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			Biblioteka
U. M. K.
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zur
Geschichte des ehem. Hauptamts
Insterburg.
Im Aufträge der Altertums-Gesellschaft Insterburg
nach den Originalen
im
Königlichen Staatsarchiv zu Königsberg
und dem Königlichen Geh. Staatsarchiv zu Berlin
gefertigt durch
Dr. Hans Kiewning und Max Lukat.
Herausgegeben durch
A. Horn, Justizrat und Paul Horn, Rechtsanwalt.
Insterburg 1895.
Commissionsverlag von Eugen llcrbst in Insterburg.
Druck von J. G. Driest (Dr. A. Bittner) in Insterburg.
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			zur
Geschichte des ehem. Hauptamts
Insterburg.
Im Aufträge der Altertums-Gesellschaft Insterburg
nach den Originalen
im
Königlichen Staatsarchiv zu Königsberg
und dem Königlichen Geh. Staatsarchiv zu Berlin
gefertigt durch
Dr. Hans Kiewning und Max Lukat.
Herausgegeben von der Alterttims-Gesellschaft Insterburg.
Insterburg 1896.
Commissionsverlag von Eugen Herbst in Insterburg.
Druck von J. G. Driest (Dr. A. Bittner) in Insterburg.
		

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			Vorbericht.
Der Mangel an Quellen, mit welchem die Geschichtsforschung in
Insterburg vielleicht mehr, als an ändern Orten zu kämpfen hat, regte den
Wunsch an, die früher auf dem Insterburger Schlosse aufbewahrten, jetzt
dem K. Staatsarchiv zu Königsberg einverleibten, sog. Hausbücher des
früheren Hauptamtes Insterburg — eine Reihe von ca. 15 starken Folianten
zuverlässiger Urkundenabschriften — unserem Geschichtsvereine —
der Altertumsgesellschaft — und durch den Druck seines wesentlichen
Inhalts als Urkundenbuch auch weiteren Kreisen nutzbar zu machen.
Da aber die Mittel dazu fehlten, richtete der Vorstand des Vereins
am 10. Dezember 1888 an den früheren Minister der geistlichen, Unter¬
richts- und Medizinalangelegenheiten, Herrn von Gossler die Bitte um
eine materielle Unterstützung.
Unter dem 23. Februar 1889 anwortete der Herr Minister in Fort¬
setzung des unserm Verein schon früher wiederholt erzeigten Wohlwollens
und in abermaliger Bethätigung des für die heimische Geschichtsforschung
so reichlich bewiesenen Interesses, indem er der Gesellschaft zur Heraus¬
gabe eines Urkundenbuches nicht nur eine einmalige Beihilfe von 1000 Mark
zusagte und anwies, sondern auch im Geh. Staatsarchiv zu Berlin nach
etwaigen unser Hauptamt betreffenden Urkunden recherchiren liess. Das
Ergebniss dieser Ermittelungen war leider ein wenig günstiges.
Die Hersendung der Hausbücher zur eigenen Benutzung wurde nach
den Satzungen des Staatsarchivs zu Königsberg versagt und uns über¬
lassen, die Urkunden durch eine geeignete Person im.dortigen Staats¬
archiv selbst zu benutzen. Die Königl. Archivverwaltung zu Königsberg
sandte uns dagegen 10 der dort befindlichen Originalrechnungsbücher
des ehem. Hauptamtes Insterburg, die das Hausbuch an Wert wegen ihrer
Vollständigkeit fast überragen, zur Benutzung im hiesigen Magistratslokale
und dort sind diese Rechnungen von den Herausgebern abgeschrieben
und zum Teil später benutzt*).
*) Anmerkung. Die Titel derselben sind in Horn »Die Verwaltung Ostpreussens«
S. XXIII u. XXIV zu 1—10 abgedruckt, woselbst diese für die geographische Einteilung,
Orts- und Personennamenbildung hochinteressanten Urkunden S. 204—260 u. 415—421
zum Teil benutzt sind.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
Durch gütige Vermittelung des Königlichen Staatsarchivars Herrn
Dr. Joachim gelang es, in der Person des damaligen Candidaten, jetzigen
Doctors Herrn Hans Kiewning aus Königsberg, die uns fehlende Kraft
zu erlangen, welche die betreff. Urkunden bis 1640 nicht bloss abzuschreiben
oder auszuziehen, sondern auch geistig durchzuarbeiten, endlich auch den
Rest der Hausbücher in einer ausführlichen Abhandlung zusammenzu¬
stellen übernahm.
Diese Arbeit liegt in ihrem ersten Teile im Folgenden vor; der Rest
fehlt und ist nicht geliefert. Sie besteht abgesehen von wenigen An¬
merkungen in Abschriften und Excerpten aus den ersten 4—5 Bänden
des Hausbuches, zum Teil aus dem Handfestenbuch der Königsberger
Verschreibungen und dem Hausbuch des Kammeramtes Kiauten, endlich
in wenigen Urkunden aus dem Berliner Staatsarchiv nach chronologischer
Anordnung.
Nachdem Herr Dr. Hans Kiewning, dessen Hauptverdienst um
den Erwerb dieser Urkunden für unsere Gesellschaft wir dankbar aner¬
kennen, anderweitig in Rom amtliche Stellung gewonnen, hat einige uns
wünschenswerte Urkunden, wie die Bestallung unseres ersten Hauptmannes
Pein, Herr Schulamtscandidat Lukat, jetzt Lehrer in Hamburg, abzu
schreiben die Gefälligkeit gehabt.
Den Herren Vorstehern der Staatsarchive zu Königsberg und Berlin,
welche durch freundliches Entgegenkommen diesen Herren und uns das
Resultat zu gewinnen ermöglicht haben, weiss die Altertumsgesellschaft
vollsten Dank.
Dieselbe hat durch Beschluss vom October 1893 denjenigen, von
denen der Gedanke und der bisherige Betrieb des Unternehmens ausging,
den Auftrag erteilt, die Urkunden zum Druck zu befördern. Um nicht
das ursprüngliche Colorit zu zerstören, die Sprache des Sachsen, des
Franken, die man zuweilen heraushört, zu verwischen oder den Wert, den
diese Urkunden auch für den Sprachforscher besitzen, zu vermindern,
haben wir geglaubt, sie fast unverändert abdrucken zu müssen und nur
einige offenbare Schreib- oder Lesefehler bei Ortsnamen verändert
Das vorliegende erste Heft, etwa ein Fünftel der ganzen Arbeit,
umfasst die unser ehemaliges Hauptamt betreffenden Urkunden aus der Zeit
von 1376 bis 1577. Am Schlüsse des ganzen Werkes gedenken wir ein
demselben vorzuheftendes chronologisches Inhaltsverzeichniss sämmtlicher
Urkunden, für das Ende eine Uebersicht der daraus gewonnenen neuen
Resultate, sowie ein Personen-, Orts- und Sachverzeichniss beizufügen.
Insterburg, Januar 1895.
Die Herausgeber.
		

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			Chronologisches Register.
Urk.	y. — Verschreibung.
JM?	Jahr.	Seite.
1	1376 Winrich v. Kniprode’s Verschreibung über Wiepeningien		1
2	1406 V. Parnehnen’s an Hensil v. Mynthigeiten 		1
3	1406 C. v. Jungingen verschreibt an Kuchenpusch 621,'2 Hufen des Gutes
Hirschberg zwischen Poyaten, Stabelauken und Welau (Kuglakon)...	2
4	1420 Kutkeim, 25 Hub. an Heinrich Gather		3
5	1421 Bubein, 40 Hub. Wald an die Stadt Kneihof verschr		3
6	1433 V. über 7 Hub. zu Plauen nebst 2 Hub. zu Potauern an Dittrichs Söhne	4
7	1434 2*/a Hub. zu Berszienen an Dietrich v. Plauen . . . .'		5
8	1446 Die Dienste im Amte Insterburg verzeichnet, Haken, Huben, freibäuerlich, wüst	5
9	1451 Revisionsbericht Kilian’s v. Exdorf über das Amt Insterburg		9
10	1451 Revisionsbericht Kilian's v. Exdorf über das Amt Insterburg ....	17
11	1452 Revisionsbericht Kilian’s v. Exdorf über das Amt Insterburg ....	18
12	1469 Felix Waldmann’s V. von Norkitten, Schwaegerau und Mangarben . .	19
13	1476 V. der Freien von Almenhausen		19
14	1481 V. Paul v Gisten’s über Rockelkeim		 .	20
15	1487 Inventar der Häuser Insterburg und Taplaken		20
16	1488 Inventar und Lohnregister derselben		22
17	Ohne Datum, Zinser, die zu Insterburg gehören		26
18	1496 Adam v. Halle’s V. des Waldwerks wegen cf. Nro. 543 		28
19	1498 V. Roselein's über Seidelgut (Koppershagen) K. A. Wohnsdorf ...	28
20	1498 V. Koberstein’s über Klingersgut a. d. Nehne K. A. Taplaken ...	29
21	1515 V. Pfersfelder’s über Althoff Allenburg und Wohnsdorf		30
22	1516 V. Merten Camswig’s über den Krug vor dem Schloss		30
23	1517 Leibgedinge von Koppershagen's Wittwe über Wiepenick, Kuglack und
ToJteninken		30
24	1518 V. Dietrich’s v. Schoenberg über Norkitten, Mangarben, Schwägerau . .	31
25	1518 V. Caspar’s v. d Mosel über die vorgedachten Güter		31
26	1521 V. des Secret. Christ. Gattenhofer über dieselben Güter		32
27	1522 Leibgedinge der Wittwe Catharina Koppershagen auf Hof Ponnau ...	32
28	1525 V. für Heyn Doberitz über Wohnsdorf, Auclitten u. a		33
29	1526 Bestallung Johann Pein’s zum Amtmann von Insterburg		33
30	1527 V. Pein’s über den Hof Seidelgut	 . .	35
31	1528 Leibgedinge für Heine Dobritz Hausfrau		36
32	1530 Leibgedinge für Johann Pein's Hausfrau		36
33	1531 Hans Bram's V. über einen Krug vor dem Schlosse		37
34	1533 Hans Rueckerling’s V. über den Hof Hagen		37
35	1535 Anschreiben an Insterburg wegen Scharwerksbeschwerden		38
36	1536 Hans Gattenhofen’s V. über das Gut Herzberg		39
37	1537 Lehnbrief für Gebrüder Flanz über Wohnsdorf		40
38	1 538 Joh. Peyn’s Erbverschreibung über seine Güter Karschau etc		10
39	1540 3. 1. |
40	1540 13. 1. [ Correspondencen wegen Erbauung des Städtleins Insterburg 41—43
41	1540 26. 1. J
42	1540 22. 5. Ausschreiben an alle Aemter (Aenderung der Kriegsbereitschaft)	43
43	Von Weg und Steg zu erhalten		46
44	Cedula au alle Aemter wegen der Musterung		46
45	1540 Schreiben an den Hauptmann zu Insterburg wegen des Stadtleins , .	47
		

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			II
lnsterburger Ui'kundenbucb.
Vik.
M Ja!ir.	Seite.
46	1541 Zulass der Anlegung des Städtleins Inster		48
47	1544 V. für Lorenz Hernes über Waldwerk		48
48	1544 Bestallung Caspar von Aulacks zum Hauptmann von Insterburg ...	4!)
49	1545 Abschied Johann Peyn’s vom Amte		50
50	1548 Scharwerkserleiohterung für die Bauern unter Alex und Jaxte ....	53
51	1548 Scharwerkserleiohterung für diejenigen unter Andruhn, Balzer und Lole	54
52	1548 Scharwerkserleiohterung für diejenigen unter Urban und Greger . . .	54
53	15^9 Beschränkung des Soharwerks im Amte Insterburg		55
54	1549 Begründete Beschwerde des Bauern Georg Ischampiscbas		55
55	1549 Handveste Lorenz Sylvesters über einen Krug in Gawaiten ... .	56
56	1550 Befehl des Tiburtius Schock zu Georgenburg, Krugbeschwerde zu entscheiden	57
57	1551 Scharwerkserleiohterung der 4 Schulzenämter mit Grosszinsern . . .	57
58	1551 Scharwerkserleiohterung der 4 Schulznnämter mit Grosszinsern . . .	58
59	1551 Scharwerkserleiohterung der 4 Schulzenämter mit Kleinzinsern ....	58
60	1555 31. 7. Rückerling’s V. über Lengkeningken		59
61	1556 V. für Skorsewski über Nagurren bei Eiserwagen		59
62	1556 Zusatzverschreibung zu 61 mit dem Becht 2 Freie auszukaufen ...	60
63	1556 V. des Asmus Baumgardt über Raudonatschen		61
64	1557 V. des Unterhauptmann Pet. v. Suggein über Geilkeim		62
65	1558 Die Regierung nimmt sieh des Bauern Martin in Kutkeim an ... .	62
66	1558 Befehl dem Pfarrer zu Gawaiten 4 Hufen zu geben		63
67	1559 Asm. Baumgard erhält. 15 Morgen Wiesen bei Kraupischken ....	63
68	1560 Vier Krüger kaufen sich vom Scharwerk los		64
69	1560 Krugversehreibung für Müller Anders zu Pillupönen		64
70	1561 Rückerling’s V. über die zweite Hälfte von Lenkeningkeu und Krug. .	ti4
71	1562 Hans v. Ensbeck’s Y. über Pieragienen 		65
72	1562 Albrecht v; Kittlitz's V. über 100 Hufen		66
73	1562 Des Albrecht Freiherr zu Kittlitz V. über 50 Waldhuben zu Stradaunen	67
74	1562 Monitormum wegen der 2 Huben Land für den Pfarrer zu Pillupenen .	68
75	1562 Nickel Wittmancsdorfs Y. über 25 Huben Wald zu Almenhausen . .	68
76	1562 Melcher Danemark’s Krugversehreibung für Szabieuen		68
77	1562 Des Kämmerers Melcher Kalau Krugversehreibung für Kattenau ...	69
78	1563 Des Pfarrers Nicol Blotno zu Pillupönen V. über 2 Huben ....	69
79	1563 Des Rentmeisters Nickel Wittmannsdorf V. für Almenhausen ....	69
80	1564 Hans Tecklenburgs V. über den Ortskrug zu Insterburg 		70
81	1564 Christian Braun’s V. über den Krug zu Insterburg			71
82	1564 Hans Pusch’s V. über die Güter Skorschewski’s		72
83	1565 Des Stuttknechts Michel Bahlwinkel Y. über Lengkeninkeu		72
84	1565 Georg v. Thalau’s V von Auerfluss		73
85	1565 Hans Rückerling’s V. über 6 Hüben zu Lengkeninken		73
86	1565 Georg Petz’s Krugversehreibung mit 4 Huben zu Küssen		74
87	1565 Tonies von Bratricken Krugversehreibung		74
88	1565 Dietrich Paekmor's V. von Rogainen 			75
89	1565 Andreas Y. über 30 Waldhuben bei Eiserwagen		76
90	1565 Krüger Albrecht zu Szabienen erhält 2 Morgen zu Rososcheu ....	76
91	1566 Florian v. Bredins V. von 16 Huben an Angerap und Auerfluss ...	76
92	1566 Thomas AVild’s Krugversehreibung zu Tellitzkehmen		77
93	1566 Nickel v. Wittinannsdorfs V. von Ranglacken		78
94	1566 Des Wildnissbereiters Thomas Erdmann Y. über einen Krug zu Nemmersdorf	78
95	1566 Lorenz v. Halle’s V. über Fischerei, Viehweide und Kirchenlehn ...	79
96	156G Bartel von Petzdorfs Krugversehreibung zu Piaten		80
97	1566 Heinrich von Milen’s V. über 30 Huben		80
98	1566 Des Kämmerers Cleophas v. Drahe V. über 40 Huben an der litt. Wand	81
99	1566 Des Hofmann’s Caspar v. Aulack V. über 40 Huben		82
100	1566 Des Kammerdieners Peter Moerlin V. über 40 Huben am Ozarner See .	82
101	1566 Christian v. Taulensee’s Y. über 40 Huben au der litauischen Wand .	83
102	1566 Georg v. Haugwitz’s V. über 30 Huben am Szarner See		84
103	1566 Lorenz v. Halle erhält für die von ihm zu bauende Kirche 4 Huben .	85
104	1567 Hans Westphaling’s V. über Kieselkehmen		85
105	1568 Bitte der Einwohner des neuangelegten Städtleins »Saleiden« (?) ...	86
106	1568 Brunisch Rostock kauft 10 Huben von der Stadt Goldap Feld ....	86
107	1570 Goldaper Stadtprivileg		87
108	1571 Mitbelehnung der Neffen Nickel Wittinannsdorfs		91
109	1572 Das Stadtprivileg Insterburg’s (oitirt)		93
110	1 576 M. Quiatkowski’s V. über 20 Hufen zu Quiatkowo		93
111	1576 Kleschofen, Dorf, beschrieben		04
		

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			Insterburger Urkuudenbuch	lll
Uk.
M Jahr.	Seite.
U‘2 1Ö77 Y. für die Dorfschaft Albrechtsdorf an der Bischofsgrenze		9.')
113	1577 Bericht des Hauptmanns über Medunischken, Szabienen u. A		95
114	1578 Entscheidung der Beschwerden der Scharwerker in und um Norkitten . .	97
115	1583 Vergleich über das Scharwerk in 3 Schulzenämtern		100
116	1583 Privileg von Insterbarg (citirt)	101
117	1583 Abschied über das Schweisslauker Feld (Citat)	101
118	1583 des Krügers Sommer V. über 2 scharwerksfreie Huben 	102
119	1584 Bestimmung des Scharwerks im Gaweitischen Schulzenamt		102
120	1584 Bestimmung des Scharwerks in 4 ändern Schulzenämtern		10-'
121	l‘>84 Bestimmudg des Scharwerks im Lolischen Schulzenamt	103
122	1584 Bestimmung des Seharwerks in 3 ändern Schulzenämtern		103
123	1584 Bestimmung des Scharwerks im Romittischeu Schulzeuamte ....	104
124	1585 Jäger Moritz Stolzner erhält Wohnung und Fischerei zu Geilwehden .	104
125	1586 Faustin Nimpsch soll die Klagen der Scheppetscher beilegen ....	105
126	1587 Hans Eggert kauft einen Krug und 3 Huben zu Bretschkehmen . . .	105
127	1588 Lorenz Predin soll einen Krug erhalten		105
128	1588 Streit Kückerling’s mit Lengnick über 3 Morgen Wiesen 		106
129	1588 18. 6. Ludwig Karioth Burggraf verkauft dem Willus Schukast einen
Krug zu Szakeln für 100 Mark und 6 Mark Jahreszins	107
130	1588 26. 7. Lengnick tritt dem Rückerling 3 Morgen Wiesen ab	107
131	1588 Bastian Jaxt kauft 4 Huben zu Brakupönen		107
132	1590 Petkuna's Beschwerde über entzogenes Scharwerk 	107
133	1590 Laur. Krummdorf Pfarrer in Nemmersdorf bittet um 3 Huben etc . .	108
134	1590 Jacob Richter kauft 2 Huben zu Antpeletauen		109
135	1591 Andreas Wirczinszki Pfarrer zu Szabienen erhält 2 Huben	109
136	1591 Daniel Proschwitz V. über 10 Huben zu Kattenau und Schurschinneu .	109
137	1592 Hans Erdinann's V. über 4 Huben und 1 Krug zu Kauschen . . .	110
138	1592 Pfarrer Caspar Macholett’s Krug- und Landv. zu Tutschau und Jetkutkampen	110
139	1593 Amtsschreiber Christian Groe kauft den Krug zu Bratriken	111
140	1593 Das Uebermassland zu Rummeln soll verkauft werden	111
141	1594 Daniel Broschwitz ertauscht 18 Huben 4 Morgen zu Kl. Sursinnen . .	112
142	1595 Marxhans V. über den Krug zu Szitkehmen		113
143	1595 Martin Petsch V. über den Krug zu Küssen	113
144	1595 Caspar Macholt's Erbv. zu Nro. 133 	113
145	1595 Pfarrer Valentin Pusch zu Gumbinnen soll 8 Hufen zu Trakischken erhalten	114
146	1596 Christian Groe Landkauf zu Lenkimmen, Schönheide und Alexgirren . .	114
147	1597 der Sohn des Krügers Matzull kauft das Krugrecht für Gr. Szabienen .	114
148	1597 Henseliz kauft das Krugrecht für Krauleidszen		115
149	1597 Stanislaus Wirczinlri’s Pfarrer zu Szabienen Landkauf		115
150	1597 Schulz Bartel kauft 4 Huben zu Matznorischken	115
151	1597 Krugrechts verkauf für Gehl weiden		116
152	1597 Krugrechtsverkauf für Abscherninken	116
133 1598 Krugrechtsverkauf für Schilleningken	116
154	1599 Woitzeck Kanopka's Verzicht auf die Schulzenhufen zu Czarnen . .	116
155	1599 Amtsschreiber Groe kauft 3 Hufen 21 Morgen zu Schönheide ....	117
156	1599 Verzicht Janus Balubs über die Schulzenhufen zu Samoka (?) . . . .	117
157	1599 Schulzenverschreibung Wirczinski’s über 4 Huben zu Plautzkehmen .	117
158	1600 Land- und Kragv. Macholett's für Ratzen	118
159	1600 Krugv. für den Georgenburger Pfarrer in der Vorstadt Insterburg . .	118
160	1600 Hermann Wartmann's Amts-, Krug- und Landv. zu Insterburg . . .	118
161	1600 Privileg der Vorstadt Insterburg	119
162	1601 David Sperber s Krug- und Landkauf zu Stallupönen		119
163	1601 Hans Hahn’s Land- und Krugverschreibung für Stobingen		120
164	1601 Andreas Donayti's Krugverschreibung für Grumlauken	120
165	1601 Jacob Hoffmann’s L.-V. über 4 Huben und 1 Krug zu Narwickaul . .	120
166	1601 Ewert Klaus kauft 6 Huben 7 Morgen zu Ischdaggen	121
167	1601 Es wird über Rogallen Bericht erfordert	121
168	1602 Hofgerichtsrath H. v. Weinber kauft 34 Hufen 14 Morgen wüstes Land
in Insterburg	122
169	1603 Chr. Krauses Krug- und Landverschreibung zu Gr. Rudupöneu . . .	122
170	1604 Chr. Groe’s V. über 4 Huben zu Braklauken	123
171	1604 Caspar v. Aulack's Grenzberichtigung von Clevinen	124
172	1606 Joh. Loebel’s V. über 4 Huben und 1 Krug auf Inst, Neuland . . .	125
173	1604 Hans Lengnick’s Krugverschreibung für Gr. Darkehmen	125
174	1605 Bastian Rein’s Landverschreibung über 7 Huben zu Gruneich ....	126
175	1606 Des Krügers Alex Krugverschreibung zu Strapawischken erneuert . .	126
		

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			IV
Insterburger Urkundenbuch
Urk.
Aß Jahr.
176	1606 Der Krug zu Gaudischken soll verkauft werden
177	1601! Der Krug zu Nemmersdorf wird an Criszus verkauft
178	1606 Das Gehalt des Erzpriesters Georg Rasch zu Insterburg wird von 60 M.
auf 320 erhöht, wogegen er die Zauger abtritt
17‘J 1607 Florian Reichwald’s Generalschulzenversohreibung für Augstupönen . .
180	1609 Den Goldapper Bürgern 3 Huben Unland eingeräumt
181	1609 Chr. Gattenhöfern sollen 5 Huben bei Schwägerau bleiben
182	1610 Die Goldaper sollen die 3 Huben zu Nro 107 eingeräumt erhalten . .
183	1611 Landverschreibung für Rogawen
184	1611 Wilhelm Petz’s Landkauf in Skaisgirren . .
185	1611 Chr. Bergsdorf’s Krugverschreibung für AValterkehmen
186	1611 Jonas Cellini’s Krugverschreibung für Gr. Rudupönen
187	1612 Ambrosius Schimmelpfennig’s Krugverschreibung für Szemkaden . . .
188	1612 Paul König’s Krugverschreibung für Skroblieuen
189	1612 Hans Woyke’s Landverschreibung
190	1612 Cellini’s Erbverschreibung zu Nro. 186
191	1612 David Gruenberg’s Land- und Krugkauf
192	1612 Hans Tiedemann’s Landkauf zu .lageleitsehen	 ....
193	1612 Kurfürst Johann Sigismund schenkt seinem Kammerdiener Antonius Frey¬
tag den von Kiauten abzutrennenden Hof Gehlweiden, der ihn bald darauf
an Reinhard v. Halle veräussert
194	1612 Des Pfarrers Johann Columbus V. über Bittkowen
195	1612 Moritz Stoelzner’s Landversohroibung in Astrawischken
196	1612 Secretair Hans Grabau erhält Kepurlauken
197	1612 Alb. Erdmann kauft 6 Huben zu Dinglauken
198	1613 16. 6. des Landmessers Martin Nagel Krugrecht zu Budweitschen . .
199	1613 23. 6. Hans Merike’s Landkauf zu Preuren
200	1613
201	1613
202	1613 Didlaker Land-V. an drei Secretaireu. an Fabian v. Lehndorf . . 137
203	1613
204	1613
205	1613 Peter Walters Krug- und Land Verschreibung zu Mehlkehmen ....
206	1613 Formular zur Abtretug von Uebcrmaassland an die Dörfer
207	1613 27. 2. Sekretair Caspar Koenig erhält 8 Hufen zu Didlaken
208	1613 Goldeisen’s V. über 8 Huben zu Didlaken
209	1613 Kalau’s V. über 2 Huben 16 Morgen zu Neusasstoms
210	1613 Alexander Bulbeck’s V. über Didlaken
211	1614 10. 4. Surkaus V. über 3 Bauerhufen zu Wiepenmken
212	1614 26. 4. Michael Paulowskis V. über 8 Huben zu Sterkeningken ....
213	1G14 7. 5. Florran Reichwald, Landschöppe, erhält 1 Hube
214	1614 9. 5. Mich. Paulowskis Pregelwiesenv. zu Sterkeninken
215	1614 Cyrian Hausotter erhält 3 Huben Uebermassland zu Sesslacken . . .
216	1614 Chr. Bergsdorf kauft 4 Huben Pregelwiesen zu Leipeninkeu ....
217	1614 Adam Nitsch kauft 4 Huben Pregelwiesen zu Berschkallen
218	1615 8. 3. Die Haushaltungsvisitatoren erhöhen den Zins Musas zu Degessen
219	1615 19. 3. Die Haushaltungsvisitatoren erhöhen den Zins Jonas v. Prcyroslan
220	1615 20. 3 Die Haushaltungsvisitatoren erhöhen den Zins Mathias Soltmann s
zu Eszergallen
221	1615 26. 3. David Surkau muss Kaufgeld nachzahlen
222	1615 26. 3. Hans Hahn in Stobingen muss Kaufgold nachzahlen
223	1615 31. 3. des Moritz Götz V. über 7 Huben 3 Morgen
224	1615 4. 4. Martin Werners Krugv. zu Grumlauken
225	1615 11. 5. Egidi Struetzel's dto. Aulowoehnen
226	1615 12. 2. Martin Schulz dto. Pautkantschen
227	1615 12. 5. Georg Pfender's Landv. zu Budwethen .
228	1615 30. 5. des Krügers Madzils zu Upidamischken Zinserhöhung ....
229	1615 12. 5. Georg Pfender's Erbv. ad. Nro. 227
230	1615 16. 5. Arnold's Laudv. zu Rudlauken bei Pruskebmen
231	1615 20. 5. Jacob Melcher’s V. über Strygehnen und Koreiten
232	1615 20. 5. George Sallinke's V. über Sadwlitschen
233	1615 26. 5. Krugv. für Erdmann in Platzdorf
234	1615 13. 6. Joachim Loebel's V. über Blecken
235	1615 13. 6. Praetorni’s V. zu Melunen
236	1615 19. 6 Sieg. Fischers V. zu Grüneicken
237	1615 20. 6. Melch. Kriegeis Krugv. zu Schilleninken
Seite.
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			Insterburger U l’k undenl rach.
V
M Jahr.
238	1615 3. 7. R. v. Halle’s Landv. zu Ast.rawischkon	Jj>5
239	1615 4 7. Clem. Richau’s V. über Catharinlaken b. Salau
240	1615 13. 7. A. Augstin's Wiesenv. für Laszeninken	15a
241	1615 18. 7. Jonas Cellini’s Landv. in der Paklidiram
242	1H15 22. 7. Alb. Erdmann’s Krugv. für Nemmersdorf	 Jo»
243	1615 22. 7 V Alb. Erdmann's über Uebermassland zu Kollpacken .... 157
244	1615 27. 7 Seb. Krause’s Landv. zu Sesslaoken. . . .	 Jj”
245	1615 8. 9. Hans Deckhorn Land- und Krugv. zu Sterkeninken	JE»
246	1615 19 9. George Krueger’s Landv. zu Kl. Ballethen	• •
247	1615 14. 9. Chr. Surkau’s Landv. zu Wiepeninken
248	1615 14. 9. Chr. Surkau’s Landv. zu Dagupoehnen 			IW
249	1615 2«. 9. David Sperber's Krugv. zu Stallupönen	Ijj»
250	1615 30. 9. Melchior Grunau's Landv. zu Kurnehnen		'"
251	1615 30. 9. Hans v. Dieben's Landv zu Tellitzkehmen	j”"
252	1615 30. 9 Hans Lengnick’s Land- und Krugv. zu Darkehmen
253	1615 1. 10 Hans Eckert's Land- und Krugv. zu ßretschkehmen . . ■ ■ "J
254	1615 1. 10. Moritz Goebel’s Landv. zu Kneiffen .
255	1615 3 10. Klaus Ebert’s Hauptconfirmation über Muldszen
256	1615 7. 10. Alb. Erdmann’s Wiesen Verschreibung in der Narpe
257	1615 7 10. Thom. Erdmann’s Berahmung in Nemmersdorf
258	1615 8. 10 Mich Kurau’s Schulzen Verschreibung zu Romoschkehmen . . •
259	1615 8. 10 Thomas Siewert’s Landverschreibung bei Judschen
260	1615 10. 10. Hans Rodeck’s Landverschreibung zu Balberdschen
261	1 •' 15 12. 10. Gabriel Wiesenerz Landverschreibung zu Dagupchen ...
262	1615 13. 10. Theoph. Sturm’s Landverschreibung an der Simoner Orenze . . o
263	1615 16. 10. Chr. Kalau’s Krug- nnd Landverschreibung zu Gerwischkeliinen roo
264	1615 17. 10. Hans v Dieben’s Landverschreibung zu Staneitschen . . • ■ ’’
265	1615 17. 10. Lorenz Heyduck’s Landversohreibung zu Laukupönen . . • • >
266	1615 22. 10. Samuel Sperber’s Landverschreibung zu Budupönen . . . •	<
267	1615 22. 10. Hans Erdmann’s Land- und Krugverschreibung zu Kauschen . o<
268	1615 23. 10. Mathes i'antel s Landverschreibung zu Wilpischken
269	1615 23 10. Christian Scholl’s Landvei Schreibung zu Gr. Warkau . . . • •
270	1615 27. 10. Grigas Sodeiken’s Kaufbrief über 7 Huben zu Pacallehnen . . •
271	1615 28. 10 Des Krügers Bilintzki in Szittkehmen Zinserhöhung	 ’■
272	1615 4. 11. Georg Kalau’s Landverschreibung zu Brakupönen
273	1615 24. 11 Des Pfarrers Sappuhn in Pillupönen Landverschreibung zu
Iszledimmen	 ] L j:
274	1616 3 3. Dan. Reiehwald’s Landverschreibung zu Szemkaden . . . • • ■ ‘
275	1616 3. 3. Flor. Reichwale’s Landverschreibung zu ICuligkehmen und \ erdelen i
276	1616 22. 4 Daniel Proschwitz Wittwe erhält eine Hube Pregelwiese . • • ‘
277	1616 27. 4. Job. Cellini’s Land- und Krugverschreibung zu Szeldkehmeu
alias Puspern		 • • • • ' '
278	1616 25. 4 Die Vorstadt Insterburg erhält einen Bruch in ihren Grenzen ^
(am Pulverhaus)	,	 17.,
n r. n	—r., t	»n Ss+nlvr'wkf>n	 1
279	161 (> 7. 5. George Kramdorf s Landverschreibung zu Stobricken
280	1616 17. 5. Georg v. Hohendorfs Landverschreibung zu Pillupönen .... 173
281	1616 18. 5. Georg Pfender’s Laneverschreibung zu Narwikaul	... 174
282	1616 23. 6. Pf. Daniel Musa’s Land- und Krugverschreibung zu Malwischken 174
283	1616 23. 6. Chr. Aweiden’s Landverschreibung zu Bomballen . . . ■ • •
284	161(i 2. 7. Jonas Cellini’s Landverschreibung zu Szabienen nnd KarduniscnKen
285	1616 5. 10. Franz Lode’s Land- und Krugverschreibung zu Dobovven . . .
286	1616 8 10. Martin v. Wallenrodt’s Landverschreibung über 40 Huben zu
Neueudorf		 • ■ • • • ' 177
287	1616 29. 10. Hans Hensel’s Landversshreibung über 10 Morgen zu GeorgenDurg in
288	1616 16 11. Christoph Preuss Land- und Krug Verschreibung zu Barschkenmen ui
289	1616 8. 12. Pf. Valentin Pusch Erbverschreibung für Trakischken . .
290	1616 21. 12. R. v. Halle’s Generalverschreibung für Gehlweiden
291	1617 Abschied der Stadt Kneiphof wegen Bubainen
292	1617 Thom Feyerabend’s Wjttwe V. über eine Hube
293	1617 Joh. Schulz Landverschreibung zu Gilischken
294	1617 A. Arnold’s Land Verschreibung zu Laszeninken
295	1617 Nik4 Loeffke’s Landverschreibung zu Reseninken
296	1617 Fr. Götz Landverschreibung zu Pagrienen
297	1617 Pet. Taukemait’s Landverschreibung zu Gr. Iszledimmen
298	1617 Genehmigung des Tausches zwischen Reichw'ald und Urbeit
299	1617 Buchholz’s und Stolzner’s Landunterstützungen zu Goldap
		

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			VI
Insterburger Urkundenbucli.
Urk.
M Jalir.	Seite.
300	1617 R. v. Halle’s Landverschreibung zu Dubeninken		183
301	1617 Elias Weokel’s Landverschreibung zu Kl. Gerlaukeu		184
302	1618 Praetorius Landverschreibung zu Fruskehinen		184
303	1618 Derselbe erhält den Klug zu Salau geschenkt		185
304	1617 25. H. Emst v. Schlieben’s V. über Alkgirren		185
305	1618 Joh. Kerstau’s Land- und Krug Verschreibung zu Tolmingkehuieu . . .	186
306	1619 Hans Woyke’s Land- und Krugverschreibung zu Ballethen und Bratrickeu	186
307	5619 Praetorius Landverschreibung zu Alischken ... 	187
308	1619 18. 4. Der Vorstadt Insterburg und des Schulzen Paul Grunau Laud.-V.	187
309	in 19 Chr. Schulz Landverschreibung zu Stablacken		187
310	1619 16 5. der Mundkoch Hans Kynen erhält 8 Huben bei .lähnischken an
Stelle seines rückständigen Lohnes 	188
311	1619 Hans Tiedemann's Landverschreibung über 2 Huben im Gawaitischen .	188
312	1619 Joh. Gross V. von Kl. Gudehlen		'89
313	1619 Die Dorfschaft Krakischken kauft 4 Huben Uebennassland	189
314	KH9 Joh. Loebel’s Krugverschreibung für Niebudszen im Kattenauischen . .	189
315	1619 Pf. Gangolf Dietrich’s Land- und Krugverschreibung zu Gawaiten . .	190
316	1691 Hans Bastwindlers Land- und Krugverschreibung zu Kraupischkehmen .	190
317	1619 Lott Krause’s Landverschreibung zu Schiewinnen	191
318	1619 Moritz Goetz Wiesenkauf bei Sesslacken . 		191
319	161!) 19. 11. Wolff v. Kreitzen’s Landverschreibung für Kl. Medunischken u. a	191
320	1619 Der Stadt Kueiphof Wald Verschreibung bei Bubaiuen		192
321	1619 Alex. Bulbeck’s Land Verschreibung für 6 Huben bei Didlaken ....	193
322	1619 Pf. Neander’s I.andVerschreibung für Kiwinnen (Schiewinnen) ....	193
323	1620 R. v. Halle’s Krugrecht zu Dubeninken 		'91
324	1620 Hans Loeper’s Landverschreibung zu Metschullen	194
Regierungszeit Georg Wilhelms, Kurfürsten.
325	1620 27. 1. Georg Wilhelm'», Kurfürsten Landverschreibung für Siewert
in Jutschen		 •	195
226 1620 8. 2. Erbverschreibung dos Generalschulzen S. Bauingard zu Tarpupönen	19;>
327	1620 17. 2. Erbverschreibung des Generalschulzen Bartel in Wilikoschen . .	196
328	1620 17. 2. Erbverschreibung des Nicolaus Loeffke zu Ballupönen ....	196
329	1620 17. 2. Otto Werkmann’s Landverschreibung für Jennen	197
330	1620 20. 2. Hans Woyke’s Land- und Krugverschreibung zu Jaehnischken .	197
331	1620 21. 2 Hans Schimmelpfennig’s Landverschreibung für Stobricken . . .	198
332	1620 2. 3. Pf. v. Stein’s Land- und Krugverschreibung für Cannapinnen . .	198
333	1620 2. 3. Pf. v. Stein’s Land Verschreibung für Blaecken und Skroblienen .	199
334	1620 23. 3. Des Generalschulzen Paul Koenig Waldverschreibung für Skroblienen	199
335	1620 29. 3. Pf Haupt’s Wittwe erhält 3 Huben und l Krug zu Abehlisehkeu	200
336	1620 Moritz Stoeltzner’s Land- und Krugverschreibung zu Rominten . . .	200
337	1620 George Ackermann’s Landverschreibung bei Jennen	201
338	1620 26. 10. Ernst v. Schlieben’s Erbverschreibung für Alkgirren ....	201
339	1620 V. für die Dörfer Karklienen und Kurschonen	291
340	1620 Woytzeck Konopke’s Landverschreibung zu Skaisgirren im Missescheu .	202
341	1621 Audreas Rabels Land Verschreibung zu Platzdorf	-92
342	1621 Martin Krüger’s Landverschreibung zu Abscheruiuken	202
343	1621 Burchard’s v. Stein La udverschreibung zu Spuhlkehmen	203
344	1622 Christoph Riesemann’s Krugkauf in Gumbinnen	203
345	1622 Das Dorf Muldszen im Amt Insterburg kauft Neusessland	204
346	1622 Chr. Schimmelpfennig’s Krugverschreibung für J;mischken	204
347	1622 Bastian Goetz Land Verschreibung für Plimballen	205
348	1622 Alb. Erdmann’s Land- und Krugverschreibung für Gr. Grobienen . . .	205
349	1622 Math. Runge’s Landverschreibung für Eszerischken	205
350	1622 Georg Pfender’s Landverschreibung zu Kraupischkehmen	206
351	1622 Manstein’s Landverschreibung zu Kurschinnen	206
352	1622 Paul Waldt’s Landversehreibung zu Prusselkeim 	206
353	1623 Egidii Struetzel’s Land- und Krugverschreibung zu Weuzkeiten . . .	207
351 1723 Joh. Saborowski’s Erbverschreibuug für Matznorischken	207
455	1623 Hcinrich’s Wittwe Erbverschreibung für Sodargen	208
456	1623 Christ. Krause’s Erbverschreibung zu Paccalehnen	208
Ferner sind abgeschrieben, aber nicht abgedruckt die unter folgenden
Nummern verzeichneten Urkunden in Band 2 der Abschriften:
342	1623 George Petz Landverschreibung für Küssen.
343	1623 Friedemann s Krugverschreibung für Kiauten.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
VII
Urk.
M Juhr.
34 t 1623 II. Cellini’s Landverschreibung bei Pusperu.
345	1623 Chr. Bergedorf’s Krugversehreibung für Niebudszen
346	1623 Jonas Cellini’s Land Verschreibung bei Trakehnen.
347	1623 Daniel Proschwitz Landverschreibung in den Kämpen.
348	16>3 Marquardt’s Landverschreibung \ zu E-ucken im Amt
349	1623 Marquardt’s Krugverschreibung / Georgenburg
350	1623 Fr. Rueckerling’s Landverschreibung zu Warnelien.
351	1623 Clemens Richau’s Landverschreibung zu Juckeln im Saalaujschen.
352	1623 Alex Bulbeck’s V. zu Eszerischken und Scheffber’s V. zu Kohliscken und Wittgirren.
353	1623 Hans Bastwinder kauft einen Teich bei Kraupischkehmen.
354	1623 Franz Paulowski’s Landverschreibung zu Escherischken.
355	1623 Bulbeck’s Erbverschreibung zu Escherischken.
356	1623 Kl. Pleinlauken und Gestwethen kaufen Pregelwiesen.
357	1623 Chr. Demmer in Geswethen kauft Pregelwiesen.
358	1623 Wilhelm Moiten in Geswethen kauft Pregelwiesen.
359	1623 R v. Halle’s Landverschreibung für Mathieskehmen.
360	1623 Das Dorf Tammowischken kauft Uebermassland.
361	1623 August Arnold kauft in Saalau ein zweites Krugrecht.
362	1623 Andreas Prengel pachtet den neugebauten Krug in Neunischken.
363	1624 Stadtrichter Lor. Heilsberger zu Insterburg kauft 3 Hufen bei Piragin. genannt Ab-
schruten.
364	1624 Chrispin Schimmelpfennig kauft 8 Huben bei Gaizuhnen.
365	1624 Pfarrer Dembowski kauft 3 Huben 9 Morgen zu Sadweitschen.
366	1624 Georg Buchholz Landverschreibung bei Romitten.
367	1624 Pfarrer Dembowski’s Erbverschreibung zu Nro 365.
368	1624 Alb. Lolhoefel kauft 1 Hube 19 Morgen im Saalauschen.
369	1624 Die Dorfschaft Pakalnischkcn kauft Uebermassland.
370	1624 Dan. Sperber kauft 4 Huben und 1 Krug zu Muldzen.
371	1624 Cbr. Bergsdorf Erbverschreibung für den Krug zu Gumbinnen.
372	1624 G. Machlitz Krugverschreibung zu Radschen.
373	1624 Joh. Loebell’s Landvurschreibung zu Gaudischkehmen.
374	1624 Hans Krause Landverschreibung zu Antbrakupoehnen.
375	1624 Chrispin Schimmelpfennnig’s Landverschreibung zu Draugupoelmen.
376	1624 R v. Halle’s V. über Uszballen oder Ballupönen.
377	1624 Florian Reichwald’s Erbverschreibung über Augstupoenen.
378	1624 Douhorn’s Krugverschreibung für Kl. Aulowoehnen.
379	1624 David Steckelmann Landverschreibung für Sterkeningken.
380	1624 Hans Balthasar kauft einen Krug zu Gumbinnen.
381	1624 Chr. Bergsdorf’s V. über Petzkehmen.
382	1624 Jos. Radike’s V. über 4 Hnben zu Draugupoehnen.
383	1624 Georg Deutschmann’s V. von Gr. Szabienen.
384	1624 Alb. Lolhoefel's Krugverschreibung über Alischken.
385	1625 Chr. Krause’s Krugverschreibung für Budwetschen.
386	1625 Seb. v. Hohendorfs Landverschreibung für Bringlauken.
387	1625 Joach. Loebell’s Krugversehreibung für Niebudzen.
388	1625 R. v. Halle’s Erbverschreibung für Mathiskehmen (359).
389	1626 Erbverschreibung der Dorfschaft Pelleningken über 3 Huben 10 Morgen.
390	1626 V. für Bretschkehmen.
391	1626 V. für Gaizuhnen.
392	1626 Pfarrer G. Wirzinski kauft 6 Huben 5 Morgen im Stanisehen.
393	1626 Chr Gurdeike’s Land Verschreibung zu Duboninken
394	1626 Dav. Wirczinski’s Landverschreihung für Dinglauken.
395	1626 Bastian Goetz Krugversehreibung.
395	a. 1627 Salomon Ullrici’s Landverschreihung zu Wistagen.
396	1627 Mathes Klein’s Krugversehreibung für Kl. Darkehmen.
397	1627 Hillebrand’s Erbverschreibung über 2 Huben zu Bersteninken.
398	1627 V. über Poetzkehinen ad. 381.
399	2627 V. für Fried. Petz.
400	1627 Jonas Cellini’s Landverschreibung zu Iszledimmen.
401	1627 Hans Schimmelpfennig’s Landverschreibung zu Stobricken.
! 402 1627 Joh. Wirszinski’s Gesuch abgelehnt.
403	1627 50 Huben zu Kieselkehmen an W. H. v. Waldburg conferirt.
404	1627 R. v. Ha’le’s Erbverschreibung auf Mattischkehmen.
405	1627 Hans Dennemark’s V. für Karklienen und Kurschen.
406	1627 Chr. Bergedorf’s Erbverschreibung für Gaudischkehmen.
407	1627 Chr. Bergedorf’s Erbverschreibung für Walterkehmen,
		

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			VIII
Insterburger Urkundenbuch.
Urk.
M‘ Jahr.
408	1627 Krugverschreibung des Ignatius v. Schlawe zu Usupönen.
409	1627 Der Tausch der Taplaker Güter mit Kleschowen.
410	1627 Reinhold Bierwolfs PfandverschreibuDg über Jaehnischken.
411	1627 Petz V. über 6 Huben 23 Morgen zu Küssen.
412	1627 Merten Endressen’s V. über Santillen.
413	1628 Math. Siewert’s V. über Judschen und Rudupönen.
414	1628 Peter Schmidtmer's V über Eszerninken.
415	1629 Desselben V. über Rudupoehnen.
416	1629 Confirmation des Dorfes Kl. Darkehmen über 4 Huben Uebennass.
417	1629 Daniel Bolt’s V. für Prczyroslen.
418	1629 Ad. v. Dobeneck’s V. über 2 Huben 20 Morgen zu Pieragienen.
419	1630 Hans Rein’s V über Werthheini.
420	1630 Hans Stein’s V. über 5 Huben zu Kubillen.
421	1630 Jacob Perkuhn’s Krugverschreibung für Ischdaggen im Geor. Amt.
422	1630 Jacob Perkuhn's V zu Streitlauken
423	1630 Mathes Siewert’s Krugverschreibung zu Ischdaggen.
424	1630 Balthasar Reichel’s V. für Kampisehkehnien
425	1630 Urban Stendel’s V. für Astrawischken
426	1630 Der Stadt Kneiphof V. zu Didlauken.
427	1630 Karklienen, Landverschreibung.
428	1630 Fabian v. Ostau’s Krugverschreibung zu Kinderweitschen.
429	1630 Chr. Titius Krugverschreibung für Muldzen
430	1630 Fr. Kahlau’s Landverschreibung für Budupoenen.
431	1632 Pf. Sappun’s Lind- und Krugverschreibung zu Lawischkehmen
332 1632 Hans Krause’s Landtausch.
433	1632 Hans Bastwinder’s Krugverschreibung zu Wilken.
434	1632 V. für Cambswiken.
435	1632 Alb LolhoefePs Krugverschreibung zu Alischken.
436	1632 Hofgerichtsrat Ch. Naps erhält den Hof Hagen.
437	1633 Erh. Kretschmer’s Landverschreibung für Gellesninken.
438	1633 Hans Hein’s Landverschreibung zu Kl. Nassawen.
439	1613 Hans Bcstwinder’s V.
440	1634 R. v. Halle’s V. zu Rudeinen.
441	1634 Schefflers V. zu Kohlischken und Plattenischken.
442	1635 23. 4. Adam v. Dobeneck’s Pfandvertrag über 70 000 M.
443	1635 18. 9. Zweite Pfandverschreibung Dobeneck wegen 10000 Mark
444	1635 Bastian Goetz V. für Antballen.
445	1635 Fried. Wilh. Dobeneck verkauft seinen Krug zu Ballethen.
44fi 1636 6. 6. Dritter Pfandvertrag Dobeneck's wegen 10000 Mark.
447	1636 Fab v. Ostau’s V. über Brindlauken.
448	1636 Mathes Klein’s Pfandverschreibung wegen 3700 Mark für Stanneitschen.
449	1636 Mathes Klein’s Assecuranz wegen 1600 Mark.
450	1636 Soborowsky’s Erbverschreibung für Matznorkehmen
451	1637 Pfarrer Kiewening’s Krugverschreibung zu Mallwischken.
452	1637 Tuchlinski’s V. über Worpillen.
453	1637 Erbverschreibung zu Nro. 451.
454	1637 Kurau’s V. für Romanoschkehmen.
455	1638 Froelich’s V. zu Schuppinnen.
456	1638 Pfarrer v. Dieben’s V. zu Nemmersdorf
457	1638 Alb. Walter s V. zu Augstulauketi.
458	1638 Phil. Adam’s Krug- und Landverschreibung zu Budweitschen.
459	1638 Chr. May’s V. für Bratricken.
460	1638 Melcher Tumelt’s V. zu Czenvonen.
461	1638 Deutschmann’s Krugverschreibung zu Gr. Szabienen.
462	1638 Koenig’s V. zu Wittgirren.
463	1638 Pfarrer Sappun’s V. zu Lawischkehmen.
464	1638 Pfarres Wirszinski’s V. zu Kl, Wannagupchen.
465	1638 Pantel Hensel’s V. zu Kerstupoenen.
466	1638 Jonas Cellini’s V. zu Cr. Rudupoenen.
467	1638 Praetorius V in Grablauken.
468	1638 Praetorius V. über Budweitschen.
469	1638 Jacob Bubel’s V. über Augskallen.
470	1638 Martin Puchler’s V. zu Kauschen.
471	1638 Nickel Stellwagen’s V. zu Grablauken.
472	1638 Alb. Stegenwaller’s V. zu Ballethen.
473	1638 Hans Hermann’s V. zu Jurgaitschen.
		

