Schrift, in Zusammen- 
hang mit anderen theologischen Schriften jener Zeit" auf eine zu erwartende 
Arbeit von Anneliese Maier verwies, die leider nicht verwirklicht wurde 3 . 
Forstreuter gab zunächst eine Übersicht über den Inhalt des Werks und 
versuchte seine Entstehungszeit zu bestimmen sowie den Verfasser zu iden- 
tifizieren. Der im Vorwort angesprochene Papst Benedikt. dem die Schrift 
überreicht wurde, konnte nur Benedikt XII. (1334-1342) sein, wie aus den 
in ihr enthaltenen Anklagen gegen den Erzbischof von Riga sowie aus der 
Tatsache hervorgeht, dass der Templerorden als nicht mehr bestehend be- 
zeichnet wird. Da dem Papst im Vorwort zum Antritt seines Amtes Glück 
gewünscht wird, schien es Forstreuter wahrscheinlich, dass das Werk zu 
Beginn des Pontifikats Benedikts XIIo (Wahl 20. Dezember 1334, Krönung 
9. Januar 1335), also Anfang 1335, verfasst und überreicht wurde 4 . 
Den Autor der Schrift, "frater Uolricus", identifizierte Forstreuter mit 
dem Deutschordenspfarrer Ulrich von Gumpoldskirchen, da dieser seines 
Erachtens der einzige bekannte Ulrich war, dem man es zutrauen konnte, 
"eine so gelehrte Schrift" abgefasst zu habens. 
Bei dieser Identifizierung ging Forstreuter von der Annahme aus, das 
Werk sei in Österreich entstanden. Zu dieser Annahme kam er durch eine im 
15. Jahrhundert angefertigte und im Deutschordenszentralarchiv in Wien 
erhaltene deutsche Übersetzung des Textes (heute Codex 787, früher 101), 
dessen Vorlage "anscheinend in Österreich" vorhanden gewesen sei, wie aus 
gewissen "Eigenheiten des Dialekts" hervorgehe 6 . Es sei darüber hinaus 
möglich, dass der Verfasser der im Ottobonianus latinus 528 erhaltenen 
Abhandlung mit dem Autor einer anderen theologischen Schrift ("Quatuor 
libri de beata visione deitatis") identisch sei, die 1333 Papst Johannes XXII. 
gewidmet wurde und im Vaticanus latinus 4005 erhalten ist. Für die Identi- 
tät der Autoren dieser beiden Werke sprechen nach Forstreuter zwei Indizi- 
en: Beide Codices stammen aus der päpstlichen Bibliothek in A vignon, und 
die "Initialen und Zahlen" im Vaticanus latinus 4005 sind möglicherweise 
von "dem gleichen Schreiber wie die Initialen und Zahlen der Handschrift 
des Deutschordensbruders Ulrich"7. Da sich der Verfasser des Vaticanus 
latinus 4005 als entschiedener Gegner Kaiser Ludwigs des Bayern erweise, 
müsse es sich um einen Anhänger des Gegenkönigs Friedrichs des Schönen 
von Österreich handeln, also wohl um einen aus Österreich stammenden 
Deutschordensbruder. Forstreuter wies darauf hin, dass "noch im einzelnen 
zu untersuchen" bleibe, ob "auch in den Gedankengängen und im Stil der 
bei den Handschriften Ähnlichkeiten" bestünden 8 . Im zweiten Teil seines
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Eine Quelle zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens... 141 


Aufsatzes befasste sich Forstreuter dann mit der im Ottobonianus latinus 
528 überlieferten Version der sog. Narratio de primordiis ordinis Theutoni- 
ci, die er im Anhang edierte 9 . 
In den folgenden Jahren wurde die Schrift des Deutschordensbruders 
Ulrich nur gelegentlich und eher beiläufig erwähnt. So 1967 von Forstreuter 
in seiner Monographie über den Deutschen Orden im Mittelmeerraum, in 
der er darauf hinwies, dass die Identifikation des Autors mit dem Pfarrer 
Ulrich von Gumpoldskirchen "noch eingehender Begriindung" bedürfe llJ . Auch 
die Frage der Identität der Verfasser des Ottobonianus latinus 528 und des 
Vaticanus latinus 4005 wurde nicht mehr näher erörtert I I . 
Auf der dritten Tagung über die Ordines militares 1985 in Thorn, die 
quellenkundlichen Problemen und Forschungsmethoden gewidmet war und 
deren Akten 1987 erschienen, wies Marian Biskup auf die Bedeutung des 
Ottobonianus hin: Er könne dazu dienen, die Ideologie und Mentalität der 
Mitglieder des Deutschen Ordens im 14. Jahrhundert besser zu verstehen 12. 
In den folgenden Jahren fand sich aber niemand, der bereit gewesen wäre, 
sich näher mit Ulrichs Werk zu befassen. 
Bevor wir nun auf den Inhalt von Ulrichs Schrift eingehen, muss zu- 
nächst die Frage nach der Identität des Verfassers erörtert werden. Forstreu- 
ters Argumente für eine Herkunft des Autors aus Österreich sind nicht über- 
zeugend. Die Tatsache, dass sich im Deutschordenszentralarchiv in Wien 
eine deutsche Übersetzung des 15. Jahrhunderts erhalten hat, bedeutet nicht, 
dass damals in Wien ein Exemplar von Ulrichs Werk vorhanden gewesen 
sein muss. Die Handschrift mit der deutschen Übersetzung braucht nicht aus 
Österreich zu stammen, sondern kann auch mit dem Archiv des Deutschmei- 
sters von Mergentheim oder von anderswo nach Wien gekommen sein 13. 
Schon Forstreuter bemerkte, dass zahlreiche der von Ulrich in seine Schrift 
eingefügten Papsturkunden, die alle allgemeinen Charakters sind, an den 
Meister und die Brüder des Deutschen Ordens in Alamania gerichtet sind. 
und dass die Orte, die als Autbewahrungsorte dieser Urkunden genannt 
werden, allesamt im Reich lagen '4 . 
Von diesen Orten liegt keiner in Österreich. Vielmehr steht Mergent- 
heim mit 16 Nennungen an der Spitze, und stark vertreten sind vor allem 
Ordenshäuser aus dem Rheinland 's . Dies könnte darauf hindeuten, dass UI- 
rich sein Werk in Westdeutschland verfasste, sei es in Mergentheim oder in 
einem rheinischen Ordenshaus l6 , oder dass er ein von dort stammendes Pri- 
vilegienbuch benutzte 17 . 
Schwierig zu beantworten ist die Frage, ob der Ordensbruder Ulrich, der 
die im Ottobonianus 528 überlieferte Schrift verfasste, identisch ist mit dem 
Bruder Ulrich, der die theologische Abhandlung des Vaticanus 4005 schrieb.
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142 


Hubert Houben 


Letzterer gibt sich nicht als Mitglied des Deutschen Ordens zu erkennen '8 , 
doch die zeitliche Nähe, die Tatsache, dass die Initialen und Zahlen der 
Seitentitel (im Unterschied zu den Texten der bei den Codices) eindeutig von 
derselben Hand eines wohl in A vignon arbeitenden professionellen Rubrika- 
tors sind 19 , sowie die ähnliche theologisch-philosophische Argumentations- 
weise und Mentalität lassen eine Identifizierung als möglich erscheinen. In 
beiden Werken nehmen Bibelexegese und allegorische Deutung breiten Raum 
ein. Wenn der Autor des Vaticanus latinus 4005 erklärt, er benutze bewusst 
eine jormam simplicem et rudem ac rusticanam und habe sich hier wie in 
seinen anderen Schriften bemüht, nicht nach Art der Philosophen und gewis- 
ser Zeitgenossen ("non phylosoforum nec quorundam modernorum") zu schrei- 
ben, sondern unter Heranziehung der Heiligen Schrift und alter Traktate und 
Kirchenlehrer 20 , so ist dies eine Geisteshaltung, die auch auf den Verfasser 
des Ottobonianus latinus 528 zutrifft. 
Die Schriften, die in den beiden Werken zitiert werden, sind unterschied- 
lich: Im Ottobonianus ist es so gut wie ausschließlich die Heilige Schrift, im 
Vaticanus sind es neben der Bibel zahlreiche Kirchenväter und andere Auto- 
ren, wie Beda Venerabilis, Bernhard von Clairvaux, Hugo von St. Viktor 
und Thomas von Aquin 21 . Dies kann an der unterschiedlichen Thematik der 
beiden Werke liegen: Im Ottobonianus geht es um die religiöse Begrtindung 
des Deutschen Ordens, im Vaticanus dagegen um ein kompliziertes theolo- 
gisches Problem, nämlich ob, wie Johannes XXII. 1331/1332 behauptet hat- 
te, die Seelen der Heiligen und der von allen Sünden Gereinigten Gottes 
Wesenheit nicht sofortjaeie adjaeiem schauten, sondern erst nach der Auf- 
erstehung und dem Gericht, und ob die animae separatae bis dahin nur in 
der Betrachtung der Menschheit Christi selig seien 22 . 
Es bleibt festzuhalten, dass es zwar möglich, aber nicht sicher ist, dass der 
Deutschordensbruder Ulrich, der das im Ottobonianus 528 überlieferte Werk 
verfasste, auch der Autor des Vaticanus latinus 4005 ist. Sollte dies jedoch der 
Fall sein, und diese Möglichkeit ist durchaus erwägenswert, so hätten wir es mit 
einem Vertreter des Deutschen Ordens zu tun, der Schriften verfasste, die darauf 
ausgerichtet waren, das Wohlwollen Papst Johannes' XXII. zu erlangen: zu- 
nächst im Kampf gegen Ludwig den Bayern - der Autor des Vaticanus 4005 
verweist in der Vorrede darauf, dass er in den vergangenen 16 Jahren drei aus 
insgesamt 25 /ibri bestehende Bände contra Pauwaricam impietatem geschrie- 
ben habe 23 - und dann im damals in ganz Europa diskutierten Problem der visio 
beatijica, das dem Papst besonders am Herzen lag. 
Wie dem auch sei: Ob nun beide Ulriche ein und dieselbe Person sind 
oder nicht, der Ottobonianus 528 verdient als Zeugnis des Selbstverständnis- 
ses des Deutschen Ordens im 14. Jahrhundert unsere Aufmerksamkeit.
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Eine Quelle zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens... 143 


Beginnen wir mit dem an Papst Benedikt XII. gerichteten Vorwort, das 
bisher nur auszugsweise ediert worden ist 24 und das, was bisher nicht be- 
merkt wurde, von einer anderen Hand stammt als der Text des Traktats und 
auf einem unregelmäßigen Quintemio geschrieben ist, der dem ansonsten 
aus regelmäßigen Sexternionen bestehenden Codex vorgebunden wurde. In 
diesem Vorwort gratuliert Ulrich zunächst dem Heiligen Vater zum Pontifi- 
katsantritt und bittet ihn dann, den Deutschen Orden (sacram domum theo- 
tonieam religionem devotam) gegen dessen Feinde in Schutz zu nehmen 2s . 
Den Aufbau seines dem Papst als "geistliche Speise" (eibus .'piritualis) 
überreichten Werkes erklärt Ulrich so: Im ersten Buch zeige er, dass der 
Deutsche Orden aufgrund seiner Regel dem irdischen Paradies vergleichbar 
sei; im zweiten Buch dass der Orden durch seine Statuten und Gewohnhei- 
ten dem in der Johannes-Apokalypse beschriebenen geistlichen Jerusalem 
gleich sei; im dritten Buch dass er wegen seiner von den Päpsten erhaltenen 
Privilegien als geistliche Arche Noahs betrachtet werden könne 26 . 
Weiter heisst es dann, er, Ulrich, kämpfe mit diesen Büchern gegen 
einen gottlosen Feind des Deutschen Ordens (huius pie domus theotuniee 
impium inimieum) , womit der Erzbischof von Riga gemeint ist. Der Papst 
wird nämlich gebeten, dafür zu sorgen, dass dieser nicht den Untergang des 
Ordens herbeiführe, sondern in Liebe zu ihm entflammt werde und erkenne 
wieviel Gutes die Ordensbrüder täten. Der Heilige Vater solle die Gläubigen 
im Kampf gegen die Ungläubigen bestärken, die gottlosen Anmaßungen der 
Ungläubigen zügeln und den Hirtengeist des Erzbischofs von Riga zur Liebe 
zum Orden bringen: Et omnium fidelium animos contra infideles armando 
confortare ae infidelium nephandissimas presumptiones refrenare et pasto- 
ralem mentem Rigensis arehiepiseopi ad eius amorem inclinare 27 . 
Im ersten Buch (fol. 6r-l13v) versucht der Autor mit weit ausholenden 
theologischen Argumentationen nachzuweisen, dass der Deutsche Orden 
aufgrund seiner Regel als eine Art irdisches Paradies betrachtet werden müsse. 
Wie das Paradies von Gott geschaffen sei, so sei auch der Deutsche Orden 
ein Werk Gottes. In diesem Zusammenhang polemisiert Ulrich gegen Leute 
und Ordensbrüder, die den Orden als eine nur seit einiger Zeit bestehende 
Institution betrachten (tantum in tempo re cepisse credunt), während er doch 
wie das Paradies seit der Schöpfung existiere {plantata a principio)28. 
Ein Beispiel für Ulrichs Art zu argumentieren: Der Evangelist Johannes 
schreibt: Alles wurde durch Gott geschaffen. Also ist auch dieser heilige 
Orden ein Werk Gottes. Er bestand also seit jeher. Von Gott ad observanci- 
am et eustodieneiam vite ewangeliee geschaffen, ist er unantastbar {inmuta- 
bilis)29. Hinter einer solchen Argumentation könnte die Angst stehen, ein 
ähnliches Schicksal wie der Templerorden zu erleiden, dessen Aufhebung
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144 


Hubert Houben 


erst wenige Jahre zurücklag, oder die Befürchtung die nach dem Fall von 
Akkon von päpstlicher Seite von Zeit zu Zeit aufkommenden Fusionspläne 
der geistlichen Ritterorden könnten Wirklichkeit werden. 
In einem gewissen Gegensatz zur ausführlichen Darlegung der Existenz 
des Ordens von Beginn der Schöpfung an steht, dass der Autor im weiteren 
Verlauf des ersten Buchs den Bericht über die Gründung des Ordens im 
Jahre 1190 in Akkon, die sog. Narratio de primordii.f wiedergibt (fol. 8v- 
_9V)3U. Nachdem er zunächst über die schlechten Schöpfungen dieser Welt 
(De malis plantacionibus huius seeuli) gehandelt hat (fol. 6v-7v), schreibt 
er dann De bonis plantacionibus seu causis religiones plantantium (Über die 
guten Schöpfungen und die Ursachen für die Gründungen von Orden), wo- 
mit er den Leser auf die dann folgende Gründungsgeschichte des Deutschen 
Ordens hinführt, die den Titel De origine seu plantacione sacre domus theu- 
tonice trägt. Der Deutsche Orden, der als fromme Gemeinschaft und heilige 
Kongregation (pia societos et soneta eongregacio) bezeichnet wird, sei eine 
himmlische und keine irdische Schöpfung (plantacio celestis non terrestris). 
Von vornehmen Personen sei er im Gebiet der Ungläubigen zur Zeit des 
Kampfes gegen diese (in loeo infidelium tempore impugnaeionis infidelium) 
gegründet worden zur Tröstung der Kranken und Armen sowie zur Verteidi- 
gung der Kirche und zum Kampf gegen die Ungläubigen 31 . In diesem Zu- 
sammenhang ist auch vom Martyrium im Heidenkampf die Rede 32 . 
Eine gewisse apologetische Tendenz der Schrift zeigt sich, wenn unter- 
strichen wird, dass der Deutsche Orden keine Kreation des Teufels sein 
könne: Ergo hane sanetam religionem devotam domum theutonieam non 
potuit plantare mundus neque dyabolus sed solus Deus, a quo eciam planta- 
tus fuit primo paradysus. Es seien vielmehr gute und gläubige Männer ge- 
wesen, die diese religiöse Gemeinschaft gegründet hätten: Viri boni et fide- 
le.f hone devotam societatem primo plantaverunt 33 . Und dann folgt der Bericht 
über die Gründung des Deutschen Ordens vor Akkon. 
Im Anschluss daran unterstreicht der Autor nochmals, dass es sich beim 
Deutschen Orden um keine irdische, sondern eine fast himmlische, engelhafte 
und göttliche Gründung handele, die von Anbeginn an gegen die Welt und 
gegen den Teufel gegründet worden sei 34 . Er verweist ferner darauf, dass dieser 
Orden nicht eum seandalo, sondern mit der frommen Gunst und Hilfe zweier 
anderer Orden, nämlich der Johanniter und der Templer entstanden sei3
. Die 
Verbindung des geistlichen und weltlichen Elements in diesem Orden zum Kampf 
gegen die Ungläubigen sei von der göttlichen Vorsehung gewollt: Volebat divi- 
na providencia eum sua clemencia suam ecclesiam eum spiritualibus novis et 
quadris lapidibus murare, quando contra infideles eandem religionem eum du- 
plicibus annis spiritualibus et corporalibus studuit plantare 36 .
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Eine Quelle zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens... 145 


Im weiteren Verlauf der ersten Buchs wird dann unter ausführlicher 
Kommentierung der einzelnen Punkte der Regel des Deutschen Ordens des- 
sen geistlicher Charakter unterstrichen. 
Wie Ulrich im ersten Buch auf mehr als 200 Seiten sich bemüht nach- 
zuweisen, dass der Deutsche Orden aufgrund seiner Regel mit dem irdischen 
Paradies vergleichbar sei, so strengt er sich im zweiten Buch (fol. 114r- 
-20Ir) auf über 170 Seiten an, mithilfe einer ausführlichen Kommentierung 
der Gewohnheiten und Statuten zu zeigen, dass er auch dem himmlischen 
Jerusalem ähnlich sep7. Obwohl auch hier vor allem der geistliche Charakter 
des Ordens betont wird 38 , fehlt es nicht an Hinweisen auf den Kampf gegen 
die Ungläubigen. So liest man z. B. im Prolog zum zweiten Buch: Recte sub 
nomine lerusalem hec sacra domus theutonica designatur, quia contra infi- 
deles continue pugnans veram pacem sancte ecclesie defendere et protegere 
ac sic pacem veram et etemam in celis cemere conatur3 9 . Aber der Orden 
kämpft nicht nur gegen die sichtbaren, sondern auch gegen die unsichtbaren 
Feinde, gegen Dämonen, Laster und Sünden4(). Es fehlen jedoch Hinweise 
oder Anspielungen auf konkrete historische Ereignisse. 
Ebenso wie in den beiden ersten Büchern ist auch im dritten Buch (fol. 
201v-319r) der Schrift Ulrichs immer wieder die Rede vom hO,itis antiquus, 
dem Teufel, der dem Orden Schaden zufügen will. In diesem Zusammen- 
hang wird ausdrücklich auf die Konflikte des Ordens mit den Bischöfen 
eingegangen, die dessen Privilegien einschränken wollen. Erzbischöfe, Bi- 
schöfe und andere Prälaten, die dem Orden feindlich gegenüber stehen, sind 
für Ulrich vom Teufel angestiftete Übeltäter (archiepiscopi et episcopi et 
alii ecclesia rum prelati raptores et violatores ac malefactores)41. Und an 
einer anderen Stelle werden die Prälaten im gleichen Atemzug mit Dämonen 
und gottlosen Menschen genannt (demones et prelati et homines impiit 2 . Es 
werden aber nie Namen oder konkrete Umstände genannt. Lediglich im 
nach der Vollendung des Werks für die Überreichung an Benedikt XII. 
geschriebenen Vorwort wird ausdrücklich der Erzbischof von Riga ange- 
sprochen. 
Forstreuter nahm an, das Werk Ulrichs sei "in Eile" für den Amtsantritt 
Papst Benedikts Xll. geschrieben worden, um an der Kurie in A vignon den 
Gegnern des Ordens, namentlich dem Erzbischof von Riga entgegenzutre- 
ten 43 . Er übersah aber, dass es im Text des Traktats zwei Hinweise darauf 
gibt, dass das Werk ursprünglich nicht für den Papst bestimmt, sondern zur 
Vorlesung in Ordenskonventen konzipiert war. Zu Beginn von Buch I heisst 
es nämlich dilectissimi fratres und am Anfang von Buch n fratres karissi- 
mi 44 , womit nur Ordensbrüder gemeint sein können.
>>>
146 


Hubert Houben 


Diese Feststellung wirft eine Reihe von Fragen auf, die noch der Beant- 
wortung harren: Wurde das Werk geschrieben, um, zumindest teilweise, in 
den Ordenskonventen vorgetragen zu werden? In den "Gesetzen" des Deut- 
schen Ordens war vorgesehen, dass die Regel und die Gewohnheiten mehr- 
mals im Jahr vorgelesen und wahrscheinlich auch erläutert wurden 4s . Es 
stellt sich ferner die Frage, ob der lateinische Text, wie er uns im Ottoboni- 
anus latinus 528 überliefert ist, so vorgetragen werden sollte - in diesem 
Falle müsste man an Konvente mit lateinkundigen Ordenspriestern denken - 
oder ob er für auf deutsch zu haltende Tischlesungen in 'normalen' Ordens- 
konventen als Vorlage dienen sollte, in denen die lateinunkundigen Brüder 
in der Mehrheit waren. Für eine solche "Tischlesung" wurde wohl auch die 
heute in Wien aufbewahrte deutsche Übersetzung aus dem 15. Jahrhundert 
verfasst. Die Tatsache, dass sich nur je eine lateinische und eine deutsche 
Handschrift von Ulrichs Werk erhalten haben, scheint auf eine geringe Ver- 
breitung hinzuweisen. 
Da nur das für Papst Benedikt XII. bestimmte Vorwort des Werkes auf 
circa 1335 datiert werden kann, darf man annehmen, dass die erste nicht 
erhaltene Fassung, von welcher der Text im Ottobonianus latinus 528 abge- 
schrieben wurde, bereits einige Jahre vorher verfasst worden war. Da die 
Auseinandersetzungen mit dem Erzbischof von Riga nur im Vorwort ange- 
sprochen werden, während in den drei Büchern des Werkes der religiöse 
Charakter des Deutschen Ordens ohne irgendeine Erwähnung konkreter hi- 
storischer Ereignisse des 13. oder 14. Jahrhunderts hervorgehoben wird, ist 
zu erwägen, ob der Generalprokurator des Ordens an der Kurie, anders als 
Forstreuter annahm, nur das Vorwort anregte, während der Auftrag zur Ver- 
fassung des ganzen Werkes auch von jemand anders gekommen sein könnte. 
Man könnte an den Hochmeister Luther von Braunschweig (133 1-1335) 
denken; bemühte sich dieser doch um eine religiöse Erneuerung des Ordens 
nach der Krise, die mit der von einem Ordensbruder begangenen Ermordung 
des Hochmeisters Werner von Orselen am 18. November 1330 ihren Höhe- 
punkt gefunden hatte. Bekanntlich war Luther von Braunschweig der Auf- 
traggeber von Werken wie der 'Daniel' -Paraphrase, Thilo von Kulms "Von 
siben ingesigelen" sowie der deutschen Übersetzung der Chronik Peters von 
Dusburg durch Nikolaus von Jeroschin 46 . 
Versuchen wir nun zum Abschluss Ulrichs Traktat in das Selbstver- 
ständnis bzw. Selbstbild des Deutschen Ordens im 14. Jahrhundert einzuord- 
nen. Als Vergleich bietet sich die zeitgenössische, um 1326 entstandene 
Chronik des Preussenlands des Peter von Dusburg an, obwohl es sich um 
zwei grundlegend verschieden konzipierte Werke handelt: Ulrich schrieb 
eine theologisch argumentierende Schrift zur Hervorhebung des religiösen
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Eine Quelle zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens... 147 


Charakters des Deutschen Ordens; Peter von Dusburg verfasste eine für die 
Mitglieder des Ordens bestimmte Geschichte, in der den Zeitgenossen die 
glorreiche Vergangenheit des Ordens als Richtschnur für die Gegenwart 
vorgehalten wird, in der aber, wie Jürgen Sarnowsky unterstrichen hat, auch 
Elemente einer "theologisch-historischen Rechtfertigung für die Aktivitäten 
der geistlichen Ritterorden im allgemeinen" nicht fehlen 47 . Eine gewisse 
Ähnlichkeit zu Ulrichs Argumentation enthalten insbesondere Peters Aus- 
führungen über die "fleischlichen und geistlichen Waffen"48. Beide Autoren 
sind dem im Deutschen Orden in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhun- 
derts noch dominierenden Weltbild der devotio antiqua mit dem ewigen 
Kampf zwischen den Kräften Gottes und des Teufels verhaftet, wie Stefan 
Kwiatkowski es unlängst herausgearbeitet hat4 9 . 
Die theologische Überhöhung des Deutschen Ordens als Teil des göttli- 
chen Heilsplans, wie sie von Ulrich vorgenommen wird, und wie sie Ende 
des 15. Jahrhunderts in der Jüngeren Hochmeisterchronik und der sog. Chronik 
der Vier Orden von Jerusalem so in ähnlicher Weise erfolgte, spiegelt einer- 
seits die Mentalität der Ordensbrüder im Deutschen Reich wieder und konn- 
te andererseits dazu dienen, dem Orden eine Aura der Unantastbarkeit zu 
geben, durch die er im politischen Tagesgeschäft zu überleben hofftesI. 
Fassen wir zusammen: Die von Forstreuter vorgeschlagene Identifizie- 
rung des Autors des im Ottobonianus latinus 528 überlieferten Werkes mit 
Ulrich von Gumpoldskirchen ist ebensowenig überzeugend wie die Annah- 
me, der Verfasser stamme aus Österreich. Es gibt hingegen Indizien, die auf 
Mergentheim oder das Rheinland als Heimat Ulrichs hinweisen. Vorläufig 
offen bleibt die Frage, ob unser Ulrich mit dem gleichnamigen Verfasser des 
Vaticanus latinus 4005 identisch ist, auch wenn einiges dafür zu sprechen 
scheint. Auch in der Frage des Auftraggebers und des Zeitpunkts der Abfas- 
sung sind wir auf Vemmtungen angewiesen. Sicher ist nur, dass das Werk 
1335 Benedikt XII. überreicht wurde. Vermutlich entstand es aber bereits 
einige Jahre vorher. Es gibt Indizien, die darauf hinweisen, dass es verfasst 
wurde, um den Ordensbrüdern, zumindest auszugsweise, bei Tisch vorgele- 
sen zu werden, falls sie des Lateins mächtig waren, oder um ansonsten als 
Grundlage für eine deutsche Übersetzung zu dienen. Als Auftraggeber ist 
der Hochmeister Luther von Braunschweig in Erwägung zu ziehen. 
Es handelt sich auf jeden Fall um ein wichtiges Zeugnis für die Bemü- 
hungen im Deutschen Orden, in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts sei- 
nen Charakter als geistliche Kongregation zu unterstreichen und seine reli- 
giöse Komponente zu betonen. Wenn die Schrift auch eine gewisse 
apologetische Tendenz zeigt, so ist es doch bemerkenswert, dass es damals
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148 


Hubert Houben 


noch geistliche Ordensbrüder gab, die in der Lage waren, für den religiösen 
Ordenscharakter ihres geistlichen Ritterordens eine Lanze zu brechen 52. 


Anmerkungen 


I Das Zeugenverl1ör des Franciscus de Moliano (1312). Quellen zur Geschieht des 
Deutschen Ordens, hrsg. v. A. Seraphim, Königsberg 1912. 
2 Vgl. R. J. Ma!eika, So C. Rowell, Zelatores maximi: Pope John XXIl, Archbishop 
Frederick of Riga and the Baltic Mission 1305-1340, Archivum Historiae Pontificiae 31 
(1993), So 33-68. 
J K. Forstreuter, Ein Traktat des Deutschen Ordens aus dem 14. Jahrhundert, in: Recht 
im Dienst der Menschenwürde. Festschrift für Herbert Kraus, hrsg. vom Göttinger Arbeits- 
kreis e. V., Würzburg 1964, S. 445-462, hier S. 446. Zum wissenschaftlichen Lebenswerk 
von Anneliese Maier (1905-1971) s. M. Parodi. A. Zoerle. 1ntroduzione, in: A. Maier, 
Scienza e filosofia nel Medioevo. Saggi sui secoli xm e XIV, Milano 1984 (Di fronte e 
attraverso 119), pp. 1-11. 
4 Forstreuter, Ein Traktat (wie Anm. 3), S. 453-455. Vgl. insbesondere Vat. Ouob. lat. 
528, fol. 4r: Volumas enim Dei fuit. ut tam cilO post tuam papalem et apostolic:am promo- 
c:ionem de hac venacione meorum librorum tibi tam subito o.fferrem [u.]; fol. 4r-v: et hunc 
ordinem paradysum eccle.vie .vpirituale cogno.vcere,vo Volunta,v Dei tamen placen,v et perfecta 
esse poterat, ut spiritualis commestionis et mee venacionis tam cito hec domus tl1eotunica 
pia tue llPostolice sedi per hos libros offerat, ut hunc ordinem quasi spiritualem ierosoli- 
mitanam congregacionem per sua statuta et consuetudinem tua papalis sanctitas perpendat. 
S Forstreuter, Ein Traktat (wie Anm. 3), S. 452. 
6 Ebd. Diese Handschrift bedarf noch einer eingehenden Untersuchung (Fonnat: 21 x 
30 cm, Schriftraum: 12,5 x 19,5 cm). Über die Provenienz des Codex ist nichts bekannt; als 
vorderes Spiegelblau ist eine Urkunde des 15. Jho (?) benutzt, in der Göppingen erwähnt 
wird. Forstreuter, Ein Traktat (wie Anm. 3), S. 448 Anm. 2 bezeichnet die deutsche Über- 
setzung als ein "Bruchstück". was missverständlich ist. Lediglich am Anfang der Hs. sind 
die ersten 4 Blätter (fol. I-IV) verloren. Ansonsten ist die Hs. vollständig. Sie umfasst die 
deutsche Übersetzung der ersten Hälfte von Ulrichs Werk (bis Teil 2 Buch 3 einschlies- 
slich). Das Inhaltsverzeichnis (fol. 325-330) stammt von einer zeitgenössischen Hand. Es 
gab möglicherweise einen zweiten Band mit der Übersetzung der zweiten Hälfte von UI- 
richs Werk, bzw. ein solcher war geplant. 
7 Forstreuter. Ein Traktat (wie Anm, 3), S. 452f.; so auch M. Dykmans, Le cardinal 
Annibal de Ceccano etla Vision beatifique (1331-1338), Gregorianum 50 (1969), S. 343- 
382, hier S. 361 Anm. 61: "Ces deux manuscrits semblent enlumines par le mcrme rubrica- 
teur". 
8 Forstreuter, Ein Traktat (wie Anm. 3). S. 453. 
9 Ebd., S. 455-462. 
IV Ders., Der Deut.fche Orden am Mittelmeer. Bonn 1967 (Quellen und Studien zur 
Geschichte des Deutschen Ordens 2), So 32f. Dennoch wurde bald mit Hinweis auf Forstreu- 
ters Aufsatz von 1964 (wie oben Anm. 3) vorbehaltlos eine Identität des Ulrich des Ottobon. 
lat. 528 mit Ulrich von Gumpoldskirchen angenommen: so z. B. K. Elm, Die Spiritualität 
der geistlichen Ritterorden des Mittelalterso Forschungsstand und Forschungsprobleme, in: 
'Militia Christi' e Crociata nei secoli XI-XIlI. Atti della undecima Settimana intemazionale 
di studio, Mendola 28 agosto - 1 settembre 1989, Milano 1992, S. 477-518, hier S. 513,
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Eine QueUe zum Selbstverständnis des Deutschen Ordensooo 149 


auch in: Die Spiritualität der Ritterorden im Mittelalter, hrsg. v. Z. H. Nowak, (Ordines 
Militares, Colloquia Torunensia Historica VII). Torun 1993, S. 7-44. hier S. 2Of. 
11 Vorsichtig zustimmend: A. Maier, Zwei Prooemien Benedikts XII., Archivum Histo- 
riae Pontificiae, 7 (1969), S. 131-161. hier S. 143 Anm. 44, Nachdr. in: Dies.. Au.rgehendes 
Mite/alter. A
fsätze zur Geistesgeschichte des 14. Jahrhunderts. 3 Bde. (Storia e letteratura 
97, 105. 138), Roma 1964-1977. Bd. 3. S. 447-479, hier So 460 Anm. 44 ("Vat. 4005. der 
Traktat eines Frater Ulricus, der wahrscheinlich dem Deutschen Orden angehörte") und 
Dykmans. Le cardinal Annibal de Ceccano (wie Anm. 7). S. 361. wo allerdings irrig vom 
Autor als "chevalier (!) de l'ordre teutonique" die Rede ist. Ebd. So 361 Anm. 62 Vorbehalte 
gegen die Identifizierung des Autors des Ottob. lat. 528 mit Ulrich von Gumpoldskirchen. 
Zustimmend zur Identifizierung des Autors des Vat. lat. 4005 mit dem des Ottob. lat. 528 
Ch. Trottmann. Giovanni XXJJ, papa. in: Dizionario biografico degli 1taliani. 55. Roma 
2000, S. 611-621, hier S. 620. 
11 M. Biskup. Über quellenkundliche Fragen und einige Forschungsaspekte der Ge- 
schichte des Deutschen Ordens. Ein Beitrag zu den Werkstattproblemen des heutigen For- 
schers, in: Werkstatt des Historikers der mittelalterlichen Ritterorden. Quellenkundliche 
Probleme und Forsl'hungsmethoden. hrsg. v. Z. H, Nowak. (Ordines militares. Colloquia 
Torunensia Historica IV), Torun 1987, S. 7-17. hier S. 16: "Dabei müsste man endlich mit 
der Erforschung der Mentalität und Ideologie in den deutschen Ordenskonventen beginnen, 
um auch die Ideologie und Mentalität der Ordensritter in Preussen und Livland im Mittelal- 
ter besser verstehen zu könneno In der Vatikanischen Bibliothek liegt zum Beispiel ein 
dreibändiges Werk, verfasst wahrscheinlich von dem Ordenspriester Ulrich von Gumpolds- 
kirchen [. ..1. Das Werk umfasst eine breite Interpretation der Ordensstatuten und Ordensge- 
wohnheiten im Geiste der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und kann viel über die Menta- 
lität der Ordenspriester, aber auch der Ordensritter um diese Zeit sagen". 
I] Vgl. oben Anm. 6. 
10 Forstreuter. Ein Traktat (wie Anm. 3). S. 447f.. Anm. 2. 
u Von 50 Papsturkunden wird der Aufbewahrungsort angegeben: Mergentheim 16, 
Köln 8. Marburg 8. Koblenz 6. Lüttich 3. Prag 3, Langein 2. Mainz 2. Nürnberg 2. 
16 Auf das Rheinland weisen auch die beiden im Ottobon. lat. 528 zitierten Dokumente 
für die Johanniter (vgl. Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer. wie Anm. 10, S. 
29ff.), insbesonders die auf fol. 315 des Ottob. lat. 528 wiedergegebene Urkunde Clemens' 
111. (oder Clemens' IV.), eine Fälschung, die einer deutschen Überlieferung (Köln) folgt; 
vgl. R. Hiestand. Pap,rturkunden für Templer und Johanniter. Neue Folge (Vorarbeiten zum 
Oriens Pontificius 2). (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Phil.- 
hist. Klasse, 3. Folge Nr. 135). Göttingen 1984. Nr. 101 S. 3060 Diese Urkunde ist ansonsten 
nur in einem Kopialbuch des ISo Jh. aus Frauenfeld überliefert mit dem Vermerk require 
Traiecto, Colonie et Argentine (ebd. S. 305). Hinzu kommt. dass von 1331 bis 1341 Dietrich 
Goldhaupt (Theodoricus de Aureo Capite) aus Köln GeneralprokuralOr des Deutschen Or- 
dens an der Kurie war (Forstreuter, Ein Traktat, wie Anm. 3, S. 452). 
11 Forstreuter. Ein Traktat (wie Anm. 3). S. 451 vermutete. dass das Werk in einem 
deutschen Ordenshaus entstand "oder vielleicht auch direkt beim Generalprokurator in Avi- 
gnon". Da im Ottobonianus an einzelnen Stellen kleine Lücken seien, an denen der Schrei- 
ber seine Vorlage offenbar nicht habe lesen können, handele es sich bei diesem dann dem 
Papst überreichten Codex um eine Abschrift: "Vielleicht hat von der Hand des Verfassers 
nur ein flüchtig geschriebener Entwurf vorgelegen, von dem der Generalprokurator zur 
Übergabe an den Papst eine Reinschrift herstellen ließ; sie wurde in Eile hergestellt. wie die
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150 


Hubert Houben 


Flüchtigkeiten der Abschrift vermuten lassen" (ebd. S. 447). Vgl. auch ders., Der Deutsche 
Orden am Mitte/meer (wie Anm. 10), So 34 Anmo 7. wo darauf hingewiesen wird. dass dem 
Schreiber auf fol. 315 bei der Abschrift der Urkunde Clemens' 111. (s. oben Anm. 16) "ein 
ärgerlicher Schreibfehler" unterlaufen sei, der zeige, dass er "eine Seite seiner Vorlage 
überschlagen" habe. Zu zwei im Geheimen Staatsarchiv Preussischer Kulturbesitz in Berlin 
aufbewahrten Privilegienbüchern des 14. bzw. 15. Jh. (Ordensfolianten 66 und 69) s. B. 
Bombi, Un ;ned;to memoriale dell'Areh;vio dei proeurator; dell'Ord;ne Teuton;co dei pr;n- 
eip;o dei XIV see%. Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliothe- 
ken. 82, 2002, S. 47-121. hier S. 80f., sowie dies., I proc:urator; dell'Ord;ne Teuton;eo tra 
iI XIII e XN see%. Studio sopra un ;nellito rotolo pergamenaeeo dei Gehe;me.
 Staatsar- 
eh;v Preu.
.
;seher Kulturhe,
;tz d; Berlino. Römische Historische Mitteilungen 44 (2002), S. 
193-297, hier S. 245. 
18 Im Prolog (Val. lat. 4005, fol. Ir) heisst es lediglich: Ineip;t prologus super quatllor 
libros de beata v;s;one de;tat;s ser;ptos ad lohannem papam v;ees;mum secundum, anno 
Dom;n; milles;mo trec:entes;mo tr;c:es;mo tert;o. lesu Christ; v;ear;o lohann; pont!fic:i sum- 
mo et .ranet;.
simo frater Uolr;eus ped;.
 osculum devotum ae eatholiee fidei s;neera ear;tate 
sa/ubr;ter vu/neratum [...J. 
19 Für Hilfe bei der paläographischen und codicologischen Untersuchung der beiden 
Handschriften danke ich Martin Bertram (Rom). 
211 Val. lato 4005 fol. 3v-4r: Modum autem etformam scr;bend; ;n hiis libris. s;eut eeiam 
;n aliis libr;s me;s. non phylm'oforum nee quorundam modemorum, sed sacre ser;pture, 
ant;quorum traetatorum et doetorum .
tudu; servare. que non lluh;to sap;ent;hus hu;us mun- 
d; d;sp/;c:ere. qui ;n silog;sm;s et ;n vane philosophie argument;s solent omn;a quas; demon- 
strando et glor;ando c:ondudere, ne c:ontra sanc:tum Paulum doc:torem egreg;um v;dear 
aliquomodo per inanem philo.mph;am, que est seeundum hu;us mund; elementa ad not;eiam 
perdueere Chr;.
t; .
aeramenta et ee/e.
t;a ae d;v;na arehana, que sunt ;n v;s;one De;; .
ed 
qu;a sap;ene;am De; ;n fide beate v;s;on;s deitat;s est;mabam me habere, nec:esse habu; 
,
eeunl/um consilium beat; Pauli ;n hiis libr;,
 modum et formam s;mplieem et rudem ae 
rust;eanam habere. ;n qua, dum sap;ent;bus hu;us nil/nd; stultus apparerem. eoram Deo ;n 
f;de beate v;s;on;s sap;ens permanerem. Modo ;g;tur seu forma s;mplic:i seu rust;c:ana et 
rud; atque humil; hos lihro.
 de v;s;one de;tat;s s;ne omn; eeiam philosoph;ea aut humana 
,
ubtilitate more eeeorllln palp;tane;um eum ealanw eele,
t;.
 graeie eonser;p,
; et omnem 
subtilitatem et vanitatem mundane sap;enl:;e. que Pau/o testante est Deo ;n;m;ea, sol/icite 
v;tav;. qu;a v;te s;mplieitate et non verborum subtilitate ad faeia/em v;s;onem De; esse 
perven;endum non ;gnorav;. Vgl. auch ebd. fol. Iv: Quo.
 quatuor lihro,
 non tamquam 
scr;ba ;n regno celorum nec: ;n Par;s;ens;um studio doc:tus, nova et vetera de thesuuro 
c:ord;s me; seu mee seient;e ad tuam notic:iam et altam sap;eneiam scr;bendo produeoo Sed 
ho,
 quatuor libro.
 C:U11l paupere v;dua tamquam quadrantem duorum m;nutorum et quas; de 
paupertate mea totum v;etum meum ;n gazoph;lac:ium pastoralis mentis tue et eecles;e 
transmitto, ub; t!;c:;ores et sapiene;ores sua t;b; ma;ora et prec:ios;ora d;v;ne sllp;enc:;e 
munera transm;ttere seio. 
21 Zitierte Autoren: Augustinus, Gregorius, Ambrosius, leronimus. Dyonisius, Beda, 
Bernhardus, Fulgencius. Hugo (v. SI. Viktor). Leo papa. S. Thomas, magister sentenciarum 
(Petrus Lombardus?). 
22 Vgl. A. Maier. E;ne unbeac:htete Quaest;o aus dem V;s;o-Stre;t unter Johannes XXII., 
Archivum Franciscanum Historicum 63 (1970), S. 280-318, Nachdr. in: dies., Ausgehendes 
Mitelalter (wie Anm. 11), Bdo 3, S. 505-542, hier S. 508. 


-...t..
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Eine Quelle zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens... 151 


23 Vat. lat. 4005, fo1. 2r: Sed quoniam tibi viro saneto spiritu mentis mee iam sedecim 
annis et amplius studui omni sollidtudine adherere et unus spiritus tecum esse. coactus et 
instructus sum a Deo odire et reprobare que eongnovi et didic:i ec:iam te odire et reprobare. 
Et sicut qui adheret Deo. IInus .rpiritus est eum eo. eodem modo. quia tibi adherere debui. 
semper unum spiritIIm teeum habere fideliter et sollicite tota mentis devocione stlldui. Unde 
quoniam zelo divine iusticie te c,'ontra pauwaricam impietatem et superbiam reetisj'ima 
mente ereetum nequaquam dubitavi[oo.]. Ebd., fo1. 2v: U[...] iam in sedeeim annis viginti 
quinque libros in tribus voluminibus contra ipsam pauwarieam impietatem cum divine gra- 
cie auxilio c'"onscripsi. 
24 Forstreuter, Ein Traktat (wie Anm. 3), S. 446f. edierte nur wenige Sätze, Mateika- 
-Rowell. Zelatores maximi (wie Anm. 2). S. 6&-68 längere Auszüge (foUr-v, 3r, 5rv). 
2S Ottobono lat. 528. fo1. 1 r: Incipit epij.tola fratris Uolriei ad Benedietum papam super 
libros ordinis clomus theotuniee hospitali.r sanete Marie lerosolimitani. Beneclieto a Christo 
benedicto pont!{ici summa et sanctissimo. frater Uolricus devota pedum oscula beatorumo 
Ebdo. fo1. 1 v: In quibus verbis primo, ut vides. tuum affeetum patemum et piissimum in 
papali et apostoliea sede exaltare studeo circa sacram domum theotonieam religionem 
devotam. Ul paterne mentis oculis eam aspicias el tam solitis quam novis indulgenciis. 
privilegiis, libertatibus et grac:iis apostolicis atque papalibus ipsam more pii patris favere et 
munire studeas. 
26 Ebdo. fo1. 3r: /deo libros tres. quos de regula. statutis et eonsuetudinibus ae de 
privilegiis huius sanete religionis et ordinis auxilio Dei c:onsaipsi. tue papali et apostolic:e 
sanetitati. eure et sollicitudini transmisi et destinavi. In primo autem libro auxiliante Deo 
declaravi. quomodo hec sacra tua domus theotoniea, quantum ad suam regulam et eapitula 
regule sue, assimilatur et similis quodammodo terreno paradyso c"omprobatur secundum ea. 
que in Genesi de ipso paradyso legimus. In seeunda autem parte hune ordinem, quantum ad 
eiu.r .rtalllta et eon.flletlldine.r. civitati .rpirituali leru.ralem. qllam lohanne.r in Apoealip.ri 
describit, prout Dei gratia mihi dedit, comparavi et inlerea similitudinem et comparadonem 
per hos libros probavi eiusque congregacionem .rpiritualem civitatem lerosolimitanam cle- 
monstravi. In tereia vero parte propter indulgencias. privilegia, libertates et gracias aposto- 
licas ipsam saaam domum theotunicam cum auxilio Dei spiritualem archam veri Noe 
Christi manifestavi. 
21 Ebd., fo1. 5v. 
21 Ebdo, fo1. 6r: Quidam qllippe homines, et quod delendl1m e.rt quidam huius sanete 
religionis fratre.r. in mente tam ceci ,runt. in suo .rensu tam terreni et ob.reuri existunt. quod 
hane sanetam religionem fantum in tempore eepisse creduntur. Anstatt creduntur muss es 
richtig credunt heissen. 
29 Ebd., fo1. 6r-v: Si enim iuxta lohannem ewangelistam Omnia per Dellm facta sunt, et 
sine ipso fac,.tum est niehil (Joh. l. 3). et omne. que ab eo factum est. in ipso vita fuit. ergo 
hee sancta religio. quia eum omnibus. que Deus fedt. eciam ipsa a Deo facta esl. Utique 
eciam ipsa in Deo eum omnibus vita semper fuit, antequam exterius in hoc seeulo esse 
eeperit et apparuerit. Equidem seeundum ewangelium lohannis Deus onmia terrena, omnia 
temporalia bona. quibus hec celestis religio indiguit. ab inicio eum omnibus ereaturis solum 
sex diebus perfecit. quarum seminibus nune multos devotos in hae religione pie pascit. Sed 
sapieneia, que hane devotam religionem feeit et composuit. semper eciam in Deo fuit. Et se 
non anxit. sed solum ostendit, c:um hane vitam religiosissimam ad observandam et custo- 
clieneiam vite ewangeliee eomposuit. eum inmutabilis sit.
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152 


Hubert Houben 


)(1 Edition und Kommentierung der Fehler und Auslassungen in Ulrichs Text der Narra- 
lio de primord;;s bei Forstreuter. Ein Traktal (wie Anm. 3), So 459-462. Vgl. dazu 
U. Amold, De primord;;s ordinis TheulOnici narratio, Preussenland 4 (1966). S. 17-30. 
)1 Ottobon. lat. 528. fol. 7v: Non eral huius saneIe religionis plantacio alicllius scandali 
occasio. sed fralrum amoris mulliplex per eam fiebal accensio el divine laudis excilacio. 
infirmorum el pallperum consolllc:io el locius ecclesie munic:issima propugnacio necnon 
infidelium durissima exp"gnacio. 
)2 Ebd.. fol. 8r: "Nam de vineis Engadi (Cant. 1. 13) hec devola religio sacre domus 
Iheulonice se propaKalam per divinam Krac:iam aperlissime demonslral, ql/ando quoslibel 
fideles. qui sllnl sancle ecclesie omnipolentis Dei sponse membra. in lantum per devocionis 
intime hal/Slum inebrial. 111 eas iam salvaloris el matris eOrllm sancle ecclesie amore conlra 
injideles pugnando morlem acciperel el marlirillm subire ardenler desiderare cogal. Hier ist 
statt eas richtig eos und statt acciperel richtig accipere zu lesen. 
]] Ebd., fol. 8r. 
]4 Ebd.. fol. 9v: Ecce qualiter hec devola socielas esl planlala non ul planlaciones 
humane aut mundane. .red quasi cele.rtis. angelica el divina. Vide qualiler hec pia religio esl 
ab inicio planlala conlra mundum el contra dyabolum. serpenlem el hoslem humani generis 
antiquum. 
), Ebd., fol. 9v: Vide quod non fuit plantala cum scandalo .red cum duarum religionum 
favore pio el auxilioo 
]6 Ebdo. fol. 10r. 
)7 Zur Jerusalem-Orientierung in der Liturgie und Spiritualität der geistlichen Ritteror- 
den vgl. Elm. Die Spirilualiläl (wie Anm. 10), S. 4850 
J8 So z. B. im Abschnitt De spirituali claritale huius ordinis (Ottobon. lat. 528, fol. 
117v-119r)0 
]Y Ebd.. fol. 114v. 
411 Ebd., fol. 114v: Per eiu
' slalulll el per ipsius consueludines demonstranles eamdem 
sacrll1n domum esse omalam el armalllm spirilullliler sicul ipsam leru,ralem conlra omnes 
hosles visibiles el invisibiles. conlra demonia omnia el conlra vicia singula el peccata. 
41 Ebd.. fol. 259v. 
42 Ebd.. fol. 314r. 
4] Forstreuter. Ein Traklal (wie Anm. 3). S. 447. 
44 Ottobon. lat. 528, fol. 6r: Inc:ipil prima pars quomodo deVOIa religio sal:ra domus 
Iheolunica ho.rpilalis sancle Marie lerosolimilane spirilualiler comparalur lerreno para- 
dyso per eius regulam. PlantaviI aUlem dominus Deus paradysum voluplalis a principio. in 
quo posuil hominem quem formaveral (Gen. 2, 8). Dile£'lissimi fralres, libel devote consi- 
derare. quomodo Delis omnipolens sua clemencia el gracia dignarlls esl novum paradysllm 
in sancla ecclesia catholica plantare ipsumque celestium donorum voluptalibus replere. ul 
quemlibel fidelem hominem. quem di/?nalur in eum ponere, possil eleme vile spe replere. 
Ebd. fol. 115r: Querendum esl ergo nobis. fraIres karissimi, que sit hec civitas iherosoli- 
milana. que de celo de.rcendit et lantam Dei claritatem in se geril, ul filii Dei .rpon,ra .rimili.r 
et uxor dici et esse possit (vgl. Apoc. 21, 9-11). Wien, DOZA Hs. 787, fol. CCLlIIr: 
"Darumb liebe bruder ist uns not cze fragen, weihe sey dise stat Iherusalem [...]». 
4' Die Statuten des Deutschen Ordens nach den älteslen Handschriften. ed. M. Perl- 
bach. Halle a. S. 1890. Gesetze 111 b S. 63. co 17 S. 71. c. 27 S. 74. Vgl. H.-D. Kahl, Zur 
kulturellen Slellung der Deutschordensritter in Preussen, in: Die Rolle der Rilterorden in 
der mittelallerlichen KlIltllr. hrsg. v. Z. H. Nowak, (Ordines militares, Colloquia Torunensia
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Eine Quelle zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens... 153 


Historica III), Torun 1985. S. 37-63, hier S. 44; K. Militzer, Von Akkon zur Marienburg. 
Verfassung, Verwaltung und Sozialstruktur des Deutschen Ordens 1190-1309. (Quellen und 
Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 56), Marburg 1999, S. 99f.; J. Wenta, Studien 
über die Ordensgeschichtsschreibung am Beispiel Preussens. Toruo 2000, S. 1 54ff. 
4" VgI. Uo Amold, Lutl/er von Braunschweig. in: Die Hochmeister des Deutschen Or- 
dens 1190-1994, hrsg. v. dems., (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Or- 
dens 40), Marburg 1998, S, 65-70 mit Literatur. 
41 J. Samowsky, Das historische Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden. Zeit- 
schrift für Kirchengeschichte 110, (1999). So 315-330, hier S. 326. 
48 Petri de Dusburg Chronica Terre Pru.v.
ie I Peter von Dusburg, Chronik des Preus- 
sen landes, hrsg. u. übers. von K. Scholz u. D. Wojtecki, (Ausgewählte Quellen zur deut- 
schen Geschichte des Mittelalters 25), Darmstadt 1984, S. 66-68. Zur Chronik Peters von 
Dusburg vgI. jetzt auch Wenta, Studien (wie Anm. 45), S. 205-212. 
4
 VgI. S. Kwiatkowski. "Devotio antiqua", ihr Niedergang und die geistigen Ursachen 
der religiösen Krise des Deutschen Ordens im Spätmittelalter, in: Deutscher Orden 1190- 
-1990, hrsg. v. U. Arnold, (Tagungsberichte der Historischen Kommission für ost- und 
westpreussische Landesforschung ll), Lüneburg 1997. S. 107-130. 
50 Die Jüngere Hochmeisterchronik. hrsg. v. T. Hirsch, in: Scriptores rerum Prussi- 
carum, 5, Leipzig 1874. Nachdr. Frankfurt a. M. 1965, S. 1-148. Die Chronik der Vier 
Orden von Jerusalem, in: Scriptores rerum Prussicarum, 6. hrsgo v. Wo Hubatsch. 
U. Arnold, Frankfurt a. M. 1968. S. 106-1640 VgI. U. Arnold, 'Jüngere Hochmeisterchro- 
nik', in: Verfas.
erlexikon. Die deutsche Literatur eies Mittelalters, 2. Aufl., 4, Berlin-New 
York 1983. Sp. 922-923; derso. 'Chronik der vier Orden von Jerusalem'. ebd., I, Berlin- 
New York 1978, Spo 1261-1263. 
51 Ich knüpfe hier an den Vortrag von U. Arnold, Die Sicht des Ordens im 160-18. 
Jahrhundert auf seine Anfänge, in den vorliegenden Konferenzakten (unten So 253 ff.) an. 
VgI. Ders., Deutschordenshistoriographie im Deutschen Reich, in: Die Rolle der Ritteror- 
den in der mittelalterlichen Kultur (wie Anm. 45), S. 65-87. 
52 Ein anderes wichtiges Zeugnis für die Religiosität im Deutschen Orden ist die wohl 
noch im 14. Jahrhundert von einem Deutschordenspriester aus Frankfurt ao M. (Sachsenhau- 
sen) verfasste 'Theologia Deutsch': s. W. von Hinten, 'Der Frankfurter' ('Theologia Deutsch'), 
in: Verfa.uerlexikon. Die deutsche Literatur de.
 Mittelalter.
. 2. Aufl., 2, Berlin - New York 
1980, Sp. 802-807; ders., Der Frankfurter. Theologia Deutsch, (Münchener Texte und 
Untersuchungen 78). München 1982.
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ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORlCA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Stefan Kwiatkowski (Szczecin) 


Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen des Deutschen 
Ordens in Preußen 


Die Grundlagen der moralischen Identität von Mitgliedern des Deut- 
schen Ordens wurden durch die Verbindung von verschiedenen Faktoren 
unterschiedlicher Provenienz gebildet. Sie wurden von oben erschaffen und 
gewissermaßen an alle Ritterorden weitergegeben. Erst in jedem von diesen 
Orden wurde die Eigenart dieser Identität gewissermaßen von unten, seitens 
der konkreten Gemeinschaft gebildet. Die von oben auferlegte intellektuelle 
Art der Formulierung von Aufgaben und Grundsätzen für die Ritterorden 
stützte sich auf eine synthetische und geometrische Auffassung der Wirk- 
lichkeit in der scholastischen Kultur. Peter Dusburg schrieb sicherlich ana- 
log zu der unter den Ordensbrüdern üblichen Vorstellung, dass die Brüder 
gegen einen sichtbaren und unsichtbaren Feind zu kämpfen hatten. Viel 
größere Bedeutung maß er aber den geistigen Bemühungen bei, was übri- 
gens selbstverständlich erscheint, gerade wenn man seine Angehörigkeit zur 
Geistlichkeit berücksichtigt. Welche Rolle spielte dies für das Moralbild der 
Ordensbrüder? Um die geistlichen Aufgaben zu erfüllen, wurde den Brüdern 
die Mönchsethik oktroyiert, die auf den monastischen Gelübden basierte. 
Sie schrieb folgendes vor: Trennung vom weltlichen Leben, Askese und das 
Leben in Gehorsam und Armut. Der Kampf gegen das sichtbare Böse bzw. 
die Kriegführung waren in der Ordensregel sehr allgemein skizziert, wurden 
dagegen in den Consuetudines mehr detailliert dargestellt. Im Gegensatz zu 
den monastischen Sitten wurden die Grundsätze der Kriegsethik weder for- 
muliert noch von oben den Ordensbrüdern aufgezwungen. Die Kriegsethik 
stammte vollkommen aus dem Rittermilieu, das durch Lehnsbeziehungen 
geformt war. Zum dritten prägenden Faktor wurde die Weltauffassung der 
Ordenspriester, die die seelsorgerische Pflege über die Ritterbrüder ausüb- 
ten. Der Deutsche Orden hatte keine eigenen Priesterschulen. Die Kleriker 
wurden von aussen aus dem Laienmilieu rekrutiert. Sie präsentierten unter- 
schiedliche Haltungen, die jeweils von ihrem Herkunftsstand abhingen. Lang-
>>>
156 


Stefan Kwiatkowski 


sam gestalteten sich aber die für den Orden spezifischen geistigen Grundla- 
gen, die auch die Priester annahmen. Dabei galt jedoch als Ausgangspunkt 
die neuplatonische Weltanschauung. Sie kam somit aus dem Umkreis der 
klassischen scholastischen Kultur und wurde im Orden rezipiert. Auf diese 
Art und Weise herrschte im Orden ein klares und oft nicht kompliziertes 
allgemeines Weltbild neuplatonischer Herkunft. Es bestimmte sowohl die 
Struktur des Daseins als auch in moralischer Hinsicht die Grenzen zwischen 
dem Guten und dem Bösen. Es spielte eine viel größere Rolle als im Laien- 
milieu, zumal wegen des Rahmens des Geisteslebens der Ordensritter, der 
über die weltlichen Standards weit hinausragte. Der für unser Thema wich- 
tigste Teil der scholastischen Weltanschauung ist die mittelalterliche Ethik. 