/Pomorze_055_07_015_0001.djvu

			Insterburger Urkundeulmh,
IX
Urk.
•M Jahr.
474	1638 Mathes Klein’s V. zu Stanneitschen.
475	1638 Hans Goetz zu Küssen im Biermonopol geschützt.
476	1638 George Petseh Erbverschreibuug fiir Bildenveitschen.
477	1638 Hans Neuhaus Krugversehreibung zu Jankutkampen.
478	1638 Haus Neuhaus Landverschreibung zu Tutschen.
479	1638 Hans Neuhaus Erb Verschreibung für Tutschen
480	1638 David Wierszinski’s Landverschreibung zu Gr. Grobieuen.
481	1638 Jacob Hoffmann’s Krugverschreibung zu Stallupönen.
482	1638 Alb. Schakowski’s Krugverschreibung zu Berszlauken.
483	1638 Pfarrer Joh. Gross kauft 4 Huben zu Gr. Grobinen.
484	1R38 Zwei Krüger zu Gaudischkehmen erhalten Confirmation.
485	1639 J. Neumann’s V. über eine Hube zu Schillupoenen.
486	1639 10. 2. A. Fr. v. Dobeneck’s vierte Gesamtpfandverschreibung wegen aller
112 500 Mark zusammen.
487	1639 Hans v. Dieben kauft 3 Huben zu Krauleidszen.
488	1639 Samuel Cellini’s Krugkauf zu Patylschen.
489	1639 19. 3. Der Kriegsobrist Friedrich v. Doenhoff pachtet Jurgaitschen mit 23 Dörfern
und 209 besetzten und 33 wüsten Huben für jährlich 5600 fl.
490	1639 Hans v. Dieben kauft Land zu Molt.zen und Gellescheninken.
491	1639 Pfarrer Fried. Loebel kauft 4 Huben zu Gawaiten.
492	1639 Pantel Hensel kauft 4 Huben,
493	1639 Petrus Nicolai Erzpriester zu Insterburg tauscht 4 Huben zu Budweitschen mit
4 Huben zu Cannapinnen.
494	1639 Mathes Scheffler erhält 1 Hube 10 Morgen bei Insterburg an der Kranich wiese
welche in einem Moosbruch gelegen.
195 1639 Mathes Maybaum Erbverschreibung für Degessen.
496	1639 Erhard Wagner’s Erbverschreibung über 4 Huben zu Kattenau.
497	1639 Uredat’s Erbverschreibung über einen Krug zu Gr. Szuskehmeu.
198 1639 Fabian’s v. Ostau Lehnbrief über Clevienen
499	1639 Adam Kuehn’s V. über Lengineschken.
500	1639 Wiepening muss seinen Krug zu Wiepeningken einziehen.
501	1639 Pfarrer Sperber kauft vom Pfandinhaber Dobeneck 4 Huben zu Tolmingkehmen.
502	1K39 Lieutenant Koenig kauft von demselben 8 Huben zu Wittgirren.
503	1639 22. 12. lässt sich Dobeneck seine Pfandverschreibung confirmiren.
503 1639 23. 12. Stephan Brade, Major, kauft 14 Huben 22 Morgen zu Paragawischken.
505	1640 Joh. Rosinsky’s Erbverschreibung über Stumbern
506	1640 Paul Wirszinski's Erbverschreibung über Gemkaden
507	1610 Kleinschmidt Wilh. Bioscheit kauft 1 Ilube zu Wiknaweitschen.
508	1640 Hieronymus Trojen darf keinen Krug anlegen.
509	1640 Lorenz Moeller’s Land Verschreibung zu Druszken.
510	1640 Kanzler Fabian v. Ostau’s Krugverschreibung zu Bringlauken.
511	1640 Andreas Meineke’s Krugversehreibung zu Ischdaggen.
512	1640 George Stein s Landkauf zu Gr. Grobieuen.
513	1640 Henzke’s und Kupschun’s Landverschreibungen.
514	1640 Hans Reichwald kauft zu Piltkallen 9 Huben 5 Morgen.
515	1640 Woyszeck Zilasko nimmt 6 Huben zu Drusken auf Zins an.
516	1640 Peter und Valentin Schnippusch Landkauf zu Wilkoschen.
517	1640 5. 11. Der Kurfürst Georg Wilhelm verkauft seinem Leibbarbier Siegmund Schulz
4 wüste Huben nebst Krugrecht zu Jodzen für ä 100 Mark.
		

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			Anhang.
Urk.
M Jahr.
518	1583 ü. 11. Regulirung der beim Stadtbau Insterburgs hinterstellig gebliebenen Wald¬
zinse durch einen Vertrag.
519	1639 27. I. Abraham Oelsner’s Krugbeschwerden.
520	1638 17. 3. Hans Krause’s Mühlenverschreibung zu Schurschinnen.
521	1637 17. 2. des Krügers Andreas Moritz zu Norkitten Beschwerden.
522	1632 Bericht, über den Ertrag von Tarpupönen.
523	1641 Dorfrecess von Kattenau (unicum!)
524	1644 Der Polenkönig confirmirt dem Paul Koenig 2 Huben zu Skroblienen.
525	1640 Correspondeui,.' der Räte zu Insterburg wegen Teilung der Braugerechtigkeit
des Michael Boddem, die nicht gestattet wird.
526	1632 Florian Reichwald’s Erbverschreibung über 2 Teichstätten nebst Gesträuch.
527	1597 Jacob Hoffmann kauft zu Insterburg einen unnutzbaren Pfuhl, welcher bei der
Mühle allhier und des Christoph Neumann Keller gelegen (Wippenteich).
528	1406 23. 4. Conrad v. Jungingen’s Y. über Parnehnen 60 Huben (nicht zum Haupt¬
amt Insterburg, sondern zu Wehlau gehörig?)
529	1612 Fischmeister Stadenbrecht’s Landverschreibung zu Bittkowo.
530	1567 17. 2. Herzog Albrecht verleiht der treuen Dienerin seiner ersten Ehegattin
und seiner Pflegerin Anna Thalau, event. ihrem Bruder Georg den Hof Trempen,
15 Huben, das Dorf Orommenteich (alias Pustlauken) nebst Krug und Schar¬
werk zu Lehnrecht.
531	1581 Der littauische Prediger zu Insterburg, Joh. Hoepfner, erhält zeitlebens 6 Schfl.
Koggen, dazu jetzt 10 Schfl. Roggen und 10 Scheffel Gerste vom Hause
Insterburg.
532	1590 21. 1. Befehl an den Amtmann Daniel Proschwitz zu Georgenburg sich am
8. 2. in Insterburg einzufinden und beizuwohnen der Commission aus unserer
Kammer und Landräte, bestimmt die Schulzenämter zu untersuchen und die
Haushaltung zu visitiren.
533	1590 9. 2. Zu dieser Commission werden A. Rueckerling, Ludwig Rauter, Hauptmann
zu Brandenburg und Hans Schmerlem, Kammermeister, deputirt.
531 1591 6. 8. Des abgebrannten Städtleins Insterburg Bitten um Zinserlass auf 4 Jahre.
535	1596 29. 4. Holzflössbefehl an Diehle, Broschwitz und Groe.
536	1612 6. 5. Begleichung einer Grenzirrung wegen Woreningken mit Ragnit.
537	1606 Alex Bulbeck’s Beschwerde wegen Keppurlauken.
538	1552 Asmin Baumgardt’s Krugverschreibung zu Kraupischken im Amte Ragnit.
539	1566 Desselben Mühlverschreibung daselbst,
540	1535 29. 11. an den Amtsschreiber ergeht die Mahnung, die aufständischen Bauern
durch Milde zu beschwichtigen, wie es bei den Samländern geschehen.
541	1548 Georg Pfersfelder’s Wittwe und Erben entsagen allen Ansprüchen aus dem
verlorenen Pfandvertrage von 1480 an Hans Weyer’s Gütern.
542	1496 Adam von Halle's Pfandvertrag von Hans Tiefen, cf. Nro 18.
543	1496 Adam Wilhelm v. Eisenberg’s Pfandverschreibung für denselben. Ist Nro. 542
wörtlich nochmals abgeschrieben.
544	1638 Bericht über den Ertrag des Huben- und Küehenzinses in den 12 Schulzen¬
ämtern zu Insterburg.
545	Ohne Datum. Verzeichniss der Zinser zu Insterburg.
546	Diverse Notizen und Citate.
547	Insterburger Holzordnung, verfasst von R. v. Halle und Dobeneck, e. 1630.
548	1624 Verzeichnis der in die Darkehmer Kirche eingewidmeten Dörfer und Güter.
559 1637 12. 12. Verordnung der Haushaltungsvisitatoren wegen des Bierverlags.
550	1645 Verzeichnis der Krüger im Amte Insterburg und ihrer Privilegien.
551	1645 11. 17. Commissionsbericht über die Krugverhältnisse daselbst.
552	1646 12. 5. Ausführliche churf. Verordnung über das Krugwesen, S. 637—645.
		

/Pomorze_055_07_017_0001.djvu

			Einleitung
Die Lokalgeschichte des ehemaligen Hauptamtes Insterburg, welches
räumlich etwa mit dem heutigen Landgerichtsbezirke gl. Namens zu¬
sammenfiel, wenn man die nördlichen Zweidrittel des Kreises Pillkallen
an das Hauptamt Ragnit abgiebt, recht bedeutende Striche der heutigen
Kreise Wehlau, Friedland und Gerdauen hinter Alienburg bis an die
Schliebenschen Besitzungen von Nordenburg hineinzieht, auch einen
Teil des Angerburger Kreises im Norden desselben einbegreift, — ist bisher
wenig bearbeitet worden; nur die Stadt Insterburg und der Kreis Darkehmen
haben Vorarbeiten aufzuweisen, welche sichauf urkundliche Quellen stützen.
Neben Hennig (Beschreibung der Stadt Insterburg 1794), der sich meist
auf Prästationstabellen über Huben- und Grundzins, sowie auf Ein-
und Ausfuhrtabellen gestützt hat, ist sein Nachfolger, der Rechtsanwalt
Kossmann (histor. statistische Notizen über die Stadt Insterburg 1844)
zu nennen, der die wesentlichsten Fundationsurkunden, wie es scheint,
direckt aus dem Staatsarchiv Königsberg entlehnt und abgedruckt hat.
Auf Vollständigkeit kann derselbe keinen Anspruch machen. Demnächst
beruht die urkundliche Geschichte der Stadt Insterburg im Wesentlichen
auf den Forschungen des russischen Staatsraths Prof. Dr. Friedrich v. Kruse,
eines in den russischen Ostseeprovinzen rühmlich bekannten Historikers
und Altertumsforschers, der c. 1850 bis 1860 bei den Seinigen zeitweise
hier lebte und aus dem K. Staatsarchiv zu Königsberg eine Menge der
die Stadt Insterburg betreffenden Urkunden abschreiben und in einen
starken, in weiss Leder gebundenen Folianten zusammenfassen liess,
welcher sich als sog. »Weisses Buch« im Archiv des hiesigen Magistrats
befindet (Nro. 1 der Bibi. Inst., Nro. 56 a des Archivs). Darauf findet sich die
Bemerkung »diese Abschrift hat Staatsrath Prof. Dr. v. Kruse Gohlis bei
Leipzig 28. August 1863 fertigen lassen«. Dieses weisse Buch ist die
Quelle der Jubiläumsarbeit des hiesigen Gymn.-Oberlehrers Prof. Dr.
Toews »kurze Chronik der Stadt Insterburg« 1883 geworden. Daneben
hat v. Kruse in vier starken Quartbänden eine werthvolle, bis jetzt wenig
beachtete Chronik der Stadt Insterburg 1861 gefertigt (»zu Gohlis, ge¬
schenkt an die Stadt von Dr. W. Schaefer«), welche die in den Ostsee-
Provinzen gemachten Münzen- und Gräberfunde, sowie historischen For¬
schungen mit den hiesigen in Verbindung bringt und den Inhalt des
weissen Buches verwerthet.
Aus diesen Arbeiten, ferner aus dem Recessus generalis der Kirchen¬
visitation des Insterburgischen und anderer litauischen Aemter (Qrube
Corp. Const. B. I S. 35—73), aus der Instruktion der Kauffschulzen und
Willkühr des Ampts Insterburg (gedruckt in Königsberg bei Georg Neycken
1603 u. 1604), weiter aus des Lahdgerichtspräsidenten 0. van Baren
		

/Pomorze_055_07_018_0001.djvu

			II
Insterburger Urkundenbuch.
Insterburger Kirchennachrichten (Altpr. Monatsschrift Bd. 23 S. 313—360)
hat demnächst der Rechtsanwalt Horn hier 1887 »das Hauptamt Inster¬
burg« beschrieben (Zeitschrift der Altertumsgesellschaft Insterburg Heft I
S. 38—125) und darin einen ersten Versuch gemacht, auch ausserhalb
der Stadt die ländlichen Verhältnisse um dieselbe herum zu erfassen.
Einige Jahre früher hatte der Pfarrer Rogge aus Darkehmem seine
Geschichte des Kreises und der Diözese Darkehmen (daselbst 1873) aus
den dortigen Kirchenakten, ferner aus archivalischen Studien seines
damaligen Landrats von Gossler über die dortigen Geschlechter und die
Separationen — welche sich handschriftlich in einem Foliobande auf dem
Königl. Landratsamte zu Darkehmen befinden — ferner aus den v.
Schliebenschen Familien-Chroniken und Tribukaits-Chronik von Christian-
kehmen zusammengestellt, wodurch dieser Teil unseres ehemaligen Haupt¬
amtes eine ziemlich deutliche Beleuchtung erfahren hat.
Alle diese Vorarbeiten reichen aber nicht aus, um ein abschliessen¬
des Bild von der Geschichte unseres ehemaligen Hauptamtes zu gewinnen.
Um dazu zu gelangen, müssen für das 18. Jahrhundert die Akten der
Königlichen Regierung zu Gumbinnen betreff, die Domainenämter (oberste
Etage der sog. kleinen Regierung), sowie die Kaeswurra’sche Aktensamm¬
lung auf dem Magistrate zu Darkehmen herangezogen werden. Vor allem
aber musste der Urkundenschatz des Kgl. Staatsarchivs zu Königsberg
gehoben werden. Der Versuch, letzteres zu thun, ist nun in dem
Insterburger Urkundenbuche gemacht.
Ueber die Einrichtung dieser ehemaligen Geschäftsbücher einige
Bemerkungen:
Die ältesten bekannten Amtsartikel von 1567 (Lohmeyer, Caspar
v. Nostiz Seite 275 ff. schreiben vor:
»Es soll in jedem Amt ein Handfestenbuch sein, darinnen derer
von Adel, Freien, Schulzen, Krüger, u. anderer Handfesten verzeichnet,
dasselbe oft zu überlesen, und sich darin zu erkundigen, zu welchem
Recht u. wie lange, auf dass f. d, hierin nichts versäumet; da sich aber
jemand weigern würde, seine Handfeste abschreiben zu lassen, soll der¬
selbe durch den Amtmann angekündigt und namhaft gemacht werden.
Es soll auch der Hauptmann zu seiner Jahresrechnung den Kammer-
räthen einen wahrhaftigen Bericht thun, was für Güter in seinem Amte
besetzt oder wüste, desgl. ob die Wälder, Seeen, Flüsse, Wiesen u. Teiche
jemandem versetzet oder aber jemandem auf eine Zeit untergeben oder ein-
geräumct, was es ist, wie lange und in welcher Gestalt.
Es soll auch jährlich in das Amtsregister gesetzt und geschrieben
werden, wie jeder Wald, Heide, Wiese, See, Teich und Fluss (und wo
ein jedes gelegen, sonderlich die Wiesen in guter Acht haben) u. dabei
vermeldet, wie gross der Wald, Heide u. Wiese, wie man nutzt und
nutzen könnte.
Desgl. wie gross ein jeder See, Teich, Wiese u. Fluss u. wo ein
jedes gelegen, sonderlich die Wiesen in guter Acht haben, damit sie durch
die Kämmerer u. a. Diener nicht um ein Geringes ihnen zum besten aus-
gethan werden.«
Die Amtsartikel von 1642, Grube C. C. P. S. 237 ff. (u. Horn:
Quellensammlung I Stück 29) schreiben noch ein zweites Buch vor,
darin alle Käufe, Verträge, Schicht, Theile u. dergl. geschrieben werden,
drittens ein Amtsregister, worin die Zahl der Kirchenlehne, Kirchen
Städte u. Dörfer, einzelne besetzte und unbesetzte Hufen, item die von
Adel, Freien, Schulzen, zu was Rechten ein Jeder besitzet, seine Lehns¬
folgen, seine Dienste und Pflichten, Warpenwagen u. Pferde, die Zinsre-
		

/Pomorze_055_07_019_0001.djvu

			Insterburger TJrkundenbuch.
in
gister der Dörfer, das Scharwerk und die Pflichten, sowie die Mannschaft
mit Namen u. wie viel Kinder jedes Geschlecht hat. (S. 241.)
Unser Urkundenbuch giebt im Wesentlichen die ehemaligen Hand-
festenbiicher über die deutsche Bevölkerung wieder.
Die darin gesammelten Urkunden enthalten der Hauptsache nach
Abschriften von Verschreibungen über Güter, Krüge, Uebermassliindereien
an Privatpersonen, Hauptleute, Amtsschreiber, Städte und Dörfer, zu Lehns¬
recht, kaufsweise, gegen Zins oder schenkungsweise, welche für den
Privatbesitz Einzelner von Bedeutung waren und das Eigenthum, Lehns¬
oder Zinsrecht derselben in ähnlicher Art zu sichern bestimmt waren,
wie unsere heutigen Grund- und Hypothekenbücher es in Abtheilung I
derselben thun. Daneben fixirten aber jene älteren Urkunden auch die
Grund-Steuer- und Kriegslasten, auf welche der Staat Ansprüche erhob.
Sie befanden sich, so lange das Hauptamt bestand (1526 bis 1732) liier
auf dem Schlosse im Gewahrsam des Hauptmanns und des Amtsschreibers,
wurden nach und nach in mehrere grosse Folianten zusammengebunden
und bildeten so das sog. Hausbuch, welches in der ersten Hälfte dieses
Jahrhunderts, wohl auf Betrieb des unvergleichlichen Sammlers Voigt,
in das Königliche Staatsarchiv gelangt ist. Die Originale dieser Urkunden
blieben in der Regel in den Händen der beliehenen Privatpersonen und
sind meist verloren gegangen. Einige Eintragungen erfolgten urschrift¬
lich ins Hausbuch, wobei die Unterschrift nicht üblich war; der bei weitem
grösste Theil des Hausbuches bestand aus Abschriften. Das Hauptamt,
welches die Grenzen der Privatbesitzungen oft zu ermitteln und zu er¬
neuern hatte, das die aus diesen Urkunden ersichtlichen Abgaben einzog,
die Reisigen darnach bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zum Kriegs¬
dienste entbot, hatte ein grosses Interesse an der Kenntniss dieser Land¬
verschreibungen, nahm und verschaffte sich sorgfältig davon Abschriften
und hob sie ebenso sorgfältig auf. In einzelnen Fällen erfolgte schon
1596 die Eintragung in das Hausbuch urschriftlich und die Betheiligten
erhielten beglaubigte Abschriften davon. Im Falle Nro. 90 trägt der Amts¬
schreiber auf Befehl des Kammerrafs Caspar von Nostiz unmittelbar in
das Hauptbuch ein. Unsere Urkunden schliessen mit dem Jahre 1640
ab und umfassen etwa 130 Jahre, sodass auf jedes Jahr etwa 4—5 dieser
560 Urkunden entfallen; doch gab es darunter Perioden reichlicher Land¬
vergebungen, wie die letzte Regierungszeit Herzog Albrechts und die An¬
fänge der Regierung der brandenburgischen Hohenzollern, wogegen die¬
selben in anderen Perioden weniger zahlreich waren.
Ueber die Art und Verannlassung dieser Landvertheilungen,
durch welche der ursprünglich fiskalische Boden Preussens nach und
nach fast ganz in Privatbesitz gekommen ist, einige Worte: die Regierung
Herzog Albrechts und seiner Nachfolger zog aus diesen Veräusserungen
ihre ersten und bedeutendsten Einkünfte. Jede derselben brachte ihr
eine für jene Zeit ansehnliche Anzahlung ein; dann wurde dasRestkaufgeld
in Raten getilgt, daneben kam ein jährlicher Hufenzins ein.
Diese Veräusserungen erfolgten oft in Folge voraufgegangener Pro¬
messen oder, wie es heisst, auf »christliche Vertröstung« durch die Regiments¬
räte, insbesondere unter Mitwirkung des Kanzlers. Eine Bemerkung in
Nro. 135 ergiebt, dass (1591) wenigstens die Personenfrage mit dem
Herzoge besprochen wurde und bei wichtigeren Geschäften dieser Art,
wie der Ausstattung neu zu erbauender Städte oder der Besetzung des
grossen Didlaker Waldreviers, trat der Herzog auch der Sache näher,
indem er mit seinem Willen direkt eingriff und Leute seiner nächsten
Umgebung bevorzugte.
		

/Pomorze_055_07_020_0001.djvu

			IV
Insterburgor Urkundenbuch.
Die grosse Mehrzahl der Yeräusserungen erfolgt kaufsweise. Man
bezahlte bis 1611 die Hufe in der Regel mit 50 Mark und einem Jahres¬
zins, für welchen, wenn das Land noch wüst war, 3 bis 10 Freijahre ge¬
währt wurden. Die Schankgerechtigkeit wird regelmässig mit 10Ö Mark
und einem jährlichen Zapfengeld von 6 Mark bezahlt. Die Anzahlung
mit etwa einem Drittel erfolgte sofort; für den Rest werden mehrjährige
Zahlungstermine ohne Verzinsung gewährt. Seit 1611 stiegen die Land¬
preise; 1622 bezahlte man die wüste Hufe bei Insterburg mit 150 Mark
(Nro. 335). Wiesen an Flüssen wurden in der Regel besser bezahlt. Im
Jahre 1623 zahlte Cellini für die Hufe ausgehauenen Waldes an der Pack-
lidimm (bei Trakehnen) schon mit 200 Mark und Pregelwiesen werden
regelmässig mit 200 Mark die Hufe bezahlt.
Wer Land kaufte, erhielt darüber eine kurze, vorläufige, beide Theile
bindende Verschreibung, damit er den Besitz ergreifen und sich gegen¬
über den Lokalbeamten behufs Einweisung oder Ausmessung zu legiti-
miren vermochte. Dieselbe wurde darauf ins Hausbuch des Amtes ein¬
geschrieben (Nro. 527). War demnächst die Ausmessung erfolgt und das
Kaufgeld bezahlt, was in der Regel mehrere Jahre dauerte, so erhielt
der Erwerber von der Regierung unter Unterschrift der Regimentsräte
eine umständlichere Verschreibung, welche auch die Verpflichtungen des
Käufers gegenüber dem Staate, insbesondere Art und Umfangseiner Kriegs-
dienstpflicht, die Beschaffenheit seines Rechtsverhältnisses, — ob er das Land
zu kulmischem, magdeburgischem, Lehnrecht, Hoch- oder Kleinzins besass —
sowie seine Steuerpflicht umfasste und meist Erb Verschreibung (Nro. 315),
Hauptconfirmation (Nro. 255), Berahmung (Nro. 257), oder Generalver¬
schreibung genannt wurde (Nro. 290). Deshalb finden sich in unseren
Urkunden über denselben Landbesitzerwerb häufig zwei Urkunden, der
Kauf und die Confirmation. In solchem Verhältniss stellen beispielsweise
die Urkunden Nro. 145 : 289, 314 : 387, 359 : 388, 381 : 398, 359 : 404,
185 : 407, 405 : 427, 383 : 461 u. a.
Bei der Fülle fiskalischen Waldlandes in unserer Wildniss und der
verhältnissmässig geringen Zahl von Bewerbern darum, wurden nament¬
lich in den älteren Zeiten die Hufen so überaus reichlich gemessen, dass
sich bei allen späteren Nachmessungen grosse Uebermasse ergaben. Dies
hatte zum Theil auch darin seinen Grund, dass die Scharwerksbauern
demnächst überall in die benachbarten Wälder hineinrodeten und dadurch
das cultivirte Land immer mehr vergrösserten. Der Hauptgrund dieser
Ungenauigkeit ist jedoch wohl in den Mängeln der Messkunst jener Zeit
zu suchen.
Es ist auffallend, wie sehr hier die Praxis der Messkunde, einer
recht alten Wissenschaft, hinter der Theorie nachhinkte Schon Herodot
lässt (1,66) die Pythia zu den Lacedaemoniern sagen: »Sollst das schöne
Gefilde ausmessen mit teilender Leine.« Diese Theorie, welche wir aus
der 1886 von Menthal herausgegebenen »Culmischen Geometrie«, eines 1393
bis 1407 lebenden Mönches näher kennen gelernt haben, knüpfte an die
Lehren der Griechen an. In lateinischer Sprache hat man dies Werk
im Kloster zu Pelplin gefunden. Dasselbe lehnt sich an die Sätze des
Euclides an, kennt Linie, Winkel, Dreieck, Quadrat, berechnet den
Inhalt dieser Figuren, kennt die Triangulation und weiss die Quadratwurzel
zu ziehen. Man hat demnächst im Staatsarchiv zu Königsberg eine deutsche
Uebersetzung davon aus dem 16. Jahrhundert entdeckt. Diese geht mit
den bezüglichen abstrakten Begriffen noch sehr unbeholfen um. Sie
nennt das Dreieck ein dreiwinkelig Feld, die Ausmessung desselben die
Germose (das Mass des Geren); die Linie, welche der Mönch latus nennt,
		

/Pomorze_055_07_021_0001.djvu

			Insterhurger Urkundonbuoli.
V
bezeichnet der Uebersetzer mit Wand, die ebene Fläche, welche jener als ex-
tensio ab una linea ad aliam definirt, lässtder Uebersetzer durch »Ausreckung
des Drehbaumes von einer Wand zur ändern« entstehen. Der Drehbaum
(Schlagbaum triabor) wird als Bezeichnung der Linie gewählt, auch ad-
jectiviseh und sogar verbal als drehbomen und drehbomig.
Für die praktische Ausführung einer Vermessung giebt der Ueber¬
setzer folgende Anleitung:
»Wer ein Feld, das zum ersten Mal ausgegeben wird, von richtiger
Wurzel recht messen will, der thue also: Er umreite zuerst alle Grenzen
mit dem Erbherrn und denen, so das Gut und Erbe zu sich nehmen wollen,
zu Dienst, als Zins oder Scharwerk oder welcherlei es sei und merke,
wie das Feld gestaltet ist, ob es drehbomig ist oder nicht. Ist es dreh¬
bomig, so merke, ob es innerhalb einen rechten Winkel hat oder nicht.
Hat es einen rechten Winkel, so lege das Gezeug da erst an und lasse
ausdrehbomen zu beiden Seiten des rechten Winkels, so du vorwärts
kannst.«
Letzteres war aber eben der wunde Punkt; man stiess auf Moor,
eins der vielen Gewässer oder dichten Wald. Da konnte man nicht di¬
rekt, sondern nur nach ungefährem Augenmass vorwärtskommen und da¬
durch litt eben die Genauigkeit. In einem aus Nostiz Haushaltungsbueh
bekannt gewordenen Falle stiess der die Vermessung leitende Amtshaupt¬
mann auf einen See, fuhr mit dem Kahn hinüber und liess das abge¬
schnittene Stück See ausser Acht, das demnächst Streitpunkt wurde. Man
rechnete 5 Fuss auf einen Schritt (!), 125 Schritt auf ein Gewende (Seite
eines. Jagens), 8 Gewende auf eine welsche Meile; zwei welsche Meilen
machen eine kleine Rast. Die Meile hat andererseits 180 Seile, das Seil
10 Ruthen. Drei Seil in die Länge und ein Seil in die Breiten machen
einen Morgen, 65 Morgen 150 Ruthen 80 QFuss bilden eine altkulmische
Hufe. Auf eine Quadratmeile rechnet die geometria culmensis S. 22
360 kulmische Hufen ä 30 Morgen.
Die Ungenauigkeit der älteren Messungen, welche vielfach Streitig¬
keiten hervorrief, sowie die zahlreichen Neuvergebungen, erforderten Land¬
messer, welche anfangs periodisch erscheinen, später eine stehende, von
der Regierung besoldete Klasse von Beamten bilden. Diese Praktiker
kannten im 16. und Anfangs des 17. Jahrhunderts die Triangulation noch
gar nicht, haben sie wenigstens nicht angewendet, sondern massen meist
nur rechtwinklige vierseitige Figuren aus. Man begann die Messung an
einem festen Punkte, einem Fluss, einer alten Ortseiche, einem grossen
Stein, und es gab noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts bei uns Granit¬
steine von 2—300 cbm Inhalt, z. B. bei Palvlauken im Mehlaukischen, —
einer mit Kreuzen gezeichneten alten Buche und bezeichnete die Aussen-
grenzen nach ähnlichen auffallenden Merkmalen. Das Einheitsmass, —
Seil — und die Himmelsrichtung fehlt bei diesen Aussengrenzen in den
meisten alten Urkunden. Man steckte nach unseren Urkunden in den
meisten Fällen irgendwo nach dem Kompas einen rechten Winkel ab,
verfolgte die Schenkel — die Wand — reitend, soweit es nöthig schien,
legte dann wieder den rechten Winkel an, ritt weiter, ermittelte noch¬
mals den rechten Winkel am Endpunkt und verfolgte den Schenkel des¬
selben abermals, bis man an den Anfang der Messung zurückgelangte.
Die vier Wände oder Grenzlinien müssen in der Regel gleich lang gewesen
sein, wenn das Exempel, welches die geom. culm. S. 76 aufstellt, stim¬
men soll. Frage: ein Feld hat 1864 Ruthen oder Seile, wieviel Vierkant
macht das? Suche die viereckige (Quadrat) Wurzel von der vorgelegten
		

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			VI
Insterburger Urkundenbuch.
Zahl; die Wurzelzahl wird dann die Länge einer Flächenwand. Ich
spreche 43 Ruthen oder Seil und 15/g6.«
Ein solches Verfahren lässt sich nur in denjenigen Fällen anwenden,
wenn uur der Kern der Besitzung, das brauchbare Acker- oder
Wiesenland, allein gemessen werden sollte, das darum liegende Unland, Ge¬
strüpp oder Waldland dann aber unberücksichtigt blieb und anderweit
bestimmt wurde, etwa nach dem Nachbar, an dessen Land es stiess, nach
einem grossen Stein, einer Eiche u. dergl. Und so finden wir nach
Tribukeits Chronik bei den Separationen im iy, Jahrhundert in der That
nur das der Dreifelderwirtschaft dienstbar gemachte viereckige Ackerland
vermessen und abgesteckt, das Unland und den Wald aber unvermessen
von breiten Sommer- und Winterwegen durchschnitten und wenig beachtet.
Des Kompasses bediente man sich bei uns bereits 1556 zur Land¬
messung. In Nro. 61 unserer Urkunden bei Vermessung des Landes des
Stanislaus Storszewski wird die Grenze damals also beschrieben: »Von
der aufgeworfenen Tanne gerade nach dem Kompas von dem Kreuze
zu gehen auf eine andere Tanne« und weiter »von der Danne in dem
Mittag gerade nach dem Kompas zu gehen durch ein Ellerngesträuche.«
Den Winkel nannte man noch 1623 in der Amtssprache »Ellen¬
bogen« (Nro. 346;) noch 1612 (in Nro. 536) wird die Grenzlinie eine
»Wand« genannt.
Die älteren Vermessungen waren bis auf 20 pc. ungenau. Die
Kirche zu Kattenau sollte 4 Huben besitzen. Bei einer Nachmessung
(Nro. 523) ergab sich ein Uebermass von 1 Hufe, 67 Morgen 287 Ruthen.
Auch scheint man es früher mit den geraden Linien nicht so genau
genommen zu haben. Denn im Dorfrecesse von Kattenau (Nro. 525) von
1641 ist zum ersten Mal von »diesem gestreckten Masse« die Rede.
Die Nachmessungen wurden demnächst periodisch für grössere Be¬
zirke vorgenommen. Niemals kam es vor, dass der Landmesser zu wenig
Land vorfand, immer fand er Uebermassland. Im Jahre 1612 (Nro. 536)
wurde das ganze Ragnitsche Amt vermessen; anderweitige Vermessungen er¬
folgten 1613 (Nro. 348) und 1618 (Nro. 391). Als Landmesser werden
Mathias Runge und Mathaeus Scheffler (in Nro. 349), Teophil Menenius
(Nro. 439), Martin Nagel, in Nro. 523 Lucas Schwarz genannt. Bekannt
ist auch der (ausserhalb unserer Urkunden liegende) Landmesser Jeremias
Kunzmann, welcher 1676 den alten Hof und die Zauper bei Insterburg
vermass.
Zunächst wurden die Uebermassländereien den anwohnenden Ort¬
schaften zum Kauf angeboten; erst wenn diese sie nicht nehmen wollten
oder konnten, erhielten es Fremde (Nro. 275 und 293). Den Dorfschaften
wurde dasselbe entweder auf Hochzins ohne Scharwerkspflicht oder auf
Kleinzins, letzteren Falls mit Scharwerksdiensten angeboten (Nro. 293,
294, 296). Das Formular, nach welchem die Vergebung erfolgte, sowie
ein Verzeichniss von 36 Dorfschaften, welche davon Gebrauch machten,
ergiebt die Urkunde Nro. 206 Insterburg den 25. Februar 1613. In
Nro. 356 erwarben Pleinlauken und Geswethen gegen einen Zins von
20 Groschen pro Morgen Pregelwiesen. Desgleichen Pelleninken (Nro. 389).
Lehnten die Dörfer den Ankauf ab (Nro. 230, 240, 247) oder konnte die
Regierung ihnen das Land nicht überlassen (Nro. 523), so wurde es in
Stücken von 2—4 Hufen verkauft, oft in Verbindung mit einer Krug¬
gerechtigkeit. Unter diesen Erwerbern treten hervor Insterburger Bürger,
deren Wohlstand erwachte, Pfarrer, die aus der Kruggerechtigkeit gerne
Nutzen zogen und sich nicht vor der damit verbundenen Grenz- oder
Kriegsdienstpflicht scheuten (Nro. 133, 135, 138, 144, 145, 194 und
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
VII
öfter), besonders aber Amtsschreiber, deren Wohlstand unerklärlich wäre,
wenn er nicht aus solchen Nebengeschäften geflossen wäre. Das Geschäft
der Ermittelung und Yeräusserung solcher Uebermassländereien lag einer
besonderen Behörde, den Haushaltungsvisitatoren ob. Diese verbanden
mit solchen Landvertheilungen zugleich die Verkleinerung der Schulzen¬
bezirke, die zuerst zu gross waren und führten die sogenannten Kauf¬
schulzen ein, zu welchem Berufe sich besonders Amtsschreiber drängten.
Gegen den Schluss der Regierung Johann Sigismunds wuide diese Con-
currenz der Amtsschreiber missliebig und man bestimmte 1615, dass
kgin Amtsschreiber zugleich Kaufschulze werden dürfe. Aber kaum
änderte sich die Person des Herrschers, als das Beamtentum diesen Grund¬
satz abschüttelte. (1620 in Nro. 328—330).
Die noch viel zu wenig bekannte Regierung Johann Sigismunds
schlug auf religiösem, wieauf profanem Yerwaltungsgebiete vielfach neue
Wege ein. Sie fand es auch angemessen, die bisher als Waldwildniss und Jagd¬
gebiet benutzte Gegend im Süden Insterburgs, den sog. Didlaker Wald, der
südlich bis Jodlauken, von Osten nach Westen aber von Kraupischkehmen
bis Plattenischken reichte, der Cultur zu erschliessen. Es entwickelte sich
ein förmliches Wettjagen der Amtsschreiber und Hofbedienten, um Hufen
darin zu erlangen. Für ihre bisherigen guten Dienste liessen sich die
Sekrelaire Hahn, Gelhar, der Hauptmann von Angerburg u. a. darin grössere
Landcomplexe schenken (Nro. 207—210), um sie alsbald an Dritte zu
veräussern (Nro. 210). Des Kurfürsten Stuttknecht (83), sein Kammer¬
diener Peter Moerlein (100), sein Stallmeister Hans Westphaeling, (104),
sein Mundkoch Hans Eyn (310), der Kammerdiener Antonius Freytag
(193), der geheime Kammerschreiber Hans Grabow (Nro. 196 Keppurlauken)
lassen sich bei dieser Teilung der Erde recht gut bedenken, nicht um das
Land zu bebauen, sondern um es flugs zu veräussern. Auf diese Weise
kam dasselbe wieder in den Besitz von Insterburger Bürgern oder Amts¬
schreibern u. z. zu kulmischen Rechten, wodurch es unwiderruflich in den
Privatbesitz überging. Die Vergebung »gegen Dienst« oder »zu Lehn recht«
wobei es der Regierung beim Mangel von Anwärtern heimfiel, wurde
immer seltener. Seitdem Herzog Albrecht im Gnadenprivileg das strenge
Mannslehn durchbrochen und auch die Töchter successionsfähig gemacht
mittelst Belehnung »zu Magdeburgisch beider Kinderrecht,« Mitbelehnungen
und Belehnungen zur gesammten Hand vielfach beliebt hatte, war das
alte Lehnrecht des Mittelalters faktisch illusorisch geworden, denn in
diesen Formen sind grosse Güter bei uns fast nie mehr als caduk an
den Staat zurückgefallen. Norkitten blieb von 1521 bis 1721 bei der
Familie v. Gattenhofen, Almenhausen von 1562 bis 1709 bei der Familie
Wittmannsdorf. Ein Beispiel sehr ausgedehnten Lehnrechts dagegen
enthält Nro. 403, worin 1627 dem Carl Hannibal, Burggrafen zu Dohna,
Herrn auf Wartenburg und Prälin, Kaiserl. Geheimen Rath und Kammerherrn
50 caduke Hufen zu Kieselkehmen erblich und ewig zu Magdeburgischem
(beider Kinder-) Recht und für beide Geschlechter nebst Gebäuden, Mann¬
schaften, Unterthanen, Aeckern, Wäldern, Feldern, Wiesen, Büschen und
Sträuchern, Wässern und Fliessen, Brunnen und Bauten, Mühlen und
Mühlstätten, Krug und Kruggerechtigkeit, grossen und kleinen Gerichten,
»wie wir als der Landesfürst ohne jemandes Hindern daselbst zu unserm
Nutzen und Besten, wie solches erdacht werden kann [besessen haben] —
gänzlich frei von allen Beschwerden, ausgenommen was an Schoss und
Contribution auf öffentlichen Landtagen, dessen Niemand exemt sein kann,
bewilligt werden möchte und wollen uns auch nicht das Geringste davon
Vorbehalten, sondern gänzlich begeben haben. Zuweilen, wie bei Pein
		

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			VIII
Insterburger Urkundenbuch.
(Nro. 30) oder Fabian von Lehndorf (Nro. 204) wird der Verkauf der
Güter ausdrücklich gestattet und gewährleistet, jedoch unter Vorbehalt
des Verkaufsrechts für den Staat und mit der Bestimmung, dass der bare
Erlös nicht ausser Landes geführt werden dürfe.
Die grosse Zahl von Landverkäufen in den Jahren 1612 bis 1615
(Nro. 187 bis 274), in denen die Brandenburgischen Hohenzollern hier
ihre Regierung einführten, erfolgte an den Mittelstand, weil der Adel
frondirend sich an Polen hielt (v. Baczko Geschichte Pr. IV. S. 369).
Die Haushaltungsvisitatoren ritten durch das Land, Hessen sich die
alten Verschreibungen vorzeigen, ordneten, wo sie fehlten, das Abgaben¬
wesen neu, selten zum Vorteil der Besitzer, Hessen nachmessen und be¬
reiteten den Verkauf des Uebermasslandes vor. Sie scheinen in Inster¬
burg ihren Sitz gehabt zu haben, von wo die meisten der betreffenden
Urkunden datiren. Ein solcher Visitator war 1590 der Amtmann Daniel
Proschwitz zu Georgenburg, an welchen (Nro. 532) nachstehender Befehl
erging: Du wirst Dich zu erinnern wissen, wie weit man mit den inster-
burgischen Sachen kommen und dass es mehr darauf ruht, dass die Sachen
in vollständigen gesainmten Rath und Schluss gezogen, als haben wir dem¬
nach zu diesen Sachen auf Erfordern der Notdurft eine ansehnliche Com¬
mission aus unserer Oberkammer und Landräthen deputirt, die auf den
nächstkommenden 8. Februar zur Insterburg ankommen und nicht allein
allda die Relation und gefasste Bedenken über die untersuchten Schulzen¬
ämter abhören — demnach ist unser ge- und zuverlässiger Befehl —.
du wollest dich neben ändern, sowie Gleichen hiezu beschieden, auf den
8. Februar auf unserm Hause Insterburg einstellen. Diese ändern Com¬
missarien waren Christoph Rueckerling, Ludwig v. Rauther, Landrath und
Hauptmann zu Brandenburg und Hans Schürlein, Kammermeister (Nro. 533)
In den Jahren 1615 und 1616 finden wir (Nro. 462 daselbst »Haus¬
haltungsvisitatoren des samländischen Kreises« die von 1638 in Thätig-
keit sind (Nro. 431). Es waren dies Andreas v. Kreutzen, Gerlach v.
Gaudecker, Oberförster Caspar v. Lossan Nro. 327). Gaudecker erscheint
1621 zum letzten Mal Im Jahre 1638 werden (in Nro. 462) Ahasverus
Brandt, Fabian v. Ostau und Friedrich v. Goetzen als Haushaltungsvisitatoren
genannt. Die Instruction ging 1616 (in Nro. 278) dahin »die im Amt
Georgenburg befundenen Uebermass so hoch nur immer zu bringen.«
Die Betheiligten fingen an, sich dagegen zu wehren. Alexander v. Bulbeck
lässt sich (in Nro. 306) schon sein Land »frei von Aufschlag« verschreiben.
Seit 1627 wurden die Verkäufe des Uebermasslandes seltener und man
schritt zu deren Verpachtung, z. B. Camswiken auf 21 Jahr gegen Hoch¬
zins (Nro. 434).
Gegen das Ende der Regierung Georg Wilhelms schwindet der
Wohlstand des Landes. Man findet leere oder verschwundene Dörfer
wie Augustlauken im Kiautischen (Nro. 457) und Bomballen im Saa-
lausehen (Nro. 283). —
Fast jede unserer 560 Urkunden enthält, einen Fortschritt der
Cultur. Mit jeder Voräusserung wurde eine Stelle gegründet, auf welcher der
Fleiss des Bürgers und Bauern aus fiskalischer Wildniss einewohnliche Stätte
des Lebens und Wirkens schuf, worauf die heutige Cultur beruht.
Aus der »Wildniss,« wie unsere Urkunden Nro. 18, 30 und 112 die
Gegend an der Droje und bei Bubainen officiell nennen und wie sie
noch 1577 bezeichnet wird, also aus dem Urwalde, der bei Beginn
unserer Geschichte den ganzen Hauptamtsbezirk bedeckte, ragen nur
wenige feste Häuser Insterburg, Tammow, Norkitten und der Domherren
Häuser Saalau und Georgenburg hervor. Zwei Wege durchqueren dasselbe
		

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			Insterhurger Urkundenbuch.
IX
von Westen nach Osten, von denen der eine, der Sommerweg, von der
Feste Taplacken über Saalau, Leipeninken (112), Georgenburg, durch Neu-
nischken bis Kraupischken und Ragnit führte; der andere, der Winter-
oder Poyatische Weg (3), über Wehlau, Piaten, Paschdorf führte, auf der
Südseite des Pregels und mit. Benutzung der Eisflächen desselben und
der Thalwiesen über Bubainen nach Althoff und wird in Urkunde
Nro. 112 erwähnt. Dass in der Mitte des 16. Jahrhunderts an denselben
bereits die bezeichneten Dörfer lagen, ergiebt sich zwar nicht aus unseren
Urkunden, wohl aber aus den im Staatsarchiv zu Königsberg befindlichen
— in Horn’s Verwaltung, XXIII und XXIY bezeichneten 16 Rechnungs¬
büchern oder Amtsrechnungen von 1556 und 1558. — Es gab darnach 1556
im damaligen Hauptamte bereits 176 Dörfer mit 844 Zinsbauern mit
einer auf je 5 Personen anzuscblagenden Familie, Jeder Bauer hatte
1 Hube als Kulturland angewiesen erhalten (Horn, Verwaltung Ost-
preussens 1890, S. 211). Diese Dörfer waren in 13 Schulzenämter eingetheilt,
welche daselbst S. 206—210 aufgeführt und neuerdings auf einer im Museum
der Altertums-Gesellschaft Insterburg befindlichen Karte gezeichnet sind.
Die älteste unserer Urkunden (Nro. 1) datirt vom 5. Juni 1376 und
betrifft das Dorf Wiepeninken. Winrich von Kniprode verleiht darin an
Heinicke Dittau, Tilen Paniels (wohl Daniels), Nickel, Heinrich und Peter
Hundertmark 50 Hufen zu kulmisclien Rechten: — »Und hätten sie etwas«,
heisst es darin, zu klagen wider die Preussen oder die Preussen wider
sie, die Klag und Antwort sollen sie thun vor dem Komthur	ihre
Bauern und Leute sollen dem Orden zu allen Zeiten zu dienen verpflichtet
sein — — sie selbst sollen 2 Plattendienste leisten, frei Fischerei im
Pregel und anderen Fliessen haben — auch haben sie von jedem Pfluge
einen Scheffel Weizen und einen Scheffel Korn und von jedem Haken
ein Scheffel Pflugkorn, ein Krampfund Wachs und einen kölmischen oder
5 preussische Pfennige jährlich zu Martini abzugeben. Daraus gewinnen
wir die erste Anschauung vom Stande der Cultur und der Beschäftigung
der ältesten bekannten Bewohner unserer Gegend. Deutsche sowie
preussische Bauern, andererseits Bauern und Landleute, treten in einem
Gegensatz auf, jene bilden die herrschende, diese die dienende Klasse
welche bereits 1548 (Urk. Nro. 50) als Scharwerker bezeichnet werden,
Sie treiben Pferdezucht, bauen Weizen und Roggen, haben Bienenzucht,
der deutsche Pflug arbeitet neben dem polnischen Haken, man besitzt
bereits ordentliche Gerichte, feste Zinssätze, einen festen Zahltag — Mar¬
tini — und bare Münze. Die unterthänigen Landbewohner werden aus¬
drücklich als Preussen bezeichnet, der Littauer geschieht keine Erwähnung.
In den Amtsrechnungen des 16. Jahrhunderts, in denen alle Zinszahler mit
Namen fast ausschliesslich littauischen Klanges aufgeführt werden, überfluthet
bereits das littauische Element das preussische, und Herzog Albrecht nimmt in
letzter Stunde darauf Bedacht, die verschwindende preussische Sprache zu
fixiren. Bereits im 17. Jahrhundert sind die nach Sprache und Lebensart ver¬
wandten Preussen und Littauer sozial so zu einer Nation verwachsen,
dass sie seitdem nicht mehr, es sei denn an einzelnen Namen von Per¬
sonen und Ortschaften, unterschieden werden können.
Unter den Preussen zeichnete sich durch grösseren Landbesitz eine
Klasse aus, welche mehr zu den Deutschen und zum Orden hielten, als
zu ihrer Nation, die sogenannten Freien, welche vom Orden vielfach be¬
günstigt wurden, indem sie vom Scharwerk und der Zehntpflicht befreit
waren, und im Heere in dem altdeutschen Panzerhemde (Brunie) dem
Preussengürtel und dem Preussenhelm zu Pferde, sowohl im In- als im
Auslande diente. Ihre Zahl Avar nicht unbeträchtlich.
2
		

/Pomorze_055_07_026_0001.djvu

			X
Insterburger Urkunden buch.
Toppen führt in der Zinsverfassung (Separatdruck S. 29) für das
Jahr 1419 auf in den Kammerämtern
Wohnsdorf .... 90 preuss. Freie etwa 8 köllmische Dienste
Alt Wehlau .... 43 „ „ „ 10 „	„
im Gebiet Insterburg 51 „ „ „ 3 „	„
Unter den köllmischen Diensten, welche an Zahl viel geringer waren
als die preussischen, sind diejenigen der sogenannten Köllmer verstanden,
nicht adliger Deutscher, welche hieher gezogen, mit dem kulmischen Rechte
beliehen und nach ihren Verschreibungen mit der Platte — einem Eisen¬
panzer, der Mann und Ross bedeckte — lediglich innerhalb der Landes¬
grenzen zu dienen verpflichtet waren, Leute, welche gern, wie im Heere,
so auch im Leben dem Adel folgten und sich in einzelnen Gegenden,
wie in der' Marienburger und Tilsiter Niederung, dem Namen nach bis
heute erhalten haben.
Der Plattendienst kennzeichnet die gedachten Hundertmarks als
solche deutsche Köllmer. Sie besassen ihre Ländereien zu köllmischem
Lehnsrecht, weshalb sie in vim recognitionis den kulmischen Pfennig,
das sind ^60 der damaligen Mark, im heutigen Werth von etwa 33 bis
40 Mark Silbermünze, oder wie die kulmische Handfeste sagt: »quinque de-
narios monete usuales« — also 30—40 Pfennig heutigen Geldes — zu
Urkunde zahlten, was als das charakteristische Merkmal des kulmischen
Lehnes zu betrachten ist (Yoigt Bd. 6 S. 650). Daneben dient als solches
das Krampfund Wachs, welches ebenfalls zur Anerkennung der Ober¬
herrschaft von denselben gezahlt wurde. Das Pflugkorn oder der kul¬
mische Bischofssclieffel war ursprünglich eine Zehntleistung an die Geist¬
lichkeit; der Orden liess sich dieselbe nach der Landtheilung mit den
Bischöfen weiter gewähren Schon unter Conrad von Jungingen begann
man diese Naturalabgabe in ein Pfluggeld oder in eine Grundsteuer
umzuwandeln (Voigt daselbst S. 659—661).
Im 15. Jahrhundert erweitert sich unsere Personen- und Orts-
kenntniss; es treten die ältesten Kammerämter und deren Ausdehnung
vor unser Auge.
Das Vasallenregister des Pflegers von Insterburg aus dem Jahre 1436
(Neue Pr. Provinzialblätter 1855, S. 238) führt eine Reihe »ehrbarer Leute« —
honesti nobiles — wohl einschliesslich der Köllmer und Freien auf, welche die
ältesten Geschlechter unseres Hauptamtes darstellen. Da erscheint Ulrich
von Welau, Martin Stenilge auf Stanillien, Kirchspiel Paterswalde, Michael
Woywode, Nitze Montedrawe, Erwayn, Jorge Weipnick (aus Wiepeningken)
Burtusch Kandene, Joachim Gotschalk, Niklos Schumer, Martin Orlawk,
Oppyn (aus Oppen), Santop,Jurge Welow, Hans Walkenyn (aus Walkow oder
Walkusin, einem Vorposten bei Insterburg, dessen Spur noch nicht wiederge¬
funden), Hans Kämmerer von Wohnsdorf (darüber Neue Pr. Prov.-Bl. 1854,
I,S. 326), Klotez Karschau, Hans Jeger, Michel Seholze, Christoph Manstein,
Mathis von Clusvne (Kloschenen) und besonders Dietrich von Plauen (auf
Plauen,auch Robuttegenannt) Besitzer von Persien, dessen Nachkommen auch
Schönbaum und Redden besassen. Das Pflegeamt Insterburg reichte
1436 also von Wehlau bis Walkow hinter Insterburg, und andererseits
von Oppen bis Wohnsdof, Plauen und Kloschenen. Dasselbe gehörte
zur Komthurei Königsberg und zerfiel, wie wir aus Weber a. a. 0. S.
516, 532 535 ersehen 1437/38 nach dem grossen Zinsbuch in verschiedene
Kammerämter, welche theils zum Bisthum Samland, theils zur Kom¬
thurei Königsberg gehörten.
Zu jenem wurde das Kammeramt Saalau mit der Burg Saalau
und dem Preussenort Wirtekall (Wirtkallen) gezählt, sowie das Kam-
		

/Pomorze_055_07_027_0001.djvu

			Insterburger Urkudenbuch
XI
meramt Georgenburg mit der Burg gleichen Namens (ehemals Gar-
sowin) den Lehngütern Kropisken (Kraupischken), Lipenick (Leipeninken)
und dem deutschen Dorfe Gilgenau (Gillischken).
Direkt zur Komtliurei Königsberg gehörten im Anschluss daran 15
Kammerämter, darunter:
1)	Das Land Welow, nebst dem Waldamt Tapiau, bestehend aus
der 1336 gegründeten Stadt Wehlau, der Burg mit Lischke Tapiau unter
einem Schulzen, den Burgen Welau und Taplacken, Tolleinen (jetzt
Tallehnen), Ziegelei Simmau (jetzt Zimmau), dem Königsberger Kloster¬
gut Gr. Nuhr und verschiedenen köllmischen Lehnsgütern (Kuglaken,
Kleefeld, Klingers, Kornersgut, Michelau, Naukil, jetzt Naukelischken und
Niekesdorf) 23 preussischen Dörfern, Aukon (jetzt Augken), Kötin
(jetzt Köten), Kolmen (Kolm), Kukain (Kukehmen), Kraplauken, Gauleden,
Genslack, Imlen, Linkaim (jetzt Linkenen), Migussen, Nalegau, Oppin, Pelon
(Pelonen), Piaten, Romau, Rupin (Rippen), Saupin (Zophen), Skoberow (Ska-
berau), Sonditen(Sanditten), Sorgin (Zargen), Warkellen und Auclitten, und
35 zum Waldamt Tapiau gehörigen deutschen Dörfern: Allnau (jetzt Allenau)
Borchertsdorf (Bürgersdorf), Kodien, Colm, Daubin (Doben), Dietrichswalde,
Gr. Engelau, Kl. Engelau, Frischenau, Goldbach, Gonau (Gundau), Grünlinde,
Grünhayn, Hanswalde, Hohenfelde, Neumühl, Petersdorf. Paterswalde,
Poppendorf, Puschdorf, Pregelswalde, Richau, Ripkeim, Kl. Schönau, Sto-
bingen, Starkenberg, Ulitton (Auclitten), Alt Welau, Wilkendorf, Weissensee,
Kaplteim, Pomauden, Dikallen, Hagenau und Neudorf, meist am Klange als
deutschen Ursprungs erkennbar, die letzten drei Orte verschollen.
2)	Das Land Nadrauen oder (wie es in der nachfolgenden Ur¬
kunde 4 im Jahre 1420 bezeichnet wurde) Kammeramt Narwiketen
(Norkitten) mit den Burgen Norkitten und Schwägerau, den köllmischen
Lehngütern Ponnau, Wainoten, Wiepeninken und den preussischen
Dörfern Aszlaken (damals Aselauken), Kallenen (damals Coleen), Graup-
lauken (bei Puschdorf), llisken (jetzt llischken) Narweketin, Noine (jetzt
Nehnen), Plewisken, Skirrow (Schirrau), Stabelauken, Svvoigrube (Schwä¬
gerau), Tölteninken.
3)	Das Land Insterburg mit dem Hakelwerk und der Panger-
witzin, der Burg Insterburg (littauisch Isruti), den Burgen Tammow und
Walkow und den Lehngütern und Preussendörfern Gardowin und Tam¬
mow. Das Hakelwerk Insterburg war 1404 von 2 Freien und 15 preussi¬
schen Bauern, Tammow von 11 Freien und 3 Bauern besetzt (Weber
a. a. 0. S. 533). Noch 1507 zinste das Gebiet Insterburg nur Marder¬
felle und sein Pflegeposten war Verbannungsort für missliebige Adlige
(das. S. 534).
4)	Das Kammeramt Wohnsdorf mit der 1400 gegründeten Stadt
Alienburg, der Burg Auclitten oder Wohnsdorf (Unsatrapis), der Stadt
Allenburg und 36 Lehngütern und Preussendörfern: (Weber a. a. 0. S.
534 und 535).
Bereits 46 Jahre später — 1446 hat sich über die bisher coordinirten
KammerämterWohnsdorf,Wehlau u. dasLandNadrauendasnunmehrige Amt
Insterburg als übergeordnet erhoben. Die unten nachfolgendeürkunde Nro.
8 trägt die Ueberschrift »Diese nachgeschriebenen Dienste, Haken, Huben
frei gebäuerlich u. wüst gehören zum Amt Insterburg im 46. Jahre u. darunter:
1)Das	Kammeramt Wohnsdorf mit 27 Ortschaften und indenseiben
etwa 34 ursprüngliche preussische Personennamen, das beste Namens-
Yerzeichniss dieser Art, welches den Sprach-Forschern empfohlen wird.
2)	Das Kammeramt Alt-Welau mit 19 Dörfern, deren Namen
bereits vorhin angegeben sind, darunter Ranglaken, Reifschägers, Sanditten,
		

/Pomorze_055_07_028_0001.djvu

			Xll
Insterburgor Urkundenbuch.
Piaten, Nickelsdorf, Michelau u. a. nebst wiederum 21 originellen
Preussennamen.
3) Das Land Nadrauen, welches in unseren Urkunden Nro. 3
und 4, 1420 und 1421 als Kammeramt Norkitten bezeichnet ist und
später im Amte Insterburg aufgeht, mit den bei Weber S. 532 auf geführten
Orten, mit Ausnahme von Stablacken und Nehnen, aber einschliesslich
Warnien. Das alte Nadrauen lag sicher in dieser Gegend und es haben
dazu in jedem Falle die ebenbezeichneten Ortschaften, insbesondere Nehnen,
Stablacken, Toelteningken, Plibischken, Callenen, "VVarnien, Schirrau, Asz-
lacken, Craplauken, Norkitten und Wiepeninken gehört.
Der normale Besitzstand eines Köllmers stellt sich darin auf 25
Hufen, derjenige eines Freien auf 4 Hufen.
Des Zinses wegen werden noch eine Anzahl ausserhalb dieser drei
Kammerämter wohnende Personen aufgeführt, namentlich die Krüger und
Müller aus Alienburg, Wohnsdorf und Taplaken, darunter auch die ältesten
bekannten Krüger des Hakelwerks Insterburg: Kranich, Michel, die
Mewische und der Schmidt, welche je 3 Mark zinsen.
Die Erhebung des Amtes Insterburg zu einem Hauptamte, also der
Abschluss dieser Organisation lässt sich aus unseren Urkunden nicht nach-
weisen, erfolgte nach und mit der Einführung der Beformation in geringen
Zeitintervallen aus einem nicht bekannt gewordenen gemeinsamen Ent¬
schlüsse für alle späteren Hauptämter mit der Einsetzung des ersten
Hauptmannes.
Die Bestallungsurkunde unseres ersten Hauptmannes, des herzog¬
lichen Hochzeitsvermittlers Johann Pein »zum Amtmann« ist am Tage
vor der Hochzeit Herzog Albrechts, nämlich am Tage Johannis des Täu¬
fers 1526 (Urkunde Nro. 29). ausgestellt.
In seine Amtszeit fällt hauptsächlich die Gründung des Städtleins
Insterburg, worüber die Urkunden Nro. 29, 30, 31 und 32 einen bis
dahin unbekannten Aufschluss bieten. Das Verzeichniss der übrigen 25
Amtshauptleute bis auf den letzten, Dietrich von Kunheim, 1724—1738,
ergiebt sieh aus unserer Zeitschrift, Heft 2, S. 190 und 191. Die Ent¬
wickelung teils des littauisclien Hofgerichts daraus ist daselbst S. 115
bis 122, diejenige der Kriegs- und Domainen - Kammer Gumbinnen bei
Horn, Verwaltung Ostpreussens seit der Säcularisation (1890, bei Teichert)
S. 284—290, geschildert.
Verfolgen wir nun unter Ausscheidung aller Nebenfragen über Zins,
Kriegsdienst, Scharwerk n. a. Lasten den localen Fortschritt der Cultur
in dieser Wildniss, so müssen wir zunächst hervorheben, dass derselbe
aus unsern Urkunden nur zum Theil zu erkennen ist, da diese nur das
Vordringen der deutschen Pionire von Westen her betreffen, während
der grössere Theil der Colonisten von Osten her aus Littauen nach Westen
zuströmte. Verfasser hofft in seiner späteren Arbeit »über die Urzeit Preussens«
das Vordringen der Littauer unter Mitteilung einschlägiger Urkunden
ergänzen zu können und zwar aus den in seiner oben citirten Verwaltung
Ostpreussens, S. XXIV, angeführten 10 Geldrechnungen, die sich im
Königlichen Staatsarchiv vorfinden. Soweit unsere Urkunden schweigen,
können wir mit Sicherheit annehmen, dass das ganze Hauptamt Inster¬
burg, östlich von Deime, Pregel und Angerapp zon littauischen Bauern,
Scharwerkern und Losleuten, soweit überhaupt damals der Urwald ge¬
lichtet war, insbssondere an den Flüssen, voll besetzt worden ist, Leuten,
welche hauptsächlich im Anfang des 16. Jahrhunderts aus Szameiten und
Augsteten hier eingewandert sind,
		

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			Insterburger ITrkuudenbuch.
XIII
Die ersten 28 Urkunden (1376 —1525) rühren aus der eigentlichen Or¬
denszeit her und beschäftigen sich ausschliesslich mit derCultur der Gegend
Avestlichvonlnsterburg, belegen zwischen Taplaken und Wohnsdorf und
andrerseits Wehlau und dein grossen Walde Bubein. In diesen etwa
20 Urkunden werden grosse Landstrecken von 20 bis 60 Hufen in Wiepe-
ninken, Kuthkeim, Hirschberg, Almenhausen, Rockelkeim, Wohnsdorf,
Allenburg, Parnehnen, Auklitten, Norkitten, Toelteningken und Bubein an
deutsche Adlige, die selbst oder durch ihre Vorvordern dem Orden wohl
im Städtekriege gute Dienste geleistet haben, dem Dietrich von Plauen,
Felix Waldmann, den Gebrüdern Kuschenpusch, den Gebrüdern Roselin
oder den Kobersteins, meist zu magdeburgischem, beider Kinder Rechte
an deutsche Freibauern — Hundertmark, Gather — zu kulmischem Recht,
an den Preussen Hensil, der 60 Hufen zu Parnehnen zu preussischem Rechte
besass, sein Gut nun zu magdeburgischem Rechte verliehen; die Stadt Kneip-
hof erhielt für ihre Treue 40 Hufen unbesetzten Waldes am Ausfluss der Sere-
nage in den Pregel, vor Kl.-Bubainen, derPfleger Adam von Halle erhielt eine
Menge Holz, das Lukas Laukischke schlagen liess, für grössere Darlehne.
Noch immer lag den Verleihungen eine kriegerische oder auf den Krieg
bezügliche, gewissermassen feudale Causa zu Grunde.
Verzeichnisse der damaligen Kammerämter, Dörfer, Freien, Köllmer,
Zinser und Bauern befinden sich S. 6—12 und S. 26—27 unserer Ur¬
kunden, Inventarienverzeichnisse und Kirchenausstattungen, S. 13—17 u.
20—26. Das Formular Nro. 206 sei empfohlen.
Berichte des Obermarschalls v. Exdorf an L. v. Erlichhausen, Seite
17 —18, zeigen nicht besonderes Vertrauen des Ordens zu unserem Osten.
Unter Herzog Albrecht nahmen die Verleihungen einen anderen
Charakter an. Das Lehn- und Heimfallrecht war fast illusorisch geworden,
die Landgüter wurden meist wie Handelsgut verkauft gegen eine An¬
zahlung und ein grösseres, gestundetes und in Raten zu entrichtendes
Kaufgeld; Leistung und Gegenleistung gleichen sich aus, die Krugrechte
wurden gegen Grund- und Bierzins veräussert, die Bauern erhielten dauernd
Land geliehen gegen Scharwerk und Zinse. In seine Regierungszeit
fallen unsere Urkunden Nro. 28—104 einschl.
Schon als Hochmeister hatte er, an die Ordenspraxis anknüpfend,
verschiedenen verdienten Männern Latifundien zu Lehen oder zu magde¬
burgischem, beider Kinderrecht verliehen, so Althof-Allenburg dem Georg
Pfersfeld, dem Heinze Doberich die ehem. Weyer’schen Güter zu Au¬
klitten, den Hofleuten Dietrich v. Schoenberg, Caspar von d. Mosel
und seinem Sekretair Christoph Gattenhofier 1515—21 Norkitten. Die
Krugrechtsverleihung beginnt 1516 mit Martin Comswich für den
neuen Krug am Schlosse, die heutige grüne Katze (Nro. 22), es folgen
im §tädtlein Insterburg (39 — 41) die Krugrechtsverleihungen des Hans
Braun (33), Tecklenburg (80), Chiistian Braun (81) Enzenbeck (71) Hans
Bueckerling (85) und eine grössere Zahl Krüge an allen wichtigeren
Wegen des Amtes in Küssen (86), Bratricken (87), Pillupönen (64), Ga-
waiten (68), Kraupischken (67), Gaudischkehmen (68), Nemmersdorf (68
und 94) Szabienen (68, 76, 77), Kattenau (77) u. a., meist im Gefolge
der Erbauung von Kirchen, von denen es bis 1544 nur eine einzige zu
Insterburg im Hauptamte gab, an diesen Orten und als Vorläufer der
Kirchdörfer, die sich an diese Krüge anschlossen.
Allen diesen Krugverleihungen, welche die herzoglichen Kassenfüllten
und der Schlossbrauerei zu Insterburg einen sicheren Verlag gewähr¬
leisteten, im Wesentlichen aber auf das Bedürfniss der littauischen Bauern-
		

/Pomorze_055_07_030_0001.djvu

			XIV
Interburger Urkundenbuch
bevölkerung berechnet waren, sollte die deutsche Bevölkerung das Gegen¬
gewicht halten. Man hoffte den deutschen Bürger beranzuziehen, wenn
man eine Stadt errichtete. Aus diesem Bestreben sind die Gründungen
von Insterburg (Urk. Nro. 30—46) und Goldap (107) entsprungen. Na¬
mentlich auf die Entstehung von Insterburg werfen unsere Urkunden
ein neues Licht, und erklären es einigermassen, warum die Erbauung
so langsam vor sich ging. Der Zweck, deutsche Bürger hierher zu ziehen
wurde, soweit dies für das kleine Städtchen möglich war, erreicht, und
diese Bürger haben als Krüger das Fundament der meisten, heute
wohlhabenden Plätze im Hauptamt gelegt. Ihnen verdanken die grösseren
heutigen Dörfer des Bezirks ihr Entstehen. Daneben drängten sich nament¬
lich am Schlüsse der Regierung des schon schwachen Herzogs Edelleute
und Hofbeamte heran und liessen sich grössere Erbgüter in der Wildniss
schenken, zum Teil verkaufen, die, wie bekannt, von der den deutschen
Räten des Herzogs feindlichen, sich auf Polen stützenden Aristokratie,
zum Teil, wenn auch ohne Erfolg, angefochten wurden.
Dass Pein mit Landbesitz ausgestattet wurde, war natürlich, er nahm
Seidelsgut (30), Nickel von Wittmannsdorf erwarb Almenhausen (75, 93),
Skorsewski Eiserwagen (61, 62. 89), Baumgard Raudonatschen (63), der
Amtshauptmann von Kittlitz einen Besitz von 100 Hufen an der littauischen
und Stradauner Grenze (72, 73), Dietrich Packmor in der Nähe von Ro-
gaine (88) und neben diesen liess sich Cleophas von Drahe, der Kämmerer
des jungen Herrn am See Przeroslen nieder (98), Heinrich v. Milen (97),
Taulensee (101) und der jüngere Caspar v. Aulack (99) folgten ihnen,
ebenfalls im Osten des Kreises Goldap.
Endlich rücken die persönlichen Hofbedienten des Herzogs an und
lassen sich für treue Dienste hübsche Landgüter schenken. So Peter
Mörlein 40 Hufen am Czarner See (100), Hans Westphäling 40 Hufen
an der Angerap bei Abelienen (104), Albrecht von Thalau die heutige
Davkehmer Schweiz am Auerfluss (84). Auch Lorenz von Halle occupirt
den See Bittkowa (y5), nachdem schon der Amtsschreiber Hans Rücker¬
ling den Hof Hagen (nach den Registern der Kgl. Regierung Gum¬
binnen das heutige Karalene) und Lenkeningken erworben (34, 70), fast
die landschaftlich schönsten Partien unserer Gegend.
Der Thätigkeit des ersten Amtshauptmanns Pein und der Gründung
der Stadt Insterburg widmen wir am Schlüsse eine besondere Uebersicht.
Von allgemeinem Interesse sind unter den angegebenen Urkunden
die Nrn. 53, 58 und 59, welche das Scharwerk reguliren, und 42—44
wegen Besserung der Wege.
Während der Regierung Georg Friedrichs regten sich die Bauern
mit Beschwerden über die Höhe des Scharwerks und die rohe Behand¬
lung darin. Sie wurden heschwichtigt (114). Die ländlichen Abgaben
wurden fixirt (119—123), die Gründung des Städtleins Insterburg wurde
zum Abschluss gebracht und Marktverkehr begann darin 1583. Die ein¬
mal in Fluss gekommenen Kruggründungen wurden fortgesetzt. Es ent¬
stehen 1591—1610 die Krüge zu Kattenau (136), Kauschen (137), Tut-
schen (138), Szittkehmen (142), Trakischken (145), Abscheiningken (152),
Ratzen (158), Skardupönen (162), Rudupönen (169), dem Pfarrer zu Geor¬
genburg wurde, nachdem die Vorstadt Insterburgs privilegiert, eben¬
falls ein Krugrecht darin verliehen (159), wie denn überhaupt den Pfarrern
manche Krugrechte verliehen wurden. Diese scheuten sich dabei nicht
vor dem damit verbundenen Grenzdienst mit langem Rohr.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
XV
Die ersten Hohenzollern waren eifrig bemüht, sich mit dem hiesigen
Adel zu befreunden, und dieser gelangte dadurch zu weiterem Land¬
besitz. Der Landrat und Hauptmann zu Tapiau Martin v. Wallenroth er¬
hielt 1616 das heimgefallene Taulensee’sche Lehen (286), die Stadt Kneip-
hof 1617 den Krug in Bubainen (291). Der Jägermeister R. v. Halle
erhielt 1617 ein Stück Wald zwischen Dubeningken und Eogainen, Ernst v.
Schlieben 7 Hufen zu Elkinehlen (304), der Landrat. Wolff v. Kreytzen
erhielt 13 Dörfer im Szabinischen (319).
Auch die Beamten suchte die Regierung,' durch ähnliche Mittel zu
gewinnen und dabei wurde ein damals dem Moraste erstandenes grosses
Waldrevier in der Nähe von Insterburg der Cultur erschlossen. Unter
Kurfüst Johann Sigismund wurde nämlich auf Gutachten der Oberräte
»von dem neuen Lande, so in unserem Amte Insterburg von der Did-
lauken« nach Besichtigung Wolf Heinrichs von Waldburg und des Jäger¬
meisters Reinhard von Halle mehrfache Vergebungen bewirkt und da¬
durch dieser bis dahin wüste Urwald, der sich von Insterburg südlich
bis zu den Kallner Bergen und andererseits von Gaitzuhnen über Platte-
nischken bis weit in den Kreis Gumbinnen hinein erstreckte, der Cultur
erschlossen. Wald und Holz scheint keinen erheblichen Wert gehabt
zu haben; man verschenkte beides, und zwar meist an die Sekretäre der
Königsberger Regierung.
Der Sekretär George Hahn erhielt davon 20 Hufen von Gaitzuhnen
und den Fluss Serenape bis Abschruten 1613, frei von allen Lasten, für
seine bisherigen Dienste geschenkt (Urk. Nro. 200); Gerichtssekretär Fil-
has ebenfalls 14 Hufen mit dem Rechte, sie zu verkaufen und zu ver¬
tauschen (201); ebenso Sekretär Dreschenberger 14 Hufen (202), des¬
gleichen der Gehoimsekretär Caspar Gelhar (203), der bekannte reformirte
Amtshauptmann Fabian v. Lehndorf 20 Hufen (204); die Sekretäre Cas¬
par König, Goldeisen und der Amtsschreiber Alexander Bulbeck 4—8
Hufen, letzterer wurde nach Hans Grabau Besitzer von Keppurlauken
(196, 207—210 u. 537). Die meisten dieser Erwerber suchten diesen
Landbesitz sobald wie möglich zu versilbern.
Unter der Regierung Georg Wilhelms 1620—1640 setzte sich dieser
für den Beobachter einförmige, für die Erschliessung des Landes aber
hochwichtige Process fort. Insterburger Bürger, denen der Markt Wohl¬
stand gebracht hatte, verbreiteten sich immer mehr über die Kreise Inster¬
burg, Gumbinnen und Darkehmen und suchten immer mehr Nahrungs¬
stellen zu erwerben, insbesondere Krüge, die bei der Bevölkerung bei
gleichzeitigem Aufleben des bis dahin latenten Verkehrs immer beliebtere
Sammelstellen des Publikums wurden, zumal sie sich an den Besitz der
in diesen Orten meist neuerbauten Kirchen anschlossen. So entstanden
1620 Krüge in Jutschen, Jennen,'Jähnischken, Stobricken, Cannapinnen,
Skroblienen, Abehlischken und Rominten. So unglaublich es klingen
mag, so begünstigte die Regierung damals die Anlegung der Krüge und
sie fand dabei ebenso ihre Rechnung wie die Krüger, das Publikum und in
erhöhtem Masse die Landeskultur. In den Jahren 1621 u. 1622 sehen
wir in Platzdorf (oder Aulowöhnen), Gumbinnen, Plimballen und Krau-
pischkehmen neue Krüge entstehen, 1623—1624 in Paccallehnen, Küssen
und Kiauten. Der Insterburger Bürger Cellini (wohl heute das Döhring’sche
Etablissement innehabend) erwarb in Puspern und Trakehnen Landbesitz,
der Bürger Bergedorf den Krug in Niebudszen (Gumbinnen), andere in
Wittgirren, Eszerischken und Geswethen. Im Jahre 1624 kaufte der
Insterburger Stadtrichter Heilsberg 3 Hufen bei Pieragien, genannt Ab-
		

/Pomorze_055_07_032_0001.djvu

			XVI
Insterburger Urkundentrach.
schroten; ein andererer Insterburger Bürger Ch. Schimmelpfennig 8 Hufen
bei Gaitzuhnen, Alb. Lollhöfel ein Landstück im Saulauschen Amte, Job.
Löbell in Gaudischkehmen, 1627 Hans Schimmelpfennig in Stobricken.
Immer dichter besetzten sich die Dörfer mit wohlhabenden, unter der
littauichen Bevölkerung stimmführenden Deutschen; so Astrawischken,
Muldzen, Alischken, Nassawen, Plattenischkon, 1627 Mallwischken, 1638
Schupinnen, Bratricken, Kerstupöhnen, Balletlien, Jurgaitschen, 1639 Kat-
tenau, Klewienen und Tollmingkehmen.
Es würde ermüden, alle diese conformen Verleihungsnrkunden aus
dieser Zeit zu lesen und hier abztidrucken. Wer sich des Näheren da¬
rüber unterrichten will, wolle unser geschriebenes Urkundenbuch einsehen.
Den Abdruck verbieten unsere Mittel, da ein Gesuch um Nachbewilligung
von Druckkosten durch Se. Excellenz den Kultusminister Herrn v. Zedlitz
seiner Zeit abgelehnt wurde.
Wir sind glücklich und allen Betheiligten und Gönnern dankbar
dafür, dass es vergönnt war, die beiden Hefte und diesen Nachtrag zum
Abdruck zu bringen und damit den Grund für eine urkundliche Geschichte
unserer Gegend gelegt zu haben. Unsere Urkunden schliessen mit dem
Beginn der Regierung des grossen Kurfürsten ab. Die vom Staatsrat
v. Cruse besorgten Abschriften aus der Zeit des grossen Kurfürsten, die
sich im Magistratsarchiv zu Insterburg in einem starken Foliobande (sog.
weisses Buch) befinden, dienen als Fortsetzung. —
Als Ergänzung ist die handschriftlich im Dome zu Königsberg, in
der sog. Wallenrodtschen Bibliothek befindliche Beschreibung der Haupt¬
ämter Insterburg 1698/99 Ragnit 1697 und Tilsit 1696 M 82 heran¬
zuziehen.
Zum Schluss bieten die auf der Königl. Regierung zu Gumbinnen
(Finanzabt. sog. kleine Regierung, oberste Etage) sorgfältig alphabetisch
nach Aemtern geordneten Amtsakten und die in einem anderen Zimmer
daneben befindlichen »Grundbücher«, endlich die daselbst befindlichen
Akten, betreffend die Einrichtung der Grundsteuer, das Material, um die
Geschichte fast jedes Gutes und Ortes bis auf die Gegenwart herabzu¬
führen.
		

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			M 1.
1376. Juni 5. Marienburg.
Hochmeister Winricli von Kniprode verschreibt
Heyneke Dittau, Tilen Panils, Nickel, Heinrich und Peter Hundert-
mark 50 Hufen zu Wiepeningken.
Hochmeister Winricli von Kniprode verschreibt Heyneke Dittau, Tilen
Panils, Nickel, Heinrich und Peter Hundertmark 50 Hufen zu Wiepe-
ningken zu kulmischem Rechte frei, erblich und ewig, und 10 Frei¬
jahre von nächstem Martini ab, und »hetten sie ichts zu clagen zu den
Preussen und die Preussen wider zu inen, die clag und antwort sollen
sie tliun vor dem compthur ader irer herschafft, also das sie one vor¬
sprechen ja ader nein sollen sprechen und bei irem colmischem rechte
pleiben, dazu freie fischerei in dem Pregel und anderen fliessen mit
kleinem gezeuge und zu tisches notdurft, doch dürfen sie keine wehren
machen«. Dafür sollen sie 2 Plattendienste leisten, neue Häuser bauen,
alte bessern und brechen. Ihre Bauern und Leute sollen dem Orden zu
allen Zeiten zu dienen verpflichtet sein. Auch sollen sie von jedem
Pfluge einen Scheffel Weizen und einen Scheffel Korn und von jedem
Haken einen Scheffel Weizen Pflugkorn, ein Krampfund Wachs, einen
kölnischen oder 5 preussische Pfennige jährlich zu Martini abgeben. »Zu
ewigen gedechtims diser dinge haben wir unser ingesigel an disen brieff
lassen hengen, gegeben zu Marienburgk am donerstag nach pfingsten in
unsers herren jarzall tausent dreihundert im sechsundsebentzigisten jare.
Gezeuge seint des unsere liebe brueder Rüdiger von Einer grosscomptur,
bruder Gotfriedt von Linden obirster marschalck, bruder Baldewin von
Franckenhofe tressler, her Niclas unser caplan, Curt von Liebenstein und
Johan Schmefelt unser compan und andere erbare leuthe.«
Königsberg. Staats-Archiv. Hausbuch des Amts Insterburg. (K. Hausb.)
Lit. A. 184., fol 48-50.
m 2. 1406. April 23. Königsberg.
Hochmeister Conrad von Jnngingen verschreibt Heiisel von Myn-
thigeiten 00 Hufen zu Parnehnen und P/2 Hufen zu Sielacken.
Hochmeister Conrad von Jungingen verschreibt dem Gebietiger
Hensil a- von Mynthigeithen auf seine Bitten 60 Hufen zu Parnehnen b-,
10 Hufen diesseits und f)0 Hufen jenseits der Nyne, und l1/* Hufen
Wiesen zu Sielacken auf dem Bruche, wie sie ihm von Winrich von
Kniprode zu preussischem Rechte brieflich verliehen sind, »frey von
czehnden und gebüwerlicher arbeit czu Meideburgisschem rechte mit
sechczig marken wergeldis erblich und ewiclich,« dazu die grossen und
		

/Pomorze_055_07_034_0001.djvu

			2
Insterburger Urkundenbuch.
kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, freie Fischerei zu seinem
Bedarf in dem Fliess Nyne innerhalb seiner Grenzen. Die Bauern auf
seinen 60 Hufen sollen sämtliche Arbeit thun wie andere freie Bauern.
Sollte Hensil keine Söhne, sondern Töchter hinterlassen, so sollen diese
nach Rat und Willen der Herrschaft ausgegeben und beraten werden.
Dafür soll er dienen mit Pferd und Waffen, neue Häuser bauen, alte
bessern und brechen, jährlich zu Martini von jedem Pflug einen Scheffel
Roggen und einen Scheffel Weizen, von jedem Haken ein Scheffel
Weizen Pflugkorn zinsen. »Czu ewigem gedechtnisse und bevestunge
desir dinge haben wir unsir ingesigil an desen briff lassen hengen, der
gegeben ist off unserm hüsze Koningsberg an Sente Jorgentage noch
Cristi gebort vierczenhundirt und dor noch im sechsten jare, des synt
geczüg die ersamen unser üben bruder Conradt von Lichtensteyn gros-
kompthur, Ulrich von Jungingen obirster marschalk, Wernher von Tettingen
obirster spitteier und Komthur czum Elbinge, Borkhard von Wobeke
obirster trappier und Kompthur czu Cristburg, Arnold von Hecken treszeler,
her Gerhard unser cappelan, Arnold von Baden und Reymund Brendil
unsere compan, Nicolaus und Gregorius unsere Schreiber und vil ander
erbar luthe«.
K. XXXVII. No. 12. a. Original anf Pergament mit hängendem Siegel. Indorsat:
Instorborgk.
a. Hensil V Henzil? b. Pernyn.
m 3.	1406. Juni 10. Elbing.
Hochmeister Conrad von Jungingen verschreibt Peter uiul Barthel
Kuschen pusch ti'i'/s Hufen des Gutes Hirschberg.
Hochmeister Conrad von Jungingen verschreibt Peter und Barthel a
Kuschenpusch U Hufen des Gutes Hirschberg zu Kulmischem Rechte
erblich und ewig, ausgenommen die Mahlstätten, in folgenden Grenzen:
die irste ortgrenicze hebt sich an an eyme eichenpfohle das die Poyatisc-he
grencze ist, von dannen uff czu geen noch dem drebowme uff eyne
tanne das eyne seytengrentcze ist bv dem Poyatischen wege, von der
tannen uf czu geen noch dem drebowme durch die Meynige2) uff eynen
eichen pfol der do ist die ander ortgrenicze ken Stabelauken, vort
uff czu geen noch dem drebowme uff einen eichen pfol eyne syten
grenitze, von dem pfole vort uffczugeen off eyne wike das ist die
dritte ortgrenitze, von dannen uff czu geen noch dem dredowme ken
der burgfreiheid czu Welaw uff eine eiche das die virde ortgrenicze
ist, von dannen weder uff czu geen gerichte noch dem drebom uff
die irste ortgrenicze, ferner die Gerichte, ausgenommen Strassenge¬
richte. Dafür soll er 2Vs Plattendienste leisten, neue Häuser bauen,
alte bessern und brechen, von jedem Pflug einen Scheffel Roggen und
einen Scheffel Weizen und von jedem Haken einen Scheffel Weizen
Pflugkorn, von jedem Plattendienst ein Kroampfund Wachs und einen
Kölnischen Pfennig oder 5 preussische jährlich zu Martini geben. Aus be¬
sonderer Gnade erhält er 10 freie Jahre. Czu ewigem gedechtnis befestunge
deser dinge habe wir unser ingesigil an desen brieff lassen hengen der
gegeben ist uff unserm huse Elbinge an des heiligen lichnams abende
noch Cristi geburd virczenhundert jar und dornoch im sechsten jare, des
synt geczuge die ersamen unser lieben bruder Cuncz von Lichtenstein
groskompthur, Ulrich von Jungingen oberster marschalk, Wernher von
Tettingen oberster spitler und Kompthur czum Elbinge, Borghart von
		

/Pomorze_055_07_035_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
3
Wobeke oberster trappiger und Komthur czu Cristburg, Arnolt von Hecken
treseler, her Gerhard unser capplan, Amolt von Baden und Reymund
Brendel unsere Kompan, Nicolaus und Gregorius unsere schribere und
vil ander erbar luthe.
K. XXXVII. No. 12. Original auf Pergament. Siegel abgeschnitten. Indorsat:
Cassirt. Kanzleivermerk: Peter unnd Barthel Kuschenpuschs Verschreibung über das guth
Hirssberg 62i/g hüben innhaltende am abend Marie lichtmess anno 1406 datirt No. 14.
a. Bartke. i) Ueber die Kusohenpusch vgl. Weber: Preussen vor 500 Jahren, p. 252.
2) Nehne. 3) Das Gut Hii-schberg existirt nicht mehr, einen Hügel bei Stobingen be¬
zeichnet die Generalstabskarte mit Herzberg.
4. 1420. September 22. Brandenburg.
Hochmeister Küchmeister von Sternberg verschreibt Heinrich
Gather 25 Hufen zu Kutkehmen.
Hochmeister Michael Küchmeister verschreibt Heinrich Gather 25
Hufen zu Kudekeym l). im Gebiet Insterburg und Kammeramt Narwiketcn
frei, erblich und ewig zu kölmischem Rechte, dazu die grossen und kleinen
Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, wofür er einen Plattendienst
leisten soll, neue Häuser bauen, die alten bessern oder brechen, dazu ein
Krompfundt Wachs, einen kölnischen Pfennig oder 5 preussische Pfennige,
und von jedem Pflug einen Scheffel Weizen und einen Scheffel Roggen
zu Martini, auch das Wartgeld und schalwensche Korn, wenn es andere
Leute geben.
Des zu mehrer Sicherheit und ewigen gedechtnus haben wir unser
ingesigel an diesen brieff lassen hengen, der gegeben ist uff unserm Hause
Brandenburg am sontag nach Mathei nach der gebürt Christi im viert-
zehenhundertsten und zwantzigisten jare. Getzeugo sein die ersamen
geistlichen unsers Ordens liebe brueder Henrich von Nigritz grosz comptur,
Merten Kemnator obirster marschalck, Heinrich Holdt obirster spitler und
comptur zum Elwinge, Paul Ruszdorff obirster drapier und comptur zu
Cristpurgk, Walter von Mertzeim dreszler, Ludwig von Lautzen comptur
zw Brandenburgk, herr Gregorius Busir caplan, Erlbach pfleger zw Inster¬
burgk, Cunradt Wellersheim, Jorg Seckendorffer unser cumpan, Henricus,
Andreas unsere Schreiber und ander vill trauwirdige.
K. Hausb. Lit. A. 184. fol. 47—48. Handfestenb 117. fol. 26.
') Das Handfestenbuch hat Kudlacken
m 5. 1421. September 26. Auglitten.
Hochmeister Küchmeister von Sternberg verleiht der Stsult Kneip-
hof Königsberg vierzig Hufen Bubainer Wald.
Wir bruder Michel Kuchemeister hohemeister des ordens der bruder
des hospitals Sancte Marien des deutzschen hauses von Jerusalem thun
kundt und offenbahr allen den diese unser schrieffte werden vorbrachtt,
das die wolthatt und gutwilligkeitt, die wir mit unserm orden an unsern
lieben und ganz getreuen unser stadt Kneiphoff zu Königsberg einwohner
offte merklichen und gar scheinbahrlichen erfunden haben, reisset und
neiget uns und unsere gebittiger ihre gebrochen, nemblich die sie haben,
l*
		

/Pomorze_055_07_036_0001.djvu

			4
Insterburger Urkundenbuch.
und schwerlich lvden holtzes halben zu betrachten, und den zu begegenen
mit gnaden unde uf das sie in zukommenden zeiten dyster williger zu
uns unde unsern orden geneigt werden.
So verleihen und geben wir mit eintrechtigen unser gebittiger radt
willen und volwortt den ehegedachten unser stadt Kneiphoff einwohnern
und ihren nachkömblingen sambtt wolverdinten vierzigk liuben waldes in
dem walde Bubein uff jenseitt der Schweingruben im cammerambt zu
Norwicken gelegen, binnen den grenczen hier hierunder geschrieben, der-
selbigen stadt zu frommen und zu beszerung und zu hulff den ändern
ihrer freiheit guttern, frei, erblichen und ewiglichen zu allem nutz, wie
ihnen das wirdt bequeme sein, zu gebrauchen und zu besitzen, zu cöl-
mischem rechte, geschehe es aber, das hernachmalsz immer in zukommen¬
den zeitten uff dieselbigen vierzig liuben wurden gesetzt gebauern, die
davon musten zinsen, so wollen wir, das man nach der freiheit, die ihnen
von der vorbenambten stadt in derselben liuben besetung wirdt verliehen,
unsz und unsern orden von itzlichem pflüge ein schl. weitzen und einen
schl. roggen und von itzlichem hocken ein schl. weitzen vor das pflug-
korn alle jar jerlichen uff Sante Merttinstagk, des heiligen bischoffes, geben
sollen, sonderlich so sollen sie keinerlei muhlen in die obgenanden hüben
undfliesze bauen noch legen, disz seindt diegrenticzen der obgedachten liuben.
Zum ersten anzuheben an der orttgrentzen, do das fliesz Serenappe
feilet in den Pregel und denn vortt den l’regel abzugehen bisz zu einer
beschütten eichen und dannen niederwerts zu gehen bisz zu einem be¬
schütten steine bei dem landtwege, der do furtt von Insterburgk gegen
Norwicken, demselben landtwege vortt zu volgen, gerichte bis uff einen
ändern beschütten stein, bei dem wege, das do ist die ander orttgrenze,
vonn dannen die qweer rieht uff zugehen bisz zu einer beschütteten
eichen, das ist die dritte orttgrenze, von dannen gerichte die lenge uff
zu gehen, von grenzen zu grenzen, alsz die geschutt sein, bisz an das
fliesz Serenappe, dasz ist die vierdte orttgrenze, von dannen dasz fliesz
Serenappe nider zu gehen, bisz do feilet in den Pregel, do sich die ersten
orttgrenzen anheben. Desz zu Sicherheit und dieser dinge zu einem ewigen
gedechnusz haben wir unser insiegel an diesen brieff iassen hengen, der
gegeben ist uff unserm hause Auctolitten am freitage vor Sanct Michelsz-
tage, des heiligen erzengels, in den jahren unseres herrn tausent vier¬
hundert und ein and zweinzigk jahren. Gezeuge sindt die ersamen und
geistlichen unsers ordens lieben bruder Nickles Jörlitzsch grosz-comptur,
Mertten Kemnatter oberster marschalck, Heinrich Heltt oberster spittler
und comthur zum Elbling, Paul Ruszdorff oberster frappier und comthur
zu Christburgkh, Conradt Bellerschein tresseler, herr Geörgius unser cap-
pellan, Hansz Pommerschein pfleger zu Insterburgkh, Johan Benhenser,
Johan Grunrab unser compan, Heinricusz Andreas unser Schreiber und
andere viel trauwirdige.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol 315—315/a.
m g. 1433. October 8. Wehlau.
Hochmeister Ludwig von Erlichshausen verschreibt Matheus und
C'asper von Plauen sieben Hufen zu Plauen und Potawern.
Ludwig von Erlichshausen verschreibt Matheus und Casper Dietrich
von Plauen 2 Hufen zu Plauen, die nach dem Tode ihres Besitzers Bortack
		

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			Insterburger Urkundenbueh.
5
an den Orden gekommen, 2 Hufen zu Potauren, die gleichfalls nach Georgs
Tode an den Orden gefallen, und 3 Hufen zu Plauen gekauft, im Gebiet
Insterburg und Kammeramt Wunschdorf. Sollte der Umfang der 7 Hufen
nicht richtig befunden werden, soll der Orden nicht verpflichtet sein, ihn
zu vervollständigen. Gegeben inn unser stadt Welaw am donerstag nach
vesthe Frantzistzii des heiligenn heyligers im jar tausentt vierhundertt
unnd drey unnd dreyzigstenn.
K. Hausb. Lit A. 184. fol. ‘29 —30.
m 7.	1434. Taplacken.
Dietrich von Plauen erhält 2’/2 Hufen zu Persine.
Obermarschall Kilian von Sehedorf1) verschreibt im Aufträge des Hoch¬
meisters Conrad von Erlichshausen dem Dietrich von Plauen 21 /2 Hufen
zu Persine (?)2) gelegen, die dieser einst durch Hans von Schauenburg, Pfleger
von Insterburg, gegen ein Stück Wald, zwischen der Jungfrauen und
Eiserwagen Wäldern gelegen, eingetauscht hat. Gegeben auf unserm Hause
Taplaukenn inn tausent vierhundertt unnd vier und dreigstigstenn jare.
Gezeugenn sind unsers ordenn vieliebenn brüder Merthinn vonn Rangneth
comthur, Albrecht Kalb unser Hauskunther vonn Konigspergk, Thom von
Spanheim von Insterbergk, Rudolff von Vestenburg vonn Gerdauen
pfleger, Jorge Roder unser cumpahn, Christofen Plankan unser schreyber
unnd ander viel trauwerdige leuthe.
K. Hausb. Lit. A. 184. fol. 31—32.
i) Oberste Marschälle im Jahre 1434 waren Jost von Strupperg und Conrad von Er-
lichshausen. 2) LeissienenV
m 8.	1446. Insterburg.
Verzeichniss der freien, bäuerischen und wüsten Hufen im Amt
Insterburg.
Disze nochgeschreben dinste hoken hüben frey gebewerisch und wüste
gehören czcum ampte Insterburg im XLYIi! jare.
Czum ersten im Kamerampt Wonsdurff.
Plawxen ')
freyen.
Clawes Warnin III hüben.
Hans Warnin Y hüben der hat II
dinste.
gebower.
Niclis |
Peter [ itczlicher I bube besatezt.
Hans J
Item 111 wüste Huben.
1) Plaustendorf. 2) Wommen. ;*) Mangels der sonst dafür gebräuchlichen Letter
ist der Brach 1/2 durch j wiedergegeben.
Wampnen.2)
freyen.
Keythune III hüben.
Merten IIII hoken.
Sander II hüben j8) hoken.
Matcz III j hoken minus j morgen.
Glabocke II hüben j hoken.
Glande IIII hoken.
		

/Pomorze_055_07_038_0001.djvu

			6
Insterburger Urkundenbuch.
Kepiten.1)
freyen.
Pawel I1II hoken.
Mikele II hüben.
Niclis Sittaw Y hoken.
Peter II hüben.
Ticze VIII hüben.
gebower.
Jorge Himpe a. I hübe besatczt.
Item II wüste hüben.
Annego.2)
freye.
Jost III hoken.
gebower.
Jonike
Hensel
Clawsz Jocub
Domasze Adre
Mikel
Bursze
Caspar
Matcz
itczlicher I hübe.
Item Ilseyn wüste.
Bambolen.3)
freyen.
Steppone IIII hoken.
Michel Warnin V hoken.
gebower.
Merten
Kirstan
Candrot
Saztcke
itczlicher 1 hübe besatczt
Kukaym.4)
freyen.
Jorge Banich VIII hüben.
Clussen.5)
freyen.
Thawrin IX hoken III morgen.
Pittor II huben j hoken.
Berszelawken.6)
Der scholcze XVII huben dorunder
seyn III freye huben I dinst.
Sasniten.7)
freyen.
Caspar VI huben.
Clotcz VI huben.
itczlicher I hübe besatczt.
item I wüste hübe.
Plackaym.8)
freyen.
Joachim XVI hüben.
Tremaw.9)
freyen.
Sander V hoken.
Jost IIII huben 1 hoken.
Wopin III j hoken.
gebower.
Hans
Lorencz
Domasze
Merten
Pawel
Grople
Bartiko
Dopsall
Rodden.in)
freyen.
Retawe III huben.
Naszant VI j hoken.
Sander lj huben.
Jost II huben.
Lewszin.11)
freyen.
Trümpe 1111 hoken und VI huben
walt.
Matcz Tolnege II huben.
Hamke Czambe.
gebower.
Ertman
Nitsche
Same
Merten
Item II wüste huben.
itczlicher I hübe besatczt.
Perszein.12)
Seydol IIII hoken 1 hübe.
Skalden.13)
freyen.
Rolke II huben.
Peter II huben.
Albrecht II huben.
Jokel Rodde II huben.
Sortike II huben.
Miluke IIII hoken.
i) Kipitten. 2) Angarben N. von Wohnsdorf. *) Bammeln. ■») Kukehnen. 5) Kloschenen.
«)? 7) ? Satenik bei Weber S. 535. 8) Plackheim. '■>) Trimmau bei Allenburg. *«) Redden.
i*) Leissinen. lz) ?? |3) Schallen,
a) Blunpe (?).
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
7
gebower.
itczlicher I Hube be-
satczt.
item. I wüste bube.
Gregor
Waykicks
Domasze
Gedete
W aysnore
Lolite
Knawpin
Scholcze
Pertaweren. ’)
fr eye.
Colnege II hüben.
Poniede III hoken.
Santrop YI hoken.
Jorge IIII hoken.
Waysahe III hoken.
Plawen.2)
freye.
Jorge II buben.
Bartiko II buben.
Clawsz II hüben.
Waykelline II hüben.
Merten YI hoken.
Ditterich IX (?) hoken.
Miekele II hüben.
Hensel Y hoken.
Caspar II luiben.
Trintenine (?) Y hoken.
Moszeinke.3)
freye.
Mickel 1111 hoken.
Jokel IIII hoken.
Jorge X hoken eyne hübe waldes.
Dethmiten.4)
freye.
Jorge Butelnine b. Vj hoken 1 morge
wesze.
Pawel II hoken.
Jorge III j hoken.
Swalgenine II hüben.
Niciis II hüben.
Sudaw IIII hoken und III hübenwalt.
Jorge Moszeinke II hüben,
gebower.
Hensel
Milegedde .
Hans	lczlicher I hübe be-
Matcz	satczt
Greger
itezlicher I bube besatezt.
Kre witteren.5)
freye.
Kumke III hoken und V hüben.
Bartike Ij hoken \
Jorgevn Ij hoken f dinst.
Bortike II hüben.
gebower.
Bartiko \
Mikele j
Progin.,;)
freye.
Merten VIII buben.
Perspangen.7)
freye.
Hanike II hüben.
Kirstan II buben.
Niclis Sittaw III j hoken II hüben.
Grocze Sketriten.8)
gebower.
Mikele
Jocub
Mikel
Clawsutte
Thomas
Mile
Morten
Hensel
Heynrich
Culicke
Grocze Potlawken.9)
freye.
Gedune X hoken II dinste.
Gintel0- II hüben.
Michel Jude II hüben.
Peter Lubbeker II hüben.
gebower.
Domasze
Awstin
Steppone
Haneke
Surglande
Herendurffl0)
XIII1 hüben und I hoken.
Cleyne Patlawken.11)
freye Madeburger.
Do sint X buben.
itczlicher I hübe be-
satezt.
item II sevn wüste.
itczlicher I bube.
i) Potawern. 2) Plauen. 3) Moskau ? '•) Dettmitten. 5) y? 6) Projen. 7) ’i'i s) Schoen-
tritten. 9) Podlaken |(|) Herrendorf, n) Kl. Podlaken.
b) Butelinne? c) Gnitel?
		