1. Die mittelalterliche Ethik 


Ausgangspunkt meiner Abhandlung ist die Beschaffenheit der mittelal- 
terlichen Ethik. Die antike Lehre über die Moral war auf die Regelung des 
zwischenmenschlichen Zusammenlebens ausgerichtet, sie stützte sich auf 
bestimmte und mehrdimensionale theoretische Grundlagen. Jedoch hatten 
diese theoretischen Überlegungen im Mittelalter für die Christen keine we- 
sentliche Bedeutung. Zum Wegweiser für praktisches Handeln wurde die 
Bibel. Die Heilige Schrift stellte dennoch keine eindeutige Grundlage für die 
Morallehre dar. Der Dekalog - damals ein unbestrittenes Fundament - be- 
sass eine andere Aussage im Alten Testament als im Neuen Testament. 
Diese Widersprüche schien der neoplatonische Augustinismus zu vereini- 
gen. Die platonische Daseinshierarchie, die geordnete Anteilnahme diverser 
Existenzen in der Wahmehmung des Höchsten Wohls sowie die Negation 
der ontologischen Natur des Bösen, das ausschließlich im Mangel des Gu- 
ten, im Mangel Gottes bestand, wurden zur Grundlage der allgemeinen Über- 
zeugung, dass die Moral und die ethischen Normen ein einfaches Spiegel- 
bild des Willens Gottes seien. Die Moralnormen wurden von Gottes Willen 
und dem Gehorsam ihm gegenüber bestimmt. 
Damals gab es auch eine neuplatonische Sphäre in der Mystik. Nach 
dieser Lehre beruhte das Leben der Schöpfung darauf, fortwährend dem 
Schöpfer zu folgen. Jedoch seien nur wenige unter den von Erbsünde Be- 
fleckten imstande, die Niederträchtigkeit ihrer eigenen Kondition zu über- 
winden. Diese elitäre und besonders in monastischen Milieus populäre Hal- 
tung markierte doch einen Weg, der von immer mehr Menschen, z.B. von 
Konversen, gegangen wurde. Die ethischen Folgen dieser Haltung bezogen 
sich eher auf das Alte Testament. 


..Jr...
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


157 


Zum Umbruch kam es, als sich die Ansicht durchsetzte, dass die ethischen 
Grundlagen unabhängig von der Kenntnis Gottes erfassbar seien. Der Aus- 
gangspunkt wird also vom Naturrecht bestinunt. In der traditionellen Lehre zur 
neuplatonisch-augustinischen Genese glaubte man, dass das Naturrecht von Außen 
stammt und dem Menschen gewissermaßen aufgezwungen wird. Zu seiner Quelle 
wäre das unveränderbare Recht Gottes geworden, das aus der außerirdischen 
Welt käme. Das neue Verständnis für das Naturrecht setzte voraus, dass der 
Mensch, der zum Bilde Gottes und ihm ähnlich geschaffen wurde, das Natur- 
recht in seinem Herzen trägt. Dies folgte aus der Aufwertung des Diesseits, die 
in der Zeit der sogenannten Renaissance des 12. Jahrhunderts begann und im 
Spätmittelalter und in der Neuzeit entwickelt wurde. Zu einer ihrer Prämissen 
wurde der ethische Anthropozentrismus. Auf diese Art und Weise gestaltete sich 
die Tugendethik. Bereits nach Abaelard war die Absicht des Handelnden der 
einzige Faktor in der moralischen Wertung einer Tat. Offensichtlich bedeutete 
das einen Subjektivismus, der übrigens von Peter Lombard und seiner Schule 
überwunden wurde. Es entstand die Gesetzesethik, auf der vollständige Moral- 
systerne basierten. Thomas von Aquin stellte sich offen gegen diese Richtung. In 
seiner Lehre wurde der Mensch, der sich nach eigener "synderesis" richtet. zum 
Maßstab der Moral. Zur Grundlage der Ethik dagegen wurde die Wahrhaftigkeit 
des sich selbst gegenüber Handelnden. Alles, was vom Menschen gegen sein 
eigenes Gewissen untemonunen wird, sollte als Böses eingestuft werden. Es 
kam auch zum Wandel der Grundlagen einer neuen ethischen Richtung, die 
nicht mehr auf dem uralten Recht Gottes, sondern auf der Beschaffenheit der 
menschlichen Natur basierte. Zur Erkenntnis Gottes diente ausschließlich das 
spekulative Verständnis. Für die Erkenntnis der Wirklichkeit reichte das wenig 
vollkommene praktische Verständnis aus 1 . Diesem zufolge gestaltete sich im 13. 
Jahrhundert eine Ethik, die im philosophischen Sinne als ethica - scientia prac- 
tica bezeichnet werden könnte. 
Es gibt keine einheitliche "mittelalterliche Ethik". Die einzelnen Rich- 
tungen überschnitten sich und kamen selten in ihrer reinen Form vor. Beson- 
ders stark verflochten waren die Fäden der Gewissens- und der kasuisti- 
schen Ethik. Die gegen Aristotelismus und Thomismus gerichtete Bewegung 
bestand darin, den Verstand des Menschen seinem Willen zu unterordnen. 
Die Grundlagen dazu finden wir im Neuplatonismus, obwohl hervorzuheben 
ist, dass sie auf dieser Grundlage eine neue Qualität bekam. Zu den Haupt- 
vertretern dieser Opposition gehörten Johannes Duns Scotus und die ihm 
folgende Richtung des Scotismus. Die Entwicklung dieser Bewegung er- 
reichte ihren Höhepunkt am Ende des 13. Jahrhunderts und in der ersten 
Hälfte des 14. Jahrhunderts 2 . Im theologischen Sinne wurde sie vor allem 
von der sogenannten "jüngeren Franziskanerschule" geprägt. Zeitlich gese-
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158 


Stefan Kwiatkowski 


hen fällt diese Bewegung mit der geistigen Wiedergeburt des Deutschen 
Ordens zusammen. Es hätte keinen Sinn, hier nach einer unmittelbaren Be- 
einflussung im Bereich der Doktrin zu suchen. Es ist jedoch höchstwahr- 
scheinlich, dass Tausende von Franziskanern an der Vennittlung und der 
Verbreitung der Moral im Sinne der Willenslehre (des Voluntarismus) teil- 
genommen und dabei die Moral der des Schreibens unkundigen Gläubigen 
gestaltet haben. 


2. Der monastische und der ritterliche Faktor 


Für die Gestaltung des sittlichen Bildes von Brüdern des Deutschen 
Ordens waren auch geistige und soziale Bedingungen von hoher Relevanz. 
Die Identität der Ritterorden bestand (obwohl nicht ausschließlich) aus zwei 
Hauptfaktoren: dem monastischen und dem ritterlichen. Daher kann die Genese 
der Ethik des Deutschen Ordens in der Verbindung und im Vergleich von 
zwei Elementen, monachus und mi/es, untersucht werden, ähnlich wie es 
von losef Aeckenstein getan wird J . Um einen Mönch-Ritter zu bilden, wa- 
ren jedoch Einschränkungen in jedem der angedeuteten Faktoren notwendig. 
Der monastische Faktor wurde im Bereich der Liturgie, der Askese und der 
Klausur eingeschränkt. Am schwerwiegendsten waren jedoch die Beseiti- 
gung der friedlichen Lebensweise und die Erlaubnis zur Teilnahme am Krieg 
oder sogar das Gebot zur Waffenanwendung sowie zum Töten der Feinde 
Gottes. Der Ritterfaktor wurde dagegen um folgende Elemente reduziert: 
Kampf für weltliche Zwecke wie etwa Reichtum, Ruhm, Prestige und Be- 
sitztum. Der Ritter Christi hatte somit theoretisch keine eigenen Ziele, er 
führte den Krieg gegen die Feinde Gottes und für Gottes Volk. 
Nicht zu übersehen ist die spirituelle Einheit bei der Faktoren. Dem christ- 
lichen Neuplatonismus nach steht der Mensch inmitten der Dinge, die er 
kraft wirklicher oder vermeintlicher Liebe zu einer Einheit vereinigen will. 
Diese kann jedoch erst dann zu einer erlösenden Ganzheit werden, wenn er 
selbst seine Ganzheit als Prinzip des Wesens um Gott und Seele auffasst 4 . 
Diese Prinzipien wurden sowohl in der Tradition der Anfänge als auch in 
der Regel des Deutschen Ordens festgehalten. Die Armen- und Krankenfür- 
sorge habe dieselben spirituellen Grundlagen wie die Kriegführung. 
Die Kriegsethik stellt keinen Bestandteil der Morallehre des Deutschen 
Ordens dar, sondern sie bildet seine Essenz. In einer belehrenden und wohl 
weit verbreiteten Anekdote zweifelt einer der Brüder am Wert der Ordens be- 
rufung, denn die Regel des Deutschen Ordens scheint ihm nicht streng genug zu 
sein, um sündhaften Begierden vorzubeugen. Er wird von Maria, die vor ihm in
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


159 


der Begleitung von Ordensrittern erscheint, heftig getadelt. Maria weist auf 
Wunden und Leiden der Ritter hin, die sie für ihren Glauben erfahren haben. Die 
Einschränkung des monastischen Faktors wird durch die Koexistenz des Ritter- 
faktors erklärt s . Auf der anderen Seite wurde recht naiv daran geglaubt, dass die 
Kriegsgrausamkeiten der Bruder des Deutschen Ordens keinen Bruch in ihren 
Beziehungen zu den Angehörigen anderer Orden herbeiführten. Aus Livland 
stammt eine Überlieferung über Franziskaner und Dominikaner, die an einer 
Raubreise teilgenommen haben. Während dieser Reise haben sie in den heidni- 
schen Siedlungen Feuer gelegt6. 


2a. Der monastische Faktor 


Der monastische Faktor war deutlich stabiler als der Ritterfaktor. Dahin- 
ter stand eine jahrhundertealte Tradition und theologisches Prestige. Jedoch 
unterlag das Ideal des Mönchslebens dynamischen Wandlungen gerade wäh- 
rend der Entstehung und der Glanzzeit des Deutschen Ordens, also vom 
Ende des 12. bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts. Die Vorstellungen über 
das monastische Leben wurden mannigfaltig und unterlagen einer Verifizie- 
rung sowohl im theologischen als auch im sozialen Raum. Die Ritterorden 
stellten hier keine Ausnahme dar, und ihre Entwicklung als eine spezifische 
Art des Monastizismus harmonierte mit dem allgemeinen Rahmen dieser 
Bewegung. Der Mönchsfaktor unterlag in den Ritterorden einer steten Be- 
wertung und Verifizierung. 
Im "Buch der Rügen" befindet sich eine Auflistung von Hauptgeboten. 
die aus den monastischen Gelübden stammen und mit denen Gehorsam, 
Armut und Keuschheit versprochen wurde 1 . Dennoch bleibt der Alltag in der 
Darstellung des Verfassers weit vom Ideal entfernt: "Mehr aus Gewohnheit 
als aus Bedürfnis esst und trinkt ihr gut. Wenn man euch nicht gut bediente, 
würde es mit solchem Ungestüm gegenüber dem Komtur gefordert, dass 
dieser sofort zustimmen oder vor die Tür fliehen müsste, um sein Leben zur 
retten"s. Gegenüber Karl von Trier wurde sicher ein kollektiver Ungehorsam 
angewandt"', und der Mörder des Hochmeisters Werner von Orseln respek- 
tierte das Verbot seines Komturs nicht lO . Die Spiritualität der Ordensritter 
wurde wesentlich von dem Gedanken an den Tod im Kampf beherrscht. Sie 
ist keineswegs mit der monastischen Tradition identisch, die ihre Wurzeln in 
der neuplatonischen Weltanschauung hatte, in der die Menschenseele als ein 
geistiger Faktor nach dem Bruch der Bindungen mit der materiellen Welt 
strebte. Unter den Deutschordensbrüdern dienten die Grundlagen des neu- 
platonischen Dualismus, obwohl sie popularisiert wurden, eher zur Ver- 
bildlichung des Heldentums der Menschen, die oft mit dem Tode zu tun 
haben. Sie waren aber recht weit von der Realität entfernt. Hier wird das
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160 


Stefan Kwiatkowski 


Todesgespenst durch die Perspektive der Erlösung, die nach der Selbstauf- 
opferung für den Glauben gegeben wird, überstrahlt. Bereits die Aufnahme 
in den Orden wurde metaphorisch mit dem Abschied von der Welt vergli- 
chen. Die Furcht vor Wunden und Leiden wird in der Erzählung über einen 
verletzten Bürger aus der Stadt Kulm sichtbar, der von seiner eigenen Frau 
auf dem Schlachtplatz gefunden wurde. Der Verwundete läßt sich von sei- 
nem Platz nicht mitnehmen, sondern er leidet drei Tage lang in der tiefen 
Überzeugung, der Erlösung seiner Seele nahe zu sein". 
Aus der monastischen Tradition rührt die in den Ordenschroniken stets ge- 
genwärtige Redensart über die Empfehlung der Seelen von gefallenen Christen 
an Gott her. In den Ordensstatuten wurden bestimmte liturgische Praktiken vor- 
geschrieben, so soll z.B. für die Seelen gefallener Mitbrüder, darunter der Or- 
densstifter, gebetet werden. Im religiösen Sinne betrachtete man die für den 
Glauben Gefallenen als Märtyrer. Dennoch gibt es hier zahlreiche Nuancen. 
Acht Brüder, die während der Fahrt zur Burg Wartach ertappt und zu Tode 
gequält wurden, werden mit dem heiligen Sebastian, dessen Kult und Gestalt 
einen Protest gegen die Kriegsberufung und gegen die Handlungen der Krieger 
zum Ausdruck bringen, sowie mit anderen Märtyrern verglicheni:!. Dagegen 
werden die im Krieg Gefallenen anders betrachtet. Thre Seelen werden sofort 
erlöst, gemäß einer Anschauung, die im lateinischen Schrifttum schon im IX. 
Jahrhundert allgemein gültig wurde 13 . 
Zur Mönchsregel gehörten die monastischen Gelübde: Ammt, Gehorsam 
und Keuschheit. Der contemptus mundi - die Weltverachtung - tritt programma- 
tisch in den Ordensregeln und im mönchischen Leben auf, den Deutschen Orden 
mit einbezogen. Das Ziel des Menschen ist es, die Bande der Welt zu durchrei- 
ßen und zu Gott zu gehören. Die Ritterorden entstanden in einer Periode, in der 
die monastischen Werte wie Arbeit und Armut vorherrschend waren. Günstige 
Bedingungen für ihre Entfaltung erschienen im 12. Jahrhundert. Damals schien 
der weltweite Kampf gegen die Heiden ein Glaubensgebot zu sein. Die Erwar- 
tung auf eine Erneuerung der Kirche wurde am Ende des 12. Jahrhunderts 
allumfassend. Es wurde bemerkt, dass die größte Gefahr für die Kirche und für 
das Christentum nicht von außen, also von Seiten der Heiden und Ungläubigen 
kam, sondern im Sittenverfall der Christen selbst und in der Ketzerei zu suchen 
war. Daher wurden neue Orden mit einer nicht ritterlichen Berufung erforder- 
lich l4 . Das 13. Jahrhundert wurde zum Jahrhundert der Franziskaner und Domi- 
nikaner. Die Ritterorden schienen den neuen Problemen gegenüber ratlos zu 
sein. In Europa sank das Interesse für das Heilige Land. Die dort verbliebenen 
Orden gingen trotz eines heroischen Widerstandes nieder. Übrigens formulierten 
sie bereits während des 13. Jahrhunderts für sich selbst alternative Aufgaben, die 
nicht unbedingt in der Regel vorgeschrieben wurden. In diesem Zusammenhang
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


161 


war der Deutsche Orden nur scheinbar wirksam, indem er seine Herrschaft an 
der Ostsee stärkte. Sein Hauptsitz befand sich nämlich vom Anfang des 14. 
Jahrhunderts an am Randgebiet Europas. Der Sieg der preußischen Orientierung 
bzw. Partei begünstigte im Orden nicht nur die konservative Geistesbewegung, 
sondern beruhte auf der Rückständigkeit der deutschen Provinz selbst. Für die 
preußische Seitenlinie brachte sie dagegen eine Wiederbelebung der monasti- 
schen Werte mit sich. In der Chronik von Peter Dusburg lesen wir: mundum 
scilicet et omne quod in mundo est relinquere et adherere deo ls . 
Zum Niedergang des monastischen Lebens und der Moral trugen un- 
zweifelhaft die in den baltischen Ländern andauernd geführten Kriege bei. 
Dies belegt das "Buch der Rügen", dessen Hauptaufgabe darin bestand, 
Buße für die Ordensbrüder zu predigen l6 . "Warum habt ihr die Welt verlas- 
sen, wenn ihr sie so schnell wie möglich zurückfinden möchtet?" (v. 483 
ff.), fragt der Verfasser die Ordensbrüder. Unter den Ordensmitgliedern fehlte 
es am Bewusstsein der Sünde und am Bedürfnis zur Abwendung von der 
äußeren Welt. Bevorzugt seien dagegen Feier, maßloser Alkoholgenuss und 
Habsucht (v. 520 ff.). Die Rigoristen wurden ausgelacht. Der Verfasser des 
"Buches der Rügen" fonnulierte einen Reformplan, der in der Achtung der 
Annut, der Reinheit und des Gehorsams bestand (v. 489 ff.). 
Die Motive zum Eintritt in den Deutschen Orden, die aus der preußi- 
schen Tradition der Eroberungszeit bekannt sind, waren eingängig und manch- 
mal sogar ordinär. Dort entdecken wir die wohl auf einer weit verbreiteten 
Tradition basierenden Überlieferungen über Konrad aus Thüringen und sei- 
nen rebellischen Lehnsmann. Bevor sie in den Orden eintreten, bemühen sie 
sich, selbst verschuldete Unrecht wieder gut zu machen. Es gibt auch eine 
andere Überlieferung über Bertold Bruhaven, der am meisten die Notwen- 
digkeit der sexuellen Enthaltsamkeit befürchtete. In einer anderen Erzählung 
haben wir ebenso einen unartigen Wüstling und Schänder, der von Gott mit 
eiserner Faust in den Orden beordert wird. Allgemeiner Überzeugung nach 
kann sich niemand der Reinheit erfreuen, wenn es nicht der Wille Gottes ist. 
Die Verpflichtung gegenüber Gott als eine charakteristische Prädestination 
sowie eine unmittelbare Offenbarung und Berufung auf den Gottesdienst 
bestimmen den Rahmen des menschlichen Handeins. In diesem Kontext 
spiegeln sich in der Vorliebe der Ordensbrüder für das Alte Testament, die 
in der Historiographie allgemein wahrgenommen wird, ihre moralischen Kri- 
terien wider. Gut sei das. was Gott wolle und was er im Evangelium vor- 
schreibe. Alle menschlichen Handlungen werden um moralische Qualität 
reicher, wenn sie von Gottes Gebot herkommen. Der actus humanus als 
Rache für das Unrecht, das die Heiden dem lieben Gott schon durch ihre 
Existenz zugefügt haben, trägt dazu bei, dass den militärischen Aktionen
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162 


Stefan Kwiatkowski 


nicht nur die Qualität eines gerechten Krieges zukommt, sondern auch eines 
Krieges, dessen sich der Mensch nicht entziehen kann. Gegenüber der so 
verstandenen Ptlichtethik werden sogar die Dekaloggebote nebensächlich. 
Bel/um iustum, bel/um gerendum gehören auf gleicher Stufe zu der mora- 
lisch-theologischen Kategorie des actus humanus wie z.B. Almosen oder 
Armen- und Krankenfürsorge. Als solche bedürfen sie weder einer Rechtfer- 
tigung noch der Frage nach Rechtfertigung 17. Dabei erhielten die Nächsten- 
liebe und die daraus folgende Wohltätigkeit, die in der Tradition vom Be- 
ginn an der Existenz des Ordens als einer Hospital-Bruderschaft immer 
vorkamen, im monastischen Faktor und in den Bestimmungen der Statuten 
keinen angemessenen Rang zugemessen. Somit beeintlussten sie kaum das 
moralische Selbstbewusstsein des Ordens. 
Der wegen der Symptome des Niedergangs des monastischen Geistes 
und der Observanz kritisierte und von Gegnern der Gottlosigkeit beschuldig- 
te Orden verteidigte sich durch die Darstellung einer idealisierten Vergan- 
genheit' die angeblich leicht wiederherzustellen wäre. In einem Traktat aus 
der Vatikanischen Bibliothek werden das monastische Leben und die Sitten 
der Deutschordenskonvente auf eine panegyrische Art und Weise behan- 
delt '8 . In der Chronik Peters von Dusburg und der daran anschließenden 
Schrift Nikolaus' von Jeroschin treffen wir zahlreiche Beispiele für ein Buß- 
leben und eine strenge Disziplin an. Demnach erkennt man genau, dass auch 
während des 14. Jahrhunderts ein unzweifelhaftes Bewusstsein für die mo- 
nastische Berufung und für die Mönchspflichten Bestand hatte. 
In der monastischen Ethik des Mittelalters gehörte die Antwort auf die 
Frage nach der Beziehung zur Gegenwart zu den Hauptproblernen. Die Ne- 
gation des Irdischen und infolgedessen der natürlichen und gesellschaftli- 
chen Umgebung stammte noch aus dem Altertum. Sie wurzelte auch in der 
Regel des Benedikt von Nursia und der Orden, die diese Regel für sich 
übernahmen. Das Motiv des Weltverzichtes, das stets im Monastizismus 
präsent war, hatte jedoch eine Alternative. Seit der Schwelle vom 12. zum 
13. Jahrhundert entstanden Orden, zu deren Hauptaufgabe die Weltverbesse- 
rung (Weltheilung) gehörte. Die Ritterorden wurden gerade zu diesem Zweck 
ins Leben berufen, obwohl ihre Weltverbesserung nur auf ein eng formulier- 
tes Ziel eingeschränkt wurde: nämlich Heidenbekämpfung. Der Weltver- 
zicht war hier kein Ziel, sondern ein Mittel zum Ziel. Die Ordensritter als 
Homines Dei schrieben sich einen besonderen Status gegenüber Gott und 
Mensch zu. Sie verzichteten auf das Irdische. Den Krieg verstanden sie aber 
als einen Dienst (opus servile), denn er half den Menschen. Der Gottesdienst 
(opus Dei) war dagegen die Sache der Priester und Mönche. Die Ordensrit- 
ter erfüllten aber in eigener Überzeugung ein opus dei, denn ihr Dienst 


...
>>>
"T 


Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


163 


bestand ihrer Ansicht nach in der Verwirklichung der Vorhaben Gottes auf 
Erden. Sie unterlagen weder der Priester- noch der Laienrnacht. In der Mo- 
ralsphäre empfanden sie keine Verantwortung für das Böse, das sie durch 
ihre Kriegstaten zwangsläufig herbeiführten. Jedoch war der Weltverzicht, 
der in die Grundsätze eingetragen wurde und öffentlich gezeigt werden soll- 
te, nur ein Schein. Der Deutsche Orden verfügte über Gebiete und Unterta- 
ne. Unter diesen Bedingungen verloren die ethischen monastischen Grund- 
sätze ihre praktische Bedeutung zugunsten von Grundsätzen, die die feudale 
Welt bestimmten. 


2b. Der ritterliche Faktor 


Der ritterliche Faktor bereitete im Orden vom Anfang an Schwierigkeiten. 
Die Tötung eines Menschen war und ist im Lichte der christlichen Ethik eine 
Sünde '9 . Die mittelalterliche Wirklichkeit war jedoch unbeständig. Im Vergleich 
mit dem monastischen Faktor kam es im Bereich des Kriegswesens und des 
Ritterhandwerks zu viel größeren Umwandlungen. Diese bezogen sich sowohl 
auf die Gestaltung der Kriegsethik, die sich seit Augustinus bis zum Anfang der 
Kreuzzugsepoche auf den theoretischen Grundlagen entfaltete, als auch auf die 
Veränderungen der sozialen Voraussetzungen für den Waffenkampf. Die Kriegs- 
ethik des 11. und 12. Jahrhunderts wird in der Literatur als streng und eindeutig 
bewertet. Deswegen kann hier angenommen werden, dass die Verbindung des 
monastischen Faktors mit dem ritterlichen Faktor die Darstellung des durch die 
Ritterorden geführten Krieges im Rahmen der Gesetzesethik ermöglichte. Das 
Handeln und Leben der gewalttätigen Ordensritter wurde geregelt und durch 
Ordensrecht und -sitte geprägt. Recht und Sitte gestalteten sich nach der Gesetz- 
mäßigkeit der Ordensregel. 
Obwohl die Grundlagen für die mittelalterliche Moral christlicher Her- 
kunft waren, waren sie weder stabil noch einheitlich. Sie erforderten stete 
Verifizierung in verschiedenen Zusammenhängen, die zwischen Rigorismus 
und Necessarismus lagen. 


3. Kirchliche Lehre und Lehnswesen 


3a. Kriegführung und Evangelium. Wandlungen in der kirchlichen Lehre 
und in dem Recht 


Im Hochmittelalter spielen die Wandlungen, die in der Kirchenlehre am 
Ende des 11. und im 12. Jahrhundert auftraten, eine relevante Rolle. Rudolf 
Von Rheinfelden, der Gegenkönig, der durch die gregorianische Partei ge-
>>>
164 


Stefan Kwiatkowski 


wählt wurde, hatte in einer Schlacht mit dem Heer seines ehemaligen Ober- 
herrn, Heinrichs IV., die rechte Hand verloren und starb an dieser Wunde. 
Im königlichen Lager wurde dies als eine sichtbare Strafe Gottes angesehen, 
denn mit dieser abgeschnittenen Hand hatte der Verstorbene ehemals Hein- 
rich IV. die Treue zugesichert. Dagegen hatte die päpstliche Partei den Ver- 
storbenen zum Märtyrer erklärt. Die Leiche des Gegenkönigs wurde in der 
Bischofskirche in Merseburg bestattet und die abgeschnittene Hand dort als 
Heiligtum aufbewahrt2'. Seit dieser Zeit machte die Kirche deutlich, dass der 
Tod für ihren Schutz das Märtyrertum bedeutet. Seit dem 12. Jahrhundert 
haben die Menschen den Schutz der Kirche vermutlich als einen Teil des 
Schutzes der Schwachen, Armen und Wehrlosen verstanden 2 '. 
Auch die Einstellung zum Töten hatte sich verändert. Bis zum 11. Jahr- 
hundert glaubte man, dass der Mord an einem anderen Menschen nach der 
Buße für Totschlag verlange. Am Ende dieser Epoche gelang es, den Begriff 
des Krieges als ein gutes Werk zu definieren. In der Entstehungszeit des 
Decretum Gratiani wurde der Krieg nur in Ausnahmefällen als legitim aner- 
kannt. Während des 12. Jahrhunderts wurde angenommen, daß die Krieg- 
führung selbst in moralischer Hinsicht neutral sei, und die Kanonisten kon- 
zentrierten sich auf die Feststellung von Umständen, die den Krieg ungerecht 
machten. Das Töten von anderen Menschen wurde in der Ethik für ambiva- 
lent gehalten; demnach war es sowohl verdammens- als auch lobenswert 22 . 
Konrad von Thüringen verbreitete Tod und Gewalt (ähnlich wie sein namen- 
loser Vasall und andere Helden des Deutschen Ordens) sowohl vor als auch 
nach der Aufnahme in den Ordensdienst. Seine Taten als die eines Ordens- 
ritters galten trotzdem und waren damit hoch anzurechnen. 
Problematisch wurde die Auflösung des Widerspruchs zwischen der 
Kriegführung und dem Evangelium, das befahl, geduldig das ganze Leid zu 
ertragen und die Strafe dafür dem lieben Gott zu überlassen. Zum Schlüssel- 
begriff wurde die Wendung preparatio cordis, also die Wiederfindung des 
geistigen Weges zu Gott, die der Kriegführung für sündhafte Zwecke wie 
Habgier, Hass und privaten Nutzen vorzubeugen hat 2 ]. 
Der kriegerische Eifer gehört zu den grundsätzlichen moralischen Tu- 
genden der Ordensbrüder. Im Kreise der ritterlichen Kultur ist die Tapferkeit 
eine bewunderns- und beachtenswerte Tugend, die keiner religiösen Begrün- 
dung bedarf. In der augustinischen Ethik ist die Tapferkeit nötig angesichts 
der sündhaften Natur des Menschen. Gott ist die Quelle der Tapferkeit, die 
ihre Wurzel im Sieg über eigene Sünde hat 24 .
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


165 


3b. Das Lehnswesen und seine Auswirkung auf die Kriegsethik 
Das Lehnswesen und die daraus entstandenen Bräuche gehörten zwei- 
felsohne zu den Quellen der mittelalterlichen Kriegsethik. Das Lehnsrecht 
hat den Gültigkeitsbereich der Moralgrundsätze bestimmt. Die ethischen 
Pflichten waren im Lehnsvertrag enthalten, und dieser hatte seine Rechts- 
kraft auf den Senior- und Vasallenkreis begrenzt. Sogar die Liebe am Herr- 
scherhof wurde als der Ritterdienst gegenüber einer ausgewählten Dame 
definiert. Die Regeln ehrenhaften Verhaltens galten für diejenigen, die au- 
ßerhalb des Lehns- bzw. quasi-Lehnsdienstes standen, tatsächlich kaum. Zu 
Recht behauptet Arno Borst, "der niedere Adel Frankreichs war eine Horde 
von Draufgängern, die nur Erfolg und Faustrecht anerkannten. Sie paktierten 
mit Tod und Teufel und überfielen jeden Schwachen. Rücksichtnahme war 
Feigheit, der tapferste Gegner wurde ohne jede Ritterlichkeit doppelt rabiat 
niedergehauen". Demzufolge hatten die ziemlich rigorosen Verhaltens- und 
Rechtsnormen, die sich durch die Lehnspflicht ausbildeten und danach durch 
mehrere Generationen auf die Herrscherschicht übertragen wurden, umso 
größere Bedeutung. 
Arno Borst stellt die Lage folgendermaßen dar: "Wenn wir aus der höfi- 
schen Literatur des hochmittelalterlichen Abendlandes das Idealbild des Rit- 
ters rekonstruieren wollen und uns den vergleichenden Blick nicht durch 
Vorliebe und Vorurteil trüben lassen, müssen wir zugeben, dass es ein allge- 
mein verbindliches Ritterideal im Hochmittelalter nie und nirgends gab. Der 
Haudegen, der galante Ritter, der höfische Ritter, der christliche Ritter sind 
Leitbilder, die einander widersprechen"2S. 
Gerd Althoff weist darauf hin, dass die miteinander kämpfenden Partei- 
en einen unmittelbaren Zusammenstoß vermieden und stattdessen ihre Kraft 
und Barbarei demonstrierten, indem sie Massaker und Verwüstung unter 
den Wehrlosen anstifteten. Die miteinander kämpfenden Armeen versuchten 
möglichst wenige Soldaten zu verlieren, und des Öfteren wurden Verträge 
und Waffenniederlegungen abgestimmt 26 . Die Kriegshandlungen wurden unter 
verschiedenen, aber doch oft vergleichbaren Umständen abgebrochen: bei 
Anwesenheit des Herrschers, durch Ausschluss von kirchlichen Feierlich- 
keiten und Orten des religiösen Kultes und zuletzt durch die Ausdehnung 
des Ausschlusses dank der Bewegung der treuga Dei. 
Die Kreuzzugsbewegung bildete eine neue Qualität in der Geschichte 
des Rittertums. Der Eroberungskrieg gegen die heidnischen Nachbarn in 
Ostmitteleuropa gehörte zur Tradition des Abendlandes vom 10. bis zum 12. 


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166 


Stefan Kwiatkowski 


Jahrhundert. Es wurde jedoch ein Krieg geführt, den man als fürstliche 
Unternehmung gegen die Heiden verstand. Die Kreuzzüge waren dagegen 
eine Ritterbewegung, sowohl im soziologischen als auch im organisatori- 
schen Sinne. Die Kriege im Osten Europas bekamen diesen Charakter erst 
im 13. Jahrhundert 27 . Die allgemein anerkannte Geistlichkeit der Kreuzzüge 
schloss die Überzeugung ein, dass die weltliche Leibeigenschaft der spiritu- 
ellen Abhängigkeit von Gott untergeordnet sei. Diese Abhängigkeit von 
Gott wurde natürlich in feudalen Kategorien iIlustriert 28 . In diesem Zusam- 
menhang bildeten die Ritterorden zweifellos eine spezifische Haltung ge- 
genüber dem allgegenwärtigen Lehnswesen aus, zuerst im Heiligen Land 
und im Nahen Osten, und danach auch an der Ostsee. Das beste Beispiel 
stellt die Emanzipation des Schwertbrüderordens gegenüber den Bischöfen 
von Riga dar. Die feudale Welt und darunter auch das Episkopat waren sich 
der Wichtigkeit dieser Erscheinung bewusst. In der feudalen Hierarchie 
mussten bestimmte Bedingungen erfüllt werden, um die Lehensfähigkeit zu 
erreichen. Es ist allgemein bekannt, dass ein Teil derjenigen, die dem Deut- 
schen Orden beigetreten sind, der Kategorie der Ministerialen angehörten, 
obwohl diese als Unfreie nicht lehensfähig waren. Der monastische Faktor 
verlieh die geistigen Grundlagen für die Vorstellung über die Lehensvergabe 
als unmittelbar von Gott, Christus und besonders von der Gottesmutter stam- 
mend 29 . Die Liegenschaften der Ritterorden und darunter des Deutschen 
Ordens bildeten gegenüber der Hierarchie der feudalen Welt. von der sie auf 
eine bestimmte Art und Weise Abschied genommen haben, eine Alternative, 
die zur Ursache von Konflikten werden konnte. 
Die Grundsätze des ritterlichen Ehrenkodexes, die in einem lange andau- 
ernden und schwierigen Prozess entstanden sind, galten nur innerhalb dieses 
Standes. Ähnlich wie der Krieg unterlagen sie einer immer strengeren recht- 
lichen Normierung. Der Deutsche Orden in Preußen strebte nach dem Aus- 
schluss seiner Antagonisten aus dem Bereich der in der christlichen Welt 
allgemeingültigen Normen. Die Heiden wurden stets als Menschen darge- 
stellt, die sich außerhalb der Gültigkeit des christlichen Rechts befanden. In 
der ersten Hälfte des 13. Jahrhundel1s wurde diese Regel durch das Verhält- 
nis der Heiden gegenüber dem ihnen offenbarten Glauben bestimmt. Es 
herrschte die Überzeugung, dass das Leben der Heiden ohne Akzeptanz 
Gottes verlaufe, also ein gottloses und gegen das Naturrecht gerichtetes 
Leben sei. Dagegen sollten die christlichen Widersacher der Ordensritter die 
Voraussetzungen des ritterlichen Ehrenkodexes nicht erfüllt haben. Dusburg 
stellt bereits Polen (und darunter auch Masuren) als Menschen dar, die vom 
Schlachtfeld fliehen und ihren Herrscher in der Not verlassen. Die Aufli- 
stung der Verbrechen, die von dem Herzog von Pommerellen Swi
topelk
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


167 


und seinen Männern begangen wurden und gegen den ritterlichen Ehrenko- 
dex verstoßen, ist fast vollständig: Sie leisten keinen Glaubensschutz und 
paktieren mit den Heiden, außerdem sind sie feige und wortbrüchig 30 . Nach 
demselben Schema wird eine negative Beurteilung des gesalbten Königs 
Wladyslaw Lokietek durchgeführt, der gegen seine elementaren Pflichten 
handelt 3 '. 
Auch die Ritterorden begannen jedoch einen hohen Preis für ihre spezifische 
Position in der durch das Lehnswesen bestinunten Welt zu zahlen. Die Templer 
fanden bei ihrem traurigen Ende kaum Verteidiger, sie gerieten schnell ins Ge- 
triebe der kirchlichen Gerichtsbarkeit. Die polnische Seite bezweifelte auch die 
Legitimität der Deutschordensritter, besonders während der Verschärfung des 
lange andauernden Konflikts. Dieses spiegelt sich in realen Handlungen, obwohl 
die theoretischen Grundlagen unklar bleiben. Die von Polen in der Schlacht bei 
Plowce festgenommenen Ordensbrüder wurden sofort noch während des Kamp- 
fes aufgehängt. In der Schlacht bei Tannenberg wurden die Ordensbrüder ohne 
Rücksicht behandelt, selbst der Hochmeister und seine Würdenträger erfuhren 
keine Gnade. Während dessen wurden die aristokratischen Gastritter inhaftiert 
und sehr ehrenhaft behandelt. 
Aber auch in der Praxis wurde eine besondere Variante angewandt. Die 
Kriegsgrausamkeit wurde durch die religiöse und monastische Berufung 
gerechtfertigt, auch wenn es nur mittelbar getan wurde. Außerdem wurden 
die Abweichungen von der Observanz durch die Kriegsbedingungen von 
Schuld befreit. 


4. Die Vorstellungswelt 


Die intellektuellen Grundlagen der Ethik spiegelten recht allgemein die 
in der zum großen Teil schreibunkundigen Gesellschaft funktionierenden 
NOlmen und Moralurteile wider. Spuren von den Vorstellungen der Massen 
sind in den literarischen Erinnerungsstücken erhalten geblieben, die bewusst 
auf mündlichen Überlieferungen basierten. Es handelt sich hier um Werke, 
die für ein breites Lesepublikum geeignet waren und entsprechend verbreitet 
wurden. Dazu gehört die Spielmanns- und Heldendichtung. Diese Werken 
enthalten Abbildungen der zeitgenössischen Probleme und Interessen. Stark 
vertreten sind auch religiöse Leitfäden und die Kirchenlehre. Historiker sind 
noch weit von der komplexen Erforschung dieser Quellenart entfernt, sie ist 
aber zum Untersuchungsgegenstand der Philologen geworden. Es lohnt sich, 
hier auf das Motiv der heidnischen Stadt hinzudeuten, die durch die Anwen- 
dung üblicher militärischer Mittel nicht erobert werden konnte. Wirksam
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168 


Stefan Kwiatkowski 


schien erst eine geschickte Täuschung zu sein, derer sich ein mit einem 
Mönchsmantel verkleideter Ritter bediente. Zum Ziel aller dieser Bemühun- 
gen in der Spielmanns- und Heldendichtung wird jedoch weder die Bekeh- 
rung der Heiden noch ihre Unterjochung, sondern die Entführung einer Frau 
für den Fürsten. Die Handlung dieser Werke spielt meist in den Landschaf- 
ten des Nahen Ostens. Genauso gut könnte sie im südöstlichen Küstenraum 
der Ostsee angesiedelt werden. 
In die legendären Verbindungen konnte ebenso die Geschichte eines 
Zuges nach Preußen hineinwirken, der im Jahre 1255 u. a. vom böhmischen 
König, Ottokar 11. und seinem Schwager, dem Markgrafen Otto von Bran- 
den burg unternommen wurde J2 . Es kann zweifellos angenommen werden, 
dass in der Spielmanns- und Heldendichtung Kreuzzugsmotive nur als lite- 
rarische Verzierung eingefügt wurden. Aus demselben Grunde kann der 
Rückschluss gezogen werden, dass die Verfasser sowohl gegenüber der Kreuz- 
zugsidee als auch gegenüber den an der Ostsee vollzogenen "Großtaten des 
Deutschen Ritterordens" gleichgültig blieben. Oder könnte das, wie es Wal- 
ter Kofler andeutet, ein Indiz für eine gewisse Interessenlosigkeit für die 
Kreuzzüge selbst in den breiteren Kreisen der Gesellschaft gewesen sein?JJ 
Vielmehr lohnt es sich hier auf die Motive hinzuweisen, die des öfteren in 
der Geschichtsschreibung des Deutschen Ordens anzutreffen sind, wie: ein 
fürchterliches Bild der Kreuzzugsarmeen, Fehlschläge wegen der ungewohnten, 
feindlichen Umgebung und die Wehrlosigkeit gegenüber einem gut organi- 
sierten Feind. Nach dem Verlust des Heiligen Landes konnte die Abneigung 
gegen weitere Kreuzzüge allgemein werden und in der populären Volks- 
dichtung eine Abbildung finden 0 Demselben Paradigma begegnen wir in 
populären Erzählungen, die in den literarischen Denkmälern Preußens über- 
liefert worden sind. 
Vor dem Hintergrund namenloser Ordensritter treten Auserwählte Got- 
tes vor: einzelne Ordensritter bzw. ganze Konvente, deren Heldentum oder 
manchmal auch Täuschung über ihren Erfolg entscheiden. Viel relevanter ist 
jedoch die Frage nach dem Geist der preußischen und livländischen Raub- 
reisen im Bewusstsein ihrer Teilnehmer, besonders im 14. Jahrhundert. Strebten 
wirklich der Orden und seine Gäste nach der Bekehrung oder der Unterjo- 
chung des heidnischen Litauens? Dies stünde doch im Widerspruch zur 
ethischen Verdammung der "libido dominandi",
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5. Die Ethik 


Ausgangspunkt dieser Abhandlung waren die Veränderungen in der allge- 
meinen Ethik. Die Regel und die Statuten des Deutschen Ordens sind Produkte 
der Geisteslage mitten im 13. Jahrhundert. In der Moralsphäre deuteten sie auf 
die Offenbarung als einen Wegweiser hin. Auf der anderen Seite kommt man 
nicht umhin zu bemerken, dass sie sich auf die Gesetzesmoral stützten; wie 
könnten übrigens Regeln und Vorschriften anders entwickelt werden. 
Die Grundlagen der Kriegsethik des christlichen Westens wurden von 
Augustinus formuliert. Der Krieg wurde von ihm als moralisch Böses beur- 
teilt. Die Ausnahme stellte ein Krieg dar, der aus moralischen Gründen 
geführt wurde. Die augustinische Kriegsethik hat ihre Quellen in dem für 
das ganze System charakteristischen Dualismus der Wirklichkeitsbetrach- 
tung. Ihr liegt eine scharfe Gegenüberstellung der Vollkommenheit des Schöp- 
fers und der Eitelkeit des irdischen Daseins zugrunde. Der Krieg komme 
von der Sünde und erreiche sein ewiges Stadium in der Hölle. Nach Augu- 
stinus besteht der schädlichste und verhängnisvollste Aspekt des Krieges im 
Kampf der Dinge gegeneinander. Der Wille widersetze sich dem Leiden und 
das Leiden widersetze sich dem Willen. Der Schmerz kämpfe gegen die 
Natur des Leibes, und keines gebe dem anderen nach [De civitate Dei XIX 
28]. Laut Augustinus ist das gesamte Diesseits, als des wahren Friedens 
entbehrend, dazu verurteilt, einen permanenten Krieg zu führen (bel/are), 
und zwar auf allen Ebenen der menschlichen Existenz. "Bel/are" sei für den 
Menschen vor allem eine spirituelle Bemühung, deren Ziel die Erlangung 
des Friedens sei. Der wahre und ewige Frieden sei im Schöpfer und in der 
Erlösung enthalten. Der auf der Seite Gottes stehende homo bel/ator könne 
seiner Berufung nicht entgehen, was übrigens mit seiner natürlichen Dispo- 
sition übereinstimme. Augustinus warnte vor der seiner Meinung nach fal- 
schen Annahme, "bel/are" habe kein Ende und somit keinen Sinn 34 , 
Der Frieden 3s wurde von Augustinus als tranquillitas ordinis bezeich- 
net 36 . Nur in Gott habe der Frieden absoluten Wert. In menschlicher Dimen- 
sion sei sein Wert relativ. Jeder Mensch, auch der Elende, liebe seinen 
Frieden und seine Existenz. Ohne den göttlichen Faktor sei er jedoch dazu 
verurteilt, im scheinbaren Frieden und im geistigen Elend zu leben. Eine 
derartige Existenz sei eine Aufforderung dazu, die pax vera zu suchen 37 . Um 
diesen Gedanken wiederzugeben beruft sich Peter Dusburg auf das Alte 
Testament: Unde dicit Baruch [Baruch 3,13]: si in via dei ambulasses, ha- 
bitas.'Ies in pace sempiterna 38 . Der wahre Frieden stehe den Gottlosen nicht
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Stefan Kwiatkowski 


ZU 39 , weil er immer um Christi willen angenommen werd e 40. Nach Augusti- 
nus ist die pax terrena für den Menschen wesentlich und erstrebenswert 41 . Je 
komplexer die Struktur der erschaffenen Wirklichkeit sei, desto schwieriger 
sei es, in ihr den Frieden zu erhalten 42 . Auf der niedrigsten Stufe der Ge- 
meinschaft werde der Krieg zwischen Seele und Leib geführt. Die mensch- 
lichen Gemeinschaften wie Familie, Stadt, Staat beschützten den Menschen 
gegen die Außenwelt, sie seien aber zugleich eine Quelle der Unruhe 43 . Um 
die innere Hannonie im Rahmen dieser Strukturen zu erhalten, seien beson- 
dere geistigen Tugenden erforderlich. 
Die Folgen dieser Feststellung nehmen einen wertenden Charakter im 
Sinne des augustinischen Verständnisses des Bösen an. Es ist nämlich, um 
ontologische Realität beraubt, nichts anderes als das Fehlen des Guten. Der 
Krieg bringt deswegen zwangsläufig Taten mit sich, die im Widerspruch 
zum Gebot der Nächstenliebe stehen. Augustinus verdammte die Kriegsta- 
ten in moralischer Hinsicht gesehen entschieden. Er erkannte jedoch das 
Recht der Christen auf Notwehr an. Nach Augustin darf sich der Mensch des 
Krieges nicht zur Realisierung eigener irdischer Ziele bedienen. Allein Gott 
könne ihm die Waffe in die Hand geben. Dann trage der Krieger, der die 
Ziele des Schöpfers verwirklicht, keine Schuld für das Böse, das er durch 
sein Handeln anderen Menschen antut. 
Der Deutsche Orden kam nach Preußen mit einer schon im Wesentlichen 
gestalteten Identität, deren integralen Teil die augustinischen Ideen in der Fas- 
sung aus der Zeit der Kreuzzüge bildeten. Die ausscWaggebende Bedeutung für 
die Bestimmung der augustinischen Identität des Ordens in Preußen hat das in 
der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts entstandene Schrifttum. 
Sehr wahrscheinlich hat die augustinische Lehre die Entwicklung des 
Begriffes "Krieg" in der deutschen Sprache beeinflusst. Im Alt- bzw. Mittel- 
hochdeutschen war Kreg, kriec eine "Bezeichnung einer emotionalen Hal- 
tung oder Einstellung und der aus ihr erwachsenen Situation ('Streit', 'Unei- 
nigkeit') bis hin zur Bedeutung der mit Kampfhandlungen eingehender Fehde". 
Ab dem 18. Jahrhundert bedeutet Krieg auch einen zwischenstaatlichen Streit 
mit Anwendung militärischer Mittel 44 . 
Es bedarf einer Erörterung, ob die Vorgaben Bernhards von Clairvaux 
unmittelbar in die Ritterorden übernommen wurden. Zweifelsohne gab es 
zur Zeit der Abfassung der Ordensregel die Notwendigkeit, die Verbindung 
der geistigen und militärischen Ziele recht klar darzulegen. Diese Notwen- 
digkeit brachte Bernhard ursprünglich dazu, in der Sache der Templer eigen- 
ständig Stellung zu beziehen. Die wichtigsten Bestimmungen für den Be- 
reich der Kriegsethik sind jedoch in den Statuten des Deutschen Ordens 
fonnuliert. Das christliche Rittertum, dessen Aufgabe in der Reinigung der
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


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Welt von Heiden besteht, zeichnet sich durch seine Rücksichtslosigkeit im 
KampFs und durch die Barmherzigkeit gegenüber den Hilfsbedürftigen aus 46 , 
In den Statuten finden wir sehr spärliche Konkretisierungen zum Thema 
Kriegsethik. In der Regel gibt es nur einen Artikel über die Kriegführung, 
wobei hier den führenden Ordensrittern volle Freiheit im Bereich der militä- 
rischen Aktionen überlassen wird 47 . Weitere Direktiven zur Kampfführung 
sind in den Gesetzen und Gewohnheiten enthalten 48 . 
Die zweite Schicht der Kriegsethik gestaltete sich in der Praxis während 
der Unterwerfung der heidnischen Länder an der Ostsee. Die Bestimmungen 
aus den Statuten verloren ihre Gültigkeit nicht und fungierten auch damals 
als ein wesentliches Instrument für die Ausbildung der Deutschordensmoral. 
Jedoch waren ihre Anweisungen im Grunde sehr einseitig, denn sie betrafen 
vor allem die innere Disziplin. Dagegen ergaben sich die Antworten auf die 
Fragen nach der Wirklichkeit an der Ostsee in großem Maße unabhängig 
davon: auf die Fragen nach dem Wesen der Aggression und der Unterwer- 
fung, nach der Barbarei und den Verwüstungen; nach Zielen und Rechtferti- 
gung konkreter militärischer Handlungen; nach dem Bilde der Heiden und 
dem Wesen ihrer Menschlichkeit, nach dem Recht auf Leben im Frieden 
und dem Recht auf Eigentum sowie nach der Position dieser Menschen in 
der Heilsgeschichte und schließlich nach dem Wesen ihrer Bekehrung. Die 
Regelungen des Christburger Vertrages vom Jahre 1249, die den bekehrten 
Prußen ähnliche Rechte wie jene garantierten, die die Untertanen des Kai- 
sers genossen 49 , deuten darauf hin, dass die Ordensritter in der Entstehungs- 
zeit der Ordensstatuten an bestimmte Grundsätze gebunden waren, die auch 
die Kriegsethik umfassten. Rasch kam es zur Wiederaufnahme der Kämpfe 
und zur rasanten Verschärfung der Brutalität der Ordensritter. Die Tradition 
der Eroberungsära wurde vor allem in den Werken Peters von Dusburg und 
Nikolaus' von Jeroschin konserviert, die in der ersten Hälfte des 14. Jahr- 
hunderts entstanden sind. Beide Chronisten gaben recht treu alle Details der 
während der Kämpfe umgestalteten Kriegsethik wiederso. Dank Peter von 
Dusburg bekam die Ethik - wenn auch ex post - einen gewissen theoreti- 
schen und methodischen Rahmen. Diese Schriften knüpften sowohl an die 
Statuten SI als auch an die noch lebendige Tradition an. 
Der Begriff eines gerechten Krieges wurde von Augustinus formuliert. 
Er besaß damals einen deutlichen moralischen und wertenden Kontext. Bern- 
hard von Clairvaux war in gewissem Sinne ein Fortsetzer der augustinischen 
Lehre über den auserwählten Charakter der Christen, die nicht nur für das 
moralisch Böse, das während der von ihnen geführten Kriege von Gott 
gerechtfertigt wurde, sondern unmittelbar zur Ausübung der Kriegshandlun- 
gen berufen werden sollten. In seiner Argumentation überwiegt jedoch ein
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172 


Stefan Kwiatkowski 


blinder, emotionaler Eifer und restloser Subjektivismus, der sich auf die 
mystische Offenbarung bezieht. In gewissem Sinne ist das eine für die Kreuz- 
zugsperiode typische Haltung, die aber recht schnell an Aktualität verlor5 2 . 
Im Spätmittelalter gewann der Begriff des "gerechten Krieges" an morali- 
scher Neutralität durch seine Position im Rechtssystem und durch den kasui- 
stischen Bezugsrahmen, der ihn umgab. Ethik, Tugenden, Sünden und Ver- 
brechen erfuhren eine "Geometrisierung", wie es S. Swiezawski nennt. 
"Kasuistik [...] entstellt die Gewissen vor allem dadurch, dass ihre Anhänger 
an die Möglichkeit einer präzisen Bestimmung von detaillierten Moralfällen 
(casus) glauben" S3. 
Der Deutsche Orden stammt aus der Epoche der Kreuzzüge. Die "Ge- 
rechtigkeit" des Krieges wurde vor allem auf die Offenbarung bezogen. In 
Anlehnung auf diese Kategorien erfolgte die Unterwerfung Preußens (1230- 
1283). Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Glaube an die übernatürli- 
che Berufung zum Krieg bereits viel geringer. Jedoch setzte der Deutsche 
Orden seinen Krieg gegen litauische Heiden noch über hundert Jahre lang 
fort. In seiner theoretischen Argumentation, die vor allem im Bereich der 
Diplomatie und des Gerichtswesens zum Gebrauch kam, überwog immer 
tiefgreifender die Berufung auf das positive, gesetzte Recht. Dies stellt eine 
deutliche Spur für parallele Umwandlungen im Bereich der Kriegsethik der 
Ordensritter dar. Seitdem wurden in dieser Ethik das Gerechtigkeitsgefühl 
im irdischen Verständnis des Wortes sowie der Bezug auf rechtliche Nor- 
men berücksichtigt. 


6. Das Aussterben der monastischen und kriegerischen Identität 


Nach einer Periode der Wiederbelebung des monastischen Geistes, die in 
der Geschichtsschreibung des Deutschen Ordens auf das zweite bis vierte Jahr- 
zehnt des 14. Jahrhunderts fällt, kam die Zeit der Überlegenheit des ritterlichen 
Faktors. Ganze Jahrzehnte lang wurde die ritterliche Lebensweise gepflegt und 
die wenig fruchtbaren Züge gegen Litauen fortgesetzt. Die Uneffektivität der 
ritterlichen Handlungen im Hundertjährigen Krieg hatte ihr Pendant in Ostmit- 
teleuropa, nicht nur in den baltischen Ländern, sondern auch bei Nikopolis. Sie 
fand ihre Verlängerung und ihren Abschluss in der Niederlage bei Tannenberg. 
Infolgedessen stellte sich heraus, dass die Ordensbrüder keine Krieger aus der 
heldenhaften Epoche mehr waren. Das Verschwinden persönlicher Kriegstüch- 
tigkeit unter den Brüdern, das in der Epoche der weiteren Qualifizierung des 
Kriegshandwerks notwendig zum Vorschein kam, wurde durch die Beschwö- 
rung der Vergangenheit und die Erinnerung an das alte Heldentum vertuscht.
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


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Die Ordensfeinde, wie polnisch-litauische Heere, böhmische Hussiten, Mitglie- 
der und Söldner des Preußischen Bundes, wurden von Schriftstellern und Chro- 
nisten des Deutschen Ordens der Verletzung des Rechts, der Gottlosigkeit und 
unbegriindeter Barbarei beschuldigt. Gleichzeitig hatte der Orden die morali- 
schen Grundlagen, die vor allem in rechtlichen Vorschriften sowohl des Natur- 
rechts als auch des positiven Rechts zum Ausdruck kamen, zu befolgen. Einzel- 
ne Methoden der Kriegführung wurden aber nicht verurteilt. Die moralische 
Beurteilung von militärischen Handlungen hing ausscWießlich von den Men- 
schen ab, die diese Handlungen unternahmen 54 . In der Epoche der Ordensnieder- 
lagen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der moralische Verfall im 
öffentlichen Leben bemerkt. Zum Zeichen dessen wurde die Nichteinhaltung 
des Lehnseides, der von Prälaten und Anführern der preußischen Gesellschaft 
(darunter auch von manchem Deutschordensbruder) König Wladyslaw JagieUo 
und danach Hochmeister Heinrich von Plauen geleistet worden war
s. 
Die Brüder des Deutschen Orden besaßen einen doppelten Status: den 
eines Mönchs und den eines Kriegers. Etappenweise verringerte sich aber 
die Bedeutung des monastischen Faktors zugunsten des ritterlichen Faktors. 
Dieses einfache Schema ist noch weit von vollständiger Erörterung entfernt. 
Die Lage der mittelalterlichen Krieger unterlag bekanntlich wesentlichen 
Veränderungen. Der Deutsche Orden entstand zu einer Zeit, in der die Krie- 
ger eine zentrale Position im gesellschaftlichen System einnahmen. Der feu- 
dale Ritter war nämlich kein einfacher Krieger aus dem Frühmittelalter, 
sondern er vereinte in seiner gesellschaftlichen Rolle zwei Faktoren: Herr- 
schaftsmacht und Besitztum. Am Ende dieser Epoche erschien aber eine 
Schicht von Kriegern, die ausschließlich vom Krieg lebten. Sie besaßen 
weder Güter noch Macht, sondern verfügten nur über ihr Kriegshandwerk, 
von dem sie existierten. Sie waren unterschiedlicher Herkunft, vor allem 
aber rekrutierten sie sich aus den sozial degradierten Ritterfamilien s6 . 
Wie kann auf dieser Grundlage der Status der Ritterbrüder des Deut- 
schen Ordens bestimmt werden? Die Ritterorden stützten sich auf die For- 
mel der monastischen Herrschaftsausübung über Menschen und Besitz, aber 
sie vereinigten vor allem Ritter. Oft kommt dabei die gängige Meinung zum 
Ausdruck, dass der Deutsche Orden zum "Spital" für den deutschen Adel 
wurde. Diese Ansicht trifft wohl zu, aber nur für die letzten hundert Jahre 
der Ordensherrschaft in Preußen. Viele der Bestimmungen der Regel wur- 
den damals vergessen. Die Ordensritter verfügten über ihre privaten Güter 
und, um weitere entsprechende materielle Vorteile für sich zu garantieren, 
wurde die Zahl der Ordensbrüder in Preußen, wie heute nicht unbegründet 
angenommen wird, mit Absicht eingeschränkt. Früher war die Lage be- 
kanntlich anders. Die Ordensgemeinschaft besaß Herrschaftsmacht und Ver-
>>>
174 


Stefan Kwiatkowski 


mögen, aber der einzelne Ritterbruder hatte darin nur eine mittelbare bzw. 
illusorische Anteilnahme. Es reicht aus, anzuschauen, welcher Handlungs- 
rahmen für einen Ordensritter in den Ordensstatuten vorgeschrieben und wie 
die Lage der Kreuzritter im Lichte der ältesten Quellen zur Geschichts- 
schreibung des Deutschen Ordens in Preußen samt der Chronik von Peter 
Dusburg geschildert wurde. Viele Generationen lang war der Ordensritter 
ein Krieger. Im Vergleich mit den Kriegern des Spätmittelalters stand er im 
Dienste des Krieges, der von Gott bzw. mindestens im Namen Gottes ge- 
führt wurde. Im 14. Jahrhundert nahm die Teilnahme der Brüder an der 
Herrschaftsmacht an der Ostsee zu, weniger sichtbar (was für diese Periode 
nur hypothetisch angenommen werden kann) war die Zunahme am Besitz- 
tum. Im 15. Jahrhundert (mehr oder weniger seit dem zweiten Jahrzehnt) 
verfügten die Ordensbrüder über Macht und Vermögen, und für den Kampf 
wurden Krieger beschäftigt. Das belegt die Abhandlung von Ulrichs s7 . 
Zum Schluss lohnt es sich, noch eine allgemeinere These zu wagen. Es 
überwiegt die Ansicht, dass die innere Krise in den Ritterorden als Folge des 
Niedergangs der Kreuzzugsidee anzusehen ist. Demzufolge verdankte der 
Deutsche Orden seine spätere Entwicklung der Lokalisierung seiner Güter 
im Grenzgebiet zum Heidenland. Auf der Suche nach dem Moralbild dieser 
Korporation scheint diese Antwort nicht erschöpfend zu sein. Größere Be- 
deutung sollte der Ritter- und Lehnswesenkrise beigemessen werden. Sie 
erfasste nicht nur die ökonomischen Grundlagen dieses Standes, sondern 
auch seine Kultur und die Grundlagen der Standesmoral. Gleichzeitig voll- 
zog sich eine länger andauernde Krise in der monastischen Bewegung. Am 
Ende des Mittelalters spielten nur diejenigen Orden eine Rolle, die sich 
bemühten, die Seelen der Menschen für sich zu gewinnen und das Leben der 
Christen zu bessern. Durch diese Aktivitäten verringerte sich relativ schnell 
die Bedeutung der Orden, die sich auf die klassische Regel des Benedikt von 
Nursia stützten. Während des 14. Jahrhunderts zerfielen die Hauptfaktoren, 
auf denen die Identität des Deutschen Ordens aufbaute. Ich wiederhole, es 
waren: das in der klassischen Lehnsepoche formulierte Ritterethos; der Mo- 
nastizismus, der auf den Verzicht auf das Irdische und auf die Ausführung 
der Vorhaben Gottes auf Erden ausgerichtet war; und schließlich das schola- 
stische, auf Synthese und allgemeiner Anschauung basierende Weltverständ- 
nis. Es könnte natürlich darauf hingewiesen werden, dass sich die Deutsch- 
ordensbrüder zu Anfang der Neuzeit um die Idee eines territorialen 
Ordensstaates sammelten. Jedoch konnte die weltliche Herkunft dieses ideo- 
logischen Grundsatzes nur zur weiteren Zerrüttung des Selbstbewusstseins 
der Ordensmitglieder führen. 