/Pomorze_055_07_040_0001.djvu

			8
Insterburger Urkundenbuch.
Diszc nocligcschrcbcn sej n colincner und
Meydeburger.
Jorge von den hoffen XIII hüben, j
Niclis XIII hüben.
Sagerman XII hüben.
Iserwagen.')
Worlawke XY hüben.
Peter Molner XV haben.
Michel XV lmben.
Jocub Lange XV haben.
Krokaw XV hüben.
Peter Sweynebude XV hüben.
Hans Swarcze XV hüben.
Schonebowm
do sint LX hüben I dinst.
Schonewalt
LX hüben I dinst.
Reychenwalt
XX hüben I dinst.
Item Jegersdurff.
Sint LXXVII freye (linste.
Item XV dinste Meydebnrger unnd
colmener.
Sint LX gebower.
Im kamerampt
Diszc nochgeschreben seyn Aide Wclinv
colincner.
Niclisdurff.2)
Heynrieh Bitvvange XXV haben.
Hans XXV haben.
Nawkel.3)
Hans Glottaw XXV haben.
Reynike XXV haben.
Michelaw.4)
Peter XXV hüben.
Niclis XXV haben.
Rangelawke.5)
Almenhewszer XXV hüben.
Reyffsleger XXV hüben.
Niclis XXXVIII haben.
Clingener XXV hüben.
Clefelt.«)
Magerman X hüben.
Craplawken.7)
Awtune VI hüben.
Heynrieh VI haben.
Sint XIII dinst.
Pelonen.8)
freyen.
Niclis V haben.
Culekotte III haben.
Steffan I haben binnen den grenitczen
und II bowszen den grenitczen.
Wapin II hüben.
Michel Preydor II hüben XXIII
morgen.
Bartucke II haben I hoken.
Simon IIII haben minus Ij morgen.
Heynrieh 11 hoken im dorffe and
j hoken bowszen dem durfte.
Andris II hüben.
gebower.
Kirstan
Artucke
Larencz
Hans
itczlicher I habe besatezt.
itczlicher I hübe be¬
satezt.
Skobraw.9)
freyen.
Peter VI hüben V morgen.
Simon II hoken.
Jost II hoken.
Condrot II hoken Ij morgen.
Pametcze II hoken.
Larencz II haben V morgen,
gebower.
Albrecht,
Mikele
Colnege
Clawsucke
Sorimpte
Medule
Hanike
Matcz
Hinricze
Item V wüste hüben.
Uppen.10) .
freye.
Andris II hüben.
Hanike Gevdol II hüben VIII morgen,
gebower.
Nitsche
Peter Eystut
Peter Schaler
Luca
Mokel
Jon
Jocub
itczlicher I hübe be¬
satezt.
item I waste Jmbe.
>) Eiserwagen 2) Nickelsdorf. 3) Naukehlischken. ') Michelau 5) Ranglacken
«)'? Kiefeld bei Weber S. 530. ?)Nadrauen. ? R) Pelohnen. s>) Skaberau (Skobrow). 10) Oppen.
		

/Pomorze_055_07_041_0001.djvu

			Insti'rburger Ulkundenlmch.
!)
J ancke
Gregor
Awstin
Mikole
Haneke
Lucdule
itczlicher 1 hübe besatezt.
item I wüste hübe.
Colmen.1)
freye.
Eynicke II hokeu.
Merten II hoken.
Nitsche II hüben.
Masune II hüben.
Andree JI buben.
Artinge (?) II hüben.
Pawel II hüben.
gebower.
Jorge I hübe.
Masicke I hübe.
Payaten.2)
freye.
Kirsten X hüben j hoken.
Naydun VI hüben I hoken.
Andree Y hüben minus Y morgen.
Sander V hüben minus V morgen.
Pawel VIII hüben.
Nolge.3)
freye.
Hans Briol II hüben.
Niclis Briol II hüben.
Awstin
Mat.cz
Arsuke (?)
Wav keile
Gregar
gebower.
itezlicher 1 hübe be¬
satezt.
Ticze
Marqwart
Jocub
Clawko
Tissche
Item I wüste hübe.
Rewpen.4)
freye.
Wiszegedde II hoken.
Matcz I Hube binnen durffes und
II hüben bowszen dorffes.
Nitsche Muntadraw II hoken.
Miluke (?) I hübe im durfte III hüben
bowszen.
Jackel I hübe im durffe II bowszen.
gebower.
itczlicher I hübe be¬
satezt.
Jorge
Hinricze
Peter
Hans Lange
Item I wüste hübe.
Cristoffel Mansteyn YII hüben minus
X morgen do her wonet.
Tussutten. 'r’)
freye.
Waysel II hüben.
gebower.
Likotine
Matcz Windike
Matcz
Merten
Hans
Kirstan
Artman
Pawel
Hans
itclicher I hübe
besatezt.
item II wüste
hüben.
itczlicher I hübe besatezt.
Kethim.6)
freye.
Stene (?) Illj hoken im dürfe I hübe
bowsznn.
Merten Grohe III hoken.
gebower.
Ertman
Gregor
Therune
Jost
Milcher
Niclis
Peter
Sanditen.7)
gebower.
Colnege
Menawte
Pole
Bartcz
Swayprat
Jorge
Item Hans Schenke 1III hoken da-
selbist.
itczlicher 1 hübe besatez.
i) Colm 2) Fiaten. '■>) Nalegau. Reipen, Rippen. 5) ?. <>) Koeten. 7) San-
ditteu
		

/Pomorze_055_07_042_0001.djvu

			10
Insterburger Urkundenbuch.
Meguszen.')
freye.
Merten III hüben.
Bilenne II hüben.
gebower.
Honsel |
Sander l itczlicher I hübe besatczt.
Nitsche J
Item I wüste hübe.
Doyben.2)
frey.
Michel Scholcze X hüben.
Dapsallen.?
freye.
Jocub II hüben binnen der grenitcze
und I bowszen.
Kirstan II hüben.
Ludwig II hüben binnen den
grenitczen und I hübe bowszen
Sargen gebower.3)
Peter
Clawsz
Gercke itczlicher I hübe be-
Joinke (?) satczt.
Jocub
Hanike
Sint XLV1I freye (linst.
LXXI1I gebower.
Disze nochgeschrcben seyn im lande
Nadraw.
Sway grübe.4)
freye.
Andris III1 hokon.
Jocub Schakorne IIII hoken.
Sander IIII hoken.
Steppone IIII hoken.
gebower.
Hanike |
Pawel '
Bartcz
itczlicher I hübe besatczt.
Nerweketen.5)
freye.
Merten IIII hoken.
Yon (?) IIII hoken.
Niclis Steppone HII hoken.
Waysucke IIII hoken.
itczlicher I hübe besatczt-
Jorge Stocke (?) IIII hoken.
Nitsche IIII hoken.
Merten Bigutte IIII hoken.
gebower.
Davidt,
Andree
Picko
Jorge
Mikele
Merten
Tiltenike.6)
freye.
Matcz Koch X hoken.
Ulike IIII hoken.
Ticze III hoken.
Jocuppine IIII hoken.
Poppel IIII hoken.
Talutte IIII hoken.
Genicke VI hoken.
Andris IIII hoken,
Pawel IIII hoken.
Pometcze IIII hoken.
Matucko (?) IIII hüben.
Pibisken.7)
freye.
Jorge Bilte II hoken.
Gaylicko (?) Ij hoken.
gebower.
Tornin
Pawel
Waykicko
Merten
Nitsche
Wissche
Lorencz
Tile
Domasze
Der Kruger
Colenen.8)
freye.
Jocub IIII hoken.
Judricke III hoken.
Contutte III hoken.
Hanike III hoken.
Larcncz III hoken.
Matcz III hoken.
Kariothe III hoken.
itczlicher I hübe
satczt.
be-
i) Migussen. 2) Doben. 3) Zargen. <) Schwaegerau. 5) Norkitten. 6) Toelteninken.
i) Plibischken. 8) Kallehuen.
		

/Pomorze_055_07_043_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
11
Astlawke.')
freye.
Peter IIII hoken I hübe.
Pawel IIII hoken.
Pobursze (?) IIII hoken.
Sanglaw IIII hoken.
Jorge IIII hoken.
gebower.
Peter ^ ) itczlicher I hübe besatczt.
Schiraw.2)
freye.
Birke 111 hoken.
Clawsite III hoken.
Condrot Illj hoken.
Waykicko II hüben I hoken.
Bludit I gebowersche hübe besatczt.
Warn in.3)
freye.
Lickenine IIII hoken.
Lenhart IIII hoken.
Simon IIII hoken.
Bartucke IIII hoken.
Niclis IIII hoken.
Gayke I gebawersche hübe besatczt.
Craplawken.*)
frey.
Laszer VI hüben.
Krutawte XII hüben.
Wilhelm IIII hoken I hübe.
Mathese (?) IIII hoken.
Colmener und Meydeburger.
Lorcncz Sclioszeldreer XXV hüben.
Weypenike XL hüben.
Kogel VI hüben.
Niclis Schroter VI hüben.
Ylisken.5)
Heyneman V hüben.
German IIII hüben.
Jocubsdurff L hüben I dinst.
Sint L freye dinste.
Item colmische VII dinste.
Sint XXIII gebower.
Disze nochgeschreben szinszere geharen zum ampte Insterburg.
Zcum ersten zcu Insterburg.
Item dy stadt Alienburg XII mrg.
1 f.
Kranich der kruger III mrg.
Item der Smith III mrg.
Item Michel III mrg.
Item Mewsichen (?) III mrg.
Iten der kruger zcu Nerweketen
III mr.
Item der kruger zcu Plibisken III
mrg.
Item derMolner zcu Colenen 6) II mrg.
V	s.
Taplawken.7)
Slicke der kreczomer IIII mrg.
Jocub IIII mrg.
Dy vom Grünen hayn II mrg. III s.
Item dv von Wiikendurff 111 mr.
VIII	s.
Item der kreczemer zcu Skobraw
III mrg.
Item Mertensz rnole VI mrg.
Idem Ilj mrg.
Item der kreczemer zcu Awcoliten8)
1111 mr.
Item dy gertener II mrg.
Item dy von Burgerdurff VI mr.
vor weszen.
Item dy Commerawer IX mrg. das
ander is wüste.
Sint LXXVIII mrg. VIII s und
VI	d.
' Sint wartengelt XVII mrg. VI s
geringes geldes.
Sint su. der dinste prewsch collmisch
und meydeburgisch c.c. und
IX	dinste.
Sint su. der gebowerschen hüben
CL und VI hüben besatczt.
i) Aszlacken (Gr. und Kl. per Schirrau). *) Schirrau. 8) Warnien. 4) ? Crauplauken
Weber S. 531. 5) Ilischken. *>) Colm. ?) Taplaken. 8) Anglitten (Wohnsdorf).
		

/Pomorze_055_07_044_0001.djvu

			12
Insterburger Urkundenbuch.
Sint su. gebewersche wüste hüben
XXIIIL
Sint zcenden weysze Y leste
XX1III sz 1.
Sint zcenden rocken VI leste
Y	scheffol.
Dicze nocbgeschreben notdurfft
Zcum ersten XI leste rocken.
Item XVI leste gerste.
Item IX leste haber.
Item III steynboehsen.
Item V lothbochsen.
Item pfeyle zo vele als ich ir aide
gefunden habe.
Item XVI armbrust.
Item XL zeihende pferde.
Item XXX kwhe.
Item XVI ochsen.
Sint zcenden gerste VI leste
V	scheffel.
Sint zcenden haber IX leste
VIII scheffel.
Sint pfluckorn XXIII szl. vacken
und XXIII szl. weysze.
is uff dein howsze Insterburg.
Item II schok sweyne.
Item II c. schoffe.
Zcu Taplawken.
Item XX leste rocken.
Item IX leste gerste.
Item XXX leste haber.
Item LXX czihende pferde.
Item L küho.
Item j schock ochsen.
Item V leste weysze.
Item Ij schok sweyne.
m 9. Koenigsberg. 24. August. 1451.
Revisionsbericht des Obermarschalls Kilian von Exdorf über das
Amt Insterburg.
Unsern garwilligen undertanigen gehorszam mit schuldige gantcz
unsers vormogens dirbittunge stets zeuvorn erwirdiger gnediger lieber her
homeister nach deme wir denen zcu Insterborg sein geweist so steet is
zo gar unrichtig nach alda das wir ewrer gnaden nach nichtes do von
schreiben können wie is umben die schulde ist denen etliche hantwerker
und sust schuldiger sein mit dem man in V oder VI jaren ny hat ab-
gerechent und wir och der zeeit nicht hatten denen uns zeeitunge qwam
das die rethe ausz allen drein steten faste zeusampne gengen was sie abir
vor haben das könne wir nicht wissen denen sie nichts nach wolden laut¬
baren umben etlicher personen willen die nicht hein voren als mit namen
Huxer und andir sundir nach dissem sontag freitag hoffen wirs wol zeu-
derfaren was sie vor haben wir haben noch willen nach dem sontage
widdir ken Insterborg zcum zhien wie man is denen alda mit dem ge-
sindelon sal halden denen die quatemper nicht verre ist und sunderlich
mit dem holtzce das leit alda zcu Insterborg das musz ma yo nach vor
winter Hissen wie das nicht geschege zo weres mitenander vorloren und
das andir holtcz leit alhir zcu Königsberg das och nvmand gar zeer be-
geret dorumben erwerdiger gnediger lieber her homeister bitten wir ewer
gnade das holtz bei dem ampt und der scheffereyen zeulaszen so wellen
wir die schulde uff uns nemen und uns mit den lauten entrichten wie
wir mochten und och das gesindelon und dyner notdorft auszgenomen
Hans von Boich do wir nicht gerne mehr zcuschickon wellen haben senden
och ewrer gnaden hirinne vorslossen eyne zceddil wie man das ampt hat
gefunden och geruche ewrer gnade zeuwissen das die rede alhir offinbar
sein wie das der Römische konig den von Dantczik sal haben geschreben
und etliche bey uns seyn geweist uns gebeten wüste wir ichtes da von
		

/Pomorze_055_07_045_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
13
das wir is cu sagen wellen [so duneket uns wol geraten? sein das man
is en zcuwissen thete vor diesenn tagen (von so — tag ausgestrichen,
vielfach verbessert)! wie wir uns abir dorinne halden sullen das schreibe
uns ewrer gnaden bey der stunden och hetten wir gerne eine abeschrift
der korfursten briff uns duneket wol gut sein das is etliche von der
gemeyn wüste vor dissem tagen den sie zeu Marienwerdir wellen halden.
Geben czu Königsberg am tagen Bartholomei im LIten jaren
Obirster
marschalk.
(Original auf Papier, etwas defect.)
Indorsat: Ampt tzedel von Insterburg. Dem erwirdigen homeister
mit aller erwirdikeit tag nacht ane savmen treffliche macht leit hiran
gangen von Königsberg am tagen Bartol . . . . m mittagen hora Y.
Komen unde gegeben von Brandenburg am tag .... holomei noch
mittag hora IX.
Komen unde gegeben der Balgen am mittewog .... Bartholomei
zeu mittagen hora XI.
Komen unde gegeben vom Elbingen am selben . . . nach mittagen
hora IV.
Beilage 1.
Och gnediger lieber her homeister ewrer gnaden mag wol
so man das holtcz vorkowfe (las man in eynen jare adir zewen nicht vil
gerettes geldes da vor können krigen und wir eyne burde obir uns haben
genomen die wir gar obil haben auszeurichten denen es in dem ampt
gar obil steet dorumber geruehe ewrer gnade das holtcz da bey zeulaszen
das wirs dastebas mögen auszrichten. So unser felkener nach bey ewrer
gnade den geruehe ewrer gnade uns ce besser zeusenden denen uns etliche
falken sein komen und wir nymand haben der sie wartet.
Beilage 2.
In der jorczal unsers hern im LI ten joren sein bescrevben von (von
sein — yon übergeschrieben), heren Thamen von Spanow sein bescrevben
(von sein — bescreyben ausgestrichen) zeu ampthe zeu Insterborg alzo vil
czyende (ausgestrichen) als XLV11 czyende pherde im liowffe zeu Tapp-
lawcken.
Item X folen im dritten joren kobeln eyns im ändern joren.
Item XYII von diszem joren.
Item VIII stutkobeln der alden und jungen (item — jungen aus¬
gestrichen).
Item eyne von dreen joren.
Item II von zwen joren.
Item II von zen joren.
Item III (ausgestrichen, dafür:) II von diszem joren.
Item XXVI melke kwe.
Item XX (ausgestrichen, dafür:) XXVI ochszen unde eyn bulle
der alden und junge (und junge übergeschrieben).
Item VI junge ochszen I bulle von dren joren.
Item XVI howpthe gelden. (?)
Item X kelber von zeu joren.
Item X von diszem joren.
Item Ij schock aldir sweyne unde XLII neve sweyne.
Item IIII pfluchgkwe hot der howszmann.
		

/Pomorze_055_07_046_0001.djvu

			14
Insterburger Urkundenbuch
Item Ij achtel potter.
Item czwcne kessel unde III beslagen einer und evn seeli unde
eyn hawsz axsze in dem sichausze.
Item uff liawsze zcu Taplowcken V leste körne unde X scheffel.
Item eyn last erweszen.
Item j lasten meel XII seheffel malcz
Item X scheffel und I lasten gerste.
Item III scheffel weyszen.
Item IIII leste habern.
Item XY spisze trüge rinnthflevchsz.
Item XXIX seythen specksz.
Item V schock truger hechte.
Item I schock und XXI spisze trugerer hechte (ausgestrichen)
breszem.
In der kochin
Item XVI keszel «St V keszel.
Item I hockemesser I keile I schabe 1 pfhaune 1 III hesselhoken
eyne sver.
Item XX czinnen schuszelen.
Item j last malcz im melczhawsze.
Item mesze gerethe eyn kelch unde mit aller zcubehorungen.
Item eyne lonthczucht, I morszer I	unde eyn schabe-
meszer gevonden in des pflegers camer.
Im kelleren.
Item IIII tonen grop salcz unde I tonen bien salcz.
Item j last birs.
Item I polke aldisz mellies im fasze.
Item II neyen wein.
Item eyn vas essigen im covenden keller und czw tonen.
Item III grosze stelen kannen unde eyne kleyne vom stawffen
unde eyn czynen kanne.
Item eyne bleyne salcz (übergeschrieben) pfhanne
Item I gros grope.
Item I fedir bette I banck pfhuel.
Item X par fischcr stebelen.
Item II buxen.
Item eyn kochen garn.
Item dis ist geleszen uff liawsze zcu Insterburg im Lltep joren.
Item XXXII seyten specks unde III smer.
Item II schocken hechte.
Item Ij segcziken breszem.
In der kochen.
Item X keszel I morszer.
Item IIII kackemeszer (das c vor k übergeschrieben).
Item II fleyschbeyl I schabe.
Item I holczaxcze (das c in axcze verbessert aus s).
Item I roszte I dreyfues (das e in fues übergeschrieben).
Item IIII kesselhoken.
Item II (übergeschrieben) reybeyszen.
Item II brothspisz.
Item IIII groppen eyn togelclien unde pfhanne III keilen.
Item I fierscheyne I kvnpfanne.
		

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			Insterburger TJrkundenbuch.
15
In der speyszkamer.
Item eyn tonen potter.
Item eyn halben tonen pockelfleisch.
Item Ij tonen haber grotcze.
Item Ij (verbessert aus Ilj) tonen troken salcz unde Illj tonen läge.
Item eyn steyn umsith (ausgestrichen) talken.
Item I tonen sm (item — sm ausgestrichen).
Item j firtil — smalcz.
Im browhacjwsze.
Item II pfannen, eyne gehörte ken Tapplawcken.
Im backhawsze.
Item eyn axsze.
Item eyne treckscharre I keszel.
In der bathstoben.
Item eyn keszel.
Im melczhawsze.
Item II leste unde XX scheffel gerste.
Item XV scheffel mel.
Item XX scheffel malcz.
Item erwesz L scheffel.
Im keller.
Item XVIII tonen bir item VI tonen bir.
Item IX tonen covend item IIII tonen covenden.
Item I tonen essig.
Item IIII stelen kannen unde V czynen stofcze.
ln der harniszkamer.
Item XVI arembroste.
Item pfhoyle notdorfften.
Item IIII buxen kleyn unde grosz.
Item X Schilde.
Item II anker (?) (ausgestrichen, dafür übergeschrieben:) ancker
unde IIII eysz axszen.
Item IIII lanthczuchten leynen unde (übergeschrieben) garn alcz
vil alcz des (verbessert in:) der ist.
Item VI<=- schefenbesze II c. thworlth. (??)
Item 1 czynen salczvas VII (zuerst VI, dann noch eine I einge¬
klemmt, und der Deutlichkeit halber wohl noch eine II
übergeschrieben) clynen schusszellen.
Item VII (ausgestrichen, dafür:) III nüwe secke zcu fische.
Item XI leynen secke zcu hawsze.
Item II tysztucher III hanthtucher.
Item IIII hasengarne (item — hasengarne ausgestrichen).
Item XXIII reegarn und hartczgam, gut unde argen.
Item IIII hasengarn.
Item I gros garn I kochen garn unde eyne wathe.
In der smede.
Item II blosebalgen.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
Item	XI czangen.
Item	Xll hemer.
Iteni	I ambosz I sperlioken.
Item	II nael eyszen
Im kaiben.
Item	XIII secli.
Item	VIII schar III hoken eyczen.
Item	II eysern egden.
Item	XII czome.
Item	eyn axsze.
Item	XXVI czyende pflierde.
Item	X folen (ausgestrichen) hengest folen.
Item	alnotdrofft zcu dren wagn.
Kirchen gerethe.
Primo eyne kasel mit fullim gerethe mit gülden hiinden.
2 0 eyn bloe mit fullim gerethe ouch mit gülden hunde.
3° brüen in grüen oucli mit fullim gerethe.
4to weys in grüen ey ornatli.
5	to eyn gruen czameth ornath.
6	to eyn rothe gefogelthe koercappe.
7	mo roetli unde grüen koercappe.
8	v0 eyne bloe koercappe.
9	no eyne aide gülden koercappe.
10° II bloe dyaconen rocke.
11. 11 gülden rocke.
Item unsz lieben frauwen mantil bloe unde grüen seyden und
unzs hern des kindes bloe rocklein.
Item unsers lieben frauwe kröne obir guldeth unde des kindes.
Item czw pallen eyn meydecben. (?)
Item III obir guldethe kelche und eyn unvorgult.
Item II grosze silbern monstrantczen eyne (monstranczen eyne
übergeschrieben) obir guldeth. (item — guldeth aus¬
gestrichen.)
Item II grosze silbern monstrantczen beyde obir guldeth unde
eyn silbern krücze.
Item eyn hane unde eyne henne von pel (ausgestrichen) perlen
mütter eyn buxchen dorinne unde eyn schelechen von
silber.
Item II kleyne monstrantczen von silber.
Item eyn stutczschin (?) von helfenbeynen silbern.
Item eyn osculum silbern.
Item eyn tofelen mit reliquen holczen.
Item II silbern appollen und III czynen appollen unde II kannen.
Item II legenden de tempore unde ? der sancten und II missalia
und II selter eyn gradale I anthiffonarium I brevier
I agenda unde eyn rochvas.
Item III anthependia II pallen I koszen eyn decke unde II
koerrochel.
Item eyn vas pro crismate.
Casein in der kirchen.
Item I bloe seyden kasol mit allem gerethe.
		

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			Insterbuvger Urkundenbuch.
Item I swortcze kasel mit allem gcrethe.
Item I seyden kasel glegl linde bloe mit fullim geretlie.
Item eyn bloe sameth mit fullim geretlie.
Item grüen liarcsz ane geretlie.
Item eyn roeth ane geretlie.
Item eyn weysze ane geretlie.
Item dy wechter haben czw axszon.
Im schirhowffen.
Item Y neweger.
Item pflugborer I fügebeyl unde eyn sneydemeszer 1 czymerbcyl
unde eyne halbe byndaxsze.
Im fiehowffen.
Item I keszel II beslagen.
Item I boltcz axcsze.
Item XL ocliszen jung unde alt.
Item XXI gelden küe.
Item X kelber von diszenn joren.
Item XXXI melke kwe.
Item III c. unde VIII gelden schoffen.
Item lo- unde VIII melkesclioffen.
Item LXXV sweyne.
m 10. 1451. September 4. Waldau.
Bericht 	
			

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			18	Insterburgpr Urlnmdenbuch
Komen und gegeben von Kunsperg am selbigen tag vor mittag
hora XI.
Komen und gegangen von Brandenburg am selbigen tagen nach
mittagen hora . . .
Komen unde gegeben von der Balgen am dinstagen vor nativitatis
marie vor mittagen hora Y.
Komen unde gegeben vom Elbingen am selben tagen nach mittagen
VIII hora.
Hirinne ist des pflegers von Lochstete brieff und in dem vordan
evn brieff an seynen bruder greven Conrad von Gleichen, das her die
entsagunge und veyde, dem hern homeister und sevnem orden gethan
abethe und abestelle.
Der brieff war gesant mit des hern homeisters brietfe dem voitche
der Nuweemarke am sontage nach nativitatis beate virginis anno LI.
LVÜI M 85.
m 11. 1452. September 1. Königsberg.
Bericht des Obermarschalls Kilian von Exdorf an den Hochmeister
Ludwig von Erlichshaiisen
über die Steuer des Amts Insterburg.
Unsern gar willigen undirtanigen gehorsam mit garfleisigs alle unsers
vormogens dirbittunge nw und alwege zeuvorn etc. Erwirdiger gnediger
lieber her homeisterer wir haben dem tresler unser und unsrer amptlaute
angeslagene gold gesant ane das gold vom ampte zeu Insterburg und des
fischmeister zeu bruder Johanshoff wir zcweyfelen nicht ewer gnade sey
wol indechtiger wie uns das ampt zeu Insterburg ane allerley geschos
zeu hülfe geton und gegeben ist das wir die zcwelffhundert marg dem haus
kompthurer ampte uszriehten und geben mocliten zeu hülfe der scheffereyen
doruff wir och die beiden ampte als Insterburg und Kuchenss zcnhalden
zeu Königsberg ussgenomen haben so das wir die geschos der beider
ampte sullen oberhaben sein so haben wir doch diszmal gleichwol die
zeehen reynische gülden von des haus kompthurs amptes wegen dem
treseler gesatid das wir selbest haben must geben und bitten ewer gnade
zeu mole fleisziclichen uns das geschos des amptes zeu Insterburg zeu
oberheben mag es denen diszmal anders nicht seyn so bitten wir ewer
gnade gerne widder wellen geben erwirdiger gnediger lieber her meisterer
wir bitten ewer gnade mit gantzem tleise uns das geschos der beider
ampte als Insterburg und haus kompthur ampte zeu Königsberg vort mee
zeu oberheben wie das nicht geschege so könne wir das ampt zeu Inster¬
burg und die kuche zu Königsberg nicht lenger uffhalden dornach siel)
ewer gnade wisse zeu richten och haben wir seehes reynische gülden vom
pferdemarschalkampte gesant wie wol dach kevn pferdemarschalk uff disse
zeeit ist sunder der fischmeister zeu bruder Johanshoff vormag seyn gold
nicht zeu geben wen got weis her ist zeu arm dorczu wenen her faste
schuldig ist so wir wüsten das hers vormochte wir weiden en wol dorczu
		

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			Insterburgei' Urkundenbucb.	19
halden das liers geben snlde. Geben zcu Königsberg am tage Egidy im
ete. L111*" jare.
Obirsterer
marschalk.
(Original auf Papier. Indorsat: Dem erwirdigen homeisterer mit
aller erwirdikeith)
LVIII M 90.
m i2. 1469. April 30. Tapian.
Felix Waldmann wird Norkitten, Mangarben und Schwüle rau
verliehen.
Heinrich Reuss von Plauen, Comtur zu Mobrungen, verschreibt
Felix Waldmann wegen seiner im letzen Kriege geleisteten Dienste das
Schloss Norkitten’), Mangarben und das Dorf »Sohwaygrübe« frei, erblich
und ewig zu Maydeburgischem Rechte und für beide Geschlechter. Sollte
er ohne Leibeserben sterben, so soll die Verleihung wieder an den Orden
zurückfallen, seinem Eheweib wolle man 200 Mark als Leibgeding geben.
Auch erhält Waldmann die Kirchenlehen und die grossen und kleinen
Gerichte, ausgenommen die Strassengerichte.
Gegeben auf unsers ordens hausz Tapiaue, im vierzehenhundersten
unnd neun unnd sechtzigsten jahre. Gezeuge dieser dinge sein die wir-
digen ersamen unnd geistlichen .unsers ordens lieber bruder Heinrich von
Richtenberg groszcomptur, Ulrich von Kinsberg oberster marschalk,
Veit von Gich oberster spitaler unnd compthur zu Brandenburg, Seyfrit
Flach obrister frappier unnd compthur zur Balge, Conrad von Lichtenheim
compthur zu Holland, Hansz Narwe compthur zu Rangnith, Mertten Truchses
compthur zu Osterrode, Wilhelm von Eppingen compthur zu Neidenburgk,
Steffen von Streitperg hausscompthur zu Königsberg, her Steffans unser
caplan und Gregorius unnd Liborius unsere Schreiber unnd viel andere
tramvirdige leutte am abent unser lieben frauen tage wurtz weyhunge.
K. Hausb. Lit A 184 fol. 45—46.
jv° 13. 1476. Juli 13. Taplacken.
Vorsclireibung der freien von Almansliausen über funff und
zweintzig eolmischer hueben, itzo Hans Wittinansdorff in besicz
habende2).
Bernhard von Baltzenhofen, oberster Spitler und Comtur zu Branden¬
burg erneuert auf Veranlassung Heinrichs von Richtenberg Georg Almans-
hausen die im letzten Kriege verlorene Handfeste über 25 Hufen »uff
der Ringappe, die do grentzen an Puschdorff, Ranglaucken und an der
herren grentzen, im gebiete Insterburgk und camerampt Taplaucken ge¬
legen«, frei von Zins, Zehnten und bäuerlicher Arbeit, frei, erblich und
ewig zu kulmischem Rechte, wofür er einen Plattendienst mit Hengst und
1)	Norwokitten.
2)	itzo — habende« späterer Zusatz.
		

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			•20
Insterburger Urkimdenbuch.
Harnisch leisten, neue Häuser bauen, alte bessern oder brechen, dazu ein
Krompfundt Wachs, einen kölnischen oder 5 preussische Pfennige, einen
Scheffel Weizen und einen Scheffel Roggen entrichten soll.
Des zu bekentnusse und ewiger Sicherheit haben wir unsers ampts in-
gesiegel anhengen lassen diesem unserem briefte, der gegeben ist uff unserni
liauss Taplaucken am tage Margarethe virginis in dem vierzehenhundert¬
sten und sechs und siebentzigisten jare. Getzeuge diser dinge sein unsers
ordens lieben in got andechtige brueder, bruder Ludewigk unser hauss-
compthur, Henrich Spech von Babenheim unser keilermeister, Iodocus
unser scbreiber und vil andere trauwirdige leuthe.
K. Hausb. Lit. A. 184. fol. 50—52. Handfestenbuch d. A. I. 117. fol. 27.
m i4. 1481. Mai 31. Koeiiigsberg.
Paul von (iisten wird das Dorf Rockelkeini nebst 34 Hufen
verschrieben.
Hochmeister Martin Truchsess erneuert Paul von Gisten eine Hand¬
feste über das Dorf Rockelkeim im Gebiet Insterburg und Kammeramt
Taplacken, da die alte im vergangenen Kriege verloren ist und verschreibt
ihm das Dorf mit 34 Hufen und allen Gerechtigkeiten, Zinsern etc. zu
magdeburgischeni Rechte und für beide Geschlechter, wofür er einen
Dienst mit Harnisch und Hengst leisten und jährlich zu Martini ein
Krompfund Wachs und einen kölmischeri oder 5 preussische Pfennige ent¬
richten soll. Sollten bei einer Messung die 34 Hufen nicht voll gefunden
werden, soll der Orden nicht verpflichtet sein, das fehlende zu ersetzen.
Wird die alte Handfeste aufgefunden, soll sie keine Macht haben. Ge¬
geben uff unserni hause Königsberg am tag ascensionis domini im vier-
zehenhundersten unnd einundachzigsten jar. Gezeuge dieser ding sein
dy wirdigen und gaistlichen unsers ordens lieben in gott andechtigen
bruder und herrn Stephan von Streitbergk groskomtur, Niclas vonn Gebe-
sattel oberster marschalck, Hans von Tieften oberster spitler und comtur
zw Brandenburg, Erasmus von Reitzenstein oberster trapior unnd comtur
zur Balge, Phillip von Angelach comtur zw Holand, Emrieh von Drahe
comtur zw Osterod, Hans Narbe comtur zw Ragnitt, Jorge Ramung von
Rameek comptur zum Reyn, Hanns Scherfchen comtur zur Mommel, her
Nicolaus Creudener unser caplan, Heinrich von Seben hauskomptur zw
Kongsbergk, Christoft' von Aufsess unnd Simon von Drahe unser compan,
Jacobus und Joannes unser Schreiber, unnd sonst viel ander trauwirdige
leuthe.
K Handfestenb. d. A I. 117. fol. 14 — 15,
M 15.	I487.
Inventar der Häuser Insterburg und Taplacken.
Anno etc. im LXXXYII!*" jor ist dith hernach geschriben vihe
hawszgerad unde eyserwerk zu Insterborg unde Tapplacken gefunden unde
in diesse zcwiie usgesnytten gleychlutende zcedel geschriben geworden.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
21
Czu Insterborg X armbrost und III winden.
In der kuchin XI kessel unde I grösser yn der batstoben.
Item II kesselhoken, II lenkhoken I langen und Ikortczen, II hacke-
niesser, I fewrgabel, II bratspisse unde I röst.
Des schermeysters geczewg II borser zu den raden, YI1I nebiger,
I	bynde ax, I handtbeyl, I dechsel, I deckehamer, I sneyt
messer, I schabemesser, I fugebeyl unde I zcymerbevl.
Im bawlioeffen V kessel cleyn unde grosz, I kesselhoken un I
gropen.
XII schor, X sech, VI exse, liolcz zuhawen, II eysz exsze,
XXVIII zcowmgebisz, XXVIII bracken, VLII newge
zcowmgebisz, V spatten, VI evserne pflüge, V eyserne
pflugkeren, IIII mistgabeln, IX schosz gabeln, V hacke-
messer zürn hackels, I spys dem hofmeyster und IIII
pfugbeyl.
Des viliest ist XXVII ochszen, XLIX pferde und T schock gut
und bose unde II schoffen und I scliock I mandel II
schock sweyn X schock junger sweyn (X — sweyn) am
Rande), XXXI melke ktie, unde XVII nicht melke.
Item VIII schoefschern item XIII zcynnen schusseln cleyn und
gros und III salsyr item X zcynen kan cleyn und gros
item I hantfas und I handbecken item XIII tuschtucher
und XI (ausgestrichen, dafür:) XVIII hanttucher und
boesze. Item IIII botte und I howptpfol myt IIII j par
betlaken item noch II klevn bette.
Im brewhawse I pfanne I pf an schrappe I eyseru kracke und
III boten.
Item 11II banckpfol.
In Tapplacken.
L pferde und X junge foelen, LXX aide und XXVI junge sweyn
XXVII melke küe XXXV ochszen IX kue nicht, melke
VI schoeffen und I schock.
In der küchin.
Item IIII grosse kessel VII kleyne kessel, I tleyschbevl, I hacke-
messer, III roste, I eysern kochkelle, I pfanne, II kessel¬
hoken und I eyserne gabel.
Item VIII tuschtucher, VII hanttucher, VII betlaken, IIII bette,
II	howptpfol, IIII küssen, VIII zcynnen kan unde IX
zcynnen schüssel unde V schoeffschern.
Im brawhawsz I pfanne, I eyserne fewrkrucken, und IIII boten.
Evserwergk.
VIII eysern pflüg, VII par pflüg eysern, IIII beyle, II eyszexe,
I newen nebbiger, II mistgabeln, III schoeszgabeln, II
sewlax, II zcymmerbeyl, I scherbeyl, I byndax, IIII dorch-
slege, 111 spaden, XVI zcowm und XVIII bracken.
LV1JI M 91.
		

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			Insterburgor Urkundenbuch.
M 1«.	1488. August 24.
Inventur und Lohnregister der Häuser Insterburg und Taplacken ')•
Im LXXXYIII jor am tage Bartolomei hotli her Jocoff von Saxen
m Ij schock aide Schwein j schock junger swein. *) IXj schock. ■') Diese
Zahl fehlt. 	
			

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			lnsterburger l'rkundeubuch.
•23
Item I pofoysze, j fass pulver III aide kessel VI bette.
Item I howbtpfol II küssen III par sylen IX schofscheren.
Item IIII grosse tuschtucher I bette zcichin IIII par betlaken.
Item IX spiesse I hantbecken I hantfasz im rebentewer.
Item II lewchter II banckpfol I berndecken unde I wolffszdecke
item I schawptisch.
Item im brothhawse V9) tonnen garten honigen.
Item XYI stabeyssen unde IIII newo sech
Item IIII eyszaxen I mistgabel YIII leynen secke unde VI lid-
dern secke gut und boesze.
Kuebin gereten.
Item III grosze kessel und YIII cleyne kessel gut und boesz.
Item I gropen I kuppfersypp II kuppfern pfan
Item I morser mit I kewlen II brotbocke II brotspisz.
Item III keilen III hackemesser I fleyschbey 1 I bancschabe.
Item III roste I krümgreten I fewrgabel I eysserschüssel.
Item I küchinaxe I worstekrauwel II kesselhokenn.
Item II lenckhoken XIII zcynen schussel Y salsyrchin,
Jtem I fasz peckelfleysch j tonen hanffsomen I scheffel grütz.
Item I fasz peckellachs I steyn talkes.
Im fleyschhawse und awf dom soller.
Item XVI seyten spex I schock spisz vleysch wyltpreden XX V.
Item Y berschilde IIII smer und I steyn talkes.
Item IX ton solczs cleyne, XLV trewge spiszvleyschs wiltpreten
item V spisz trewgen rintfleyscli.
Item XV spisz zymenlachs j tonen sckeffenkese.
Item II scheftel erbeysen 1 scheffel hanffsomen.
Item im backhawsze I kessel.
Item in der batstubin ist I grosz kessel.
Item II (verwischt) laest mehlsz uff der melkamer.
Im keller.
Item IX tonnen byr vom jungen byre XIIII tonnen küventen.
Item II tonnen essigen VI tonnen mertzsten byre XII schock
lichter.
Item VIII leste lediger tonnen XIII zcynen kan.
Item II tonnen byr (ausgestrichen, dafür:) there.
Item in der fleyschkamer II tonnen potter10)
Item in des sc-hefferszkamer I par betlaken X tischtueher.
Item XIIII hanttucher und I cleyn bette
Item awff dem brewhawsz I last kornsz IIII scheffel gersten j last
habern XII scheffel hopfen I scheffel.
Item im brewhawse I pfanne II grosse boten und I cleyne boten
I pfanschrape I fewrschüssel X maltzseck bose und giit.
Item in des smyden kamer ist I betten und I kusszen.
Under dem neuwen schöpfe vor dem slosse.
Item I kuchin garn I wintergarn zur vischrey.
Item I waten XI garn seck II neüwe henffen parckün.
Item noch IX henffen parckawn gut und boesze.
Item VIII besten parckün11) VII stucken hasengarn.
Item XV stucken rogarn gut und bose.
X. 1IJ) lj tonnen potter. u) parkaüu.
		

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			24
Insterburger Urkundenbuch.
In der smyden.
Item IIII zcangen I sperhoken I ambossen I. vorslagen.
Item I seytslagen IIII stemple! 1 plotzhamer.
Item I hanthamer I nagleyszen I welle im sleyffsteyne II balgen
dissen I hertspisz I anstoesz I lescli wedel I helpeysen
das gehört eyner armen frauwen und ist unbetzalt.
Kyrchyngerete.
Item I grüne samitten kasel mit aller zubehorungen.
Item I blotamaschke kasel mit aller zubehorungen.
Item II seyden kasel on zubehorungen.
Item I gülden korkappe II missalia grosse VI (ausgestrichen, da¬
für:) I legende de sancten 1 selbem kelch vorgöldz I palle
I pacificall.
Item II hanttücher I viaticum.
Item disz nochgesteren vihe unde hawszgerete hot her Jocoff von Saxen
zu Tapplacken im hu eff gelassen im LXXXVIIIsten jar am tagen Bartoloniei.
Item XI grosse ochssen XXVIII melkoye.
Item III12) gelle koye X kelber von zu jor.
Item VII kelber von dissem jore.
Item XLIIII pflugpferden VII jungen volen von dissem jor item
I schock schoeff und VII.
Item II schock swein minus XVI cleyn und gros.
Eyserwercken im hoeff
Item	III pflügen VIII13) pflugschor IIII sech.
Item III hockenschor IIII holtzaxen I byndax.
Item	II eyszaxen II mistgabeln I misthaken.
Item	I zcymerbeyl I sewlax V schoeffscheren.
Item	II hackmesser III schoszgabeln I spate.
Item XV bracken XVI zcowm.
Des schermechers getzeug.
Item VII newiger cleyn und gros I snevdmesser.
Item II dorchslege.
Kuchingereten.
Item I hackmesser III rosten III grosse kessel.
Item IIII cleyne kessel I brotspisz I eysern pfan.
Item I keile I dreyfusz I krümgereteu.
Item I fewregabel.
Betkleyder.
Item IIII bette IIII küssen IIII par laken.
Item V tischtucher V hanttücher II becken
Item I hantfas.
Bisz synt dy kese.
IIII14) schock kese sclieffen V grosz scheffenkese.
Item I tonnen potter IIII tonnen grop saltz XVI tonnen (ausge¬
strichen).
Item XVI tonnen byr III tonnen köventen.
Uff dem fleyschsoller.
Item XIIII seyten spex XII smer.
>2) Diese Zahl fehlt. 13) VII. u) IUj.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
25
Uff dem melsoller.
Item j läst melsz noch j last haber.
Item I kuchin garn zur vischerey.
Im brewhawsze.
Item I pfan IIII boten I fewrgabel.
Item noch ein kuchen garn zu der fiseherey (item — fischerey
ausgestrichen).
Item II c. i'r>) hoppen off dem soller.
Item j schiffpünt stab eiszen.
Item X scheffel korn off dem soller.
Item den garten lionig pflegt men zu beczalen I tonnen vor III marg.
Item den bewten honig betzalt men I tonnen vor IIII marg.
Item dy bewtener in der Insterborgisschin wiltnissze.
Item her Jocbst von Saxen hot awff den honige gegebin X. marg
in dissem jor (Item den garten honig — in dissem jor
durchstrichen).
Item her Jocoff von Saxen hot in dissem jor awff den honig ge-
gebin X marg bewtenercn gescheen uff ptinxsten1(i).
Das sloes register.
Hern Conradt VIII marg.
Dem Capplan IIII marg.
Dem schreyber IIII marg und I cleyt.
Dem sneyder VI marg und II marg vor I cleyt.
Jocoff VIII marg.
Hansz stalknecht VIII marg und 1 cleyt.
Dem becker X marg der reth vor den keller und kuchin.
Dem smyt XVI marg, dem kn echt VIII marg.
Dem jeger VI marg.
Dem strack jegerknechten VI marg.
Dem koch IX marg dem kuchjungen V marg.
Nickel zcymerman X marg.
Dem Vischer VI marg I par hosen frey stiffeln.
Dem breuwer VI marg.
Dem botger VIII marg.
Bollen VI marg dor vor musz her thun was im geheyszen.
Dem stubenronch IIIT marg.
Dem wagnknechten III marg.
Im hoeff vom gesyndeu.
Dem hoffmeyster V marg der t'rauwen V inarg III meyde einer
ixlichin III marg.
Dem ubersten pflugknechten VII marg.
Dem ändern VI marg dem III (ausgestrichen, dafür:) dritten ouch
VI marg dem vierden VI marg.
Dem kuhirten IIj marg dem pfordehirten III marg dem ändern
pferthirten II j marg.
Dem sweinhirten II marg X scot.
Item IIII pflugjungen ge mit eney ixlichin VII (ausgestrichen,
dafür:) II marg.
Syndelon zu Tapplacken.
Dem cemrer VIII marg und I cleyt.
Dem hofmeyster X marg der mutter V.
lä) II hundert hopper. 1,;J Ende.
		

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			26
Insterburger Urkundenbueh.
Dem ubersten pflugknechten VII marg dem ändern IIII marg dem
dritten VI marg.
Drey jungen cym ixlichen I guten marg.
Dem schermacher VI marg.
Dem breuwer VI marg.
Der muller medlt um dy V mettzen.
Dem swevkenknecht IIII marg.
Dem sweynhirten III marg.
Dem kuhirten IIII marg.
Den III meyden evner ixlichen III marg.
Item uffim soller I ochszen hawt und II kuhewten.
Summa summarum gesvndelon zu Insterborg und Tapplacken.
III c. und XVII marg X scot.
Item XX bewtener im Tapplacken gebieten.
Item disz liir nochgeschriben gerete gehört hem Jocoff von Saxen
und ist noch zu Insterborgt das hot er von seynem gelden gekoufft.
Item VII neuwe newiger I rade borserVIII walt exsen dy sint
neuwe II bindax I neuwe snevtsagen, II sneyde sagen
IIII jagt setel und II reysigen setel und II scheffln decken
zu Tapplacken und III neuwe liddern svlen und VIII
neuwe slosz zcowmeund III neuwe gorte und IJ parstiffeln
V7 par schu zur vischerey dinenden das ist alles zuhouffen
iusz pflegers kamer.
Item in der smiden hot hei' I par bloszbelge dy stehin V marg
und I sleyft’stein vor VII marg lind I tonnen osemundes
Item uff dem tleysch soller hot er ouch IX tonnen cleyn (über¬
geschrieben) soltzs und im brothawse XVI stabeysen und
IIII neuwe sech.
Item XLV seh gehören zu Insterborg dor von hot her Jocoff vor
myt XVIII sehe vor XL doroff entpfangen XX marg.
Item XX bewtener in der lnsterborgeschin gewiltnisse gesessen.
LVIII M 92.
M 17.	Ohne Datum.
Disz noclig<‘schreb<‘ii zcinser gehören zu Insterborg.
Potlacken ’).
V	mark Hanüsch vor II hüben.
V	mark Marcus vor II hüben.
V	mark Tatterlav vor 11 hüben.
II j mark Benedic vor I hüben.
V	mark Drosins vor II hüben.
V	mark Lodicke vor II bubin.
IIIj mark Jocub vor I hüben und I hoken.
IIIj mark Joseph vor I hüben und I hoken.
Dor synt noch im dort (ausgestrichen) 1 wiisto hüben mit II hoken.
Sebalden 2).
VIj mark Milucke vor II hüben und I hoken.
') Gr. u. Kl Potlack, Kr. Friedland. 2) Schallen bei Alleuburg.
		

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			lusterburger Urkundenbuch.
27
Yj mark Kariote vor II hüben.
Vj mark Klawcke vor II hüben.
III mark minus I fiertel Marcg vor 1 hüben.
Yj mark Jürgen vor II hüben.
Yj mark Cristoffel vor II hüben.
V	mark minus I fiertel Perküne vor II hüben.
Vj mark Petrasch vor II hüben.
III mark minus I fiertel Lorentz vor I hüben.
V	mark minus I fiertel Rugelde vor II hüben.
III mark minus I fiertel Snobart vor I hüben.
Rodden 3).
V	mark Terschke vor II hüben.
V	mark Ghünde vor II hüben.
V	mark Merle vor II hüben.
IIj mark Peter vor I hüben.
V	mark Hansz vor II hüben.
Item wisen zcynser.
Willendorff4) VT mark und XYI.
Meguttens) VIII mark.
Oppen I mark YIII scot noch VIII mark VIII scot IX denare,
ouch gibt Sprintke und Augustin vor I hüben I mark.
Nalgaw6) III mark.
Clingendorff7) I guten mark.
Mackussche8) I mark.
San (litten V mark.
Bruggerszdorff9) XI Ij mark.
Nowincke10) XXII j mark.
Pollone1’) VII mark.
Bly wischke12) II mark der pfarrer j mark unde der kruger VIII
mark XX hünre.
Peter Glebe zu Welaw I mark X schock.
Der Kruger zu Tapplacken VIII mark und j schock hünre
Grunhayn IIII mark XX hünre.
Rangelacken IIII mark.
Caspar zu Pioten13) IIII mark.
Weysensee14) II mark vom wasser.
Rambel X mark, Lucus IIII mark.
Cristoffel VI mark.
Bnben IIII mark.
Dy krugen zu Insterborg XXIIII mark und XII fette ghense
tig (?) Martini.	N
Item zu Nalgaw6) sein II wüste buben dy gebin Ij mark dy hot
der rothmann.
Item zu Lawpin15) do seyn III wüste hüben dy gebin VI mark.
Item zu öppin do sein III wüste hüben dy gebin Illlj mark.
Dy mole zu Kalem16) gibt IIII mark X scot.
Summa der zcynser zu Insterborg und Tapplacken II buder
LXX mark minus I mark.
LVI1I M 88, undatirt.
3) Redden a. d. Alle. ■*) Wilkendorf. 5) Magotten. ®) Nalegau. 7) Klinglackeu.
Myguszena a. d. Deime. '■>) Bürgersdorf — Wehlau. *°) ?? ,l) Pelohnen. >3) Plie-
bischkeu. J») 1‘iatken. w) Weissenseo. ,5J Leipeu. ll!) Oolm,
		

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			28
Insterburger Urkundenbuch.
m i8. 1496. April 23. Koenigsberg.
Hochmeister Hans von Tieften verschreibt Adam von Halle
Pfleger zu Insterburg die Holznutzung im Amt Insterburg.
Hochmeister Hans von Tieffen verschreibt Adam von Halle, Pfleger
von Insterburg1), »umb das nochgelaesszenn gelt mit namen czweyhundert
margk unnd XXXVI marg adir wie sich das in der reclionschafft wirt
fyndon ouch mnb das hinderstellige holtz, das der nheistvorstorbenn pfleger
zeliger mit Lucas Lawkischkeim hot hauwenn lassenn alsz clapperholtcz,
knarholtcz, wagensehosz, bodemboltcz unnd die nieste, vortrahenn habenn
und gegungst unde zeugelasszenn«, Holz zu hauen in der Wildniss zu
Insterburg, so viel er kann und mag, und mit wem er will. Dafür soll
er nächste Pfingsten oder zu Johannis Baptistae 500 Mark preussisch zahlen.
Sollte er das Pflegeramt zu Insterburg niederlegen oder sterben, soll der¬
jenige, der mit ihm die Wildniss angenommen, dieselben behalten, bis er
für sein ausgelegtes Geld Bezahlung erhalten. Sollte Lucas Laukischken
dagegen Einspruch erheben, soll der Pfleger Macht haben, »ine abeczu-
löszonn wie das Lucas selbir vorwillet hat in unser gegenwerticken unnd
wasz der walthewer nach irer beider recliennschafft czustehen wirth«. Sco
zcu mehr Sicherheit habenn wir unnsor ingesigell an den dieszenn brieff
laesszenn drugkenn, der gegebenn ist uff unserm hawsze Konigszbergk
am taghe Georgii martiris im etc. XCVIten jar. Geczeuge dieser dinge
seiu die wirdighenn unnde geistlichenn lierrn graff Wilhelm herr zcu
Eyszennburgk unnser groeszcomethur, Johan Schorffchen alder comethur
von Ragnith, doctor Michael unser cantczler.
Auscultata est praesens copia per me Anthonium Werneri clericum
Pomezanie diocesis publica imperiali auctoritate notarium et concordat cum
suo vero originali de verbo ad verbum quod protestor manu propria.
K. unsigniert. Abschrift, auf Papier.
m 19. 1498. Juli 26. Koenigsberg.
Cobersban2). Merten und Hansen Roselein Verschreibung über das
glitt Seidelsgutt genandt von 115 buben und <* buben wildtnuss.
Wilhelm, Graf zu Eisenberg, Hochmeisters Statthalter und Gross-
komtur, verschreibt Martin und Hans Rosolin Seidclsgut mit 13 Hufen
1) Mittwoch nach Visitationis Mariae 1497 stellt Wilhelm, Oraf zu Bisenberg, Hoch¬
meisters Statthalter im Namen des Hochmeisters und seiner Gebietiger auf Grund einer
Tagfahrt zu Koenigsberg Adam von Halle, Pfleger zu Insterburg, weil er »zcum czuge uff
ko. 111a. vonn Polann erforderung widder die uncristlichenn Turckenn neynezehenhalbhundert
marg czvinwundreissig marg geringer preuscher muntcz des mehrentheils an ungerischem
golde, welche er vonn seinenn gloubigerrn unnd koufleuthenn entlehennt gdochtem unserm
gnedigenn hernn hoemeister furtann geliegenn«, zum Entsatz eine Verschreibung über das
Pflegeramt Insterburg aus mit allen Genüssen und Einkommen ohne alle jährliche Pflicht
ausgenommen Gemeingeschoss und Landreisen. Falls er »hierczvuschenn sechs jarenn
todishalbenn abeging soll alsdann ein hoemeister verpflicht sein sechshundert marg gewon-
licher preuscher muncz wu unnd an welch end es itczermelter her Adam verschaffenn
wirth auszurichtenn unnd zu beczalenn«. Im Falle unvorhergesehener Unordentlichkeit von
Seiten des Pflegers soll die Verschreibung keine Gültigkeit haben. (K. XXXVII. Nro. 5.
Original auf Pergament mit abgeschnittenem Siegel.)
Koppershageu.
		

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			Insterburger TTrkimdenbuch.
29
und 6 Hufeh Wildniss, die zwischen des Ordens und der Jungfrauen zu
Koenigsberg Gütern gelegen sind, 2^2 Hufen zu Perrsme, die alle Martin
Roselin von Adam von Halle, Pfleger zu Insterburg, gekauft und bezahlt
hat, im Amt Insterburg und kammeramt Wennssdorff frei, erblich und
ewig zu magdeburgischem Rechte und für beide Geschlechter, dazu die
grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, eine Fischeric
im Pliess Alle ohne Verhindern der Schifffahrt, gegen einen Dienst mit
Hengst und Harnisch, ein Kiompfund Wachs zu Martini, einen kölmischen
oder 5 preussische Pfennige. Geben uff unsers ordens hause Konigsbergk
nach gots geburt tausent vierhundert im acht und nentzigesten jare am
donnerstag nach Jacobi des heiligenn aposteln. Getzewge dieser dinge
seindt die wirdigenn ersamenn, unnd geistlichenn herren bruder Erasmus
vonn Reitzenstein ubester marschalck, Melchor Kecheler vonn Schwandorff
uberster spittler und zu Brandenburg, Heinrich Rewss von Plauwenn
uberster trappirer und zur Balge, Simon von Drahe zw Hollandt, Heinrich
vonn Almenhoffen zw Ragnit, Ludewig von Sanssheim zu Osterode, Ru-
dolff vonn Dippelskirche tzum Rein, Michel von Schwabenn zur Mimel
comptur, Jordann vonn Bergkrode zu Königsberg hauscomptur, Adam von
Halle pfleger zu Insterburg, Hans Cathewitz, "Wilhelm von Schawenbergk
comptur, Liborius unnd magister Albertus schreibere unnd sonnst vil trau-
wirdige leuthe.
K. Hausb Lit. A. 184. fol, 8—10.
m 2o. 1498. September 29. Koenigsberg.
Wilhelm, Graf zu Eisenberg, verschreibt Heinrich und Crispinus
Cobersten 00 Hufen Klingersgut.
Wilhelm, Graf zu Eisenberg, Hochmeisters Statthalter und Gross¬
komtur, verschreibt Heinrich und Crispinus Cobersten Klingersgut an der
Nene mit 25 Hufen, 6 Hufen am Pregel, Lappengut genannt, 4 Hufen
im Teltenickschen Felde, Nittingen gut genannt, auf Veranlassung des
Hochmeisters Hans von Tiefen, und 25 Hufen zu Wiepeningken zwischen
Pregel und Awssenn M im Amt Insterburg und Kammeramt Taplacken zu
magdeburgischem Rechte und für beide Geschlechter gegen einen Dienst
mit Hengst und Harnisch, 1 krompfund Wachs zu Martini, einen kölni¬
schen oder 5 preussische Pfennige; auch darf er einen krug oder Kretschem
innerhalb Klingersgut bauen. Geben zu Konigsbergk am tag Michaelis
nach gotts geburt tausent vierhundert im acht newentzigestenn jare. Ge¬
tzewge dieser dinge sindt die wirdigenn ersamenn unnd geistlichenn hern
unnd bruder Erasmus von Reitzenstein oberster marschalck, Melcher
Kecheler vonn Schwanssdorff oberster spittler und zu Brandenburg, Heinrich
Rewss vonn Plauwenn uberster trapiar und zur Balga, Simon vonn Drahe
zw Hollandt compthur, Jordan von Bergrodt zu Königsberg hauscompthur,
Hanss Cottwitz, Wilhelm vonn Schawenburg hohemeister compan, Liborius,
magister Albertus Schreiber unnd sonst viel trawwirdiger leuthe.
K Ilausb. Lit. A. 184 fol. 10—12.
!) Auxinne.
		

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			30
Insterburger Urlrandenbuch.
m 21. 1515. October 24. Tapiau.
Hochmeister Alhreclit verschreibt Georg Pferssfelder das Gut
Altenhof bei Allen bürg.
Hochmeister Albrecht verschreibt Georg Pfersfelder auf sein Ansuchen
den Altenhof zwischen Alienburg und Wohnsdorf im Gebiet Insterburg
14 Hufen1), den er von Johann von Dobrewitz auf sein (Albrechts) Zu¬
lassen gekauft, für den er aber von Dobrewitz keine Handfeste erhalten
hat, dazu die grossen und kleinen Gerichte, Strassengerichte ausgenommen
zu magdeburgischem Rechte und tiberträgt auf ihn die Pflichten, die
Dobrewitz zu leisten schuldig war. Gebenn uff unnserm schlos Tapiaw
mitwochenn nach der eyllfftaussent jungkfrawentag anno etc. im funff-
tzehenhunderstenn unnd funfltzendenn jaro.
K. Hausb. Lit. A. 184. fol. 6—8 Handfestenb. 117. fol. 11—12.
m 22. 1516. Juli 29. Koenigsberg.
Hochmeister Albrecht verschreibt Martin Camswig den neuen
Krug zu Insterburg.
Hochmeister Albrecht verschreibt mit Wissen und Willen Georg
Truchsess Grosscomturs, Georgs von Polenz, Hauscomturs von Koenigs¬
berg, Philipps von Kreitz, Pflegers zu Insterburg, Friedrichs Herrn von
Heideck und Eberhards von Freiborg, seiner kumpane, Martin Kamswig2)
den neuen Krug zu Insterburg nächst dem Schlosse gelegen mit einer
halben Hufe und einerWiese »spoigken wiese genannt« zwischen Inster
und Angerappe, zwischen der Lachswehr der Angerapp und der Brücke
einen Rossgarten und auf dem Berge bei dem Kruge einen Kohlgarten
zu kulmischem Rechte, wofür er jährlich 6 geringe Mark, 3 feiste Gänse
zu Martini, das gemeine Scharwerk wie die ändern Krüger leisten und
Schlossbier verschenken soll. Aus besonderer Gnade darf er 2 Last Gerste,
die dritte mit Zulass des Pflegers im Krug selbst jährlich verbrauen und
verschenken. Geben zu Königsberg dinstag nach Sant Jacobstag ao etc.
im sechszehenden.
K. Hausb. Lit. A. 181 fol. 54—56. Handfestenb. 117. fol. 20. Abgedruckt in
der Zeitschrift der Altertumsgesellschaft Insterburg Heft I. 1888. pag 31 f.
m 23. 1517. Mai 1. Koenigsberg.
Hochmeister Albrecht verschreibt Heinrich Kobershagens Wittwe
als Leibgedinge Wippen igken, Kuglacken und Tölteningken.
Hochmeister Albrecht verschreibt auf Ansuchen Heinrich Kobers¬
hagens3) als Leibgedinge seiner Frau Katharina nach dem Tode ihres
1)	29. September 1529 ergeht an Georg Pfersfelder und dessen Untersassen, da sie
von altersher angehalten seien, Brücken und Wege durch den Frisching nach Alienburg zu
machen und zu bessern, sie oftmals deshalb vom Amtmann zu Tapiau schriftlich und
mündlich jedoch vergeblich moniert sein, jetzt bei Androhung von Strafe die erste Auf¬
forderung, dem Befehl nachzukommen. (K. Reg. 998.) Betreffs des Strassen- und Brücken¬
baus vergl. das Ausschreiben an alle Aemter vom 22. März 1540. (K. Reg. 1001. fol.
253—257.)
2)	Conschwigk, Konschwigk, Konsehwig.
3)	kobberstein, kobbershagon.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
31
Mannes 25 Hufen zu Wiepeningken im Gebiet Insterburg, die 8 Mark
jährlich zinsen, 4 Hufen zu Töltcningken, die gleichfalls jährlich 8 Mark
zinsen und (i Hufen zu Kuglacken1) im Kammeramt Taplacken, die auch
jährlich 8 Mark zinsen. Geseheon unnd gegeben zu Konigsbergk am tage
Philippi und Jacobi im funfftzehenhundertsten und sibentzehenden jare.
K. Hausb. Lit A. 184. fol. 13. Handfestenb. 117. fol 10.
m 24. 1518. Mai 31. Koenigsberg.
Hochmeister Albrecht verschreibt Dittrich von Schönberg'k
Norkitten.
Hochmeister Albrecht verschreibt »mit rhatt wissenn und willenn
der wirdigenn edlenn erbarnn unnd geistlichenn unser ratsgebietiger unnd
lieben andechtigenn herrnn Clausenn vonn Bachs grosscomptur, Simonn
vonn Drahens altenn grosscomptors, Eber vonn Freibergk pfleger zur Tilse,
Friederich herr zu Heideck, und Friederich Truchses herrnn zu Walpurgk
Unser compann« seinem Rat und Diener Dietrich von Schönberg das Gut
Norkitten, wie solchs Dorothea, Walmans nachgelassene wittwe, die Keise-
rische genant, in gebrauch bcsetzung hett, mit allen Gerichten, Strassen¬
gerichten ausgeschlossen, erblich zu magdeburgischem Rechte und für
beide Geschlechter, dazu freie Holzung zu seiner Notdurft und mit Wissen
des Pflegers von Insterburg. Will er Achtelholz verkaufen, geschieht es
gegen den gebührlichen Waldzins. Ferner darf er sein Gut mit Zubehör
verkaufen2), versetzen, verpfänden. Gebenn zw Königspergk am montaglc
nach der heiligenn dreifaltigkeitt nach Christi unsers liebenn herrnn ge-
burtt funfzehenhundertt unnd im achzehenstenn jhare.
K. Haub. Lit. A. 184. fol. 24—25 u. 125—126, Handfestenb. 117. fol 13—14.
m 25. 1518. Juli 25. Koenigsberg.
Hochmeister Albrecht verschreibt Caspar von der Mosel
Norkitten.
Hochmeister Albrecht verschreibt, mitt rath wissen unnd willen der
wirdigen edelen erbarn unnd gaistlichen unsers rats gebietiger unnd Jieben
andechtigen hern Claussen vom Rach groskomptur, Symon von Drahe
altem groskomptur, Eberhartten von Frevburgk pfleger znr Thiels, Friderichen
her zw Haydeck unnd Friderichen Truchsess lier zw Walpurc-k unser
1)	kogelaucken.
2)	Vorschreibung wie Dittrich vonn Sehönbergk das gutt Narkittenn Caspar vonn
der Mössel baider seliger gedechtniss verkaufft hatt Geben zw Königspergk am tage Petri
unnd Pauli ao. funfzehenhundertt und achzehenden (H d. A I Lit. A. 184. fol 126
bis 127) Schönberg hatte durch den Verkauf noch 1500 Mark preussisch zu erhalten
Nachdem nach dem Tode Mosels Norkitten an den Hochmeister gefallen war, leistete Schön¬
berg noch schriftlich einen ewigen Verzicht auf das Gut Vergl. Ewyger vollzieht Diette-
richenn von Sehönbergk der guther der keiseriu genant als Narkitten mit aller derselhigen
zubehorung. Sontag und tag nativitatis Marie anno etc. XXI teil (Handfestenb. 117. fol. 12)
und Quittants unnd verersals über die 1500 m. so Dittrich vonn Sehönbergk seliger vonn
sich gegebenn (K. II d. A. 1. Lit. A 184. fol. 127 — 128 Handfestenb. 117 fol. 12)
		

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			32
Insterburger Urkundenbuch.
compan, Caspar von der Mosel das Gilt Norkitten, das er von Dietrich
von Sehönberg auf sein Zulassen gekauft, und welches jetzt noch Witwe
Dorothea Wolmans, die kayserische genant, in Besitz hat, nebst den grossen
und kleinen Gerichten, Strassengerichte ausgenommen, erblich zu magde-
burgischem Rechte und für beide Geschlechter, auch frei Bau- und Brenn¬
holz zu Hauses Notdurft mit Wissen des Pflegers; Achtelholz soll er um
den gebührlichen Zins verkaufen dürfen. Da Caspar Dietrich von Schön¬
berg 1050 Mark ausgezahlt hat und die Kaiser noch lebt, soll er, um von
seinem ausgelegten Geld Nutzen zu haben, dieweill im Tapiauschen ge-
biett je vor zwantzigk mark zw zinssenn ein marck ist, 57^ Mark jährlich
zu Martini erhalten. Uebemimmt er das Gut, soll er dem Orden die-
selbigen Tapiauschen nutzungen an alle mittel unnd eintrege wider ab¬
treten. Sollte Caspar, ehe dan er sich verändertt ader ehelichen beyschlieffe.
sterben, so soll der neue Besitzer 1050 Mark seinem Bruder abzahlen.
Seinen Besitz darf er verkaufen, versetzen und verpfänden. Geben zw
Konigspergk am tag Sancti Jacobi anno etc. im XVIIIten-
K. Hausb. Lit. A 184. fol. 22-24 u. 128—130. Handfestenb. 117. fol. 12—13.
m 26. 1521. October i. Koenigsberg.
Hochmeister Albrecht verschreibt Christoph Gattenhofen
Norkitten.
Hochmeister Albrecht verschreibt das Gut der Kaiser Norkitten, das
sein ßat Dietrich von Schönberg einst erhalten und auf sein Zulassen
dann seinem Hofdiener Caspar von der Mosel verkauft, von dem er noch
1500 Mark zu erhalten hatte, da jedoch Caspar unterdes gestorben und
sein (Albrechts) Secretär Christof Gattenhofen dessen Witwe Barbara ge¬
heiratet hat, Christof Gattenhofen mit denselben Rechten wie Caspar von
der Mosel, nachdem er sich mit Dietrich von Schönberg geeinigt hat.
Geben zw Kongspergk dinstags nach Michaelis im funfzehenhundorsten
unnd ein unnd zwantzigiston jar.
K. Hausb. Lit. A. 184. fol. 130—131. Handfestenb. 117. fol. 13—14,
m 27. 1522. März 30. Koenigsberg.
Leibgedingsbrieff Heinrichen Kobersshagens nachgelassenen
hausfrawenn über denn hoff Ponnaw etc.
Hochmeister Albrecht verleiht auf Ansuchen Heinrich Kobershagens1)
als Leibgedinge seiner Frau Katharina nach dem Tode ihres Mannes den
Hof Ponnau, den sie jetzt bewohnen. Gebenn zu Konigsbergk sonntags
letare im XV unnd XXII ten jare.
K. Hausb, Lit. A. 184. fol. 12. Ifandfestenb. 117. fol, 11.
') Kobberstein vergl. .Aü 23.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
33
m 28. 1525. Juni 3. Koenigsberg.
Herzog Albreelit verleiht Hein Doberitz das Gut Anglitten
mit etlichen Dörfern.
Herzog Albrecht verleiht Hein Doberitz folgende Güter, welche Hans
von Weyer besessen und die nach dem Tode seines Sohnes Niclcel von
Weyer an die Regierung zurückgefallen sind, Schloss Wunschdorf mit
dem Hof Auglitten, auch Mühlen und Teiche, die zum Schloss gehören,
den Kretschmer vor dem Schloss, 4 Hufen bei dem Hofe, auf denen zu¬
vor der andere Krug gestanden, das Gut zu Pannitten und Damerau, die
Wiese, die zu dem Schloss gehört, das Dorf Kumerau, das Dorf Schön¬
baum, das Dorf Schönwalde, das Dorf Herrendorf, das Dorf Anekaun,
das Dorf Ditmitthen mit einer Hufe Wald, die besonders dazu gekauft,
das Dorf Plauen mit 15 Hufen, 2 Höfe im Dorf Trimmau, einen freien
Schulzen im Dorf Schkalden und Bammolen, einen freien Schulzen im
Dorf Alle, gelegen in den Gebieten Insterburg und Tapiau; dazu ihm und
seinen männlichen Leibslehnserben die Kirchenlehen bei dem Schloss
Wunschdorf, und bei Schönwalde und Herrendorf, nach seinem Gefallen
zu verleihen; ferner die grossen und kleinen Gerichte mit den Strassen¬
gerichten innerhalb seiner Grenzen, auch die Gerechtigkeit im Gebiet
Eiserwagen, 16 scot jährlich aus dem Mühlteiche zu Neumühl. Diese
sollen nicht auf diesen Gütern oder an Doberitz, die solchen Inspruchs
enthoben sind, zu bezahlen angewiesen sein, sondern an die Regierung.
Sollte Doberitz ohne männliche Erben sterben1) und Töchter hinterlassen,
sollen sie aus den Gütern nach des Landes Gewohnheit ausgesteuert
werden. Dafür soll Doberitz einen Plattendienst mit 4 wohlgerüsteten
Pferden und Harnisch leisten, jährlich ein Krampfundt Wachs und 1 köl-
mischen oder f> preussischo Pfennige zahlen Geben uff unserm schlos
Königsberg am dritten tag des monats Junii nach Christi unsers lieben
herren gebürt funfftzehenhundert und im funffundzwentzigisten jare.
K. Haust). Lit.. A 184. fol. 1—3. Handfestenb. 117. fol. 9—10. K. Vorschrei¬
bungen 15*25—27. fol. 1 — 3.
m 29.	1526. Juni 24. Koenigsberg.
Bestallung Johann Peyns zum Amptshauptniann von
Insterburg.
In Anerkennung seiner treuen Dienste werden dem Peyn
mancherlei Privilegien verliehen, wie Entbindung vom
Kriegsdienst, Vergütung der Kosten bei Dienstreisen etc.
Vonn gots genaden wir Albrecht Marggraff zu Branden¬
burg, Herczog in Prenssen etc., bekennen und thun kunt öffent¬
lich mit diesem brieff, für unns, unsere Erben und nachkomen,
das wir den erbarn, unseren rath und lieben getreuen, Johann
1) 18. April 1537 verschreibt Herzog Albrecht auf Fürbitten Kurfürst Joachims von
Brandenburg den Brüdern Georg und Andreas Pflantz die gesamte Hand an den Lehen-
gütern, die er Doberitz, Hauptmann zu Zedenick, verliehen. (K. Hausb Lit. A 184 fol.
39- 49). Hein Doberitz hatte die Jagd bei dem Eiserwagen verliehen erhalten, wie sie
3
		

/Pomorze_055_07_066_0001.djvu

			34
Insterburger Urkundenbuch.
Peynn, zu unserem amptman zur Insterburgk die zeit seins lebens
inn ansehung seiner vleissigen, getreuen dinst, die ehr uns vor
der czeyt unnd sonderlich in unnser fürstlichen ehe stiefftung
willig unnd gehorsamlich gelaist unnd hinfurt noch mehr thun
soll, kann unnd mag, verordnet, bestelt unnd angenomen, also
das er unns mit dreyen wohlgeruesten pferden zu unsern unnd
unser landen und leuten obligenden geschefften, so ofi't cs die
notdurfft erfordern wurdt, zu dienen vorpflichtig und gewertig
sein sol, aus bescheiden, das wir oder unsere erben ine ausser¬
halb land-ts mit seinem leib inn kriegs hendeln, do wir selbst
persönlich nicht mit ziehen thetten, ohn seinen guten willen nicht
gebrauchen wollen noch sollen, dogegen wir ime jerlich aus
solchem ampt zwaylmndert margk geringer preuscher Moncz uff
den sontag Trinitatis zu dienstgelt geben und uberantwurtten
wollen lassen, sampt der underhaltung uff sein unnd ander unser
gesind, so wir uff dem ampt Insterburgk haben muessen, lauts
ainer vorczaichnus inn unnser rhentkamer vorczaichent, der wir
ime auch aine uberantwurt, dar in angehefft vischerey unnd jagt,
zu des haus notdurfft zu haben unnd zugebrauchen, unnd ob
ime auch erckeynn pferdt in unsern dinsten schadhaftig und ab¬
gehn wurdt. sollen unnd wollen wir ime ein annders. so gut.
sinn die stat geben oder ime vor den genomen schaden vor-
gnugting timn. besgoleichen wollen wir ime auch tzerung, so
wir ine in unsern gescheften ausserhalb des nmpts gebrauchen
werden, erlegen unnd geben lassen. Dogegeii so soll der gedacht
Johan Peyn uff solIich ampt Insterburg neben unserm ampt-
schreiber ain vleissig uffsehen haben, domit in solichem unnser
bestes geschafft, unnd sonderlich gut achtnng uff die hoff unnd
haus haltung sampt vleissiger erbesserung, domit sollich unnser
ampt nach seinem besten unnd höchsten vormogen vormert unnd
nicht geringert werdt. Unnd domit ehr demselbigen dester emb-
siger abzuwarten hab, wollen wir ine der rechnung des ein nemens
und ausgeben erlösen, doch so soll ain sonnderliche laden ver¬
ordnet werden, zu der selbigen soll ehr neben, unserm ampt-
schreiber ain schlussel haben, umb gutes uffsehens willen, also
das der amptschreiber ohnn sein wissen oder bey seynn kain gelt,
es sey vill oder wenigk, ein nem oder aus geb, zu welchem allain
der amxtmann ain gegen register haben und halten soll. Was
nu aber solliche seine underhaltung vonn allerlei Nuczung des
ampts nichts davonn aufgenomen, erworben unnd vorhannden
seynn wurdt, dasselbig soll unns jerlich durch ain klare rechnung
durch unnsern amptschreiber furgetragen werden, darauf!' dann
der amptman auch gut acht liaben soll, das es mit der uber-
plibenden nuczung ordentlich gehandelt unnd unnser bestes dar
inn gesucht und gemert werdt. Begebe sichs auch, das vilge-
Ifans von Weyer gebraucht- Darüber war zwischen Ewald Frank und Andreas Pflanz ein
Streit ausgebrochen. Der Herzog entschied 28 .luli 1541, dass Pflantz »in der vorholtzem
des Frischingks auff den seitten gegen seinen guttern gelegen und der jagtt bey dem Eiser-
wagen auch aller jagtt., der sich Hans von Weyhern seliger gebraucht hatt, unbehindert
meniglichs nach inhaldt Heine Dobritzen vorschreibung und nicht weitter gebrauche, der-
gleiche mag Ewaldt Frauck unbehindertt des Pflantzeu ader einiges ändern sich der jagtt
in oder zum Eiserwagen auf den 00 hüben binnen seinen grenzen wie die sein brif und
siegel klerlichen ausdrueken und mitbrenigenn auch gebrauchen/'
		

/Pomorze_055_07_067_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
35
dachter unnser amptman, Johann Peyn, oder die seinen, uns,
nnnsern erben unnd nachkommen inn ungut besagt oder vor¬
bracht wurden, so sollen noch wollen wir oder unser mit be¬
schrieben nichts tetigs noch unngenedigs liegen ine unnd sye
fhurnhenien noch furnhemen lassen, wir haben sie dann erstlich
zu gnediger verhör unnd Verantwortung kommen lassen, ob sie
der besagnng ichts oder nichts schuldig seynn. Thet siclis auch
mit der czyet. zutragen, das villerczeltem Johann Peynn sachen
für fallen thetten, das ehr sich widerumb baussen landts seyne
oder seynen hausfrauen erbguetter halben oder sunst begeben
mueste, solchs soll ime von uns, unsern erben und nachkommen
gnediglich gestadtt unnd vergont werden, daran ime diese unsere
bestallung in kainen weg hindern soll. Doch so er sich also, wie
erczelt, seiner notdurfft nach ausserhalb landts wesentlich vonn
uns begeben wurdt, soll diese bestallunge sampt der anndern
begnadnng der erb unnd lehenguetter nicht mlier krefftig, sondern
todt cassiert sein unnd pleiben, also das wir ime nichs mer zu¬
geben schuldig sein sollen. Dits alles, was hier ime vorschreiben
unnd zugesagtt, bereden unnd vorsprechen wir gemeltem Johan
Peynn für unns, unser erben unnd nachkomen, in eraff't unnd
macht dits I»riefes. stet, vhest bev unsernn fürstlichen wirden und
gutem glauben ohn alles geverde. zu halten. Des zu waiem ur-
kundt unnd bekentnus haben wir diesen briefl' mit unserm an-
hangdeu ingesiegell besiegelt unnd mit unnser aigen handt under-
schreiben. Befestiget uff unnserm schlos Konigsbergk. am tag
Johannis des tauffers, anno etc. im 261).
Verechreibg. 1525—1527 Ostpr. Fol. 912. 151. 82-84.
m 30. 1527. März 10. Koenigsberg.
Verschreibung Johan Heyns über den Hot' Seidelsgutli genannt.
Herzog Albrecht verschreibt Johann Pein für seine Dienst in Kriegs-
liiuften und bei der fürstlichen Ehestiftung nach dem Tode Heinrich-
Kobershagens2) den Hof Seidelsgut, worauf Kobershagen wohnt, 13 Hufen
an Acker etc. und (i Hufen Wildniss, 3 Hufen zu Persyn. 25 Hufen zu
Wiepeningken, dazu eine Wehre in der genannten Güter Grenzen in der
Alle zu schlagen ohne Schaden seiner Nachbarn. 15 Hufen zu Clingers
an der Nene, (i Hufen an Hocken und (i Morgen Wiesen zu Kuglacken,
1)	P. Abschied vom Amt vom 22. Mai 1544 odei' 1545, doch datirt seines Nach¬
folgers, Caspar von Aulack, Bestallung, vom 8 November 1544. (K. Vorsehr. 1542—1546.
M 915. fol. 244-46, fol. 250-256, fol 344—319).
2)	Da zu vermuten war, dass der Anfall Kobershagens bald nicht an Pein kommen
würde, versprach ihm Herzog Albrecht 9. October 1527 1000 Mai'k pr. jährlich aus dem
Amt Insterburg mit 50 Mark zu verzinsen. Sollte er früher ohne männlichen Erben sterben
und Töchter hinterlassen, soll die Hausfrau 300 Mark Leibgedinge vou den 1000 Mark er¬
halten, mit den übrigen 700 die Töchter ausgestattet werden. Sollte sich jedoch P. ausser
Landes begeben, ist die Verschreibung ungiltig. Sollte die Hausfrau sterben und P. noch
einmal heiraten, soll die zweite; Frau derselben Begnadigung theilhaftig werden. Nach Ein¬
räumung der Güter fallen die 1000 Mark nebst Verzinsung fort. (K. Vorsehr. 1525 — 27.
fol. 140—111.) (Siehe Anm. M 38.)
3*
		

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			36
Insterburger T'rlcundenhuch.
4 Hufen zu Tilteningken »die mann Nyttigen guter nent« in den Aemtern
Insterburg und Taplacken zu Lehensrecht, dazu die grossen und kleinen
Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, gegen einen Dienst mit Pferd,
Mann und Harnisch. Sollte Pein ohne männliche Erben sterben und
Töchter hinterlassen, sollen sie nach Vermögen ausgesteuert werden, des¬
gleichen soll seine Frau Adelheid 300 Mark preuss. als Leibgedinge aus
den Gütern erhalten. Gebenn zu konigsperg am sontag invocavit des
X tags marcii nach Christi unnsers haylandts geburt 1527 jar.
K. Verschreibungen 1525—1527. fol. 105—107.
j& 31. 1528. März 12. Koenigsberg.
Heine Doberitzenn hansfrawen leipgedienng.
Herzog Albrecht verschreibt Margaretha Doberitz, Heyne Doberitz
Hausfrau, nach dem Tode ihres Mannes als Leibgedinge die Dörfer Angaw,
Ditmedien, wie sie Nickel von Weycrn besessen, und aus besonderer
Gnade Kleider und Silberwerk zuvor und von der fahrenden Habe die
Hälfte. Gebenn donnerstag nach verminiscere im achtunndtzweinzigstenn
jare.
K. Yerschr. 1528—31. X' 913. fol. 5.
m 32. 1530. Juni 13. Koenigsberg.
Leibgeding Johann Peyns hausfran.
Herzog Albrecht verschreibt Johann Peins Hausfrau Adelheid geb.
von Wendeszhein als Leibgedinge1) nach dem Tode ihres Mannes und falls
sie sich nicht wieder verheiraten wollte den Hof Karschan2) und Haus
und Garten hinter dem Schloss bei der Hohenbrücke zu Lebenszeit. Sollte
sie sich verheiraten, so zahlt ihr der neue Besitzer von Hof und Haus
500 Mark baar, bevor sie die Güter abtritt, auch soll ihr das goldene,
silberne und Perlengeschmeide, der kästen Gewand, ein gesperrter Wagen
und 2 Pferde, nicht die besten, gegeben wrerden. Sollte Pein Söhne und
Töchter hinterlassen und die Mutter sich verheiraten, soll ihnen aus Karschan
400 Mark in 8 Jahren, jedes Jahr 50 Mark, ausgezahlt werden. Sollte
die Mutter Wittwe bleiben, soll sie bei den Erben wohnen, wo es ihr
gefällt, und 20 Mark jährlich erhalten, dazu Kleider, Essen und Trinken.
Sollte sie nicht bei den Kindern bleiben wollen, sollen die Erben ihr
jährlich 50 Mark geben, dazu ihr Gesehmeid etc. wie gesagt. Gegebenn
uff unnserm sehlos Konigspergk nach Christi unnsers heylanndts geburt im
funfftzehennhundersten unnd droyssigisten jare am montage nach Trinitatis.
K. Yerschr. 1528—1531. M 913 fol. 136—137.
!) 29. August 1538 erhielt dieselbe noch, bleibe sie Witwe oder nicht, das Dorf
Wommen mit 16 Hufen, zu Kobershagens Güter gehörig.
2) Herzog Albrecht gönnt Pein Donnerstag nach Laurentii 1528 den Hof Karschau
von Balthasar vom Roer samt ändern 7 Hufen zu Lehensrecht zu erkaufen fol. 48.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
37
m 33. 1531. März 10. Koenigsberg.
Vorschreibung Hansen Braunen über einen krugk vor »lein sclilos
gelegen, auch über (len anfall Lorentz Herms lioffs uber XX buben.
Herzog Albrecht verschreibt Hans Braun, Amtschreiber zu Inster¬
burg, den Krug, den Lorenz Hermes besessen und den er gekauft laut
Rechnung Johann Peins für 80 Mark geringer preussischer Münze, An¬
zahlung 25 Mark, Abtragung jährlich 5 Mark, vor dem Schloss Insterburg
gelegen, zu kulmischem Rechte, nebst den Wiesen und Aeckern, die zu
dem Kruge gehören; ferner den Acker, der vormals zum Kranichkrug
gehörte und 3 Morgen, die Krüger Merten jetzt im Besitz hat; dazu den
Verkauf von Leder, Marder, Salz, Eisen, Osemund, Holz, Gewand und
ander Kramwork und Feilkauf, ausgenommen Wildwerk, desgleichen 2 Last
seiner Gerste zu verbrauen, wofür er jährlich zu Martini 6 Mark geringer
preussischer Münze, 3 fette Gänse und Bier zinsen soll. Ferner ver¬
schreibt ihm der Herzog zu Lehenrecht das Gut von 20 Hufen, das Hermes
besessen, mit freier Fischerei1) mit Handgarn und kleinem Gezeug im
See Rominten zu Tisches Notdurft gegen einen Dienst mit Pferd und
Harnisch oder im Fall er oder seine Erben zu solchem Dienst untauglich
seien, Dienst und Scharwerk gleich den ändern Freien zu Insterburg.
Für diese Belehnung hat er als Amtschreiber2) zu Insterburg 15 Jahre
zu dienen zugesagt, wofür er jährlich 20 Mark und Essen und Trinken
auf dem Schloss erhält3). Gegeben zw Konigsbergk freitags den zehenden
tag Martii anno etc. funfftzehenhundersten und im ein und dreissigsten jare.
K Hausb. Lit A. 184 fol. 56—58. Handfestenb. 117. fol. 28. K. Versohl'. 1528
bis 31. M 913. fol 177—178. Abgedruckt in der Zeitschrift der Altertumsges Inst.
Heft I. 1888. pag. 32 f. Jedoch mit vielfachen Irrtüniern
m 34. 1533. August 25. Koenigsberg.
Herzog Albrecht verschreibt Hans Rickerling den Hof Hagen.
Herzog Albrecht verschreibt Hans Rickerling'1) den Hof Hagen, 18
Hufen enthaltend, wie er ihm begrenzt ist durch Johann Pein, Hauptmann
zu Insterburg, und Moritz von Perschkau, Burggraf zu Tilsit5), zu beiden
1)	Die Bemerkung Toews: Zur Geschichte der Stadt Insterburg Insterb. Gymnas.
Progr 1883 pag 9, das dio Bewohner des Insterb Hauptamtes die Waldungen ohne Be¬
zahlung benutzen, Jagd und Fischerei frei hatten, kann doch ohne weiteres nicht aufrecht
erhalten werden. Es waren in diesen Angelegenheiten ganz genaue Bestimmungen getroffen
und nur einzelnen Personen weitergehende Rechte eingeriiumt.
2)	Anno 1530 wurde Braun mehrmals moniert, dass er nicht rechtzeitig Achtel- und
Bolholz herabflössen liesse, so dass in Koenigsberg Mangel entstände. (K. Keg. 999).
8) 27. Januar 1560 trat Christian-Br., der Sohn Hans Br., nach Verhandlung mit
Caspar von Nostitz, Conrad von der Albe und Balthasar Gans dem Herzog seine Anwart¬
schaft auf Hermes Gut zu Rominten nebst Verschreibung für 900 Mark ab. Weill dann
auch der vorschreibung, darinne seinem vater seligenn unnd seinen lehenserbenn genands
Lorentz Herms anfall verschriebenn der krugk zur Insterburgk, welchen gedachter Christiann
besitzt, einverleibt, unnd er die vorschreibungk als er meldet, vonn sich gegeben gewilligt,
so solle ihmc eine sondere neue vorschreibungk über den krugk der alden gemes under
fu. du. sigell ufgericht werdenn.« (K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 70—71.)
4) Röckerling, Rögkcrling.
f>) Im Text steht ausgestrichen: »durch unsern hauptmann zw Insterburgk Johann
Payn unnd Dieterichen von Bobenhausen begrentzt unnd bereint.« Als September 1536
		

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			38
Insterburger 1T rkundenbueh.
Seiten der Pissa und 2 Hufen1) Wiesen bei den Fliessen Strige und
Neubuden zu Lehensrecht, wofür einen Dienst mit Hengst und Harnisch
leisten und jährlich ein Krompfund Wachs und f> preussische Pfennige
abgeben soll. Geben zw Künigspergk den fünffunndzweintzigisten tag
des monats augusti nach Christi gepurt tausent funffhundert und im drey
und dreissigsten jare.
Albrecht marggraf in Preussen
hertzog etc. manu propria ssp.
K. XXXVII M 13. Cassirtes Original auf Pergament mit nachträglichen Correcturen.
lndorsat: Ruckerlings Verschreibung über (len hoff Hagen den 25 tag awgusti im 1533.
.Ms 19. — Hausb IJt A 184. fol. 52—53. Lit. H. 1 SO/a. fol. 190 —181, doch fehlen
hier die 2 Hufen Wiesen. Haudfestenb. 117. fol 29—30. K. Verschr. 1532—1537.
JV5 914. fol. 93—94.
m 35.	1535. November 29.
A11 amptschreyber zu Insterburg denn 21). novembris 1535.
Dein sehreibenn der antwort halbenn, so dir die paurschafft aus dem
Insterburgischen der anlag halbenn gegeben, haben wir empfangen, und
seines inhalts verstanden, hetten uns versehen, dw solttest dich vor solgem
unnserm auferlegten bevelch nicht so leichtlich abfhurenn, und dich an
irer ungepurlichen antworth so schlechte haben genügen lassen. Jst dem¬
nach unser bevelch dw wollest inen nochmals als für dich selbes! fur-
haltenn, das dw nicht beschwerdt werest, solche ihre gegebene gantz ab-
schlegige antwort an uns gelangen zu lassen dan dw aigentlichen bericht,
das das gantz Samblandt, unnd auch die andere solche anlag, dieweil
inen allenn, unnd gemeynen landen zum besten bescliee, gutwillig zu¬
geben zugesagt, wer derwegen noch dein getreuer rath, sy wolltenn sich
eins ändern und bessern bedencken, solche anlag auch nicht abschlagen,
unnd sich allein als die ungehorsamen ertzaigen, daraus in dan bey uns
mehr nachteils ungmach, dan guts erfolgen mecht, dan dw werest unge-
zweifelt, so sie sich gegenn uns und in diesen val, wie die Samblender
und andere allenthalben gethan, wilferig ertzaigenn, unnd als dan ire
scharwergk und autlag der sie sich mehr dan andere beschwert zu sein
vormeynten, an uns gelangen lassen, wurdenn wir in ansehung ytzigs
geleistenn gehorsams, auch gnedig einsehenn, darin verfugenn, damit sy
über die pilligkeit nicht beschwerdt wurden, wo sy aber solche anlag ye
uff dise zeyt nicht gebenn konten ader mochten, myt inen handeln, das
sie solchs auff ein gelegene zeit zu geben zusagten, damit sie solchs es
wer mit holtzfellen flössen ader andrem bekommen mocliten, in dem allen
vleis und geschickligkeit geprauchen. Daran geschieht uns zu sondern
gefallen, in gnaden widerumb zuerkennen. Datum ut s.
K. Reg 999. pag. 73—74.
Moritz von Perechkau und Dietrich von Bobenhausen mit 2 geschworenen I^ndmessern
abgefertigt wurden, bat auch Rückerling den Herzog seine Hufen messen zu lassen. Da
aber der Herzog sich damals auf Reisen befand, vertröstete ihn die Regierung, die eigen¬
mächtig in der Angelegenheit nichts anordnen konnte, auf des Herzogs Heimkehr (vergl.
K. Reg. 999 Briefe vom Sept. und Oct. 1536.) lieber Riekeiiiugs Ausschreitungen und
Veruntreuungen wird in jenen Jahren vielfach geklagt (vergl. K. Reg. 998 u 999.)
*) 5 Juli 1565 erlässt der Herzog Hans R. auf sein Ansuchen und Befürwortung
Caspars von Nostitz den Zins von den 2 Hufen zu seinen Lebtagen. Seine Erben sollen
die gleiche Freiheit geniessen, wenn sie gleichergestalt dienen könueu. (K. Hausb. Lit. A.
184. fol. 75)
		

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			1 nsterburger Urkundenbuch.
39
m ac. 1536. Februar 16. Koenigsberg.
Herzog Albrecht verschreibt Ilaus Gatten hofen (las Gut Herzberg.
Herzog Al brecht vorschreibt Hans Gattenhofeii das Gut Herzberg,
jetzt Ranglacken und Reiffschlager1) genannt, im Amt Insterburg, 62'/2
Hufen enthaltend, die er gekauft, zu magdeburgischem Recht und für
beide Geschlechter nebst den grossen und kleinen Gerichten, Strassenge¬
richte ausgenommen, in den Grenzen, wie es Peter und Barthel Kuschen¬
pusch2) besessen'*). Da das Gut ganz wüst ist, erhält Gattenhofen 10 Frei¬
jahre. Dann soll er einen Dienst mit 2 Pferden, Mann und Harnisch
leisten, von jedem Dienst ein Krompfund Wachs und 5 preussische Pfen¬
nige abgeben. Stirbt Gattenhoffen ohne Erben4), so fällt sein Besitz an
seinen Bruder den Kämmerer Christof Gattenhofen5). Gegeben zu Konigs-
pergk den sechszehenden tag des monats februarii nach Christi gepurt
tausent funffhundert und im sechs und dreissigstenn jharen6).
Albrecht marggraf zu Brandenpurgk
in Preussen hertzogk etc. manu propria ssp.
K XXXVII. M 14. Cassirtes Original auf Pergament. Indorsat: Cassirth. Hans
Gattenhofon Verschreibung über das guth Ronckelauken unnd Reifsohlagers fi21 /2 hüben
iuuhalteu, den 10 februarii anno 1 r>36 datirt, M 4 K. Verschr. 1532 - 1537. M 914.
fol. 213—214.
1)	Hertzborgk itzund Rangelauken und Raiffschlager.
2)	Fetter und Bargke gebruder die Kauschenpuss genant.
3)	Die Grenzen sind dieselben vergl. M‘ 3.
•*) Ein Albrecht Gattenhofen beklagte sich, dass er nach der Handfeste für Gatton-
hofen und Erben freie Holzung zu seiner Notdurft, auch Achtelholz mit Vorbewusst des
Amtmanns frei zu hauen und zu setzen Macht habe und dass ihm solches verkürzt werde.
Es erging deshalb am 1. Januar 1549 vom Herzog an den Hauptmann Befehl, Gattenhofeu
in seiner Handfeste zu schützen oder Gegengründe vorzubringen (vergl Reg. 1006. fol 260).
Derselbe Albrecht G. kam in den folgenden Jahren wegen der Grenzregulirung mit dem
Herzog in Streit (vergl k R g 1013 verschiedene Briefe.) 9. Sept. 1562 schrieb sodann
der Herzog an G , dass er auf des Burggrafen uud Obormarschals Anhalten und lütten die
Grenzen, wie sie die Commissarien ihm angewiesen hätten, behalten, doch jährlich 1 Last
Hafer zinsen und den Neusäss, da er anderswohin versetzt würde, wegen des gerodeten
Ackers entschädigen sol'e: und am gleichen Tage an den Hauptmann, dass er sich mit Albrecht
G. verglichen, also dass er den Neusäss »so uf dem strittigen orth sitzet uns lassenn, und
sich mit ime umb den gerumbtenn acker unnd seine gebeude zur gebühr vortragenn doch
das solcher vortrag der billigkeit, gemesz, und Gattenhofer nit zum hohesten beschweret
werde, inn amnerkunge auch das der ncusasz den acker lange gebraucht hat, unnd soll uus
Gattenhofer jerlich uf Martini erblich eine last liabern auf unnser hausz Insterburg zinszonn,
unnd soll die erste last auf Martini anno 63 gefellig sein : der llauptinann soll ihm den
Ort gut eingreiizen, den Neusäss aber dom Herzog an einen ändern Ort setzen, damit unnsz
ann zinsz und scharwerck nichts abgehe.< (Vergl. Reg. 1013 fol. 620—621.)
•r>) Ein Friedrich von Gattenhofen verkaufte 29 Dezember 1621 Albrecht von Lehn-
dorf, Erbsass auf »Daluren«, die Hälfte seines Gutes Schwägerau. Kurf Confirmation vom
2. April 1624. (K. Hausb Lit C. 187. fol. 63—65.) Lehndorf verkaufte es seinerseits
4. October 1633 weiter an Georg von Salet für 4000 Mark preuss. (K. Hausb. Lit. B.
186/a. fol. 92 Georgs von Salets Bestallung als Landrichter vom 19. März 1638 cl.
fol. 152—153)
ß) 26 April 1541 kaufte Herzog Albrecht Hans G. Ranglacken und Reifschläger
63 Hufen ab und verspricht ihm, ihn des hinterstelligeu Geldes, welches er noch auf das
Gut zu bezahlen hat, zu entnehmen und diese nebst 20 Mark jährlich, bis die Schuld ent¬
richtet ist, für ihn an den Pfarrer zu Neuhausen, Georg Ranglacken, zu bezahlen, gleich¬
falls seine Schuld von 382 Mark an Caspar von Nostitz, auch ihm noch 3 Jahre lang vom
26. April 1542 an 100 Mark zu geben, dazu 5 Last, Kalk und 5000 Mauersteine. (K.
Verschr. 1538—42. M 915. fol 284—285. Die Erklärung der Schuldübernahme an
Nostitz fol 307, au Georg Ranglacken fol 349.)
		