Übersetzung: Piotr Zariczny
>>>
Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


175 


Anmerkungen 


I J. Gründel. Die Lehre von den Umständen der men.rchlichen Handlung im Mittelalter 
(Beiträge zur Geschichte Philosophie und Theologie des Mittelalters, 39, H. 5), Münster/ 
Westf. 1963, besonders S. 5 f., 666 f.; W. Kluxen, Philosophische Ethik bei Thomas von 
Aquin, 2. erw. Auflage, Mainz 1964. S. 163 f., 230 ff,; S. P. Marrone, Aristotle. Augustine 
and the Identity of Philosop/I)' in Late Thirteenth-Century Paris: The Case of Some Theolo- 
gians, in: Nach der Verteilung von 1277. Philosophie und Theologie an der Universität \'On 
Paris im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts, hrsg. v. J. A. Aertsen, K. Emery Jr., A. Speer 
(Miscellanea Mediaevalia. Veröffentlichungen des Thomas-Instituts des Universität zu Köln, 
28), Berlin-New York 2001, S. 276-298. 
2 G. Wieland. Ethica-Scientia practicao Die Anfänge der philo.mphi.rchen Ethik im 13. 
Jahrhundert (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters, NF 
21). Münster/Westf. 1981 S. I ff.: J. Miethke, Die Rolle der Bettelorden im Umbruc."h der 
politischen Theorie an der Wende zum /4. Jahrhundert, in: Stellung und Wirksamkeit der 
Bettelorden in der ständischen Gesellschaft, hrsg. v. K. Elm (Berliner historische Studien 
3), Berlin 1981. S. 119-153; B. Michael, Buridanus mora/philosophische Schr(fien. ihre 
Leser und Benutzer im späten Mittelalter, in: Publikum politischer Theorie im 14. Jahrhun- 
dert. hrsgo v. J. Miethke unter Mitarbeit A. Bühler (Schriften des Historischen Kollegs. 
Kolloquien 21), München 1992. S, 139-151: H. Möhle, Ethik als scientia practica nach 
Johannes Dum ScotU,f. Eine philosophische Grundlegung (Beiträge zur Geschichte der Phi- 
losophie und Theologie des Mittelalters, NF 44), Münster 1995, S. 173 ff.; L. Honnefelder, 
Metaphysik und Ethik bei Johannes Duns Scotus: Forschungsergebnisse und -perspektiveno 
Eine Ein/eitung, in: John Duns Scotus. Metaphysics and Ethics, ed. by L. Honnefelder, R. 
Wood, M. Dreyer, (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 53), Leyden- 
-New York-Köln 1996, S. 1-33; G. Mensching. Absoluter Wille versus reflektive Vernunft. 
Zur theologischen Anthropologie der mittleren Franzi,rkanerschule, in: Geiste.rleben im 13. 
Jahrhundert, hrsg. VO F. Hentschel, A. Speer (Miscellanea Mediaevalia 27), Berlin-New 
York 2000, S. 93-103. 
3 J. Fleckenstein, Die Rechtfertigung der geistlic/len Ritterorden nach der Schrift "De 
laude novae militiae" Bernhards von Clairvaux, in: Die geistlichen Ritterorden Europas, 
hrsg. v. J. Fleckenstein u. M. Hellmann (Vorträge lind Forschungen 26), Sigmaringen 1980, 
S. 9-22; ders.. Mile.r et monachus. Zur Grundkon.rtellation der gei.rtlichen Ritterorden im 
Mittelalter, in: ders., Vom Rittertum im Mittelalter. Perspektiven und Probleme, Goldbach 
1992, S. 42-59; zum Thema auch K. Elm, Die Spiritualität der geistlichen Ritteroden des 
Mittelalterso Forschungsstand und Forschungsprobleme, in: "Militia Christi" e Crociata nei 
secoli XI-XIII (Miscellanea dei Centro di studi medioevali, volume tredecesimo), Milano 
1992. S. 471-518; abgedruckt (und hier zitiert) in: Die Spiritualität der Ritterorden im 
Mittelalter, hrsg. v. Z. H. Nowak (Ordines militares. Colloquia Torunensia Historica VII), 
Toruti 1993, S. 7-44; K. Schreiner. Clarita.f Regulae. Carita.r und Nece.r,rita.r. Leitbegriffe 
der Regelauslegung in der monastischen Theologie Bernhards von ClairvwL't, in: Zisterzien- 
sische Spiritualität. Theologische Grundlagen. funktionale Vorausset:ungen unel bildhafte 
Au.rprägungen im Mittelalter, St. Ottilien 1994, S. 75-100; K. Militzer, Von Akkon zur 
Marienburg. Verfassung, Verwaltung und Sozialstruktur des Deutschen Ordens 1190--1309 
(Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 56), Marburg 1999, S. 96 ff.
>>>
176 


Stefan Kwiatkowski 


4 C. Baumker. Der Platonismus im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte der Philosophie 
des Mittelalters 25 (1916), H. 1-2, Neudruck u. a. in: Platonismus in der Philosophie des 
Mittelalters. hrsgo v. W. Beierwaltes (Wege der Forschung 97), Dannstadt 1969, S. I-55; 
J. Rief: Bellum im Denken und Gedanken Augustins (Beiträge zur Friedensethik 7). Barsbüt- 
tel 1990, S. 9If.; G. Mensching, Das Allgemeine und das Besondere. Der Ursprung des 
modernen Denkens im Mittelalter, Stuttgart 1992, S. 18-39. 
, Petri de Dusburg, Chronicon terrae Prussiae, hrsg. v. M. Toeppen, in: Scriptores 
rerum Prussicarum (weiter zit. als SRP). Bd. I, S. 21-219, (weiter zit.: Dusburg), hier: III 
12; Nikolaus von Jeroschin, Die kronike von Prussinlant, hrsg. v. E. Strehlke, SRP I, 
S. 291-648, (weiter zit. als Jeroschin), v. 4655 ff. Vgl. auch M. Dygo, Die heiligen 
Deut.rchorden.rrittero Didaktik lind Herr.rchaft.rideologie im Deut.rchen Orden in Preu,rsen 
um /300, in: Die Spiritualität der Ritterorden (wie Anm. 3). So 165-1760 
6 Liv/ändische Reimchronik, hrsg. v. L. Mayer, Paderborn 1876, v. 4235 nn.: 
Barvussen und predigere 
Waren in deme selben here 
Da sach man den ersten brant 
Den brannte predigers hant 
Vnd eines barvussen danach. 
, Buch der Rügen, zitiert nach der Edition von E. Strehlke, SRP, Bd. 2, v. 489 ff.: 
swer die werlt vliehen wil 
der sol nich ginden ze vii; 
er sol smacheit liden, 
höchvart niden, 
ze armüete sin bereit 
und ze rehter kiuschekeit, 
gehörsam mit willen, 
gedultic, und sol stilen 
allen zorn, swa er mac, 
beidin naht und tac. 
I Buch der Riigen (wie Anm. 7). Vo 515 ff. 
9 Zum Thema U. Niess. Hochmeister Karl von Trier (1311-/324). Stationen einer 
Karriere im Deutschen Orden (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 
47), Marburg 1992, S. 105 ffo 
111 Preu.r.ri.rche.r Urkundenbuch, Bd. 2. hrsg. v. M. Hein und E. Maschke. Königsberg 
1939. NI. 701-702. 
11 Dusburg 111 41; Jeroschin, v. 7227 ff. 
12 Livländische Reimchronik, v. 5783 ff. 
13 W, Kotler, Der Held im Heidenkrieg und Exil. Zwei Beiträge zur deutschen Spiel- 
manns- und Heldendichtung (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 625). Göppingen 1996, 
S.149. 
14 H.-J. Schmidt, Legitimität von Innovation. Geschichte, Kirche und neue Orden im /30 
Jahrhundert, in: Vita Religiosa im Mitteil/lter, FS. K. Elm. hrsg. v. F. J. Feiten und N. 
Jaspert unter Mitarbeit von S. Haarländer, Berlin 1999, S. 371-391. 
I' Dusburg II 9, S. 46. 
16 Buch der Rügen (wie Anm. 7). 
17 Vgl. Rief: Bellum (wie Anm. 4), S. 91.
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


177 


IR V gl. Schriften der Franziskanerkustos von Preußen und Franziskanergardiane sowie 
der Dominikanerprioren mit ihren Konventen aus Preußen und Kujawien an Papst aus dem 
1335 Jahr. Preussisches Urkundenbuch, Bdo 3, hrsgo v. H. Koeppen, Marburg 1958, Nr. 17 
und 20. Ähnlich in dem sog. Traktat des Deutschordenbruders Ulrich, Handschrift in der 
Bibliotheca Apostolica Vaticana. signatur Ottobonus 528, passim. 
I. Ro Hiestand, "Gott will es!" - Will Gott es wirklich? Die Kreuzzugsidee in der Kritik 
ihrer Zeit (Beiträge zur Friedensethik 29), Stuttgart 1998, S. 8 ff: E.-D. Hehl, Kirche, Krieg 
und Staatlichkeit im hohen Mittelalter, in: Staat und Kriego Vom Mittelalter bis zur Moder- 
ne, hrsg. VO W. Rösener, Göttingen 2000, S. 17-36. 
20 Hehl, Kirche, Krieg (wie Anm. 19). S. 18 f. 
21 E.-D. Hehl, Kirche und Krieg im 12. Jahrhundert. Studien zu kanonischem Recht und 
politischer Wirklichkeit (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 19), Stuttgart 1980, 
S. 233. Ähnlich C. Erdmann, Die Entstehung lies Kreuzzugsgedankens, Stuttgart 1935, S. 
264 ff. 
n Hehl, Kirche und Krieg (wie Anm. 21), S. 9 ff., 188 ff.; Bo Wald, Die Bestimmung der 
"ratio legis" bei Thoma,f von Aquin und Duns Scotus. in: Mensch und Natur im Mittelalter, 
hrsg. VO A. Zimmermann und A. Speer (Miscellanea Mediaevalia 21), Berlin-New York 
1991, S. 662-681. 
23 Kirche, Krieg (wie Anm. 19), S. 32; ders., 'Wa.f ist eigentlich ein Kreuzzug?', Histo- 
rische Zeitschrift 259 (1994), S. 297-336; A. Ehlers, The crusade of the Teutonic Knights 
against Lithuania reconsidered, in: Crusade and conversion on the Baltic Frontier 1150- 
1500, ed. A. V. Murray, Aldershot 2001, S. 21-44 
2. S. Kwiatkowski, Die Augustinische Identität des Deutschen Ordens in Preussen. in: 
Ständische und religiö
'e Identitäten in Mittelalter und früher Neuzeit, hrsg. v. demso und J. 
MaUek, Torun 1998. S. 63-86, hier: S. 80 ff. 
2
 A. Borst, Das Rittertum und Wirklichkeit. Saeculum 10 (1959), S. 213-231. hier 
zitiert nach dem Neudruck in: Rittertum im Mittelalter. hrsg. v. A. Borst, Darmstadt 1976, 
S. 212-246, hier: S. 232. 
26 G. Althoff, Schranken der Gewalt. Wie gewalttätig war das finstere Mittelalter?, 
in: Der Krieg im Mittalalter und in der friihen Neuzeito Gründe. Begriindungen, Bilder, 
Bräuche. Recht, hrsgo v. H. Brunner, Wiesbaden 1999, S. 1-23. 
21 Mo Bünding-Naujoks. Das Imperium Christiamlm und die deutsc/len Ostkriege vom 
zehnten bis zwö{ften Jahrhundert, in: Heidenmission und KreuZlugsgedanke in der deut- 
schen Ostpolitik des Mittelalter.f, hrsg. v. H. Beumann (Wege der Forschung 7), Darmstadt 
1963, S. 65-120, hier; S. 115 f. 
28 Vgl. Ho E. Mayer. Geschichte der Kreuzzüge, Stuttgart 1965, S. 96 ff. G. CipoUone, 
La parole. les paroles de Dieu: la guerre sainte (1187-1216), in: La guerre, la violence et 
les gens ua Moyen Age. t. I: Guerre et Violen ce, sous la direction Ph. Contamine et 00 
Guyotjeannin, Paris 1996, S. 25-34. 
29 Vgl. H. Bauer, Peter von Dusburg und die Ge.fchicht.fschreibung des Deutschen 
Ordens im 14. Jahrhundert in Preußen, Berlin 1935, S. 39 f.; M. Pollak6wna, Kronika 
Piotra z Dusburga, Wroclaw 1968, S. 173 f.; M. Dygo, The political role 0/ the cult of the 
Virgin Mar)' in Teutonic Prussia in the fourteenth anti fifteenth centuries. Journal of Medie- 
val History 15 (1989), S. 63-70; K. Schreiner, Nobilitas Mariae. Die edelgeborene Gottes- 
mutter und ihre adeligen Verehrer: Soziale Prägungen und politis£'he Funktionen mittelal- 
terlicher Adelsfrömmigkeit, in: Maria in der Welt. Marienverehrung im Kontext der
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178 


Stefan Kwiatkowski 


Sozialgeschichte 10-18. Jahrhundert, hrsg. v. C. Opitz u. a., Zürich 1993, S. 213-242; ders., 
Mariao Jungfrau, Mutter, Herrscherin, München/Wien 1994. S. 384 f. 
]I' Dusburg 111 32-66, 111 248, 250, 258. 
)1 Ebd., 111, 361, Supplement 17. 
J1 J. Wiliams, Etzel - auf den Spuren der Deutschen Ordensritter? 'Biterolf und Diet- 
leib' /388-1627, Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 110 (1981), S. 
28-34; darüber skeptisch W, Kofler, (wie Anm. 13), S. 168 ff. 
]] Kofler, Der Held (wie Anm. 13), S. 223 ff. Der Verfasser nimmt an. dass deutsche 
Volksdichtung aus dem Hauptstrom der Geschichtsschreibung durch gereimte Chroniken 
verdrängt wurdeo 
)4 Rief. Bellum (wie Anmo 4), S. 103. 
J5 Die neuere Literatur zum Begriff des friedens im Mittelalter ist in folgenden Werken 
enthalten: K. Arnold, De bono pacis-Friedensvorstellungen im Mittelalter und Renaissance, 
in: Überlieferung, Frömmigkeit, Bildung als Leitthemen der Geschichtsforschung, hrsg. 
v. J. Petersohn, Wiesbaden 1987; D. Kurze: Krieg und Frieden im mittelalterlichen Denken, 
in: Zwischenstaatliche Friedenswahrung im Mittelalter und früher Neuzeit, hrsg. VO H. Du- 
chardt, Köln/Wien 1991; Neudruck in: ders.: Klerus, Ketzer, Kriege und Prophetien, Waren- 
dorf 1996. S. 344-392; Träger und Instrumentarien des Friedens im hohen und späten 
Mittelalter, hrsg. v. J. fried (Vorträge und forschungen 43), Sigmaringen 1996, besonders 
in Beiträgen von J. Fried, Einleitung, S. 7ff; G. AlthofflB. Schneidemüller, Zu.mmmenfa,f- 
sung, So 587ff. 
)6 Eine Einführung in die frage des augustinischen Verständnisses von Frieden und in 
die diesbezügliche Literatur liefern: J. Rief: Bellum (wie Anm. 4); S. Kwiatkowski, Der 
Deutsche Orden im Streit mit Polen-Litauen. Eine theoloKische Kontroverse über Krieg und 
Frieden auf dem Konzil von Kon.ftanz (1414-1418) (Beitäge zur friedensethik 32), Stuttgart 
2000, S. 11 ff, 41 ff. 
n Augustinus, De civitate Dei XIX 26-280 
)8 Vgl. Dusburg 11 9, S. 45. 
39 Ebd.: non est pax impiis. 
40 Dusbllrg 111 56: bonum pacis semper amplectendum est, propter eum qui est auctor 
pacis et amator, qui est Cristus Jesus. 
41 Augustinus, De civitate Dei XIX 10-11. 
42 Ebd., XIX 50 
4) Ebd., XIX 4-7. 
44 W. Jansen, Krieg, in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch- 
sozialen Sprache in Deutschland. hrsg. v. O. Brunner, W. Conze, R. Koselleck, Bde 1-7, Stutt- 
gart 1972-1992, hier, Bd. 3, S. 73-91; H,-H. Kortüm, Krieg im Mittelalter, Berlin 2001, 
So 20 f. 
45 Die Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften, hrsg. 
v. M. Perlbach, Halle a. S. 1890, Prologu,f regule, u. a.: c. 3, S. 25: Propheta ... edocuit, 
quod in novissimis temporibus caput ecclesie Christus custodes foret habiturus, qui non 
preciosiores animas suas se ipsis facientes acc:ingerentur gladio sancto suo super femur 
suum, ut fortissimi viri I.frael ... timores nocturnos tenebrose perfidie a finibus expellerent 
Christianis. Subit eciam animum illud laudabile et Deo dignum bellum Machabeorum, qui 
in deserto feni cibo pasti, ne participes fierent coinquinacionis, zelo legis et fidei repleti, 
Antiochum Epiphanem, radicem iniquitatis, ... Dei suffulti iuvamine adeo contriverunt, ut 
sancta iterato mundarent, arcem Syon recoperent et redderent pacem terre.
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Auf der Suche nach den moralischen Grundlagen... 


179 


46 Die Statuten (wie Anm. 45). c. 4, S. 25 f.: Quorum beUa sacer hic ordo milicie, 
videlicet domus hospitalis Theutonicorum sancte Marie in lerusalem, strenue imitans mem- 
bris honorabilibus meruit decorari, diversis ad diversa Deo digna officia laudabiliter ordi- 
natis. Sunt namque milites et bellatores electi zelo legis patrie manu valida hostes fidei 
conterentes, sI/nt eciam caritatis beneficiis afflllentes hospitllm peregrinorum et pallperum 
receptores; sunt insuper. qui pietatis visceribus in hospitalibus languidis et decumbentibus 
non abhominatis squaloribus fervido spiritu subministrant. Über den geistigen Wert der 
Regel des Deutschen Ordens vgI. Elm, Die Spiritualität der geistlichen Ritterorden (wie 
Anm. 3 ). S.l2-18; G. Wiechert, Die Spiritualität des Deutschen Ordens in seiner mittelal- 
terlichen Regel, in: Die Spiritualität der Ritterorden (wie Anmo 3), S. \31-146; über das 
Selbstbewusstsein der Ordensritter nach der Eroberung Preussens vgI. M. Dygo, Die heili- 
gen Deutschordensritter. Didaktik und Herrschatftsideologie im Deutschen Orden in Preus- 
sen um 1300, ebdo, S. 165-176. 
41 Die Statuten (wie Anm. 45). Regula. c. 22, U.a.: secundum diversas terrarum et 
hostium consuetudines et insultus diversis armis et modis oporteat militare: de omnibus 
hiis, que ad miliciam pertinet ... discrecioni eius, qui superius inter eos fuerit, duximus 
c:ommittendum. 
48 K. G6rski. Kawaleria krzyiacka, in: derso. Studia i materialy z dziej6w paristwa 
krzyiackiego w Pru,fQch. Olsztyn 1985, S. 103-113. 
49 VgI. K. G6rski, Zakon krzyiacki a powstanie paristwa pruskiego, Wroclaw 1977, So 
40 f.; H. Boockmann, Die Freiheit der Prussen im 13. Jahrhundert, in: Die abendländische 
Freiheit vom /0. bis 14. Jahrhundert, hrsg. v. J. Fried (Vorträge und Forschungen 39), 
Sigmaringen 1991, S. 287-306. 
'0 Näher G. Labuda in: M. Biskup, G. Labuda, Dzieje zakonu krzyiackiego w Prusach, 
Gdansk 1986. S. 221-2250 
51 In dieser Zeit bemühte sich der Deutsche Orden zu beweisen, dass im internen Leben 
in Konventen alle Vorschriften und Weisungen der Statuten völlig respektiert würden. Das 
beste Beispiel dazu stellt der anonyme Traktat aus der Bibliotheca Vaticana (wie Anm. 18) 
dar, der von Hubert Houben untersucht wurde (vgl. den vorigen Beitrag)o 
'2 R. Ch. Schwinges, Kreuzzugsideologie und Toleranzo Studien zu Wilhelm von Tyrus, 
Stuttgart 1977, S. 6 ff.; 
'3 S. Swiezawski. Ewolllcja IImyslowa w wiekll XV. in: ders., Studia z mysli p6inego 
sredniowiecza, Warszawa 1998, S. 34. 
'4 C. Ulrichs. Der 13jä/lrige Krieg zwi.
chen dem Deut.
chen Orden und dem preussi- 
schen Ständebund im Spiegel der 'Geschichte von wegen eines Bundes' und anderer Chro- 
niken, in: Krieg und Verbrechen nach spätmittelalterlichen Chroniken. Köln-Weimar-Wien 
1997, S. 185-241. 
" S. Kwiatkowski, Klimat religijny w diecel,ji pomezanskiej u s('hylku XN i w pierw- 
szych dziesircioleciach XV wieku, Torun 1990, S. 166 ff. 
'6 Zum Thema P. Contamine, Le combattant dans /'Occident Midiivale, in: Le combat- 
tant au Moyen Age. ohne Ort, 1991, S.l5-23. 
'1 Ulrichs, Der 13jährige Krieg (wie Anm. 54), passim.
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ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Jürgen Sarnowsky (Hamburg) 


Ritterorden als Landesherren: Münzen und Siegel 
als Selbstzeugnisse 


Die spätmittelalterliche Geschichte der nach dem Verbot der Templer 
verbliebenen beiden großen geistlichen Ritterorden ist wesentlich durch das 
Faktum geprägt, dass Johannitern und Deutschem Orden im Laufe des 13. 
und 14. Jahrhunderts der Aufbau einer eigenen Landesherrschaft in der Ägäis 
bzw. im Baltikum gelang. Die Johanniter konnten angesichts ihrer zuneh- 
mend exponierten Stellung auf Rhodos ihre Reputation als Verteidiger der 
Christenheit steigern und fanden insbesondere nach der Abwehr der ersten 
osmanischen Belagerung von Rhodos 1480 weitreichende Anerkennung, nicht 
zuletzt durch den in mehrere Sprachen übersetzten Bericht des Vizekanzlers 
Guillaume Caoursin'. Der Deutsche Orden erreichte dagegen in Preußen 
bereits im 14. Jahrhundert durch die "Litauerreisen" den Höhepunkt seines 
Ansehens und sah sich im 15. Jahrhundert durch zahlreiche Niederlagen 
geschwächt!. In beiden Korporationen wuchs so oder so ein Selbstbewusst- 
sein als Landesherren, das auf verschiedenste Weise seinen Ausdruck fand, 
von der eigenen Hofhaltung der Meister bis zu bestimmten Formen der 
Schriftlichkeit 3 . Eine wichtige Gruppe von Quellen bilden in diesem Zusam- 
menhang die für die Orden geprägten Münzen sowie ihre Siegel, die be- 
kanntlich im Mittelalter generell wichtige bildliche, aber auch durch Schrift- 
elemente ergänzte Zeugnisse für Herrschaftssymbolik und -verständnis 
darstellen, die teilweise in enger Beziehung zueinander stehen 4 . Sie sollen 
deshalb, wenn auch nur anhand einiger Beispiele und für die eigentlichen 
Ordensterritorien, den Dodekanes und Preußens, im Zentrum der folgenden 
Überlegungen stehen. 
Die Münzprägung der Johanniter bildete auf Rhodos einen Teil der lan- 
desherrlichen Rechte, die in den Händen der Meister lagen 6 . Diese dürften in 
der Regel weltliche Münzmeister mit der Herstellung der Münzen beauftragt 
haben, wie dies durch einen Vertrag des Meisters fr. Jean de Lastic mit dem 
Münzmeister Giorgio Marchese vom Februar 1450 belegt ise. Darin wurden
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182 


Jürgen Sarnovvsky 


der Feingehalt der von ihm zu prägenden Gold- und Silbermünzen festgelegt 
und Regelungen zu seiner Überprüfung eingeführt 8 . Die Münzstätte lag in- 
nerhalb des Kastells von Rhodos und wurde vom Münzmeister in eigener 
Verantwortung verwaltet, gegen Abgaben von I je 100 Dukaten und 2 As- 
per je Mark Silber an den Meister 9 . Für grundlegendere Entscheidungen wie 
Änderungen im Feingehalt Z.B. der Goldmünzen oder die Notwendigkeit zur 
Ausprägung von kleineren Nominalen des Ordens dürften sich die Meister 
aber wohl meist auf den Rat gestützt haben 111. Die höherwertigen Münzen 
der Johanniter trugen schon seit fr. Foulques de VilIaret (1305-1317/1319), 
dem Eroberer von Rhodos, die Namen der Meister, so dass die Prägestempel 
nach dem Tode eines Meisters zerstört und durch neue ersetzt werden mus- 
sten. Ein Beispiel bietet der Bericht über den Tod von fr. Emery d' Amboise 
im November 1512. Danach wurden die während seiner Herrschaft genutz- 
ten Münzstempel für sieben Nominale mit einem Hammer zerstört ll , und 
zwar für zwei Gold-Währungen, die nach venezianischem und wohl nach 
tlorentinischem Vorbild geprägten Dukaten und Florenen, sowie - da auch 
mit spezifischen Umschriften versehen - für fünf verschiedene Arten von 
Silbermünzen, Vierpfennig-, Asper-, Zehn-Asper-Stücke, wohl giliati und 
nicht näher bestimmbare marcellos. Aus einer anderen Quelle sind zudem - 
als kleinste Einheit - aus der Zeit vom fr. Amboise noch Achtpfennigstücke 
belegt':!. Die Verrechnung dieser Münzen folgte nicht immer denselben Re- 
lationen, doch entsprach im 14. Jahrhundert eine Florene 10 gig/iati oder 20 
Aspern bzw. 320 Denaren, während höhere Einheiten wie die rhodische 
Mark von (zeitweilig) 57 gigliati nicht ausgeprägt wurden. Rhodisehe Duka- 
ten und Florenen wurden im 15. Jahrhundert in einem Verhältnis von 1:1,6 
umgerechnet lJ . Wahrscheinlich wurden nicht alle Münzsorten zur gleichen 
Zeit ausgeprägt, so dass die Stempel nicht sehr lange im Gebrauch blieben, 
selbst wenn die Währung des Ordens relativ stabil war und für einzelne 
Meister nicht allzu viele Stempel gefertigt worden sein werden. 
Die geringe Varianz der Johanniter-Münzen gilt insbesondere für die 
kleineren Nominale, die nicht die Namen der Meister trugen, d.h. insbeson- 
dere für jene Pfennige, die vor der Reform unter fr. Pierre d' Aubusson wohl 
um 1490 geprägt wurden. Vor diesem Hintergrund ist es bisher nicht gelun- 
gen, die erhaltenen Kleinmünzen in eine sichere Reihung und zeitliche Zu- 
ordnung zu bringen '4 . Trotzdem bieten sie einen gewissen Aufschluss über 
das Selbstverständnis der Münzherren. Sie zeigen auf der einen Seite teil- 
weise ein genuesischen Vorbildern nachempfundenes Stadttor [Abb. 1] und 
teilweise ein Schlösschen [Abb. 2], auf der anderen Seite ein Kreuz, das 
teilweise durch Ringe ergänzt wird. Diese Rückseite nimmt zumeist eindeu- 
tig Bezug auf den Meister als eigentlichen Landesherrn von Rhodos und
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Ritterorden als Landesherren: Münzen und Siegel... 


183 


trägt die Umschrift Mag(Üte)r Ospitali(s). Daneben findet sich auf derselben 
Seite in einigen Fällen - auf den wohl späteren, weil leichteren und faktisch 
aus reinem Kupfer bestehenden Münzen des Schloss-Typs - auch die auf 
den Orden als Ganzen bezogene Umschrift [Ordol Ospital(is) lerusale(mitani) 
oder Ospital(i)s S. loa(nnnis). Die Vorderseite nennt dagegen zumeist die 
Prägestätte, mit der Umschrift Civi(ta)s Rodi. Dies ist teilweise jedoch durch 
die zentrale Institution des Ordens. den Konvent, ersetzt (Conventus Rodi), 
und zwar sowohl bei den auf den Meister wie bei den auf den Orden verwei- 
senden Rückseiten. Allerdings sind mindestens in einem Fall, für die Um- 
schrift Ospital(i)s S. loa(nnnis), Vorder- und Rückseite sogar identisch. Ein- 
deutig zuordnen lassen sich wohl nur Denare des Stadttor-Typs aus Billon, 
die zusätzlich einen Pinienzapfen zeigen und damit auf Meister fr. Roger des 
Pins (1355-1365) bezogen werden können. Möglicherweise gehören die 
Münzen mit der Nennung des Ordens als Münzherrn in die Zeit von Vakan- 
zen oder Abwesenheiten von Meistern wie z.B. während der Gefangenschaft 
und langen Abwesenheit von fr. Juan Fernandez de Heredia (1377-1396)15. 
Eindeutig ist aber in allen Fällen der Bezug auf den Münzort Rhodos und 
auf die Kontrolle der Münzprägung durch Meister und Orden, die somit 
schon auf den Kleinmünzen des Ordens ihre landesherrlichen Rechte deut- 
lich machten. 
Diese Tendenz verstärkt sich noch einmal auf den Großmünzen, die 
schon seit fr. Foulques de Villaret nach verschiedenen Vorbildern ge- 
prägt wurden. Unter fr. Villaret begann man zunächst mit der Prägung 
von Groschen und Halbgroschen nach dem gros tournais [Abb. 3]16. Wie 
bei diesem zeigt die Rückseite ein Kreuz umgeben von zwei Schriftrin- 
gen, während für die Vorderseite eine eigenständige Darstellung gewählt 
wurde, die für die rhodischen Münzen der Johanniter bestimmend blieb. 
Der Meister, im durch Ordenskreuz gekennzeichneten Habit, kniet dabei 
vor einem "Patriarchenkreuz", einem doppelten Kreuz, wie es auch auf 
einzelnen Münzen des Königreichs Jerusalem vorkommt. Dem Kreuz 
sind auf diesen Münzen noch die Buchstaben a und Q beigefugt, neben 
dem Meister findet sich noch l(e)r(usa)l(em). Die Umschrift von Vorder- 
und Rückseite ergänzt sich und nennt wiederum Münzherren und Münz- 
ort: Fr(ater) Fulcho d(e) Villareto D(e)i Gra(tia) / M(agist)ro Ho(s)pital(is) 
(e)t Conve(n)t(us) S(anc)ti loh(ann)is /lher(oso)ll(imitani) Rodi. Gegen- 
über dieser vollständigen Erwähnung von Meister und Konvent - unter 
Aufnahme der Gottesgnadenformel - sind die Umschriften der Halbgro- 
schen deutlich verkürzt und nennen nur den Meister 11 . 
Nach den politischen Wirren durch die Absetzung fr. Villarets l8 wurde 
unter fr. Elion de Villeneuve ein neuer Münztyp eingeführt, der bis fr. Pierre
>>>
184 


Jürgen Sarnowsky 


d'Aubusson (um 1490) geprägt wurde, und zwar nach dem Vorbild der in 
Neapel und in der Herkunftsregion fr. ViJIeneuves, der Provence, geschlage- 
nen gigliati, im Wert von 32 Pfennigen [Abb. 4]. Die Vorderseite zeigt 
wiederum den Meister vor dem Patriarchen kreuz, die Rückseite aber das für 
die gigliati typische Blumenkreuz '9 . Die Umschrift von Vorder- und Rück- 
seite blieb jedoch im Wesentlichen unverändert: Fr(ater) E/ion(us) d(e) 
Vil(l)anova D(e)i Gr(ati)a M(agiste)r/Ospita/(is) S(ancti) loh(ann)is 
l(e)r(oso)/(imita)ni (et) Con(ven)t(us) Rodi. Dies änderte sich auch im Fol- 
genden nicht, selbst wenn einzelne Meister persönliche Elemente dazusetz- 
ten: So erscheint für fr. Roger des Pins wiederum ein Pinienzapfen [Abb. 5], 
und unter fr. Philibert de NaiJIac (1396-1421) wurden fromme Sinnsprüche 
auf die Rückseiten aufgenommen 2o . Der Erfolg dieses Münzbilds lässt sich 
wohl nur damit erklären, dass es das Selbstverständnis von Meister und 
Orden auf besondere Weise widerspiegelt. In der Tat passt die Kombination 
der auf den gigliati vertretenen Symbole nahezu ideal zu einem Ritterorden 
als Landesherrn. Das Patriarchenkreuz stellt den Bezug zum Heiligen Land 
und damit zum Heidenkampf als Stiftungsaufgabe des Ordens her, der kniende 
Meister symbolisiert den geistlichen Stand der Ordensbrüder, die Rückseite 
verbindet die Herrschaft des Ordens mit der anderer weltlicher Herren, spe- 
ziell der Anjou-Könige Unteritaliens, und die Umschrift hebt das Gottesgna- 
dentum des Meisters sowie die Anbindung von Orden und Konvent an Rho- 
dos hervor). 
Es ist so sicher kein Zufall, dass auch die nächste "Nach prägung" einer 
überregional bedeutsamen Münze durch die Johanniter einem ähnlichen Muster 
folgte. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Goldmünzen begann fr. 
Deodat de Gozon (1346-1353) mit der Prägung von Dukaten nach venezia- 
nischem Vorbild [Abb. 6]22. Auf der Vorderseite sind der heilige Markus 
und der Doge durch den knienden Meister im Ordenshabit ersetzt, der von 
Johannes dem Täufer die Ordensfahne erhält, die Rückseite zeigt statt Chri- 
stus in der Mandorla einen Engel auf dem leeren Grab Christi. Die Um- 
schrift der Vorderseite benennt S(anctus) loh(ann)es B(aptista) und F(rater) 
Deodat(us) , neben der Fahne ist M(a)g(iste)r ergänzt, und die Rückseite 
trägt die Umschrift Hospita/(is) (et) Convent(us) Rodi. Diese Nachprägun- 
gen wurden zwar unter fr. Pierre Comeillan (1363-1365) fortgesetzt, dann 
aber erst unter fr. Antoni FluvÜi (1421-1437) wieder aufgenommen, diesmal 
in äußerst enger Anlehnung an die Dukaten. Dabei wurden sowohl das 
Münzbild mit Markus und dem knienden Dogen sowie Christus in der Man- 
dorla als auch die venezianische Umschrift weitgehend übernommen; anstel- 
le des Dogennamens wird neben dem dux an der Fahne allein in der Um- 
schrift F(rater) Antonius genannt. Einen Kompromiss zwischen älteren und
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Ritterorden als Landesherren: Münzen und Siegel... 


185 


jüngeren Nachprägungen bilden in gewisser Weise die Dukaten der Zeit fr. 
Pierre d'Aubussons (1476-1503) [Abb. 7]. Unter Beibehaltung der venezia- 
nischen Rückseite und der Dogenfigur erscheinen auf der Vorderseite nun- 
mehr Johannes der Täufer (S. lohanni[sJ) und der Schriftzug F(rater) Petrus 
d'Aubusson. Da schon das Vorbild geistliche und weltliche Elemente ver- 
bindet, ließ sich das Münzbild leicht vom Orden adaptieren, wobei allein die 
Münzen des 14. Jahrhunderts wiederum Meister und Konvent als Münzher- 
ren nennen und damit den gigliati folgen. Hier ist dann auch die Analogie 
zum Dukaten am weitesten umgesetzt - mit der Übertragung der Herrschaft 
durch Johannes den Täufer an den Meister, während die Münzen des 15. 
Jahrhunderts reine Nachprägungen waren, die sich bezeichnenderweise auf 
die Namen der Meister beschränken. Hier rückt die Analogie der Stellung 
der Meister zu der des Dogen in den Mittelpunkt, wird somit der herrschaft- 
liche Aspekt stärker betont. Eine interessante Variante dieser Konzentration 
auf den Meister zeigen unter fr. Aubusson geschlagene, 13 Gramm schwere 
Großmünzen, die als erste Scudo-Prägungen der Ägäis gelten können [Abb. 
8]. Auf der Vorderseite erscheint hier das mit dem Ordenswappen geviertel- 
te Wappen fr. Aubussons, darüber sein Kardinalshut, die Rückseite trägt 
Johannes den Täufer mit dem Lamm Gottes und einer biblischen Umschrift 23 . 
Die Umschrift der Vorderseite lautet F(rater) Pe(trus) d'Aub(u)sson 
Card(inalis) e(t) Mag(ister) Rodi, verkürzt die übliche Meisterformel auf die 
Herrschaft über Rhodos. Eine ganz ähnliche Großprägung, allerdings ohne 
den fr. Aubusson verliehenen Kardinalshut, wurde unter fr. Fabrizio deI 
Carretto (1513-1521) geschlagen [Abb. 9]. Sie zeigt die besondere Stellung 
der späteren Meister, für die sich - eben seit fr. Aubusson - auch die Be- 
zeichnung als Großmeister endgültig durchsetzt2 4 . Dazu gehörte selbstver- 
ständlich die Landesherrschaft über Rhodos und die Inseln des Dodekanes. 
Auch beim Deutschen Orden in Preußen 25 ergab sich das Münzrecht 
direkt aus den landesherrlichen Rechten, die der Orden zuerst von Friedrich 
11. mit der Goldbulle von Rimini von 1226/1235 erhalten hatte 26 und sich 
immer wieder von den römisch-deutschen Königen bestätigen ließ. Die Kon- 
trolle des Münzregals lag bis zur Übersiedlung der Hochmeister auf die 
Marienburg 1309 (bzw. 1324) in den Händen der Landmeister von Preußen, 
daneben ließen aber auch die preußischen Bischöfe während des 13. Jahr- 
hunderts nach dem Vorbild des Ordens in geringer Zahl eigene Münzen 
schlagen 27 . Nach der Kulmer Handfeste sollten offenbar Münzen in den 
Städten Kulm und Thom geprägt werden 28 , doch sind auch Elbing (1251- 
-1357), Königsberg (1261-1300 und nach 1456) sowie Danzig (Ende des 
14. Jahrhunderts, erste Hälfte des 15. Jahrhunderts) als Münzstätten belegt. 
Thom rückte jedoch Ende des 14. Jahrhunderts durch die Einführung des
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186 


Jürgen Samowsky 


fast immer durch einen Ordensbruder besetzten Münzmeisteramts bis 1454 
ins Zentrum, der eigenständig, wenn auch mit Unterstützung anderer Amts- 
träger, für die Beschaffung des Silbers zuständig war und seine Erträge an 
die Ordenszentrale abführte, unter guten wirtschaftlichen Bedingungen 1408 
auch einmal 2200 Mark preußisch 29 . Die direkte Aufsicht über die jeweilige 
Münze lag ansonsten beim Hauskomtur der Ordenshäuser. Die Münzstätten 
befanden sich nicht auf den Burgen, sondern offenbar in Bürgerhäusern, in 
denen zeitweise auch Bürger als Münzer tätig waren 30 . Angesichts der ande- 
ren Größe des Ordenslandes Preußen war der Umfang der Prägung insge- 
samt deutlich höher als auf Rhodos, aber eine sehr hohe Zahl von Stempeln 
wurde nur in den Jahren um die Münzreform von 1416 verbraucht 3 ', und die 
Nominale weisen insgesamt eine geringere Varianz auf. Neben den von 
Anfang an geschlagenen Pfennigen kamen seit dem 14. Jahrhundert Vier- 
ehen sowie als Großmünzen Halbscoter und insbesondere Schillinge in Ge- 
brauch, am Ende des 15. Jahrhunderts wurden zunächst Scoter, dann Gro- 
schen eingeführt. Eine (nicht ausgeprägte) preußische Mark entsprach 
ursprünglich 24 Scot, 60 Schillingen oder 720 Pfennigen; allerdings wurden 
die Relationen zu den Denaren im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts im 
Zuge von Münzreformen jeweils neu festgelegt. So galten die selteneren 
Halbscoter 16 Pfennige. die Schillinge seit 1450 6, die Scoter seit 1490 15, 
die Groschen schließlich 18 Pfennige, bei steigendem Kupfergehalt der 
Münzen 32 . 
Ähnlich wie bei den Johannitern lassen sich die - in Preußen einseitig 
geschlagenen - Pfennige kaum in eine zeitliche Ordnung bringen, und da sie 
mit wenigen Ausnahmen keine Umschrift tragen, ist selbst die Zuordnung 
zum Orden nicht immer unproblematisch 33 . Die größte Sicherheit ergibt sich 
für die Hohlpfennige mit dem Ordensschild, d.h. einem Schild mit Kreuz, 
das auch sonst als einfachstes Ordenszeichen Verwendung findet und schon 
die Verbindung militärischer und geistlicher Elemente symbolisiert [Abb. 
10]. Als Gegenstück dazu können die Münzen mit einem Hochmeisterkreuz 
gelten, d.h. einem doppelten Tatzenkreuz mit dem Adler im Herzschild 34 . 
Weniger eindeutig sind bereits die zahlreichen Varianten von einfachen Kreuz- 
darsteIlungen. Finden sich neben diesen auf den kleineren - und meist eher 
geringwertigen - Münzen nur einige Beizeichen, sind ältere Brakteaten des 
13. Jahrhunderts etwas aufwendiger gestaltet. So zeigt eine Prägung einen 
Ordensritter. der in seiner linken Hand eine Fahne, in der rechten den Or- 
densschild trägt, zusammen mit dem Beizeichen einer Lilie, die ja allgemein 
als Symbol der Jungfrau Maria, der Ordenspatronin, gilt [Abb. Ilp s . Auch 
wenn sich diese Darstellung mit dem Siegel der Komturei Danzig in Verbin- 
dung bringen lässt 36 , hebt sie doch auf besondere Weise den doppelten Cha- 


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Ritterorden als Landesherren: Münzen und Siegel... 


187 


rakter der Landesherrschaft des Ordens hervor. Anders ist dies bei jenen 
Brakteaten, die offenbar Elemente der städtischen Wappen aufnehmen und 
so mit ihrem Prägeort in Verbindung stehen. So finden sich unter anderem 
zahlreiche Hohlpfennige mit Tordarstellungen, die auf Thorn hinweisen [Abb. 
12], und andere mit Krone und Kreuz, die aus Königsberg stammen dürften 
[Abb. 13]37. 
Als ähnlich wie in anderen Regionen die Münzverschlechterung und die 
Ausweitung des Handels die Einführung von Großmünzen erforderlich mach- 
ten, unternahm der Orden spätestens ab 1368 verschiedene Versuche, neue 
Nominale einzuführen, auch unter ständischer Beteiligung. Die Chronologie 
ist aufgrund fehlender Quellen nicht völlig klar, doch wurde unter Hochmei- 
ster Winrich von Kniprode (1352-1382) offenbar zugleich mit der Prägung 
zweier Arten von auch dem Feingehalt nach hochwertigen Münzen begon- 
nen: von Vierchen (Vierpfennigstücken) und Halbscotern zu 16 Pfennigen 38 . 
Beide sind von der Schrift wie von der Gestaltung der Vorderseite her eng 
miteinander verbunden, auch wenn sie einige signifikante Unterschiede auf- 
weisen. Die Vierchen zeigen auf der Vorderseite den Hochmeisterschild, 
d.h. das Hochmeisterkreuz mit Adler im Schild, auf der Rückseite ein (grö- 
ßeres oder kleineres) Kreuz [Abb. 14]. Die Umschrift der Vorderseite führt 
zunächst den Hochmeister, Magister Generalis, als Münzherrn ein, die Rück- 
seite stilisiert dann ausdrücklich die Brüder des Ordens als "Herren von 
Preußen": Sie bezeichnet die Münze als (Geld) Dominorum Prussie. Diese- 
allein auf die weltliche Herrschaft zielende - Stilisierung wurde auf nahezu 
allen späteren Prägungen übernommen, bis hin zu den Groschenprägungen 
der Hochmeister Hans von Tiefen und Friedrich von Sachsen 39 . Sie findet 
sich so bereits auf den Halbscotern Winrichs von Kniprode, allerdings auf 
der Vorderseite: Moneta Dominorum Prussie [Abb. 15]. Während diese Sei- 
te der Halbscoter wiederum den Hochmeisterschild zeigt, orientiert sich die 
Rückseite - in interessanter Analogie zum Johanniterorden - an einer südeu- 
ropäischen Münze, den gigliati der neapolitanischen Könige. Das Münzbild 
zeigt hier wie bei der Vorlage ein Blumenkreuz im Punktrand. Besonderes 
Interesse verdient dabei die Umschrift, in der das Motto honor regis iudici- 
um diligit für das Ordensland mit honor magistri iudicium diligit variiert, 
also der König im Sinnspruch durch den Hochmeister ersetzt wird 40 . Bringt 
man dies zusammen mit der Vorderseite, die statt des thronenden Herrschers 
nunmehr das Symbol des Hochmeisters und den Hinweis auf die Herrschaft 
der Korporation trägt, stehen mit der Anlehnung an das Vorbild auf den 
Halbscotern vor allem die weltlichen Bezüge im V ordergrund 4 ' . 
Etwas anders ist dies bei der dritten Großmünze, die unter Winrich von 
Kniprode eingeführt und - nach einer Reform 1380 - zum erfolgreichsten
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Jürgen Samowsky 


größeren Nominal des Ordenslandes wurde: dem Schilling [Abb. 16]. Abge- 
sehen von seiner wirtschaftlichen Akzeptanz 42 könnte auch die bildliche 
Gestaltung zur langen, mehr als hundertjährigen Kontinuität der Prägung 
beigetragen haben. Das Münzbild verbindet die zentralen Symbole des Deut- 
schen Ordens miteinander: den Hochmeisterschild auf der Vorderseite mit 
dem Ordensschild auf der Rückseite. Nunmehr findet sich der Hinweis auf 
die Korporation, die Umschrift Moneta Dominorum Prucie, passend zum 
Münzbild auf der Rückseite, während die Vorderseite ein neues Element 
enthält, das sich so nicht in den schriftlichen Quellen findet. Die Hochmei- 
ster erscheinen in sonst völlig unüblicher Weise auf den Schillingen wie 
Fürsten mit Ordnungszahlen, ihnen wird somit eine fürstliche oder zumin- 
dest fürstenähnliche Stellung zugewiesen. Den Anfang macht Winrich von 
Kniprode als Magister Wynricus primus4 3 . Danach werden Konrad Zöllner 
von Rotenstein als Conradus primus und Konrad von Jungingen als Conra- 
dus tertius gezählt [Abb. 17-18], während Münzen Konrads von Wallen rode 
nicht belegt sind. Ulrich von Jungingen, Heinrich von Plauen, Michael Küch- 
meister, Paul von Rusdorf und Ludwig von Erlichshausen gelten als erste 
ihres Namens, dazwischen allerdings Konrad von Erlichshausen etwas irre- 
führend als Conradus quintus44. Heinrich Reuß von Plauen erscheint als 
locumtenens und - ungeachtet seines mit ihm verwandten Vorgängers - 
wiederum als Hinricus primus, Heinrich Reffle von Richtenberg als Hinri- 
cus quartus4 s . Martin Truchseß von Wetzhausen und Johann von Tiefen 
werden dann wiederum als erste ihres Namens geführt. 
Bezeichnenderweise waren es danach die beiden fürstlichen Hochmeister, 
die bei den Groschen - wie bei den unter Johann von Tiefen geprägten höher- 
wertigen Scotem - auf die Aufnahme der Ordnungszahl verzichteten 46 . Die 
Scoter und die Groschen Friedrichs von Sachsen blieben zudem gegenüber den 
Schillingen äußerlich wesentlich unverändert. Die Vorderseite zeigt weiterhin 
den Hochmeisterschild, die Rückseite den Ordensschild und die Umschrift Mo- 
neta Dominorum Prus(sie)47. Erst Albrecht von Brandenburg löste sich seit 1513 
fast völlig von diesen Traditionen [Abb. 19]. Die Vorderseite seiner Groschen 
trägt den brandenburgischen Adler, nimmt also eindeutig auf seine fürstliche 
Herkunft Bezug, die Rückseite den Hochmeisterschild auf einem langen, durch 
die Umschrift gezogenen Kreuz. Während die Vorderseite den Hochmeister als 
Albertus D(ei) Gratia Magister G(eneralis) einführt, nimmt die Rückseite das 
geistliche Motto Salva Nos Domin(a) und erstmals das Prägejahr auf'8. Damit 
verschwindet - wie das faktisch schon seit Friedrich von Sachsen der Fall war - 
die Korporation als Träger der Herrschaft, der Hochmeister tritt als Geistlicher 
und Fürst in den Mittelpunkt, wobei offenbar die Ordenspatronin Maria als 
Domina angesprochen wurde.
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Ritterorden als Landesherren: Münzen und Siegel... 


189 


Bei den größeren Nominalen erlangten Goldmünzen in Preußen, anders 
als auf Rhodos, nur eine geringe Bedeutung. Nach ersten Prägungen unter 
Konrad von Jungingen, über die wenig bekannt ist 49 , wurden in der Zeit 
Heinrichs von Plauen wahrscheinlich aufgrund eines Privilegs König Sigis- 
munds von Ungarn ungarische Gulden geschlagen [Abb. 20]Su. Dem Feinge- 
halt nach entsprachen sie dem ungarischen Vorbild und wurden wohl für die 
Bezahlung der Söldner hergestellt. Diese preußischen Goldmünzen greifen 
in ihrer Gestaltung in gewisser Hinsicht den Groschen Albrechts vor, wird 
doch hier Heinrichs Stellung als Hochmeister auf besondere Weise betont. 
Gegenüber den ungarischen Gulden, die schon seit der Zeit Ludwigs I. das 
Landeswappen und den stehenden hl. Ladislaus zeigenSI, ist das Münzbild 
auf charakteristische Weise verändert. Die Vorderseite mit der Umschrift 
M(a)g(iste(r) Hi(n)ri(cus) de Plaw(en) bildet den stehenden Hochmeister im 
Ordensmantel mit Adlerschild ab, der sich mit der rechten Hand auf ein 
Schwert, mit der linken auf den Hochmeisterschild stützt. Heinrichs adlige 
Abkunft wird durch sein zu seinen Füßen dargestelltes Familienwappen her- 
vorgehoben, einen Schild mit einem aufrecht nach links schreitenden Lö- 
wen. Diese Konzentration auf die Person des Hochmeisters wird allerdings 
durch die Rückseite partiell wieder aufgehoben, die die stehende Ordenspa- 
tronin Maria im Strahlenkranz in einem faltenreichen Gewand und mit dem 
Jesuskind auf dem linken Arm abbildet und die auch sonst verwandte Um- 
schrift Moneta D(omi)nor(um) Pruc{ie) aufweist. Der Statthalterschaft Hein- 
richs (Juli bis November 1410) darf dagegen eine andere Goldmünze zuge- 
ordnet werden, die ihm ebenfalls durch sein Familienwappen zugewiesen 
werden kann [Abb. 21]S2. Sie trägt auf der Vorderseite den Hochmeister- 
schild mit der Umschrift Moneta Dominorum Prussie, auf der Rückseite 
eine Mariendarstellung mit einem ihr zugewandten, nach einem Apfel grei- 
fenden Jesuskind und der Umschrift Maria Mater Domini Christi (XPl). 
Tritt hier - wohl angesichts der Vakanz im Hochmeisteramt - die geistliche 
Korporation in den Vordergrund, hat Heinrich von PI auen mit der späteren 
Goldprägung offenbar bewusst Akzente gesetzt - in gewissem Sinn hängt 
seine Absetzung wohl auch damit zusammen S3 . Sicher nicht zufällig wurden 
Goldmünzen erst wieder unter den Hochmeistern Friedrich von Sachsen und 
Albrecht von Brandenburg geschlagen. Unter Friedrich trugen sie nach säch- 
sischem Vorbild Johannes den Täufer auf der Vorderseite, die Münze AI- 
brechts zeigt das durch die Wappenschilde Brandenburgs, Nürnbergs, Ho- 
henzollerns und Pommerns ergänzte Hochmeisterkreuz mit der Umschrift 
Mo(neta) Au(rea) No(va) Ma(gistri) G(e)nera(lis) Prusi(e) auf der Vorder- 
seite sowie eine weitere Darstellung Marias mit dem Jesuskind im Strahlen- 
kranz und dem brandenburgischen Adler und mit der Umschrift Adiuva
>>>
190 


Jürgen Sarnowsky 


o Virgo / Res Tua Agitur auf der Rückseite [Abb. 22JS4. Anders als bei 
Heinrich von Plauen ist damit auf die Darstellung des Hochmeisters verzich- 
tet, doch ist trotz der geistlichen Elemente der Rückseite die weltliche Stel- 
lung Albrechts durch die Wappenschilde seiner Familie hervorgehoben. 
Wie bereits angesprochen, hängen Siegel- und Münzbilder vielfach zu- 
sammen, und so kann vermutet werden, dass sich das Selbstverständnis 
geistlicher Ritterorden als Landesherren auch in der Gestaltung der Siegel 
spiegelt. Das soll hier nur anhand weniger Beispiele hinterfragt werden 55 , 
Bei den 10hannitern wurde die Siegelführung wohl angesichts des adli- 
gen Stands der führenden Brüder relativ offen gehandhabt. Neben den Amts- 
siegeln finden sich so auch immer wieder private Siegel von Brüdern, die in 
offizieller Mission unterwegs waren, wie dies Z.B. für fr. Joan de Cardona, 
den Bailli von Mallorca, belegt ist, der 1480 als locumtenens von Meister 
und Konvent im deutschen und böhmischen Priorat um Unterstützung für 
den Orden auf Rhodos warb und dafür ein Siegel mit dem Wappenbild der 
Grafen von Cardona, drei Stauden mit jeweils drei Blüten, benutzte [Abb. 
23-24]56, Die großen Siegel der Meister, die bei Verleihungen immer klar 
von denen des Konvents geschieden und jeweils nach dem Tod der Amtsin- 
haber zerstört wurden 57 , blieben dagegen lange den traditionellen, offenbar 
schon aus dem Heiligen Land übernommenen, Formen verpflichtet. Seit den 
ältesten erhaltenen Siegeln zeigen sie einen Kranken im Hospital liegend, 
über ihm das Gewölbe, von dem eine Lampe herabhängt, dazu ein Weih- 
wassergefäß und ein Kreuz neben seinem Bett [Abb. 25]. Die Umschrift 
lautet Hospitalis Iherusalem 58 . Wenn noch Meister des 15. Jahrhunderts wie 
fr. Lastic oder fr. Zacosta auf diese Darstellung zurückgriffen 59, macht dies 
das Gewicht der Hospitaltradition auch für die führenden Ritterbrüder der 
Johanniter deutlich, wie sie sich ebenso am Ausbau des dritten Hospitals auf 
Rhodos fassen lässt 60 . Unter fr. Aubusson fand dann allerdings auch ein 
Meistersiegel Verwendung, das an die Münzbilder des Ordens anknüpft. Es 
zeigt statt des Meisters eine Gruppe von knienden Brüdern vor dem Patriar- 
chenkreuz 6 ' . 
Für diese Siegel lässt sich somit ein Übergewicht des geistlichen Ele- 
ments beobachten, während in einem anderen Beispiel, das eigentlich einem 
geistlichen Kontext entstammt, ein gewissennaßen "landesherrliches" Sym- 
bol erscheint: Für Indulgenzen, die dem Ausbau des Kastells S. Peter (auf 
dem Festland, beim heutigen Bodrum) dienten, wurde ein Siegel mit einer 
stilisierten Darstellung der Burg verwandt [Abb. 26]62. Daneben gab es Sie- 
gel einzelner Amtsträger sowie weiterer Institutionen des Ordens, die aber 
zur Landesherrschaft auf dem Dodekanes kaum in Bezug stehen 63 .
>>>
Ritterorden als Landesherren: Münzen und Siegel... 


191 


Beim Deutschen Orden in Preußen hatten die Siegel der Amtsträger 
insgesamt größeres Gewicht als bei den Johannitern M . Ähnlich wie beim 
anderen Orden zeigen jedoch die großen Siegel der Hochmeister zunächst 
lange eine traditionelle, auf die geistliche Korporation hin orientierte Dar- 
stellung [Abb. 27]: Maria mit dem Jesuskind auf dem linken Arm, in der 
Rechten ein Lilienzepter, auf einem kunstvoll gestalteten Thron sitzend, mit 
der Umschrift S(igillum) Mag(ist)ri General(is) Hospital(is) S(ancte) Marie 
Theut(onicorum) ler(oso)lom(i)tan(ij65. Dieser Reverenz an die Ordenspa- 
tronin steht auf den Sekretsiegeln der Hochmeister die nur jeweils leicht 
veränderte Darstellung des Hochmeisterschilds gegenüber, bei den Siegeln 
des 14. und 15. Jahrhunderts zumeist in einem Sechspass. Das gilt z.B. für 
das Siegel Heinrichs von PI auen, das den Hochmeisterschild mit einem Krük- 
kenkreuz zeigt und die Umschrift S(igillum) Fr(atr)is Heinrici de Plauwen 
Mag(ist)ri G(e)n(er)alis trägt [Abb. 28]fJ6. Dies änderte sich. ähnlich wie bei 
den Münzen und Wappen ti7 , erst unter den bei den letzten Hochmeistern in 
Preußen. Friedrich von Sachsen schaffte das große Siegel mit der Darstel- 
lung Marias ab und führte für beide Siegel ein nahezu einheitliches Siegel- 
bild ein [Abb. 29]. Im Zentrum findet sich nun ein mit Ranken verziertes 
Hochmeisterschild, bei dem in die Winkel des Hochmeisterkreuzes Fried- 
richs Familienwappen aufgenommen wurden. Die Umschrift hebt dann auch 
die Stellung wie die fürstliche Abkunft des Hochmeisters hervor: S(igel) 
Fridrich(s) von gotz gnaden deutzsch ordens hohmeister hertzog tzu sachs- 
sen etc ti8 . Albrecht von Brandenburg schloss sich dann diesem Vorbild an. 
Bei bei den trat somit das geistliche Element der Korporation hinter den 
weltlichen Aspekten ihrer Herrschaft zurück. 
Relativ beständig waren auch die Siegel der Großgebietiger des Deut- 
schen Ordens. So zeigt z.B. das Siegel des Obersten Marschalls in der Regel 
einen Ordensritter zu Pferd, der in seiner Linken den Ordensschild, in der 
Rechten eine Fahne mit einem Kreuz trägt [Abb. 30], und auf dem Siegel 
des (1454 erloschenen) Tressleramts findet sich - vor kunstvoll gestaltetem 
Hintergrund - eine Hand, die einen Schlüssel hält [Abb. 31]69. Sie enthalten 
vom Siegel bild und den Umschriften her keinen direkten Bezug zur Landes- 
herrschaft, ähnlich wie die älteren Siegel der preußischen Brüder vor der 
endgültigen Übersiedlung der Hochmeister auf die Marienburg (1324). So 
zeigt das älteste Konventssiegel des Ordens in Preußen von 1232 den ste- 
henden heiligen Georg in Rüstung mit Schwert, in der Rechten einen Schild 
mit einem auf einer Stangen befestigten Tatzenkreuz, in der Linken eine 
Lanze mit Wimpel, eine an die ältesten preußischen Brakteaten erinnernde 
Darstellung [Abb. 32]1°. Das Siegel der Landmeister trägt dagegen seit Her- 
mann Balk (1232-1238) eine Darstellung der Flucht nach Ägypten [Abb.
>>>
192 


Jürgen Samowsky 


33]11. Auch wenn die Umschrift auf den Preceptor Domus S(ancte) Marie 
Teuth(onicorum) i(n) Pruzia velWeist, stehen bei diesen Siegeln somit die 
Korporation und ihr geistlicher Charakter im Vordergrund. 
Münzen und Siegel zeigen deutlich, wie sehr die beiden großen geistli- 
chen Ritterorden und ihre Meister ein Selbstverständnis als Landesherren 
entwickelten. Die Korporation war in beiden Fällen präsent, als Konvent 
oder Orden vom Hospital des heiligen Johannes (zu Jerusalem) bei den 
Johannitern, als "Herren von Preußen" bzw. durch den Ordensschild beim 
Deutschen Orden. Dem stand aber fast immer die ElWähnung der Meister 
gegenüber, denen bei beiden Orden im Laufe der Zeit größeres Gewicht 
zukam, bis zum Verzicht auf die ElWähnung korporativer Elemente z.B. auf 
den Dukaten und Scudo-Prägungen Pierre d' Aubussons oder den Groschen 
Albrechts von Brandenburg. Die ursprüngliche Verankerung im Heiligen 
Land, bei den Johannitern lange am Patriarchenkreuz fassbar, beim Deut- 
schen Orden am Jerusalemkreuz des Hochmeisterschilds, wurde zumeist 
ergänzt oder ersetzt durch die Orientierung auf das jeweilige neue Ordens- 
zentrum, bei den Johannitern durch den Hinweis auf die Insel bzw. die Stadt 
Rhodos, beim Deutschen Orden durch den Hinweis auf die Herrschaft über 
Preußen. Die Übernahme der Münzbilder weltlicher Herrscher hatte sicher 
auch ökonomische Gründe - ähnlich wie bei den anderen mittelalterlichen 
Nachprägungen, handelte es sich doch um bereits eingeführte Nominale - , 
doch symbolisiert sie ebenfalls die Übernahme weltlicher Herrschaft durch 
die geistlichen Ritterorden. Interessant ist, dass sich beide Orden mindestens 
zeitweilig an den giliati der südeuropäischen Herrscher orientierten, wenn 
auch in sehr unterschiedlicher Weise. Vorbildhaft waren daneben insbeson- 
dere die überall akzeptierten europäischen Goldmünzen, die venezianischen 
Dukaten oder die ungarischen Gulden. Die auf diesen Münzen vertretenen 
geistlichen Elemente wurden teilweise für die eigenen Zwecke adaptiert, 
etwa in der Ersetzung von Markus und Dogen durch Johannes den Täufer 
und den Meister bei den rhodischen Dukaten oder durch die Variation der 
Umschrift bei den Halbscotern Winrichs von Kniprode. Teilweise wurden 
aber auch "ordenstypische" geistliche Elemente ergänzt, z.B. das Patriar- 
chenkreuz mit dem betenden Meister auf den giliati der Johanniter oder die 
Lilie auf frühen Brakteaten des Deutschen Ordens. Insgesamt spielen aber 
geistliche Symbole auf den Ordensmünzen nicht immer eine zentrale Rolle, 
gerade bei den kleineren Münzen treten sie vielfach zurück. Das gilt aber 
auch für die Spätzeit der Orden, in der - seit Pierre d' Aubusson und Fried- 
rich von Sachsen - die adlige bzw. fürstliche Stellung der Meister durch die 
Aufnahme der eigenen Wappensymbole stärker betont wurde. Das zeigt sich 
beim Deutschen Orden unter den beiden fürstlichen Hochmeistern auch bei
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Abb.2
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Abb.4
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Ritterorden als Landesherren: Münzen und Siegel... 


193 


den Siegeln. Insgesamt waren die Siegelbilder aber wohl "konservativer" als die 
Münzbilder und orientierten sich lange an den traditionellen, auf das geistliche 
Element ausgerichteten Fonnen, bei den Johannitem auf die Hospitaltradition, 
beim Deutschen Orden auf die Ordenspatronin Maria. Bezüge zur Landesherr- 
schaft sind so bei den Siegeln weniger ausgeprägt als bei den Münzen. Ausnah- 
men bilden z.B. die Siegel der von den Johannitem verkauften Indulgenzen für 
das Kastell S. Peter sowie die Amtssiegel der beiden letzten preußischen Hoch- 
meister. Wie insbesondere das Beispiel der Umschriften der preußischen Schil- 
linge seit Winrich von Kniprode deutlich macht, auf denen die Hochmeister mit 
Ordnungszahlen als eigentliche Landesherren stilisiert werden, während die 
Korporation noch lange gegenüber den Ständen auf ihren Vorrechten bestand 12 , 
stellen Münzen und Siegel eigenständige Quellen dar, die nicht zuletzt für das 
Selbstverständnis geistlicher Ritterorden neben den schriftlichen Zeugnissen her- 
angezogen werden müssen. 


Anmerkungen 


I Zu Caoursin vgl. Ao Luttrell, The Hospitallers' Historical Activities, 1400-1530 
(1967), ND in ders., Latin GreeCl!. the Hospitallers and the Crusades, 1291-1440 (Collec- 
ted Studies Series), London 1982, Nr. 11. hier S: 146-147: J. Samowsky. Macht und Herr- 
schaft im Johanniterorden des 15. Jahrhundertso Veifassung und Verwaltung der Johanniter 
auf Rlzodos (1421-1522) (Vita regularis. 14), Münster 2001. S. 318-320. - Allgemein zu 
den Johannitem auf Rhodos vgl. die gesammelten Beiträge von A. Luurell, The Hospitallers 
in Cyprus, Rhodes, Greece and the West. 1291-1440 (Collected Studies Series), London 
1978: ders., The Hospitallers of Rhodes and their Mediterranean Worlcl (Collected Studies 
Series), London 1992; ders., The Hospitaller State on Rhodes and its Western Provinces, 
1306-1462 (Collected Studies Series). Aldershot-Hants 1999, sowie E. Rossi, The Hospi- 
tallers at Rhodes, 1421-1523, in: AHistory of the Crusades. hrsg o Vo K. M. Setton, Bd. 3, 
Madison, Wisc., 1975, So 314-339. 
1 Zu den "Litauerreisen" vgl. W. Paravicini. Die Preussenreisen des europäischen 
Adels, Bd. 1-2 (Beihefte der Francia, 17/1-2), Sigmaringen 1989-1995. - Allgemein zum 
Deutschen Orden s. H. Boockmann, Der Delltsche Ordeno Zwölf Kapitel aus seiner Ge- 
schichte, 4. Autl.. München 1994: M. Biskup, G, Labuda, Die Geschichte des Deutschen 
Ordens in Preußen. Wirt
"Chaji - Gesellschaji - Staat -Ideologie (1986, übers. H. Heyde, U. 
Kodur) (Klio in Polen, 6). Osnabrück 2000. 
] Z.B. der Stilisierung landesherrlicher Maßnahmen, s. J. Samowsky, Identität und 
Selbstgefühl der geistlichen Ritterorden. in: Ständische und religiöse Identitäten in Mittelal- 
ter und früher Neuzeit, hrsgo VO S. Kwiatkowski, J. Maltek, Torun 1998. S. 109-130, hier S. 
125-126. 
4 Für die Bedeutung der Münzbilder s. inuner noch F. Friedensburg, Die Symbolik der 
Mittelaltermünzen. 3 Teile, Berlin 1913-1922: zum Zusammenhang zwischen Münzen und Sie- 
geln im Blick auf ihre "hoheits- bzwo eigentums- und verkehrsrechtlichen Voraussetzungen" s. 
u.ao A. Vo Brandt, Werkzeug des Historikers, 9. Aufl., Stungart usw. 1980, S. 157: dieser Zusam- 
menhang lässt sich allerdings bei den Ritterorden nur sehr eingeschränkt beobachten.
>>>
194 


Jürgen Sarnowsky 


, Livland und andere Gebiete, in denen die Orden eigenständige Herrschaft erreichten, 
bleiben deshalb im Folgenden unberücksichtigto Zu Livland vgl. uoa. R. v. Toll, Siegel und 
Münzen der weltlichen und geistlichen Gebietiger über Liv-, Est- und Curlalld his zum Jahre 
/56/ nebst Siegeln einheimischer Geschlechter, hrsg. v. l. Sachssendahl. Reval 1887. 
6 Zur bisher nur wenig erforschten Münzprägung des Ordens s. Sarnowsky (wie Anm. 
I), S. 493-495; Do M. Metcalf, Coinage of the Crusades and the Latin East in the Ashmo- 
lean Museum Oxford, 2. Aufl., London 1995. S. 295-305; A.-M. Kasdagli, Ta Rodiakd 
Nomismata ton /oanniton sto Clerkenwell / The Rhodian Coins at the Museum of the Order 
of Saint John, Clerkenwell (Monographs of the Hellenie Numismatic Society. 3), Rhodos 
2002; (problematisch) B. Waids tein-Warten berg, Recht,
geschichte des Malteserordens, 
München-Wien 1969, S. 138; ders., Die Va.
al/en Chri.rti. Kulturge.rchichte de.
 Johanniter- 
ordens im Mittelalter, Wien-Köln-Graz 1988, S. 306-307; A. Engel, R. Serrure, Traiti de 
numismatique clu Moyen Age, Bd. 3, ND Bologna ooJ., S. 1414-1417. 
1 National Library of Malta. Archives of the Order of St lohn (künftig: NLM) Archo 
362, fol. 191(192)r-v, gedr. Zo Tsirpanlis. Hrsg., Anekdota eggrapha gia te Rodo kai te 
Noties Sporades apo to archeio to /oanniton /ppoton [Unpublished Documents concerning 
Rhodes and the South-East Aegean Islands from the Archives of the Order of St lohn], Bd. 
I, 1421-1453. Rhodos 1995, Nr. 199, S. 524-525, von 1450 Februar L 
· Für die Goldmünzen sind ausdrücklich 22 quirati festgelegt; zu den carat im rhodi- 
schen Münzwesen vgl. Metcalf, (wie Anm. 6). S. 2970 
9 Diese Regelungen galten wahrscheinlich rur die neuen Münzen unter fr. Lastic, vgl. den 
Hinweis bei Metcalf. (wie Anm. 6). S. 302; täglich sollten 6 Mark Silber verarbeitet werden. 
IIJ Zwei Beispiele von 1478 und 1488: So sollten nach dem Eintrag in NLM Arch. 76, fol. 
6(2l)v, von 1478 September 1, die rhodisehen Dukaten künftig wieder stärker nach dem Vorbild 
der venezianischen hergestellt werden, allerdings um einen Asper und 6 Denare leichter; und 
1488 Apr. 28 wurde wegen Mangels an peccllnia minuta beschlossen. dass der Meister Pfennige 
und Vierpfennigstücke (quatrinos) schlagen lassen solle, NLM Arch. 76, fol. 217(228)v. 
11 NLM Arch. 82, fol. 21(34)v (1512 November 8): Deinde vocaverunt magistrum zeche 
et fecerunt coram adducere cuneos, quibus ('udunt et signant ducatos. florenos, marcellos, 
asperos, quatreno, gilivinos et decem asperos, qui omnes fuerunt fracte martel/o ferreo. Die 
Zuordnung zu den erhaltenen Münzen ist nicht ganz eindeutig möglich. 
12 Davon wurden 1505 September 4 Fälschungen entdeckt. NLM Arch. 81, fol. 1(14)v- 
2(15)r; nach der auf Pegolotti aufbauenden Tabelle bei Metcalf. (wie Anm. 6), S. 297. 
entsprachen 8 Pfennige einem halben Asper; danach auch die folgenden Angaben (ausgelas- 
sen hier 2 Denare = I carat; 24 carats = IT gigliati = I bezant). 
1] Belege in Tabelle 6 bei Sarnowsky (wie Anm. 1). S. 582. 
14 Dazu und zu den Münzbildern s. Metcalf (wie Anm. 6), S. 302-303, Tafel 47. 
IS Zum Feldzug fr, Heredias von 1378 vgl. A. Luttrell, Gregory X/ and the Turks: /370- 
-/378 (1980), ND in: ders., Latin Greece (wie Anm. I), Nr. XV, S. 412-413; nach der 
Rückkehr aus der Gefangenschaft blieb er nach kurzem Aufenthalt auf Rhodos (1379-1382) 
bis zu seinem Tod 1396 in Avignon, ders., /ntrigue, Schism, and Violence among the Hos- 
pitallers of Rhodes: /377-/384 (1966), ND in ders., Hospifallers in Cyprus (wie Anm. 1), 
Nro XXIII, S. 41,47. 
16 Metcalf (wie Anm. 6), S. 296-2970 
11 Die etwas kleineren Münzen haben nur einen Schriftring auf der Rückseite, sind aber 
sonst ähnlich gestaltet. Die deutlich verkürzten Umschriften lauten: Frater Fulco / Mag(iste)r 
Hospital(is).
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Ritterorden als Landesherren: Münzen und Siegel... 


195 


.M A. Luttrell, Notes on Foulque.f de Villaret, Master ofthe Hospital. 1305-1319 (1985), 
ND in: ders., Hospitallers of Rhodes (wie Anm. 1), Nro IV. 
19 Metcalf (wie Anmo 6), S. 298-301. 
10 Ebd., S. 301, nennt als Inschriften der Rückseiten: Sancta Crose Aiula Me, Santa 
Crose Fabe Amen und In Nomine Dei Sancla Crose Amen. 
1\ Die Vorderseite des gigiliati-Typs wurde unter fr. Jean de Lastic auf neu ausgepräg- 
ten Aspern mit einer neuen Rückseite verbunden, die Johannes den Täufer mit dem Lamm 
Gottes zeigt, Umschrift: F(rater) loh(anne)s d(e) Lestic Gran(t) Ma(i)st(re) / Ospitalis S. 
loh(anni)s I(e)r(uso)li(mita)ni Ro(di), ebd., S. 302, Tafel 48. 
11 Ebd.. S. 299, 302, 304, Tafel 48. 
23 Ecce ag(nus) Dei e(t) D(ominus) q(u)i t(o)l(lit) pecat(um) mu(n)di. 
14 Zu Vorläufern unter fr. Antoni Fluviä und fr. Jean de Lastic vgl. Engel-Serrure (wie 
Anm. 6), S. 1416. und oben Anm. 21. 
2' Wie Anm. 5. 
26 Zur Goldenen Bulle von Rimini von 1226 vgl. u.a. Boockmann (wie Anm. 2), S. 80- 
-85: U. Arnold, Probleme um Friedrich //.: Der Deutsche Orden und die Goldbulle von 
Rimini 1226, in: Preußenland 14 (1976), S. 44-48: H. Kluger. Hochmeister Hermann von 
Salza und Kaiser Friedrich //0 (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens. 
37), Marburg 1987. S. 54-65: T. Jasiiiski, Zlota Bulla Fryderyka // dia zakonu k17.yiackiego 
z rokt, 17.ekomo 1226, Roczniki Historyczne 60 (1994), S. 107-154. 
21 E. Waschinski, Die Münz- und Währungspolitik des Deutschen Ordens in Preußen. 
ihre hi.ftorischen Probleme und seltenen GeprOge, Göttingen 1952, S. 54-58. - Allgemein 
zur Münzprägung in Preußen vgl. weiter Mo Dygo. Die Münzpolitik des Deutschen Ordens 
in Preußen in der ersten Hä
fte des 15. Jahrhunderts (Fasciculi Historici. 14), Warszawa 
1987: J. Sarnowsky, Die Wirtschaftsführung des Deutschen Ordens in Preußen (1382-1454) 
(Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 34). Köln-Weimar-Wien 
1993, S. 62-70, 230-234, u.ö.: 00 Volckart, Die Münzpolitik im Ordensland und Herzogtum 
Preußen von /370 bis 1550 (Deutsches Historisches Institut Warschau, Quellen und Studien 
4), Stuttgart 1996. 
18 S. den Text in der Edition von Go Kisch, Forschungen und Quellen zur Rechts- und 
Sozialgeschichte des Deutschordenslandes. Bd. 2 (Schriften des Kopernikuskreises Freiburg 
i.Bro, 9). Sigmaringen 1978, S. 122-123, 142-145 (Kapo 22)0 Zu den Münzstätten in Preu- 
ßen vgl. auch R. Sprandei: Das mittelalterliche Zahlungssystem, Nach hansiJ.'ch-nordiJ.'chen 
Quellen des 13.-15. Jahrhundert.f (Monographien zur Geschichte des Mittelalters. 10). Stuttgart 
1975, S. 165-166, 168, 174-175, 179. 189. 
29 Sarnowsky, Wirtschaftsführung (wie Anm. 27), S. 64-65, 233 (Tabelle 12). 
311 Waschinski (wie Anm. 27), S. 58-60. 
3\ Nach Volckart (wie Anm. 27), So 91. wurden 1414-1416 ebenso viele Stempel be- 
nutzt wie in den folgenden 25 Jahren. 
32 Dazu Tabelle und Graphik ebd., S. 435-436. 
)] Waschinski, Die Münz-und (wie Anmo 27), So 61-62; vg1. die Abbildungen bei F. A. 
Voßberg, Geschichte der preußischen Münzen und Siegel von frühester Zeit bis zum Ende 
der Herrschaft cles Deutschen Ordens, Berlin 1843, ND Leipzig 1973, S. Tafel I1-III, sowie 
ebd., S. 84-91: B, Dudik, Des hohen Deutschen Ritterordens Münz-Sammlung in Wien. 
Wien 1858, ND (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, 6), Bonn- 
-Godesberg 1966, Tafel I, sowie ebd., S. 75-80.
>>>
196 


Jürgen Sarnowsky 


)( Beschreibung des Hochmeisterwappens bei M.-L. Heckrnann, Überlegungen zu einem 
heraldischen Repertorium an Hand der Hochmeisterwappen. in: Edition deutschsprachiger 
Quellen aus dem Ostseeraum (14.-16. Jahrhunden), hrsg. v. M. Thumser, J. Tandecki, Do 
Heckmann, Torun 2001, S. 315-340, 3 Abb., hier S. 319. 
]5 M. Pfister-Burkhalter, Art. Lilie, in: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 3, 
Rom usw. 1971, Spo 100-102; Heckmann (wie Anm. 34), S. 320. 
)6 Voßberg (wie Anm. 33). S. 85. 
]7 Waschinski (wie Anm. 27), S. 63-64. 
]8 Volckan (wie Anm. 27), S. 41-53; Waschinski (wie Anm. 27), S. 74-76. Voßberg 
(wie Anm. 33), S. 92-94. 
]9 Voßberg (wie Anm. 33), S. 190-191 und 194, Tafel IV (hier zu Konrad Zöllner von 
Rotenstein). 
40 Ebd., S. 93. 
41 Anders als bei späteren giliati-Prägungen des Ordens, unter Albrecht von Branden- 
burg, als die Vorderseite Maria mit dem Jesuskind - aber auch die Umschrift Albertus Dei 
G(ratia) Marchi(o) Brande(nburgensis) - zeigt, die Rückseite das Hochmeisterwappen auf 
dem Blumenkreuz und die Umschrift Honor Magistri lusticiam Diligit 1520. Voßberg (wie 
Anm. 33), S. 200; Volckart (wie Anmo 27), S. 250. 
42 Vo1ckan (wie Anm. 27), S. 50-51. 
4] Voßberg (wie Anm. 33). S. 96 und ff.; Dudik (wie Anm. 33), So 80,90 und ffo 
44 Ebd., S. 168-169. 
45 Zur Einordnung dieser Münzen aufgrund der Feingehalte und Herstellungsweise s. 
Waschinski (wie Anm. 27), S. 148. 
46 Zur Neubewenung der Münzreform unter Johann von Tiefen gegen Voßberg und 
Waschinski s. Volckan (wie Anm. 27). S. 214-221. 
47 Johann ließ auf der Vorderseite seinen Familiennamen ergänzen, s. Voßberg (wie 
Anm. 33), S. 190-194; Waschinski (wie Anm. 27), So 151-152. 
48 Voßberg (wie Anm. 33), S. 196-199: die Form ... Domina (statt möglicherweise ... 
Domine) erschließt sich nur bei Voßberg nur aus den Prägungen 1519 und 1520, s. jedoch 
Dudik (wie Anmo 33), S. 114, mit weiteren Beispielen. - Zur Münzpolitik zwischen 1513 
und 1519 s. Volckart (wie Anm. 27), S. 235-236, 239. zu den weiteren, hier aus Zeitgrün- 
den nicht behandelten Großmünzen s. ebd., So 239-251. 
49 Dazu Waschinski (wie Anmo 27), So 82-90; Volckan (wie Anm. 27), S. 60-61. 
511Waschinski (wie Anm. 27), S. 79-82,98-99 und 102-104; Voßberg (wie Anm. 33), 
S. 141-143; Dudik (wie Anm. 33), So 97-980 
51 Letzteren als Königsheiligen mit Krone und Hellebarde, Reichsapfel oder Zepter, s. 
die Abbildungen bei L. Huszar, Münzkatalog Ungarn. Von 1000 bis heute(aus dem Ungari- 
schen A. Pohl), Budapest-München 1979. S. 85-86, 91-93. 
51 Waschinski (wie Anm. 27), S. 99-100; Abbildung bei Voßberg (wie Anm. 33), Tafel 
VI. Das Wappen findet sich in der Umschrift der Rückseite, hinter dem Won Mater. 
5] VgI. Ho Boockmann, Ostpreußen und Westpreußen (Deutsche Geschichte im Osten 
Europas), Berlin 1992, S. 186-187. 
54 Waschinski (wie Anm. 27), S. 157-158 und 169-170; Voßberg (wie Anm. 33), S. 
201. Zur Verbindung der Familienwappen mit den Amtswappen der Hochmeister seit etwa 
1485 vgl. Heckmann (wie Anm. 34), So 330. 
55 Die Kürze ergibt sich auch aus dem Forschungsstand, denn gerade für die lohanniter 
gibt es kaum Literatur. 


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>>>
Ritterorden als Landesherren: Münzen und SiegeL.. 


197 


56 Z.B. auf der Urkunde im Hauptstaatsarchiv München. Ritterorden, U 249, von 1480 
Juni 20 - die Umschrift lässt sich nicht mehr vollständig entziffern; zum Zusammenhang 
vgl. Sarnowsky (wie Anm. 1), S. 172 Anm. 11. 
51 Ebdo, S. 227-228, 248-229, 305. 
'8 Abbildung bei J. Riley-Smith, Hospitallers. The History 0/ the Order 0/ St John. 
London-Rio Grande 1999, So 25. 
5\1 Entsprechende Siegel finden sich, mit kleinen Varianten, an den Urkunden NLM 
Arch. 27, no. 1, von 1439 Januar 2 (fr. Lastic). und Arch. 29, no. 4, von 1467 Februar 2 (fr. 
Zacosta); zu den Urkunden s. Catalogue 0/ the Records 0/ the Order of St. John 0/ Jerusa- 
lem in the Royal Library 0/ Malta. Bd. I: Archives 1-72, bearb. A. Zammit Gabaretta. J. 
Mizzi, S. 97, 100. 
60 Vgl. Samowsky. Identität (wie Anm. 3). So 120. 
61 Z.B. an NLM Arch. 31, no. 7, von 1478 Dezember 22, vgl. Catalogue (wie Anm. 58), 
S. 101. 
62 Abbildung bei Riley-Smith (wie Anm. 58), S. II (das Siegel von einem Ablass für 
John und Margaret Saville ist allerdings gegen den Text frühestens dem Anfang des 15. 
Jahrhunderts zuzuordnen). 
63 Ein regionales Beispiel ist das wohl aus der Zeit um 1500 stammende Siegel der 
Ballei Brandenburg, vgl. die Abbildung bei A. W. E. v. Winterfeld, Geschichte des Ritter- 
lichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem, mit besonderer Berücksichtigung der 
Ballei Bmndenburg oder des Herrenmeistertums Sonnenburg, Berlin 1859, (Teil-ND) Osna- 
brück 1993, S. 890. 
601 Allgemein vgl. die Beispiele in Siegel des Deutschen Ordens von Akkon bis Mergen- 
theim, bearb. H.-G. Boehm, Bad Mergentheim 2002. 
6' Voßberg (wie Anm. 33) S. 52-53, Tafel I; Unter Kreuz und Adler. Der Deutsche 
Orden im Mittelalter, Ausstellungskatalog. hrsg. v. F. Benninghoven. Berlin 1990. S. 75. 
66 Abbildung Voßberg (wie Anm. 33), Tafel VI: vgl. ebd., S. 134. 
61 Dazu Heckmann (wie Anm. 34), S. 329-330. hier aber offenbar nur mit einem 
Familienwappen. 
68 Voßberg (wie Anm. 33). S. 191, Tafel X; das Siegel Albrechts ebd., Tafel XL 
69 Abbildungen bei Vossberg (wie Anm. 33), Tafel I; Kreuz und Adler (wie Anm. 65), 
Rückseite des Umschlags; eine Beschreibung ebdo, S. 75. 
10 Abbildung und Beschreibung in Kreuz und Adler (wie Anm. 65), S. 74; zu den 
Brakteaten vgl. oben zu Anm. 35. 
11 Kreuz und Adler (wie Anm. 65). S. 74; Voßberg (wie Anm. 33). Tafel I. 
12 Zum damit verbundenen Streit um den Huldigungseid vgl. z.B. (für Konrad von 
Erlichshausen) K. E. Murawski. Zwischen Tannenberg lind Thorn. Die Geschichte des Deut- 
schen Ordens unter dem Hochmeister Konrad von Erlichshausen (1441-1449), (Göttinger 
Bausteine zur Geschichtswissenschaft, 10111), Göttingen 1953, S. 81-83.
>>>
ORDINES MILITARES - COLLOQUlA TORUNENSIA HISTORlCA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Zsolt Hunyadi (Szeged) 


(Self)Representation: Hospitaller seals in the Hungarian- 
Slavonian Priory up to c.1400 


An investigation of the use of seal may yield important and interesting 
results concerning the (self)representation of the Hospitallers. In the course 
of such survey both seal-figures and seal-inscriptions can provide utilizable 
pieces of information. Certainly, the given context cannot be overlooked: 
the use of seals of the Hospitallers settled in the Hungarian Kingdom devel- 
oped and flourished in a peculiar milieu. The institutional system of the 
pi aces of authentication (loca credibilia)' had a manifest impact on the use 
of seal of the Hospitallers in the country; on the other hand, the fact that the 
majority of the brethren came from abroad should also be taken into ac- 
count. Some questions automatically raise: 1) How extensively did the Hos- 
pitallers in Hungary use the seals for (self)representation? 2) What sort of 
iconographical motifs/elements were used and where were these elements 
taken from? In order to answer these questions one should have a doser 
look at the use of seal of the Hospitallers in Hungary since scholarly litera- 
ture has not yet surveyed this topic in its entirety. Accordingly, in order to 
establish a proper discussion, it is advisable to survey all the seals used by 
the Hospitallers in Hungary until the end of the fourteenth century, and 
perhaps it is also practical to briefly evoke the history of the Hungarian- 
Slavonian Priory of the Order. 
The first Hospitallers settled in the Kingdom of Hungary around the 
mid-twelfth century, most probably for the call of Queen Euphrosyne (b.1130- 
tc.1193), wife of King Geza 11 of Hungary (1141-1162) who, along with 
her daughter, quite often practiced the virtue of caritas. As a Central Euro- 
pean characteristic, royal support proved to be 10ng-lasting in the develop- 
ment of the military-religious orders since they lacked private donations 
throughout the Middle Ages. In the case of the Hospitallers in Hungary, 
royal generosity helped to establish almost twenty preceptories by the end of 
the thirteenth century. After the acquisition of the houses of the dissolved
>>>
200 


Zsolt Hunyadi 


Order of the Temple, this number approached three dozens. However, by the 
very end of the fourteenth century it fundamentally decreased and slack- 
ened 2 . 
The compound of the leadership of the Hungarian-Slavonian Priory and that 
of the personnel of the commanderies clearly shows that this province was an 
integral part of the international network of the Order. Until the end of the 
thirteenth century, the common feature of the Hungarian-Slavonian priors was 
their supposedly foreign, admittedly non-identifiable, or rather obscure, origin. 
Presumably, most of them arrived from France, and later from ltaly. Their 
provenance became more transparent during the rule of the Neapolitan Angevin 
king, Charles Robert (1301-1342) in the early fourteenth century. At least two 
dozens of Hospitallers of Italian origin can be identified in Hungary between 
1315 and the 1340s. Most remarkable of them are perhaps the Italian Gragnanas 
or the Proven
a1 Cornutis and Beaumonts 3 . 
As for the local administration, the high officials of the preceptories _ 
preceptors, priors and custodes - were also of foreign, presumably again of 
French and Italian origin until the end of the 1370s. This is particularly 
interesting in the view of the fact that nine preceptories acted as pi aces of 
authenticationo That is, the native Hospitallers and those settled in Hungary 
preferred "pen" to "sword", though they also fought against the infidel, 
especially the Ottoman Turks on the Balkans, and they were involved in 
other Hospitaller activities as well by running a few hospitals and baths for 
the needy in the region. 
Tuming towards the question of use of seals, it is worth noting that 
although there is a manifest effort in sigillography to create a uniform typol- 
ogy, it is almost hopeless to establish the net of all possible considerations 
wh ich would fit all scholarly expectations. It is crucial, however, because it 
points out the framework of the typology which will serve as a basis for the 
determination of the categories and for grouping the specimens of seals into 
c1asses. Partially following the way paved by the historiography of the Hos- 
pital makes the task easier, yet a slightly different grouping is used from that 
of E. J. King, the well-known monographer of the Order4. From a functional 
point of view, four classes were created: 1) seals of the priory; 2) seals of 
the officials of the priory; 3) common seals of the preceptories; and 4) seals 
of the officials of the preceptories. The first - though not the earliest - type 
of seals was the one of the priory (sigillum prioratus). It was used in affairs 
which concemed the priory as a whole, particularly in case of leasing the 
possession of the priory; thus it can be regarded as a seal ad causas s . It 
cannot be ruled out that the priory established its seal at the very moment of 
the establishment of the Hungarian(-Slavonian) priory, but on the basis of its
>>>
(Self)Representation: Hospitaller seals... 


201 


function it is more likely that its engraving took place as late as the begin- 
ning of the fourteenth century. Besides the extant specimens, there is anoth- 
er fact which supports this hypothesis: the document issued upon the sole 
leasing known from the Arpadian period (1275) was sealed by the seal of 
the prior6. Moreover, the confirmation of the privileges of the hospites at 
Cice was authenticated with the seal of the lieutenant prior 7 , The leasing of 
the landed properties of the priory started at the beginning of the Angevin 
period, but the personal seals of the priors were used for such affairs during 
the first two decades of the period 8 . The existence of the seal of the priory 
may be assumed in 1320 and thus it can be linked to the activity of Prior 
Filippo de Gragnana 9 . The seals of the document have not survived, but the 
cuts for the former leather thong of the seals are visible on the 3-cm-wide 
plica of the parchment. The corroboration of the charter informs the reader 
that it had been sealed by the "seals of the priory", although it is not clear 
what the plural form referred to. Since it was issued at the provincial chapter 
held at Gyant, most likely the preceptors present also attached their own 
seals to the document. A year later, however, the sealing clause of a charter 
reported that it had been sealed with the seal of the priory (sigillum priora- 
tus) at the provincial chapter. Unfortunately, the former seal is now 10st lO . 
Thereafter, Filippo de Gragnana regularly used the seal of the priory but he 
certainly did not carry it since it was also used in his absence by his lieuten- 
ant, Girardo de Gragnana, who sealed a document in connection with an 
affair in 1326 11 . Certainly, he held himself to the customs of the Order, as 
the seal of the priory was supposed to be kept in the archive (conservatori- 
um) of the Order. 
Abuses can be observed from time to time. In part, this led Master Helion de 
Villeneuve to decree in 1337 that the seal of the priory had to be kept under the 
seal of the prior and that of four prnd'hommes and used on the advice of these 
persons l2 . Although the Master referred to abuses and losses which affected the 
Order, on the basis of the Hungarian practice it seems that he wanted the more 
rigorous observation of an already existing custom and not to introduce some- 
thing ex novo. It must have been so even if there were misuses of the seals. In 
November 1329, nine seals were suspended on a document issued at the provin- 
dal chapter l3 . This is not surprising, but the corroboration revea1s a somewhat 
unusual situation: has privilegiales litteras fteri fedmus et novi sigilli prioratus 
nostri Hungarie et Sclavonie et sigilli nostri secreti et sigillornm fratrnm supra- 
scriptornm apensione muniri et roborari. Accordingly, the priory had a new 
seal engraved which may have been in connection with the conjuration men- 
tioned in the narration part of the charter l4 . From the above it is clear that 
Filippo de Gragnana attached his personal seal to the document, perhaps as its 
counter-seal.
>>>
202 


Zsolt Hunyadi 


Thereafter the priory was vacant for five years (1335-1340), so it is small 
wonder that we do not hear about the seal of the priory. The new prior, however, 
used the seal of the priory on his first appearance in Hungary in 1336 Is . Con- 
ceivably, he used the same seal as his predecessor although he did not make any 
reference to this either in this charter or later. Nor it is known which seal was 
used on the next extant document three years later, in 1339, since only the 
silhouette of the fonner seal can be seen on the reverse of the parchment l6 . In 
1340, however, the Provem;al Pierre [Peyre] Comuti used his personal seal and 
not that of the priory. The reason for this was functional since it was not used in 
relation to the landed properties of the priory: he appointed bis lieutenant '7 . 
Several years later, a document related to a leasing was authenticated both by 
the seal of the priory and by the personal seals of the preceptors present at the 
provincial chapter held in Szenta in 1345 18 . In the eighteenth century György 
Pray Seems to have reprinted the seal-figure (fleur-de-lis) and the inscription 
(+S[IGILLUM] PRlORATIJS HOSPITALlS S[ANen] IO[H]A[NN]JS HUNG[ARlAE] Er SCLAVON[IAE]) 
of the seal of the priory, but bis identification cannot be confinned since the seal 
is lost' 9 . On the basis of extant sources it can be asserted that this seal was not in 
use for a long time. In 1350, Prior Baudoin Cornuti attached this seal to 
a document20 issued at the provincial chapter held in Vrana, but in February 
1353 he asked King Louis I of Hungary (1342-1382) to annul the seal of the 
priory. It turned out that the infamous Fra Moriale had removed the seal (togeth- 
er with important charters of the priory) and alienated many goods of the priory 
through its use 2 '. The new seal was ready soon, as it was used at the provincial 
chapter held in May and it luckily survived, although badly damaged, on one of 
the charters issued on this occasion 22 . It is a round-shaped seal, and its figure 
depicts a fleur-de-lis with ornamental foliage. Due to its present-day poor state 
of preservation and poor publication, its exact dimensions and inscription cannot 
be detennined 23 . Nonetheless, with regard to the major characteristics, this seal 
seems to be identical with the one used in 1345. Thus it is likely that only minor 
"safety elements" were modified on the new authenticating tool. Baudoin regu- 
larly used the seal of the priory24 so that there is no evidence for the use of his 
personal seal in Hungary. His successor, Prior Raymond de Beaumont, used the 
same seal. Interestingly, none of the charters issued at the first provincial chapter 
he celebrated in September 1374 has sealing a c1ause although they were sealed 
with suspended seals and one of them has been preserved in a fairly good state2.
. 
Following the assembly, Raymond left the priory and there is no sign that his 
lieutenant ever used the seal of the priory26. Admittedly, no further provincial 
chapters were convoked until the end of the period under query, which was also 
due to the situation caused by the Great Schism in 1378.
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(Selt)Representation: Hospitaller seals... 


203 


Manifestly less, but still valuable, information is at scholars' disposal 
about the personal seals of the priory's officials: seals of the priors and their 
lieutenants. According to the situation described above, the seals of the 
priors were used in the affairs of the priory before the establishment of the 
sigillum prioratus as weIl as in their "own" official affairs. The first refer- 
ence to a personal seal dates back to 1189, when the first known Hungarian 
prior, Martin, placed his seal on a charter in Bohemia as preceptor hospital- 
is, although it is not known whether the seal was attached to his office or 
not 27 . Much more is known about the seal of Prior Johannes who suspended 
his seal on a document about the agreement with the Benedictines of Pan- 
nonhalma conceming the debate over tithes in 1226. It is a round-shaped 
seal with a conventional tleur-de-lis; its inscription reads: (S[IGILLUM] PRIORIS 
VNGARIE HOSPITALlS)28. As far as its seal-figure is concemed, it may have been 
the archetype of the seal of the priory that appeared later 29 . The lily might 
have symbolized the French origin of the majority of the brethren at the time 
of its engraving. It is also to be noted that the inscription referred to the 
development of the priory since it does not include Sclavonia. 
We also have to reckon with a methodological problem conceming the 
identification of the priors' seals. With the exception of the above-men- 
tioned Martin and Filippo de Gragnana, the sealing clauses of the charters 
do not clearly reveal whose seal was attached to the document. The connec- 
tion between the intitulation and corroboration fonnulas of the charter is 
usuaIly crucial: e.g. Nos frater XY ... sigilli nostri .... If the expression 
sigillum nostrum is preceded by (Nos) Conventus in the intitulation, it clear- 
ly referred to the common seal of the given preceptory. Therefore, the cor- 
roboration fonnulas used in the Arpadian period (up to BOI) do not help in 
the accurate identification of the seals and basicaIly this is also true for the 
Angevin era (1301-1387). There are only two (or perhaps three) exceptions. 
The first is the case of Prior Rolando de Gragnana. The pieces of the fonner 
seal are still visible on a charter he issued in 1315 30 and it is evident that it 
was a vesica-shaped seal. Since the sealing clause of the document referred 
to the seal as being authentic, it cannot be identified as a memorial seal 
(sigillum memoriale). Conceivably, in this particular case Rolando used his 
personal seal as the prioral one, since it is assumed that the seal attached to 
the office of the prior was still round-shaped in the fourteenth century3'. 
Admittedly, these are assumptions, compared to the situation of Filippo de 
Gragnana, who expressis verbis noted that he placed his personal seal on the 
charter issued at the provincial chapter held in 1329: sigilli nostri secretp2, 
Naturally, much more standardization can be observed in regard to the 
common seal of the single preceptories. This type of institutional seal was of
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204 


Zsolt Hunyadi 


fundamental importance for the activity of Hospitaller preceptories as pi aces 
of authentication. It is important to emphasize, however, that the activity of 
a preceptory as a place of authentication could have played a significant 
role in the emergence of a common seal, but was not the only initiative 
factoi B . This is particularly evident in the case of the chapter houses. Their 
participation in the administration of ordeals required the existence of such 
an authenticating tool. The seal could also symbolize the autonomy of the 
college of the canons against episcopal power. This not only inspired the 
establishment of the common (corporate) seal but, to a certain extent, intlu- 
enced the seal of the church (sigillum ecclesiae) by inc1uding the expression 
sigillum capituli in its inscription 34 . The activity as a place of authentication 
can still be regarded as a mediator, especially for the Hospitallers. The in- 
scription of the earliest known common seal, that of the Szekesfehervar 
preceptory, reads: + S[IGILLUM] CAPITULI DO[MUS] HOSPITALlS IH[E]R[OSO]- 
L1MITANI DE ALBA, which is somewhat misleading with regard to the Order 3S . 
The Hospitallers tried to follow local customs even though occasionally the 
brethren separated themselves from the preceptor, especially if he was a secular 
person 36 . 
The corroboration formula of the first extant charter of the Szekesfe- 
hervar preceptory, issued right after the Mongoi invasion in the early 1240s, 
reveals an interesting situation. It contains relevant information for the present 
problem: quia proprium sigillum nostrum erat in maritima propter metum 
tartarorum ... litteras ... concessimus ... fratris luliani custodis, fratris Luce 
preceptoris domus nostre et predicti magistri Ambrosii sigillis communi- 
tas 37 . Accordingly, in the absence of the common seal the officials placed 
their own tools of authentication on the charter. To increase the authenticity 
of the document, the name of Ambrosius, the general proctor of the precep- 
tory and the lieutenant master of the priory, appeared in the intitulation as 
weIl. Undoubtedly the ante quem of this conventual seal is 1243. 
Unfortunately there is not enough evidence to identify the seals used 
between 1243 and 1265 38 . The original charter of 1256 was transferred abroad 
and the seal cannot be seen in the photograph. The first known seal' s in- 
scription is that from 1259, but the seal itself is unknown. The earliest 
reliable data can be discovered on a charter which was issued in 1265: both 
the inscription and the seal-figure are recognizable. The photocopies shown 
in the ApPENDIX illustrate that the same seal, that is to say, the same typarium 
was in use until the end of the Middle Ages 39 . This major seal (sigillum 
maius) is round-shaped (0 55 mm) with an inscription framed by dotted 
circl es 40. A standing Hospitaller brother can be seen on the seal, wearing the 
habit of the Order and holding a book in his left hand. The figure has not
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(Self)Representation: Hospitaller seals... 


205 


thus far been identified with either St. John the Baptist or St. Stephen (the 
patron of the conventual church of the Szekesfehervar preceptory). The 
figure of St. John the Baptist is quite frequent on the seals of European 
Hospitallers, but he mainly appears with his attributes, namely, with the 
Easter lamb and a palm branch 41 . Formerly, I tended to identify the seal- 
figure with John the Baptist since there are some very similar sampIes in the 
European usage 42 . Imre Takacs's work, however, drew my attention to the 
common seal of the Canons Regular of St. Stephen at Budafe1heviz (dedicat- 
ed to the Holy Spirit), which is very elose - from an iconographical point of 
view - to the common seal of the Szekesfehervar Hospita1ler preceptory43. 
Thus it seems wise to refrain from identifying the depicted figure with either 
of the patrons of the Order and the conventual church, although most Hun- 
garian ecelesiastical institutions followed the "traditional" path 44 . The con- 
necting link between the two convents may be the hospitaller nature of the 
activity processed by both orders and houses respectively. Another common 
characteristic feature they shared was their acting as locus credibilis and 
perhaps this was indicated by the book held in the hand of the Hospitaller 
figure on the seal, even though they were not (known as) men of letter in 
general. 
In 1276 the smaller seal (sigillum minus or memoriale) of the Szekesfe- 
hervar preceptory was attached by a leather thong 4S , which does not corre- 
spond to the normal use when the seal elosed the charters or was impressed 
on the back side of the parchment. The memorial seal is vesica-shaped and 
measures c. 44x27 mm. Unfortunately, all the seal-figures of the specimens 
found in the Kumorovitz-collection and in the National Archives of Hunga- 
ry are badly damaged, so identifying them is almost hopeless. Yet similari- 
ties may be observed in comparison with the memorial seal of the Szekesfe- 
hervar collegiate chapterM. The inscription around a standing figure can be 
reconstructed as: +S[IGILLUM] MEM[ORIALE] DO[MUS H]OSPITAL[IS] DE ALBA. 
It is not known how far the use of seal in Szekesfehervar influenced 
similar activity by other Hospitaller preceptories. What is sure is that one 
can determine the ante quem of the use of seal on the basis of the beginning 
of the activity as a pi ace of authentication. Practically no seals of precepto- 
ries are known other than the ones used by the Hospitaller loca credibilicf7. 
The reconstruction is more perplexing as there were Hospitaller scriptoria 
which indicated the preceptor or other officials of the given administrative 
unit in the intitulation of the charters. It is more than likely that these 
documents were sealed with the personal seals of the officials involved and 
not with the common one. It is conceivable that this solution was detennined 
by the lack of a common seal of the brethren since some of them had no
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206 


Zsolt Hunyadi 


such corroborant tool in the second half of the thirteenth century48. For 
instance, Gerard, the vice-prior of Ujudvar (Nova Curia) in 1266 49 , or the 
preceptors of the Sopron preceptory attached or suspended their personal 
(official) seals to/on the charters they issued as places of authentication50. 
Nor should it be ruled out that those preceptories (Gyant, Pakrac) wh ich 
were occasionally involved in such activity did not possess a common seal 
unless they needed it for another purpose. 
In aIl likelihood - as far the Arpadian period is concemed - a common 
seal was used in Csurg6 from 1278 51 , in Torda from 1295, in Ujudvar (Nova 
Curia) from 1298, and in Sopron from 1307 the latest. In Ujudvar (Nova 
Curia) and Sopron, the early charters issued by the loeus credibilis were 
authenticated by the seal of the preceptor, but the increasing number of 
affairs demanded the introduction of a common seal. Similarly to the prac- 
tice of the Szekesfehervar preceptory, the figure of the common seal of 
Ujudvar (Nova Curia) does not depict the patron saint either of the conven- 
tual church or of the Order, which in this case coincided. The seal is 40 mm 
in diameter and it depicts a simple isosceles cross with shanks that are 
broadened towards their ends. Thus it is reminiscent of the eight-pointed 
cross of the Hospital and can be regarded as a self-representation of the 
Order5 2 , similarly to the common seal of the Szekesfehervar preceptory. In 
the upper part of the Ujudvar (Nova Curia) seal, a conventional (pointed) 
star (or sun) can be seen on the sinister, while acrescent is depicted on the 
dexter5 3 . The inscription on the seal (+s. CONVENTUS CRUCIFERORUM DE NOVA 
CURIA) raises an earlier question. The members of the Order were often 
caIled erue
feri in East Central Europe. Moreover, the brethren also used 
such expressions as intitulatio, that is, self-denomination. The appearance of 
such expression in the inscription of the seal and its characteristic features 
ascertain its engraving around the mid-thirteenth century54. As if the already 
existing practice were continued by the Sopron preceptory, it did not depict 
its patron, lohn the Baptist, on its common seal but chose the depiction of 
the Lamb of God (agnus dei). However, since the Easter lamb can be found 
among the attributes of lohn the Baptist it might be an indirect reference to 
the Order's patron saint. EspeciaIly because the depiction of agnus dei was 
quite frequent in the use of the priory as weIl as the Order in generaP5. The 
inscription on the 30-mm diameter round-shaped seal reads +S(IGILLUM] DOM[US] 
CRVCIFERORUM IN SVPRONI0 56 . The ante quem of the use of the seal is 1310 as 
it was attached to the reverse of a charter issued by preceptor Peter 57 . Before 
the creation of the common seal of the preceptory, the preceptor' s personal 
seal was attached to the charters between 1302 and 1307 58 . The next series 
of specimens are extant from the period of preceptors Lorenzo of Perugia
>>>
(Self)Representation: Hospitaller seals... 


207 


(1325-1336) and Giovanni Latini of Perugia (1344-1349). Tbese seals also 
displayagnus dei but, besides tbe manifest iconograpbical differences, it is 
striking - altbough it bas not been noticed so far - tbat tbe lamb is depicted 
as standing in tbe opposite direction in comparison witb tbe ones used 
formerly (nos. 11-12). It is likely tbat at tbe succession of tbe former pre- 
ceptor, around 1325, tbe brcthrcn engravcd a new common seal rctaining its 
seal-figure but, by the same token, tbey introduced "safety elements" as 
well S9 . On tbis basis, the use/existence of a memorial seal cannot be proved 
in tbe practice of tbe Sopron preceptory. Nonetbeless, tbe activity of the 
preceptory came to an end in tbe mid-fourteenth century. PartiallY it was the 
consequence of the abolition of the seals of the conventus minuti ordered by 
King Louis I in 1351 60 . 
Last but not least let us turn to the personal seals used by tbe officials of 
tbe preceptories. As far as tbe Arpadian period is concemed, all the extant 
documents were mentioned above. Tbe first known functional seal was tbat 
of the prior of the Szekesfebervar preceptory wbo, supposedly, placed bis 
seal on the above-mentioned cbarter of 1226. Unfortunately, tbis seal, unlike 
tbe master's, has not survived. The seals of tbe preceptor and tbat of the 
keeper (custos) of 1243 are not extant either since the cbarter is known only 
from its transcription of 1248. The seals of the preceptors on charters, those 
issued by tbe minor Hospitaller loca credibila, were also mentioned in the 
Arpadian period but tbis practice ceased by tbe fourteentb century. Tbe 
Angevin period saw the occasional use of the functional seal of tbe precep- 
tors 61 and the seals of those preccptors present at the provincial chapter can 
also be taken into account since they usually placed tbeir corroborant tool on 
tbe documents issued at sucb assemblies 62 . From tbe period under query, 
only tbree extant seals were found in tbe collections of Hungarian arcbives 
and collections. From a cbronological point of view, tbe first was tbe afore- 
mentioned seal of tbe Gerard, vice-preceptor of Ujudvar (Nova Curia) who 
attached his seal, depicting agnus dei, to a charter in 1266. Altbough the 
inscription of the seal is badly damaged, its first letters are still legible: 
+S.FRA[...] wbich may refer to its being a personal seal. Tbe second extant 
specimen was also mentioned above: the seal of John. commendator of 
Sopron used between 1302 and 1307 63 . On this seal the Hospitaller cross can 
be seen, wbicb clearly refers to John's status but there is no indication of bis 
office in tbe inscription (+s. FRATER IOHANNIS). Accordingly, tbis seal can 
also be regarded as self-representation since not tbe family coat-of-arms was 
depicted. As opposed to the last example, on tbe seal of Giovanni Latini of 
Perugia 64 a c. 20-mm diameter conventional shield witb four pales can be 
seen witb the inscription: s. FRAT[...] IOHANNIS.
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208 


Zsolt Hunyadi 


The above survey of the seals may seem scanty, but on the basis of the 
scattered source materials it would be irresponsible to make further extrap- 
olations. However, now at least an outline of the use of seals is discernible. 
In certain cases (e.g. conceming the seal of the priory) the future emergence 
of even a few seals from the archives would enormously increase our knowl- 
edge. Nonetheless, some rough answers can still be formulated upon the 
above-raised questions. First of all, it should be emphasized that the Hospi- 
taUers in Hungary made use of such tools of (self)representation in several 
instances. Certainly, the depiction of the patron of the Order or that of the 
church of a singular preceptory is also a sort of representation but, as in 
many similar cases, the deviation from the customs is more informative in 
this respect. For instance, the figure of a Hospitaller brother on the seal- 
figure of the Szekesfehervar Hospitaller preceptory is quite "irregular" in the 
Hungarian practice and its iconographical counterpart can be found on the 
seal of the Canons Regular of St. Stephen. The depiction of the conventional 
Hospitaller cross on the Hospitaller preceptory of Ujudvar (Nova Cur;a) can 
be regarded less irregular, still it is very important as it represents the sym- 
bol of the Order instead the patron of the church of the preceptory (lohn the 
Baptist). Brother John, the preceptor of Sopron also "engraved" the Hospi- 
taller cross on his official seal while his successor, Giovanni Latini de Peru- 
gia, protector of Sopron and lieutenant prior of the Hungarian-Slavonian 
Priory depicted his family coat-of-arms on his official seal. 
Somewhat peculiar was the case of the preceptory of Sopron where the 
depiction of the agnus dei indirectly denotes John the Baptist, the patron 
saint of the conventual church. Another sort of denotation was the depiction 
of the fleur-de-lis which appeared on the seal of the prior at the first quarter 
of the thirteenth century as weIl as on the seal of the priory from the four- 
teenth century. The depicted symbol might have represented the origin of 
the brethren (particularly the major officials) stayed in the Hungarian-Slavonian 
Priory. Although the place of origin of the brethren varied from time to 
time 65 , moreover, the proportion of the locals gradually increased in the 
priory from the mid-fourteenth century, the seal-figure still resembled the 
original motif. Perhaps the strict rules of the use of seals (sc. that of the 
authentication) tied the priors' hands in office who had to prefer the func- 
tionalliability as opposed to representative force of such tools.
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(Self)Representation: Hospitaller seals... 


209 


Notes 


1 The places of authentication (loca credibilia) were institutions which witnessed legal 
transactions mainly by issuing upon request charters under their own authentic seal. For the 
pI aces of authentication. see T. Köfalvi. Places of Authentication (loca credibilia). Chro- 
nica 2 (2002): pp. 27-38: Z. Hunyadi, Administering LAw: Hungary's loca credibilia, in: M. 
Rady. ed.. Cu.flom and LAw in Central Europe. Centre for European Legal Studies, Occa- 
sional Paper no. 6, Cambridge 2003, pp. 25-35. 
2 On the Hospitallers in Hungary, see Z, Hunyadi. Hospitallers in the Medieva1 King- 
dom of Hungary, c.1150-1387. PhO-dissertation. Budapest 2004. 
3 See Z. Hunyadi. Hospitaller Offidals o.f Foreign Origin in the Hungarian-Slavonian 
Priory: thirteenth-fourteenth century, in: H. J. Nicholson and J. Burgtorf, ed. International 
Mobility in the Military Order.f (Tweflth to Fifteenth centuries), Travelling on Christ's Business, 
Cardiff 2005. pp. 142-1540 
. E. J. King, The Seals of the Oreler of St. John of Jerusalem, London 1932, p. 95. 
Primarily we utilized the seals to be found (1) in the Collectio Antemohacsiana of the 
National Archives of Hungary (Budapest); (2) the so-called Kumorovitz-collection, kept in 
the Medieval Oepartment of the Budapest Historical Musem: and (3) the seal-copy collec- 
tion of the Art History Research Group of the Hungarian Academy of Sciences (Budapest). 
5 Cf. I. TaUes, A magyarorszdgi kdptalanok es konventek közepkori pecsetjei [The 
medieval seals of the Hungarian chapters and convents], Budapest 1992, p. 29. 
6 G. Wenzel. edo, Arpddkori (,j okmdnytdr. Codex diplomatiC/.tS Arpadianus continua- 
tus, 12 vols., Pest 1860-1874 (henceforth: AUO) 9: pp. 128-130; J. Oelaville Le Roulx. ed., 
Cartulaire general ele l'ordre des Hospitaliers de S. Jean ele Jirusalem (J/
/3IO), 4 
vols., Paris 1894-1906 (henceforth: Cartulaire) noo 3572: M. Kostren
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 and T. Smi
iklas, 
ed.. Codex diplomaticus regni Croatiae, Dalmatiae ac Slavoniaeo Diplomaticki zbornik kral- 
jevine Hrvatske, Dalmacije i Slavonije, 18 vols., Zagreb 1904-1998 (henceforth: Smi
iklas) 
6: pp. 137-138. 
7 I. Nagy, et al. , ed., Hazai Okmdnytdr. Codex diplomaticus patriu
', 8 volso Györ- 
Budapest, 1865-1891 (henceforth: HO) 7: pp. 228-230; Smi
iklas 7: pp. 133-135. 
R Smi
iklas 8: pp. 86-87, 353-354: Anjou-kori okleviltdr. Documenta res Hungaricas 
tempore regum Andegavensium illustrantia. Praeside J. Krist6. vols. 1-15, 17, 19-20, 23- 
-24, Budapest-Szeged 1990-2005 (henceforth: AOkl) I: p. 311, 3: pp. 109-110, 316; I. 
Nagy, and G. Tasnädi Nagy, ed., Anjoukori Okmdnytdr. Codex diplomaticus Hungaricus 
Andegavensis, 7 vols" Budapest 1878-1920 (henceforth: AO) I: pp. 247-248; L. Thall6czy, 
and S. Barabäs, ed.. A Blagay-csaldd okleviltdra. Codex diplomaticus comitum de Blagay, 
Budapest, 1897. pp. 74-750 
9 24 April 1320. Smi
iklas 8: pp. 556-559: AOkl 5: ppo 294-295. 
10 9 April 1321. Smi
iklas 9: pp. 10-11; AOkl 6: po 39. 
11 24 April 13260 National Archives of Hungary (Budapest), Collectio Antemohacsiana, 
original charters (henceforth: 01.#) 01.106115, National Archives of Hungary. Budapest. Collec- 
tio Antemohacsiana, photocopies (henceforth: OU) 0f.258480, AOkl 10: pp. 111-112. 
11 King, The Seal.f of the Order, (n. 4). pp. 130-131. 
13 25 November 1329. 0f.257974, Df.258481.
>>>
210 


Zsolt Hunyadi 


14 There is another, undated charter which reports the fact of the replacement of the seal 
of the priory. On the basis of the inserted charter, the editor of the Charters o.f the Angevin 
period (AOkl) included it among the charters issued in 1323. On the basis of the introduc- 
tion of the new seal of the priory it is likely, however. that the document was issued 
between May 1328 and November 1329. Most probably it took place at the provincial 
chapter held in November 1329. 01.106114; Go Fejer, ed. Codex diplomatic:us Hungariae 
eeclesiastieus ae eivilis. I1 vols., Buda 1829-1844 (henceforth: Fejer CD) 812: ppo 495- 
496, AOkl 7: po 2850 
15 6 Oecember 1336. Fejer CD 8/4: pp. 204--206; Smi
iklas 10: ppo 285-2860 
16 9 Oecember 1339. Of.258550; L. Solymosi, A földesuri jaradekok uj rend.rzere a 13. 
szazadi Magyarorszagon [The new system of seigneurial rights in thirteenth-century Hunga- 
ry] Budapest 1998, ppo 258-259; AOkl 23: pp. 336-337. 
17 31 May 1340. Smi
iklas 10: pp. 555-557; AOkl 24: p. 163. 
IB 24 April 1345. 01.100023. 
19 Dissertatio historieo-eritiea de Prioratu Auranae in qua origo. progressus, et interi- 
tus, ex monumentis nondum editis, eompendio a P. Georgio Pray e S. J. explieantur, Vien- 
nae 1773, p. 1040 
20 16 January 1350. Smi
iklas 11: pp. 566-567. According to the corroboration of the 
charter the seal of the preceptory of Vrana was also attached: in eiuis ... Iittera.r dupliees 
unius et eiusdem tenoris sigi/lis saneti gregorii baiulie Aurane et prioratus nostri Ungarie et 
Sclavonie pendentibus feeimuso 
21 14 February 1353,01.31,01.106124,01.106664, Fejcr CD 912: pp. 228-2290 
226 May 13530 L. Thall6czy, and S. Horvath. ed., Also-Szlavoniai okmanyttir (Dubicza. 
Orbal'Z. es Szana varmegyek). Codex diplomatic'us partium regno Hungariae adnexarum 
(Comitatuum Dubieza, OrM.r: et Szana) 1244-1718, Budapest 1912 (henceforth: Also- 
Szlav6nia) pp. 43-45; Smi
iklas 12: pp. 159-161. 
23 L. Oobronic. ViteJki redovi. Templari i Ivanovci u Hrvatskoj [Knightly orders. Tem- 
plars and Hospitallers in Croatia], Zagreb 1984, p. 162; eadem, Templari i lvanovci u 
Hrvatskoj [Tempi ars and Hospitallers in Croatia] Bibliotheka Povjesnica, Zagreb 2002, po 
163. Its diameter is around 40 mm. 
24 Fejer CD 912: 624, 9/3: pp. 198-199,9/4: pp. 263, 371-372; Als6-Szlav6nia pp. 66, 
82-83; Smi
iklas 12: p. 414. 13: po 153; 01.8617. 
25 01.6319, Fejer CD 9/4: pp. 614-616. See in ApPENDIX. no, 16. 
26 01.6237, 01.6238; I. Borsa, A .romogyi konvent oklevelei az Or.rzagos Leveltdrban: 
1371-80, [Charters of the Somogy Convent in the collection of the National Archives of 
Hungary], Somogy Megye Multjab61 30 (1999): p. 25. 
27 Ego Martinus. quondam prepositus et nunc preeeptor hospitalis, sigillum meum ap- 
pono. A. Boczek, et al.. edo, Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae. 15 vols. 010- 
mucii-Brunae, 1836-1903. I: p. 328; Cartulaire noo 8650 It was an inscription-seal: +MAR- 
llNUS PREPOSITUS. See L. Jan. "Pe
eti rytifskych duchovnfch fädü v Cechach a na Morave 
1189- 1310 (s pfihlednutim k dalJ:imu vyvoji)," [The seals of the military-religious orders in 
Bohemia and Moravia 1189-1310 (with special regard to their wider context)] in: Zprdvy 
Krajskiho vlastividneho mllzea v Olomouei 246 (1987): pp. 2, 21, Fig. I. 
21 Auo I: pp. 222-223. 
29 See in ApPENDIX. no. 15. 
)0 01.1857: AO I: p. 376; AOkl 4: pp. 11-12.
>>>
(Self)Representation: Hospitaller seals... 