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			40	Tnsterburger Urkundenbuch.
m 37.	1537. April 18.
Lehnbrief für Georg und Andreas Pflanz auf die Güter Wohnsdorf
und Auglitten.
(Siehe Anmerkung 1) unter M 28 Seite 33—34 )
m 38. 1538. August 29. Koenigsberg.
Johann Peyns vorschreibung über den hoff Carschaw, etliche
dorffer Kobershagens anfall auch über das haus vor dem sehlos
Konigsbergk gelegen.
Herzog Albrecht verleiht Johann Pein, Hauptmann zu Insterburg,
für seine Dienste »und sonderlich dieweill er sich in unnser furstlichen
ehestifftung gantz gehorsamlicli mitt ab und zureitten, als der den wir zu
sollicher handlung neben ändern gebraucht, erzeigtt und bewiesenn hat1)«
die Besitzungen2) des verstorbenen Heinrich Koberhagen zu Lehensrecht
nämlich den Hof Seidelsgut, auf dem lvobershagen gewohnt, 13 Hufen
Acker und 6 Hufen Wald mit einer Fischwehre in der Alle, jedoch ohne
Schaden der Schifffahrt, 2^2 Hufen zu Perschin, 25 Hufen zu Wiepeningken
mit dem Dorf Wommen 16 Hufen, alles im Amt Insterburg; ferner zum
Kauf die Besitzungen des Baltzar von Raurit3) nämlich den Hof Karschau
mit einem Kruge, 20 Hufen Acker und ü Hufen Wald am Frisehing,
nebst frei Brenn- und Bauholz zu seiner Notdurft, 7 Hufen im Dorf und
Felde Plaustin4) an der Alle, und von dem Rentmeister Cleophas Breuer
3 Hufen zu Plaustin, alles im Amt Insterburg zu magdeburgischem Rechte
und für beide Geschlechter; ausserdem Haus und Garten hinter dem Schloss
Koenigsberg an der Hohebrücke, das Georg Stallmeister besessen, zu
Lehensrecht, dazu die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassen¬
gerichte. Dafür soll Pein einen Dienst mit 3 Pferden, Mann, Harnisch
und Spiessen leisten, und zwar von Kobershagen Gütern mit 2, von den
übrigen mit 1 Pferde. Auch will der Herzog ihm bis zur Einräumung
der Güter Koberhagens dieselben mit 1050 Mark preussisch aus dem Amt
Insterburg jährlich auf St. Miacheli verzinsen lassen. Sollte Pein vor
Einräumung sterben, und Töchter hinterlassen, will sie der Herzog mit
700 Mark aussteuern und verheiraten; ist nur 1 Tochter vorhanden, soll
sie mit 350 Mark versorgt und verheiratet werden. Sollten die Güter
Kobershagens bei Lebzeiten an Pein nicht fallen, sondern an seine männ¬
liche Erben, und sollte er eine oder mehrere Töchter hinterlassen, so
sollen sie sofort ausgesteuert und verheiratet werden. Sollte Pein sich
ausser Landes begeben wollen, soll es ihm zustehen, den Hof Karschau
1)	Voigt: Herzog Albreehts von Preussen Vermahlung mit Dorothea von Daenemark.
Preuss. Provinz Bl. 1551 II. pag 1 fg.
2)	Nach einer Verleihung vom Montag nach Trin. 1530 erhielt P.: 1 Seidelsgut
13 Hufen und Hufen Wald nebst Fischwehre, 2. 21/« Hufen zu Persin, 3. 25 Hufen zu
Clinglauken mit krug, 4. 25 Hufen zu Wiepeningken, 5. 6 Hufen zu Kuglacken, 6. 4 Hufen
zu Tilteninken, das übrige wie oben, doch wurde nacli einer Notiz daselbst die Urkunde
29. August 1538 umgeändert wie oben. (K. Verschr. 1528—31. M 913. fol. 137 — 142.)
3)	Reurot, Rewritt, Rauritt
4)	7. September 1548 gestattet der Herzog P. auf sein Ansuchen seinen Anteil am
Dorf Plausten auf 45C Mark zu verpfänden oder zu versetzen. (K Verschr. 1547—49.
J\'s 917. fol 210;
		

/Pomorze_055_07_073_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
41
und die erkauften Güter zu verpfänden, besetzen und zu verkaufen, vor¬
behaltlich des Vorkaufsrecht der Herrschaft, die anerstorbenen Besitzungen
sollen an die Herrschaft zurückfallen. Nach dem Tode Peius und seiner
Frau soll der Garten hinter dem Schloss Königsberg- auf Wunsch dem
Herzog gegen eine Vergütung abgetreten werden, auch behält er sich bei
einem Verkauf das Verkaufsrecht vor. Geben zu Königsbergk den neun
unnd zwantzigisten tag des monats augusti nach Christi unnsers heylandts
gehurt tausent funfhundertt unnd im acht unnd dreissigisten jare.
K Hausb Lit A 184. fol. 15—20. Handfestenb. 117. fol. 1-3
m 39. 1540. Januar 3. Koenigsberg.
A11 hciiptmnnn zur Insterburgk «ioini dritenn januaiii (1540).
Wir uberschickenn dir hierbeiliegent die copei des stetleins Inster
vorschreibung inn wasmassen wir dieselbe auffs new aussetzenn und
stellenn habenn lassenn, und weil uns dann ann demselbenn aussatz nem-
licli am anlegenn der breith und lenge der heuser sonderlich der kirchen
kirchhoff, widmenn, kruge, welche raumer und gresser als andere gemeine
heuser und wolmungenn habenn wollen, deszgleichen ann vihe weide,
roszgertenn, hegwalth, holtzung zu bawenn und brennen item grenitz,
secert der stadt und auch des gerichts etc. wie du ann verzeichentenn
vielfeltigen N. (?) wol zubefindenn, rast viel mangelt, und mit beschliessung
solchs aussatzs mit unsernn rethenn, ehe wir dein bericht bekommen, uns
nicht voreinigenn konnenn, so ist demnach ann dich unser bevelich du
wollest diesenn aussatz mit sondern vleis durchsehenn, und wes ann einem
idernn stuck durch aus und sonderlich mit X. wie gedacht vorzeichent
mangelnn thut, auff ein sonder papir mit vorzeichnus wohins gehört,
brengen lassenn, nebenn deinem bewegenn und gutdunckenn wie ein
idernn stuck zurathenn wo es zu nehmen und wie das alles genent mit
nahmenn, und wieviel hubenn es habe etc. damit uns am wenigstenn inn
unsernn weldenn und sonst nachteilig gesein möge, brengenn lassenn.
Und wann solchs vonn dir beschehenn und dem handel also mit
vleisz nachgedacht und ordentlich vorzeichnenn hast lassenn, uns solche
vorzeichnus sampt unserm dyr itzt zugeschickenn aussatz, auffs erst wider-
umb zu schickenn. Darann timst du etc. Datum Konigspergk ut s.
Commissio principis propria.	1. Platenar.
Idem cancellarius legit
K. Reg. 1001. fol. 3-4.
m 40. 1540. Januar 13. Koenigsberg.
An Jolian Pein lieuptinan zur Insterburgk.
denn XIII januarii (1540).
Dein schreibenn vonn wegenn des bawes zur Insterburgk habenn
wir entpfangenn, uns daruff mit unsernn rethenn dieweil uns nicht ein
geringer uncostenn auff solchenn baw lauffen wirt, auch wes uns disfals
		

/Pomorze_055_07_074_0001.djvu

			42
Iiisterliiirgor Urkundenbuch.
zuthun beratschlagt und beroth, befuadenn das solche und andere der-
gleiehenn unnötige schwere unmugliche übrige und vergebene gepew ab-
goschafft, und die gepew so itzundt gotlob vor der handt unn angefangenn
im wesentlichem baw, damit sie nicht eingehenn auff das genawest als
immer möglich erhaltenn werdenn, demnach wollest denn baw zur Inster¬
burgk auff das vor jar, dieweil es nicht ein geringes gestehen» und
kostenn wolt, inn massenn du es vorgenohmenn anstehenn lassenn, sunder
unser bevelicli ist, du wollest die gepew welche notig zubawenn, und mit
nichts umbgang habenn lconnenn mit dachung sclmttungenn oder anderm
flickenn und ersezenn underbawenn alte balcken sparrenn oder was das
auch ist die nicht tugenn, herauszuenehmenn, newe widerumb ann der-
selbenn stadt einzulegenn, wie dann solchs durch die vleissigenn bew-
vorstendigenn am fuglichstenn gefunden werdenn mag verfertigenn zu-
richtenn und bawenn lassenn damit das nottige erbawet und die heuser
in wirdenn und werde erhaltenn, doch also das nicht alle gepeude inn
einem jar, auff das nicht eins mit dem andernn gehindert, zufordern vor¬
genohmenn, sonder das ein jar disz, das volgende jar das ander stuck
mit gutter bequemickeit geschafftem gutem vorrath und geringem uncosteun
mit flickenn untersetzenn unterbawenn und anderem wie obenn gemelt
gebawet werde, und wer wol unser bedenckenn, dieweil du ein moglichenn
vorrath ann ziegel und kalck hast auch desselbenn mher zuwege brengenn
kanst das desselbenn ein antzal, wie du dann dem wol schicklich zuthun
wirst wissenn umb gelt vortribenn und verkaufft dasselbe gelt wes davon
erübrigt hindcrlegt und darnach vonn jarenn zu jahrenn als weit das zu¬
reicht ann notwendige nutze und tugliche gepeude, die inn keinenn weg
umbgang habenn nach vertzugk leidenn könnenn gewend werde, was aber
nicht vorbawet bei dir inn ein vorrath behaltenn, damit also vonn jarenn
zu jaren was notik mit demselbenn gebauet werde, dann wir mit nichtenn
was nicht notig und wol umgang habenn, auch das mann mit flickenn,
bessernn, und anderm wie obenn gemelt, auszrichtenn kann, auffs new
mit grosserm schwerem bew auffgericht gemacht, oder gebawet wissenn
wollenn.
Der Vorschlag aber mit dem honig gefeit uns sehor wol, und sehonn
nicht ungernn, das dasselbige übrige gelt nicht anderer gestalt dann wie
obenn gedacht ann notwendige gepeude gelegt werde dann anderer ge¬
stalt in denn amptenn das geldt zu vorbawenn, und in die cammer nichts
zu antwortenn, wil uns mit nichte gefallenn und nit sein, damit aber
mit gutem rath geschlossenn, welche bew am erstenn zu bessernn, antzu-
fahenn sein sollenn, auch wie und welcher gestalt, die zu fertigend, so
wollenn wir denn etc. Cristoffen Fischernn auch denn Zimmermann un-
geferlich inn funff oder YI tagenn hinauffschickenn die sparrung balkkenn
und anders zu besehenn, zu bestechenn und wie denn dechernn auch
anderm zu helfenn sein mocht, darnach du dich zu richtenn, entlieh zu
schliessenn, hieneben wollest die fenster, kopffremenn, thurenn, eisene
gitter und anderst alhie zu Konigsporgk auffs genaueste vordingenn lassenn,
das es dieser gestalt lieber vor die handt gepracht, damit mann dieselbenn
im vorrath habe und nach gelegenheit zu brauchenn, wie bemelter Cristoff
Fischer dich solchs alles lenglieh zu berichtenn. IJis habenn wir dir etc.
Datum Konigspergk ut s.
Commissio principis ex	S. Selnitz.
relacione cancellarii.
K. Reg 1001. fol. 14-16.
		

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			Insterburger Urkunden buch.
43
m 4i.	1540. Januar 26.
A11 heuptman zu Insterburgk denn XXVI. jnnuarii (1540).
Der Herzog hat erfahren, dass die Ausfuhr des Waldwerks durch
die Ausfuhr des Bauholzes zum Bau vom Insterburg gehindert werde.
Da er dies nicht gern sieht und das Holz braucht, soll der Bau dies Jahr
ruhen. Weil der Hauptmann sich auch erboten, für die eichenen Bohlen,
die er vor 2 Jahren nach Koenigsberg schicken wollte, aber verbaut hat,
andere zu verschaffen, soll er sie mit dem ersten offenen Wasser herab¬
flössen lassen.
Cedula.
Durch den Baumeister Cristof Hoffmann, der den Bau von Instei-
burg zu besichtigen abgefertigt war, hat er des Hauptmanns Meinung
über den Bau gehört Sein Befehl ist dies Jahr ganz und gar damit zu
ruhen und die Leute zur Förderung des Waldwerks zu gebrauchen.
K. Reg 1001. fol 44—45.
m 42.	1540. Mai 22. Koenigsberg.
Ausschreiben an alle Aemter.
Anordnung der Kriegsbereitschaft und einer Musterung,
der Ausbesserung der Wege, Brücken und Dämme, so¬
wie der Entfernung müssig gehenden Gesindes aus den
Städten.
Nachdem sich aus gelegenbeit der geschwinden leuffen aller¬
lei zutragen, dardurch wir etliche von unsern retlien und getreuer
landtschafft von allen stenden zu uns zuerfordern, mit denselben
von solchen und anderer landes notturfft halben zubereden und
zu beratschlagen, geursacht, so haben wir nach gehaptem wissen,
wolbedechtigem Käthe, nachvolgende meinung allen unsern haupt-
leuten, Amptstragenden personen und unterthan anzuzeigen ein-
trechtiglich beschlossen: Nemblich und für das erste, so wollest
die nechst verzeichonte muster Register vor die handt nehmen,
dich in denselben mit vleis ersehen, wer von der herschafft,
Ritterschaft, Adel, freihen Schultssen und ändern, die dinstpflichtig
mit seiner rustung, mann, pferdt und harnisch jungst vo(r)schienen,
gerust gewesen oder nicht, und alsdann darauff den jenigen, welche
ire rustung und pferdt nach notturfft haben, nechstem unserm
bevelicli nach, mit ernste gebietten, in reitschafft zu sizen; den
aber, die an jüngster musterung ungerust befunden und seindt
dem mall sich nicht rüstig gemacht, nachmals bei verlust der
gutter auftlegen, sich ohne alles seumen gerust zu machen, damit
sie auff erstes erforden in gereitschafft und gerust vormerkt, also,
wie inen des ir brieff und siegeil aufflegen, auch sie solchs gegen
uns und gemeiner landtschafft zuvor antworten wissen, damit ein
jeder sein schuldige pflicht, wie ime des gepurt, treulich beweise
und zur volge geschickt sei. Uber das wollest mit allen ein-
wonern in und vor den steten deines vorwaltenden Ampts neben
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
den burgermeistern und einem Rath jder stadt ins erste nach
gelegenheit musterung halten, uff das zusehen, wie viel werhafftiger
mann, so mit gepurender und whas wher, harnisch und reitschaft,
auch allerlei geschuz, gros und dein, sampt gepurendem zuge-
horenden, auff den schlossern und steten befunden, verzeichnen,
mit gutter bescheidenlicher vormeldung, wiewol inen selbst und
diesen landen zum besten ein vorrath geschafft, von dem man
im fhall der notli krigissleuth und ross zur landes rettung <1 int,
so viel möglich, für die handt zuschaffen und vor gefahr, durch
vorleihung gotlicher gnaden, zubehutten. So wer doch dieses
unser gnedigs wolmeinendes vornehmen nicht darumb gemeint,
als das man sie ohne noth darzu geprauchon wolt, sonder alleine
(wie es dann der herschafft, landes, und irer aller notturfft er¬
fordert) dahin gericht, gutte ordnungc zumachen und zuersehen,
wo es die höchste noth, die der Almechtig langwirig abzuwenden
geruhe, erreichen thett, und die ausslendische, frembde, nichts
weniger unser von der herschafft, Ritterschafft, Adell und ändern
zuross dinstpflichtiger lmlff nicht genugsam und eines zusclmbs
von noten sein Avolt, wie stark dannocht wir von vverhafftigen
mannnen im landt und ob sie darzu zugeprauchen oder nicht,
uns alsdann derselben w ie uns getreuen unterthanen landen und
leuthen zum besten zugetrosten betten
Nichts weniger wollest auch aus den Registern der nechsten
gemeinen bewilligten anlage ordentlich und sumarie, wie vielL
besessener wirtt in allen dorffern und gehofften sampt den gertnern
in deinem vorwaltenden Ampt vorhanden, auffschreiben, und in
ein ordentlich register pringen. Wann du nun solchs allenthalbenn
von Reisigen in steten und auffm lande, wie bemelt, clerlich auff-
gezeichent, so wollest uns ins furderlichst zuschicken, damit wir
sampt unsern Rethen uns in dem allem zuersehen und aus diesen,
dessgleichen der alten herschafft anschlegen, die landt theilen und
heilsame Ordnung zum schuz i'.es landes machen und auffrichten
mögen.
Dieweill wir auch selbst erfaren und nicht wenigk clagk
für uns kumpt, das vast an vielen orten unsers furstenthumbs
die stege, wege, brücken, und themme ganz ubelgehalten, durch
welchs mancher frembder, in und ausländischer, arm und reich
mann hochlichen beschwert, demnach uberschicken wir dir hiemit
ein abschriefft von dem Artickel, der vor der zeit auff einem ge¬
meinen landtägk von landt und stete disfalls eintrechtiglichen
beschlossen und ausgangen. Nachdem wir dann befinden, das
über gemeinem beschlus so ganz gering gehalten und nicht von
dir darauff gesehen, tragen wrir desselben nicht unpillig be-
schwerung, bevelhen dir hierumb, du wollest die von der her¬
schafft, Adell und alle unterthan deines vorwaltendsn Ampts zu
dir erfordern und mit inen beratschlagen, damit die wege (die¬
weil es ein cristlich, gutli, loplich, heilsam, notwendigk wergk)
vormoge gemeiner, volmechtiger, einer ganzen landtschafft, be-
willigung inhalts der landtsordnung auffs beste, leidlichste, und
ins erste möglich gemacht, auff das sich der inlendisch, und fur-
nemblich ausslendisch, frembde wandermann des bösen wegs
halben nicht zubeclagen, und dannocht also viel mit den unter¬
thanen, die es zuthun schuldigk, vorschaffen, das dem berurter
		

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			Insterburger ITlkundenbuch.
45
gestalt gehorsamlich nachgegangon wurde. Uber das wollest auch
ezliche altsassen zu dir nehmen und dich auff die furnembsten
strassen begeben, auch mit guttem grundt und aller umbstendig-
lceit erkundigen, welche dorffer mit iren instleuthen, oder wher
an einem ändern orth vor alters die wege, stege und themme
zuhalten gepflogen, alsdann mit den jenigen, welche über die
lenth oder dorffer zugebietten, handeln, den ändern bevelhen, die
wege und themme nach altem geprauch zuhalten und zubessern.
Dann obwohl bei der vorigen und jezigen herschafft zuzeiten
gutter von den heusern und Emptern in ander handt vergeben
oder sunst kommen, so seindt doch dieselben insessen solcher
gutter, darumb des wes sie an themmen, stegen und wegen einem
oder anderm orth zumachen vorpflicht, gar nicht gefreihett, wurde
sich aber jmants des wes ehr oder die seinen von Alters an
solchem pilligem wergk zu thun schuldigk, weigern, das du denn
dieselbigen uns sampt allem bericht des handels anzeigt, wollen
wir uns darauft', so fernn bestendiger grundt aus den berichten
vormerkt, gepurenden bevelich hierin wol zntun, der gepnr wol
zuhalten wissen. Wo aber ein bruck, wege oder tham befunden,
da niemants dieselbigsn zupauen vormeint schuldigk zusein, oder
gefunden werden konte, dar in must du die mass treffen, das
durch die nechst gelegenen dorffer und hoff, so wol von den
unsern als der von der herschafft und Adell, mit guttem Rath
und vorbedacht darzu geordnet, damit die wege, stege, brücken
und themme also nun und hinfurann stez gebessert, gemacht und
erhalten wurden. Darzu du dann ein thonnen biers, mher oder
weniger, nach gelegenheit des paues zimblicli, von unsernt wegen
jhe weilen darzu zugeben macht haben sollest, damit gleichwoll
solchs allen in- und auslendischen, armen und reichen, zuguth
widerumb auffgericht, gebessert und nicht zu nachteill, spot und
schänden also liegendt pleiben dorft'e; wie du nu solclis allent¬
halben befindest, also welche wege, themme und brücken gepessert,
auch wer dieselben, es sei von der unserer oder anderer herschaft
und adell unterthanen zumachen und zuhalten schuldig, in ein
ordentliche, clare verzeichnus pringen, eins bei dem Ampt wol
vorwart behalten, das ander in unser Canzlei ubersenden, damit
man sich jder zeit in derselben zuersehen und zugeprauchen.
Weill auch allenthalben viel ledig und mussiggehendt ge-
sindt befunden, so ist unser bevelich an dich, du wollest mit
denen in steten, merkten oder flecken, so unter deinem vorwal¬
tenden Ampt liegen, daraus reden, nachdem inen, wes sie für
mussig gehendt gesindt bei sich, auch wes sie vor leuth zu be-
huff ihrer handtirung, der handtwerker, gepeud und anderm, haben
oder gerathen können, am besten bewust. Demnach du inen
alsdann von unsernt wegen zubevelhen und auff'zulegen, das sie
mit vleis und ernst darauff wollen sehen lassen, damit bei inen
in iren steten und flecken nicht mher gesindts, dann sie desselben
zu irer arbeit und hausshaltung bedurften, bei sich behalten und
die übrigen ernstlichen aus iren steten und flecken ausstreiben.
auf das das landtvolck zu ihrer notturfft leuth zubekommen.
Dergleichen wollest auch den vorsteten bevelhen, das kein wirt
mher, dann ein par inssleuth bei sich, ohne was handtwerker
sindt, habe und halte, die übrigen wegk jage und auffs landt
		

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			Insterburger TTrkundenbueh
treibe, mit ketten oder ändern straften strafte, bis so lang eins
mals ein gemeiner bescliltis von beider theill landen und leuthen,
wie in der landtsordnung, gemacht und beschlossen, darnach man
sich u mb so viell desbas zurichten und darüber auch zuhalten
in dem allem geschieht. Datum Konigspergk etc.
F. Schurstab.
Princeps audivit legere presentibus Hoffmeister und Kauheim.
m’ 43.	Anlage zu M 42.
V011 weg und steg zuerhalten.
Sollen alle und jde ober und ander herschafft iren Ampt-
leuten und bevelich habern auftlegen, das sie ezliche von den
eltisten des Adels un	
			

/Pomorze_055_07_079_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbueh.
47
So nun dis an uns gelangt, haben wir als der gnedige
landtsfurst die izt schwebende teurung, schwerheit dis vorgangenen
jars zu gemuth gefasset und wolten jhe gern, so viel nurt mög¬
lich, unsere unterthan vor unnötigen geltspilderungen vorhuttet
sehen. Derhalben wollest, wie im schreiben gemelt, die dinst-
pflichtigen unterthan deines vorwaltenden Ampts zu dir bescheiden
und inen, wes dis unser schreiben, welchs mit reiffem Rath be¬
schlossen, in sich schleust, eröffnen und Vorhalten, daneben vor¬
melden, wes dieser zettel vormag, aus welchem wir vorursacht,
die musterung, unsern untersassen zu guth, angesehen diese
zeitung, ein zeitlang, und wo es unimer gesein kann, bis an
kunfftigen winter zuvorschieben, damit ein jder, der sich bis anher
auff so vielfeltigen ausgeschriebenen unsern bevelich und muste¬
rung nicht genugsam gerüstet, das der oder die vormoge irer
bricff und pflicht, nichtsweniger, wie solchs die nottnrfft des landes
jderzeit erheischt, jzundt oder auffs lengst binnen obernenter ge¬
raumer zeit gernst und fertigk mache, angesehen, das niemandt
weis, wann ein unvorsehende zufall keine, das dannocht uns,
auch unsern landen und leuten, durch nachlessigkeit nicht schaden
zugefugt. Auff zukonfftigen winter aber, ungeverlich umb die
weinachten, wollest dioselb musterung und herschauung. sowol
in den steten, als auft'm lande, vormog dis schreibens in aller
mass. wie solchs mitpringt, unvorzoglirh vorncmen. Wos aber
angehet das ausxciclmen der besessenen paueischafft aufm lande
aus den anlag Registern, demselben hast du, in massen der be¬
velich in sich schleust, nachzugehen. Dieweil dann die in steten
unter inen sich auch dem landt zu guth angelegt, da sie dann
an allen zweifell gleicher gestalt, wie auffm landt, geschehen, einen
jden besessenen wirt oder der sunst bei inen burger narung treibt,
vorzeichent, ist unser bevelich, das du mit dem Rath in den steten
deines vorwaltenden Ampts handelest, das du derselben irer vor-
zeichnus, die sie vorflossener zeit gemacht oder noch machen
können, ein abschriefft erlangest und uns dieselb sampt der vor-
zeichnus vom lande zuschickest, auff das wir uns in denselben
allenthalben zuersehen und in zeiten des friedens, landen und
leuthen zum besten, von heilsamen Ordnungen radtschlagen und,
so viel möglich und sich thun wil lassen, schliessen mochten an
dem allen. Datum ut in literis.
Fol 1001. Bl. 255—257.
m 45. 1540. Juli 16. Koenigsberg.
AI11111 lieuptman zw Insterburgk denn XVI. julii (1540).
Nachdem wir in der neuenn auffrichtung der vorschreibung des
stetleins Innster befindenn einenn irthum belangende denn hegwalt, so
das unns unbewust, ob unnsere underthane daselbst auch ihnn solchem
hegwalde baw unnd brenholtz etc. zubekhommenn, oder nit, oder wes der
ihn sich heit, demnach so ist ahn dich unnser bevelch, dw wollest unns
gelegenheit solclis hegwalds, wes da zubekhommenn, wie gros der sey
		

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			48
Insterburger lTrkundenbuch.
begriffenn, sampt aller iimbstende gruntlichenn bericht1) zuscbreibenn,
auff das solche vorschreibung dost schleimiger ihn ihre erafft gehenn
moclit. Daran etc. datum ut s.
Commissio principis	Caspar Platenar.
praesent. burggrabio.
cancell. Lomnllero.
et ceteris consiliariis.
K. Reg. 1001. fol. 374.
m 4ß. 1541. März 12. Koenigsberg.
Zulass der Anlegung des Städtleins Inster.
Gieben zu Königspergk den zw elften martii nach Christi unsere hey-
lands geburt tausent funfflilindert und im ein und vierzigsten jhar.
Abgedruckt bei Kossniann: Historisch-statistische Notizen über die
Stadt Insterburg. Insterburg 1844. Beilage L.
m 47. 1544. 28. April. Koenigsberg.
Herzog Albreeht verschreibt Lorenz Hermes2) und seinem
Weibe das Gut	—.
Herzog Albreeht verschreibt Lorenz Hermes und seinem Weibe das
Gut, das ihm von seinem Vorfahren bereits verliehen ist, im Amt Inster¬
burg und erlaubt ihm in seinen Grenzen zu pechen, dielen und schneiden
»doch das uns dasselbig waltwergk wie an ändern orthenn in einem zim-
lichen leidlichen kaufte überliefert« Nach dem Tode Hermes und seines
Weibes sollen die Erben die fahrende Habe behalten, doch bei dem Hofe
und den liegenden Gründen 4 Ochsen und 3 Kühe zurücklassen. Dafür
soll Hermes, da er vermögend, nach seinem Erbieten und Zusagen in der
Wildnis aufpassen und dieselbe bereiten helfen. Gegebenn zu Konigs-
pergk den 28. tag des monats aprilis im 44. jare3).
Albertus qui supra manu propria suscripsit.
Commissio principis suscripsit.
am 27. aprilis 1544.
K. XXXVII M 15. Cassiertes Original auf Pergament mit nachträglichen Cor-
recturen. Indorsat: Lorentz Hermitz Verschreibung über sein gut darauf er itzo wonet im
ampt Insterburg gelegen, actum Konigsperg den 28. aprilis anno 44. Registrirt. Colla-
cionirt. 17. — Hausb. Lit. A. 184. fol. 50—61. — K. Verschr. 1542—46. M 916. fol.
190-191.
1)	Auf die Antwort des Hauptmanns schrieb der Herzog 11. September 1540, dass
er den Wald, der an der Angerappe liege, zur Notdurft seiner^Gebäude für sich behalten
wolle; sollte er dem Städtlein zugeeignet werden, so fürchte er Nachteil für sich.
2)	Hermis, Hermiss.
3)	Verbessert aus: »den virundtzwantzigisten tag des monats oetobris im jar tausent
fünfhundert und zweyundvirtzigisten.« Am 23. October 1542 erhielten H. und seine Frau
das Gut, auf dem sie wohnen, zu Lebtagen verschrieben, welche Verschreibung danu nach
einer Marginalnotiz auf Ansuchen der Frau 27. April 1544 umgeändert wurde. (K Verschr.
1542—46. M 916. fol 10—11.)
		

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			Tnsterburger Urkundenliuch.
49
48. 1544. November 8. Koenigsberg.
Bestallung- Caspar von Aulacks zum Amtsliauptmann
von Insterburg.
Caspar von Aulack erhält jährlich 100 Mk. nobst freier
Station für seinen Hausstand und vier Pferde nebst Klei¬
dung für vier Personen; daneben werden ihm Reise¬
kosten etc. vergütet. Ausserdem sollen ihm auch 50 Mk.,
die er nach einer Verschreibung (Mathes’ von Lei den) zu
beanspruchen habe, gezahlt werden.
Vonn gots gnaden Wir Albrecht, Marggraf zu Branndenburg
|cum titulo,] bekennen unnd thun kundt gegn jdermeniglichen,
den dieser unnser offener briof zu sehen, zu lessen unnd zu lioren
furgepracht wirdt, dass wir deme erbarn unnsern Rathe unnd
lieben getreuen Casparn vonn Aulaclcen unnser ampt Insterburg,
dasselbige als unser amptmann zu verwalten unnd innen zu haben,
eingereumt unnd eingegeben haben. Einroumen und eingeben
demnach hiermit unnd in crafft dieses unnsers brieffs beruertem
Casparn vonn Aulack, solch ampt Insterburg von unsertwegen
auch unns, unnsern erben unnd nachkommender Herschafft zum
bessten inn getreulicher, vleissiger Verwaltung innen zu haben
und zu erhalten, also, das er unns, wes solch ampt allenthalben
für nuczung iczo hat unnd inn zukommenden zeiten haben wurde,
nichts davonn aussgenohmmen, vleissig solle neben einem ampt-
schrciber helffen, annemhen, dessgleichen aucli solchem ampt der-
massen vorczustehen, damit dasselbige, also vil immer möglichen,
mit beseczung der hüben unnd aller annder nuczungen gepessert
unnd nicht geringert werde; doneben sich in allen raisen unnd
geschefften, wie unns dess vonn noethen unnd sich die feil be¬
geben, getreulichen auf unnsern uncossten geprauchen zu lassen;
nichtsminder unnsern, unnserer erben, auch Land und leuth,
besstes zu wissen, frommen, nucz, ehre und gedey zu furdern,
schaden unnd nachteil seines vermugens unnd verstanndes zu
wennden; sich auch davonn Aveder lieb, gönnst, freuntschafft,
neidt oder hass, wie das immer erdacht mag werden, nicht ab-
czuwennden lassen; daneben sich allerlei verlenck, gifft, gaben
oder geschenncke zu ennthalten unnd sonnsten, wie einem ehr
liebenden vom Adel gepurt, zu beweisen; zudem vier wolgeruster
pferde zu halten schuldig unnd verpunden sein. Aber in allwege
soll er dass haupt unnd amptmann sein unnd diese Ordnung
halten: einen kassten mit zweien schlossern seczen, darein alle
einnahme dess ampts gelegt, darczu er einen schlussel, denn
anndern der amptschreiber haben unnd keiner ohne den anndern
nichts aussgeben. Umb solcher seiner getreuen diennst willen
sollen wir, unnsere erben unnd nachkommende Horschafft beruer¬
tem unserm lieben getreuen Casparm von Aulacken, dieweil und
also lanng er unnser ampt Insterburg inn Verwaltung hat, jer¬
lichen unnd ein jdes jar besonnder ein Hundert marck, jhe
zweinczig groschen preuschher ganngkhaffiger moencz für eine
marck gerechnet, zur besoldung, dossgleichen gcwonliche hof-
cleidung auf vier personn, und auf die pferd, sein woib, kinder
unnd gesind futer unnd mal, essen und trincken zwecklicher guter
4
		

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			50
Insterburger Urkundenbuch.
notturfft aber reichen lassen. Zu dem solle er zwen clepper, die
er sommer zeit im grass zu lauffen lassen unnd im winter mit
schrot unnd annderer notturfft auss zu halten, haben. Wann wir
innen aber inn unnsern geschefften ausserlialb lanndes geprauchen
oder verschicken thetten, sollen unnd wollen wir ime notturfftige
Zerung, über d(a)z für leibs unnd pferds, auch all hie im lannd,
wann er die pferde in unnserm diennst verderben wirt,' schaden
stehen unnd, wo er inn unnserm diennst gefanngen, widderumb
ledig machen. Unnd sollen ime nichtsminder über bemelte
hundert marck besoldung die funffezig marck beruerter werung
lauts unnserer gegebener Verschreibung (dieweil der fall mit
Mathesen vonn Laiden unnd annderer guetern noch nicht ann
unns kommen) gereicht werden. Alles treulich unnd ohne ge-
verde zu urkundt mit unnserm anhangenden Secret besigelt.
Gegeben zu Konigsperg ut supra.
Princeps audivit legere praesentibus Hofmeister, Burggraff,
Obermarschalck, Socretar.
Verschreibg. 1542—46. Ostpr. Fol. 916. 151. 244—46.
m 49.	1545. Mai 22. Koenigsberg.
Abschied Johann Peyns vom Amt Insterburg.
Peyn erhält 100 Gulden Jahrespension aus dem Amt
Angerburg, das 16 Hufen umfassende Dorf Plackheim
nebst der Gerichtsbarkeit (das Strassengericht ausge¬
nommen); auch werden die 2— 21 /2 Mk., die das Dorf
schuldet, erlassen. Ferner wird ihm die Rechnungs¬
legung für die letzten zwei Jahre erlassen, sein Haus
in Königsberg vom Herzog gegen 800 Mk. angenommen,
um seine Gläubiger zu befriedigen, ihm in Friedland
der Zins für die vier Baustellen, die Peyn sich besorgt
hatte, erlassen und ihm zum Baue Material beigesteuert.
Nach seinemTode jedoch sollen 2 Grundstücke steuern
und im Kriegsfall 2 Mann gestellt werden.
Vonn gots gnaden wir Albrecht Margraf zu Brandenburg
in Preussen, zu Stettin, Pomeren, der Cassuben und Wenden
Herzog, Burgraf zu Nurembirrgk und furst zu Rügen, bekennen
vor uns, unsere erben und nachkommende herhschaft: Sintmall
uns, unseren landen und leuten zum besten sich der Erbar unser
Rath und lieber getreuer Johann Pein eine lange zeit in und
ausserhalb kriegs, auch sunsten in unseren hendelen, bevorab in
unser fürstlichen ehestiftung, den wir mit ab und zureiten neben
anderen darzu gebraucht, gancz getreulichen gebrauchen hat
lassen und dorin vleisig, woll und unverdrossen erze(i)gt, darann
uns zu danknemenden gefallen gescheen, dardurch wir ime mit
sunderlichem gnaden gewogen, auch zu ergoczlikeit sulcher seiner
getreuen geleisten dienst im jar nach Christi unsers Heilands
und selichmachers geburth Tausend pfunfhundert und sechsund-
zwenzik unser Ampt und Haus Insterburg, vermöge disfals auf-
gerichter und volzogeuer bestallung, auch Coutracts, seines besten
		

/Pomorze_055_07_083_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
51
Verstandes und vermugens zu verwalten, undergeben, und w iw oll
wir in gerne lenger bei sulchem unserm Ampt wissen wollen,
so haben wir doch seine swacheit und gelegenheit angesehen und
auf seinn undertheniges gesehenes ansuchen ime zu sonderer
gnedigen erzeigung salch Ampt widern mb zu unseren henden
genommen und im gleichwol volgende gnade und gewogen wrillen,
damit er zu spuren, das seine obgemelte geleiste gtreue dienste
bei uns noch unvorgessen gethan: Nemblichen und zum ersten
wollen wir unsere Erben, erbnhemen und nachkome(n)de herh-
schaft ime, Johann Peinn, jerlichen und ein jedes jar besonder
die tage seins lebens aus unserm Ampt Insterburgk Ein hundert
gülden Reinnisch, jhe dreisik grosclien preuschisser gangkhaftiger
muncz vor einen gülden gerechnet, auf das weinachten gericht,
dorzu eine thon honnig und ein thonn olh aus unserm Ampt
Angerburgk gnediglichen geben und zuhanden stellen lassen.
Zum anderen haben wir im unser dorf Placzeim, in unserem
Ampt Brandenburg gelegen und sechzehen Hüben inhaltende,
durch einen wechsell gnediglichen uberlassen, auch sulchs zu¬
vorschreiben vorhaischen und zugesagt, wie wir dann hirmit und
in kraft dieses unsers briefs vor uns, unser Erben, erbnhemen
und nachkommende Herrschaft gerhumten Johann Pein, seinen
rechten, elielichen erben und nachkomlingen bemelth dorf Plack¬
heim, sechzehen buben inhaltende, in unserem Ampt Brandenburg
gelegen, verleihen und verschreiben dasse(l)bige erblichen und
ewiglichen, zu den rechten, wie seine briefe, die er sonsten über
seine ander gutter hat, lauthen, mit allen den sechzehen hüben,
nuczung und einbehörung an acker, wiesen, wreiden, feldern,
streuchern, fliessern, puschern und bruchern, sampt den gerichten
gros und klein über ire leuthe binnen und inwendig sulcher
sechzehen hüben greniczen, allein strasen gericht (das wir für
uns und unsere Erben, erbnemen und nachkomende Herrschaft
zurichten vorbehaltenf)] ausgenommen, zu iren besten ohne menig-
lichs Verhinderung inen zuhaben, zugenissen, zubesiezon und zu¬
gebrauchen. Und die weill lins die inwoner berurts dorfs Plack-
heim zwu oder drithalb mark schulten sampt etzlichem wenigem
vorgestrackten getredlich(!) hinderstellig zuerlogen pflichtig, sollen
sie desselben beides, Johann Pein zu gnaden, erlassen sein, dor-
mit erh die armen leuth nmb so viel er zur besserung zubringe.
Hiegegen soll er uns, unseren Erben, erbnhemen und nach kom¬
mender herhschaft die pfinvund zwanzik hüben zu Wippaniken,
welche nach absterben Henrichen Kobershagen nachgelassen witwen
auf unsere gegebene Verschreibung, ausgangen zu Ortelsburgk,
den neunden tag Octobris im jar fümfze(hn)hunderth und sieben-
undzwenzigsten ann inen fellig, widerümb mit aller derselben
nuczung auf den fhall abtreten, einzureumen und übergehen.
Nachdem aber der fall, als obengemelt, noch nicht anh inh kommen
und wir ime derwegen, bissolang derselbe ann in keine, jerlich
aus unserm Ampt Insterburgk achtzehen mark zugeben zugsagt,
dieselben acht zehen mark sollen nhun hinfurth gancz abgethan
sein und uns, unseren erben und naehkommen zum besten bei dem
einkommen unsers Ampts Insterburg pleiben. Und umb ''noh
merli gnedigen erzeigung willen wollen wir obgenanten J>
Pein, seinen Erben und nachkomlingen des, wes erb ube
4*
		

/Pomorze_055_07_084_0001.djvu

			Insterburger Uikundenbuch.
geordent deputat and contract zedoll lauts nhe(ch)ster zweie jar
rechnung aussem ampt entpfangen, genossen und gebraucht, hir-
mit in kraft dieses briefs erlassen und auch aller gethaner rech-
nungen, dieweil er im Ampt gewesen, gantz und garh quittirt
und los gescholten haben. So dann vielgedachter Johann Pein
in negst vergangenenen (!) preuschischen krige Herren Clausen
vom Bach und Ditrichen vonn Schombergk seligen zugeordenet
und vonn Johann Peinen etzliche einnhame und ausgabe, so in
domals unseren gehabten kriegen unserent wegen und zu unserem
obliehen vorczeichnet, domber er vonn bemelten p(er)sonen quitirt,
nichtsminder vonn wegen der Ameralhscbaft(!), die wir ime in
jüngster denhnischer vheden, wie er dann disfals vonn königlicher
wirden zu Denmarken, unseren freuntlichen lieben herren Oehme
und Swagern, auch nach notdurft quittirt, auferlegt und vertraueth,
so viel uns betrieft, gnugsame, volstendige rechenschaft gethann,
thun wir für uns, unsere Erben und nachkomende herrschaft
hirmit in kraft dieses briefs inen, seine erben, erbnhemen und
nachkomlinge solcher bevhelich ausgaben und rechenschaften
erlassen und quittiren. Ferner, nachdem wir vorruckter zeit un¬
seren lieben, getreuen undersassen, denen vonn herrschaft, ritter-
schaft und adell unsers herzogtumbs Preussen ein neue privilegiiun
und erklerung des Magdeburgschen rechten aufgericht, haben wir
ine und seine eheliche leibs erben beider geschlecht, desselben
gleich anderen vom Adell, weil er sich gancz erbarlich und auf-
richtik in unsern kriegsgescheften und sonsten gehalten und er¬
zeigt, auch rittergutter im besicz und erblichem gebrauch hat,
vhehich zumachen vorheissen, wie wir dann hirmit in kraft dieses
unsers briefs und aus fürstlicher macht obenbenenten Johann
Peinen, seine eheliche leibs erben beider geschlecht desselbigen
vehig machen, das si sich solchs privilegii gleich ändern vom
Adell zu freuen und zugobrauchen. Doch mit dem bescheit, do
er ohne menliche erben vorsturbe, nurth weibliche verliess, und
sie sich nach rathe, wissen und willen und vollworth der herr¬
schaft, freuntschaft und negston verwanthen einen erhlichen vom
Adel oder sonsten zur ehe (darzu sie dann keineswegs zuzwingen[)].
begeben thete, sollen sie nichts weniger des bestimbten privilegii,
in aller massen dasselbig lautett, in alwegen vehig sein und ge-
nissen. Do neben weill uns auch izt und vilgedachter Johann
Pein berichtet und angezeigt, das er etzlichen leuten mit schulden
behaft und derwegen sein haus hinder unserem schlos Konigs-
bergk (darmit er seine schuldiger zu fride zustellen) zubegeben
bedacht, als haben wir im zu gnaden solch haus sampt dem
garthen, Stall, Battstuben und anderen mbehörungen vor acht¬
hundert mark, je zwanzik grosshen preuschis vor ein mark ge-
rechont, dasselbe den schuldenern, die erh, auf das wir uns mit
inen, also viel die achthunderthmark betreff zuvergleichen, ann
uns zuweisen angenommen, und sollen hirmith alle bestallung,
conctract und anders, wes zwischen uns und Johann Pein wegen
des ampts Insterburgk aufgericht, auf Michaelis, dorneben auch
der punct in seinen letzten brief über Henrichen Kobershagen
anfal also läutende: »Geschee es aber, dieweil er sich vonn uns
die tag unsers lcbons wissentlich nicht zubegeben erbuttig,« in
kiaft dieses briefs gancz und garh abgethann, cassirt und getödtet
		

/Pomorze_055_07_085_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch,
53
sein. Wann wir aber obenbestimpten Johann Pein zu unseren
gescheften, es sei iner oder auserlands, zugebrauchen willens, sol
es auf unseren Unkosten, zerung und schaden gescheen. Do er
nhun sulchs aus underthenikeith und dienstlichem gefallen in
ander wege zutliun nicht bedacht, sollen wir uns mit im darumb
vertragen und vorgleichen. Sintmal wir dann vermerkt, das ob-
gerumpter unser Rath Johann Pein eine behausung in unser stath
Eriedlanth zu sein und seiner erben und erbnhemen notturfdicher
bekemlikeith anzurichten entschlossen, auch allberoith eine wonung
sampt zweien wüsten bausteten daselbst ann sich bracht, haben
wir ime aus sonderen gnaden, sovil wir das vor unser person
menniglich ann seiner rechtikeith onhe schaden mechtig, auf sein
undertheniges anlangen vorgünt und zugelassen, das er dieselben
seines gefallens bebauen und die tage seines lebens des grunth
zins vonn solchen steten frei, siezen möge. Nach seinem absterben
aber sollen uns, unsern erben und nachkommender lierrschaft
seine nachgelasne erben und nachkumlinge den geburenden
grundtzins vonn zweien hofstedten ablegen, doneben in kriegen
und sonsten ändern nothfellen (die der allerhogste langwerende
verhüte) davonn mit zweien mannen bürgerlichem brauch nach
dienen. Die weill aber Johann Pein uns mit radtsphlichten und
diensten verhaft, so wollen wir aus hoher obrikeit und vermittelst
dieses unsers briefs inen, das er mit keinen stathemptem beswert
werden soll, befreihet haben. Damit aber Johann Peine seinen
vorhabenden bau auch so vil besser zuvolbrengen und zuvolen-
digen, ist vonn uns ime demselbigen zu steure aus unserm ampt
Insterburg vier schok vichten zimmerholcz und funfzik stuk eichen
zimmer auf seinen Unkosten und ohne beswerung unser armen
undersassen dhenen ortlien, da es dem ampt amh unschedlichsten,
ime auch nicht allzuweith abgelegen, abzubringen vorgunth. Alles
treulich und ungeferlich zu urkunth mit unserem anhangenden
insigel besigelt und eingener(!) fürstlicher hant underschrieben.
Gegeben auf unserem schlos Königsberk, den zwe(i)hundzwen-
czichsten tag May Nach Christi geburth Tausent funthunderth und
funfundvirzichsten jar.
Albertus, qui sua ipsius manu propria subscripsit.
Commissio principis ex relatione cancellarii, praesentibus Johan
Pein et Erharth Heidtman.
Verschreibung 1542—46. Ostpr. Fol. 916. Bl. 344—49. Die Verschreibung an
Pein datirt vom 22. 5. 1544, beendigt nach einer Randbemerkung 22. 6. 1544 und nur in
der Orthographie verschieden, befindet sich Fol 250—256.
m 50. 1548. October 26. Koenigsberg.
Vorschreibung der beden schnitzen Alex und Jackste im Inster-
bnrgischen über das scharwergk und pflicht so die leuthen welche
sie unter sich haben, thun sollen actum den 2(5. Octob.
Herzog Albreclit befreit nach Bericht der Commissarien die Bauers¬
leute im Amt Insterburg unter dom Schulzen Jackste1), die 5 Meilen und
Am Rande stets bei Erwähnung des Namens Jackste auch Alex genannt, so dass
mutatis mutandiä die Verschreibung auch für Alex giltig war.
		