211 


)1 The silhouette of a round-shape seal is visible on the reverse of the charter of Francesco 
de Gragnana issued in 1319. lt is also plausible that it was the vice-prioral seal. D1.l960. 
J2 Df.257974, 0f.258481. Cf. K. Borchardt, The Hospital/as. Bohemia, and the Em- 
pire, 1250-1330, in: J. Samowsky, ed" Mendicants, Military Orders, and Regionalism in 
Medieva/ Europe (Aldershot: Ashgate. 1999), p. 204, nlO; For comparison, see Luk2 Pe
- 
ka, and Miroslav Svoboda, Pi'ispevek k prob/ematice peeet{ johanitskYch generd/n£ch pfevorÜ 
ve 14. a 15. stolet{, [Contribution to the problem of the Hospitaller priors' seals in the 
fourteenth-fifteenth centuries) Studia Historica Brunensia 46 (1999): pp. 41-660 
]3 L. Solymosi. A hiteleshelyi pecsithaszndlat kezdeteihez, [To the beginnings of the use 
of seals by places of authentication], Magyar Herold I (1984): p. 112; Cf. Takacs, A 
magyarorszdgi kdptalanok es konventek (n. 5), p. 22. 
J4 Cf. Takacs. A magyarors:.tigi kdptalanok es konventek (n. 5), pp. 17-18. 
)5 See ApPENDIX, no. I. The Capitulum expression also appears in the intitulation of two 
early extant charters of the Sz
kesfehervar preceptory issued as a pi ace of authentication. 
1256 (DI.83128); HO 6: ppo 100---101. 
)f Cf, 9 December 1339. Solymosi. A földesuri jdratle1wk. pp. 258-259; AOkl 23: ppo 336-337. 
]1 Auo 7: pp. 144-145. 
]8 1243 (01.99844), 1256 (Dl.83128), 1259 (Of.262482), 1265 (01.582). 
)9 See the charters of 1265 (DI.582), 1500 (DI.33501), 1524 (D1.34291). 
40 According to Hungarian practice. the seal-figure should be the patron saint either of 
the house or the order itself. See Takacs, A magyamrszdgi kdptalanok es konventek (n. 5), 
Fig. 42/1. Takacs, however. gives the inscription incorrectly! S. Domanovszky, ed., Magyar 
müvelOdestörtenet. 6smüveltseg es közepkori ku/tura [Hungarian cultural history: Ancient 
and medieval culture]. Budapest, no d. I: 365; J. Jerney, A magyarorszdgi kdptalanok es 
konventek, [The chapters and convents in Hungary], Magyar Tört
nelmi Tiir 2 (1855), Fig. 
72. See in ApPENDIX, nos. 1-4. 
41 Cf. King, Seals (n. 4), 100-102, suppl. 17, 18. For Hungarian examples, see P. T6th- 
Szab6, A jds:.6i konvent, mint hiteies hely a közepkorban, [The Jasz6 convent as a place of 
authentication in the Middle Ages] Turul 21 (1903): 117; and Takacs, A magyarorszagi 
kdptalanok es konventek (n. 5), p. 67. 
42The Marburger Index Database, CD-ROM edition, 2 vols. Marburg-Utrecht 1998; 
see Pommersfelden. SchlossbibI. Cod. 351 (2937), fol. 145v, Apphun, H.: Meister E. S. Alle 
320 Kupferstiche. Oie bibliophilen Taschenbücher 567. Dortmund 1989; L. 148. fig. 151; 
ebd.. L. 149, fig. 154. 
4] Takl1cs, A magyarorszagi kdptalanok es konventek (n. 5), p. 50; Fig. 8; See in ApPEN- 
DIX, nos. 5-6, 
44 Takl1cs. A magyarorszdgi kdptalanok es konventek (n. 5), po 45-101. There are also 
exceptions: cathedral chapter of Esztergom (57-58); Benedictine convent of Garamszent- 
benedek (61-62); collegiate chapter of Hl1jszentlörinc (65), etc. 
45 1276 (DI.49224). 
46 See in APPENDIx, no. 7. 
41 Except the one of Vrana (1350); Smitiklas 11: pp. 566-567. 
4H Cf. M. Gervers, ed.. The Cartulary of the Knights of St. lohn of lerusalem in England: 
prima camera, Essex Oxford and New York 1996, p. lxxii. 
49 Smitiklas 5: 369-370; Auo 8: 160; I. Nagy, et al. , ed. Zala vdrmegye törtenete. 
Okleveltdr, 1024-1490 [A history of Zala County. Diplomatarium] 2 volso, Budapest 1886- 
-1890, 1: pp. 50-51.
>>>
212 


Zsolt Hunyadi 


'0 C.1275-1277, Theoderic: Of.264832; Jenö Häzi, ed., Sopron szabad kirdlyi vdros 
törtenete, Oklevelek [A history of the royal exempt town of Sopron. Oiplomatarium] 2 ser, 
Sopron, 1921-1943, 1/1: pp. 5-6; HO 3: pp. 24-25; Rhodianus in 1278: Fej
r CO 7/4: pp. 
179-180; Oetric in 1289: Häzi, Sopron szabad kirdlyi vdros. 1/1: pp. 12-13; Nagy, Sopron 
vdrmegye törtenete, I: pp. 52-530 There is a vesica-shaped silhouette visible on the reverse 
of the latter which might have been the personal seal of Oetric or that of the memorial seal 
of the preceptory. 
51 Df.286407. 
'2 For its Central European counterpart. see the common seal of the preceptory of 
Prague: Jan, Peeeti, (n. 27), pp. 6. 21-22, Fig. 4-5; and the common seal of tesky Oub 
(Sveth1). I owe thanks to dr. Libor Jan who rendered a photo-copy of the unpublished seal 
at my disposal. 
'3 The seal (BTM Kumorovitz-collection, 64.139) of the charter of 1298 (01.1503) is 
badly damaged, but there is an almost unharmed specimen on a charter of 1307. (OLl716, 
640175) See in ApPENDIX. no. 90 
54 Such intitulations can be observed in the practice of the Szekesfehervar preceptory 
from the 1260s. (01.582, 01.962, 01.619, 0f.230000). On the basis of palaeographical fea- 
tures, Imre TaUcs dated the engravement of the seal to the mid-thirteenth century. TaUes, A 
magyaror.rzdgi kdptalanok es konventek (n. 5), p. 93; See also Jemey, A magyarorszdgi kdptal- 
anok es konventek, Fig. 96. 
"Jan, Peceti, (no 27), pp. 2, 21. Fig. 3; and the common seal of tesky Oub (Svitlä). I 
owe thanks to dr. Libor Jan who rendered a photo-copy of the unpublished seal at my 
disposal. 
'60 c.20 mm. 0f.201669, 0f.201718, Of.201769. See in ApPENDIX, no. 14. It occurred 
that the preceptor used the common seal in his own affair! 0f.201701. For the Sopron seals. 
see also K. Mollay. A Szilmalom utcai vam, /217-/564, [Toll of the Szelmalom street, 
1217-1564], Soproni Szemle 45 (1991), pp. 104-1050 
'70 c.30 mm. See ApPENDIX, no. 11. GYMSML Sopron v. 11. OI. 47. 
'10 c.30 mm. See ApPENDIX, no. 13. GYMSML Sopron v. 110 01. 35. 38. 
'90 c.30 mm. See ApPENDIX, no. 12. GYMSML Sopron v. 11. 01. 82. 84, 85. 115. 136. 
6(1 Art. 3, (11 Oecember) 1351. J. Bak. et a1., ed., The Laws olthe Medieval Kingdom 01 
Hungary, /000-/490, Oecreta Regni Mediaevalis Hungariae 1000-1526, sero 1. vo1. 2, Salt 
Lake City 1992, p. 10. 
61 1303: Ulric, preceptor of Szekesfehervar (Augustinus Theiner, ed., Vetera Monumenta 
Historica Hungariam Sacram lllustrantia, 12/6-/352, 2 vols., Romae 1859-1860, 1: p, 404; 
AOkl I: p. 232); 1326: Lawrence. preceptor of Sopron (HO 3: pp, 84-85; Häzi, Sopran szabad 
kirdlyi vdros. 1/1: p. 46.); 1335: Oonat, preceptor of Sz
kesfehervar and Esztergom (Fej
r CO 81 
4: pp. 129-130); 1346: Giovanni Latini de Perugia. preceptor of Sopron (Häzi, Sopron szabad 
kirdlyi vdros. 1/1: ppo 89-90. 020 mm; inscription: +s. fRAT[.n] JOHANNIS); 1347-1351: Elias, 
preceptor Oubica (ThalI6czy-Barabas, A Blagay-csaldd okleviltdra. pp. 123-127. Smiciklas 12: 
pp. 39-40); 1363: Guylenn de AIcaniz, preceptor of Csurg6 (Fej
r CO 2: p. 168). 
62 E.g., 24 April 1345. 
63 0 c.30 mm. See ApPENDIX, no. 130 GYMSML Sopron v. 11. 01. 35, 38. 
60C 1346, 0f.201769 (GYMSML Sopron v. Ir. OLl35). APPENDIX, no. 14. 
65 See the Italian-Proven
al rotation: Hunyadi, Hospital/er O.fJicials 0/ Foreign Origin, 
ppo 144-147. 


4
>>>
ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Juhan Kreem (Tallinn) 


Einige Bemerkungen über die Siegel der Gebietiger des 
Deutschen Ordens in Livland 


Das Beispiel der livländischen Deutschordenssiegel bietet auch einige 
Einblicke in die Wandlungen des Selbstverständnisses dieser geistlichen 
Korporation. Bekanntlich waren die Siegel im Deutschen Orden statutenge- 
mäß die Amtsinsignien, die dem Nachfolger bei der Amtsübergabe weiter- 
gegeben werden sollten. Die Siegel, sowohl die des Meisters als auch die 
der Gebietiger, stellten meistens biblische Themen dar, ohne irgendwelche 
persönlichen Hinweise auf den jeweiligen Siegelinhaber. Die Siegel im Deut- 
schen Orden betonen also bewusst die Zugehörigkeit zu einer korporativen 
Verbindung von Menschen, bei der das Individuelle unterdrückt ist. l 
Der Gebrauch von anderen Siegeln, das waren vor allem die Privatsiegel 
mit einem Geschlechtswappen, war nach den Statuten verboten 0 Die Ritter 
sollten beim Eintritt ihre adlige Identität aufgeben und auf die weltlichen 
Verwandtschaftsbeziehungen verzichten. Andererseits haben die Ordenssta- 
tuten das Verbot von Privatsiegeln wiederholt und in späteren Fassungen 
noch ausgeweitet, was bedeuten könnte, dass die Einhaltung dieser Regelun- 
gen nicht ohne Probleme war2. Die spätmittelalterlichen Entwicklungen im 
Orden, vor allem die Verweltlichung und die Verlagerung des Schwerpunkts 
der Ordensaufgaben von der Kreuzzugsbewegung auf die Versorgungsfunk- 
tion, die ständische Abgrenzung usw. 3 haben auch dazu geführt, dass die 
Brüder immer mehr ihre eigene adlige Identität nach außen gezeigt haben. 
Wie sich diese Entwicklungen in den livländischen Siegeln widerspiegeln 
und welche Folgerungen man daraus bezüglich der inneren Verhältnisse des 
livländischen Ordenszweiges ziehen kann, ist der Hauptgegenstand dieses 
Beitrages. 
Die bisher nicht übertroffene Arbeit auf dem Gebiet der livländischen 
Siegel forschung (auch für die Siegel des livländischen Ordenszweiges) ist 
die Sammlung, die im Jahre 1887 von Baron Robert von Toll und Dr. 
Johannes Sachssenthai im vierten Band der Est- und Livländischen Briefla- 


-
>>>
214 


Juhan Kreem 


de veröffentlicht wurde 4 . Diese Sammlung ist noch heute das einzige umfas- 
sende Handbuch für die livländische Sphragistik und deren Entwicklungs. 
Sachssenthai hat in den Erläuterungen der Bildtafeln kurz die Entwick- 
lungen im livländischen Ordenszweig beschrieben 6 . Hier sollen nur die Haup- 
tetappen erwähnt werden. Das Amtssiegel der livländischen Meister stellte 
die "Geburt Christi" dar. Zur Zeit Johann Mengedes, ums Jahr 1450, wurde 
dies durch ein Majestätssiegel (Abb. I) ersetzt, das das Motiv des ordens- 
meisterlichen Sekretsiegels, "Flucht nach Ägypten", übernimmt. Die we- 
sentlichste Neuerung im unserem Kontext ist aber, das dieses Majestätssie- 
gel auch das Geschlechtswappen des Meisters bekommt. Schon einige 
Jahrzehnte früher hat der Deutschmeister Eberhard von Saunsheim dieselbe 
Veränderung auf seinem Siegel durchgeführt? Seit Mengede tragen die Sie- 
gel der Meister das Geschlechtswappen. was sicherlich bedeutet, dass das 
Siegel nicht mehr anonyme Amtsregalie, sondern ein persönliches Siegel 
war. Auf der anderen Seite muss man aber betonen, dass das Bildthema der 
Siegel, die "Flucht nach Ägypten", bis auf den letzten Meister das dominie- 
rende Element auf dem Siegel bleibt. Auf diese Weise bleiben die Meister- 
siegel auch nach Mengede mit der traditionellen Ordensikonographie ver- 
bunden. Auf diese Stelle sei daran erinnert, dass das Geschlechtswappen in 
Preußen auf dem Siegel der Hochmeister noch später hinzukommt, am Ende 
des 15. Jahrhunderts auf dem Siegel Friedrichs von Sachsen H . 
Auf der niedrigeren Stufe der Gebietiger sind die Siegel Amtssiegel 
geblieben. Die Versuche, das Geschlechtswappen auf einem Amtssiegel hin- 
zufügen, bleiben selten und kommen relativ spät. Der Komtur zu Dünaburg 
hat in den 1530er Jahren ein Wappen auf seinem Amtssiegel (Abb. 2)9, 
dasselbe kann auf einem früheren Siegel des Hauskomturs vennutet wer- 
den 10. Ein interessantes Beispiel kommt aus Wesenberg. Der Vogt von We- 
senberg, Engelbrecht Lappe von Köningen, lässt im Jahre 1479 ein Siegel 
(Abb. 3) anfertigen, dessen Inschrift auch seinen Namen, aber kein Wappen 
beinhaltet. Das Hauptmotiv des früheren Amtssiegels des Vogtes, ein ste- 
hender Ritter, bleibt weiter auf dem Siegel. Obwohl Engelbrecht auf diese 
Weise ein persönliches Siegel geschaffen hat, bleibt derselbe Stempel auch 
bei seinen andersnamigen Amtsnachfolgern im Gebrauch 11. Nur Luleff Lap- 
pe von der Ruhr, Vogt von Wesenberg in den Jahren 1527-1539, hat im 
Jahre 1529 ein neues Siegel für die Vogtei mit seinem Namen und einem 
Motiv aus seinem Geschlechtswappen geschaffen (Abb. 4). Wieder haben 
aber die Amtsnachfolger von Luleff Lappe dieses Siegel als Amtssiegel der 
Vogtei benutzt 12. 
Natürlich spiegelt dieser Fall aus Wesenberg eine Veränderung in der 
traditionellen Auffassung der Siegel als Amtsinsignien wider. Ähnlich wie
>>>
Einige Bemerkungen über die Siegel der Gebietiger... 215 


im Falle der Siegel der Meister wird hier mit dem Eintrag des Namens ein 
persönliches Zeichen geschaffen. Die Amtsinsignie ist nicht mehr anonym. 
Jedoch kann der Bruch mit den Ordenstraditionen hier nicht als endgültig 
betrachtet werden, da die auf diese Weise individualisierten Siegel auch von 
den Nachfolgern des Amtsträgers benutzt wurden. Zwar weist der Siegeltext 
ganz eindeutig auf eine Person, aber es ist für die Nachfolger kein Problem, 
das Siegel als Amtssiegel der Vogtei Wesenberg zu benutzen. Es sei dazu 
nochmals betont, dass die erwähnten Umgestaltungen von Amtssiegeln die 
einzigen bekannten Fälle in Livland darstell en 13. 
Neben den Amtssiegeln haben die Gebietiger beim Siegeln der Briefe 
aber auch ihre kleinen Privatsiegel (Ringsiegel, Signet) benutzt, die nur ein 
Geschlechtswappen und damit keinen Hinweis auf das Zeichensystem des 
Ordens enthalten. Schon Sachssenthai hat auf diese Erscheinung hingewie- 
sen und die Notwendigkeit weiterer Forschungen konstatiert '4 . Hier soll die- 
se Entwicklung mit einigen neuen Angaben etwas gründlicher dargestellt 
werden. Neben der Sammlung von Toll bietet die Briefsammlung des Reva- 
ler Ratsarehivs das Material dafür, wo eingegangene Briefe der Gebietiger 
in großer Zahl erhalten sind 1s . Natürlich ist die Überlieferung der einzelnen 
Gebietigerbriefe etwas ungleichmäßig. Es gibt bereits viele Briefe aus dem 
15. Jahrhundert (die zumeist gedruckt sind), es ist aber deutlich, dass der 
Bestand einige Lücken hat, die nicht Kommunikations-, sondern klar Über- 
lieferungslücken sind. Ab dem 16. Jahrhundert werden die erhaltenen Briefe 
zahlreicher. Ein Problem ist, dass bei weitem nicht auf allen Briefen das 


Ordensgebiet früheste Beleg 
Narva 1436 Vogt; 1400 Hauskomtur 
Kandau 1441 Kumpan 
Jerwen 1524 Vogt 
Riga 1527 Hauskomtur 
Fellin 1529 Komtur; 1482 alter Komtur 
Karkus 1535 alter Vogt; 1541 Kumpan 
Pernau 1535 Komtur 
Soneburg 1542 Vogt 
Tolsburg 1547 Vogt 
Neuschloss 1548 Vogt 
Wesenberg 1553 Vogt; 1419 alter Vogt; 1437 Drost 
Reval 1558 Komtur; 1531 Hauskomtur
>>>
216 


Juhan Kreem 


Siegel erhalten ist. In diesen Fällen kann man bestenfalls anhand der Wachs- 
flecken auf dem Papier vermuten, welches Siegel gebraucht wurde. 


Die Privatsiegel in den livländischen Ordensgebieten 


Obwohl die ersten Angaben vorsichtig behandelt werden sollten, dürfen 
wir an dieser Stelle einige vorläufige Folgerungen ziehen. Im Allgemeinen 
lässt sich feststellen, dass die Privatsiegel schon am Anfang des 15. Jahr- 
hunderts auftreten, aber trotzdem ganz selten bleiben. Ein deutlicher Zu- 
wachs im Gebrauch von Privatsiegeln hat ab der zweiten Hälfte der 1520er 
Jahre stattgefunden. Das letzte Jahrzehnt des Ordens in Livland ist schon 
durch einen massenhaften Gebrauch von Privatsiegeln gekennzeichnet. 
Wie könnte man die Benutzer von Privatsiegeln näher charakterisieren? 
Es scheint, dass als erste insbesondere die kleineren Ordens ämter wie Drost 
oder Kumpan und die alten Brüder ohne weiteres Amt ihre Privatsiegel 
benutzt haben. Der Grund dafür kann lediglich sein, dass ihnen kein anderes 
Siegel zur Verfügung stand. 
Weiter kann nur konstatiert werden, dass von einigen Gebietigern, z.B. 
den Vögten von Jerwen Heinrich von Thülen (1527-1551) (Abb. 5) und 
Bernhard von Schmerten (1551-1562) sowie den Komturen zu Fellin Rupert 
de Grave (1518-1535) (Abb. 6) und Johann van der Recke (1535-1549) 
(Abb.7), besonders viele an Reval adressierte Briefe mit Privatsiegeln erhal- 
ten geblieben sind. Dieser Kreis aktiverer Privatsiegelbenutzer ist jedenfalls 
nicht geschlossen. Wegen des begrenzten Kommunikationsraumes des Re- 
valer Rates fehlen hier die südlivländischen bzw. kurländischen Gebietiger 
fast vollständig. Anhand der genannten Personengruppe kann man aber schon 
sagen, dass ein prominenter Teil der Gebietiger des Deutschen Ordens in 
Livland im 16. Jahrhundert (die Vertreter des so genannten inneren Rats, 
darunter ein künftiger Meister) beim Siegeln der Briefe vom herkömmlichen 
Ordensgebrauch abgewichen sind und mit Privatsiegeln ihre adlige Abstam- 
mung sowie auch ihre eigene Person hervorgehoben haben. 
Trotz klarer Entwicklungslinien zeigen unsere Angaben auch deutliche 
Unregelmäßigkeiten, die schwer zu erklären sind. Z.B. sind die ersten Pri- 
vatsiegel trotz der verhältnismäßig guten Überlieferung der Briefe der Kom- 
ture zu Reval und der Vögte von Wesenberg nur aus den 1550er Jahren 
erhalten. In welchem Maße hier der Zufall eine Rolle gespielt hat, oder ob 
man diese Sachlage mit der Verschiedenheit der geistlichen Strömungen im 
Iivländischen Ordenszweig erklären könnte, sollen weitere Forschungen und 
andere Quellen zeigen. Letztendlich muss man zugeben, das neben dem
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Abb. I. Siegel des Meisters DO in Livland 
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Abb. 2. Siegel des Komturs zu Dünaburg
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Abb. 3. Siegel des Vogtes zu Wesenberg, Engelbrecht Lappe von Königen 


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Abb. 40 Siegel des Vogtes zu Wesenberg, Luleff Lappe von der Ruhr
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Abb. 50 Siegel von Heinrich von Thülen 


Abb. 6. Siegel von Rupert de Grave
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Abb. 7. Siegel von Johann von der Recke
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Einige Bemerkungen über die Siegel der Gebietiger... 


217 


wachsenden Gebrauch von Privatsiegeln auch die alten Amtssiegel immer 
noch im Gebrauch gewesen und in manchen Ämtern wie z. B. in Narva 
sogar ganz aktiv auch als Sekrete benutzt worden sind. 
Zum Schluss lässt sich die Frage stellen, wie man diese Erscheinungen 
interpretieren kann. Von der formalen Seite her ist die Verwendung der 
Privatsiegel ein neuer Kanzleigebrauch, der nach dem Statuten verboten 
war. In der weiteren Perspektive muss man jedoch zugeben, dass Adelswap- 
pen, ein Stück weltlicher Repräsentation, das im Orden lange unterdrückt 
wurde, im SpätmiUelalter auch anderswo in der Repräsentation des Ordens 
immer mehr in Erscheinung treten, auch im Bereich der Versiegelung. Auf 
der anderen Seite bleiben in den Siegeln des livländischen Ordenszweiges 
gewisse konservative Momente erhalten. Das Meistersekret erhält sein altes 
Motiv der Flucht nach Ägypten zurück, die Amtssiegel der Gebietiger wer- 
den nur in Ausnahmen umgestaltet und bleiben auch neben der häufigen 
Benutzung des Privatsiegels im Gebrauch. Dieses Spannungsfeld zwischen 
den traditionellen Strukturen des Ordens und dem einsetzenden Wandel, der 
aus den Siegeln hervortritt, mag auch die Geschichte des livländischen Or- 
denszweiges im 16. Jahrhundert im Allgemeinen kennzeichnen. Dies ist 
aber noch ein weites Forschungsfeld. 


Anmerkungen 


I Einführend dazu 800 Jahre Deutscher Orden. Ausstellung des Germanischen Natio- 
na/museums Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Internationalen Historischen Kommissi- 
on zur Erforschung des Deutschen Ordens. Gütersloh/München 1990. S. 368-370. 
2 Die Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften, hrsg. v. Max 
Perlbach, Halle Saale Niemeyer 1890, Gewohnheiten, 1-2. S. 90; die Gesetze von Dietrich 
von Altenburg, c. 7. S. 150. 
3 Maschke, Erich, Die inneren Wandlungen des Deutschen Ritterordens, in: Domus 
Hospitalis Theutonicorum. Europäische Verbindungslinien der Deutschordensgeschichte. Ge- 
sammelte Aufsätze aus den Jahren 1931-1963. hrsg. v. K. Wieser. U. Amold, Bonn-Godes- 
berg 1970, 35-590 
4 Brieftade = Est- und Livländische Briej7ade, Bd. 4. Siege/ und Münzen der weltlichen 
und geistlichen Gebietiger über Liv-, Est- und Curland bis zum Jahre 1561 nebst Siegeln 
einheimÜcher Geschlechter. hrsg. v. J. Sachssendahl. Reval 18870 
, Es gibt nur wenig neuere Forschungen auf diesem Gebiet. In den letzten Jahren hat 
ein estnischer Numismatiker. Ivar Leimus. sich mit dem Inhalt der Siegeldarstellungen 
beschäftigto Leimus, Ivar, "Möögavendade pitser - märk Saksa-Taani salasöjast", [Summa- 
ry: The seal of the Brethren of the Sword - a symbol of the German Danish secret war], 
Tuna 5: I (2002), So 20-26. 158; Leimus, Ivar, "Tallinna vappidest ja pitsereist". [Die Wap- 
pen und Siegel von Reval], Vana Tallinn VIII (XII) (1998), S. 23-32; Leimus, Ivar, "Revals 
väbene og segl..., Heraldisk Tidsskrift 82 (Oktober 2(00), S. 47-57. 
6 Brieftade (wie Anm. 4), S. 14-19. 
7800 Jahre (wie Anmo 1), S. 384-385.
>>>
218 


Juhan Kreem 


1800 Jahre (wie Anm. 1), S, 372. 
9 Brietlade (wie Anm. 4). Tafel 12, nr. 13. Dieses Wappen ist aber nich das Wappen 
der damaligen Komtur Johann von Eichel, dazu siehe Neitmann, Sonja, Von der Grafschaft 
Mark nach Liv/and. Ritterbrüder aus Westfalen im liv/iindischen Deutschen Orden, Köln- 
-Weimar-Wien 1994, S. 268. 
10 Brietlade (wie Anmo 4), Tafel 12. nr. 16 (1469). 
11 Brietlade (wie Anm. 4), Tafel 16, nr. 78. Erläuterung S. 77. Engelbrechl Lappe war 
Vogt von Wesenberg in den Jahren 1476-1485. 
12 Brietlade (wie Anm. 4), Tafel 16, nr. 79, Erläuterung, S. 78. 
13 Zusätzlich zu den hier behandelten Fällen ist noch das Siegel der Komture von 
Ascheraden im 13 und 14. Jahrhunden zu erwähnen, die den Namen Heinrich getragen 
haben. Siehe Brietlade (wie Anm. 4). Tafel 12. nr. 5. 
14 Brietlade (wie Anm. 4). S. 50-51. 
I
 Für diesen Beitrag sind die Briefe in Tallinner Stadtarchiv. f.2300 n. I, s. BB 52, 
"Weltliche Gebietiger" durchgesehen worden.
>>>
ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORlCA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Dieter Heckmann (WerderlBerlin) 


Vom era/tigen zum erwirdigen: Die Selbstdarstellung des 
Deutschen Ordens im Spiegel der Anreden und Titulaturen 
(13.-16. Jh.) 


Literarische Auftragsarbeiten, bildliche Darstellungen und vor allem ar- 
chitektonische Leistungen gehören zu den sichtbarsten und bekanntesten 
Formen herrschaftlicher Selbstdarstellung aus dem späten Mittelalter. Mit 
Blick hierauf ist der spätmittelalterlichen Entwicklung des Titulatur- und 
Anredewesens jedoch kaum Beachtung geschenkt worden. Dies erstaunt umso 
mehr, als sich Früh- und Hochmittelalterhistoriker mit der Thematik einge- 
hend befasst haben I. Selbst die Neuzeitforschung hat sich damit beschäftigt. 
Allerdings hat sie sie sich auf die statische Beschreibung 2 versteift und der 
Entwicklung der Anreden und Titulaturen 3 kaum Aufmerksamkeit geschenkt. 
Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass sich die damit beschäftigenden 
Forscher zu sehr von dem in neuzeitlichen Titulaturverzeichnissen und An- 
redebüchern vorgefundenen Zustand leiten ließen. 
Zu den Hauptanliegen des folgenden Beitrages gehört es daher, einmal 
der Spätmittelalterforschung die Vorzüge der jungen Hilfswissenschaft mit 
Namen ,Anrede- und Titulaturkunde' anzupreisen. Andermal geht es darum, 
am Beispiel der Titulaturen und Anreden von Angehörigen des Deutschen 
Ordens Entwicklungen aufzuzeigen, die den Wandel im Selbstverständnis 
des Ordens belegen sollen. Hiermit ist aber auch ein Fernziel verbunden, das 
es nicht zu verschweigen gilt: Es geht um die Entwicklung eines sicheren 
Instrumentariums, mit dessen Hilfe sich selbst feine Schwankungen sowohl 
in den Beziehungen der Ordensangehörigen untereinander als auch in den 
des Ordens nach außen aufspüren lassen. Dies bedeutet: Ein solches Hilfs- 
mittel sollte seinen Anwender in den Stand setzen, Anreden oder Titulaturen 
während eines bestimmten Zeitabschnitts einem genau festgelegten Perso- 
nenkreis zweifelsfrei zuzuweisen. So ließe sich beispielsweise untersuchen, 
ob das im Falle des Komturs von Mewe im Jahre 1450 verwendete Prädikat 
wirdige(r) und geistliche(r) bruderA nicht nur bei den restlichen Ordenskom-
>>>
220 


Dieter Heckmann 


turen, sondern auch bei bestimmten anderen Personen geistlichen Standes 
damals üblich war. Der Nutzen eines derartigen Instrumentariums für Rege- 
sten und vergleichbare archivische Erschließungsarbeiten läge auf der Hand. 
Der Redlichkeit halber sei an dieser Stelle jedoch die nicht unbedeutende 
Einschränkung getroffen, dass die im Folgenden vorzustellenden Befunde 
und Eindrücke kaum mehr als vorläufige Gültigkeit beanspruchen dürfen. 
Dies hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass die Materialsammlung 
und die davon abhängende Fragestellung erst am Anfang stehen. 


Materialsammlung und Ansatz 


Die Sammlung des Materials ließ sich zunächst von der in der Literatur 
getroffenen Unterscheidung zwischen "Anrede" und ..Titulatur" leiten. Dort 
wird zwar der private Charakter von Anreden im Vergleich zu den eher nach 
außen gerichteten Titulaturen betont. Die Literatur schweigt sich aber über 
die Textsorten, in denen Titulaturen und Anreden vorkommen, weitgehend 
aus. Zur vorläufigen Klärung dieser Frage trägt die Beobachtung bei, dass 
Titulaturen in den meisten Fällen in Urkunden, Bekanntmachungen und in 
anderen offenen Schreiben vorkommen. Dagegen finden sich Anreden ge- 
häuft in geschlossenen Schreiben. wie z. B. in Briefen an Einzelpersonen 
oder in Instruktionen. Je mehr Belege zusammenkamen, umso deutlicher 
ließ sich beobachten, dass die Verwendung von Titulaturen auch von der 
Blickrichtung des Betrachters her beeinflusst war. Dieses erforderte die 
Unterscheidung zwischen Selbsttitulatur und Fremdtitulatur. Die Frage, ob 
oder inwieweit die Inschriften der in Umlauf gebrachten Münzen 5 Fremdti- 
tulaturen vorgegeben oder maßgeblich beeinflusst haben, könnte zudem auf 
ein bislang unbearbeitetes Forschungsfeld führen. Weitere Fragen wie die 
nach dem Bedarf an einer breiten, standesabhängigen Auffacherung der Fremd- 
titulatur oder nach landschaftlichen Unterschieden im Anrede- und Titula- 
turwesen lassen sich wohl erst nach dem Abschluss der Materialsammlung 
einigermaßen sicher beantworten. 
Die für die Selbstdarstellung wohl bedeutendste Beobachtung lag - wie 
bereits angedeutet - darin, dass das spätmittelalterliche Anrede- und Titula- 
turwesen keineswegs fest gefügt, sondern Veränderungen unterworfen war. 
Beispielweise haben Klaus Militzer und Udo Arnold für die Frühzeit des 
Deutschen Ordens herausgearbeitet, dass es für die obersten Amtsträger kei- 
ne feste Abfolge der Titel gegeben hat. Magi.'Iter oder praeceptor konnten 
im Mittelmeerraum sogar Laienbrüder des Ordens jeden Ranges heißen 6 . 
Selbst zu Beginn der Neuzeit gab es noch bedeutende Veränderungen im
>>>
Vom eraftigen zum erwirdigen: Die Selbstdarstellung... 221 


Titulaturwesen, wie das Beispiel der Titulatur des livländischen Meisters 
des Deutschen Ordens noch wenige Jahre vor dem Untergang des livländi- 
schen Ordenszweiges zeigt. Die Änderung stand im unmittelbaren Zusam- 
menhang mit dem Sieg des Ordensmeisters Heinrich von Galen über den 
Rigaer Erzbischof, Markgraf Wilhelm, im Jahre 1556. Dieses Ereignis ver- 
anlasste Leonid Arbusow d. Ä. zu folgender Einschätzung: Der Erzbischof 
galt al.; beseitigt; Galen veränderte sogar seine Titulatur: seit dem Sommer 
1556 nannte er sich "von Gottes Gnaden", und diesen Titel haben seine 
Nachfolger beibehalten 7 . 
Der Wandel im Anrede- und Titulaturwesen empfahl, die gesammelten 
Belege zeitlich nach Jahrhunderten und innerhalb eines Jahrhunderts nach 
Ständen oder gesellschaftlichen Schichten zu staffeln. Allerdings können 
wegen der Zeitvorgabe hier nur einige wesentliche Veränderungen am Bei- 
spiel der obersten Amtsträger aufgezeigt werden. 


Beispiele und Deutungen 


So wandelten sich mit fortschreitender Festsetzung des Deutschen Or- 
dens in Preußen im 13. Jahrhundert auch seine Titulatur und die seiner 
führenden Amtsträger. Noch im Jahre 1229 schenkte Herzog Konrad von 
Masowien das Dorf Orlow hospitali sancte Marie domus Theutonicorum B . 
Ein Jahr später bereits betitelte Papst Gregor IX. den Orden mit fratribus 
domus s[ancte] Marie Theutonicorum in Theutonia et Prutenorum partibus 
constitutis 9 und zeigte sich damit besser in Kenntnis gesetzt als die Äbte von 
Lekno und von L
d, die fast zeitgleich die Korporation mit viris rel[igiosis] 
fratribus domus Theutonice lO bezeichneten. Im Juli 1248 betitelte sich der 
Stellvertreter des Landmeisters, Heinrich von Honstein, als Heinricus vice- 
magister. Im Vergleich dazu nannte ihn Bischof Heidenreich von Kulm im 
selben Schreiben [frater Heinricus] vices magistri gerens in terra Pruscie ll . 
Zu den Auffälligkeiten bei diesem frühen Beispiel gehört die Kürze der 
Selbsttitulatur. Sie dürfte keineswegs zufällig sein. Vielmehr hat sie der 
Statthalter des Landmeisters bewusst knapp gewählt, um so die discretio, 
die Zurückhaltung 1Z , als eine der adligen Tugenden mit dem Ziel nach außen 
zu tragen, die eigene Idoneität für das hohe Amt zu betonen. Dem wider- 
spricht nicht einmal die geradezu barock anmutende Selbsttitulatur Eber- 
hards von Sayn vom 1. Oktober 1251: Frater Eberhardus dictus de Seyne, 
preceptor domus sancte Marie Theutonicorum per Alemanniam et vices ge- 
rens magistri generalis per Lyvoniam et Prusciam, in zeitgenössischer deut- 
scher Übersetzung: Bruder Ewerhart geheizen von seine. Ein gebiter des
>>>
222 


Dieter Heckmann 


huses sente Marien der dueschen brudere durch duesche land unde wesende 
in der gewalt des hogesten meisters durch Nyfland unde Pruzen/J. Bei voll- 
ständigem Gebrauch seiner eigenen Titulatur hätte Eberhard von Sayn näm- 
lich noch die des Großkomturs zu denen des Deutschmeisters und des Hoch- 
meister-Stellvertreters hinzufügen müssen. Vermutlich hat Sayn gerade so 
viele Teile aufgenommen. wie es für die ihm aufgetragene Durchsetzung der 
Ordensdisziplin bei den Brüdern in Preußen und Livland'4 unerlässlich er- 
schien. 
Dass Anreden und Titel auch Anspruch und Programm zugleich sein 
konnten, zeigt deutlich der Vergleich der Selbsttitulaturen der livländischen 
Meister Andreas von Felben und Gottfried Rogge aus den Jahren 1241 und 
1301: Während Felben sich noch magister in Livonia 's nennt, betitelt sich 
Gottfried mit magister fratrum domus Theuton(icorum) per Livoniam, was 
zeitgenössisch mit van oder over Lffland '6 übersetzt zu werden pflegte. 
Die Titulatur eraftigher meyster van Liflande. mit der am 6. Dezember 
1345 Vogt und Rat zu Riga den Ordensmeister Burchard von Dreileben '7 
bezeichneten, lenkt dagegen die Aufmerksamkeit auf die Prädikate in Anre- 
den und Titulaturen. Im Jahre 1349 betitelte der Revaler Komtur des Deut- 
schen Ordens den Meister Goswin von Herreke nämlich mit domino.. magi- 
stro Lyvonie et ordini nostrol 8 . 1m Vergleich dazu bezeichnete sich Goswin 
selbst im gleichen Jahr 1349 neutral mit mester der brodere des orden unser 
vrowen sunthe Marien van deme Dudeschen hus tho Jerusalem over Lyf 
lant '9 . Der Wandel in den Anreden und Fremdtitulaturen des livländischen 
Meisters scheint spätestens im Jahre 1388 bereits allgemein vollzogen zu 
sein, denn Robin von Eltz wird vom livländischen Ritter Hermann von 
Üxküll mit erwerdig(r) herr betitelt20. Die lateinische Entsprechung lautet 
reverendus dominus. Mit dem reverendus-Prädikat pflegten damals nicht 
nur Bischöfe und Äbte 2 ' belegt zu werden. Es gibt vielmehr vereinzelt Nach- 
weise dafür, dass daneben auch hochgestellte Amtsträger des Deutschen 
Ordens entweder mit reverendus betitelt wurden oder das Prädikat sogar 
selbst führten. So wird in einer Zeugenliste aus dem Jahr 1327 der Land- 
komtur von Sizilien als Reverendus vir Frater Guihelmus de Cuk f...J ma- 
gnus in Sicilia praeceptor 2 bezeichnet. Und Hochmeister Winrich von Kni- 
prode kündigte um 1355 als Frater reverendus Winricus de Knyprode 23 
Visitationen in Preußen an. 
Nach diesen Befunden scheint um die Mitte des 14. Jahrhunderts der 
reverendus- Titel als eine Art von Sammelprädikat für viele hohe Amtsträger 
unterschiedlicher Funktion im Gebrauch gewesen zu sein. Offensichtlich 
wuchs aber allmählich das Bedürfnis, den ranghöheren Hochmeister in An- 
reden und Fremdtitulaturen eigens herauszuheben und mit reverendissimus
>>>
Vom eraftigen zum erwirdigen: Die Selbstdarstellung... 223 


bzw. erwürdigster wie ein Erzbischof zu betiteln. Der früheste ennittelte 
Beleg datiert vom 25. Juli 1474. Kein geringerer als der Deutschmeister 
Ulrich von Lentersheim hat an diesem Tag den Hochmeister Heinrich Reffte 
von Richtenberg mit erwirdigster herre angeredet2 4 . Zu den Etappen auf 
dem Weg dahin lässt sich sicherlich die Erweiterung des reverendus-Prädi- 
kats durch Hinzufügung des Epithetons magnificus, auf deutsch großmäch- 
tig, hinzuzählen. So haben die Danziger Schiffsleute um 1409 den ihnen als 
Fürst erscheinenden Hochmeister mit Grosmechtiger eddeler vnde erwirdi- 
ger furste liber genediger herre 25 angeredet. Die Frage, ob die Hochmeister 
Ende des 15. Jahrhunderts selbst das reverendissimus-Prädikat führten und 
damit der Rangerhöhung gewissennaßen zu einem Abschluss verhalfen, muss 
mangels geeigneter Belege einstweilen noch offen bleiben. Wie dem auch 
sei, mit der Wahl Friedrichs von Sachsen zum Hochmeister im Jahre 1498 
kam es zu einem Bruch in der eigenständigen Entwicklung des hochmeister- 
lichen Anrede- und Titulaturwesens. Das Gottesgnadentum hielt nämlich 
aufgrund der fürstlichen Abstammung des neuen Hochmeisters Einzug. Es 
hatte sogar Nachwirkungen auf die Selbsttitulatur des livländischen Meisters 
Heinrich von Galen von 1556, zumal Galen selbst der Ministerialität 26 ent- 
stammte. Damit sei in groben Zügen die Entwicklung des Anrede- und 
Titulaturwesens im Deutschen Orden vom 13. bis in die Mitte des 16. Jahr- 
hunderts, die im Wesentlichen auf die obersten Amtsträger beschränkt blei- 
ben musste, umrissen. 


Zusammenfassung 


Beim Versuch, die vorgestellten Beobachtungen zusammenzufassen, 
ergeben sich einige heraushebenswerte Besonderheiten: Im 13. Jahrhundert 
spiegelte die Titulatur des Deutschen Ordens und die seiner hohen Amtsträ- 
ger häufig den gerade erreichten Stand der inneren Organisation und des 
Herrschaftsgebietes wider. Spätestens seit dem 14. Jahrhundert ist die unge- 
brochene Neigung feststellbar, die Amtsträger stärker als Geistliche wahrzu- 
nehmen, was mittelbar in die Vergeistlichung der Selbsttitulatur mündete. 
Die Entwicklung geht von dem auch auf Laien angewandten Prädikat "er- 
haftig" oder "erbar" aus, verläuft über "erwürdig" bis zu "erwürdigster" in 
der Hochmeistertitulatur gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Hierbei stellt sich 
die dreißigjährige Amtszeit des Hochmeisters Winrich von Kniprode (1352- 
-1382) deutlich als Zeit des Übergangs dar. Mit der Wahl des Fürstensohnes 
Friedrich von Sachen zum Hochmeister hielt das Gottesgnadentum Einzug 
in die hochmeisterliche Titulatur, an die nach der Säkularisierung des preu-
>>>
224 


Dieter Heckmann 


Bischen Ordenszweiges der livländische Meister im Jahre 1556 anknüpfen 
konnte. Gründe für die Vergeistlichung der Titulaturen im Deutschen Orden 
sind sicherlich nicht nur in der fortschreitenden Ausbildung des Ständewe- 
sens, sondern auch im alltäglichen Nutzen zu suchen. Wie Jürgen Sarnowsky 
am Beispiel des Thomas Schenkendorf, des in Brügge inhaftierten Liegers 
des Königsberger Großschäffers, herausgestellt hat, taten sich gerade fremde 
Gerichte auf lokaler Ebene schwer, den beklagten Ordensangehörigen den 
geistlichen Stand zuzugestehen 27 . 


Anmerkungen 


1 Intitulatio. Lateinische Königs- (Herrscher-) und Fürstentitel 7.-13. Jahrhundert, 
hrsgo v. H. Wolfram, 3 Bde. (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichte, 
Ergänzungsbände 24, 29), Wien 1967, 1973, 1988. 
2 Solche Titulaturen und Anreden sind z. B. gesammelt in: Brockhaus' Konversations- 
Lexikon, SuppI. Bdo 17, Leipzig-Berlin-Wien 14 1904, Sp. 942-952, und in: Titulaturen, 
zusammengestellt von E. Henning, in: Taschenbuch für Familienge.
chicht.ifor.
chung, Neu- 
stadt a. d. Aisch, 91980, S. 35
355. 
3 Siehe die Bibliographie von E. Henning: Anreden und Titel, in: Die archivalischen 
Quellen, hrsg. v. F. Beck und E. Henning, Köln-Weimar-Wien 32003, S. 374-376. 
4 Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin, XX. Hauptabteilung. Hist. 
StA Königsberg, OF 17a, BI. 107r. 
5 Zu den Ordensprägungen s. den Beitrag von J. Sarnowsky in diesem Band. 
6 Uo Arnold, Entstehung und Frühzeit des Deutschen Ordens. in: Die geistlichen Ritter- 
orden Europa
', hrsg. v. J. Fleckenstein und M. Hellmann (Vorträge und Forschungen, 26), 
Sigmaringen 1980, S. 81-107, hier S. 86 f. 
7 L Arbusow [sen.], Grundriß der Geschichte Liv-, Est- und Kurlands, Riga 41918. S. 176. 
B Preußisches Urkundenbuch. Politische Abteilung. Bd. 111, bearb. v. [R.] Philippi mit 
[Co P.] Wölky, Königsberg 1882 (ND Aalen 1961), Nr. 7I. 
9 Ebd., Nr. 72. 
10 Ebd.. Nr. 74. 
11 Ebd.. Nr. 206. 
12 H. Fichtenau, Lebensordnungen des 100 Jahrhunderts. Studien über Denkart und 
Existenz im einstigen Karolingerreic:h, Stuttgart 21992, S. 190 f. 
13 Preußisches Urkundenbucll. Politische Abteilung. Bd. 11I (wie Anm. 8), Nr. 252. 
14 K. Militzer, Von Akkon zur Marienburg. Verfassung. Verwaltung und Sozialstruktur 
des Deutschen Ordens 1190-1309 (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen 
Ordens, 56, zugI. Veröffentlichungen der Internationalen Historischen Kommission zur Er- 
forschung des Deutschen Ordens 9). Marburg 1999, S, 135. 
15 Liv-, Est- und kurländisches Urkundenbuc:h, bearbo VO F. G. von Bllnge u, a., Abt. I, 
Bd. 1-12, Riga-Moskau 1853-1910 (ND Aalen 1967), hier Bd. 3, Nr. 419. 
16 Livländisc:he Güterurkunden (aus den Jahren 1207 bis 15(0), bearb. VO H. von Bruiningk 
und N. Busch, Riga 1908, Nr. 67 und 71. 
17 Ebd., Nr. 67. 
I' Revaler Urkunden und Briefe von /273 bis 15/0, bearbo v. D. Heckmann (Veröffentli- 
chungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz. 25), Köln-Weimar-Wien, 1995, Nro 31.
>>>
Vom eraftigen zum erwirdigen: Die Selbstdarstellung... 