/Pomorze_055_07_086_0001.djvu

			1 nsterburger Urkundenbuoh.
darüber vom Hause wohnen und mit dem Scharwerk hoch beschwert sind,
von diesem Scharwerk, dafür sollen sie jährlich zu Martini von jedem
Erbe 3 Mark Freigeld, 3 Mark Zins, 1 Mark Mardergeld, 2 Achtel Holz,
ein hartes und ein weiches, nach Königsberg zu flössen, ]/2 Achtel auf
das Haus zu setzen, 1 Sch. Hafer für die Wache entrichten und im Fall
er dort jagt mit einem Spiess vor dem Garn stehen, ausserdem von jedem
Erbe einer einen Tag Gras hauen, zusammenbringen und einführen, wenn
notwendig am Hause bauen, nach Vergleichung das Waldwerk, Holz, Asche
u. dgl. abflüssen helfen, ferner den Honig wie vor Alters, von jedem
Erben 2 Sch. Gerste abliefern, die ihnen bezahlt werden, wie sie zwischen
Weihnachten und Martini gilt. Da Schulz Jackste von Zins und Schar¬
werk frei ist, soll er sorgen bei Verlust seiner Freiheit, dass seine Dörfer
besetzt sind, und soll mit treuem Fleiss auf Dienst und Scharwerk sehen.
Geben zu Konigspergk nt s.
K. Verschr. 1547—1549. JVi 917. Fol. 193—194. K. Ilausb. des Kammeramts
Kiauten Lit. A. 204 pag. 224—226. Doch mit dem Datum October 29.
m 5i. 1548. October 26. Koenigsberg.
Vorsclireibung der . octob.
Herzog Albrecht befreit nach Bericht seiner Commissarien die
Bauersleute im Amt Insterburg unter dem Schulzen Urban von dem
Scharwerke, dafür sollen sie von jedem Erbe jährlich 3 Mark Zins, 1 Mark
Mardergeld geben, die Woche einen Tag scharwerken, jährlich 2 Achtel
Holz, ein hartes und ein weiches, nach Koenigsberg flössen, */2 Achtel
auf das Haus setzen, jährlich 1 Sch. Wachhafer liefern, Zimmerholz zum
Hause führen, brauchen keinen Honig geben, dagegen bei Jagden und
Reisen die Fuhren fördern, das Waldwerk, Holz, Asche, nach Vergleichung
abflössen helfen, jährlich von jedem Erbe 2 Sch. Gerste liefern gegen
Bezahlung, wie sie zwischen Martini und Weihnachten gilt. Da Urban
		

/Pomorze_055_07_087_0001.djvu

			1 nsterburger TIrk undenbuch.
frei von Zins und Scharwerk ist, soll er für Besetzung der Dörfer bei
Verlust der Freiheit sorgen und mit treuem Fleiss auf Dienst und Schar¬
werk sehen. Gebenn zu Konigspergk ut s.
IC. Verseil r. 1517-1549. M 917. Fol 197—198.
Herzog Albrecht verschreibt den Bauern des Amts Insterburg unter
den Schulzen Alex von Berslaucken, Stass von Pillupöhnen, Caspar Sepsteit
Lepnischki, Paul Woitkun von Kiauten, Woitkus von Plowischken, Paul
l’atzo von üobawen, und Janel von Kariothkeim auf ihr Ansuchen, da
sie mit dem Scharwerk beschwert würden, um Abhelfung und Linderung,
dass sie somit jeder jährlich von jedem Erbe 3 Mark Freigeld, 3 Mark
Zins, 1 Mark Mardergeld, 1/2 Mark Marciliengeld geben, ausser dem Kirchen-
decem, 2 Achtel Holz, ein hartes und ein weiches, nach Koenigsberg
flössen, J/2 Achtel auf das Haus setzen, 1 Sch. Wachehafer, 2 Sch Gerste
gegen Bezahlung, wie sie zwichen Martini und Weihnachten gilt, liefern,
die Stellstätten räumen, bei Reisen und Jagden Hofgesinde, Geräte und
Garn führen und mit den Spiessen bei dem Garn stehen, Wege und Stege
bessern, die Gebäude im Haus, Hof und Buden aufrichten und erhalten,
nach Vergleichung Budenholz auswerfen, das Waldwerk, Holz, Asche u.
dgl. fördern und abflössen, jeder einen Morgen Gras schlagen, zusammen-
bringen und einführen, den Honig wie vor alters auf das Haus gewähren
sollen. Die genannten Schulzen oder ihre Nachkommen sollen für Be¬
setzung der Dörfer, für Dienst und Scharwerk sorgen und jeder dafür
nur 5 Mark zinsen ausser dem Kirchendecem frei von Scharwerk, doch
sollen sie in eigner Person dabei sein, wenn die Leute scharwerken und
tloissig auf Arbeit sehen, sollten sie säumig sein, werden sie bestraft oder
ihres Amtes entsetzt. Gegebenn uff unnserem Haus Innsterburgk denn
zehenden tagk julii nach Christi unnsers liernn geburt tausennt funffhundert
unnd im neunundvierzigstenn jahre.
K. XXXVIII. M 16 Cassiertes Original auf Pergament Indorsat: »Disse Ver¬
schreibung denn unnderthangen im Innsterburgischen anno 1549 im steuben (?) mith inen
vergleickenn unnd auffgericht, habenn sie nicht empfangen, sonder ist zur Innsterburg beim
amptschreyber gewesen. Und weyl der heuptmann neue scholtzen geordnet unnd derhalben
in verenderung worden, so stunde neue verschreybungen denn gross unnd klein zinsenern
idem theyl innsonderheit gestelleth denn unnderthanen furgelesen worden unnd verfertiget.
Vide registranden verschreybungen etc. anno 1551. — K. Verschr. 1547—49. M 917.
Fol. 30«—309.
All heii|)tinaii zur Insterbiirgk. Beschwerde des Georg
Ischampischas.
Es hat sich zeiger Georg Ischampisclias gegen uns erclagt, nachdem
ime verrückter zeit ein stuck acker zu anderhalb scheffelnn eingebenn
ehr auch solchs gerodet, het man iuie solchs hernachinals nehmen wollen,
M r.4.
1549. August 11. (Koenigsberg).
		

/Pomorze_055_07_088_0001.djvu

			Insterburgor Urkundenbuch.
derwegen ehr vonn unsernn bevehlhabera brief an dich bracht, solchestu
inen nit allein bei dem seinen nith haben schlitzen wollen, besonder ihnn
auch gefenglich eingetzogenn, welchem, wlio dem also, wir gar kein ge¬
fallen, ist derwegenn unser ernster beveld, wahn sichs seinem bericht
gemesz erhelt, das ime der acker eingebenn, ehr auch solchonn gereumeth
du wollest inenn dabei schutzenn, und dich gegen ime und andernn,
wahn sie dyr unsere oder unser rethe brieve andtworthen, nith vorgreiffen.
Daran etc.
Baltzer Hansz.	Commissio prin.
propria.
K. Reg. 1006. Fol. 266—267.
m 55. 1549. Dezember 8. Poppen.
Handvest Lorentz Sylvester über den angelegten krug im (lorff
Gaweythen und vier hüben waldes darzu.
Herzog Albrecht verschreibt Lorenz Sylvester1) einen neuen Krug
im Dorf Gaweiten im Amt Insterburg, 4 Hufen Wald und freie Fischerei
im Gaweitischen Mühlenteich mit 2 Säcken und einer Handwate erblich
zu Lehonrecht2) gegen Ausschank von Insterburger Hausbier, so viel er
bekommen kann; bekommt er keines mehr, so darf er sein eigen gebrautes
oder fremdes Bier verschenken, muss aber für jede Tonne fremden Biers
1 Vierdung Lagergeld zahlen; sollte er Weiss- oder Märzbier schenken,
soll ihm der Amtmann nach Gelegenheit des Gewächses eine Steuer auf-
legen, damit die Armut nicht beschwert werde; ferner soll er von jeder
Hufe 2 Mark auf Martini und von Krug und Hufen ’/2 Schock Hühner
zinsen und wie die Krüger im Insterburgischen und Angerburgischen
Amte Pflege ausrichten. Weil die Hufen ganz wüst sind und »ohne dasz
ein stück ackers dasz er iczo gebraucht, und zu erfüllung gedachter un-
gereumeten hüben, zuziehet, ungereumet« erhält er 3 Freijahre. Er soll
gut aufmerken, dass nicht durch ihn oder die seinigen etwas an den
W'ildnisswahrten oder sonst veruntreut werde. Gegeben zum Poppenn3)
denn 8. decembr im jahr funffzehenhundert und neun undt vierzigkstenn.
K Haust). Lit A 184. Fol. 221—222. Hausb. des Kammeramts Kiauten. Lit. A.
204. Fol. 1—2. K. Verschr. 1547—49. M 917. Fol. 358—360.
J) 11 August 1519 schreibt der Herzog dem Hauptmann, dass er Silvester Krag
und Wald zu Gaweiten zugesagt habe, und befiehlt ihm, da der Wald demselben bisher
noch nicht angewiesen, ihn einzuräumen »nichtsweniger ime denn acker, den er itzo hath
und welchs ehr zum theil gerodet und zum theil ein ubermasz des dorfs gewesen, lassen
unud daneben sehenn, ob ime etwa mith wiesen zuhelffen, ingleichen ob ime uf seine bith
vischerei ohne schaden zu gestadten, alsdann solichs mith dem furderlichsten klerlichen und
nach notturft berichten«. (K. Reg. 1006. Fol. 265—266.)
-) Silvesters Witwe Anna Walter und der Erben Vormünder übergeben wogen Schulden
den Krag und die 4 Hufen zu Gaweiten auf 6 Jahre Faul Radewald gegen Abzahlung der
Schulden 26. Februar 1612. (K Hausb. Lit. A 184 Fol 429—431.)
3) Puppen (?).
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
m 56. 1550. April 22. (Koenigsberg).
A11 heuptinan /ui* Insterburgk. Tiburtius Schock Anliegen wegen
des Gorgenburger Kruges.
Eibar lieber getreuster. Inliegende hastu zuersehenn wes alinn uns
Tiburtius Schock eines kruges halben zu Jorgenburgk supplicirt weil ehr
dann zu schleuniger abhelffung solcher seiner Zuspruch abwesens des
amptmans zu Jorgenburgk ninb commissarien bittet, als ist ahnn dich
unnser bevhelicli du wollest dich mit dom auch orbarnn unnserm ampt-
mann zu Taplaucken Christoffen vonn Schofstettenn eines furderlichen
tages unnd stotten vergleichenn, beide part vor euch fordern, unnd nach
verhörter sacli die billigkeit, unnd gerechtigkeit schaffenn. Daran etc.
Uatuin ut s.
Rela. secret.	A. Müntzer.
K. Reg. 1007. Fol. 269—270.
m 57. 1551. Dezember 25. (Koenigsberg.)
Verschreybung der Insterhurgischen und<*rtlianen, die unter den
vier scliultzen der groszinsener gesessen, und holtz zuflossen
schuldig sein, den XXVIII teil decembris.
Herzog Albrecht verschreibt den Bauern des Amts Insterburg unter
den Schulzen Domkus Grobeleytus von Kariotkehmen, Caspar Biescliim
von Medunischken, Stanisch von Augstuben1) und Löle von Stablacken2) auf
ihr Ansuchen, da sio mit dem Scharwerk beschwert würden, ihnen schrift¬
lich Mass und Anzahl ihres Scharwerks zu setzen, dass sie somit jeder
jährlich von jedem Erbe 3 Mark Freigeld, 3 Mark Zins, 1 Mark Marder¬
geld, 1/’-2 Mark Marciliengeld, ausser dem Kirchendoeem, zu Weihnachten
geben, ferner 2 Achtel Holz, ein hartes und ein weiches, nach Koenigs¬
berg flössen, */2 Achtel auf das Haus setzen, 1 Sch. Hafer für die Wache,
2 Sch. Gerste gegen Bezahlung, wie sio zwischen Martini und Weinachten
gilt, liefern, die Stelstätten räumen, bei Reisen und Jagden Hofgesinde,
Geräte und Garn fortführen, Brücken, Wege und Stege und bessern, die
Gebäude im Haus, Hof und Buden aufrichten und unterhalten, ein eichen
und tichten Zimmer XL Schub lang gewähren, nach Vergleichung Buden¬
holz auswerfen, das Waldwerk, Holz, Asche u. dgl., die Victualia, Eisenwerk
u. a., das zum Budenwerk gehört, führen, fördern und abflössen helfen,
jeder einen Morgen Gras schlagen, zusammen bringen und einführen, den
Honig die Tonne für 4 Mark gewähren, jeder nach der Ordnung einige
Knechte und Mägde dem Hauptmann zur Notdurft der Höfe stellen sollen,
doch tüchtiges Gesinde gegen 4 Mark; sind in einem Schulzenamt nicht
soviel Knechte und Mägde, sollen die Aemter einander aushelfen; sollten
die Knechte und Mägde länger dienen wollen und es dem Hauptmann
leidlich sein, steht es in beider Wilkiir. Hie genannten Schulzen oder
ihre Nachkommen sollen für Besetzung der Dörfer, für Dienst und Schar¬
werk sorgen, zahlen deshalb nur 5 Mark Zins ausser dem Kirchendecem,
sind frei von Scharwerk, sind in eigner Person dabei, wenn die Leute
scharwerken, und halten sie fleissig zur Arbeit; sind sio säumig, sollen
sie bestraft oder ihres Schulzenamt entsetzt werden. Datum ut supra.
K. Verschr. 1550—1552. M 918. Fol. 287—290.
i) Augupönen, Kreis Gumbinnen 2) Poststation Pelleniuken.
		

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			68
Insterburger Urkundenbuch.
m 58. 1551. Dezember 28. (Koenigsberg.)
Versehreybimg der underthniien im Insterburgisclien belangend
«las scharwergk, zins und anders den XXVIIIteil deceinbris.
Herzog Albrecht verschreibt den Bauern des Amts Insterburg unter
den Schulzen Alex von Berslaucken1), Hanusch von Stollupen2), Petrel
Juskeitisch von Kattenau, Jurge Sudckeythe und Janusch von Kiauten
auf ihr Ansuchen, da sie mit dem Scharwerk beschwert würden, ihnen
schriftlich Mass und Anzahl ihres Scharwerks zu setzen, dass sie somit
jährlich von jedem Erbe 3 Mark Freigeld, 3 Mark Zins, 1 Mark Marder¬
geld, !/2 Mark Marciliengeld ausser dein Kirchendecem, au Stelle der 2
Achtel Holz nach Koenigsberg zu flössen 2 Mark Gold auf Pfingsten und
1 Sch. Gerste, von jedem Erbe !/2 Achtel auf Insterburg zu setzen, 1 Sch.
Hafer für die Wache, 2 Sch Gerste gegen Bezahlung, wie sie zwischen
Martini und Weihnachten gilt, liefern, die Stelstätten im Insterburgischen
auf Erfordern räumen, bei Beisen und Jagden das Hofgesinde, Geräte
und Garne fortführen, mit den Spiessen vor dem Garn stehen, Brücken,
Woge und Stege bessern, die Gebäude im Haus, Höfe und Buden er¬
halten, jährlich 1 eichen und 1 flehten Zimmer 40 Schuh lang nach In¬
sterburg: gewähren, nach Vergleichung das Budenholz auswerfen, das Wald¬
werk, Holz, Asche u. drgl , auch die Vitalien, Eisenwerk u a,, das zum
Budenwerk gehört, führen, fördern und abflössen helfen, jeder 1 Morgen
Gras schlagen, zusammenbringen und einführen, den Honig die Tonne
um 4 Mark abgeben, jährlich jeder nach der Ordnung Knechte und Mägde,
soviel der Hauptmann bedarf, jedoch tüchtiges Gesinde, jeden für 4 Mark
herausgeben sollen; sollten in einem Schulzenamt soviel Knechte und
Mägde nicht aufzubringen sein, als gebraucht würden, so sollen die
Schulzenämter einander aushelfen; sollten die Knechte und Mägde länger
dienen wollen, und sie dem Hauptmann leidlich sein, soll es in beider
Willkür stehen. Da die genannten Schulzen oder ihre Nachkommen auf
Besetzung der Dörfer, Dienst und Scharwerk zu sehen haben, sollen sie
jeder nur 5 Mark jährlich zinsen, ausser dem Kirchendecem, sonst frei
von Scharwerk, sollen tleissig dienen, auch wenn die Leute zum Schar¬
werk gefordert werden, eigener Person dabei sein und sie zur Arbeit
halten; sollten sie säumig sein, werden sie bestraft oder ihres Schulzen¬
amts entsetzt.
K. Verschr, lf>.r>0 —1552. .Ms 918. Fol. 284—287. Am Rande: »der groszinsener
so das holtz gen Konigspergk nicht flössen dörffen«.
m 59. 1551. Dezember 28. Koenigsberg.
Verseilreybung der eiein zinsener im ampt Insterburgk, ires
zinses, pflielit und seliarwergs halben den XXVIIlten deceinbris.
Herzog Albrecht verschreibt den Bauern des Amts Insterburg unter
den Schulzen Lole von Stablacken, Petsch von Golginwethus3), Melcher
Andrun von Nemmersdorf, Mathee von Abelischken und Gregor von
Kamswieken auf ihr Ansuchen, da sie mit dem Scharwerk beschwert
!) Heisst jetzt Alexkehmen, Kreis Stallupönen.
2) Stallupönen
8) Gindwilien, Kreis Ragnit.
		

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			Instert mrger Urkunden buch.
59
würden, ihnen schriftlich Mass und Anzahl ihres Scharwerks zu setzen,
dass sie somit jeder jährlich von jedem Erbe 3 Mark Zins, 1 Mark Marder¬
geld, Ya Mark Marciliengeld auf Weihnachten geben, ferner im Jahr über
8 Wochen scharwerken, 2 Achtel Holz, ein hartes und ein weiches, nach
Königsberg flössen, J/2 Achtel auf das Haus setzen, 1 Sch. Wachhafer
geben, Schloss und Hof bauen, Brücken, Wege, Stege bessern, ein eichen
und ein lichten Zimmer 40 Schuh lang jährlich gewähren, frei von Honig¬
abgabe, auf Jagden und Reisen die Fuhren ausführen, das Waldwerk,
Holz, Asche nach Vergleichung abflössen, ebenso die Yitalie, Eisenwerk
u a., das zum Budonwerk gehört, führen, 2 Sch. Gerste liefern sollen,
gegen Bezahlung, wie sie zwischen Martini und Weihnachten gilt. Die
Schulzen oder ihre Nachkommen sollen für Besetzung der Dörfer, für
Dienst und Scharvverk sorgen, dafür nur 3 Mark zinsen, ausser dem Kirchen-
decem, und frei von Scharwerk sein, ferner in eigener Person dabei sein,
wenn die Leute scharwerken und auf Arbeit halten; sind sie säumig,
werden sie bestraft oder ihres Amts entsetzt. Datum Konigspergk ut supra.
K. Verschr. 155C—1552. M 918. Fol. 290—292.
M ü0- 1555. Juli 31. Koenigsberg.
Hansen Rickerlings vorschreibnng über 10 morgen wiesen bey
seinem hoffe Lengckenicken gelegen.
Herzog Albrecht verschreibt Hans Rickerling 10 Morgen Wiesen,
bei seinem Hofe im Amt Insterburg gelegen, erblich. Dagegen soll ehr
und seine erben, sich wie obgemelt, unnd wie biss anhoro bey unserm
ambtt Insterburgk treulichen ertzeigen unnd brauchen lassen, alles treu¬
lich etc geschehen und gegeben zu Königsberg den letzten julii') anno 1555.
K Hausb. Lit. A. 184. Fol 90—91. K. Verschr. 1553—56. M 919. Fol 323.
m 6i. 1556. August 20. Koenigsberg.
Herzog Albrecht verschreibt Stanislaus Skorsewski 60 Hufen
Wald im Amt Insterburg.
Herzog Albrecht von Preussen verschreibt Stanislaus Skorsewski be¬
sonders der treuen Dienste wegen, die dessen Gemahlin Hedwig geb. Pusch,
uns, unserer herrn liebsten gemahlen auch jungen herschafften geleistet,
zu Lehensrecht GO Hufen Wald2) im Amt Insterburg in folgenden Grenzen *)
»alsz nemlich anzufahen an einer linden, welche das gut Eysenwagen
und donselbigen waldt scheidet und ein orth gräntz ist, stehet an einem
wege und nicht weit vom tliesz die Schweine genant, darinnen 2 creutz
gehauen, von derselbigen linde wie das creutz nach dem mittage weiset
dem compas nachzugehen auf eine dürre danne, die der wind halbherum
geworfen, darinnen ein creutz zuerkennen, die scheidet den Eyserwagen
1)	Nacli Verschr. M 919, Fol 323 war es der 1. August.
2)	Es ist das Gut Nagurren gemeint. (K.)
3)	Das Verzeichniss der Grenzen auch aufgezeichnet H d. A I Lit A. 184 Fol.
112—113. Das Privileg cb. Fol 311—342
		

/Pomorze_055_07_092_0001.djvu

			60
Insterburger Urkundenbuch.
und der von Allenburgen wildnüsz samt dem Skorsefsky, da denn auch
eine Schüttung sol gemachet werden, von der umgeforffenen tannen ge¬
rade nach dem compas von dem creutze zu gehen auf eine andere tanne,
welche auch stet vor der wand des Skorsefsky und die von Allenburg
von der danne auch in dem mittage gerade nach dem compas zu gehen
durch ein ellernstrauch bisz zu einer schüttung, darinn ein neuer eichener
pfähl eingegraben ist, welches ein ortsgrentz ist zwischen unserer wildnisz
und der von Schließen auch des stiidtleins Allenburg, von dem pfähl
wieder zu gehen eine gerade wand auf eine linde, welche mit zwey creutzen
gezeichnet, die da steht auf dem fliesz Liszen genandt, von der linden
gerade eine wand in dem mittage auf eine andere linden, welche auch
mit 2 creutzen gezeichnet und ist beschüttet, die scheidet auch unsere
wildtnusz der v. Schlieben und die sechsig hüben des Skorsefsky von
derselben linde eine grade wand in den morgen durch ein tannenbruche
auf eine thanne mit 2 creutzen bezeichnet, von der thannen eine gerade
wand durch ein grosz gebrüche nach dem flusz die Schweine genandt
auf ein bircke mit einem kreutz bezeichnet, von der bircke das fliesz
herüber zu gehen bisz auf diese obgedachte linde, da man zuerst ange¬
fangen,« dazu den Bau eines Kruges im Dorf anzulegen. Sollte Skorsefski
ohne männlichen Erben und früher als seine Frau1) sterben, so soll diese
während ihrer Lebenszeit die Hufen besitzen Dafür soll Skorsefski einen
Dienst mit Pferd, Mann und Harnisch leisten; »und dieweil der wald
grosz und ohne kosten, mühe und arbeit in wurden nicht zu bringen,
erhält er 20 Freijahre, nicht zweiffelnnde, da nothfal ins land kommen
solte, es werde sich Skorsefsky und seine männlichen leibes lehnserben
auch ohne des und vor sich selbst alsz die treuen ihrem vermögen nach
erzeigen«. Gegeben zu Koenigsberg den 20. augusti 1556.
Berlin. Staatsarchiv. (B. St.-A.) Copie, R. 7 n 90 B. Beilage B. K Verschr.
1553-1556. M 919. Fol. 420—421.
M G2.	1556. AtlgUSt 20.
Stanislai Skorsewsky zulasz denn 20. augusti.
Herzog Albrecht vergönnt Stanislaus Skorsewski den freien zu Bioten
Baltasar auszukaufen und an sich zu bringen, nachdem er sich mit dem¬
selben verglichen und befreit ihn erblich 10 Jahre des Scharwerks, das
derselbe Freie zuthun schuldig gewesen, doch soll er »mitlerweile einen
ansitz inn seinen verschriebenen LX buben zurichten und erbauen;« den
1) Von Sk. kaufte das Gut Hans Pusch zu denselben Rechten. Der Herzog verlieh
ihm dazu noch die Erlaubnis eine Mühle mit 1 Rade bei Allenburg bauen zu dürfen, ferner
freie Fischerei in der Alle zu Tisches Notdurft. Dat. 7. Juli 1564, (K. Hausb. Lit. A. 184,
Fol 361 - 302). Die von l’usch konnten später »wegen der auf dem guthe klein Siefken
im ambto Angerburg gehabten groszen schulden« Nagurren nicht halten. (K. Reg. 1034.
Fol. 50. (1 23. Januar 1616.) Deshalb verkaufte Friedrich v. P. mit Erlaubnis Kurfürst
Georg Wilhelms das Gut mit noch 30 Hufen »damit dasselbige nicht gänzlich vom stam
mochte in fremde hiinde gebracht und verkauft werden« seinem Schwager Michael von
Königsegg, der eine von Pusch zur Frau hatte und das Gut Romsdorf in Preussen besass,
für 200 Mark die Hufe. (B. St.-A. R. 7. 90. D. Beilage C. D Koenigsberg 22 April 1638
und cb. Beilage 1). D. Romsdorf 12. Juni 1638.) K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 182 bis
184. Confirm. 1638. M 960. Stück 53 mit Reohnungsablegung der Schulden. Spätere
Verpfändungen cb. Streitigkeiten wegen der Grenze nötigten Friedrich v. P. den Kurfürsten
um Hilfe anzugehen, (s. dat. K. Hausb. Lit. A. 184. Fol 355 — 356 )
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
61
Rossdienst soll er jeder Zeit auf Erfordern leisten. Nach Ausgang der
10 Jahre soll er »den freyhen widerumb in werende hand zubringen,
auff das wir des scharwerks wie zuvorn habhafft werden, verpflicht sein«
oder falls er das Gut behalten wolle, das Scharwerk leisten, auch nicht
um Erlass desselben einkommen. Da der Freie noch einiges Erbgeld
Schulden hat, sind sie Skorsewski und seiner Hausfrau Hedwig Pusch
zugeeignet, so dass sie dieselben »uff den fall wo der frey verstürbe, oder
aber wan er sich mit ime des guts halben vertrüge, zu irem besten uffm
gut haben und behalten möge.«
K. Verschr. 1553 -1556. M 919. Pol. 421—422.
m 63. 1557. Februar 18. Koenigsberg.
Asmus ßaumgarten handvest ubor (las dörflein Raudanickerin
lind seelis zinsener.
Herzog Albrecht verschreibt Asmus Baumgart das Dorf Raudonatschen
im Amt Insterburg und (> Zinser, die jährlich 30 Mark zinsen, in folgenden
Grenzen »nemblichen anzufahen die erste wanndt am flies Inster so bey
der buden daselbst stehet ein eychenpfol gegraben mit einem kreutze
und umbschuttet, volgents auf eine eyche am wege mit zwe kreutzen,
weitter uf eine eyche mit zwe kreutzen unnd umbschuttet ist ein ortt-
grentze. Die ander wandt vonn der eyche ein gerade wandt uf ein
eychcnpfahl mit zwe kreutzen unnd umbschuttet am graben, scheidett
die Pontkeutscher unnd Rodakeimer, unndt vonn dem pfohl auf eine eyche
mit zwe kreutzen unnd umbschuttet ist eine ortgrentz. Die dritte gerade
wandt von der eyche auf ein eichenstubenn mit zweien kreutzenn und umb¬
schuttet weiset auf ein hainbuchenn mit zwei kreutzenn und umbschuttet,
weitter auf ein lind mit zwei kreutzenn und umbschuttet von der lindenn
ahn ein graben, welcher graben scheidet die Raudanikeiner und Gyrener,
vom gral en auff ein wicke, welche wicke auch umbschuttet und weiset
über eine wise auf eine eyche mit einem creutz und umbschuttet am
flisze Inster und ist darnach von do abe dasz flisz Inster die vierdo
wandt« zu kulmischem Rechte, wie er ihm das Gut Kraupischkehmen1)
verschrieben, ferner den Honig in seinen Grenzen, ausserhalb derselben
gewonnen ist er nach Insterburg abzuliefern, »und nachdem eine ausz-
gebrante damerau auszerhalb des gute Raudanicken grentzen gelegen, do
die leute biszweilen, wan ihre wiesenn an der Inster beflieszenn, hew
machen, gelegen haben wir den obgemelten inwonern zu Raudanicken
solche nachmals dergestalt, wan inen ihre wiesen beflieszen das sie kein
ander hew gewinnen können, zu gebrauchen gegonnet, wie wir inen solches
auch hiemit gönnen. Wan sie aber ihre wisen binnen iren grentzen ge¬
winnen können, sollen sie das hew uf der damerau uf unserm hausz
Insterburgk zu nutz bleiben laszen oder sich mit unserm heuptman da-
rumb vortragen.« Dafür soll Asmus Baumgart und seine Erben je nach
Gefallen der Herrschaft entweder den Zins von 30 Mark oder einen Dienst
mit Pferd, Mann und Harniscli leisten. Scharwerk und andere Nutzungen
i) K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 254—257. Dat. 5. Juli 1552. Es ist Kraupisch-
kehmen im Amt Ragnit gemeint und auch so bezeichnet.
		

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			62	Insterburger Urkundenbuch.
verbleiben ihm. Geben zu Königsberg]? den aehtzehenden tagk des monats
febrnary nach Christi gebürt tausent fimff hundert unnd ihm sieben und
funfftzigsten jahre1).
Qui supra manu propria spt.
K. Ilauhb. Lit. A. 181. Fol. 207—208. K Verschr. 1506—1550. .As 020.
Fol, 80—01.
m 64. 1557. Juli 20. Koenigsberg.
Verschreibung des Pethernn von» Suggeinu übet* das dorff
Geylkeim vier zinsener unnd 4 hubenn zw Pillupenen.
Herzog Albrecht verschreibt Peter von Suggein, Unterhauptmann zu
Insterburg, Dorf und Gut Geylkeim mit 4 Zinsern in folgenden Grenzen
die erste grentzwant ist der grentzweg so das fürsten thumb Preusson
unnd grossfurstentlmmb Littauen scheidet, die ander want ist das vleis
Pillupenen scheidett Geilkeim unnd Pillupenen, die dritte want ist das
vlis Dopuppe scheidett Geylkeim und Sabagedenn, die vierde wand vonn
der Dopuppe bis an die littausche grentz scheidett Geilkeim und das dort
Sodenen unnd den Neusas« ferner im Dorf Pillupöhnen 4 Hufen, dazu
den Bau eines Kruges daselbst, in dem er eigenes Bier brauen und ver¬
schenken darf, zu Lehenrecht nach dem vorlängst dem Adel gegebenen
Privilegium2), auch die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen
Strassengerichte. Dafür soll er unser Nutz und Frommen wissen, Schaden
und Nachteil abwenden, Aufacht geben, dass an den Wildwaaren daselbst
nichts veruntreut werde, die Hufen besetzen und sich auch sonst brauchen
lassen. Wann seine Erben zu solchem Dienste nicht geschickt sein sollten,
sollen sic dienen mit Mann, Harnisch und Pferd. Geben zw Konigs-
pergk den 20. julii nach Christi geburtt 1557 jar.
K Hausb. Lit. A. 184. Fol. 63—65. K. Verschr. 1556 — 50. M 020. Fol. 127
bis 128.
m 65. 1558. Mai 31. (Koenigsberg).
Ann lieuptmnn zur Insterburg. Beschwerde Martins von Kulkeinen.
Es beclagt sich gegenwertiger unnser armer underthan Martinus
vonn Kulkeinen, wie er etzliche wiesen unnd acker angenhomen zureumen,
unnd aber er dieselben gerodet, unnd seinen zinsz unnd scharwergk da¬
von thut, du ine vonn demselben stossen wollest, welchs dein vornhemen,
wo dem also, wir nicht vor pillig erachten können, unnd ist derwegen
1)	Raudonatsehen im Amt Insterburg mit 21 Hufen (i Morgen ging später auf die
Hastenwinder über. Hans H., Ratsverwantor, und Wilhelm H., Geriehtsverwanter, Gebrüder,
die das Gut von ihrer Muttor und ihrem Bruder Daniel ererbt hatten, verkauften es, wie
es Baumgarten 1557 verschrieben war, 30. .luni 1038 mit den Wiesen Wameizschen und
(iirrohnen an Martin Warnin, Erbsass auf llreitenstein und Laugallen für 10500 Mark
preuss. bar. (K Hausb. Lit. B ISO/a. Fol 140—150.)
2)	Gnadenprivilegium vom 31. October 1540.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
63
unnser bevelch, du wollest dich dermassen disfals gegenn dem armen
mhann erzeigenn, damit er sich mit fugen nicht zu beschweren. Daran etc.
Com. bürg, idem legit.	Klein Lienhardt
K. Reg. 1009. Fol. 285-286.
m 6(5. 1558. August 14. (Koenigsberg).
Der Pfarrer in Gawaiten soll 4 Hufen erhalten.
Nachdem wir von dem erbarn unnserm rath unnd lieben getreuen
Caspar Nostitzen auf dein begern berichtet worden, wie das der pfarherr
inn deinem verwaltenden ampt zu Gaweiten jerlichen 60 Mk. zur be-
soldung, und gar keinen acker, wie andere unsere pfarherr haben soll,
und damit er sich aber desto leichter erhalten konte, hat er vier hüben
gleich anndern pfarhern von unsz austzubringen gebeten1) dagegen aber
vonn seiner besoldung jerlich 10 Mk. abtzulassen sich erbotten, des wir
unnsz dan weil sie andere pfarherr auch haben, und du es für gut an¬
gesehen, in gnaden nit weigern mögen, ist derwegen an dicli unser be¬
velch, du wollest ime vier hüben, gleich ändern unnsern pfarherrn förder¬
lich einreumen, die 10 Mk. aber so er ann seiner besoldung fallen lest
der kirchen zum besten kommen lassen. Daran etc.
Com. Nostitz.	Grosz Linhardt.
K. Reg. 1009. Fol. 397—398: an heuptman zur Insterbtirgk.
M 61 • T559- Juli 3- Gawaiten.
Asnuis Baiiingarten liaiulvest über die funftzen morgen
wiesen wachsz.
Herzog Albrecht verleiht Asmus Baumgart 15 Morgen Wiesen
zwischen Inster und Tine2) im Amt Insterburg vor seinem Hof Krau-
pischken'*). Gegeben zu Gawaiten den dritten julii im jahr tausent funft-
hundert und neun und funff'tzigsten.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 209. K. Verschr. 1556 — 59. M 920. Fol. 431.
*) Schon 1549 hatte der Pfarrer zu Gaweiten um Acker gebeten. Es ereignete sich
damals, dass der Schmied und ein gewisser Urban ihren Acker verkaufen wollten und der
Schmied gebeten hatte, ihm den Acker abzukaufen, da er sich mit Haus und Garten um
einen leidlichen Zins behelfen und seines Handwerks warten wolle. Der Herzog bestimmte,
dass die beiden Aeckor dem Pfarrer gegeben werden sollten. (K. Reg. 1006. Fol. 265
bis 266. Dat. 11. August 1549.)
2) Tinen, Teime, Eyme.
8) Die Versclireibung des Krugs und Landes zu Kraupischken im Amt Ragnit für
Asmus Baumgart. K. Hausb Lit A. 184. Fol. 254—257. Datum 1552 Juli 5.
		

/Pomorze_055_07_096_0001.djvu

			«4
Insterburger Urkundenbuch.
m 68. 1560. Juli 20. Insterburg.
Abscheidtt denn 4 kreuger allss (laudisebkenn Gail ginn wetten
Nemmerkenn Sobimen ’)•
Fürstliche dh. zw Preussenn m. g. furst unnd her sinndt zue fridenn,
dass die 4 kreuger nenüich einer zu Gaudischken, der annder zw Gall-
genwetten, der dritte zu Nemmerkenn und der virdte zu Sobimen, welcher
Albreeht bewohnett, so zuvor klen zinnser gewesen, und under 5 m. ge-
zinset unnd gleich ander klein zinser gescharwerkt haben, nun des schar-
wercks mitt ochsen zu pflügen, und dem scharwerk bey hause befreit
worden, denn ander scharwerck aber alss zuvorschicken inn ampt mitt
brieffen dessgleichen mitt denn amptt leuten zue reysen und jerlichen
2 achtel holtz zue flössen, sollen sie leisten und jherlichen jeder 14 m.
zue zinsen schuldiek sein.
Wurde aber f. dh. kunffttigk befinden, dass sollchs dem amptt schedt-
lich, wollen sich f. dh. jedertzeitt zuvorbehaltten haben, dass sie die be-
meltten vier kreuger widerumb zu klein zinnsem machen mugon und
haben f. dh. zue urkundt diesen abscheidt mitt ihren secrett behcreft'ttigön
lassen. Actum Insterburck den 20. julii im 1560. jahr.
L. S.
K. Ilausb. Lit A. 184. Fol. 141.
m 69. 1560. , Dezember 31. Koenigsberg
i JJv
Vorschreibung Anders Müllers2) über den krugk zue Pillupenen
sannpt 2 liubenn, itziger besitzer Davidt München1).
Herzog Albreeht verschreibt4) Andreas Möller auf sein Ansuchen
den Krug zu Pillupöhnen mit 2 Hufen Acker für 150 Mark, nächste
Pfingsten 50 Mark Anzahlung und 15 Mark jährliche Abzahlung, zu kul-
mischem Rechte, wofür er jährlich zu Martini 10 Mark und von jeder
Tonne Schwarz- oder Weissbier »wir vcrlegenn denn krugk oder nicht«
15 Schilling Lagergeld zinsen, ferner neben ändern Krügern einen Warpen-
wagen zu halten verpflichtet sein soll, sonst frei von Scharwerk. Gebenn
zu Königspergk denn letztenn decembris ao. 1560.
K. Ilausb. Lit. A. 184. Fol. 69—71.
m 70.	1561. üctober 20.
Hannsen Rückerlings verschreybung den 20. octobris.
Herzog Albreeht verschreibt Hans Rickerling das halbe Gut Lan-
keningken im Amt Insterburg und einen krug zu Insterburg zu kulmischem
1)	Gaudischkehmen, Gindwillcn, Nemmersdorf und Szabienen.
2)	Im Text stets Möller.
:!) »itziger — München« Zusatz von , anderer Hand am Rand*!.
4 .Der Erlass an den Hauptmann M. Krug und Hufen einzuräumen erging am
13. Dezember 1560. (K. Reg. 1012. Fol. 10.)
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
65
Rechte zu seinen und seiner Frau Katharina geb. Drauschwitz Lebtagen
frei von Zins und Scharwerk. Sollten sich seine Erben nicht nützlich
erweisen, sollen sie jährlich von beiden 10 Mark zinsen und die Pflichten
leisten, wie die ändern Krüger des Orts.
K. Verschr. 1560—1562. M 921. Fol. 302—303.
m 7i. 1562. Februar 4. Koenigsberg.
Hannsen vonn Entzbeeks vorschreibung über die 3 buben zu
Pirggynen und über den krug an der Angerap über der brukben
sambt dem zugehörigen aekher und wiesenn.
Herzog Albrecht verschreibt Hans von Entzbeck »itzt Pangerwitz
gena\idt« einen Zins zu Pieragienen mit 3 Hufen, einen Krug zu Inster¬
burg an der Angerappe bei der Brücke gelegen, mit 3 Hufen Acker und
6 Morgen Wiesen zum Kruge eingeräumt1) zu kulmischem Rechte, auch
darf er gleich ändern Einwohnern von Insterburg in seinem Kruge ver¬
kaufen und handeln2), ferner in der Angerappe mit Säcken fischen doch
ohne Schaden der herzoglichen Fischerei. Dafür soll er einen Dienst mit
Pferd und Harnisch leisten, von Krug und Acker 5 Mark jährlich, von
seinem Schankwerk Zapfengeld zinsen und Hausbier schenken3), sonst frei
von Dienst. Weil die Krughufen wüst sind, ist er vom Dienst befreit,
solange er das Budenwerk verwaltet, ist dies nicht mehr der Fall, ~oll er
den Dienst leisten. Geben zu Königsperg den vierden februarii im tau-
sendt funffhundert und zweyunndsechzigsten jahre4).
Collatum in praesentia Ludovici Rautteri capitanei Branden borgen,
Johannes Schaurlin camerarii, Danielis Broswitz, et Christophori Rickerling
civis Welavien. et contendat cum originali. Actum Insterbr. 17. Feb. 90.
Gleissenberg.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 72—73. Zum Text abgedruckt bei Kossmann a.a.O.
pag. 33. Anm. K. Verschr. 1560—62. M 921. Fol. 378—379.
1)	Am Rande: »noch drey hüben ackere undt 6 morgen wichsen ist die froge wo
solche sein sollen, dieweil der ohrt nicht benant«.
2)	Ueber den Process wegen der Handelsberechtigung vgl. Kossmann a. a. 0 pag. 33.
Anm. und K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 312—314. 18. October 1600 erhielten die Erben
in derselben Sache noch folgenden Bescheid: »Die gn. herren oberräthe geben uff Elisabeth
Platin, Albrecht Pangerwitzen nachgelassenen wietiwen supplieken folgenden abschicdt.
Nachdem Albrecht Pangerwitz der saehen seine kauffhandlung vor der Angerappischen
brücken betreffende noch bei Faustiu Nimptsch Zeiten in der ersten instantz verlustig er-
kandt, welche im gleichsfalss justificando abgesprochen worden, er auch in revisione nichts
erhalten können, daher die fürstn. hn riithe gnugsamb uhrsach nehmen köndten die suppli-
cantin mit diesen ihren suchen gantz und gar abzuweisen, und aber die ge. supplicantin
ihren witbenstandt und ihr heufflein kleiner unerzogener Kinder, wie auch andere unge-
legenheit mehr angezogen, alss w'ollen obgedachte fr. herren räthe, weyl fürst dhr der
supplicantin diese gnade erzeiget haben, dass sie und ihre nachkömlinge an stadt des platen-
diensts, welchen sie sonsten vermöge ihrer haudtvest ihr furst dh zuleisten schuldig, weiln
sie jetzo in Unvermögenheit gerathen, ein pferd vor daz geschüz zu halten schuldig sein
soll, wornach sich supplicantin zuerichten«. (K Hausb. Lit A. 184 Fol. 73—74 )
3)	Durch ein Rescript vom 18. October 1610 erliess Kurf. Johann Sigismund Panger¬
witz Erben den Hausbierschank, doch sollte der Hauptmann »den von den erben biesshero
vorsessenen erblichen zinss erfordern und in rechnung bringen, auch künftig denselben
richtig ablegen lassen«. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 74.)
-i) Hans Pangerwitz hielt sich nicht an seine Verschreibung über »3 hüben im Inster¬
burgischen hartt an unseren aoker gelegen«, sondern occupierte eigenmächtiger Weise einen
		

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			66
Insterburger Urkundenbuch.
m 72. 1562. Februar 4. Koenigsberg.
Albrechten li<‘ii'ii von Kittlitzcn Verschreibung über 100
hüben, den 4. february anno 15(52.
Herzog Albrecht verschreibt Albrecht von Kittlitz, Hauptmann von
Insterburg, 50 Hufen Wald und verkauft ihm dazu noch 50 Hufen1), alles
am Amt Stradaunen an der littauischen Grenze im Amt Insterburg, in
folgenden Grenzen »nemblichen anzufahen bey der Gerbasser ordtgrentze,
welches ist ein beschütten euchener pfähl auff der littauschen grentze
waltt, von dannen abgegangen denn schalmen nach biss nach dem sehe
Bitkowo denselbigen uf die rechte handtt zuvorlassen und an einem teil
zu rühre daran gegangen biss zu der Gerbasser orthgrentze unnd den
Schzelasker unnd alss forth biss an die Bittkofnitza zu einer gezeichneten
eschen diese wand heltt in sich 100 seill2). I)ie ander wandt giebett von
der Gerbasser orhtgrentze wieder anzufangen langst die littausche grentze
wie dieselbige gereinett auch mitt schuttungen versehen, biss zu einer
gezeichneten burcken biss dahin hatt dass mass auch gehaltten 100 seill.
Ort mit besserem Acker und Wiesen, den er auch sofort zu bebauen begann. Der Herzog
davon benachrichtigt, besichtigte die Sache in eigener Person und liess P. wiederholt be¬
fehlen, seinen Bau zu sistieren (K. Reg. 1015 Fol. 215. Dat 10. Mai 1565. Schreiben
an Hans Pangerwitz.) Darauf reichte P. eine Supplication ein, in der er ausführte, dass
er übereilt um jene 3 Hufen gebeten hätte. Der Herzog fragte nun bei dem Hauptmann
und Nostitz an, da es ihm beschwerlich sei, P. allzunahe seiner Schäferei zu haben, ob
derselbe auf der ändern Seite, wo Bickerling 2 Hufen hätte, entschädigt werden könne.
Die 3 Hufen zu Piccagienen sollten aber weiter besetzt werden. Im weiteren schreibt der
Herzog dem Hauptmann kondestu auch in aldo one unserenn nachteil vergnügen vor die
3 hüben beim silberteich und uns dieselben 3 hüben auch wider zu unserem nuze brongen
möchtest, damit unsz nichts abeginge und Pangerwitz das seine beieinander haben mochte,
wehren wir auch zufrieden«. (K. Reg. 1015. Fol. 302. Dat. 30. Juni 1565.) Dem Wunsche
des Herzogs gemäss wurde gehandelt, allein auch mit dieser Entschädigung war P. nicht
einverstanden und begehrte »in dem deinen Kamszwigk 3 hüben, do Sigmund wohnett«.
Der Herzog war zufrieden und wies den Hauptmann an »do es der orth geschehen kann,
das du in an dem orthe vergnügest und den pauern, das er wider uf Pangerwitzen 3 hüben
zihe, bevehlest (K. Reg 1015. Fol 323. Dat 7. Juli 1565) Doch war es nicht die
Meinung des Herzogs P. bei Kamswieken vollkommen zu entschädigen, sondern wollte, dass
derselbe seine 3 hüben beim erlenteich behalte und die anderen 3, wo er die 3 hüben
nicht haben wil, zu kl Kamschwigk gleich den ändern einwohncrn stückweise annehme
unnd ins dort zu Pirgin baue«. (K. Reg. 1015. Fol. 361. Dat 24. Juli 1565.) Als bald
darauf P. schrieb, dass ihm die 5 (?) Hufen zu Pieragienen zur Zeit noch nicht zugomossen
seien, und er auch auf sein Ansuchen, weil sich die Bauern beschwert, nichts ausgeriehtet
habe, befahl der Herzog ernstlich, ihm die Hufen einzuräumen. (K. Reg 1015 Fol. 449.
Dat. 31. August 1565.) Unter Wilhelm von Entzobeck, genannt Pangerwitz, Generalschulz
und Landschöffe von Stallupöhnen, waren die Hufen schon sehr verschuldet. Seinen l’rocess
mit Johann Rickerling und der Entscheid vom 17. Mai 1625 vgl. K. Hausb. Lit. B. 186/a.
Fol. 32—34. Darauf lieh derselbe von Friedrich von Dobeneck, seinem Schwager, 4000
Mark und übergab ihm zur Sicherheit sein Gut Pieragienen mit 6 Hufen nebst 2 Hufen
Uebermass, die Gerlauschen und Dab3idischen (?) Wiesen enthaltend im Amt Insterburg am
24. Juni 1625. (K. Hausb. Lit B. 186/a Fol. 38—39.) Nach dem Tode P. kaufte Dobe¬
neck Pieragienen, da die Erben es nicht einzulösen vermochten, und zahlte ihnen noch
1000 fl. poln. aus. 1. October 1636. Verschreibung vom 6. Juni 1636 ib. Fol. 125 bis
127. Der Krug blieb bei der Familie vgl. Kossmann pag. 34. Anm. 20. November 1636
verschrieben ihn die Erben der Anua P. als Ehegut. (K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 128.)
Im Fall eines Verkaufs bedangen sich die Besitzer von Pieragienen das Vorkaufsrecht aus.
ib. Fol. 125—126.
>) Gegen das Ende des Jahres verlangte wiederholt der Herzog die Verschreibung,
da die Grenzen nicht recht gesetzt seien, zur Vermeidung künftiger Irrungen und fordert
unverzügliche Einsendung, um sie zu ändern. (K. Reg. 1014 Fol. 117. Dat. 27. De¬
zember 1502.) Die Echtheit der Verschreibung wurde von Caspar von Nostitz angezweifelt
vgl. dessen Hanshaltungsbuch des Herzogtums Preussen 1568. B St.-A. M 162.
2) Am Rande vermerkt: »die grentz stimmet auch mit der anderen Verschreibung«,
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
87
Die dritte wandtt hebett sieh an von der gezeichnetten burcken alss den
schalmen nach zuvolgen und nennzige seill ausgesetzett zu einer grosen
eichen die stehett zu ruhr an einem bruchlein. Die vierde wandtt anzu¬
fangen an der obgemeltten eichen unnd denn schalmen zu folgen biss
an die sehe Escharinn biss an eine fichtte mitt zwey wenzen gezeichnet
darnach denselbigen sehe uff die lineke handtt zu umbgehenn biss an
eine eichen mitt zwo wentzen, also dass solchen see ausserhalb der grentzen
zuvorlassen unnd wieder also forht vonn der eichen den zeihen nach zu
volgen biss zu der eschen, welche an dem fliss Bittkofnitza stehett unnd
liatt diese wandtt auch 100 seill« zu Lehensrocht nach der neuen Be¬
gnadigung. Ferner wird ihm verliehen einen Krug anzulegen, dazu mit
Teichen und Teichstätten, die Jagd in seinen Grenzen, die 3 Seen ,Simmau,
Zhelany, Augstassev‘, die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen
Strassengerichte. Der See Bottko, der zum Teil in seine Grenzen fällt,
soll der Herrschaft Vorbehalten bleiben. Dafür soll er einen Dienst mit
2 Pferden, Hengst und Harnisch und einem Pferd und Spiessjungen, doch
erhält er 10 Freijahre, da die Hufen wüst sind1). Da Albrecht von Kit-
litz zum teil die Hufen gekauft2), so spricht der Herzog auch über dessen
Brüder und Vettern die Mitbelehnung aus. Geben zu Koenigsberg den
4. februarii ao. 1562.
K. Hausb Lit. A. 184. Fol. 176 — 178. K. Verschr. 1560—62. M 921. Fol. 375
bis 377. 1565—67. M 923. Fol. 144—146.
m 73. 1562. Februar 4. Koenigsberg.
Albrecht freyherr zu Kitlitz.
Herzog Albrecht verkauft Albrecht von Kitlitz 50 Hufen Wald am
Amt Stradaunen und der litauischen Grenze im Amt Insterburg für
3000 Mark preussiscli, welche er als Erbgut vermöge seines darüber auf¬
gerichteten Lehnbriefes eingereumt erhält, und wofür er bis dato 2500 Mark
erlegt und über ein Jahr die übrigen 500 Mark erlegen soll3). Der Herzog
verliert dann jeden Anspruch, »doch das unsz die pflicht und gerechtig-
keitt vermog des lehnbriefes Vorbehalten sey undt bleybe«. Geben zu
Konigsperk den 4. februarii nach Christy geburtt 1562 jahr.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 451—452.
1)	31. October 1562 schreibt der Herzog dem Hauptmann, dass er Kittlitz 100 Hufen
überlassen habe in der Hoffnung, dass er die unsrigen besetzen werde. Nun ist er be¬
richtet, dass er die seinigen besetze, die unsrigen aber nicht. Deshalb möge derselbe K.
monieren (K. Reg. 1013. Fol. 702).
2)	Nach einem Consens vom 24. Januar 1594 (K. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 247
bis 248) verkaufte K das Gut Bytkaw, 40 Hufen samt Krug und See Scholanne den
Brüdern Johann und Albrecht Golumbus und Heinrich und Paulus G. Vettern für 4310 f.
poln. anno 1594. (K. Hausb Lit. A 184. Fol. 32—35 u. Fol. 241—243.) Nach einem
Consens vom 7. Juli 1597 (K. Hausb Lit A. 184. Fol. 453) verkaufte K. dio Testieren¬
den 60 Hufen, die Güter Zurna und Soman nebst den Seen Soman und Hohensee, dazu
2 Dörfer und Schulzengebiete, Stanislaus Sabelsky, Pfarrer zu Rosenken, Andreas Ogonneck
von Dünsen, beide im Johannisburgischen und Jan Selasko \on Rosiuken im Reinischen,
jedem 20 Hufen für 6000 f poln. am 10 November 1597. (K Hausb. Lit. A. 181. Fol.
32—35.) Der Weiterverkauf Ogonnecks eines Teiles seines Anteils an Mathes Staukoyitz
Madeyke ib. Fol. 454—455.
3)	In einem Schreiben vom 7. April 1563 bestätigt der Herzog, dass er K. 200 Mark
erlassen und 2800 Mark empfangen habe. (K. Hausb Lit. A. 184. Fol. 452, K. Verschr.
1563—65 M 922 Fol 21.)
		