225 


19 Livländi.fche Güterurkunden (wie Anm. 16), Nr. 7\. 
20 Ebd.. Nr. 128. 
21 Beispielsweise wandte sich am \. Juli 1371 der Kardinalpriester Johannes von S. Marco 
an die Bischöfe und Äbte des Rigaer Erzdiözese mit den Worten Reverendis in Christo 
patribus. dominis Dei gratia episcopis et abbatibus. Im Vergleich dazu redete er im sei ben 
Schreiben die übrigen Geistlichen des Erzbistums mit verenerabilibus et circumspectis viris 
an, s. Liv-, est- und kurländisches Urkunden buch (wie Anm, 15), Bd. 3, Nr. 108\. 
22 Visitationen im Deutschen Orden, Teil 1: 1236-1449, hrsg. v. M. Biskup und I. Janosz- 
Biskupowa unter der Redaktion von U. Amold (Quellen und Studien zur Geschichte des Deut- 
schen Ordens, 50, = Veröffentlichungen der Internationalen Historischen Kommission zur Erfor- 
schung des Deutschen Ordens, 10), Marburg 2002, Nr. 9; dagegen dürfte es sich beim 
venerabilis-Prädikat um eine ältere Fonn gehandelt haben. Sie ist erstmalig zu 1259 für die 
Ballei Apulienfr. Baluynus venerabilis magi
.ter d(}m(}rum h(}sp. (S. M. Th.) in Apulia belegt. s. 
H, Houben, Die Landkomture der Deutschordensballei Apulien (1225-1474), Sacra Militia. 
Rivista di storia degli Ordini Militari 2 (2001). So 115-154, hier S. 1350 
2) Visitationen (wie Anm. 22), Nr. 16. 
24 www.rrzouni-hamburg.delLandesforschunglorden.1474.html 
2' A. Methner, Zur Entstehung des Sr. jakobshospitals. Mitteilungen des Westpreußi- 
schen Geschichtsvereins 31 (1932). Nr. 2. 
26 Zu Heinrich von Galen s. den Artikel von S. Neitmann in: Ritterbriider im livländi- 
schen Zweig des Deutschen Ordens, hrsg. v. L. Fenske und K. Militzer (Quellen und Studien 
zur baltischen Geschichte, 12), Köln-Weimar-Wien 1993, Nr. 282. 
27 J. Samowsky, Der Fall Thomas Schenkendoif. Rechtliche und diplomatische Proble- 
me um die Königsberger Großschäfferei des Deutschen Ordens, Jahrbuch für die Geschichte 
Mittel- und Ostdeutschlands 43 (1995), S. 187-275, hier S. 209.
>>>
ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORlCA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Kazimierz Pospieszny (Torun) 


Die Architektur des Deutschordenshauses in Preußen als 
Ausdruck- und Herstellungsmittel der Ordensrnission und 
Herrscherpolitik 


Der territoriale Herrschaftsausbau des Deutschen Ordens in Preußen, der 
seit Mitte des 13. Jahrhunderts und im 14. Jahrhundert, nach 130{)erfolgte. 
war ein Zustand, in dem man - wenn man die Kriegsunruhen der ersten 
Phase beiseite lässt - die politische Stabilität erreicht hatte und mit der 
zivilisatorischen Entwicklung des Gebiets begonnen wurde l . Ein für Preu- 
ßen charakteristisches Burgmodell entstand ebenfalls am Anfang dieses Pro- 
zesses, der mit der Mission Eberhards von Sayn 1251 und der Erhebung 
Elbings zum Landmeistersitz verknüpft wurde 2 . Das massiv gebaute. regel- 
mäßige, verteidigungsfähige Ordenshaus bezeichnet man nach der Monogra- 
phie von Karl-Heinz Clasen von 1927 als den "Konventshaustyp" und defi- 
niert es als ein vierflügeliges Gebäude rings um einen rechteckigen 
Kreuzganghof3. Die Einführung dieser Tenninologie. in der Funktion und 
Baufonn zusammengefasst waren, übte einen stärkeren Einfluss auf die weitere 
Forschungsentwicklung zur Typus- und Genesefrage aus 4 . 
Oft hat man die Ansicht fonnuliert, dass das architektonische Modell der 
Geviertburg in der Ordensumgebung ausgearbeitet wurde und in den ersten 
Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts zur Ausbildung des "klassischen" Kastells 
in Rheden geführt hat [Abb. Ir. Diese Ansicht wurde trotz fehlender Bewei- 
se für eine schöpferische, d.h. künstlerisch-intellektuelle Tätigkeit des Deut- 
schen Ordens im Sinne derjenigen an den Wissenschafts- und Kunstzentren 
der Herrscher, wie am Kaiserhof Friedrichs II., immer wieder wiederholt 6 . 
Wenn man die Bedingungen vergleicht, die für das Entstehen der neuen, 
heterogenen Architekturfonnen in den von Durchlässigkeit und Zusammen- 
bruch geprägten Gebieten der byzantinischen, moslemischen und westeuro- 
päischen, hoch entwickelten Kultur nötig waren, sowie die folgende Kristal- 
lisierungszeit des Typus 7 , scheint die Annahme eines solchen Zentrums auf 
dem preußischen. vergleichsweise unzivilisierten Gebiet unwahrscheinlich 8 .
>>>
228 


Kazimierz Pospieszny 


Um zu erkennen, mit welchen Schwierigkeiten die Bildung der ideell-orga- 
nisatorischen Grundlagen der Ordenstätigkeit verbunden und wie ungenü- 
gend das intellektuelle Potential des Haupthauses im Heiligen Land war, 
reicht es, den Prozess der Einführung der Ordensregel und der Statuten zu 
betrachten. Trotz der Heranziehung fertiger Vorbilder und trotz der Unter- 
stützung der päpstlichen Kurie hat sich ihre Kodifizierung während der Zeit 
des Ausbaus und der Verfestigung der Ordensstaatstrukturen im 13. Jahr- 
hundert hingezogen 9 . Im Verhältnis zur Entwicklung der politischen Situati- 
on in Preußen könnte man die Feststellung formulieren, dass ihre Dynamik 
als Stimulans für die reguläre Entwicklung der Konvente zu den neuen 
VelWaltungszentren des Landes gewirkt hat. 
Das sizilianische Beispiel der kaiserlichen Bürokratie, also eines Herr- 
schaftsapparates in Anlehnung an Burgen lO , auf einem national fremden oder 
sogar heidnischen Gebiet ll - zu nennen sind auch die Burgen, die dem 
Deutschen Orden hier zum Teil nach 1230 übertragen wurden l2 - scheint 
nicht ohne Bedeutung für die Frage nach der Entstehung des Typus des 
festen Konventshauses zu sein. Es ist vielmehr instruktiv, weil die guten 
Erfahrungen mit der Konzentration auf die Burgen durch eine Verwaltungs- 
praxis unterstützt wurden, deren Kenntnis der Orden außer auf Sizilien und 
Apulien nur noch in Palästina gewonnen haben konnte. Die neuen kaiserli- 
chen Bauvorhaben in Südilalien kann man dagegen mit keinen anderen im 
damaligen Europa vergleichenB. Das stellte schon Georg Dehio mit un- 
schätzbarer Intuition als Hauptmotiv der preußischen Burgen heraus 14. Die 
Kunst der Übersetzung universaler Ideen von Transzendenz in die Geome- 
trie der Architektur hat in Apulien und Sizilien eine bestimmte Richtung 
angenommen [Abb. 2]15. Sie ging über das Bisherige hinaus, wobei der 
außergewöhnliche Einsatz des Ordens in dieser Gegend in Betracht gezogen 
werden muss l6 . Entsprechend wurde in Preußen um Mitte des 13. Jahrhun- 
derts mit der Einführung der Ordensregel zur Organisation der bisher mehr 
in Feldlagern wohnenden Ordenstruppen begonnen, und damit einhergehend 
kam es zur Entwicklung und Nutzung des ritterlichen Konventssitzes des 
neuen Typus 17. 
Die Forschungen in den letzten Jahrzehnten, insbesondere die Arbeiten 
von Szcz
sny Skibinski und Marian Kutzner, haben sich in immer größeren 
Umfang neben den traditionellen Genese- und Herkunftsfragen auch mit 
dem ikonologisch breiteren Kontext der Ordensbautätigkeit befasst. Im Licht 
der ikonologischen Analyse der Marienburg von Ski bin ski war die Geome- 
trie des Burgkörpers mehr als nur der Ausdruck der Herrschaft des Ordens 
und ihrer Souveränität - sie wies symbolische Konnotationen zu Jerusalem 
auf '8 . Es ist klar geworden, dass sowohl die vierflüglige Wohnkonstruktion 


...111......
>>>
Die Architektur des Deutschordenshauses in Preußen... 229 


als auch der Kreuzganghof nicht viel gemein haben mit der Klosterformel, 
die angeblich über die residenz-ritterlichen Merkmale dominiert 19, Schließ- 
lich entstand die Definition des Turmbaus mit Binnenhoflo. 
Einer der Erfolge Kutzners war der Verweis auf den ideellen Schlüssel 
zur Architektur der Deutschordensburgen: die preußische Apokalypse des 
Priesters des Deutschen Ordens, Heinrich von Hesler 2 1, vom Anfang des 14. 
Jahrhunderts 22 . Bisher nämlich schienen die Ordensburgen in Preußen, trotz 
ihrer Regelmäßigkeit und ihrer Ähnlichkeiten miteinander. nicht von kodifi- 
zierten Bauregeln abhängig zu sein 23 . Anders ist dies bei Hesler dargestellt, 
wo das Ordenshaus (der dutschen hus) - worauf Kutzner hingewiesen hat - 
eine Widerspiegelung des neuen apokalyptischen Jerusalem sein sollte 24 . 
Seine Proportionen, Und maz die stat gezieret / In viere glich gevieret, / Wen 
ir hoe was glich der lenge / Und ir wite waS glich der enge [...]25, drückten 
Universalideen aus. Die irdischen Repliken dieses Transzendenzbaus, das 
einen hoen grozen berk [...] was irbuwen 26 , sollten monumental und schön 
sein (mure groz waz und rich [00.])27 und noch mehr, sie sollten, wie Kutzner 
weiter bewies, einer Verteidigung gegen die Höllenmächte dienen: Do Lucy- 
fer vorstozen wart, / Do sieich her in daz paradis / Und sach an daz vorbo- 
ten ris [...]28. Ein solcher Sturm der angreifenden Reihen von Monstern, 
Zoomorphen und Locusten wurde deutlich an der Mauer der Marienburger 
Schlosskirche, unten am Sockel der Kreuzgangseite, und am Portalgewände 
der "Goldenen Pforte" dargestellt 29 . In Preußen wurden diese Heere des 
Bösen auch konkret außerhalb der Hausmauern vorgefunden und auf die 
Prußen und Litauen übertragen, die Völker, die mit der Sünde der Heiden 
belastet waren. Unter dem Eindruck der Beschreibung der himmlischen Burg 
ist leicht zu bemerken, dass die Metaphysik der mehrschichtigen Bedeu- 
tungskonstruktion sowohl an die Einwohner, das heißt im breiteren Sinn an 
die Mitglieder des Deutschen Ordens, als auch an die äußeren Beobachter 
gerichtet war. Das Selbstbewusstsein des "himmlischen" Baurangs hatte eine 
psychologische Einwirkungskraft, die das Gemeinschaftsgefühl der Einwoh- 
ner verstärkte lind die Konsolidierung der Ordenstugenden förderte 30 . Im 
zweiten Fall hatte sie einen semantischen Umfang, dessen Einwirkung auf 
die Kunst Kutzner als "Machtpropaganda" bezeichnet hat 31 . 
Weitergehend ist klar geworden, dass der mystische Aspekt, der sich auf 
die bildlichen Werke bezog, stark in den allgemeinen ästhetischen Prinzipi- 
en des Mittelalters verwurzelt war. Die grundsätzliche, den Baukörper be- 
schreibende planimetrische Kategorie ging aus von der Zahl vier, oder 
dem Quadrat, als Regel und Ordnung des Universums (sicut est in natura, 
sic debet esse in arte: sed natura in multis quadripartito modo se divit), die 
die Ästhetik der Proportionen betraf, welche für die Menschen des Mittelal-
>>>
230 


Kazimierz Pospieszny 


ters nach Umberto Eco "auf verschiedenen Ebenen - so wie das Sein" 32 
zum Ausdruck kam. Doch blieb sie eine quantitative, intellektuelle Ästhe- 
tik 33 , die nicht durch die arithmetischen Zahlenverhältnisse oder geometri- 
schen Raster, sondern wie bei Hesler, mit maz der engele 34 , die in Priester- 
kreisen des Deutschen Ordens verständlich war, erschienen war. 
Seit der Zeit der zeichnerischen Nachbildungen steiler Dachformen mit 
flankierenden Giebeltürmchen von Conrad Steinbrecht aus dem 19. und 20. 
Jahrhundert3
 wurde die Proportionalität der preußischen Geviertburgen durch 
die Bauforscher nicht mehr analysiert 36 . Es wurde in der Regel der Grundriss 
gelesen und betrachtet, niemand aber stellte Forschungen zur dreidimensio- 
nalen Form an. Das Problem lag sicherlich in der nicht erhaltenen ursprüng- 
lichen Konstruktionshöhe, die mit der Firstlinie der steilen Dächer festgelegt 
wurde. Der Dachfirst, der gleich hoch für alle Wohnflügel war, schloss den 
Körper ab, ebenso bildete sein Wert (Höhe) das planimetrische Feld des 
Bauwerkes. Wie der Text Heslers ausdrücklich sagt, Die mure glicl1es mazes 
zoch, / Wen sie waz glich lanc. wir und hoch 31 , war das arithmetisch ausge- 
sagte Proportionsgefühl des Idealbaus bis um 1300 prinzipiell gefunden, das 
nur in der Baugeometrie abgebildet sein konnte. Diese bezeichnete einen der 
beiden Quaderränder, die auf dem Grundriss der Burg angelegt wurden, 
jedoch autonom von den anderen architekturfähigen Merkmalen gestaltet 
wurden, summa summa rum ein Kubus 38 . Vor allem, ging man von dem 
Gestaltungsprinzip des Turmbaus (Zentralbau) aus, musste ein zentraler Punkt 
am Bauplatz bezeichnet sein, von dem die zwei Querachsen liefen, auf de- 
nen die Größe des Hauses, der Flügel und des Binnenhofes festgelegt waren. 
Von diesem Punkt aus hatte man die genannten Werte, also "Länge", "Brei- 
te" und "Höhe" des Kastellbaus, zu dem alle möglichen Richtungen in der 
Proportion 1 x 1 x 1 gemessen werden 0 
Die Marienburg ist zu den seltenen regelmäßigen Burgen zu zählen, und 
dazu ist sie die älteste der regelmäßigen Burgen (Bauanfang um 1274), an 
der Studien der Körpergeometrie möglich sind. Die Grundlagen dazu bilde- 
ten Angaben, die die echte Dachhöhe wie auch die ursprüngliche Anord- 
nung des großen Einfahrttors. durch einen Planwechsel von der Symmetrie- 
achse der Wand des Nordflügeis verschoben sekundär auf die Eckseite des 
Baus, betrafen [Abb. 3]. In der axialen Ausgangskonzeption der Burg han- 
delte es sich sicherlich um die Betonung des Tores, das zum Marienburger 
paradisus monachorum führte 39 . Es ist im Querschnittfeld von zwei Quadra- 
ten gezeichnet, die die ganze Flügelhöhe umfassten. Dieselben Quadrate mit 
gemeinsamer Seite an der Symmetrieachse bildeten die Fläche des benach- 
barten westlichen Flügels. Sie geben ein gutes Beispiel über die Nutzung 
von Maß- oder Proportionszahl beim Entwurf des Baukörpers. Also bewirk-
>>>
Die Architektur des Deutschordenshauses in Preußen... 231 


te die Akzentuierung auf einer Seite, die Betonung der Einfahrtsachse, eine 
Abweichung von dem Idealplan, der sich in der Marienburg mit den Seiten- 
maßen von rund 61 x 61 m ausdruckte. Nach der Umgestaltung bildete er 
ein Rechteck von 52 (51,6) x 61 (60,7) m. 
Der Gewinnwert der idealen Proportionen der Grundbasis zur Höhe des 
Körpers (1 x 1 xl) hat einen Weg für die Erneuerung der theoretischen 
Burgrekonstruktionen und die Verifizierung der Zeichnungen Steinbrechts 
eröffnet. Zunächst handelt sich um die preußische Brandenburg, deren Plan 
dank der archäologischen Ausgrabungen Steinbrechts am Ende des 19. Jahr- 
hunderts festgestellt wurd e 40. Der Grundriss der Brandenburg wies keine 
charakteristischen Fundamentvorsprunge vor der Mauerfläche an beiden Seiten 
der Symmetrieachse der Torflügel auf. Also konnte die Einfahrt auf den 
Burghof nicht durch eine architektonische Arkade unterstrichen gewesen 
sein. Der Flügel mit der Einfahrt auf der Achse, ebenfalls von einer Breite 
von 52 m; erzielte mit Sicherheit keine Höhe von 30 m wie bei der Marien- 
burg, sondern "nur" 26 m, also so viel, wie die Seitenlänge des Quadrates 
betrug. Die danebenliegende Fassade mit einer Breite von 65,4 m konnte 
vennessen werden mit zwei Quadraten von 26 m Seitenlänge, aber nur in 
einem durch die dreieckigen Giebel der gegenüberliegenden Flügel bestimmten 
Feld [Abb. 4]. Solch eine Vernachlässigung der Ecken der Burg war nur 
dann möglich, wenn im Grundriss keine Vortritte der Ecktürme verzeichnet 
waren, die stark die Außenseiten der Quadratfelder unterstrichen und die 
vorausgesetzte Höhe des Baus schon am Hausrand erreichten. 
Für die rein ästhetisierende Bedeutung der Ecktünne. die wesentlich 
waren für die Erzielung idealer Bauproportionen, scheint die Art des Baus 
der Umfangmauern in der Burg von Rheden zu sprechen. Die stark aus der 
Mauerflucht hervorstehenden Ecktürme wurden erst nach Errichtung aller 
Wände hinzugebaut, ihre Funktion, die von jeglicher Verteidigungsaufgabe 
frei war, war eine rein symbolische 41 . Der Grundriss der Burg erzielte damit 
die schon bekannten 52 m x 52 rn-einschließlich Tor und Zwingerhals - 
doch eine Höhe nicht von 26, sondern von 29 m (26 m vom Niveau des 
Hauptgeschosses). Ist dieses Übertreffen von 3 mein Wendezeichen der 
Proportionsästhetik, die der der hochgotischen Bauten folgte oder die mit 
der Dominante des Bergfrieds besser zusammenpasste?42 
Eine Antwort auf diese Frage sollten die folgenden Forschungen der 
erhaltenen Burgen suchen, die mit der komplexen Verifizierung der Rekon- 
struktionsstudien Steinbrechts verbunden sind. Als Beispiel kann die Burg 
zu Ragnit dienen, die als eines der größten Konventhäuser ohne Bergfried 
gebaut war. Die zunächst verlorenen, nun wiedergefundenen Daten der Dach- 
giebel, die Steinbrecht ignoriert hat, geben das neue Ergebnis - dem Marien-
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232 


Kazimierz Pospieszny 


burger Proportionsprinzip nach - in der Höhe und Form des Daches an 
[Abb. 5]. Es ist merkwürdig, dass im Fall der späten Burgenbauten an der 
Memel die Schriftquellen die konzeptionelle Apparatur der Architekten 43 im 
Bauverlauf bestätigt haben, vermutlich unter Benutzung des wohl von der 
Marienburger Zentrale disponierten dreidimensionalen Modells 44 . 
Als Unterstützung der Symbolik der Mauergeometrie fungierten die 
Darstellungen, die sich mit der Ordensmission beschäftigten. Das älteste 
erhaltene Bild dieser Art ist das Tortympanon der Burg zu Birgelau von 
etwa 1260, das einen Ordensritter auf einem Pferd darstellt, pars pro toto der 
neuen milites Christi, errichtet an der Stelle der ersten vom Orden unterwor- 
fenen preußischen Siedlung 4s . Sehr geringe "Überreste" der architektoni- 
schen Ausschmückung von nicht erhalten gebliebenen ersten regelmäßigen 
Gründungen in Elbing und Brandenburg lassen einzig Vermutungen zu über 
die Art der eingesetzten Motive, an denen auch die Marienburg um 1280 
Anteil hatte. Erinnert man an das Beispiel Birgelau, dürfte das Torportal der 
Marienburg die Stelle für die Hervorhebung doktrinärer Inhalten gewesen 
sein [Abb. 6]. Die monumentale architektonische Form der Arkade erinnert 
an die Vision des Tores zum Paradies, geöffnet für die Erlösten und zugleich 
den bewaffneten Heerscharen des Teufels verschlossen: Des geschieht uns 
dan keine not, / Des su/ wir an Got hoffen. / Die porten die sten offen, 
Ludfer ist bes/ozzenlln ewigen vordrozzen [.. .]46. Davon, dass es um die 
Abwehr eines kriegerischen Angriffs ging, überzeugt die Ausstattung des 
Tors mit einem Maschikuli. Vom außerordentlichen Status des Baus, dem 
Gotteshause gleich, informierten die Darstellungen, d.h. die Köpfe an den 
Dienstkapitellen. Ihre charakteristische Bedeckung, von denen eine ein Rit- 
terhelm ist und die andere eine Mönchs-Pileoli, machten eine gewisse Iden- 
tifizierung mit der Burgbesatzung möglich [Abb. 7]. Doch die geschlosse- 
nen Augen der Figuren und der damit ausgedrückte Schlaf der Wache lässt 
sich an dieser Stelle nur durch den Psalm 127,1 erklären: Wenn der Herr die 
Stadt nicht behütet, so wacht der Wächter vergebens. Die Hervorhebung 
dieser Art ikonographischen Inhalts durch den Orden hatte nur ein Ziel - die 
Sakralisierung der Konventsburg 47 . 
Dieser Prozess schritt fort und gewann an Bedeutung mit der Verlegung 
des Hochmeistersitzes des Ordens von Venedig nach Marienburg 130
8. Zu 
dieser Zeit wurde zum ersten Mal die Regelmäßigkeit des Baus beim Um- 
bau des Haupthauses durchbrochen. Der neue, dreijochige Bau des Marien- 
burger Kirchenchores mit polygonalem Schluss, ausgeführt in Formen der 
Kathedralgotik, wurde vor den kubischen Baukörper der Burg gesetzt. Der 
Marienburger Sakralbau war im Ganzen die Kirche Marias 49 . Diese Idee 
wurde allgemein nach außen präsentiert: Das sichtbare Zeichen einer Pflege
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als Idealarchitekturidee, 1240, nach Verfasser
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Abb. 3. Malbork/Marienburg, das erste Konventhaus - Proportionsgeometrie des 
Grundrisses und der Nordfassade mit Verwendung der Quadrate (schwarz-weiß- 
grau) als Maßmodus, abhängig von die Form und Stelle der ersten Torarkade 
(schwarz markiert). 
Die Zeichnungsunterlagen: Rekonstruktionsfassade der ersten Marienburg und die 
Inventarisation der Fundamentmauer als Gesamtstruktur der mittelalterhchen Burg 
(mit ausnahme des Anbaus der St. Anna-Kapelle) nach Steinbrecht (1888); 
A, B - die Mauervorsprunge des ersten Einfahrtstores, nach Verfasser
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Abbo 4. Brandenburg Pr., das zeichnerische Studium der Burgsilhouette mit einer 
Einführung des Dachgiebels als dritten Proportionsfaktor, Grundriss der 
Fundaments-Ausgrabung nach Steinbrecht 1888
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Abb. 5. Ragnit, zwei Rekonstruktionsversuche der Dachsilhouette: a) gemäß der 
Formentwicklung der Dachgiebel um 1400, nach Steinbrecht 1920, b) mit Gebrauch 
der Proportionsgeometrie der preußischen Idealburg (ohne Eckbetonung), nach 
Verfasser 


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Burgwache", um 1280
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Abb. 8. MalborklMarienburg, Marienkirche, der verdunkle Ritterteil hinter der 
Gitterschranke Steinbrechts, von der Priesterchor gesehen, Archivfoto 1909
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Die Architektur des Deutschordenshauses in Preußen... 233 


des wunderbaren Bildes Marias und eines Kultes der Ordenspatronin als der 
echten Königin in Preußen war ihre plastische Figur im Typus Hodegetria 
als Regina Coeli im Abschluss der Kirche ausgestellt. Aus weiter Entfer- 
nung hat sie zweifellos die Burg als castrum Mariae identifiziert, das den 
Reichtum der ausgeübten Liturgie versprach und auf die Größe des Reliqui- 
enschatzes hinwiesso. 
Das erste Marienbild wurde wohl bereits früh hoch eingesetzt, nach dem 
Umbau der Kirche im 2. Viertel des 14. Jahrhunderts aber durch ein kolos- 
sales, mit Mosaik belegtes Skulpturwerk aus Kunststein ersetzt. Die stilisti- 
schen Merkmale der bis 1945 erhaltenen Figur, wie die in der Literatur 
bemerkte "archaische" Bearbeitung ihrer Gesichtszüge, scheinen für die 
Hypothese einer Nachbildung des Werkes vom 13. Jahrhunderts zu spre- 
chen sl . In dieser Hinsicht war wohl das kennzeichnende Ereignis die Verla- 
gerung der großen Torarkade von der Achse der Geviertburg an die Ecke 
des Nordflügeis. Wie die Architekturtheorie Vitruvs (eurythmia. symetria) 
lehrt, konnte eine wesentliche Änderung im vorher ausgeglichenen System 
nur dann auftreten, wenn es um eine Reaktion auf eine unvorhergesehene, 
proportionale Störung der Harmonie ging. Solch ein Effekt wurde möglich, 
als man sich entschied, in das Giebelfeld auf der Ostseite eine dominierende, 
plastische Marienfigur zu stellen. Eine Expositionsweise dieser Art stellte 
die Marienfigur vom Frauenburger Dom dar, die selbst zwar seit langem 
nicht mehr erhalten, doch als künstlerische Idee glaubwürdig belegt ist S2 . 
Maria stand hier wieder hoch in der großen Giebelnische, an die Symmetrie- 
achse gerichtet. Die Rücksetzung der Torarkade in Marienburg bedeutete 
eine Einhaltung des raffinierten Gleichgewichts des Konventhauses, zugleich 
bezeichnete sie die praktische, instrumentale Funktion der Baugeometrie. 
Die Meisterschaft des Werkmeisters kam gut den Ansprüchen des Bauherrn 
an den symbolischen Wert entgegen - der Marienverehrung sowie dem Be- 
dürfnis nach Legitimierung der Ordensherrschaft in Preußen. 
Im Kontext der ganzen späteren Marienburger Baugeschichte kann man 
die wunderbare Erscheinung der Maria als Grundlage betrachten s3 . In der 
Epoche der Heiligenprotektoren und sakralen Vermittler , für deren Erwerb 
sich auch der Orden engagierte, was der Kanonisations-Prozess der Heiligen 
Elisabeth von Marburg 1231-1234 beweist 54 , waren Zeugnisse im Sinne der 
Klausel der Objektivität (nach den Kriterien des IV. Laterankonzils von 
1215) gefordert. Im heidnischen Preußen ging es zunächst nicht um eine 
Kultus- und Wallfahrtstätte, sondern um einen besonderen Ort, der von der 
Jungfrau Maria "signiert" sein sollte. Die Marienburg entsprach den Anfor- 
derungen ihrer Zeit ausgezeichnet in der neu definierten politischen Situati- 
on des Ordens in Preußen, also um das letzte Viertel des 13. Jahrhunderts.
>>>
234 


Kazimierz Pospieszny 


Vor allem war das Erlebnis der Erscheinung Mariens selbst, als vorordens- 
zeitlich ss , nicht propagandistisch ausgenutzt worden s6 . 
Im Gegensatz dazu hat die Burg Rheden, obwohl sie die größte im 
Kulmerland war, diese Hauptbedingung nicht erfüllt. Die mit der ersten 
Etappe der Eroberung Preußens verbundene Traumvision eines Ordensbru- 
ders und die folgende Erscheinung Marias - in der Chronik Peters von 
Dusburg 1326 suggestiv beschrieben - war nur durch das Merkmal des 
devoten Subjektivismus gekennzeichnet S7 . Effektiv schloss das eine Wir- 
kung in breiten gesellschaftlichen Kreisen aus, die Vision wurde nur inner- 
halb des Ordens rezipiert S8 . Neben der Verpflegungs- und Führungsrolle der 
Maria ist das Missionsmotiv zu beachten, das als wichtigste Aufgabe her- 
vorgehoben wurde. Analog zur Gründungslegende der Rhedener Burg, die 
am Ort einer Marienerscheinung gebaut worden war, kommt es zur Frage 
nach den Konsequenzen, die "die Belastung" der geistlichen Art, im Ver- 
hältnis zum architektonischen Modell der Marienburger Burgkirche, hatteS 9 . 
Seit dem Beginn der Legitimierung der Ordensrnacht in Preußen hat die 
Marienburger Schlosskirche die Rolle der Reliquienschatzkammer gespielt, 
deren Besitz an dieser Stelle als eine Bürgschaft der durchgeführten Kreuz- 
zugsmission gesehen wurd e 60. Ihre Definition war anders als die der Kirche 
in Marburg, so wie die Wallfahrt zur Marienburg von anderen Ursachen 
ausging 61 . 
In Marienburg wurden die kostbaren Reliquien ersten Ranges, die mit 
dem Leben Marias verbunden waren, dazu das Hl. Kreuz und das Hl. Blut 6 2, 
an der Westseite der Schlosskirche deponiert. Die Westwand wird in der 
Tradition der christlichen Kirchentopographie als die Stelle behandelt, die 
dem Sturm der Dunkelkräfte unterworfen war, der Ort der Konfrontation des 
Gefolges der Engel mit den Truppen Satans 63 . Von der Existenz eines sol- 
chen Sturmes in der Marienburg hat uns das bildliche Programm der "Gol- 
denen Pforte" überzeugt. Der Sockel, die Blenden an der Nebenseiten der 
Portalnische, der obere Teil, vor allem die Archievolten sind mit den Zügen 
der phantasievollsten Tiere und Sirenen erfüllt, die unter der Führung - wie 
in der Darstellung der heidnischen Prußen - des "wild" behaarten Königs 
ins Innere der Kirche eindringen wolled4. 
Die Westseite wurde aber nicht der Macht des Satans unterworfen, son- 
dern im Gegenteil als das entscheidende Kampffeld gesehen. Die Westwand 
über der Reliquienzelle wurde mit drei tiefen Musiknischen ausgestattet, die 
als Engelschöre (chori angelorum) interpretiert wurden. Die Aufgabe der 
himmlischen Truppen unter der Führung der Erzengel war das Vemichten 
der dunklen Kräfte, die von Westen herankamen. Die Thematik des Jüngsten 
Gerichts, die auf der Vorbrüstung der Empore dargestellt worden ist, fonnu-
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Die Architektur des Deutschordenshauses in Preußen... 235 


liert klar den entscheidenden Charakter der Konfrontation des Guten mit 
dem Bösen, des leuchtenden christlichen Glaub ens 6S mit dem dunklen Hei- 
dentum. 
Jedoch war in Preußen nicht nur das Gefolge der Engel zum Kampf mit 
den Satanskräften bestimmt. In Marienburg ist die Westsphäre durch den 
gesamten Schiffsraum gezogen. der nur den Rittern vorbehalten war. Sie 
umfasste also einen der zwei Teile, in die der Kirchenraum geteilt war. In 
diesen, das durch die Lettnerschranke abgeteilte dunkle Gebiet der wehrhaf- 
ten Konfrontation, das jetzt zum symbolischen Kampffeld wurde, wurden 
die neuen milites Christi einbezogen, d.h. die Ordensritter, aber auch die 
westeuropäischen Kreuzritter. Die Unterstützung in diesem Kampf muss 
außergewöhnlich stark sein. Das verbündete Kreuzritterheer, durch die apo- 
tropäischen Reliquien geschützt, der Hilfe Marias unterstellt, durch die Pro- 
pheten und Heiligen im Himmel behütet - wie es in der Gewölbesphäre 
gezeigt wurde - wurde schon vor dem Ausmarsch ins Feld auf der Marien- 
burg von der kämpferischen Atmosphäre der Kirche durchdrungen 66 . 
Nach 1309 kam die Zeit für Veränderungen. Eine außergewöhnliche 
Fonn nahm die neue Konzeption der Trennung des Kirchenraumes an, die 
während des Ausbaus 1331-1344 hergestellt wurde. Der Kirchenchor, der 
zur Gestaltung des architektonischen Baldachins aus dem Viereck der Burg 
herausgezogen wurde, also als einzige Ausnahme im ganzen Umkreis nicht 
mehr der Kastellfonn untergeordnet war, war typischer für die Kunst der 
Kathedralen. Im Gegensatz zum Chorteil, der mit dem Licht der zahlreichen 
großen Fenster "überflüssig" wurde, war der Westteil der Kirche als das 
"ritterliche Schiff' im Wesentlichen verdunkelt [Abb. 8]. Von den sieben 
möglichen Stellen der Fensterbrüche in den Schildwänden (eine Hälfte des 
Südwand-Abschnitts nahm der Glockentunn ein), wurden nur zwei ausge- 
nutzt. Der eine von ihnen in der Nordwand beleuchtete den Vorplatz des 
Mittelaltars, der zweite warf von Süden eine recht schmale Lichtgarbe zum 
Polygon der Empore. Dank des starken Licht- und Schattenkontrastes des 
kirchlichen Innern und wegen des erschöpfenden bildlichen Programms drückte 
die Kirche die ritterliche Missionsidee in Preußen suggestiv aus. Je nach den 
Umständen erhielten entweder die Ritterbrüder, in der Friedenszeit den ka- 
nonischen Stunden verbunden, oder Kreuzritter, die zu einer "Preußenreise" 
kamen, eine Lektion über die eigene Rolle sowie geistliche Unterstützung 
für die übernommene Aufgabe. Die himmlische Kirche, die an den Altären 
durch die Priesterbrüder vertreten wurde, übergab ihnen die "geistlichen 
Waffen", die einen Schild des Glaubens auf den Kriegsfeldern in Samaiten 
und Litauen bilden sollten 67 .
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236 


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Für die Wandlungen des ersten preußischen Kastellmodels kann man auf 
den Stil der Gotik selbst hinweisen, für den vor allem die Idee des Licht in 
der Architektur, besonders in der Sakral architektur, eine Rolle spielte 68 . Ihr 
übermäßiger Drang zu großflächigen Öffnungen, die viel "schönes" Licht in 
die Wohnräume hereinließen 69 , verlangte nach der Einführung eines Baumo- 
dus des Hauptgeschosses mit nicht "wehrhaften'" d.h. großformatigen, Fen- 
steröffnungen und unmittelbar darauf einer Modemisierung der Abwehrstra- 
tegie der "turmlosen" Kastellburgen 7l' . Daraus erfolgte eine grundsätzliche 
architektonische Wende des Turmburg-Typus - unserer Meinung nach - zur 
"nachklassischen" Geviertburg mit Bergfried, deren bestes Beispiel wieder- 
um die Burg Rheden verkörpert. 


Anmerkungen 
I Mo Dygo, Studia nad poc'zqtkami wladztwa zakonu niemieckiego w Prusach (1226- 
-1259), Warszawa 1992, bes. S. 280 ff.; K. Militzer, Von Akkon zur Marienburg. Veifas- 
sung, Verwaltung und Sozialstruktur de.r Deut.rchen Orden.r 1190-1309 (Quellen und Studi- 
en zur Geschichte des Deutschen Ordens 56). Marburg 1999. So 336-362. 
Z Zu den Folgen der Mission Eberhards 1251/52 zählte man die Neugestaltung der Verwal- 
tungsstrukturen im Preußen. vgl. Militzer, Von Akknn (wie Anm. I), S. 343-353, mit denen der 
Konventhausbau in Elbing als Musterburg verbunden waro Trotz der geringen schriftlichen Über- 
lieferung, wie die von der erfolgreichen Verteidigung der Burg 1260, haben die bisherigen 
archäologisch-architektonischen Untersuchungen dies deutlich gezeigt, K. Hauke, H. Stobbe, Die 
Baugeschichte wzd die Baudenkmäler der Stadt Elbing, Stuttgart 1964, S. 27-31; To Nawrolski, 
Zamek elblqski w /wietle nowych badali archeologicurych, Kwartalnik Architektwy i Urbanisty- 
ki 34 (1986), nT. I, S. 91-107; M. Kutzner, Ceglany detal architektonicmy bylego zamku 
krzyiackiego w Elblqgu, Archeologia Elbingensis, Vol. 11, Elbll}g-Gdansk 1997. S. 59-77. Die 
Verlegungsumstände des Architektunnodells der Kastellresidenz von Süditalien nach Preußen 
wurden durch interdisziplinäre Forschungen als Gegenstand aufgenommen, M. Kutzner. Propa- 
ganda wladzy w sztuce Zakonu Niemieckiego w Prusach, in: Sztuka w krrgu zakonu krzyiackiego 
w Prusach i lnflantach (Studia Borussico-Baltica Torunensia Historiae Atrium 2), hrsg. 
v. M. Wozniak, Toruti 1995, SoI7--67; ders. Herrschaftspropaganda in der Kunst des Deutschen 
Ordens in Preußen. in: Echte Wehrhaftigkeit oder marlialische Wirkung (Kunsthistorische Arbei- 
ten der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen 3), hrsgo v. Go Eimer und E. Gierlieh, Köln 
2000, S. 253-302: K. Pospieszny, Typ pruski zamku regulamego - iclea cesarska? in: Argumen- 
ta, aerlicllli, qllestioneso Studia z historii sztuki iredniowiecmej (Ksirga jubilellszowa dedykowa- 
na Marianowi Kutznerowl), hrsg. v. A. BlaZejewska, Toruti 1999, So 361-390. Bemerkenswert, 
wenn es um die Herkunftshypothese des preußischen Burgtypus geht, scheint der Reisewegplan 
Eberhards, sicherlich am Anfang 1251, also gleich nach dem Tod Friedrichs 11. vorbereitet: 
zuerst die Meerfahrt vom Heiligen Land, sicher zur Hafenstadt Barletta (dank ihrer "Verbindun- 
gen zum Orient") in Apulien , dann nach Marburg (am 2. Mai) und wohl durch Lübeck nach 
Elbing, w!ederum mit dem Schiff. von der die spätere Ankunft in Kulm (am 1. Okt.) zeugt. J. J. 
Halbekann, Die älteren Grafen von Sayn. Personen-, Veifa
'
'ungs- und Besitzgeschichte eines 
rheinischen Grafenge,rchlechts 1139-1246/1247 (Veröffentlichungen der Historischen Kommis- 
sion für Nassau 61), Wiesbaden 1997, S. 147-151.
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Die Architektur des Deutschordenshauses in Preußen... 


237 


J C.-H. Clasen, Die mittelalterliche Kunst im Gebiete des Deutschordensstaates Preus- 
sen, Bd. 1, Die Burgbauten, Königsberg 1927, S. 62. 
4 Die neueste Architektur-Monographie über das preußische Konventshaus stellt die 
Typausbildung. ebenso bezüglich des Forschungsstandes wie am Schluss zu den Herkunft- 
und Genesefragen. als Prozess der Form-Kristallisierung dar: Nach altem Clasen-Muster 
fühne seit Mine des 13 Ih. die Entwicklung von der einfachen, rechtwinkligen Zusammen- 
setzung der zwei Flügel bis zum rechteckigen, streng regulären. dazu auch mit Kreuzgang 
und Bergfried ausgestatteten und reich geschmückten, "klassischen" Konventhaus, To Tor- 
bus, Die Konventsburgen im Deutschordensland Preussen, München 1998, S. 296-297; don 
auch Literatur zum Thema. Allerdings versuchte der Autor zur Nutzung der Formanalyse, 
aufgrund der meistens zeichnerischen Interpretationen, die einzelnen. charakteristischen Bau- 
aspekte separat zu besprechen (So 23-24, 52-55, 88-89). 
5 Der Sonderfall der Konventsburg zu Rheden wird seit der Clasen-Systematik typolo- 
gisch, als "Musterbeispiel eines preußischen Kastells" immer noch hervorgehoben, vgl. 
Torbus, Die Konventsburgen (wie Anmo 4). S. 155-166. 
6 Es wurde eine nicht näher präzisiene Kreativität im Ordensstaat angenommen, die zur 
Ausbildung einer Art uModellform" in der letzten Vienel des 13. Jh. geführt habe, Mo Arszy1\ski, 
Budownictwo warowne zakonu krzyiackiego w Prusach (1230-1454), Toru1\ 1995, So 1480 Ste- 
reotyp wurden die Hochmeister als Fürsten behandelt. die "'(...] versuchten dem Ideal des mön- 
chischen Staate.'i durch die Betonung des Religiösen, des Intellektuellen sowie der Kultur in den 
Konventhäuser näherzukommen", Tomus, Die Konventsbllrgen (wie Anm. 4), S. 145. 
1 Pospieszny, Typ pruski (wie Anm. 2), S. 362-372. 
· Zum baugeschichtlichen Kontext und zur Charakteristik Preußens im 13. Iho als 
unzivilisienes Gebiet und als Gegensatz zum Heiligen Land bei Arszynski, Budownictwo 
warowne (wie Anm. 6), S. 115-117. 
9 Zum Stand der Forschungen zur Regel so Militzer, Von Akkon (wie Anm. 1). S. 47-52. 
10 Nach Eo Kantorowicz (Kaiser Friedric:h 11, Bdo 1-2, Berlin 1927 11964], So 250), 
U(...] tatsächlich [war] der Deutschordensstaat in Preußen wie kein anderes Staatswesen der 
Zeit dem kaiserlichen Sizilien verwandt". Es ist zudem unzweifelhaft, dass die ersten Ver- 
waltungsvorbilder von Templern und Johannitern vorgegeben wurden. Militzer, Von Akkon 
(wie Anm. 1), S. 166-172. 
11 Außer der Nordküste in der Umgebung Palermos blieb die Insel bis um 1300 großen- 
teils sarazenisch. J. Hauzinski, Fryderyk 11 Hohenstauf (J 194-1250) a iwiat kultllry 
muzulmariskiej, in: Mente et litteris. 0 kulturze i spoleczeristwie wiekow irednich (Ksifga ku 
czci Brygidy Kürbis), Poznan 1984, So 154. 
12 Als eine An Friedensgarantie zwischen Papst und Kaiser hat der Deutsche Orden 
auch acht Burgen an der Grenze des Herrschaftsgebiets Friedrichs 11. zum Kirchenstaat zur 
temporären Verwaltung bekommen, Ho Houben, Die Staufer und die Ausbreitung des Deut- 
schen Ordens in Apulien, in: Kunst der Stauferzeit im Rheinland und in Italien, hrsg. v. V. 
Herzner, J. Krüger, F. Staab (Akten der 2. Landauer Staufenagung). Speyer 2003, S. 170. 
I] K. Pospieszny, Typ pruski (wie Anm. 2), S. XX; derso, Der Kastellpalast Friedrichs 
11. in Lucera - kaiserliches Residenz-Ideal der Zeit der Kreuzzüge?, in: Kunst der Staufer- 
zeit (wie Anm. 12), S. 195-207. 
14 G. Dehio, Die Kunst Unteritaliens in der Zeit Kaiser Friedrich 11 (Historische Auf- 
sätze 95). 19050 
15 Das intellektuelle Klima am Kaiserhof Friedrichs unterschied sich scheinbar nicht 
von den europäischen mönch-kontemplativen Zentren, an denen der Neoplatonismus vor-
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238 


Kazimierz Pospieszny 


herrschte. Nach der Schule von Chartres. aus der 2 Hälfte des 12. Jhs., basierte die Bestän- 
digkeit des Universums auf seinen vollkommenen Proportionen, weil die Welt nach dem 
,,rechtem Maß, Zahl und Recht" geschaffen wurde. Der Einfluss der Chartreser Schule auf 
die Baukunst der Kathedrale, auch auf die zisterziensische Architektur. obwohl sie keine 
Doktrin geschaffen hatte, war gewaltig; siehe: 00 von Simson, Katedra gotycka [Die goti- 
sche Kathedrale], Warszawal989, S. 25-92. Aber der Hof in Palermo erwies sich unter 
zahlreichen Aspekten als Ausnahme. Lässt man die Persönlichkeit und Gelehrsamkeit des 
Kaisers unberücksichtigt. hob schon allein die Lage an der Nahtstelle dreier Kulturen, der 
Kontakt mit den Traditionen des Ostens - dem Judaismus und dem Islam ihn auf eine 
besondere Position. Die Anwesenheit solcher Gelehrten wie Michael Scotus, des Überset- 
zers Aristoteles ins Lateinische mit den Kommentaren von A verroes. oder Leonardo Fibo- 
nacci, der hervorragende Mathematikers, blieb nicht ohne Widerhall; vgl. K. Jo Heinisch, 
Kaiser Friedrich 11. in Briefen und Berichten seiner Zeit. Darmstadt 1968, 78 ff.; H. Nette, 
Friedrich 11. von Hohen.vtaufen in Selb.vtzeugni.v.ven und Bilddokumenten, Reinbek bei Ham- 
burg 1975. S. 33-66; G. Binding: Der Früh - und Hochmittelalterliche Bauherr als sapi- 
ens architectus, Köln 1996. S. 207-213.430, 
16 K. Forstreuter, Der Deutsche Orden am Mittelmeer (Quellen und Studien zur Ge- 
schichte des Deutschen Ordens 2), Bonn 1967, passimo Militzer, Von Akkon (wie Anmo I) , 
S. 173-175, führt - als Argument zugunsten Barlettas - die Vermutung H. E. Meyers an. 
dass "Hermann von Salza im dortigen Ordenshaus ein Archiv angelegt und so einen zweiten 
Hauptsitz des Ordens geschaffen [hat], den er für seine diplomatische Tätigkeit im Dienst 
von Kaiser und Papst benötigte." Er fand auf Sizilien eine starke Unterstützung in Komtur 
Gerhard. Bis zum Ende der Epoche von Hohenstaufen in Süditalien "werden die Landkom- 
ture von Sizilien und Apulien vom Hochmeister und dem Generalkapitel eingesetzt worden 
sein, wie die Statuten vorschrieben" Ebd., S. 176. 
11 Arszyl'iski. Budownictwo warowne (wie Anm. 6), S. 123-132. 
.1 S. Skibinski, Kaplica na Zamku Wysokim w Malborku, Poznan 1982, S. 187-203. 
19 In der gegenwärtigen Burgenforschung gibt es eine methodische Besonderheit, die 
Burgbauten theoretisch (ohne Bauforschung) zu betrachten. nach der, rein spekulativ. die 
Wohn funktion mit einer Klosterbau-Nomenklatur verbunden, als entscheidend für Genese 
des Konventhaus-Typus angesehen wird. vgl. Torbus, Die Konvent.vburgen (wie Anm. 4), S. 
297. In der Konsequenz einer ähnlichen Stellung waren die Wohnflügel eines solchen Baus 
sukzessiv ringsum den Kreuzganghof als Randbebauung erstellt worden, 
20 Die Definition des Burgtypus selbst ist nicht auf preußischem Grund entstanden, 
sondern bei den früheren Anlagen der mächtigsten Ritterorden (Templer. Johanniter) im 
Heiligen Land, T. Biller, Die Johanniterburg Belvoir am Jordan. Zum frühen Burgenbau 
der Ritterorden im Heiligen Land, Architektura 2 (1989), S. 105-136; D. Leistikow, Kreuz- 
ritterburgen im lateinischen Königreich Jerusalemo Überblick und Forschungsstand, Istan- 
buler Mitteilungen 39 (1989), S. 341-372. 
21 Die Apokalypse Heinrichs von Hesler ist im Inventar des "Glockenamts" der Marien- 
burg zu 1397 und 1398 verzeichnet. wurde also sicher in einer der Sakristeien der Marien- 
burger Konventkirche unter den anderen "duczchen bucher" aufbewahrt. W. Ziesemer, Das 
Marienburger Ämterbuch (/375-1442). Danzig 1916, S. 124, 125. 
22 K. Helm, Die Apokalypse Heinrichs von Hesler aus der Danziger Handschrift, Deut- 
sche Texte des Mittelalters. Bd. VIII, Berlin 1907 [weiterhin zit. HH Apokalypse]. Die 
Erwähnung aller drei Ritterorden im Text verweist auf den Stand vor 1307 (d.ho vor der 
Templer-Autlösung), Vrs. 5827-5828. 


-"'I........
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Die Architektur des Deutschordenshauses in Preußen... 


239 


23 Seit der Publikation B. Schmids von 1942 waren die typologischen Züge der Geviert- 
burgen manchmal modifiziert, aber immer wieder fortgeschrieben worden. J. Frycz, Archi- 
tektura zamkow krzyiackich, in: Sztuka Pobrzeza BaJtyku. Warszawa 1978, S. 25-27,40- 
-42; Torbus, Die Konventsburgen (wie Anm. 4), S. 88-176. 
24 Kutzner. Propaganda (wie Anm. 2). So 17-66; ders., Herrschaftspropaganda (wie 
Anm. 2), S. 253-302. 
2$ HH Apokalypse, Verse 21069-21073. 
26 Ebd., Verse 20800-20804 
21 Ebdo. Verse 20812-20813 
21 Ebd., Verse 22334-22336. 
2' Zur ikonographischen Interpretation der "Goldenen Pforte" in Verbindung mit der 
Konventshaussymbolik: B. Jakubowska, Zlota Brama w Malborku, Malbork 1989, S. 139- 
-140; Skibinski. Kaplica (wie Anm. 18), S. 132-145; M. Kutzner. Herrschaftspropaganda 
(wie Anmo 2), S. 290-291; K. Pospieszny. Mifdzy rajem a Apokalipsqo Z badan nad symbo- 
likq wystroju architektonicznego zamku krzyiackiego w Malborku, in: Flora i fauna w kul- 
turze sredniowiecza od XII do xv wieku. Materialy XVll Seminarium MediewistycVlego, 
Poznaii 1997, S. 133-138. Eine einzelne Friesplatte mit dem Zoomorphen-Motiv wurde 
während Ausgrabungen in Brandenburg Pro gefunden. C. Steinbrecht, Preussen zur Zeit der 
Landmeister, Berlin 1888, Abb. 154 mo 
30 Die Historiker sind sich einig, dass die Zeit um die Mitte des 14. Jh. eine Zäsur in der 
Geistesgeschichte Europas war, worauf dann eine moralische Krise im Orden folgte, siehe 
W. Paravicini, Die Preussenreisen des europäischen Adels. T. 1., Sigmaringen 1989. 
)J Kutzner. Herrschaftspropaganda (wie Anm. 2), S. XX. 
32 U. Eco, Sztuka i pifkno w sredniowieczu (Arte e bellezza nell'estetica medievale), 
Krak6w 1994, S. 6 ff. 
]] Die Baupraxis der Gotik mit der illusorischen Verwendung der Proportionsgeometrie 
(im Sinne der modemen Theorie) erklärt dagegen gut die Exegese der berühmten Devise 
Jean Mignots "ars sine scientia nihil est" von D. von Winterfeld, Raster und Modul in der 
Baukunst des Mittelalters. in: Dethard von Wintet:feldo Meisterwerke mittelalterlicher Archi- 
tektur. Beiträge und Biographie eines Bauforschers. Regensburg 2003, So 413-447, bes. 
432. mit der ganz konkrete technische Probleme am Bau des Mailänder Domes gelöst 
waren. 
]4 HH Apokalypse, Verse 21234, 21242-21244. 
35 Seit der Serie C. Steinbrecht. Die Baukun.vt de.v Deutschen Ritterorden.v in Preu,vsen. 
Bd. I: Thorn im Mittelalter. Berlin 1885. Bd: 2: Preussen zur Zeit der Landmeister, Berlin 
1888, 1888-1920, Bdo 3: Schloss Lochstedt und seine Malereien. Berlin 1910, Bdo 4. Die 
Ordensburgen der Hochmeisterzeit in Preussen. Berlin 1920. 
]6 Eine Ausnahme. gleichzeitig ein gutes Beispiel der Fortsetzung der Methode von 
Steinbrecht, stellten die Rekonstruktionsstudien von Ireneusz Slawiiiski dar: I. SJawinski, 
Zamek w Golubiu (Schloss zu Gollub). Warszawa 1976, Abb. 17, 180 
]1 HH Apokalypse, Verse 21208-21209. 
]1 Das zeichnerische Querschnitt-Studium des Mailänder Domes zeigt, wie das ge- 
wünschte Ergebnis mit Hilfe der Geometrie erreicht wurde. siehe. Von Winterfeld. Raster 
und Modul (wie Anm. 33), Abb. 18. 
39 Wie die Symmetrisierung der Tore in der topographisch-symbolischen Beschreibung 
der Jherusalem der nuwen, in HH Apokalypse. Verse 20813-21051, 22330-22375. 
40 Steinbrecht. Preussen (wie Anmo 35), S. 106-111.
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240 


Kazimierz Pospieszny 


41 Nach der Chronik Peters von Dusburg 1326: edificabatur ... castrum ... in monte 
soncti Georgii, quod tune: fuit summe nee:essarium ad incrementum lidei Cristione. M. Dygo, 
Domus und Castrum - zur Deutung der Deutschordensburgen in Preussen im Lichte der 
schriftlichen Quellen. in: Echte Wehrhaftig1ceit (wie Anm. 2), S. 55. 
42 "Eine Zwischenstellung zwischen dem Raster als sichtbarem Gestaltungsprinzip und 
dem Raster als Konstruktionsgrundlage nehmen jene Kirchenbauten ein, die ihre Grundrisse 
aus dem Quadrat entwickeln, vor allem einzelnen Raumteilen zugrunde legen." ( So 416), 
von Winterfeld. Raster und Modul (wie Anm. 33). S. 413-447. 
43 Die Darstellung auf der Grabplane Hugues de Libergier aus Saint-Nicaise in Reims 
zeigt die Werkzeuge des Werkmeisters zusammen mit der Figur, und so muss der gehaltene 
Baumodel als ein Attribut ihrer Kunst verstanden werden; G. Binding, Baubetrieb im Mittel- 
alter, Darmstadt ]993 , So 241. 
44 Die schriftliche Überlieferung von 1406 belegt mehr als ]50 Jahre des Bauverfahrens 
in der Anlehnung an Baumodelle. die mit dem Begriff gestalt bezeichnet wurden. Solche 
Architekturgedanken wurden in der Bauweise der charakteristischen. richtungslosen Turm- 
burgen abgebildet, K. Pospieszny, Die Bauweise der ritterlichen Klosterhurgen in Preussen, 
in: Burgenbau im späten Mittelalter (Forschungen zu Burgen und Schlössern 2). München 
1996, S. 190-1940 Die Rolle der Baumodelle, die in der Baupraxis der hohen. nachfranzö- 
sischen Gotik fast verschwunden waren, scheint im Licht der bisherigen Forschungen mar- 
ginal rvgl. von Winterfeld, Ra.rter und Modul (wie Anmo 33)] oder am Rand der Bauhütten- 
Problematik als "nicht eindeutig" bestimmbar. Binding. Baubetrieb (wie Anm. 43), S. 188-190. 
Ihre tatsächliche Bedeutung im Bauprozess im Gebiet "südlich der Alpen", sicherlich für 
die Visualisierung der Baukonzeption, zeigt wieder das Beispiel des Mailänder Domes; 
ebenda, So ]89. 
45 Kutzner, Herr.re:haft.rpropaganda (wie Anm. 2), S. 268-270. 
4t; HH Apokalypse, Vrs. 22371-22372; '0' Verse 22346-22350 ff. 
47 K. Pospieszny, Die Organislltion des liturgisc.'hem Raumes des Deutsc.'hordens-Kon- 
venthauses in Preussen unter besonderen Berücksichtigung der Marienburg, in: Die sakrale 
Backsteinarchitektur des südlichen Ostseeraums - der theologische Aspekt. hrsg. v. G. Ei- 
mer u. E. Gierlieh, Berlin 2000, S. 101-115. 
41 Zur Tätigkeit der "Preußischen Partei" im 13. Jh. und am Anfang des 14. Jh., U. 
Arnold, Zakon Krzyiacki z Ziemi Swi
tej nad Baltyk. Torun ]996, S. 60-129. 
49 Wie in der Marburger Elisabethkirche, die die Figur der Königin-Maria am Westpor- 
tal zeigte, A. Köstler. Die Ausstattung der Marburger Elisahethkirche. Zur Ästhetisierung 
des Kultraums im Mittelalter, Berlin 1995, S. 28.98 ff. 
50 Pospieszny, Die Organisation (wie Anmo 47), S. 108-1090 
,. Schon am Anfang des 19. Jho hat der Königsberger Archivar J. Voigt, auf grund einer 
unbekannten Quelle. die Meinung geäußert, es hätte eine vorläufige Figur der Madonna 
gegeben. was viel später spekulativ wieder angenommen wurde, Ho Knapp. Das Schloss 
Marienburg in Preussen. Quellen und Materialien zur Baugeschichte nach 1456. Liineburg 
1990, S. 17: ..... So hätte man schon an der ersten Ostfassade der Schloßkapelle ein Madon- 
nenbild anzunehmen, zumal Maria die Patronin des Ordens war. Dies vorausgesetzt, wäre 
die Madonna der Kirchenerweiterung eine Replik des ersten Bildes aus dem 13. Jahrhun- 
dert." Letzthin wurde die grobe Bearbeitung der Gesichtszüge der Figur als Ergebnis der 
Monumentalität interpretiert, A. Grzybkowski, Geneza kolosa malborskiego (Ikonotheka 6). 
Warszawa 1993, S. 75-99. 
'2 F. von Quast. Denkmale der Baukunst in Preussen. Bd. I. Berlin 1852, S. 280 


....,j
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Die Architektur des Deutschordenshauses in Preußen... 


241 


53 Kein Interesse fand im Verlauf der Forschung die außergewöhnliche Kirchenausstat- 
tung der Marienburg von um 1280 als Geschichtsquelle, man folgte also dem Hinweis für 
die älteren Sakralisierung dieses Ortes nicht. K. Pospieszny, Die Marienburg in Preußen 
und ihre hessische "Mutter" Marbllrg, in: Burgen kirchlicher Bauherren (Forschungen zu 
Burgen und Schlössern 6), München 2001. S. 99-106. 
50 W. Heinemeyer. Die Heilige Elisabeth in Hessen, in: 700 Jahre Elisabethkirche in 
Marburg 1283-1983, (Katalog 4), Marburg 1983, S. 15-84. 
" Es musste seiner Zeit so selbstverständlich sein, dass Peter von Dusburg dies in der 
Chronik einfach verpasst hat und erst in der Grunau-Chronik 1526 aus einer anderen Per- 
spektive. einer Beschreibung der Vergangenheit. so erwähnt wurde, vgl. Simon Grunau. 
Preussische Chronik. 1. ed. M. Perlbach. Leipzig 1876. S. 2650 
56 In der weiteren Geschichte wurde das Bild des castrum Mariae im Orden konsequent 
gepflegt und weit verbreitet. wie es die Beschreibung der Wunder-Intervention Marias wäh- 
rend der Belagerung 1410 durch Johannes von Posilge 1419 beweist. R. Zacharias, Marien- 
burg. Wai(f"ahrtsort zwischen Spiritualität und Herrschaft. in: Sztuka w krfgu zakonu 
krzyiackiego w Prusach i Inflantach, hrsg. v. M. Woiniak, Torun 1995, S. 77. 
51 H. Boockmann. Der Deutsche Orden. Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte. 3. Aufl. 
München 1989, S. 103-104. 
51 Wie Anm. 57, in der Transkription von H. Boockmann: U[...J ging zum Kapitel, wo 
die Brüder versammelt waren, [oooJ und er machte die Vision. der er gesehen hatte, allen 
lKonventsbrüdern - Anmo des Verf.] bekannt." 
'" K. Höller, Der Ostabschluss der Rhedener Kapelle, Westpreußen-Jahrbuch 51 (2001), 
S. 8-19. 
60 Zacharias, Marienburg (wie Anm. 56). S. 74-77. 
61 Pospieszny, Die Marienburg (wie Anm. 53), S. 99-106. 
62 E. Tidick, Beiträge zur Geschichte der Kirchen-Patrozinien im Deutschordenslande 
Preussen bis J 525, Zeitschrift für Geschichte und Alterstumkunde Ermlands 22 (1923), H. 
3, S. 358 nn.; Pospieszny, Die Organisation (wie Anm. 47), S. 105-109. 
63 Über die Bedeutung des Westwerkes in der Symboltopographie des Kirchenraumes 
siehe: H. M. von Erfa. E. Gall. Empore. Engelchor. in: Reallexikon der Deutschen Kunstge- 
schichte, Bdo 6. Sp. 262-263, 314. 
M Pospieszny. Mifdzy (wie Anm. 29). S. 133-138. 
6' Christus als daz ware liecht oder des geloubten licht. in: HH Apokalypse, Verse 1792, 
231720 
M "Fast alle Preußenfahrer [stattetenJ der Marienburg [einen BesuchJ ab. Oft zog das 
Gesinde schon den direktem Weg nach Königsberg, während der Herr mit wenigen Leuten 
den Umweg zur Marienburg ritt", Paravicini. Die Preussenreisen (wie Anm. 30), S. 266. 
61 Im Feld waren die Fremden. die kein eigenes Banner führten, zwei Bannern der 
milites. Georgsbanner und Marienbanner, zugeordnet. Paravicini, Die Preussenreisen (wie 
Anm. 29), Sigmaringen 1995, S. 137-162. 
61 "Unser herre Jhesu Crist,/ Der liecht aller luchten ist", Heslers Apokalypse. Verse 
1793-17940 
6
 D. KimpellR. Suckale, Die gotische Architektur in Frankreich 1130-1270, München 
1985, S. 57-58, 89-90 0 
10 K. Pospieszny, Das Verteidigullgssystem der Deutschordensburgen in Preussen im 
13. und seine Modifikation im 14. Jahrhundert, Marburger Correspondenzblatt zur Burgen- 
forschung 3 (200112002), So 13-26.
>>>
ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA H1STORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Maria Starnawska (Siedlce) 


Das Bild der Kreuzherren-Hospitaliterorden (der Chorherren 
des Heiligen Grabes, der Kreuzherren mit dem roten Stern, der 
Chorherren des Heiligen Geistes) auf polnischem Gebiet in der 
Frühen Neuzeit 


Auf polnischem Gebiet, das heißt in der Kirchenprovinz von Gnesen, 
gab es im Mittelalter ein ziemlich dichtes Netz von Ritter- und Hospitalor- 
den (über 90 Niederlassungen), die auf die Tradition der Kreuzzüge Bezug 
nahmen, genannt cruciferi. Außer den Komtureien der Johanniter, die einige 
im späten Mittelalter und in der Neuzeit voneinander durch politische Gren- 
zen getrennten Ansammlungen (Schlesien, Pommern und zwei Häuser in 
Großpolen) bildeten, gehörten die meisten dieser Niederlassungen den Or- 
den ohne Ritterbrüderzweige an, die sowohl im Heiligen Land (Chorherren 
des Heiligen Grabes) als auch in Europa nach dem Vorbild der aus Palästina 
stammenden Orden entstanden sind (zum Beispiel die Kreuzherren mit dem 
roten Stern, und die Chorherren des Heiligen Geistes). Die wichtigste Grup- 
pe bildeten die Chorherren des Heiligen Grabes. Der Propst ihres polnischen 
Haupthauses in Miech6w war seit Ende des Mittelalters ein von den Zentral- 
behörden des Ordens beinahe unabhängiger Vorgesetzter aller polnischen 
sowie ungarischen Klöster. Fünf Häuser in Schlesien, untergeordnet der 
Präpositur in Neiße, kamen in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts unter 
die Macht der Prager Prioren dieses Ordens. Die deutlich kleinere Zahl der 
Klöster besaßen die Kreuzherren mit dem roten Stern (fünf in Schlesien, 
untergeordnet dem Breslauer Hospital des heiligen Matthias und zwei in 
Kujavien, verloren durch den Orden im 16. Jahrhundert) und die Chorherren 
des Heiligen Geistes (vier auf dem Gebiet des polnischen Königtums und 
vier in Schlesien, beseitigt im 16. Jahrhundert)l. 
Bekannt ist nur ein mittelalterliches historiographisches Denkmal, das in 
einem Orden dieser Gruppe geschrieben wurde - die Annalen der Chorher- 
ren des Heiligen Grabes in MiechOw vom vierzehnten und fünfzehnten Jahr- 
hundert, die Aufzeichnungen über die Geschichte des Ordens und Polens
>>>
244 


Maria Stamawska 


enthalten 2 . Obwohl es in anderen Klöstern der Ritter- und Hospitalorden auf 
den polnischen Landen im Mittelalter auch günstige Bedingungen für intel- 
lektuelle Schöpfungen gab, kennen wir keine daraus stammenden historio- 
graphischen Denkmäler. Dies kann vom geringen Interesse für die eigene 
Geschichte in diesen Orden im Mittelalter zeugen. In der Neuzeit entstanden 
dagegen einige von Mitgliedern dieser Orden geschriebene Werke, die nicht 
nur einzelne Ereignisse der Ordensgeschichte in Polen und Europa darstel- 
len, sondern auch die Ordenstradition, die die Umstände der Entstehung 
betrifft und die Rolle des Ordens in der Kirche und Glaubensgemeinschaft 
bestimmt; diese Werke enthalten also das mit den Augen der Ordensbrüder 
gesehene Gesamtbild des Ordens. In bisherigen Erforschungen dieser Texte 
wurden vor allem das Problem ihrer Wahrhaftigkeit und die Art und Weise 
ihrer Bearbeitung durch die Autoren analysiert 3 . Gegenstand dieses Beitrags 
ist dagegen das Problem, auf welche Weise die Ordensautoren ihre eigene 
Ordensgemeinschaft definierten. 
Die Denkmäler der neuzeitlichen Ordenshistoriographie erlauben es, die 
Tradition der Chorherren des Heiligen Geistes, der Chorherren des Heiligen 
Grabes und der Kreuzherren mit dem roten Stern zu analysieren. Am frühesten, 
das heißt im Jahre 1570, wurde ein kurzer von Albert Bassaeus geschriebener 
Abriss der Geschichte der Chorherren des Heiligen Geistes unter dem Titel 
Epitome xenodochii veröffentlicht. Die Tradition und Geschichte der Chorher- 
ren des Heiligen Grabes bearbeitete viel umfangreicher Samuel Nakielski in 
zwei Arbeiten: in dem 1625 herausgegebenen Aufsatz De sacra antiquitate et 
statu ordinis canonici Custodum Sacrosancti Sepulchri Domini Hierosolymita- 
ni, der vor allem die Anfänge des Ordens beschreibt, und in der sehr umfangrei- 
chen Synthese der Ordensgeschichte in Polen auf dem Hintergrund der Ge- 
schichte Polens und der allgemeinen Geschichte unter dem Titel Miechovia, 
herausgegeben 1634 5 . In diesen Erwägungen wird der Abriss der Geschichte des 
schlesischen Zweiges der Chorherren des Heiligen Grabes unbeachtet gelassen, 
der im 18. Jahrhundert von Franz Karl Fuchsz beschrieben wurde, weil er vor 
allem die gesta der Neißer Vorgesetzten ohne Berücksichtigung eines breiteren 
Panoramas der Ordens geschichte und -tradition darstellt 6 . Die Kreuzherren mit 
dem roten Stern schrieben ihre Geschichte und Tradition erst in der ersten Hälfte 
des 18. Jahrhunderts, darunter auch Legenden über die Entstehung des Ordens, 
die jedoch seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in der außerhalb des 
Ordens entstandenen Historiographie bekannt gewesen waren. Diese Tradition 
schrieb im Orden als erster Michael Fibiger im Jahre 1706 in dem Aufsatz 
Dissertatio de Ordine Nostro Crucigerorum c. r. stella 7 fort, und dann Antonius 
Tudetius in dem im Jahre 1739 bearbeiteten Text Epitome historicae Sacri 
Miltaris Ordinis Crucigerorum cum rubea stellcf
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Das Bild der Kreuzherren-Hospitaliterorden... 


245 


Die besprochenen Denkmäler bringen die offizielle Fassung der Ordens- 
tradition, approbiert durch eine Ordensbehörde, zum Ausdruck. Bassaeus 
schuf sein Werk im wichtigsten polnischen Kloster der Chorherren des Hei- 
ligen Geistes in Krakau, Fibiger und Tudetius im schlesischen Hauptkloster 
- dem des heiligen Mathias in Breslau. Bassaeus war der oberste V orgesetz- 
te der Chorherren des Heiligen Geistes in Polen, Fibiger Meister der Kreuz- 
herren in Schlesien, der in der Ordenshierarchie niedriger stehende Nakiel- 
ski Propst der Chorherren des Heiligen Grabes in Krakau. Fibiger schrieb im 
Auftrag und im Einverständnis mit den obersten Ordensvertretern in Prag 9 , 
Nakielski widmete seine beiden Werke dem Bischof Mathias Lubienski, der 
in den Jahren 1617-1627 Miechower Propst warlU. Diese Autoren waren für 
die Bearbeitung der Geschichte ihrer Orden gut vorbereitet. Bassaeus und 
Nakielski hatten an der Krakauer Universität die artes studiert, und Bassa- 
eus hielt dort auch eine gewisse Zeit Vorlesungen ". Nakielski und Fibiger 
nutzten die reichhaltigen Ordensarchive in Miech6w und Breslau aus, und 
außerdem konnten alle Autoren zweifellos die Bibliothekensammlungen der 
so tatkräftigen intellektuellen Zentren wie Krakau und Breslau benutzen. 
Die von ihnen formulierten Fassungen der Ordenstradition unterscheiden 
sich jedoch voneinander, manchmal ziemlich wesentlich. 
Diese Quellen unterscheiden sich im Zweck, zu dem sie geschrieben 
wurden. Lediglich die Werke von Nakielski sind historische Texte sensu 
stricto, die zwecks Darstellung der Ordens geschichte im weitesten Sinne 
und des Schutzes Gottes über die Chorherren des Heiligen Grabes geschrie- 
ben wurden I:!. Sowohl die vom Autor erneut ins Gedächtnis gerufene reli- 
giöse Motivation als auch der ihr vorangehende Erkenntniszweck haben 
einen überzeitlichen und nicht augenblicklichen Charakter. Die Entstehung 
des Werkes, das vor allem von der Absicht der genauen Erkenntnis der 
Vergangenheit des eigenen Ordens inspiriert wurde, trifft zeitlich zusammen 
mit der Entstehung der kritischen Historiographie in Europa, in der Orden 
(Mauriner und Bollandisten) eine große Rolle spielten 13. Ein Ausdruck des 
Durchdringens dieser Tendenzen nach Polen wurde in einigen Ordens ge- 
meinschaften die Bearbeitung der Geschichte des eigenen Klosters 14. Es 
wundert nicht, dass diese Interessen einen Widerhall bei den Chorherren des 
Heiligen Grabes fanden, die schon im Mittelalter als einziger der in Polen 
tätigen Kreuzorden eine eigene Historiographie schufen. Die Arbeiten von 
Nakielski stehen zwar auf einem niedrigeren Niveau als die Leistungen der 
sich formierenden kritischen europäischen Historiographie, aber sie zeugen 
von der großen Gelehrsamkeit des Autors, der Arbeiten vieler neuzeitlicher 
und mittelalterlicher Historiker benutzte, sowie von sorgfältiger Quellenaus- 
wertung lS . Die Überlieferung der Chorherren des Heiligen Geistes wurde für
>>>
246 


Maria Stamawska 


aktuellere Ziele geschrieben. Die Absicht von Bassaeus, der noch in der Zeit 
vor der Entstehung der kritischen Historiographie schrieb, war es, die Or- 
densbrüder an die Ordenstradition und -ideale zu erinnern, damit sie ge- 
mäß den Empfehlungen des ein
ge Jahre früher beendeten Tridentinischen 
Konzils ihre Sitten reformieren und zur ursprünglichen Berufung des Ordens 
zurückkehren könnten 16. Die Arbeiten von Fibiger und Tudetius wurden 
dagegen geschaffen, um Argumente für die seit Mitte des 17. Jahrhunderts 
unternommenen Bemühungen, den Kreuzherren mit dem roten Stern den 
Status eines Ritterordens zu verleihen, an die Ordensoberen zu liefern 17 . 
Ein wesentliches Element der Tradition jedes Ordens bildete die Erzäh- 
lung über seine Entstehung, die seine Berufung, die angenommene Regel für 
die Durchführung dieser Berufung und die sich daraus ergebende Stellung in 
der Kirche bestimmte. Obwohl von den drei hier besprochenen Orden nur 
die Chorherren des Heiligen Grabes wirklich im Heiligen Land in der Zeit 
der Kreuzzüge gegründet wurden, gebrauchten alle diese Gemeinschaften 
den Namen cruciferi, ihre Mitglieder trugen an den Ordenskleidern aufge- 
nähte Kreuze/ 8 , und in der Tradition über ihre Anfänge erscheint mehr oder 
weniger häufig das Motiv der Entstehung im Heiligen Land, zur Zeit der 
Apostel oder in den Zeiten der Auffindung des Heiligen Kreuzes durch die 
heilige Helena. Wichtig ist also die Frage, ob die Autoren der hier bespro- 
chenen Werke irgend welche Fäden dieser Tradition heraushoben und ent- 
wickelten und auf welche Weise die Tradition über die Entstehung des Or- 
dens sein Bild in Augen der Ordensbrüder gestaltete. 
Wie zu erwarten ist, hebt Nakielski die Jerusalemer Genese der Chorher- 
ren des Heiligen Grabes hervor. Interessant ist jedoch, dass er gemäß den 
Anschauungen vieler von ihm zitierten Historiker '9 , obwohl nicht gemäß der 
historischen Wirklichkeit, die Anfänge des Ordens in die Apostelzeit pI at- 
zierto Die Chorherren des Heiligen Grabes sind ihm zufolge direkte Nachfol- 
ger der Kapläne, die im Abendmahlsraum die vom heiligen Jakob dem 
Jüngeren, dem ersten Bischof von Jerusalem, bestätigte Gemeinschaft bilde- 
ten. In den Zeiten Konstantins zogen sie in die Basilika des Heiligen Grabes 
um, und nach dem I. Kreuzzug wurde der Orden von Gottfried von Bouillon 
erneuert. Die Beziehung des Ordens zu den heiligsten Orten des Christen- 
tums, vor allem zu der Basilika des Heiligen Grabes, steigert seine Bedeu- 
tung und sein Prestige. An die Herkunft aus Jerusalem erinnert das rote 
doppelte Kreuz an den Ordenskleidern 20 . Nach Polen wurden sie dank Jak- 
sas Pilgerfahrt zum Heiligen Land Mitte des 12. Jahrhunderts geholt, die 
Ausdruck des Kreuzzugsenthusiasmus war 21 . Bei der Schilderung der Ge- 
schichte der polnischen Chorherren des Heiligen Grabes auf dem breiten 
Hintergrund allgemeiner Geschichte vergisst Nakielski die Ereignisse der
>>>
Das Bild der Kreuzherren-Hospitaliterorden... 


247 


Geschichte der Kreuzzüge nicht und nennt unter zahlreichen Orden, deren 
Geschichte er beschreibt, auch viele Ritterorden 22 , Der weite Horizont und 
die große Gelehrsamkeit des Autors von Miechovia verursachten, dass die 
Jerusalemer- und die Kreuzzugsthematik nicht über das ganze Werk, das ein 
weites Panorama der Geschichte Polens und der allgemeinen Geschichte 
darstellt, dominiert 23 . Deutlich ist jedoch im ganzen Werk die Überzeugung 
des Autors von der Beziehung des Ordens zum Heiligen Land und zur 
Kreuzzugsbewegung. 
Selbstverständlich erscheint die Berufung auf die Jerusalemer Tradition 
beim Geschichtsschreiber des einzigen der hier besprochenen Orden, der 
wirklich aus Jerusalem stammte. Trotz der Übernahme verschiedener sich 
aus lokalen Bedürfnissen ergebender Aufgaben (Führung von Hospitälern, 
Pfarrseelsorge)24 der polnischen Chorherren des Heiligen Grabes bildete der 
Kult der mit dem irdischem Leben Christi geheiligten Orte ein wichtiges 
Element ihrer Geistigkeit und Liturgie (zum Beispiel Prozessionen zu Ka- 
pellen, die das Heilige Grab, Golgatha, Bethanien symbolisierten)25. Dank 
Zeremonien dieser Art wurden die Klöster der Chorherren des Heiligen 
Grabes beinahe zu Kopien von Jerusalem. Das von Nakielski dargestellte 
Bild des Ordens als Gemeinschaft, die ununterbrochen seit den Apostelzei- 
ten tätig war und besonders zum Schutz der Heiligen Stätten in Jerusalem 
berufen wurde, korrespondiert mit seiner ganzen Tätigkeit. 
Interessanter ist dagegen das Verhältnis der in Europa entstandenen Chor- 
herren des Heiligen Geistes und der Kreuzherren mit dem roten Stern zur Jeru- 
salemer Tradition. Bassaeus beschreibt die Ordensentstehung als Ergebnis eines 
Gotteseingriffs, er knüpft jedoch nicht an die Kreuzzugstradition an. Keim des 
Ordens war das Hospital des Heiligen Geistes in Rom. Die seit langem in der 
christlichen Weh bekannte Institution des Hospitals - xenodochium - fand zwar 
die Begriindung ihrer Existenz im mosaischen Recht, im Evangelium und im 
Brief des heiligen Paulus an die KorinthefZ6, aber das römische Mutterhospital 
entstand dank einer Offenbarung des Heiligen Geistes, die Papst Innozenz m. 
während eines privaten Gebets zuteil wurde. Als der Papst auf Anregung des 
Heiligen Geistes ein Netz in den Tiber warf, fing er im Fluss die Leichen einiger 
Hundert ertränkter Säuglinge. Dies inspirierte ihn zur Grundung des für die 
Betreuung von Findlingen bestimmten Hospitals des Heiligen Geistes, das an 
diese Offenbarung erinnerte. Das unter der Betreuung frommer Bruder, die nach 
den schon in MontpeHier eingeführten Mustern tätig waren, eingerichtete Hospi- 
tal wurde zum Keim des Ordens und Mutterland auch für die polnischen Klö- 
sterz? Die Beziehungen des Ordens zum Heiligen Land und zur Kreuzsymbolik 
sind dagegen nach Bassaeus ausschließlich geistiger Natur. Die Bedürftigenfür- 
sorge der Chorherren des Heiligen Geistes oblag nach ihm sieben Diakonen, in
>>>
248 


Maria Stamawska 


Nachahmung der von den Aposteln berufenen, die ähnliche Aufgaben gehabt 
hatten, die Brüder seien jedoch keine Nachfolger der Diakone im organisatori- 
schen Sinne 28 . Das Wappen des Ordens (Doppelkreuz und darüber die Taube 
des Heiligen Geistes) symbolisiert nach Meinung von Bassaeus den Schutz, den 
das Kreuz, Zeichen des Leidens Christi, den Christen sichert, darunter den Chor- 
herren des Heiligen Geistes, sowie die besondere Ordensfürsorge des Heiligen 
Geistes 29 . Der Autor betont auch gewisse Analogien in der Ordnung der Chor- 
herren des Heiligen Geistes und der Ritterorden, zum Beispiel die Tatsache, dass 
Vorgesetzte bei Übernahme der Hospitalverwaltung keinen Eid leisten müssen, 
weil die von ihnen geleisteten Ordensgelübde ausreichend sind30, aber er erklärt 
die Ursachen dieser Ähnlichkeit nicht. Die auf diese Weise geschilderte Ordens- 
tradition sollte die polnischen Chorherren des Heiligen Geistes an die ihnen vom 
Heiligen Geist empfohlene Berufung zur Affi1enfürsorge, besonders zur Find- 
lingsfürsorge erinnern, durch deren Erfüllung sie die Diakone der Apostelzeiten 
nachahmten. 
Grundsätzlich soll das Fehlen von Anknüpfungen an die Kreuzzugsidee 
in diesem Ordensbild nicht wundem, da die Chorherren des Heiligen Geistes 
nicht aus Palästina stammten. Ihre Organisation richtete sich jedoch nach 
dem Muster der Johanniter, und sie wurden schon in mittelalterlichen Quel- 
len als cruciferi bezeichnet 31 . Manche neuzeitlichen Autoren zählen sie zu 
den Ritterorden, und seit dem 16. Jahrhundert war in Europa die Legende 
bekannt von der Gründung der drei Zweige der Chorherren des Heiligen 
Geistes durch Lazarus aus Bethanien und seine Schwestern Maria und Mar- 
ta: eines Ritterbrüderzweigs (Lazarus), eines kontemplativen Zweigs (Ma- 
ria) und eines Hospitalzweigs (Marta)32. Die Kenntnis dieser Legende in 
Polen bestätigen die Statuten vom Jahre 1645 33 . Das Fehlen der Anknüpfung 
an diese Legende im Werk von Bassaeus kann von ihrer Unkenntnis in 
Polen im 16. Jahrhundert oder von ihrer Unbrauchbarkeit für die Ziele zeu- 
gen, die sich der Autor gestellt hatte. Die von Bassaeus gezeigte große 
Gelehrsamkeit erlaubt nicht, die Möglichkeit auszuschließen, dass er durch- 
aus diese Tradition der Entstehung seines Ordens kannte. Es scheint dage- 
gen, dass sie für das von ihm gesetzte Ziel der Erinnerung der Mitbrüder an 
ihre Ordensideale nicht nötig war. Für die Erbauung seiner Leser, die die 
Hospitale in Krakau, Sandomir und Kalisch unterhielten, war die Legende, 
die ihre Berufung zur Findlingsfürsorge betonte, nötiger als die Erinnerung 
an die angebliche Wurzel aus den Zeiten Christi. 
Ganz anders beziehen sich dagegen die Geschichtsschreiber der Kreuz- 
herren mit dem roten Stern, Fibiger und Tudetius, auf die Tradition über die 
Herkunft ihres Ordens aus dem Heiligen Land. Beide Autoren berücksich- 
tigten in ihren Erwägungen verschiedene Fassungen von Legenden, die in
>>>
Das Bild der Kreuzherren-Hospitaliterorden... 


249 


der neuzeitlichen Historiographie enthalten waren, sowie die mündliche Or- 
denstradition. Fibiger erwägt, obwohl mit Zweifeln, die Möglichkeit der 
Berufung des Ordens durch Papst Anaklet 1., den vermutlichen zweiten Nach- 
folger des heiligen Petrus im I. Jahrhundert nach Christi Geburt. Beide 
berufen sich dagegen auf Mitteilungen über die Gründung des Ordens durch 
die heilige Helena anlässlich der Auffindung des Heiligen Kreuzes. Fibiger 
ist nicht sicher, ob der von der heiligen Helena gegründete Orden wirklich 
mit den Kreuzherren identisch war, Tudetius leitet sie dagegen direkt von 
diesem Orden, den er Bethlehemer nennt, ab. Beide Autoren kennen auch 
Mitteilungen über Kämpfe der Kreuzherren gegen Häretiker und Perser, die 
Jerusalem angriffen, und dann über ihre Mitwirkung bei der Eroberung Jeru- 
sa1ems während des I. Kreuzzuges. Gegen Ende des XII. Jahrhunderts soll- 
ten sie zwecks Bekämpfung der Albigenser nach Europa eingeladen worden 
und 1217 nach Prag gekommen sein. In beiden Aufsätzen wird also ein Bild 
des Ordens als Gemeinschaft mit einer sehr langen und schwer rekonstruier- 
baren Geschichte geschildert, die von verehrten Gründern abgeleitet wurde 
und vom Anfang ihres Bestehens an Verdienste in den Kämpfen um den 
Glaubensschutz hatte. Das dargestellte Bild des Ordens begründete zweifel- 
los die Verleihung des Rittertitels an die Gemeinschaft, es wich dagegen 
wesentlich von der wirklichen Geschichte des 1237 in Prag von der tsche- 
chischen Königstochter, der heiligen Agnes, gegründeten Ordens ab 34 . 
Hinsichtlich des Tendenzcharakters bei der Aufsätze, die den Ordensobe- 
ren Argumente zur Unterstützung ihrer Bemühungen um den ritterlichen 
Status des Ordens liefern sollten, ist es empfehlenswert die Frage zu stellen, 
ob diese Legende für augenblickliche Zwecke präpariert wurde oder ob sie 
zur wirklichen Ordenstradition gehörte. Die Kenntnis mancher Fäden dieser 
Legende schon seit Anfang des 16. Jahrhunderts in der außerhalb des Or- 
dens entstandenen tschechischen Historiographie 3s , die also am Prestige die- 
ses Ordens nicht interessiert war, zeugt davon, dass diese Legende schon 
früher im Orden funktioniert hatte und von ihm lange vor der Aufnahme der 
Bemühungen um die Verleihung des ritterlichen Status weit verbreitet wor- 
den war. Es ist also zu behaupten, dass die Legende vom Orden nicht für die 
Bestätigung seiner Ansprüche auf den ritterlichen Status erfunden wurde, 
sondern eher die Kultivierung der Legende die Kreuzherren zu den Bemü- 
hungen um die Erreichung dieses Status inspirierte. 
Die hier dargestellten Denkmäler der Ordenshistoriographie zeigen das 
interessante Verhältnis der Orden zur eigenen Tradition. In allen Orden ist 
das Streben deutlich, geschichtliche oder mindestens geistige Beziehungen 
zu den Aposteln und möglichst ehrwürdige Gründer vorweisen zu können. 
Wichtige Elemente sind für alle Autoren auch das Kreuzzeichen an den
>>>
250 


Maria Starnawska 


Ordenskleidern und die wunderbaren Umstände der Ordensentstehung (Of- 
fenbarung des Heiligen Geistes, Auffindung des Heiligen Kreuzes). Interes- 
sant ist auch das Verhältnis der Ordensautoren zur Tradition über die Her- 
kunft des Ordens aus Jerusalem. Während die Chorherren des Heiligen Grabes 
hinsichtlich ihrer Genese auf diese Tradition nicht verzichten können, wird 
sie von den in Europa gegründeten Chorherren des Heiligen Geistes und 
Kreuzherren willkürlich betrachtet, indem sie von dieser Tradition absehen 
oder sich auf sie berufen, abhängig von den aktuellen Bedürfnissen des 
Ordens. Die hier signalisierten Probleme weisen darauf hin, dass weitere 
Forschungen zur neuzeitlichen Ordenstradition interessante Ergebnisse lie- 
fern können. 


Übersetzung: Beata G6rska 


Anmerkungen 


I M. Starnawska, Mifdzy Jerozolimq a Lukowemo Zakony krzyiowe na ziemiach pol- 
skich w !rellniowieczu, Warszawa 1999, S. 23-253: dies.. Crusade Orelers on Polish Lands 
during the Middle Ages. Adaptation in a Peripheral Environment, Quaestiones Medii Aevi 
Novae 2 (1997). S. 137-142. 
2 Zo Budkowa, RocUlik miechowski. Studia Zr6dtoznaweze, 5 (1960), S. 119-135. 
3 Zum Beispiel: A. Krawczyk. Hi.ftoriograjia krytycUla. Formowanie sif nowoiytnej 
postawy naukowej w polskim pismiennictwie historycUlym XVII w., Lublin 1994, S. 112- 
-122, 137-144; Z. P
ekowski, MiecMw. Studium z dziej6w miasta i ziemi miechowskiej do 
roku 1914, S. 357; J. Sossalla, Przyczynki do historii krzyiowc6w z czerwonq gwia:.dq, 
Nasza Przeszto
t 23 (1966), So 199-200. 
· A. Bassaeus Seebresinensis, Epitome xenodochii. Cracoviae 15700 
5 H. E. Wyczawski. Nakielski Andrzej. in: Polski Slownik BiograficUlY. Bdo 22. Wroclaw 
1977. S. 468-469; S. Nakielski, De sacra antiquitate el slatu ordinis canonici Custodum 
Sacrosancti Sepulchri Domini Hierm'olymitani, Cracoviae 1625; ders., Miechovia, Craeo- 
viae 1634. 
6 F. C. A. Fuehsz, Series dominorum praepositorum Nissensium ordinis sanclissimi 
sepulchri cum eluplici rubea cruce, hrsg. v. G. A. StenzeI, in: Scriptores rerum silesiacarum, 
Bd. 2, Breslau 1839, S. 382-461. 
7 J. Sossalla, Przyczynki do historii krzyiowc6w (wie Anm. 3). So 220--221. Die im 
Staatsarchiv in Breslau verwahrte Handschrift ist während des Krieges verloren gegangen 
(Informationen von DT. Roman Stelmaeh), es hat sich dagegen ein anderes Exemplar im 
Hauptstaatsarchiv in Prag erhalten. AZ. RU, Inv. 16, Karto 35, fase. 6, NT. 4, seT. 15. 
a Sossalla, przyczynki elo historii krzyiowcow (wie Anm. 3), S. 200; Bibliothek der 
Breslauer Universität, Handschrift IV Q 215. 
9 H. E. Wyczawski. Basaeus Wojciech ze Szczebrzeszyna, in: Slownik polskich te%- 
g6w kalolickich, hrsg. v. derso, Bd. I, Warszawa 1981, S. 120; derso, Nakielski Andrzej (wie 
Anm. 5), S. 468; J. Sossalla, przyczynki do historii krzyiowcow (wie Anm. 3), S. 220--222. 
10 Nakielski, De sacra antiquitate (wie Anm. 5), S. 5; derso, Miechovia (wie Anm. 5), 
K. 2-3v; Wo Urban, Lubieriski Maciej, in: Polski Slownik BiograficUlY, Bd. 18, Wroctaw 
1973, S. 491; Wyezawski, Nakielski Andrzej (wie Anmo 5). S. 468.
>>>
Das Bild der Kreuzherren-Hospitaliterorden... 


251 


11 Wyczawski, Nakielski Andrzej (wie Anm. 5), S. 468. 
12 Nakielski, Mieehovia (wie Anm. 5), S. 7; derso, De sacra antiquitate (wie Anm. 5), 
S. 5; ders., Basaeus Wojciech ze Szczebrzeszyna (wie Anm. 9). s.1200 
I) Krawczyk. Hi,
toriografia krytyczna (wie Anm. 3), S. 52-64. 
14 Ebd.. So 7-8; Ho Barycz. Barok, in: Historia nauki po/skiej, hrsg. v. B. Suchodolski, 
Bd. 2, Warszawa 1970, S. 181-182. 
15 Krawczyk, Historiografia kr)'tyczna (wie Anm. 3), S. 10-11, 112-122, 137-144; Barycz, 
Barok, (wie Anm. 14). So 181. 
I. Bassaeus Scebresinensis. Epitome xenodoehii (wie Anmo 4), BI. A 11. 
17 Sossallla, przyczynki do historii krzyiowc6w (wie Anm. 3), S. 216-224. 
18 Stamawska, Crusade Orders (wie Anm. I), S. 121-122. 
19 Nakielski, De sacra antiquitate (wie Anm. 5). So 20 (Jakob von Vitriaco), S. 21 
(Johannes Nauclerus), S. 22 (Johannnes Lucidus). 
20 Ebdo. S. 13-230 
21 Nakielski, Miechovia (wie Anm. 5). S. 14; derso. De sacra antiquitate (wie Anmo 5). 
S. 120, 133-138. Über Jaksa: Z. Pitat, Fundator i fundacja klasztoru boiogrobcow w 
Mieehowie, in: Boiogrobey w Polsce, Miech6w-Warszawa 1999. So 12-43; J. Bieniak. 
Po/ska elita polityczna XII WO, cz, 1Jl A, in: Spoteczefrstwo Polski sredniowiecznej. Zbi6r 
studiow, hrsg. v. S. K. Kuczynski, Bd, 4, Warszawa 1990, So 153-160; J. Rajman, Dominus 
- comes - princeps. Studium olaksach w XII wielll. Studia Historyczne, 33 (1990). So 347- 
-369; M. Gtadysz, Zapomniani krzyiowcyo Polska wobec ruehu krucjatowego w Xli-Xlii 
wieku, Warszawa 2002, S. 1Ofr.115. 
22 Nakielski. Mieehovia (wie Anm. 5). S. 48, 50. 53, 54. 71-79. 86. 88. 131-133. 144- 
-145. 159-163, 168-170,235,238.242; ders., De sacra antiquitate (wie Anm. 5), S. 21, 
73-78,88-92, 113. 115. 116-117, 118-123.137-143. 
2] Krawczyk, Historiograjia krytycma (wie Anmo 3), S. 178-182, 226-230, 338-347. 
24 Starnawska, Mi
dzy lerozolimlJ a Lukowem (wie Anmo 1), S. 228-282; M. Tobiasz, 
Boiogrobcy w Miechowie (w 800-lecie sprowadzenia zakonu do Polski), Nasza Przesztost 
17 (1963), S. 45-56. 
25 J. J. Kope
. Mfka Pafrska w kulturze religijnej polskiego sredniowiecza. Studia nad 
pa.
yjnymi motywami i tekstami litllrgicznymi, Warszawa 1975, S. 271-274; H. Piwonski, 
Liturgia wielkopiqtkowa w boiogrobc6w. Archiwa. Biblioteki i Muzea Koscielne 43 (1981). 
S. 268-280; Starnawska, Mifdzy lerozolimq a Lukowem (wie Anm. I), S. 167-168; Pitat. 
Fundator i fundacja (wie Anm. 21), S. 37-39. 
26 A. Bassaeus Scebresinensis. Epitome xenodochii, BI. C-C III v. 
'l7 Ebd.. BI. C IV-D IV. 
28 Ebd., BI. F IV-G I. 
29 Ebd., BI. B IIIIvo 
]0 Ebd., BI. K IV-K Vo 
)1 B. Rano, O.
pitalieri di San Spirito, in: Dizionario degli Istituti di Perfezione, Bdo 3. Roma 
1976. Sp. 996, 999, 1007; K. Antosiewicz. Duchacy. in: Encyklopedia katolicka, Bd. 4, Lublin 
1983, Sp. 299. 
]2 P. Helyot, Histoire des Ordres monastiques, religieux et militaires et des congragati- 
ons siculiers de l'un et de l'autre sexe, qui ont Itl itablies jusqua prisent, Bd. 2, Paris 
1714. So 195-198, 205-206; Ao Mendo, De ordinibus militaribus, Lugduni 1667, S. 13. 
]] K. Antosiewicz, Konslylucje zakonu Dllcha Swiflego de Saxia w Pol.
ce (1220-1823), 
Roczniki Humanistyczne 34 (1986), S. 61.
>>>
252 


Maria Stamawska 


)4 Magistri Vratislaviensis Michaeli Fibiger Dissertatio Prima de Ortu et Progressu 
Ordini nostri de anno 1706. Hauptstaatsarchiv in Prag, AZ. fud inw. 16, kart. 35, fase. 6, nr 
4, sero 15; Antonius Tudetius, Epitome Historic:a Sacri Militaris Ordinis Cruc:igerorum cum 
rubea stella, Bibliothek der Breslauer Universität, Handschrift IV Q 215. 
]
 P: Vo B
lohlävek, P. J. Hradec. Dejiny ceskych kfiio\lnikü s cervenou h\lezdou. Praha 
1930, S. 16-17; V. Häjek z Libotan, Kronyka welka, Praha 1541 [Reprint Praha 1819], K. 
222v; J. F. Beckovsky, Poselkyne starych pfibihU ceskych, T. 1, Praha 1700, S. 357.
>>>
ORDINES MILITARES - COLLOQUIA TORUNENSIA HISTORICA XIII - 2005 
SELBSTBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS DER GEISTLICHEN RITTERORDEN 


Udo Arnold (Bonn) 


Die Sicht des Deutschen Ordens im 16. bis 18. Jahrhundert auf 
seine Anfänge 


Ein Vorbericht' 


Der Deutsche Orden erlebte im 16. Jahrhundert einschneidende Verän- 
derungen. Als Folge der miJitärischen Auseinandersetzungen des preußi- 
schen Ordenszweiges mit Polen-Litauen verlor er 1525 das nach dem Zwei- 
ten Thomer Frieden noch verbliebene Preußen und gleichzeitig seinen 
Hochmeister, Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Knapp vier Jahrzehnte 
später wiederholte sich der Vorgang in Livland unter Landmeister Gotthard 
Ketteler. Es blieb nur der Zweig im Hl. Römischen Reich deutscher Nation 
erhalten, der sich aus den Wirren des Zusammenbruchs und der Konfessi- 
onsgegensätze als trikonfessionelle Institution unter einem katholischen 
Deutschmeister konsolidieren konnte. Der Preis für diese Konsolidierung 
war die enge Anlehnung an das habsburgische Kaiserhaus, das als Lohn seit 
dem ausgehenden 16. Jahrhundert für gut vier Jahrhunderte das Amt des 
Meisters als Pfründe zur Versorgung jüngerer Söhne beanspruchte2. 
Mit dieser Entwicklung wurde der Ordenszweig im Reich auch der ei- 
gentliche Traditionsträger der mittelalterlichen Ordensgeschichte. Sehr deut- 
lich läßt sich das an der Historiographie ablesen J . Im Mittelalter war Preu- 
ßen das Zentrum der Deutschordenschronistik gewesen. Livland trat dahinter 
zurück, und innerhalb des Reiches können wir erst Ende des 15. Jahrhun- 
derts von einer Ordensgeschichtsschreibung reden. Ihre Wirkung war jedoch 
recht unterschiedlich. Die im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts in der 
Ballei Franken entstandene "Chronik der vier Orden von Jerusalem", für 
unsere Fragestellung eigentlich zentral, hatte keinerlei Ausstrahlung in die 
folgende Zeit 4 . Anders dagegen die ebenfalls im letzten Jahrzehnt des 15. 
Jahrhunderts in der Ballei Utrecht entstandene "Jüngere Hochmeisterchro- 
nik", deren Wirkung nicht zuletzt durch ihren Rückfluß nach Preußen und
>>>
254 


Udo Amold 


ihren dadurch gegebenen Einfluß auf die dortige Landesgeschichtsschrei- 
bung des 16. Jahrhunderts erheblich WaF. 
Beide Chroniken unterschieden sich jedoch in einem wesentlichen An- 
satz von der preußischen und livländischen Historiographie. Mußten sie für 
die Ordensgeschichte sehr wohl auf preußische Überlieferung zurückgreifen, 
weil es im Deutschen Reich keinen entsprechenden historiographischen Tra- 
ditionsstrang gab, so konnte jene Überlieferung im Reich aber nicht genü- 
gen. Aufgrund der dort weitgestreuten Besitzstruktur des Ordens bedurfte es 
für die Historiographie ebenfalls eines weiteren Horizontes, der Chronist 
mußte sich auch anderen Einflüssen und Quellen öffnen. Das Ergebnis war 
eine noch stärkere theologische Überhöhung der Ordensgeschichte als unan- 
tastbarer Teil der Heilsgeschichte. In Preußen sehen wir dies vor allem bei 
Peter von Dusburg und ihm folgend Nikolaus von Jeroschin - ansonsten 
intensiver in theologischen Handschriften wie der Apokalypse mit ihren 
entsprechenden Illustrationen 6 -, in Livland wäre die Ältere Livländische 
Reimchronik zu nennen. Die Situation als Orden wie auch das untrennbare 
Verwoben sein von weltlicher und geistlicher Sphäre ließ eine solche Chro- 
nistik verständlicherweise im Gewande der Gesta Dei per Ordinem Theuto- 
nicorum auftreten; damit bildete sie "die Grundlage der staatlichen Ideologie 
und der Anerkennung der eigenen Werte"7. Im Reich bestand die Notwen- 
digkeit der ideologischen Überhöhung infolge der Konkurrenz anderer Insti- 
tutionen noch stärker als in Preußen und Livland. 
Die "Chronik der vier Orden von Jerusalem" zentriert den Deutschen 
Orden auf die hl. Stadt, allerdings in ihrer ambivalenten Existenz als irdi- 
sches und himmlisches Jerusalem. Die damit gegebene Überhöhung gilt 
ebenfalls für den Orden, er erscheint über die politischen Wirren der Gegen- 
wart herausgehoben, geradezu sakrosankt. Die "Jüngere Hochmeisterchro- 
nik" hat einen ganz ähnlichen Ansatz. Auch sie sieht den Orden als Teil der 
Heilsgeschichte, bei Noah beginnend und mit dem Hl. Land verbunden. 
Beide Chroniken entstanden unabhängig voneinander, sie fußen teils auf 
denselben - preußischen - Quellen, und sie vertreten denselben Anspruch 
einer überhöhten Sicht auf den Orden als Teil des göttlichen Heilsplanes. 
Sie dürften somit die Vorstellung der Ordensbrüder im Reich von ihrer 
eigenen Position widerspiegeln. die über die politischen Wirren der Zeit 
hinausgehoben werden mußte, umso mehr, je weniger reale Macht zur Ver- 
teidigung dieser Position existierte. Dies unterscheidet die Ansätze in Preu- 
ßen und im Reich und bietet gleichzeitig die Basis für die Folgeentwicklung. 
Die Botschaft war einfach und eindeutig. Der in seinem Bestand durch 
Territorialisierung seines Streubesitzes seitens der Fürstentümer stark ge- 
fährdete Orden bedurfte der Aura der Unantastbarkeit infolge seiner Einge-
>>>
Die Sicht des Deutschen Ordens... 


255 


bundenheit in das gesamtchristliche Heilsgeschehen, um im politischen Ta- 
gesgeschäft zu überleben. Die Chronistik bot dazu eine Argumentationshil- 
fe. Die historiographisch untermauerte Abwehrfunktion einer Chronik, wie 
wir sie bereits bei Peter von Dusburg in den 20er Jahren des 14. Jahrhun- 
derts für den preußischen Ordenszweig sehen, wiederholte sich am Ende des 
15. Jahrhunderts im Reich und blieb als Grundtendenz erhalten, da sich die 
Umstände für den Orden eher verschlechterten als verbesserten. Allerdings 
hatten die chronistischen Ansätze des ausgehenden 15. Jahrhunderts im Reich 
keine unmittelbare Nachfolge; es sollte erst im letzten Viertel des 17. Jahr- 
hunderts zu einer Fortführung kommen. Dann aber verbanden sich Wort und 
Bild miteinander, auch hinsichtlich der Gründungsepoche des Ordens. 
Neben der Chronistik, die einen Eindruck der mentalen Grundhaltung im 
Orden, gepaart mit politischen Nützlichkeitsvorstellungen vermitteln kann, 
gab es die offizielle Sichtweise, wie sie Regeln und Statuten des Ordens 
vermitteln. Noch galt die Regelfassung, die 1442 unter Konrad von Ellrichs- 
hausen im Marienburger Generalkapitel beschlossen worden war und einen 
restaurativen Rückgriff auf die erste überlieferte Regel aus der Mitte des 13. 
Jahrhunderts bot 8 . Erst unter dem ersten habsburgischen Hochmeister Maxi- 
milian von Österreich wurde 1606 eine grundlegende Neufassung erarbeitet, 
die in weiten Teilen auch über die Umwandlung des Ordens im 19. Jahrhun- 
dert hinaus Gültigkeit behielt 9 . Sie griff jedoch nicht ein in die bisherigen 
Vorstellungen über die Ordensanfänge, der mittelalterliche Prolog der Statu- 
ten wurde wörtlich - wenngleich in modernem Deutsch - übernommen 1 °. Er 
wurde allerdings durch einen Nachsatz ergänzt, der ältere päpstliche und 
kaiserliche Urkundenfol1Tlulierungen wiederholt und zeigt, worauf es im 
Selbstverständnis des Ordens ankam: die Ritter sahen sich als athletae Dei 
in obsequio crucifixi ferventes et robustos (glühende und starke Krieger 
Gottes in Gehorsam gegenüber dem Gekreuzigten), nominis Christiani et 
ecclesiae catholicae pugiles (Kämpfer im Namen der Christenheit und der 
katholischen Kirche), plantulam et facturam imperatorum (Pflanze und Ge- 
schöpf der Kaiser), milites Jesu Christi in sanguine gloriosi martyrÜ strenue 
dimicantes pro Romano imperio et pro domo Israel se murum exponere non 
formidantes, et in proprio sanguine pallia sua rubricantes (Soldaten Jesu 
Christi, die im Blut des glorreichen Martyriums kräftig streiten und sich 
nicht fürchten, sich für das Römische Reich und für die Heimat Israel als 
Schutzwall zur Verfügung zu stellen und ihre Mäntel im eigenen Blut zu 
röten)lI. Bezeichnend ist, daß genau diese Formulierungen, um weitere ver- 
mehrt, in der Chronik Venators 1680 wieder aufgegriffen werden'z, Es ist 
dieselbe Form der Überhöhung, wie wir sie in der Chronistik des ausgehen-
>>>
256 


Udo Amold 


den 15. Jahrhunderts sahen und die den Orden in seiner heiligen Aufgabe 
unantastbar machen sollte. 
Dabei mußten für die Regelneufassung 1606 nicht unbedingt neue men- 
tale Wege beschritten werden. Hatte doch bereits das Generalkapitel von 
1577 in Neckarsulm eindeutig formuliert, wie sich der Orden selber sah: wie 
der Orden nun nach 400 Jahren als ein Hospital zu uff- und unterhalt allen 
des Teutschen Adels und sonst keiner andem Nation wider Unglaubige zu 
streiten gest
fft worden. In ihm hätten etliche hunderte Jahre so viele vor- 
nehme namhafte Geschlechter sich erhalten und noch erhalten können 13. 
Deutlicher hätte die Vorstellung vom Orden als Versorgungsinstitut des deut- 
schen Adels kaum formuliert werden können, und die Auswahl der an den 
Prolog angehängten Zitate, deren Herkunft aus einzelnen Urkunden nachzu- 
weisen sicher reizvoll wäre, zeigt, welche Seite der Ordenstradition nun- 
mehr entscheidend geworden war. 
Hatten bereits mittelalterliche theologische Handschriften manchmal sze- 
nische Abbildungen enthalten, so hielten heraldische Darstellungen seit der 
"Jüngeren Hochmeisterchronik" immer deutlicher Einzug in der Historio- 
graphie. Sie war die erste gewesen, die der nach Abfolge der Hochmeister 
gegliederten Darstellung Wappenabbildungen beigegeben hatte, also Text 
und Wappenbild miteinander verband '4 . Reine Wappenreihen der Hochmei- 
ster waren handschriftlich allerdings schon etwas früher bekannt 's . Vor al- 
lem in der im 16. Jahrhundert besonders blühenden preußischen Chronistik 
finden wir die Wappenbeigabe in Handschriften wie in Drucken l6 . 
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem allgemeinen Amtswappen des 
Hochmeisters gewidmet. Es handelt sich um ein Kompositwappen als Grund- 
wappen mit Ehrenstücken und besteht aus einem schwarzen Balkenkreuz 
auf silbernem Grund, dem ein goldenes Krückenkreuz oder Jerusalemkreuz 
mit Lilienenden aufgelegt ist. Auf einem goldenen Herzschild liegt ein schwar- 
zer, heraldisch rechtsblickender Adler auf, der staufische Reichsadler. Die 
Verwendungsform eines solchen Wappens war ursprünglich die Schildzier, 
an der man den gerüsteten Amtsträger im Kampf erkennen konnte. Später 
wurde es als Mantelkreuz, Halskreuz und Brustkreuz bis hin zur Frackmi- 
niatur des 20. Jahrhunderts getragen 17 . Das Brustkreuz, das bei der Regelre- 
form von 1606 noch eine Silberumrandung des Balkenkreuzes erhielt, in der 
Form unmittelbar nach der Regelreform zeigt Abbildung 1. 
Eine der frühesten Überlieferungen finden wir auf den inneren Türflü- 
geln der Marburger Elisabethkirche 1s (Abb. 2). Auch wenn nicht mit Sicher- 
heit gesagt werden kann, daß sie bei der Gesamtweihe der Kirche 1283 
fertiggestellt war, läßt der Bauzustand des Gesamtbaues zum Weihezeit- 
punkt dies doch vermuten. Dabei ist das Fehlen der Lilienenden interessant,
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Venator, 1680
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Lilienkreuzes durch König Ludwig den Heiligen von Frankreich, kurz nach 1740; 
ehern. Kommende Sterzing, Südtirol
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Abbo ) O. Entstehung des Hochmeisterwappens; Deckenstuck, 1741-1743; Pfarrhaus 
St. Leonhard im Passeier, Südtiro)
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Die Sicht des Deutschen Ordens... 


257 


eine schlüssige Erklärung steht noch aus. Auf jeden Fall ist eindeutig, daß 
das beschriebene Kompositwappen des Hochmeisters sich bis zum Ende des 
15. Jahrhunderts, als die "Jüngere Hochmeisterchronik" entstand, herausge- 
bildet hatte. Benutzung eines Wappens und dessen Erklärung ist jedoch 
zweierlei. Gerade die Form des Kompositwappens verlangte nach einer Er- 
klärung, und die finden wir als eigenständigen Text des Verfassers in der 
"Jüngeren Hochmeisterchronik": Papst Coelestin III. (+ 1198) hatte dem 
Orden das schwarze Kreuz auf weißem Schild gegeben, König Johann von 
Jerusalem verlieh 1219 das goldene Krückenkreuz als Auflagekreuz, Kaiser 
Friedrich 11. gab den goldenen Herzschild mit dem Reichsadler hinzu, schließ- 
lich ergänzte Ludwig IX. (der Heilige) von Frankreich 1250 das Wappen um 
die vier Lilienenden'9. 
Die frühe Verwendung des Kompositwappens wird aus der Marburger 
Kirchentür deutlich. Noch älter, d.h. vor 1271, ist ein Modelstein zu datie- 
ren, der neben einem Schild mit Reichsadler auch die Lilie enthält (Abb. 3). 
Die Model ist zur Herstellung heraldischer Zier benutzt und am Hochmei- 
stersitz Montfort gefunden worden 20 . Es kann also an der frühen Form des 
Kompositwappens nicht gezweifelt werde. Wie kam es im 13. Jahrhundert 
zustande? Urkundliche Verleihungen, wie die "Jüngere Hochmeisterchro- 
nik" sie für Ludwig den Heiligen nennt 21 , hat es mit Sicherheit nicht gege- 
ben. Die Erklärung der Entstehung ist im Prinzip recht einfach, wenn auch 
nicht quellen mäßig belegbar. Der Orden war ein Kreuzzugsorden; alle diese 
Orden führen ein Kreuz in ihrem Wappen, das schwarze Kreuz hebt sich 
vom mühsam gegen die Templer erkämpften weißen Mantel am besten ab 
und ist ein gutes Erkennungszeichen. Jerusalem wurde vom Orden stets 
betont, nicht als Gründungsort, aber als ideelles Zentrum 22 , womit das Krük- 
kenkreuz erklärbar wird. Der Reichsbezug ist aus der frühen Entwicklung, 
in der der Orden auf dem Wege zu einem thüringisch-staufischen Hausorden 
war), nur zu bekannt und dürfte sehr früh zur Übernahme des Reichsadlers 
als Herzschild geführt haben. Auch die Lilien sind offensichtlich bereits früh 
ins Wappen gekommen, jedoch nicht als fleurs de lys und damit Zeichen der 
französischen Könige, sondern in ihrer ursprünglichen Bedeutung als Mari- 
ensymbol, war die Gottesmutter doch die erste Patronin des Ordens 24 . Diese 
symbolischen Bezüge entsprechen durchaus denen, die im Prolog der Regel 
zur Begründung des Ritterordens hergestellt wurden 25 . Doch schon 1326, in 
der Chronik Peters von Dusburg, wurde trotz des starken Bezugs Peters zu 
symbolischen Erläuterungen diese Symbolik nicht mehr angesprochen, son- 
dern wurden Kreuz und Reichsadler verliehen, also ein personalisierter Vor- 
gang konstruiert 26 . Von daher war es natürlich, daß die "Jüngere Hochmei- 
sterchronik" in Kenntnis der Überlieferung Peters auch die übrigen
>>>
258 


Udo Amold 


Wappen teile verleihen ließ und damit eine Tradition schuf, die Jahrhunderte 
wirksam war. 
Im Gegensatz zu einer symbolischen Ableitung ließ sich die personali- 
sierte Wappenentstehung sowohl verbal als auch bildlich hervorragend aus- 
schmücken. Die verbale Ausschmückung geschah durch besondere Erzäh- 
lungen oder gar Verse über die jeweilige Wappenvermehrung, die bildliche 
durch szenische Darstellungen. Noch ist unklar, wo die ausschmückende 
Verbaldarstellung, die Verse oder die szenische Darstellung jeweils ihren 
Ausgangspunkt nahmen, da die bisherigen Editionen fast nur den Text im 
Auge hatten und solche Beigaben nicht oder nur unzulänglich erwähnen, 
somit also eine neuerliche Sichtung der handschriftlichen Überlieferung nö- 
tig ist. Aus der preußischen Chronistik kennen wir die Verse z.B. in den 
Drucken von Georg Ranis 1564 27 , Johann Daubmann 1566 28 und Caspar 
Hennenberger 158429; sie stellten quasi historiographisches Allgemeingut 
dar. Die szenische Darstellung dagegen, oftmals mit einer ausführlicheren 
Verbaldarstellung, teilweise sogar gereimt, ist ein Spezifikum der ordensei- 
genen Überlieferung im Reich. Sie erfuhr weiteste Verbreitung und prägte 
die Vorstellungen über die Frühzeit des Ordens nachhaltig. 
Den Ursprung dieser Form kann ich derzeit noch nicht einmal vermuten. 
Seit kurzem ist mir ein großformatiges Ölgemälde in Privatbesitz bekannt, 
das - wenn die Datierung um 1500 wirklich zutreffen sollte, was ich derzeit 
noch bezweifle - die älteste Darstellung wäre (Abb. 4). In mehreren Szenen 
wird die Wappenentstehung gezeigt entsprechend den Einzelteilen: schwar- 
zes Kreuz auf weißem Grund (Papst), goldenes Krückenkreuz (König von 
Jerusalem), Herzschild mit Reichsadler (Kaiser), Lilienenden (französischer 
König). Besonders wichtig ist jedoch die zentrale Darstellung des Zuges 
gepanzerter Ritter, jeweils mit ihrem Wappenschild geschmückt. Während 
die Rüstungen historisierend dargestellt sein könnten und daher weniger 
geeignet sind als Datierungs- und Lokalisierungsanhalt, muß die besondere 
Aufmerksamkeit den Wappen gelten. Alle zeigen die in der Neuzeit übliche 
Form des Ritterwappens, das dem einfachen, an den Enden leicht ausgestell- 
ten Ordenskreuz aufgelegte Personalwappen. Die vollständige Bestimmung 
der Wappen steht noch aus, doch sind jetzt schon Fragen möglich. Das erste 
Wappen ist das der Familie Bassenheim, aus der nach Ansicht der ältesten 
Wappenreihen der Hochmeister Ende des 15. Jahrhunderts Hochmeister 
Heinrich Wal pot stammen soll30. Das dritte Wappen entspricht dem Her- 
mann von Salza zugeschriebenen 31 , wenngleich seitenverkehrt. Auch das ist 
noch unverdächtig, im Gegensatz zum vierten Wappen, das der Familie 
Stadion zugehört. Dabei muß nicht unbedingt an den Hochmeister des 17. 
Jahrhunderts gedacht werden, gab es doch bereits vor ihm Familienmitglie-
>>>
Die Sicht des Deutschen Ordens... 


259 


der im Orden 31 . Das neunte Wappen könnte das der Wolkenstein-Rodeneck 
sein und verwiese damit auf das Ende des 16. Jahrhunderts 33 . Nach vollstän- 
diger Identifizierung aller Wappen wird sich die Entstehungszeit des Gemäl- 
des besser datieren lassen als anhand der meines Erachtens keineswegs zwei- 
felsfreien kunsthistorisch-stilistischen Überlegungen. Auf jeden Fall ist eine 
Datierung vor dem 16. Jahrhundert nicht möglich. Die Lokalisierung darf - 
mit aller Vorsicht - in den Süden des Römischen Reiches vorgenommen 
werden, also in das neuzeitliche Kerngebiet des Ordens. Es zeigt jedenfalls 
die Grundvorstellung des Ordens für das 16. bis 18. Jahrhundert, daß in 
seiner Frühzeit alle entscheidenden Gewalten seine "Paten" waren: Papst, 
Kaiser, König von Jerusalem, französischer König 34 . 
Diese Vorstellung wurde grundlegend und diente - wie die verbale Über- 
höhung in Chronistik und neuer Regel - nicht nur dem eigenen Selbstver- 
ständnis, sondern in noch höherem Maße der Außendarstellung. Der Buch- 
druck bot dazu inzwischen hervorragende Möglichkeiten. Während Jakob 
Schrenck von Notzing im Auftrag Hochmeister Maximilians im Umfeld der 
neuen Regelgestaltung bis 1612 eine umfangreiche, noch handschriftliche 
Historia ordinis equestris hospitalis s. Mariae theutonicorum verlaßt hatte, 
die mit zahlreichen, bislang nicht untersuchten kolorierten Federzeichnun- 
gen versehen ist 3S , wurden wenige Jahre später Vorbereitungen für eine wohl 
im Druck geplante Chronik getroffen, wovon sich ein Doppelfolioblatt mit 
vier kolorierten Zeichnungen erhalten hat mit der Darstellung der Entste- 
hung des Hochmeisterwappens 36 (Abb. 5). Auch diese Überlieferung ist bis- 
lang nicht untersucht. 1622 erschien dann das ebenfalls nicht ausgewertete, 
mit Abbildungen geschmückte Gedicht Vom Anfang des Deutschen Ordens 
von Hanns Christoph Pappus, Hochmeister Karl von Österreich (1619-1624) 
gewidmet. Es enthält eine Reihe von Abbildungen, die die Wappenentste- 
hung illustrieren 37 . 
Die Sicht auf die eigenen Anfänge als von den entscheidenden Mächten 
des christlichen Erdkreises gefördert war innerhalb des Ordens zu Beginn 
des 17. Jahrhunderts offensichtlich allgemein verbreitet, verbunden mit der 
schon im Mittelalter immer stärker betonten, überhöhenden Vorstellung von 
der Einbindung in den göttlichen Heilsplan. Die zusätzliche Übertragung 
dieser Vorstellung auf den Außenbereich erwies sich als in der Zukunft 
gerne genutzte Aufgabe. Schriftlich wie bildlich kam ihr Johann Kaspar 
Venator, Direktor des Mergentheimer Priesterseminars und engster Berater 
des Hochmeisters in theologischen und ordensrechtlichen Fragen in seinem 
1680 erschienenen Historischen Bericht vom Marianisch Teutschen Ritter- 
Orden nach 38 . Nachdem ein Jahr zuvor der am Gymnasium Academicum im 
preußischen Thorn lehrende Christoph Hartknoch die Chronik des Peter von
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260 


Udo Amold 


Dusburg in der richtigen Erkenntnis ihres bedeutenden Quellenwertes ediert 
hatte 39 , war Venators Bericht die erste gedruckte, von einem gegenwärtigen 
Ordensmitglied verfaßte Ordens geschichte, die für über ein Jahrhundert das 
Geschichtsbild des Ordens prägte. Er kannte die bisherige chronistische 
Überlieferung aus allen drei Ordenszweigen gut. So übernahm er selbstver- 
ständlich die Wappenbeigaben für die Hochmeister, teilweise mit aus der 
preußischen Drucküberlieferung bekannten Fehlern, aber auch die Darstel- 
lungen zur Entstehung des Hochmeisterkreuzes (Abb. 6). Durch Auflagen- 
höhe, Bedeutung und Singularität seines Werkes war endgültig die weite 
Verbreitung dieser Sicht gewährleistet. 
Von nun an gab es kaum eine Ordensniederlassung, in der nicht das 
Gründungsprogramm den Brüdern, vor allem aber auch den Besuchern vor 
Augen geführt wurde, als Gemälde, Wandfresko, Tapisserie, Supraporte oder 
Deckenstuck. Befördert wurde dies auch dadurch, daß seit dem ausgehenden 
17. Jahrhundert, nachdem die Balleien und Kommenden die Schäden und 
finanziellen Folgeleistungen des 30jährigen Krieges überwunden hatten, fast 
überall im Orden eine lebhafte Bau- oder Umbautätigkeit festzustellen ist40. 
Für die Phase repräsentativer Ausgestaltung der Ordensniederlassungen kam 
die Vorlage Venators gerade recht. Ihre Bedeutung kann daran ennessen 
werden, wie viele solcher Darstellungen bis heute noch erhalten sind, trotz 
aller Verluste in Bausubstanz und Ausstattung. Eine Auswahl mag das ver- 
deutlichen: In der ehemaligen Ordensburg Busau!Tschechien im dem Hoch- 
meister unmittelbar unterstehenden Meisterturn ist ein Ölgemälde unbestimm- 
ter Herkunft aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit der Verleihung des 
Jerusalemkreuzes erhalten; es gehörte sicher zu einem kompletten Zyklus 
(Abb. 7t'. In Altshausen, der ehemaligen Landkommende der Ballei Elsaß- 
Burgund und dem heutigen Sitz des königlichen Hauses Württemberg, zei- 
gen vier auf Leinwand gemalte Supraporten aus dem 18. Jahrhundert den 
gesamten Zyklus (Abb. 8)42. Die ehemalige Kommende Sterzing der Ballei 
An der Etsch und im Gebirge (Bozen) in Südtirol weist den Zyklus als 
Wandfresko aus der Zeit kurz nach 1740 auf (Abb. 9)43, das Pfarrhaus der 
Deutschordenspfarre St. Leonhard im Passeier in Südtirol, bis heute im Or- 
densbesitz, kennt ihn als Deckenstuckatur aus der Zeit von 1741-1743 (Abb. 
10)44. 
Diese Sicht auf die Ordensanfange, festgemacht am Hochmeisterwap- 
pen, blieb Standardgut des Ordensbewußtseins. Noch der sehr kritische Or- 
densritter Wilhelm Eugen Josef Frh. de Wal, der nach Venator bedeutendste 
Ordenshistoriograph am Ende des 18. Jahrhunderts 45 , nimmt die Verleihung 
des Ordenskreuzes, des Jerusalemkreuzes, des Reichsadlers und der Lilien 
als feste Tatsachen an 46 . Erst der Ordensarchivar Beda Dudik lehnte 1858
>>>
Die Sicht des Deutschen Ordens... 


261 


eine Verleihung der Lilien ab, während er alles andere akzeptierte, wenn- 
gleich nicht nachweisen konnte 47 . Die Vorstellungen der "Jüngeren Hoch- 
meisterchronik" vom ausgehenden 15. Jahrhundert blieben also prägend für 
das Ordensbewußtsein bis weit ins 19. Jahrhundert hinein, verbunden mit 
der mittelalterlichen Idealisierung des Ordensritters, wie wir sie in den schrift- 
lichen Quellen in reicher Zahl finden - eine ideologisch überhöhte Sicht zum 
Zweck der Abwehr politischer Tagesprobleme. 


Anmerkungen 


I Die folgenden Ausführungen bieten einen ersten Einblick in einen Forschungskom- 
plex. der noch vieler Ergänzungen bedarf und mich weiterhin beschäftigen wird. Trotzdem 
sei dieser Vorbericht gegeben in der Hoffnung auf weitere ergänzende Hinweise für Mate- 
rial und Interpretationo 
2 Als kompakte und anschauliche deutschsprachige Gesamtdarstellung der Ordensge- 
schichte hat der Katalog der Jubiläumsausstellung Nümberg 1990 immer mehr den Rang 
eines Handbuchs bekommen: 800 Jahre Deutscher Orden. Ausstellung des Germanischen 
Nationalmuseums Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Internationalen Historischen Kom- 
mission zur Erforschung des Deutschen Ordens, hrsg. v. Go Bott und U. Arnold. Güterslohl 
München 1990. Alle jüngeren Erscheinungen nehmen ihn als Grundlage - oder geben es 
zumindest an. Die anschließend erschienenen Gesamtdarstellungen von W. Sonthofen (19901 
95), F. Kurowski (1997), G. Schreiber (2003) und U. Ziegler (2003) erfüllen dagegen noch 
nicht einmal den Anspruch, den man an eine populärwissenschaftliche Veröffentlichung 
erhebt. Das gilt ebenso für die französische Darstellung von H. Bogdan (1995, 1998 auch in 
Italienisch erschienen). Aus einer Sendereihe des Bayerischen Rundfunks ging das Buch 
von H.-U. Engel (1990) hervor. Z. Kowalska unternahm eine populäre polnische Darstel- 
lung (1996). Als neue Überblicksdarstellungen für ein breiteres Publikum sind dagegen 
empfehlenswert K. Toomaspoeg, HÜtoire de.f Chevaliers Teutonique. Paris 2001 (nur für 
das Mittelalter. mit Nachweisen), U. Arnold. L'Ordine Teutonico - una viva reDlta, Lana 
2001, W. Urban, The Teutonic Knigths. A Military History. London und Pennsylvania/US 
2003 (nur für das Mittelalter) und U. Amold. Deutscher Orden 1190-2000. Baunach 20040 
] Normalerweise steht bei diesem Thema P r e u ß e n im Zentrum; vgl. O. Engels, Zur 
Historiographie des Deutschen Ordens im Mittelalter, Archiv für Kulturgeschichte 48 (1966). 
So 336-363; U. Arnold. Geschichtsschreibung im Preußenland bis zum Ausgang des 16. 
Jahrhunderts, Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 19 (1970), S. 74- 
-126; ders., Lande.fbeschreibungen Preußen.f. in: Lande.fbe.fchreibungen Mitteleuropas vom 
15. bis 17. Jahrhundert. Vorträge der 20 internationalen Tagung des "Slawenkomitees" ... 
1980, hrsg. v. H.-B. Harder (Schriften des Komitees der Bundesrepublik Deutschland zur 
Förderung der Slawischen Studien 5), Köln1Wien 1983, S. 79-123; H. Boockmann, Die 
Geschichtsschreibung des Deutschen Ordens. Gattungsfragen und "Gebrauchssituationen ", 
in: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewußtsein im späten Mittelalter, hrsg. v. H. Patze 
(Vorträge und Forschungen 31), Sigmaringen 1987, S. 447-469; To Jasiiiski, Najstarsze 
kroniki i roczniki krzyiackie dotyczqce Prus (Poznanskie Towarzystwo Przyjaci61 Nauk. 
Wydzial Historii i Nauk Spolecznych. Prace Komisji Historycznej 52), Poznan 1996. Zu 
Einzelfragen und dem Problem einer Neuedition annalistischer und chronistischer preußi- 
scher Quellen vgI. in jüngerer Zeit die Arbeiten von J. Wenta. besonders Studien über die
>>>
262 


Udo Arnold 


Ordensgeschichtsschreib"ng am Beispiel Preußens (Subsidia historiographica 2), Torun 2000. 
Für Livland sind zu nennen No Angermann, Die mittelalterliche Chronistik, in: Geschichte 
der deutschbultischen Geschichtsschreibung, hrsg. VO G. v. Rauch, Köln 1986, S. 3-20 
(Überblick bis 1500, dabei nicht nur die aus dem Orden hervorgegangenen Chroniken be- 
rücksichtigend) und A. Frhr. von Taube, "Der Untergang der livländischen Selbständig- 
keit": Die livländische Chroni!'tik des 160 Jahrhunderts, in: ebd., So 21-41. Für den Orden 
im Reich nur U. Amold, Deutschordenshistoriographie im Deutschen Reich, in: Die Rolle 
der Ritterorden in der mittelalterliclren Kultur, hrsg. v. Z. H. Nowak (Ordines militares 111), 
Torun 1985, S. 65-87. 
4 Zuletzt edien von U. Amold, in: Scriptores rerum Prus.ricarum, Die Ge.rchichtsquel- 
len der preußischen Vorzeit. Bd. VI, hrsg. v. W. Hubatsch, bearb. VO U. Arnold, mit einer 
Einleitung von E. Maschke, FrankfurtlMain 1968. S. 106-164. 
, Edien von Tho Hirsch, in: Scriptores (wie Anm. 4), Bd. V. hrsg. v. dems., M. Töppen 
und E. Strehlke, Leipzig 1874 (Neudruck FrankfunlMain 1968), S. 1-148 (erster Hauptteil); 
Archieven der Ridderlijke Duitsche Orde. Balie van Utrecht, hrsg, v. J. Jo de Geer tot 
Oudegein, Bd. I, Utrecht 1871, S. 244-258 (anschließender, die Ballei Utrecht bis 1492 
betreffender Teil). 
6 Vgl. Heinrich von Heslers Königsberger Apokalypse, Handschriften der Biblioteka 
GI6wna UMK Torun, rkp 64 und 44; Heinrich von He.rler: Apokalyp.re. Nach der Danziger 
Handschrift hrsg. Vo K. Helm (Deutsche Texte des Mittelalters VIII). Berlin 1907; To Herr- 
mann, Der Bildschmuck der Deutsc'h-Ordem'apokalypsen Heinrich von Heslers (Veröffent- 
lichungen aus der Staats- und Universitätsbibliothek zu Königsberg Pr. 3), Königsberg 1934 
(mit Abbildungen schwarz/weiß); 800 Jahre (wie Anm. 2), S. 99 f. (mit 3 Farbabbildungen); 
Kalender der UMK Torun auf das Jahr 2001: Apokalipsa, mit hervorragenden Farbaufnah- 
men nach rkp 64, ebenso in: K. G6rski, Zakon Krzyiacki, MaJbork 2003. 
7 Vgl. H. Samsonowicz, Der Deutsche Orden und die Städte in Preußen. Verknüp.fungen 
und Unterschiede im kulturellen Leben, in: Die Rolle der Ritterorden in der mittelalterlichen 
Kultur, hrsg. v. Z. H. Nowak (Ordines militares III), Torurl 1985, S. 7-22, hier S. 14. 
M Druck: Die Statuten des Deutsc'hen Ordens, hrsg. v. E. Hennig, Königsberg 1806; 
vgl. U. Amold. Reformatorskie tendencje w zakonie Krzyiackim w Prusach w I polowie XV 
wiek", Zapiski Historyczne 45 (1980), S. 595-606; ders., Reformansätze im Deutschen Or- 
den während de.r Spätmittelalter.r, in: Reformbemühungen und Observanzbestrebungen im 
spätmittelalterlichen Ordenswesen. hrsg. v. K. Elm (Berliner historische Studien 14 = 
Ordensstudien VI), Berlin 1989, S. 139-152. 
9 Druck: Sammlung der neuesten Regeln. Statuten und Verwaltungsvorschriften des 
Deutschen Rittemrtlens, Wien 1840, So 70--155 (weitere Drucke im folgenden Titel, Anm. 
33); vgl. U. Amold, Regelentwicklung und Türkenkriege beim Deutschen Orden, in: Dienst 
für die Geschichte. Gedenkschrift fÜr Walther Hubatsch. hrsg. v. M. Salewski und Jo Schrö- 
der, Göttingen 1985, So 25-40, auch in: Die Regeln des Deutschen Ordens in Geschichte 
und Gegenwart, hrsg. v. E. Volgger. Lana 1985. S. 125-146; U. Gasser, Umarbeitung des 
Ordensbuches durch Hochmeister Maximilian I. im Jahre 1606 und die Entwicklung bis ins 
190 Jahrhundert, in: ebd., S. 103-124; H. Noflatscher, Glaube, Reich und Dynastie. Maximi- 
lian der Deutschmeister (/558-1618) (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen 
Ordens 11), Marburg 1987. So 274-2780 
10 Sammlung (wie Anm. 9), S. 70 f. 
11 Ebd., S. 72.
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Die Sicht des Deutschen Ordens... 


263 


12 Vgl. J. C. Venator, Historischer Bericht vom Marianisch Teut.fchen Ritter-Orden, 
Nümberg 1680, So 25 f.; zu Venator vgl. unteno 
13 Vgl. zu den Kapitelverhandlungen Zentralarchiv des Deutschen Ordens Wien, Gr.Kap. 
717/6-11; danach Venator (wie Anm. 12). S. 455-457; J. Voigt. Geschichte des Deutschen 
Ritter-Ordens in seinen zwölf Balleien in Deutschland, Bd. 2. Berlin 1859, S. 219-226; Ho 
H. Hofmann, Der Staat des Deuts(:hmeisters (Studien zur Bayerischen Verfassungs- und 
Sozialgeschichte II1), München 1964, S. 228-230, das Zitat dort S. 229. 
14 Vgl. Abbildung der Textseite zu Hochmeister Konrad von Thüringen (1239-1240) in 
800 Jahre (wie Anm. 2), So 41 (schwarz/weiß) und U. Amold u.a.. Ritter und Priester. Acht 
Jahrhunderte Deutscher Orden in Nordwesteuropa, Ausstellung der Landkommanderij AI- 
den Biesen ... [Aiden Biesen] 1992, II1.8.7. (farbig). 
15 Vgl. A. B. E. von der Oelsnitz, Herkunft und Wappen der Hochmeister des Deut- 
schen Ordens 1198-1525 (Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und west- 
preußische Landesforschung I). Königsberg 1926. So 9-40. 
10 Vgl. U. Amold, Studien zur preußischen Historiographie des 16. Jahrhunderts, Bonn 
1967. 
17 Vgl. 800 Jahre (wie Anm. 2), So 356 f. mit Abbildungeno 
.1 VgI. dazu Jo Michler, Die Elisabethkirche zu Marburg in ihrer ursprünglichen Far- 
bigkeit (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 19), Marburg 1984, S. 
248-254, Abb. 70 (schwarz/weiß) und Tafel 7 (farbig)o 
19 Jüngere Hochmeisterchronik (wie Anm. 5), S. 92, 61. 
2"Vgl. B. Dean. A Crusader's Fortress in Palestine. AReport of Explorations made by 
the Museum 1926, The Bulletin of the Metropolitan Museum of Art. New York. Jahrgo 
1927, Teil 2, So 1-46. hier S. 32-34 mit Abb. 38; H, Nickel. About Some Heraldic Frag- 
ments Found at Castle Montfort/Starkenberg at 1926, and the Arms of the Grand Master of 
the Teutonic Knights, Metropolitan Museum Journal 24 (1989), S. 35-46 mit Abb. 5-9; 800 
Jahre (wie Anmo 2), S. 16 f. mit Abb. 
21 Wie Anm. 19, S. 92. 
22 Vglo Go Müller, Jerusalem oder Akkon? Über den Anfang des Deutschen Ordens 
nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung, Bad Münstereifel 21989, S. 12-140 
23 Vgl. H. Boockmann, Der Deutsche Orden. Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte. 
München 41994 (Erstauflage 1981), S. 52; ders.. Die Bedeutung Thüringens lind Hessens für 
den Deutschen Orden, in: Die Rolle der Ritterorden in der Christianisierung und Kolonisie- 
rung des Ostseegebiete.r, hrsg. von Z. H. Nowak (Ordines militares I), Torun 1983, S. 57- 
68, hier S. 63; ihm bin ich gefolgt in: Uo Amold. Der Deutsche Orden zwischen Kaiser und 
Papst im 13. Jahrhundert. in: Die Ritterorden zwischen geistlicher und weltlicher Macht im 
Mittelalter, hrsg. v. Z. H. Nowak (Ordines militares V), Toruii 1990, S. 57-70, hier S. 62; 
unter erweiterter Fragestellung ders., Der Deutsche Orden - ein stau fischer Hausorden?, in: 
Der Deutsche Orden in Europa (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst 23). Göp- 
pingen 2004. S, 10-28, hier S. 18-24. 
24 Der hl. Georg dürfte erst nach der Umwandlung in einen Ritterorden 1198 als Patron 
notwendig geworden und daher hinzugekommen sein. hat allerdings schon vor der Kanoni- 
sation und Translation der dritten Ordensheiligen Elisabeth von Thüringen 1235 und 1236 
eine wichtige Rolle für den Orden gespielt; vgl. Uo Arnold. Georg im Deutschen Orden bis 
zur Regelreform im 17. Jahrhundert, in: Sankt Georg und sein Bilderzyklus in Neuhaus/ 
Böhmen (JindNchüv Hradec). Historische. kunsthistorische und theologische Beiträge, hrsg. 


..........
>>>
264 


Udo Amold 


v. E. Volgger (Quellen und Studien zur Geschichte des Deut'ichen Ordens 57), Marburg 
2002, S. 161-171, hier S. 162 f. 

 Vgl. Die StatuTen des Deutsc:hen Ordens. hrsg. Vo Mo Perlbach, Halle 1890. S. 22-260 
26 Vg1. Peter von Dusburg, Chronicon Terrae Prussiae, hrsg. VO M. Toeppen, in: 
Scriptores (wie Anmo 4), Bd. I. Leipzig 1861 (Nachdruck FrankfurtlM. 1965), S. 21-219, 
hier S. 32. 
27 [G. Ranis], Kurtzer Auszug, Der Ankunfft, Regirung, und lebens, Aller Hohemeister 
Deutsches ordens in Preussen. Elbing 1564. 
21 J. Daubmann. Chronica. Kurtzer Auszug der Preussischen Chronicken. Königsberg 15660 
29 [c. Hennenberger], Kurtze und ein/eltige Beschreibung, aller Hohemeister Deutsches 
Ordens So Mariae, des Hospitals zu Jerusalem. etco, Königsberg 1584; hier als Beispiel 
zitiert der zu Konrad von Thüringen ebd. fo1. Cc n verso gestellte Vers über die Verleihung 
der französischen Lilien: Ich König Luclwig zu Franckreich! Hab gegeben willigleich! Von 
meinem Waffen die Li/yen vier/ Diesem Schild zu grosser ziero Die seinerzeit noch falsche 
Datierung der Hochmeisteramtszeiten - Konrad von Thüringen 1240-1252 -ließ das Verlei- 
hungsdatum 1250 unter diesem Hochmeister zu. 
](1 Vgl. von der Oelsnitz (wie Anm. 15). S. 43 f. 
]1 Vgl. ebd., S. 47 f. 
]2 Vg1. Regesta historico-diplomatica Ordinis S. Mariae Theutonicorum 1198-1525. 
Pars. I, Vo1. 2. bearb. v. Eo Joachim. hrsg. VO W. Hubatsch. Göttingen 1950. Nr. 17539: 
Walther v. Stadion als Bruder in der Ballei Etsch 1490; ebd. Ne. 18190: derso als Komtur v. 
Schlanders, Ballei Etsch; ebd. Nr. 18389: Hans v. Stadion als Ritter (des Ordens?) Anfang 
16. Jahrhundert; Zentralarchiv des Deutschen Ordens Wien. Ri 376 Nr. 1732: Bartholomäus 
v. Stadion 15150 
3JVg1. Zentralarchiv des Deutschen Ordens Wien, Ri 444 Nr. 2091: Veit von Wolken- 
stein (-Rodeneck) 1574; 800 Jahre (wie Anmo 2), S. 171: Ulrich von Wolkenstein-Rodeneck 
1584. 
34 Die Studien hierzu sind seit meinem Vortrag im Herbst 2003 weitergekommen und 
dürften eine abweichende Datierung zur Folge haben. sie benötigen aber noch eine genauere 
Fundierung. 
]
 Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, HBV 77; vgl. 800 Jahre (wie Anm. 
2), S. 257. 
]6 Staatsarchiv Ludwigsburg B 241 n Bü 68; vgl. 800 Jahre Deutscher Orden. Die 
Kap/enburg. Vom Adelssitz zwn Deut.vchorden,vschloß (Ausstellungskatalog), Stuttgart 1990. 
S. 26 f. 
]7 H. Ch. Pappus. Vom An/ang des Deutschen Ordens, Wien 16220 
]1 J. C. Venator, Hi.vtorischer Bericht vom Marianisch Teutschen Ritter-Orden, deß 
Hospitals Unser lieben Frauen zu Jerusalem. Nürnberg 1680. 
]9 Petri de Düsburg Ordinis Teutonici Sacerdotis Chronicon Prussiae, cum Anonymi 
cuju.vdam Continuatione, alijsque Antiquitatibu.v Prussicis, hrsg. Vo Chr. Hartknoch, Frank- 
furt/Leipzig 1679. 
4U Vg1. Baukunst und Bauharulwerk des Deutschen Ordens in Südwestdeutschland im 
18. Jahrhundert. Baupläne-Karten-Ansichten, bearbo v. A. Seiler und D. Bader, Ludwigs- 
burg 1981 (Ausstellungskatalog); H. M. Gubler. Johann Caspar Bagnato 1696-1757 und 
das Bauwesen des Deutschen Ordens in der Ballei Elsaß-Burgund im 180 Jahrhundert. Ein 
Barockarchitekt im Spannungs/eid von Auftraggeber, Bauorganisation und künstlerischem 
Anspruch, Sigmaringen 1985.
>>>
Die Sicht des Deutschen Ordens... 


265 


41 Vgl. 800 Jahr
 (wie Anm. 2), S. 259 f. 
42 Vgl. Kreuz und Schwerto Der Deutsche Orden in Südwestdeutschland, in der Schweiz 
und im Elsaß. Mainau 1991 (Ausstellungskatalog), S. 140. 
43 Vgl. F.-H. von Hye. Auf d
n Spur
n d
s Deutschen Ordens in Timl. Ein
 Bild- und 
Textdokumentation, Bozen 1991. S. 249-251. 
U Vgl. ebd., So 280-282. 
45 Zur Person vgl. Deutschordenszentralarchiv Wien, Ri 421 Nr. 1966: B. Dudik, D
s 
hohen Deutschen Ritterordens Münz-Sammlung in Wien, Wien 1858 (ND als Quellen und 
Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 6) Bonn 1966, So 61, Anm. 5: Amold, Deutsch- 
ordenshistoriographie (wie Anmo 3). S. 83 f.: 800 Jahre (wie Anm. 2), S. 260 f.: Ritter und 
Prie.fter (wie Anmo 14). S. 246 f.; Mo Van der Eycken. Ridders. priesters 
n ZU.fters van de 
balije Biesen (/220-1809), in: Leden van de Duitse Orde in de balije Biesen (Bijdragen tot 
de geschiedenis van de Duitse Orde in de balije Biesen 1), Bilzen 1994, S. 11-188, hier S. 
154 f. 
4to [G. Eo J. de Wal], Histoire de l'Orde TeUlonique, Bd. I, ParislRheims 1784, S. 465 f. 
47 Vgl. Dudik (wie Anm. 45), S. 59-64. 


Abbildungsnachweis: 
Internationale Historische Kommission zur Erforschung des Deutschen Or- 
dens: Abb. I, 3, 6-8; Michler (wie Anm. 18): Abb. 2; Privatbesitz: Abb. 4; 
800 Jahre Deutscher Orden. Die Kapfenburg (wie Anm. 36): Abb. 5; Hye 
(wie Anm. 43), S. 251, 281: Abb. 9-10.
>>>
......l1lI....
>>>
Geographisches Register 
von Pawel A. Jeziorski und Krzysztof K wiatkowski 


A 


Afrika 67 
Akkon 18-19, 27, 30, 37, 77, 139, 
144, 153, 175, 197,224, 236. 238, 
263 
al-Aqsa 23 
Alemania - s. Deutschland 
Alfambra 64 
Alpen 240 
Altenbiesen 17 
Amalfi 103 
Amiens 44 
Amposta 27 
Antiochia 38, 45 
Apulien 228, 236-238 
- Deutschordensballei 225. 238 
Aquitanien 31 
Arag6n 26-27, 32, 38, 54, 61-63. 
66-67 
Ascheraden. Komturei 218 
Ase 6, 61 
Avignon 71, 73, 139, 142, 145, 149, 
194 


Ä 


Ägäis 181, 183, 194 


Ägypten 63,66, 104, 191,214,217 


B 


Baierburg, Burg 134 
Balga 1I6-117 
Balkan 200 
Baltikum 13, 127, 131, 181 
- s. auch: üstsee 
Barcelona 24, 59. 66-67 
Barletta 236 
Basel 69 
Bayern 119 
Belvoir, Burg der Johanniter 238 
Berkshire 100 
Berlin 150 
Biesen, Deutschordensballei 265 
Birgelau (Bierzglowo) 232 
Bisharn 100 
Blagay 209 
Bodrum, Schloss 86, 89, 190 
Bourgogne 41 
Bozen, Deutschordenskommende 260 
Böhmen 44, 74, 172, 190, 203, 
210-211 
Brabant 42 
Brandenburg 74, 118, 189, 197, 
231-232
>>>
268 


Brattian 14 
Braunschweig 146-147, 153 
Breslau (Wroclaw) 77, 243, 245, 250 
Britain - s. England 
Bruer 95, 100 
Brügge 224 
Budafelhevlz 205 
Burton 42, 
Busau, Deutschordensburg 260 


C 


Cammin, Bistum 44, 
Cardona 190 
Castilla 66 
Catalonia 38 
Ceccano 148-149 
Cervera 66 
Chartres, Bistum 45 
Christburg (Dzierzgoo), Burg 119, 
121, 124, 171 
Citeaux, Abtei 30 
Clermont 48-49 
Cologne - s. Köln 
Corbins 32, 62 
Coron 85 
Crac des Chevaliers, Burg 93, 107 
Cressac 93 
Cresson 23-24 
Csurg6 206, 212 
Cyprus 62 


D 


Dalmatien 209 
Danzig (Gdaosk) 185-186, 223 
Deutsches Reich - s. Deutschland 
Deutschland 20, 34, 38, 44, 54, 
70-71. 73-74, 77, 79,97, 121, 
125, 128, 133, 
141, 147, 178, 211, 221, 253-255, 
258-259, 262-265 
Dodekanes 181, 185, 190 


Doesburg 116 
Drw
ca, Fluss 20 
Dubicza 210, 212 
Dublin 58 
Durbe, Fluss 117 
Dünaburg, Komturei 214 


E 


Egypt - s. Ägypten 
Cice 201 
Elbing (ElbhU
) 185, 232, 236 
Elsaß 71 
Elsaß- Burgund, Deutschordensballei 
260, 264-265 
England 27-28, 31,40-42,57, 82-84, 
88,94-95,99-100, 107-110, 112, 
211 
- Britain 87, 97 
- British Isles 96, 100, 106 
Essex 39, 41 
Esztergom 211-212 
Etsch, Deutschordensballei 260, 264 
Europa 10, 16, 20, 33,48, 70-71, 74, 
79. 111-112. 122. 128, 130, 
134-137, 142, 160-161, 165-166, 
196, 206, 209, 211-212, 224, 228, 
239, 243-245, 247-250, 261, 263 


F 


Fellin 215-216 
Festland 190 
Flandern 39, 42 
Franconia 94, 96, 107, 109 
Franken, Ballei der Johanniter 71-72, 
74, 77, 80 
Franken, Deutschordensballei 253 
Frankrcich 24, 40, 53-55, 57, 77, 98- 
-99, 102, 107, 112, 165, 241, 257 
Frauenburg (Frombork) 233 
Friesland 73-74 


-...4..
>>>
G 


Gardeny 26 
Garway 94, 97 
Gaules 40 
Geismar 134 
Georgi sancti mons, in Preußen 240 
Geramszentbenedek, Kloster der 
Benediktiner 211 
Germany - s. Deutschland 
Gnesen (Gniezno), Erzbistum 44, 243 
Goletta 85 
Gollub (Golub) 13, 239 
Gower 97, 109 
Göppingen 148 
Granada 60-61, 64 
Graoena 62 
Greifswald 134 
Griechenland 17, 107, 193-194 
Großpolen (Wielkopolska) 243 
Gryfia - s. Greifswald 
Gurk, Bistum 44 
Gwent 94, 97 
Gyant, Priorat der Johanniter 206 


H 


Hainaut 42 
Halston 84 
Hattin 23, 37, 56 
Hautmont, Abtei 35 
Heiliges Land 8-9, 30, 31, 37, 48-49, 
51-52, 56-57, 62, 70, 110, 136, 
139, 160, 166, 168, 184, 190, 228, 
236-238. 240, 243, 246-248. 254 
Heimbach 71, 75 
Herefordshire 94, 97, 109 
Hessen 241, 263 
Holy Land - s. Heiliges Land 
Hungary 97, 109 


I 


269 


Ile-de- France 54 
India 104 
Inflanty - s. Livland 
Ireland 87-88 
Israel 255 
Italien 54, 95, 97, 104, 107, 133, 228, 
237-238 
Italy - s. Italien 


J 


Jasz6, Sitz der Johanniter 211 
Jerusalem 10, 23, 28, 30, 37-39, 
41-43,45,51, 56, 79, 81, 94, 96, 
104, 106-107, 109-112, 143, 
151-153, 190-192, 197, 209, 211, 
222, 228-229, 239, 246-247, 
249-251, 253-254, 257, 263-264 
- Königreich 31, 183, 238, 257-259 
Jerwen 215-216 
Jordan 238 


K 


Kalisch (Kalisz) 248 
Kandau 215 
Kapfenburg 264 
Karkus 215 
Karolingerreich 224 
Kaunas 129 
Kemey 97 
Klein Pulkau (Male Pulkowo) 13 
Koblenz 149 
Konstanz 69, 178 
Köln 105, 113 
Königsberg 20, 121, 124, 185, 187, 
224-225, 240-241 
Köln 149 
Krakau (Krak6w) 245, 248 
Kroatien 209-210 
Kujavien 243 
Kulm (Chelmno) 100, 160, 185, 236 
Kulmerland 20, 121, 234
>>>
270 


Kurland 194, 217, 224 


L 


Langein 149 
Llld, Abtei 221 
Lekno (Lekno), Abtei 221 
Urida 66 
Liege 42 
Lincolnshire 95, 100 
Litauen 134, 168, 177-178, 229, 235, 
253 
Little Maplestead 29 
Litwa - s. Litauen 
Livland 13-14, 20, 149, 159, 194, 
213, 215-218. 222, 224-225, 236, 
241,253-254, 262 
- Livonia 221-222 
Lochstedt 239 
London 43, 88, 100 
Lotharingen 107 
Lucera 237 
Ludwigsburg 264 
Luxembourg 42 
Lübeck 236 
Lüttich 149 


L 


Luk6w 79, 250-251 


M 


Madrid 24 
Magdeburg 121 
Maggio 108 
Mainz 149 
Malabar 112 
Malbork - s. Marienburg 
Mallorca 32, 190 
Malta 17, 24, 82-83, 87-88, 101, 105, 
108, 111-112, 197 


Marburg ]8, 92, 127. 149, 211, 233- 
234, 236, 240-241, 256-257, 263 
Marienburg (Malbork) 13, 18-21, 93, 
97, 107-108, 115, 153, 175, 185, 
191, 224, 228-236. 238-241, 255 
Marienwerder (Kwidzyn) 92 
Marmoutier, Abtei 44 
Marqab, Schloss 93, 107 
Masuren 166 
Mähren 44, 210 
Mesopotamia 104 
Medina 10 1 
Mendola 16, 106 
Mergentheim 141, 147, 149, 197, 259 
Merseburg 164 
Metz 93 
Mewe (Gniew) 219 
Miech6w 243-245, 247, 250-251 
Miravet, Schloss 60, 61, 65-66 
Mittelmeer 13,51, 101, 141, 
148-150, 193, 238 
Modena 95, 106 
Modon 85 
Moliano 148 
Montbellet 93 
Montenegro 111 
Montfort (Starkenberg) 257, 263 
Montpellier 247 
Murcia 61 
München 197 


N 


Naiße (Nysa) 243-244, 250 
Narva 215, 217 
Navarra 30 
Neapel 184 
Neckar 256 
Neuschloss 215 
Niederlanden 74, 79 
Nikopolis 172 
Northumbria 100 
Nowe Miasto nad Drw
1l 20
>>>
Noyon 34 
Nursia 162 
Nürnberg 20; 149, 189,217,261 


o 


Occitania 111 
Oliwa 122 
Orbäsz 210 
Orleans 31 
Orlow (Orlowo) 221 
Orte 32 
Os(see 20, 161, 166, 168, 171, 174, 
177, 239-240 
Oxford 109 
Österreich 74, 79 


ö 


Österreich 140-141, 255 
Oxford 194 


p 


Pakrac, Priorat der Johanniter 206 
Palästina 104, 139, 228, 243, 248, 263 
Palermo 237-238 
Paris 35, 41, 43-45, 53, 99, 101, 175 
Passau, Bistum 44 
Passier, Pfarrhaus des Deutschen 
Ordens 260 
Pernau 215 
Perugia 93, 107, 206-208, 212 
Petiiscola 62 
Piacenza 95 
Pistoia 54 
Plowce, Schlachtfeld 167 
Polen 18,44, 74. 134, 139. 166-167, 
178, 243-248, 250-251, 253 
- Königtum 243 
Polska - s. Polen 
Pomesanien 179 
Pommerelln 13, 73, 166 


,J..- 


271 


Pommern 74, 189, 243 
Pommersfelden 211 
Prag 149, 245, 249-250 
Preußen (Prusy) 6, 12-15, 17-21, 92, 
107, 115, 116, 118, 121-125, 
127-137, 196, 146, 149, 152-153, 
155, 166, 168, 170, 172-173, 
176-177, 179, 181, 185-189, 189, 
192-193, 195-196, 221-222, 224, 
227-229, 233, 237,239-241, 
253-254, 261-262, 264 
- Deutschordensland 195, 241 
Preußenland - s. Preußen 
Provence 184 
Prussia - s. Preußen 
Prusy - s. Preußen 


Q 


Quednau 117 


R 


Rabat 111 
Ragnit, Burg 119.231 
Reich - s. Deutschland 
Reichenau 8 
Reims 240 
Reval (Tallinna) 215-218, 222, 224 
Rheinland 74, 141, 147, 149, 237 
Rheden (Radzyo), Burg 118, 227, 231, 
234, 236-237, 241 
Rhodes - s. Rhodos 
Rhodos, Insel 6, 17, 21, 70, 75-77, 
83-87,97, 100, 107, 111, 
181-186, 189-190, 192-195 
- Stadt 183, 192 
Riga 139-140, 143, 145-146, 148, 
166, 215, 221-222 
Rimini 185, 195 
Rom 70, 77, 150,247 
Rostock 134 
Rörchen 34
>>>
272 


Rzesza Niemiecka - s. Deutschland 


s 


Sachsen 74 
Safad, Schloss 108 
Salzburg, Erzbistum 44 
Samaiten 235 
Samland 115 
Sandomir (Sandomierz) 248 
Saphet 93 
Sartowitz 100 
Schlanders, Burg des Deutschen 
Ordens 264 
Schlesien 74, 243, 245, 250 
Schwaben 74 
Schweiz 73, 265 
ScIavonia 202-203, 210 
Siena 108 
Signy 43 
Sizilien 38, 111, 222, 228, 237-238 
Slawonien 209 
Sonenburg, in Livland 215 
Sonnenburg (Sloosko) Herrenminister- 
ium der Johanniter 197 
Sopron 206-208, 212 
Sorbonne 108 
Spanien 24, 27, 41, 60, 67 
St. Gilles 30 
Steiermark 74 
Sterzig, Deutschordenskommende 260 
Straßburg 71, 73, 75, 77 
Stuttgart 264 
Südtirol 260 
Szana 210 
Szczebrzeszyn 250-251 
Szekesfehervar 204-208, 2] 1-212 
Szenta 202 


T 


Tannenberg (Grunwald), Schlachtfeld 
167, 172, ]97 


Tarragona 66 
Thorn (Toruo) 5, 6, 21, 141, 185, ]87, 
197,253,259,262 
Thuringia - s. Thüringen 
Thüringen 92, 109, 263 
Toruo - s. Thorn 
Tiber 247 
Tiberiadis - s. Tiberias 
Tiberias (Tiberiadis) 37 
Tirol 265 
- s. auch Südtirol 
Tolsburg 215 
Torda 206 
Tripoli 85 
Tunis 85 
Turkey 89 
Tyr - s. Tyre 
Tyre (Tyr, Tyrus) 37 
Tyrus - s. Tyre 


u 


Ulm 87 
Ungarn 37, 196, 199-203, 205, 
208-210, 212 
Utrecht 79, 116, 253, 262 
Ujudvar 206-208 


v 


Valencia 38, 61 
Valletta 87-88, 104 
Vatican 77 
Venedig 232 
Venice 97, 100, 107 
Vienne 52, 54 
Vrana, Priorat der Johanniter 202, 210 


w 


Wales 97, 105, 109, 112-1 I3 
Wartach, Burg 160 
Wesenberg, Vogtei 214-216
>>>
273 


West Glamorganshire 97, 
Wien 140-141, 146, 195, 263-265 
Westfalen 20, 74, 119, 121, 125,218 
Württemberg 260 
Würzburg, Johanniterkommende 
71-72 


z 


Zala 211 
Zaragoza 66, 
ziemia chelminska - So Kulmerland 
Zypern 24, 107, 193-194
>>>
-..f...
>>>
Personenregister 
von Pawel A. Jeziorski und Krzysztof Kwiatkowski 


In den Anmerku
gen erwähnte moderne Autoren wurden nicht ins Register 
aufgenommen. Die Namen von Autoren im Text wurden kursiv gesetzt. 


A 


Arbusow L. 221 
Agnol0 di Tura, Chronist 57-58 
Ais Amio von, Templer 25, 30, 34-35 
al-Ashraf 30 
Albert, Deutschordensbruder 124 
Albrecht von Brandenburg 188-192, 
196, 253 
Alcaniz Guylerm de, Preceptor von 
Csurg6 212 
Alexander III., Papst 30, 42 
Alighieri Dante 54, 58 
Altenburg Dietrich von, Hochmeister 
des Deutschen Ordens 135 
Althoff G. 165 
Amadeus, englischer Templergroßprä- 
zeptor 42 
Amblard, Templerpräzeptor von 
Aquitanien 31 
d' Amboise Emery, Johanniterbruder 
182 
Ambrosius 150 



 


Ambrosius, Johanniterbruder 204 
Ampurias Hugh of, Templer 62-63 
Anaklet 1., Papst 249 
Andreas, Zimmermann zu Christburg 
121 
d' Angib Roberto 111 
Anjou, Dynastie 203, 207, 209-210 
Anselm vom Mons St. Adelgund, 
Ritter 35 
Antiochus Epiphanes, König 178 
d'Arcy Henry 95, 109 
Aristoteles 175, 238 
Arnold 1., Abt zu ateaux 30 
Arnold U. 11, 13, 220 
Arpaden, Dynastie 201, 203, 207 
Arreblay William of 99 
Arszynski Mo 14 
Asp Armengaud von, Johannitermei- 
ster 38 
Assailly Gilbert von, Johannitermei- 
ster 24 
d' Aubusson Pierre, Johanniterbruder 
182, 184-185, 192
>>>
276 


Augustinus 150, 169-171, 175, 176 
Aureo Capite Theodoricus de - s. 
Goldhaupt Dietrich A verroes 238 
Aylmer George, Johanniterpräzeptor 
zu Halston 84 
AyyObiden, Dynastie 23 
Aziz Suryal A. 42 


B 


Bagnato Johann Caspar 264 
BaIk Hermann, Deutschordensbruder, 
Landmeister in Preußen 191 
Baibars, Sultan 93, 98 
Barbarossa Friedrich, Kaiser 43 
Barber M. 47, 92 
Barres Eberhard von, Templermeister 
27 
Bartolomeus, Bischof zu Sambia 129 
Bassaeus Albert 244-248, 250-251 
Bassenheim, Familie 258 
Battersby Henry 82 
Bazainville Guido von, Templerprä- 
zeptor 31 
Baybars, Sultan 45 
Bayezid 11., Sultan 100 
Beaujeu William of, Templermeister 
45 
Beaumont Raymond de 202 
Beda Venerabilis 142, 150 
Bella 1II., König von Ungarn 37 
Benedikt XII., Papst 70, 77, 140, 143, 
145-148, 149, 151 
Bentheim Stenckel von, Ritter aus 
Westfalen 121, 125 
Berardi Thomas, Templermeister 39. 
42,45 
Beringer Heinrich. Kartäuser 13 
Bernard Guidonis, Bischof 57 
Bernhard von Clairvaux 8, 17, 25, 47, 
49, 54, 98-99, 110, 135, 142, 
170-171, 175 
Bernhardus 150 


Bevercotes Humfrey 83 
Berard Thomas 108 
Berenger Raymond, Johannitermeister 
71 
Biskup M. 8, 141 
Biterolf, Chronist 137 
Bohemund 1II., Fürst v. Antiochia 38, 
45 
Bollandisten 245 
Bonifatius, Papst 54 
Bonomel Ricaut, Dichter 98 
Borchardt K. 96 
BorelI, (Groß)-Präzeptor des Johanni- 
terordens 23, 38 
Borgolte M. 7 
Borst A. 165 
Boswell German, Ritter 82 
Bouillon Godfrey de - s. Boullion 
Gottfried von 
Boullion Gottfried von 94, 246 
BoydelI Roger 89, 
Brandenburg Albrecht von, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens - s. 
Albrecht von Brandenburg 
Brandenburg Otto von, Markgraf - s. 
Otto von Brandenburg 
Braunsberg Konrad von, Johanniter- 
meister 71, 73-76 
Braunschweig Luther von, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens - s. 
Luther von Braunschweig 
Brühaven Bertold von, Königsberger 
Komtur 119-120, 161 
Buridanus, Schreiber 175 
Busseriis Philippus de 110, 
Bynum C. W. 102, 


c 


Caesarius von Heisterbach, Predigt- 
schriftsteller 112 
Cancy Joseph von 42 
Caoursin Guillaume 17, 181
>>>
Cardona, Grafen 190 
Cardona Berenguer of, Templermei- 
ster 61-62, 64 
Cardona Joan de, Johanniterbruder 
190 
Carretto Fabrizio deI, Johannitermei- 
ster 185 
Carew Philip 82 
Cartwright 10 103, 113 
Catilina 44 
Ceccano Annibal de 148-] 49 
Charny Geoffrey of, Chronist 65, 68 
Chateauneuf Wilhelm von, Johannia- 
meister 31 
Cherhill Heinrich von, Johanniterbna- 
der 28, 41 
Clairvaux Bernhard von - s. Bernhlld 
von Clairvaux 
Clasen H.-H. 227 
Classen P. 33 
Clemens III.. Papst 149-150 
Clemens IV., Papst 149 
Clemens V., Papst 139 
Clement IV., Papst 109 
Clement V., Papst 52, 54-55, 57-58 
Coelestin 1II0, Papst 257 
Coggeshall Radulphus de, Chronist 
110 
Coincy Gautier de 112 
Constable G. 24 
CorneiIlan Pierre, Johannitermeister 
184 
Cornuti Baudoin 202 
Cornuti Proven
aI Pierre 202 
CromwelI Thomas 85 
Cunce Heinrich von 118 
Czaja R. 6 


D 


Daniel Robert 86 
Daubmann Johann 258 
Daugeny Robert 84 


277 


David, König 33, 43 
Daccombe Johann 42 
Decius, Kaiser 104 
Dehio G. 228 
Delaville Le Roulx 1. 24 
Delphini Guido, Templerbruder 110 
Detric, Johanniter 212 
Dingley Thomas 85 
Divall R. 111 
Dlugosz Jan. Chronist 134-136 
Dondi C. 91, 95 
Donjon Gottfried von, Johannitermei- 
ster 30 
Donyngton John of 111 
Dorothea of Montau, St. 92-93 
Dreileben Burchard von, Deutschor- 
densmeister von Livland 222 
Dudik B. 260 
Dusburg Peter von - s. Peter von 
Dusburg 
Dusemer Heinrich, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 135 
Dygo M. 11 
Dyonisius ] 50 
Dyve Robert von 27, 41 


E 


Eco U. 230 
Edward L. König von England 31, 41, 
110 
Edward 11., König von England 110 
Eichel Johann von, Komtur von 
Dünaburg 218 
Elemosina John, Chronist 56 
Elias, Präzeptor von Dubicza 212 
Elisabeth Marburg von 13, 18, 92, 94, 
98, 233, 241, 263 
Elisabeth of Thuringia - s. Elisabeth 
von Marburg 
Elm K. 8-10 
Eltz Robin von 222 
Engadius 152
>>>
278 


Engel W. 71 w)l 
Engelko, aus Westfalen, L 
('Ir 
Deutschordensbruder 119 UJ)i 
Eral Girbert, TemplermeistE! 
on 
Spanien 27 
 \. y\u.,5\ ,
 
,\ 
Erasmus von R0tterdam, Humanist 76, 
.. .,..... ':I I ....... I' 
79 ,
u!inn';rlol J,"'J:JO 
Erlichshausen Konrad von, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens, s. " ICl 
Konrad yon Erlichshausen 0 1/'( 
Erlichshausen Ludwig von, Hochmei
 
.i' ster des Deutschen Ordens: si ,a 
Ludwig von Erlichshausen 1 JJ 
Esbeke Jordan Yf;)n, .T
mplerpr
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QT 
von Rörchen 34,. n,)M to 'UrlJOJOO 
Esel Konrad, Komtur zu, Gollub 13 10 
Etzel, Dichter 178 ) 1 15JII'5m"0'3b 
Eugen IV., Papst 69 0--'-: '\ o}," 1 
Euphemia von Chalcedon, Heilige 99 
Euphrosyne, Königin 199 l1JdllJCI 
Ewert A. 109 1011 ,r 'H l
( 
. -, f 


F 


Felben Andreas von, Livlandmeister 
222 
Fernando IV. de Castilla 66 
Feuchtwangen Konrad von - s. 
Konrad von Feuchtwangen 
Fibiger Michael 244-246, 248-249 
Fibonacd Leonardo 238 
Fichtenau H. 26, 33, 43 
Fiorini S. 88 
Fleckenstein J. 158 
Fluvia Antoni, Meister der Johanniter 
184, 195 
Foresta Guido von 41 
Forey A. 10, 24-25, 32 
Forstreuter K. 139-141, 147 
Fossier Lude 44 
Franciscus Pipinus de Bolonia, 
Chronist 58 
Freine Simund de 112 


FreviIle Henry 82 (" 
Friedrich 11, Kaiser 111, 185, 195, 
227, 236-238, 257 
Friedrich, Bischof von Riga 139, .148 
Friedrich der Schöne, Gegenkönig 140 
Friedrich von Sacbsen, Hochmeister 
des Deutschen Ordens 187-189, 
191-192, 214, 223 
Fuchsz Franz Karl 244 
"FuIcherii" Gottfried, Templerbruder 
27, 30 r__j,t
1 
I.r 
Fulgencius 150. J :to 
Fürstenberg Heinrich von, Johanniter- 
prior von Deutschland 34 
III1d1JJlnnbflol ,nov r1 
G 


,dn r1 - 00'1 b " 
Galen Heinrich von, Livlandmeister 
des Deutschen Ordens 221, 223 
Gamier von Nablus 41 
Garrigans Jame
,9,f, Templerbruder 
60, 64, 68 QJ r 
Gaudini Theobald, Templermeister 24 
Geoffroy, Bischof von Amiens 44 
Gerald of Wales, Geistliche 112 
Gerard, Vice-Präzeptor der Johanniter 
207 
Gerhard 238 
Gerhard. Deutschordensbruder 118 
Gerhard von Ridefort, Templermeister 
23-24, 98 
Gesselen Konrad, Thorner Geistliche 
128, 134 
Geza 11., König von Ungarn 199 
Girardi de Fracheto, Chronist 58 
Godfrey of St. Omer 51, 
Goetz H. - W. 7 
Goldhaupt Dietrich, Generalprokurator 
des Deutschen Ordens 149 
Gozon Deodat de, Johannitermeister 
184 
Gorski K. 12 


---1..
>>>
Gragnana Filippo de, Johanniterbruder 
201, 203 
Gragnana Girardo de, Johanniterbru- 
der 201 
Gragnana Martin de, Johanniterbruder 
203 
Gragnana Roladn de, Johanniterbruder 
203 
Gregor VIII., Papst 112 
Gregor IX., Papst 221 
Gregor XI., Papst 70 
Gregorius 150 
Grunau Simon, Chronist 241 
Guardia Raymond of, Templermeister 
60-61,63,65,67 
Guido von Flandern, Graf 39 
Guilbert 49 
Guillaume de Tyr, Chronist 38 
Guillelmi de Nangiaco, Chronist 58 
Gumpoldskirchen Ulrich von, 
Deutschordenspfarrer 139-143, 
145-149, 151, 177 
Guyotjeannin O. 26 


H 


Hagham Adam von 42 
Hagham Benedikt von 42 
Hagham Peter von, Johanniterprior 
41-42 
Hall Thomas 82 
Hamilton B. 17, 38 
Hans von Tiefen - s. Johann von 
Tiefen 
Hartknoch Christoph, Chronist 259 
Heidegger M. 7 
Heidenreich, Bischof von Kulm 221 
Heinrich 11., englischer König 23, 33, 
37, 43, 112 
Heinrich IV., Kaiser 164 
Heinrich, Komtur von Ascheraden 218 
Heinrich dem Teichner 137 


279 


Heinrich Reffle von Richtenberg, 
Hochmeister des Deutschen 
Ordens 188, 223 
Heinrich von Plauen, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 173, 188-191 
Heinrich Reuß von Plauen, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens 188 
Henley Wilhelm von, Johanniterbruder 
28, 41-42 
Hennenberger Caspar 258 
Henry VII., englischer König 83 
Henry VIII., englischer König 85, 88 
Heredia Juan Fernandez de, Johanni- 
termeister 183 
Hermann, genannt Saracenus, 
Deutschordensbruder 117, 121, 
124-125 
Hermann von Salza, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 195, 238, 258 
Herreke Gosvin von, Ordensmeister 
von Livland 222 
Hesler Heinrich von, Priester des 
Deutschen Ordens 229-230, 238, 
262 
Hetherington P. 101, 111 
Honorius 111., Papst 52 
Honstein Heinrich von, Stellvertreter 
des Landmeisters in Preußen 221 
Howden Roger of, Chronist 112 
Hugo von St. Viktor 142, 150 
Hugo von Tiberias, "ehemaliger Herr 
von Tiberias" 37-38 
Hunyadi Z. 97 


I 


Ibn al-FOrat 108 
Innozenz 11., Papst 102 
Innozenz III., Papst 52, 57, 109, 247 
Isembard, Johanniterpräzeptor von 
Akkon 27
>>>
280 


J 


Jakob 11., König von Arag6n 32 
Jakob von Molay - s. Molay Jakob 
von 
Jaksa, Ritter von Polen 246, 251 
James of Vitry 51 
James 11., König von Arag6n 40, 
59-61, 63-64, 66, 68 
Jean de St. Victor 53, 57 
Jeronimus 150 
Jeroschin Nikolaus von, Chronist 146, 
162, 171,254 
Jigou F. 109 
Johann von Jerusalem, König 257 
Johann von Tiefen, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 188, 196 
Johannes XXII., Papst 140, 142, 
148-149 
Johannes, Kanzler des Fürstes von 
Bohemund IlI. 45 
Johannes, Kommendator in Sopron 
207-208 
Johannes, Prior der Johanniter 203 
John of Viktring 54, 57-58 
John of Würzburg, deutscher Geistli- 
che 52, 57 
"Jotse" (Tong?) Robert 85 
Julianus, Johanniterbruder 204 
Jungingen Konrad von - s. Konrad 
von Jungingen 
Jungingen Ulrich von - s. Ulrich von 
Jungingen 


K 


Kapetinger, Dynastie 54-55 
Karl von Österreich - s. Österreich 
Karl von 
Karl Robert, König von Ungarn 200 
Karl von Trier, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 128, 135, 159, 
176 


Katherina of Alexandria, St. 92-94, 
97, 100-101, 103-104, 108, 112 
Ki/arski M. 19 
Kendal John 82 
Kestutis, litauischer Fürst 129-130 
Ketteler Gotthard, Landmeister von 
Livland 253 
King E. J. 200 
Kniprode Winrich von, Hochmeister 
des Deutschen Ordens 129-130, 
135, 187-188, 192-193, 222-223 
Kojler W. 168 
Konrad von Braunsberg - so Brauns- 
berg Konrad von 
Konrad von Egloffstein, Deutschmei- 
ster 14 
Konrad von Erlichshausen, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens 9, 188, 
197, 255 
Konrad von Feuchtwangen, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens 121, 
125 
Kuno von Liebenstein, Vogt zu 
Brattian 14, 20 
Konrad von Jungingen, Hochmeister 
des Deutschen Ordens 188-189 
Konrad von Masowien, Herzog 221 
Konrad von Montferrat, Markgraf 
37-38 
Konrad von Thüringen, Hochmeister 
des Deutschen Ordens 161, 164, 
263-264 
Konrad von Wallenrode, Hochmeister 
des Deutschen Ordens 127-128, 
130. 133, 135, 188 
Konrad Zöllner von Rotenstein, 
Hochmeister des Deutschen 
Ordens 135, 188, 196 
Konstantin der Große, Kaiser 246 
König Ludolf, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 135 
Köningen Engelbrecht Lappe von, 
Voigt von Wesenberg 214, 218 


---1..
>>>
Kuk Guilheml de, Landkomtur von 
Sizilien 222 
Kutzner M. 14, 19, 228-229 
Küchmeister Michael, Hochmeister 
des Deutschen Ordens 188 
Kwiatkowski s. 12, 18, 116, 147 


L 


Labuda G. 115 
Lambton John 89 
Langenstein Hugo von, Deutschor- 
densbruder 95, 108 
Lasarus aus Bethanien 248 
Lastic Jean de, Johannitermeister 181, 
190, 195 
Lawrence, Präzeptor von Sopron 212 
Lentersheim Ulrich von, Deutschmei- 
ster 223 
Leo 1., Papst 150 
Uves Gottfried von, Bischof von 
Chartres 45 
Lombard Peter 157 
Lord E. 94 
Louis, Sankt, König von Frankreich 
98 
Lucas, Johanniterbruder 204 
Lucca Ptolemy of, Chronist 56 
Ludwig 1., König von Ungarn 189, 
202, 207 
Ludwig VII., französischer König 27 
Ludwig IX., König 257, 264 
Ludwig von Bayer, Kaiser 140, 142 
Ludwig von Erlichshausen, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens 188 
Lull Raymond 67 
Lumley 82 
Luther von Braunschweig, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens 135, 
146-147, 153 
Luttrell A. T. 10, 11, 88 
Lüpke H. 44 
Lydeard Thomas of 42 


281 


L 


Lubienski Matthias, Bischof 245, 250 


M 


Maccabaeus Judas 104 
Maier A. 139-140 
Manby Robert von 41 
Marchese Giorgio, Münzmeister der 
Johanniter 181 
Marco S. Johannes von, Kardinalprie- 
ster 225 
Marsh Luke 42 
Matthias Nuewenburgensis, Chronist 
57 
Maulovel Roger 42 
Mayer H. E. 8,41,45 
Map Walter, Chronist, 51, 56 
Margaret of Antioch, Heilige 93 
Martin, Prior der Johanniter 203 
Martin Truchseß von Wetzhausen, 
Hochmeister des Deutschen 
Ordens 188 
Martoni Nicolas de, Notar 111 
Mauriner 245 
Maximilian Österreich von - s. 
Österreich Maximilian von 
Meißen Albert der Burggraf von, 
Königsberger Komtur 119-120 
Merswin Rulman, Finanzier zu 
Straßburg 75, 79 
Middleton William de, Templerbruder 
110 
MignOl Jean 239 
Mi/itzer K. 220 
Molay Jakob von, Templermeister 24, 
32, 62, 64-65 
Moliano Franciscus de 148 
Moncada Peter of, Templermeister 60 
Monmouth Geoffrey of, Kleriker, 
Chronist 113
>>>
282 


Montbard Andreas von, TempIersene- 
schall 27 
Monte Heinrich 121-122 
Moulins Roger von, Johannitermeister 
42 


N 


Nablus Garnier von, Johanniterprior 
von England 27 
Nakielski Andrzej 250-251 
Nakielski 
amuel 244-246, 250 
Nalub, Samländer 117 
Napoleon Bonaparte 111 
Nauclerus Johannes 251 
Neocastro Bartholomew of, Chronist 
56 
Nicholson H. 8-10 
Nikolaus von Jeroschin, Chronist 12, 
137 
Nogent Guibert of 48 
Norbert von Xanten 16 
Notzing Jakob Schrenck 259 
Nowak Z. H. 14, 16 
Nursia Benedikt von 162, 174 
Nussa Terricus von 41 


o 


Odo von St. Amand, Templermeister 
42 
Oiselay Aimo von, TemplermarschaIl 
27 
Orseln Werner von, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 135, 146, 159 
Ottokar 11., König 168 
Otto von Brandenburg, Markgraf 168 


ö 


Österreich Karl von, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 259 


Österreich Maximilian von, Hochmei- 
ster des Deutschen Ordens 255, 
259, 262 


p 


Pappus Hanns Christoph von, Dichter 
259 
Paravicini W. 14 
Paris Matthew, Chronist 52, 56-57 
Passmore Nicholas 82 
Paul von Rusdorf. Hochmeister des 
Deutschen Ordens 9, 14, 20, 188 
Payns Hugh of 51 
Pemberton Robert 83 
Peraut Imbert von 41 
Perugia Giovanni Latini de, Präzeptor 
der Johanniter 207-208, 212 
Perugia Lorenzo de, Präzeptor der 
Johanniter 206 
Peter, Präzeptor der Johanniter 206 
Peter v. Dusburg, Chronist 11-12, 18, 
67, 111, 115, 116-118, 121-125, 
135, 146-147, 153, 155, 161-162, 
169, 171, 173, 177, 234, 240-241, 
254-255, 257, 260, 264 
Peter von Elbing 116, 119 
Pfaffendorf Andreas, Thorner Pfarrer 
15, 21 
Philip, Keiser 104 
Philipp August, König von Frankreich 
43 
Philipp IV. der Schöne, König von 
Frankreich 6, 52-55, 58, 99 
Pietrasch von Klein Pulkau, Ritter 13 
Pins Odo von, Johannitermeister 36 
Pins Roger von, Johannitermeister 
183-184 
Platon 33 
Plauen Heinrich von - s. Heinrich von 
Plauen 
Plessis Philipp von, Templermeister 
30 


---1.
>>>
Polak W. 136 
Policarp, Geistliche 105 
Pollakowna M. 122 
Posilge Johannes von, Chronist 241 
Pray G. 202 
Preti Matteo 104 
Proles Andreas, Augustinereremit 79 
Pycke J. 26 


Q 


Qal1iwOn, Sultan 45 


R 


Radulph de Coggeshall, Chronist 39 
Ranis Georg 258 
Recke Johann van der, Komtur von 
Fellin 216 
Reffle Heinrich - s. Heinrich Reffte 
von Richtenberg 
Regensburg Eberhard of, Chronist 56, 
Reuß Heinrich - s. Heinrich Reuß 
von Plauen 
Revel Hugo, Johannitermeister 39, 45, 
Richard 1., englischer König 37, 39, 
110,112 
Richtenberg Reffte Heinrich von - s. 
Heinrich Reffle von Richtenberg 
Rideford Gerard de - s. Gerhard von 
Ridefort 
Ridefort Gerhard von - s. Gerhard 
von Ridefort 
Robert, "Thesaurarius" 41 
Roger de Houedene, Chronist 37, 43 
Roger von Moulins, Johannitermeister 
23 
Rogge Gottfreid, Livlandmeister 222 
Rudolf von Rheinfelden, Gegenkönig 
163 
Ruhr Luleff Lappe von der, Voigt von 
Wesenberg 214 


283 


Rusdorf Paul von - s. Paul von 
Rusdorf 
Russell Giles 83 


s 


Sachsen Friedrich von - s. Friedrich 
von Sachsen 
SachssenthaI J. 213, 215 
Saguardia Ramon de 66 
Saladin, Sultan 23, 38, 39, 98, 110 
Salisbury John of, Chronist 51, 56 
Sallust 44 
Salza Hermann von - s. Hermann von 
Salza 
Samaya Hugo de, Templerbruder 110 
San Justo Peter of, Kommandeur zu 
Granena 62 
San Marcial Berenguer, Kommandeur 
zu Asc6 61 
Sancho VII., König von Navarra 30 
Sandford Richard 85 
Santifaller L. 25 
Sarnowsky J. 6, 8-9, 70, 147, 224 
Saunsheim Eberhard von, Deutschmei- 
ster des Deutschen Ordens 214 
Sayn Eberchard von, Deutschmeister 
221-222, 227, 236 
Schenkendorf Thomas 224 
Schmerten Bernhard von, V oigt von 
Thülen 216 
Schoh K. 115 
Sclodo, Samländer aus Quednau 117 
Scotus Duns Johannes 157, 175, 177 
Scotus Michael, Gelehrte 238 
Shelley Richard 88 
Sigebert Gemblacensis, Chronist 43 
Sigismund von Ungarn, König 189 
Skayff Miles 85 
Skibiriski Sz. 228 
Smeaton Elias von 41 
St. Omer Godfrey of - s. Godfrey of 
St. Omer
>>>
284 


St. Viktor von - s. Hugo von St. 
Viktor 
Stadion Bartholomäus von 264 
Stadion Walther von, Deutschordens- 
ritter 264 
Starnawska M. 108 
Steinbrecht C. 230-231 
Stephan, König, Heiliger 205, 208 
Strozzi Leone 85 
Suchenwirts Peter, Chronist 137 
Swieiawski S. 171 


s 


Swi
topelk, Herzog von Pommerellen 
166 


T 


Takacs I. 205 
Terricus, (Groß)-Präzeptor des 
Templerordens 23, 25, 32-33 
Thilo, Schreiber von Kulm 146 
Thomas Aquin von 142, 150, 157, 
175, 177 
Thülen Heinrich von, V oigt von 
Thülen 216 
Tiefen Hans von - s. Hans von Tiefen 
Tiefen Johann von - s. Johann von 
Tiefen 
Tock B.-M. 26 
Toll R. von 213 
Tommasi F. 100 
Tonge John 82 
TothaIe Wilhelm von 42 
Töppen M. 115 
Trier Karl von - s. Karl von Trier 
Trithemius, Chronist 58 
Truchseß Martin von - s. Martin 
Truchseß von Wetzhausen 
Trupinda J. 12 
Tudetius Antonius 244-246, 248-249 
Tyrus Wilhelm von - s. Wilhelm von 


Tyrus 


u 


Ulrich, Schreiber 174 
Ulrich von Jungingen, Hochmeister 
des Deutschen Ordens 188 
Upton- Ward J. 50 
Urban 11., Papst 48 
Urban IlI., Papst 32 
Urban V., Papst 70 


ü 


Üxküll Hermann von, Deutschordens- 
ritter von Livland 222 


v 


Varezze Jacopo da 103, III 
Venator Johann Kaspar, Chronist 255, 
260, 263 
Vere Gilbert von 41 
Villaret Foulques von, Johannitermei- 
ster 182-183, 194-195 
Villaret Wilhelm von, Johanniterprior 
von St. Gilles, Johannitermeister 
30, 36 
Villeneuve Helion (J
:Iion) de, Johanni- 
termeister 100, 101, 183-184,201 
Villiers Johann von, Johannitermeister 
30, 45 
Vinaver E. 110 
Vitriaco Jacob von 251 
Vitry Jacques de 56, 64 
Voragine James of 103 


w 


Wal Wilhelm Eugen Josef Freiherr de 
260 
Wallenrode Konrad von - s. Konrad 
von Wallenrode
>>>
285 


Walpot Heinrich, Hochmeister des 
Deutschen Ordens 258 
Walter von St. Martin, englischer 
Dominikaner 31 
Waring Thomas 83 
Weiss D. 92,94,98 
Weichardi de Polhaim, Chronist 56 
Welfen 16 
Werner von Orseln - s. Orseln 
Werner von 
West element 83, 85 
Wigand von Marburg, Chronist 127, 
128-134 
Wignacourt, Johannitermeister 108 
Wilhelm, Erzbischof von Riga 221 
Wilhelm von Tyrus, Erzbischof, 
Chronist 37, 43, 51-52, 56, 179 
Wilhelm 11., König von Sizilien 38 
Winrich von Kniprode - s. Kniprode 
Winrich von 
Wladyslaw Jagiello, König von Polen 
173 
Wladyslaw Lokietek, König von Polen 
167 
Wojtecki D. 115 
Wolkenstein-Rodenceck Ulrich von 
264 
Wolkenstein (-Rodeneck) Veit von 
264 


z 


Zacosta, Johanniterbruder 190 
Zonenberg S. 127, BI, 133-134 
Zöllner Konrad - s. Konrad Zöllner 
von Rotenstein 



 


-
>>>