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			68
Insterburger Urkundenbuch.
m 74.	1562. Februar 6.
An Insterburgk den 6. februari (1562).
Du hast dich Zweifels onn zuerinnern, dass wir hieberorn vorab¬
scheidet unnd bewilliget, dir auch darauf bevelcli gebenn, unnserm pfar-
hern zu Pilupeinen die zwo dir bewustenn hüben ubermasz abzutretten
unnd eintzureumen, wo es nun noch nicht geschehen oder voltzogen, be-
velenn wir dir hiemit noch unnd abermaln, [dass] du sie ime furderlichst
einreumen. Unnd weil auch noch one das 8 hüben ubermasz vorhannden,
dieselben unnsz zum besten besetzen, und gebrauchen wollest, dann wie
sie dem Petter oder jemandsen anders nicht zuuberlassenn oder zuvor¬
geben wissen. Unnd thust darann etc.
Ex vltio. secre.	Caspar Dargiz.
K. Reg. 1013. Fol 86.
m 75.	1562. März 7.
An Insterburgk den 7. martii (15(52).
Wir wollen dir nicht verhalten, das wir dem erbarn unnserm rent-
meister unnd lieben getreuen Nickelnn vonn Witmansdorf aus gnadenn
bey seinem gutte Almanshausen, do zuvorn die freyen gewonet 35 hubenn
waldes unnd ein ellernbruch ungeverlieli eine hüben innhaltende, welchs
ann Eeifschlegers gelegen, geben. Derhalben ist unnser bevelch ann dich,
du wollest ime solche hubenn unnd das bruch mit dem forderlichstenn
einreumenn. Daran etc.
Com. prnc. propria presente.	H. Henndrich.
Caspari Nostitii.
K. Reg. 1013. Fol. 147—148.
m 76. 1562. Juni 4. Koenigsberg.
Melcher Dennemarcks seiner vorschreibung accept (?) über den
krugk zu Schubin und 4 frey hüben.
Herzog Albrecht verschreibt Melchior Dennemark1) den Krug zu
Szabinen mit 4 freien Hufen zu kulmischem Rechte, wofür er die Wildnis
bereiten und an der Nordenburgischen und Drcngfurtischen Grenze auf¬
achten soll, damit nichts gestohlen und geschmuggelt werde. Sollten seine
Erben ebenso nützlich befunden Averden wie er, sollen sie den Krug und
Hufen behalten, wenn nicht wie gewöhnlich zinsen und andere Pflichten
leisten. Geben zu Königsperg den 4. junii tausent fünfhundert im zwo-
unsechtzigsten jhare.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 160—161. K. Verschr. 1560—62, M 921. Fol 433.
!) Vgl. Rogge: Geschichte des Kreises und der Dioecese Darkemen Darkemen 1873.
pag. 5 f.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
69
m 77. 1562. September 20. Koenigsberg.
Melcher Kalau seine vorschreibung über 	
			

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			70
lnsterburger Urkundenbuch.
die Salze genant, über das flis Meninge bis auII' eine gezeichnete eiche
gegangen, welch eiche stehet nicht weit vom vorgemelten fliesse Meninge,
von dieser eichen vortan, also das das gemelte flis auff der rechten hand
bleibet gegangen bis auff die erste eiche nber dem gut Almanhausen
stellende« dazu ein Erlengebruch nicht weit von dem wüsten Gut, Reif¬
schlägers genannt, im Amt Insterburg zu Lehenrocht, ferner die grossen
und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, auch einen Krug,
eine Mühle mit 1 Rade; dafür soll er dienen mit Pferd, Mann und Harnisch.
Sollte er ohne Lehenserben sterben, sollen seine Brüder und Bruderskinder
zur gesammten Hand belehnt werden, zuerst Siegmund und dessen Erben,
dann des verstorbenen Bruders Hans Erben, sodann Nickels Halbbrüder
Georg und Albrecht von Wittmannsdorf nebst ihren Erben. Doch sollen
sie zu jeder Zeit die Lehen suchen
K. Verschr. 1563—65. M 922. Fol. 127—128.
m so. 1564. März 16. Koenigsberg.
Hanns Teckelburgs vorschreibimg.
Herzog Albrecht verschreibt Hans Teckelburg1) auf dessen Ansuchen
den Ortskrug zu Insterburg, in dem er jetzt wohnt2), mit 3 Hufen Acker
und 6 Morgen Wiesen zu külmischem Rechte. »Desgleichen vergönnen
wir ihme unnd seinen erben3), in demselben orttkruge, saltz tuch und
andere gemeine crammerey zuverkeuffen, und hinwieder von den leuthen,
dass so sie zu keuffe bringen, ausserhalb die verbotenen wohren, alss
honnig wachs wildwohren, des gleichen auch holtz, ohne was sie selbst
zu ihren gebeuden benotturfft, an sich brengen keuffen und vorkeuffen
mögen, des vorkeuffs aber unnd beschlagens uff den dörffern, sollen sie
sich gentzlich, vermöge der landtsordnung endhalten, unnd auss mehrer
gnaden vergönnen wir Hansen Teckelburgk unnd seinen erben, sowol alss
den ändern krugern jerlichen zwo last gersten zuverbreuen doch das von
dem selben sowol alss vom ändern biere dass lagergelt abgeleget.« Dafür
1)	Hans Teckelburg war Waldwerker und erhielt nach einem Erlass an den Haupt-
niann vom 3 September 1550 die besondere Vergünstigung, an den Orten, wohin Dörfer
gelegt, sind oder noch gelegt werden, »die treugenn umbhacken« zu dürfen und was davon
» zum Waldbau dienstlich zu verwenden auf eigene Unkosten. (K Reg. 1007. Fol 577.)
2)	Schon 1547 besass T. diesen knig, denn am 3. März 1547 befiehlt der Herzog
dem Hauptmann, dass derselbe, da sich T beklagt, dass er zu seinem Kruge keine Wiesen
habe, ihm solche gleich den ändern krügem einräumen soll. (K Reg 1005. Fol. 96.)
3)	1578 kam die Wittwe T. mit dem Amtschreiber Clemens Sachs wegen einer Orts¬
stätte neben ihrem Ortskrug zu Insterburg, durch deren Bebauung sie merklichen Abbruch
befürchtete, in Streit. Der Process, der sich über ein Jahr hinzog, ist deshalb merkwürdig,
weil die Regierung je nach Berichterstattung der einen oder ändern Partei anfangs ohne
näheres Eingehen ihre Entscheidungen traf. Erst die allgemeine Landesvisitation, die 30.
April 1579 angeordnet wurde, brachte Klarheit in die Angelegenheit. Danach stellte sich
heraus, dass Sachs nicht für sich selbst mit Gewalt oder propria auctoritate, sondern mit
des Hauptmanns Erlaubnis und Ratifioierung der Regierung gebaut habe. Darauf befahl
die Regierung, da der klagende Teil freiwillig vom Rechtsgang zurücktrat, dass derselbe
innerhalb einer bestimmten Frist sich erklären und sich mit Sachs vergleichen, wo nicht,
dass dieser weiter bauen, jedoch wenn eine Entschädigung verlangt werde, eine solche
zahlen soll. Näheres über diesen Process in einer Reihe von Aktenstücken. K. Reg 1020
und 1021.
		

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			tnstorlnirger Ürkundenbnch.
71
soll er jährlich 10 Mark zu Martini, und 3 fette Gänse zinsen, ferner
Hausbier, wenn es vorhanden, verschenken »dergestalt das sie die thonne
haussbier alweg einen vierdung teuerer annehmen sollen, dann das we-
lausche bier, dagegen aber von dem haussbier kein lagergeldt zu geben
schuldig sein, wo dann in den gerichten unnd sonsten nicht bier uffm
heuse vorhanden, sollen sie von keinem ändern orthe, weder von Königs¬
berg noch sonsten, sonder allein von Welau dasselbe holen, und für jeder
thonne welauisch unnd andere frembde bier, in gleichnuss von itzliclier
thonnen Methe, so sie vorschencken funff groschen zu lagergeldt geben,
unnd dasselbe lagergeldt von quarttalen zu quarttalen uffs hauss Inster¬
burgk gewehren, aucii kein bier einlegen, es sei dan vor den ambts ver-
ordneten domit nichts underschlagen, besichtiget, dass bier aber sollen
sie einen stoff umb zwene pfennige teuerer dann es zu Welau jeder zeit
gildig, unnd nicht höher sehencken. Wann aber zu Welau auch bier
mangelt, solle ihnen von Königsberg bier zu holen unverbotten sein.
Ferner solle obgenantter Hanss Teckelburgk unnd seine erben den vierdten
theil am worpenwagen holtten unnd aussrichten, auch wann wir unsere
erben und nachkommende herrschafft in eigener persohn reisen, unser
hoffgesindt unnd gerethen im auftziehen biss gegen Cropischken, im hinab
reysen aber nach Taplaucken, für sich und seine erben, insonderheit, unnd
alein mit pferden unnd wagen fuhren unnd fortfordern, helffen, sonsten
aber mit keiner weitterer pflicht beladen sein. Alles treulich unnd ohn
gevehrde, zu urkundt mit unserm anhangenden insigel becrefftiget, unnd
gegeben zu Königsbergk den sechszehenden tag des monats Martii im
jahr nach Christi geburtt tausent funffhundert unnd vier und sechtzigk.
Actum mit dem originali
collat. den 11. obr. ao. 1605.
A. Bülbeck,
K Hausb. Lit. A 181. Fol 6.0 -07. K. Verschr. 1563—65. M 922. Fol. 162.
m 8i. 1564. Mai 9. Koenigsberg.
Christian Braun vorschreibung: über seinen krugk unnd drei buben.
Herzog Albrecht verschreibt Christian Braun, welcher ihm eine
Verschreibung an Lorenz Hermes naghgelassenem Gute zu Rominten gegen
Geld abgetreten und auch den Krug zu Insterburg, den sein Vater Hans
Braun von Hermes gekauft, erblich versprochen erhalten, somit den neuen
Krug zu Insterburg erblich zu kulmischem Rechte und zur Entschädigung
für die zum Kruge gehörige, bei der Georgenburgischen Brücke gelegene,
ihm abgetretene Wiese eine andere von 25 Morgen hinter Schweislaueken
an der Inster, ferner 3 Hufen Acker, die zum Kruge gehören, und für
die 3 Morgen Wiesen, die Krüger Martin in Besitz gehabt, 4 Morgen
Wiesen am Bellerteich, dazu freie Fischerei mit Säcken in dem Graben
bei Georgenburg auf den Wiesen, die er uns abgetreten, zu Tisches Not¬
durft; auch darf er in seinem Kruge Leder, Marder. Salz, Eisen, Osemundt,
Holz, Gewand und sonstiges Kramwerk verkaufen, Wildwerk ausgenommen,
daneben jährlich 2 Last eigener Gerste verbrauen. Dafür soll er jährlich
		

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			72
lnsterburger Ürkundenbueli.
6 Mark preussisch und 3 fette Gänse zu Martini zinsen, Schlossbier
schenken und den vierten Teil des Warpenwagen im Kriegsfall leisten,
jedoch frei von jeder Post. Gegeben zu Kunigspergk ann neunden tagk
des monats mey noch Cliriste geburt thausent fünfhundert unnd vir unnd
sechtzigstenn jar.
Collatum concordat cum originali,
actum Insterburg in visitatione
den 17. Feb. ao. 90ten.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 85-88. K. Verschr. 1563—65. M 922. Fol. 205.
m 82.	1564. Juni 7.
Hansen Puschen vorschreibunge denn 7. junii.
Herzog Albrecht verschreibt Hans Pusch die Güter, die er von
Skorsewski gekauft, eine Mühle mit 1 Rade auf seinem Gut bei der Allen-
burg, freie Fischerei zu Tisches Notdurft. Pusch übernimmt Skorsewski’s
Verpflichtungen.
K. Vorschr. 1563-65. M 922. Fol. 240.
m 83.	1565. September 16.
Michel Balwinckels abscheitt
F. D. zu Preusenn etc. mein gnedigster furst und herr wollen ime
die zwo hubenn zu Lencknickenn, im Insterburgischen, sampt dem pauren
so darauf sitzet, item dom zins, scharwerck unnd allen andernn, wes der
paar f. D. bisher geleistet, auss gnadon zu seinen tagenn ubergebenn,
unnd einreumen, unnd solichs dem heuptman zu Insterburgk bevelen
lassen1) die zwe achtel bornholtz aber, welich der pauer bisliero jerlichen
geben müssen, konen f. D. nicht nachlassenn, soll derwegenn der studt-
knecht dieselbenn, alle jahr f. D. zum besten inn ihre f. D. garttenn zur
Insterburgk settzenn, weil auch der Michel studtknecht inn ihrer f. D.
dinste zu schaden komenn, darob der gutte gesell ann seiner gesundtheit,
nicht wenigk verkurtzt, so haben ime f. D. aus gnaden fürstlich zugesagt,
unnd zu seinen tagen zu vorsorgenn, wollenn ime derohalben wen er
konftigk schwacheitt nicht mehr dienen kan, in jerlichen unnderhalt so
lang er lebt, aus dem ampt Insterburgk reichen unnd gebonn lassenn,
als nemlich alle jar die funfftzehen margk zur bosoldung, wie er die bis
anhero goliabt, die wintter kleidunng gleich dem knechten im stalle, oder
anstadt derselben zehen margk desgleichen zwelff scheffel rockenn, acht
thonnen bir, acht thonnen tatfei bir, ein halben os eben, zwenn schopsenn,
unnd zweien seitten speck gegebenn denn XVI September anno 1565.
K. Hausb. Lit A. 184. Fol. 78.
') Der Befehl an den Hauptmann vom gleichen Datum. (K Reg 1015. Fol. 491.)
Der Bauernzins betrug 5 Mark jährlich.
		

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			Insterburger Urku ndenbueh.
73
m 84. 1565. September 27. Koenigsberg.
Albrecht Thalauen Verschreibung.
Herzog Albrecht verschreibt1) Georg von Thalau wegen seiner lang¬
jährigen treuen Dienste 22 Hufen Wildniss, zum Auerfluss genannt, an
der Angerappe im Amt Insterburg in folgenden Grenzen, die ihm einge¬
räumt sind von Caspar von Nostiz kammerat, Lorenz von Halle, Haupt¬
mann zu Stradaunen und Florian von Bredin, Hauptmann zu Insterburg
am 26. August, »alsz nomblichen erstlich anzufangon an einer umbschutten
zwilligen haynbuchen an der Angerappe mit zwey kreutz, von do die
Angerappe ufwarts vier und dreissig sei uf ein beschütte linde mit zwey
kreutzen, vonn do den schuttungen unnd schalmungen noch sieben unnd
vierzigk seil uf einen umbschutten pfal an einer dannen, jeder mit zwey
kreutz, und ist Jörge von Talauen dritter orth, von do den schuttungen
unnd schalmen noch sechs unnd funffzigk seill biss uf eine grosze eichen
mit zwey kreutzen, die ist gedachts Georg von Talauen vierte orth, von
do weitter den schuttungen unnd schalmen noch ein unnd vierzigk seill
bisz uf die erste angefangene umbschutte häinbüch an der Angerappe,
thutt wie oben vermeldet zween unnd zwanzigk hüben,« zu Lehnrecht
orblich, dazu einen Krug, freie Fischerei in der Angerappe mit allerlei
Gezeuge zu Tisches Notdurft, doch darf der Strom nicht verstellt werden,
Bau- und Brennholz, wenn er es auf seinen Hufen nicht mehr hat, zu
seinem und seiner Leute Gebeude Notdurft nach Anweisung des Haupt¬
manns, die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte.
Dafür soll er mit Pferd, Mann und Harnisch zu dienen verpflichtet sein,
doch erhält er 10 Freijahre, da die Hufen noch wüst sind. Vorbehalten
bleibt der Regierung noch das erste Jahr das Budenwerlc und der Honig
innerhalb der 22 Hufen. Geben zu Konigspergk den sieben unnd zwant-
zigsten septembrisz nach Christi unsers lieben herrn unnd seligmachers
gehurt funffzohen hundert unnd im funff unnd sechziegsten jahre.
K. Ilausb. Lit. A. 184. Fol. 349-351. K. Vorsclir. 1563—65. M 922. Fol. 499.
m 85. 1565. October 6. Koenigsberg.
Hansen Rickerlings vorsebreibung über 6 buben tzu Lenckenicken
und über dm krug tzur Insterburgk.
Herzog Albrecht veisclireibt Hans Rickerling zu dem erhaltenen
Gut Lenkeningken 4 Hufen im Amt Insterburg und einen Krug im Flecken
zur Insterburg, wofür er 10 Mark preussisch zinsen und alle Pflichten gleich
den ändern Krügern leisten soll, ferner für seine treuen Dienste noch
2 Hufen in demselben Gut, welche er bereits eine Zeitlang gegen Zins
besessen, also G Hufen zu vorigem Zins2) zu 10 Mark erblich und ewig
1)	Die Verschreibung vom 26. August 1565, auf der jedoch nur die Grenzen ange¬
geben sind, K. Hausb. Lit. A 184. Fol. 77. Kogge a. a <>. pag. 25.
2)	Am Rande: «5 m. zahlt das dorff Lenkeniucken, 5 m. zahlt Hans Klem in der
stadt Insterburg«.
		

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			74
Insterburger TJrkundenbuch.
zu kulmischem Rechte1). Für seine treuen Dienste2) erhält er und seine
Hausfrau Katharina geb. Drauschwitz . . . Hufen und Krug f. Lebenszeit
frei von Zins und Pflicht; seine Erben sollen die Pflichten leisten im
falle sie nicht gleichergestald in Treue und Dienstbarkeit sich erzeigen3).
Gegeben zu Königsbergk denn 6. octob.4) ao. 1565.
K llausb Lit. A 184. Fol. 89—90. Unvollständig abgedruckt in Zeitschr. der
Altertumsges. Inst. Heft I. 1888. pag 33 f. K Verschr. 1565—67. M 928. Fol 15.
m sc. 1565. November i. Koenigsberg.
Georgen Petzschen zu Küssen vorschreibung über den krugk
doselbsten.
Herzog Al brecht, verschreibt Georg Pot?, Krüger zu Küssen im Ge¬
biete Insterburg, 4 Hufen daselbst erblich und ewig zu kulmichem Rechte
und frei Ausschank für allerlei Getränke, wofür er jährlich von seinem
Krug und Hufen 14 Mark preussisch zinsen, gleich ändern Krügern schar¬
werken, Bier schenken, Zeise, Lagergeld und andere Pflichten leisten soll.
Auch soll er tleissige Aufsicht in der Wildnis halten, damit kein Schade
geschehe oder geschmuggelt werde•'*). Geben zu Königsbergk den ersten
novembris tausentt funffhundertt funff unnd sechzigstenn jare.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 84-85. Fol. 189—190. Lit. B 186/6. Fol 373
K. Vermehr. 1565—67. JVs 923 Fol. 32.
m 87. 1565. November i. Koenigsberg.
Herzog Albrecht verschreibt Tonies von Bartricken 4 Hufen
Wald im Dorf Bartricken.
Herzog Albrecht verschreibt Tonies von Bartricken früher erhaltene
4 Hufen Wald in den Grenzen des Dorfs Bartricken zu kulmischem Rechte,
J) 3 April erhielt Hans R. noch 2 Hufen zu Lenkeningkon, die 16. September 1565
der Herzog Michael Balwinckel verliehen hatte. (K. Hausb Lit A. 184. Fol. 91—92.)
Für früher erhaltene 2 Hufen, vermutlich die im Text erwähnten, die ihm um Zins über¬
lassen, doch nicht erblich verschrieben seien, beschwerte sich Riickerling 1565, was zur
Folge hatte, dass ihm 7. Juli 1565 der Herzog den Zins von den 2 Hufen erüess (K. Reg.
1015. Fol 302 und 322 )
2) 1580 bat Rickerling um Entlassung seines Burggrafendienstes. Auf des Ilaupt-
manns Vorschlag wurde der Wildnissbereiter Hans Lengnick sein Nachfolger (K. Reg. 1021.
Fol. 179 — 180 u. Reg. 1023. Fol 133.) Lengnicks Bestallung als Burggraf K. Hausb.
Lit. A. 184. Fol. 186—188 vom 8. März 1586.
8) Der Krug zu Insterburg ging auf Hans Clemm, Gerichtsverwanten, über »welchen
er zum theil mit seinem weibe ererbet, theilsz von seines weibes geschwister keufflichen
an sich gebracht«, die 6 Hufen zu Lenkeningkon auf Georg Rickerling. Die Regenten be¬
stimmten 27. Februar 162C, dass jeder dieser Erben seine 5 Mark Zins zahlen sollte, wie
Hans R. gethan, aber da es in der Verschreibung heisse, dass Hans R. Erben, wann sie
nicht in der Herrschaft Diensten sein würden, dasjenige leisten sollten wie andere Klüger
auch, also soll Clemm 5 Groschen Iiagergeld von jeder Tonne Bier zahlen (K Hausb *
Lit. A. 184. Fol. 571—572.)
4)	Nach Verschr. M 922 fol. 15 war es der 26. October.
5)	Die Confirmation erfolgte 20. März 1623. (K. Couc. 1622—1624. 919
Fol. 146—152)
		

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			Inst.orburger 1J rk undenbuch.
75
den Bau eines Kruges, frei Sehankwerk für allerlei Getränke, wofür er
(i Mark preussisch zu Martini zinsen, zum besten der Herrschaft 50 Hufen
Wald besetzen und zu Zins und Scliarwerk bringen und die Dienste gleich
ändern Krügern leisten soll. So soll er cs auch mit Bierschank, Zeise,
Lagergeld u. a. gleich den ändern Krügern halten und solange er ver¬
mögend sei, die Wildniss beaufsichtigen, damit kein Schade geschehe, noch
Waaren durchgeschleift werden. Gegebenn zu Konningspergk denn erstenn
november im tausent fünfhundert unnd funffunndsoclitzigstenn jare.
K Hausb. Lit. A. 184. Fol. 83—84. K. Verschr. 1565 -67. M 923 Fol. 30.
m 88. 1565. Dezember 19. Koenigsberg.
Ditterich Pakmoren vorschreibung über Rogainen.
Herzog Albrecht verschreibt Dietrich Packmor, Hauptmann zu Ragnit,
51 Hufen und 13 Morgen Wald im Amt Insterburg, »welcher orthtt wal¬
dess durch die erbahre unnsere ambttleutte zu Insterhurg unndtt Stradaun
unnd liebe getreue Florien von Bredien und Lorentz vonn Halle neben
nnsern Stradunischen unnd Johannissburgischen landmesernn aussz unn-
serm bevhehlich bemeltten Ditterich Packmor zugemessen unnd begrentzett
ist, wie volgett, nemlich anzufahen in unserm ambtt Insterburg auff der
littauschen wandtt an einer bezeichnetten burckenn darbey auch eine pfal
gesetzt unnd zwischen hernn Albrechtten vonn Kitlitzen unnd Ditterich
Packmor ein ortt ist, vonn da neinzig sehl aus westenn biss auff eihenen
pfähl mitt 3 kreutzen bey einer bezeichnetten eichen ahm bruchlein, der
ist der ander ortht h. Kittlitzen und Packmor, von dem pfähl sechtzig
sehl zur rechtten handtt biss auff einen umbschuten eichen pfähl mitt
zweyen chreutzen, der ist Packmoren seiner ein unnd funftzig hüben
unnd 13 morgen, den dritte orth unnd stette in unser wilttniss, von da
wieder zur rechtten handtt neunzig sehl biss auff einen unbeschutten eichen
pfähl aber mitt zweien creutzen, der ist Packmohren der vierde ortt
unnd stehtt auch in der littauschen wandtt, von da vierzig sehl die lit-
tausche wandtt enndlang biss auff den pfähl unnd die bezeuchnette burcke,
da zum ersten angefangen«, zu Lehenrecht, auch den Bau eines Kruges,
die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, ferner
den Verkauf1), Verpfändung oder Vertauschung des Verliehenen mit Vor¬
wissen der Herrschaft an einen vom Adel, darf aber das Kaufgeld nur
in Lehngüter in des Herzogs Lande anlegen. Dafür soll er einen Dienst
mit Hengst, Mann und Harnisch leisten, erhält 15 Freijahre, da die Hufen
noch wüst sind. Auch spricht der Herzog die Mitbelehnung über die
Brüder des Packmor Andreas, Christof, Michel und Leo aus. Geben zu
Königsberg den 19. december nach Christi unsers liebon hern und sehlig-
machers geburtt funftzen hundert und im fünf unnd fünfzigsten jar2).
K. Hausb. Lit.. A. 184 Fol 179-180. K. Verschr, 1565—67. M 923. Fol
87—88.
1)	Friedrich und Christof Joachim von Packmor verkaufen das Dorf Rogainen (Ro-
gaunen) im Amt Insterburg zu Lehnrecht Christof Ebert, der seine Lehngüter im Stift
Krmland verkauft hatte. Der kurfürstliche Consens und die Verschreibung erfolgten 3 Juli
1615 (K. Hausb. Lit A. 184. Fol 539—540 und Fol. 575 a-b.) Quittung über er¬
haltenes Kaufgeld vom 19. Dezember 1616. ob. Fol. 575 b
2)	Es muss das Jahr 1565 sein, wie es auch Verschr. M 923 Fol 88 hat, da als
Hauptmann Florian von Bredin erwähnt wird, der in dieser Zeit Hauptmann war.
		

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			76
lnstorburger Urkuudenbuch
js 89. 1565. Dezember 21. Koenigsberg.
Herzog Albreclit verschreibt den Erben von Andreas Petz
30 Hufen Wald zu Eiserwagen.
Herzog Albrecht verschreibt, den Erben des verstorbenen Andreas
Petzschen, Fischmeister in der Russ und Krackerorth, die demselben ver¬
liehenen 30 Hufen Wald zu Eiserwagen im Amt Insterburg in folgenden
Grenzen »alls nemlichen erstlichen anzufangen an einer bircke, so dess
Hanss Fuschen orthgrenitz ist, welche mit zweien kreutzen bezeichnet,
das eine scheidet Puschen und Petzschen, das ander weiset nach einer
linden stromauf am vliesse Schwene genant, welche linde an dom itztge-
mellten vliess stehet und auch mit zwey kreutzen bezeichnet, das eyne
weyset stromab nach der bircke, das ander weiset nach einer hainbuch,
scheidet unnsere wildtnus und Petschen, welche haynbuch inn des von
Schliebon wandt stehet und auch mit zwey kreutzen bezeichnet, das eine
kreutz scheydet unnsere wildtnus und Petzschen, das ander scheidet den
von Schlioben und Petzschen, von der haynbuch auf eine linde, so mit
drey kreutzen bezeichnet und in des von Sehlieben wandt stehet, das
eine kreutz scheidet den von Schliebon und Petzschen, das dritte scheidet
wider Puschen und Petzschen und weyset auf die erste obgemolto bircke«
zu Lehenrecht erblich, verleiht ihnen auch den Bau eines Kruges und
die Gerichte, Strassgerichte ausgenommen. Dafür sollen sie einen Dienst
mit Pferd, Mann und Harnisch leisten. Da die Hufen noch wüst sind,
erhalten sie 10 Freijahre. Geben zu Königsperg den einundzweintzigsten
decembris nach Christy unnsers lieben herrn und seligmachers geburt
fuuffzehenhundert unnd im funffundsechtzigisten jhare.
Manu propria suscripsit.
K XXXVII. ,M‘ 6. Original auf Pergament mit hängendem Siegel. K. Verscbr.
1505—67. .M 923. Fol. 100 — 101.
M 90.	1565.
F. D. zu Preussenn etc. mein gnedigster furst unnd herr, gebenn
dom Albrecht kruger zu Schobin 2 morgenn wiosenwags zu Rososchen
gelegen für seinen schaden wegonn der stoung des schobunschen multeichs
gescheen im anno 62. jar und mir Nickoll Wille ittziger amptschreiber
alhie aufin hauss Instherburgk vonn dem edlen gestrengen unnd erent-
veston liern Caspern vonn Nostitz f. d. kammerrath otc. bevolen unnd
auferlegt ins aniptbuch zu schreiben. Gesehen im jar tausent funfhundertt
funfunndsechstzichsten.
K. Ilausb. Lit. A. 184. Fol. 80.
m 91. 1566. Mai 9. Koenigsberg.
Florian liredins Verschreibung.
Herzog Albrecht verschreibt Florian von Bredin, Hauptmann zu
Insterburg, auf sein Ansuchen 1(5 Hufen Wald im Amt Insterburg am
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
77
Eliess Angerappe und 4 Hufen hart daran1) in einem Winkel zwischen
den Gütern der von Sclilieben und Georg Thalaus, in folgenden Grenzen,
die ihm von Lorenz von Halle, Hauptmann zvi Stradaunen eingeräumt
sind, »alsz nemblich die sechzehen hu eben erstlieh antzufangen an dero
von Schlieben ortschuttung an der Angerap, von do die Angerap under-
werts bis uf eine umbschutte linde mit drey kreutzen, welche ist des von
Bredinen und Thalawen ein orth unnd heit die wand viertzig seihl, von
do die ander wand den schuttung unnd schalmen nach sieben unnd
viertzig seihl bisz uf eine umbschutte danne mit vier kreutzen, welche
ist ein ort des Thalauen unnd des von Bredin, unnd do die dritte wand
den schalinen nach siebenzehen sehl bisz an der von Schlieben greintz,
dar eine schuttung gemacht soll werden, von do die viertle wand den
mahlzeichen nach siebenzig sehl bis uf die erst angefangene schuttung
unnd heit die quer wand neunzehen sehl, thut in alles sechzehen hueben,
die vier hueben aber, so im winckel hart daran gelegen, ligen in vol-
genden greintzen, alsz antzufangen an der umbschutten thannen, welche
des Thalauen und des von Bredin ort ist, die richte an der von Schlieben
dorff Sansogen sechs unnd dreyszig sehl, von do die ander wand neun
sehl bis uf eine grose eiche mit zwey kreutzen, von do die dritte wand
vier und zweintzig sehl, do auch ein ortschuttung gemacht soll werden,
von do siebenzehen sehl bisz uf die erste angefangene beschütte danne,
die quer wand heit zehen sehl, thut zusamen 4 hueben,« dazu den Bau
eines Kruges erblich zu Lehenrecht, ferner die grossen und kleinen Ge¬
richte, ausgenommen Strassengerichte. Dafür soll er mit Boss, Mann und
Harnisch zu dienen verpflichtet sein. Da die Hufen noch wüst sind, er¬
hält er 15 Freijahre. Ausserdem wird ihm verliehen freie Fischerei mit
kleinem Gezeuge in der Angerappe zu Tisches Notdurft, doch darf der
Strom nicht verstellt werden, frei Bau- und Brennholz zu seinem und
seinor Leute gebeude Notdurft, wenn er auf seinen 20 Hufen solches
Holz nicht hat, nach Anweisung des Hauptmanns2). Geben zu Königs¬
berg den neundten monatstag maii nach Christi unsers lieben hern unnd
seligmachers geburt funftzehenhundert unnd im sechs unnd sechtzigsten
jahro.
K Hausb Lit A. 184. Fol. 343—315. K. Versohr. 1565—67. M 923. Fol. 265
bis 266.
m 92. 1566. Mai 18. (Koenigsberg).
Haimsen Sommers vorschreibung über vier hüben so zu
Dellitzsohkemenn liegenn.
Herzog Albrecht verschreibt Thomas Wild:i) auf dessen Ansuchen
seine früher4) erhaltene 4 freien Hufen zu Tellitzkehmen im Insterburgi-
J) 12. Ootober 1566 erhält Br. auf sein Ersuchen noch 10 Hufen Wiesenwachs »zu
vuhr an seinen vorigen 20 hueben gelegen,« da in seinem Besitz keine Wiesen wären. (K.
Hausb. Lit. A. 184. Fol. 343.) Kogge a. a. 0. pag. 25.
2)	2. März 1576 schreibt der Herzog dem Hauptmann, dass er Br. auf sein An¬
suchen gestattet, in seinen 30 Hufen schlagen und waldwerken zu lassen. (K. Reg. 1019.
Fol. 106.)
3)	ln den Keg. Wille genannt.
■4) Sommer 1565 bat der Kümmerer Thomas Wille für seine vor einem Jahre erhal¬
tenen 4 freien Hufen zu Tellitzkehmen um eine Verschreibung. Der Herzog befahl deshalb
2. August 1565 dem Hauptmann das Nötige einzureichen. (K. Reg. 1015, Fol. 38-1.)
		

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Insterburger Urkundenbuch.
sehen Gebiete zu kulmischem Rechte, ferner den Bau eines Kruges, seine
eigene Gerste zu verbrauen und zu verschenken derErbzeise ohne Schaden;
sonst aber soll er, wenn er mit seiner Gerste zu Ende ist, Hausbier von
Insterburg und kein fremdes Bier verschenken, auch keine fremde Gerste
kaufen und mit der seinigen vermischen bei Verlust dieser Gerechtigkeit.
Dafür sollen seine Erben1) alle Pflichten leisten, wie die ändern Kriiger
auch, er aber zu seinen Lebzeiten davon befreit sein. Sollten seine Erben
sich nützlich beweisen, sollen sie gleiche Freiheit geniessen Geben zu
Konigsbergk den achtzehenden may nach Christi geburth im jhar tansent
fünfhundert unnd sechs und sechtzigksten.
IC Hausb Lit A. 184. FoL 184—lt 5. K Verschr. 1565-67. Fol. 296.
m 93.	1566. März 21.
Nickel von Wilmansdorff vorsehreibung uber «las gtitt Rang-
laücken unnd Reiffschlegers den 21. martii.
Herzog Albrecht verschreibt dem Rentmeister Nickel von Witmanns-
dorf, nachdem er von demselben anno 1565 1000 Mark geliehen und ihm
dafür das Dorf und Gut Ranglacken im Amt Taplacken und das wüste
Gut Reifschläger, welches die Ranglack er bisher für 15 Sch. Hafer jähr¬
lichen Zins besessen, zum Unterpfande und für den Zins von 1000 Mark
auf 10 Jahre übergeben, auf sein Ansuchen, ihm die Güter für die Haupt-
snmme von 1000 Mark erblich zu überlassen, für seine 21-jährigen Dienste
und weil er bisher keinen Hauzins oder anderer begehrt, sondern mit
seiner Besoldung zufrieden gewesen ist, zumahl er auch Ranglacken nicht
teurer denn mit 500 Mark erkauft hat »unnd gleichwol der Witmansdorft'
unnsz wiederumb 1000 wie mehr gedacht davor umb das Reiffschlegers
glitt abgeleget,« somit das Dorf Ranglacken im Amt Taplacken und das
wüste Gut Reifschläger in den alten Grenzen, dazu die grossen und kleinen
Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, zu Lehenrecht erblich Dagegen
soll er mit Pferd, Mann und Harnisch dienen; er erhält 10 Freijahre;
darf die Güter verwechseln, verpfänden, verkaufen doch mit Vorbewusst
der Herrschaft, und dass das Geld im Fürstentum bleibt; gleichfalls werden
auch seine Brüder und Vetter in die gesammte Lehen gezogen.
K. Verschr. 1565 — 67. Ms 923. Fol. 205—207.
m 94.	1566. Mai 19.
Tomas zu Nenimerszdorff wiltnuszbereutern verschreybung über
seine liueben und krug daselbstenn.
Herzog Albrecht verschreibt2) seinem alten Sattelknecht und jetzigem
Wiltnisbereiter Tomas Ertmann für seine seinem Bruder dem Erzbischof
1)	29. Februar 1576 schreibt der Herzog dem Hauptmann, dass Michel Willes Witwe
wegen eines Kruges, der nach dem Tode ihres Sohnes Thomas an sie gefallen, sich aber¬
mals beklagt habe, und bittet deshalb wieder um Bericht, den er bisher noch nicht erhalten
habe. (K. Reg. 1019 Fol. 96 )
2)	26. October 1565 weist der Herzog den Hauptmann an, da er seinem Sattelknechte
Thomas den Krug zu Nemmersdorf, der bereits gebaut ist, und 4 Hufen zugosagt habe,
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
79
und ihm geleisteten Dienste auf sein Ansuchen 6 Hufen zu Nemmersdorf
im Amt Insterburg und 2 Morgen Wiesenwachs »inn der Narbenn unnd
ann denenn wiesenn, so die paurenn umb einenn jährlichenn zinsz ge-
brauchenn unnd geniessenn gelegenn,« wie sie ihm von Florian von
Bredin eingeräumt sind, zu kulmischem Rechte, dazu einen Krug, in dem
er seine eigene Gerste verbrauen und unbeschadet der Erbzeise verschenken
darf; ist er jedoch mit seiner Gerste zu Ende, soll er Schlossbier von
Insterburg verschenken, und keine fremde Biere kaufen und verbrauen
bei Verlust der Gerechtigkeit; ferner freie Fischerei in dem Fliess vor
Nemmersdorf mit 3 Säcken zu Tisches Notdurft, auch darf der Strom nicht
verstellt werden. Dafür soll er alles das leisten, was andere Krüger im
Amt Insterburg auch leisten. Zu Gunsten seines Dienstes soll Thomas
Ertmann zu seinen Lebtagen von diesen Pflichten befreit sein, seine Erben
je nach ihrer Nützlichkeit. Denn 19. inaii ao. 1566 ten jahr.
K Ilausb. Lit. A. 181. Fol. 410-412. K. Verschr. 1565- 67 	
			

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Insterburger Urkundenbuch.
m 96. 1566. August 7. (Koenigsberg).
Harteil von Petzdorffeil, itzigen Besitzers Baltzer von Schlubutten
Verschreibung über 18 hüben und 1 krug zu Bayoten sambt 110t-
turfftigem bau- undt, brenlioltz im Insterburgischen.
Herzog Albrecht verschreibt1) Bartel von Petzdorf, nachdem er dessen
10 Hufen, Krug und Mühle zu Hohendorf zu kulmischem Rechte im Amt
Soldau zur Besserung des Amts während seiner Unmündigkeit durch seinen
Amtmann viele Jahre hat verwalten und dann mit aller Nutzung zum
Amte schlagen lassen, zur Entschädigung 18 Hufen zu Bioten im Amt
Insterburg zu magdeburgischem Rechte, einen Krug zu Bioten, die »ein-
kele« Schönerde, Holz zu Gebende und Feuers Notdurft, die grossen und
kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, wofür er einen Bienst
mit Pferd, Mann und Harnisch leisten soll, jedoch 10 Jahre lang davon
befreit ist, da er unlängst abgebrannt ist. Gegeben zu Königspergk den
siebenden augusti im tausendt funffhundert undt sechs undt sechzig¬
sten jahre.
K. Hausb. Lit. A. 184. pag. 3—5. K. Verschr. 1565—67. .A3 923. Fol. 367—368.
m 97. 1566. September 19. Koenigsberg.
Heinrichen vom Milenn furschreibung wegen der dreissigk
hüben.
Herzog Albrecht verschreibt Heinrich von Milen2) 30 Hufen Wald
im Amt Insterburg in folgenden Grenzen »alsz nemblichen erstlich an-
zufahen an einem umbschuttenn eichenn pfahll mit drey creutzen ger-
zeichent, welcher ein ortli grentz ist, diszesz vonn Milenn unndt Caspar
vonn Anlackenn desz jangernn unndt in unseres dorffes Schupauen want
stehet, vonn dieszem pfohll den schuttungen unndt schalmen nach dieszem
Hinrichen von Milen unndt Caspar von Anlacken scheiden zu gehn schszigk
sehll bisz auf ein ander umbschutten eichen pfohll zu gleichem mit drey
creutzen gezeichnet unndt ist disz die ander orthgrentzen desz Hinrichen
vonn Mitenn unndt Caspar vonn Anlacken, von hinnen ferner den schut-
tungenn undt schalmen nach funfzigk seilill, bisz uf zwey schuttunge, in
derer einer stehet ein eichner pfohll mit zwey creutze unndt ist die dritte
orthgrentze desz Hinrichenn vonn Milenn, vonn thannen weiter die sehl-
stettenn hirunder sechtzigk seilill bisz ahn desz sperlingesfeldt, widerumb
auf zwey andere aufgericht schuttungen in derer einer gleichergestalt
ein eichner mit zwey creutzenn gezeichneter pfohll stehet, derselbo ist die
vierde orthgrentz desz Hinrich vonn Milenn unndt stehet in der sper-
lingischen wandt, vonn dieszem orth ferner den schuttungen undt schalmen
nach zu gehn vierzigk seihlle bisz auf den ersten umbschutteten eichenn
pfohll, von welchem angefangenn wordenn, thut die querwandt sechstzigk
seihlle unndt also die gantze begrentzunge der dreiszigk hubenn,« alles
mit Ausnahme des Waldwerks zu Lehensrecht erblich, ferner die grossen
und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, und den Bau eines
1)	Eine cassierte Verschreibung vom 20. Dezember 1560. K. Verschr. 1560—62.
M 921. Fol. 150.
2)	Milenn, Mitenn, Mikenn,
		

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			] nsterburger Urkundenbuch.
81
Kruges Dafür soll er Ritterdienst mit Pferd, Mann und Harnisch leisten.
Da die Hufen wüst sind, erhält er 15 Freijahre. Auch darf er die Hufen
verwechseln, verpfänden und verkaufen1), doch dass das Geld im Lande
bleibt und das Vorkaufsrecht der Herrschaft Vorbehalten ist. Mitbelehnt
werden auch seine Brüder Abraham und Siegbert. Geben zu Konnigs-
pergk denn 19. septembris anno 1556.
K. Hausb. Lit A. 184. Fol. 223 — 225. K. Yersehr. 1565—07. M 923. Fol.
393- 395.
m 98.	1566. September 26.
Cleophassen von I)i‘ali<* vorsclireibung uber 40 litilteim im Inster-
bürgischeim denn 20. septembris.
Herzog Albrecht verschreibt dem Kämmerer seines Sohnes, Cleophas
von Drahe, 40 Lufen im Amt Insterburg zu Lehnrecht in folgenden Grenzen
»erstlich anzufangenn an einer umbschuttenn hainbuche uff der Littau-
schenn grentze mit drei creutzen, dieselbe ist diessem Cleophassenn von
Drahe unnd Ditrichenn Packmorenn ein orthgrentze, von dannenn neben
des Ditrich Packmornn 50 luiben uuderwartz denn schuttungen unnd
schalmenn nachzugehenn 90 seihl bisz uff eilte umbschutte linde mit drei
creutzenn, dieselb ist diesses Cleophassenn von Drahe andere orthgrenze
unnd stehet in Ditrichenn Packmoren wandt, vonn dannen weitter denn
schuttungenn und schalmenn nach zur rechten zugehen 43 seihL bisz uff
eine umbschuttete eichenn mit drei creutzenn, dieselbe ist diessem Cleo¬
phassenn von Drahe unnd Christian Faulensehe ein orthgrentz, vonn do
weitter denn schuttungenn unnd schalmenn nachzugehenn 90 seihl bisz
uff einenn umbschuttetenn eichenenn pfliol uff der Littauschenn wandt,
unnd vonn hinnenn die Littausche wandt entlang zugehenn 40 seihl bisz
uff die hainbuche, vonn welcher erstlieh angefangenn die querwandt 37
seihl thutt in alles 40 hubenn,« ferner die grossen und kleinen Gerichte,
ausgenommen Strassengerichte, ausgenommen ist auch das Waldwerk, da¬
gegen ferner einen krug, freie Fischerei im See Przeroslen mit kleinem
Gezeug zu Tisches Notdurft. Dafür soll er mit Pferd, Mann und Harnisch
dienen, er erhält 10 Freijahre.
K. Yersehr. 1565-67. 923. Fol 399—400.
!) Milen verkaufte später seine Hufen an John, Miroslas, Gotthart, Jacob und Matheus
Mesewetzki, musste aber, da er sein Geld nicht herausbekam, sich klagend an den Herzog
wenden. Dieser befahl darauf dem Hauptmann, die M. zur Zahlung des Restes von 113
Mark ohne Zinsen zu veranlassen. (K Reg. 1019. Fol 307 Dat. 7 Juni 1576.) Als
dieses nichts fluchtete, sollte der Hauptmann die Alternative stellen, entweder zu zahlen
oder die Hufen bis Weihnachten abzutreten. Im letzteren Falle dürfe aber Milen die Hufen
nicht weiter alienioren, sondern nur gebrauchen, bis ihm der Rest bezahlt werde. (K Reg.
1019. Fol. 500. I)at 8. November 1576 ) 29. Juni 1574 verkauften die Gebrüder M.
jeder 1 Hufe, Jacob 12 Hufen an Michel Okurofski für 550 Mark. (K Hausb. Lit A. 181.
Fol. 151.) 18. September 1610 worden nach dem Absterben Matheus und Jacobs »der
freien von Semlonen«, heute Szemjannen, ohne männlichen Erben ihre 9>/2 Hufen zu Lehens
recht für 1235 Mark bar verkauft und zwar U/g H für 195 Mk an Ludwich und Hendrisz
Gebr., 4 H. 7’/g Morg. für 552 Mk., 30 8 an Grzegorsz Narasta, i/ä H für 65 Mk. au
Paul Kurella, 2 H. für 260 Mk. an Michel, das übrige für 162 Mk an Matheisens Sohn
Hendrisz. (K. nausb. Lit. A. 184. Fol. 402—405).
6
		

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			82
Insterburger TTrkundenbuch.
m 99.	1566. September 27.
Caspar von Aulacks des jungem vorschreibiing über 40 liübenn
waldes im Insterburgischen den *27. septemb.
Herzog Albrecht verleiht Caspar von Aulack dem Jüngeren für seine
Dienste am Hofe und als Hanptmann von Neidenburg 40 Hufen Wald
im Amt Insterburg zu Lehnrecht erblich in folgenden Grenzen »erstlich
anzufahenn an einem umbschuttenn eichenenn pfohl mit dreienn creutzenn,
des ist ein orth dieses Casparnn vonn Aulacks unnd Heinrichs vonn
Milenn unnd stehet in unszers dorffs Supawen wandt, vonn diessem pfohl
denn schuttungen unnd schalmenn nach nebenn dem sehe Supawenn,
unnd widerumb neben dem vor genanttenn sehe bisz litt' eine umbschutte
eiche mit zwei creutzenn, welche der ander orth ist diesses Caspar vonn
Aulacks unnd heit diesse wandt 50 seihl, vonn hinnenn denn schuttungenn
und schalmenn nach durch ein mosbruch lengst dem Ochsennseho der
ingleichenn dem vonn Aulackenn bleibet zugehenn 70 seihl bisz uf einenn
u mbschuttenn eichenen pfohl mit 2 creuzen bisz wider uff' einenn umb-
schuttetenn eichenen pfohl mit drei creutzenn, welcher auch ein orth ist
diesses Caspar vonn Aulacks unnd vorgedachtes Heinrichs vonn Mielenn,
vonn dannenn ferner 60 seihl den schuttungenn unnd schalmenn nach
zugehenn bisz uff denn uijibschutteten eichenenn mit drei creutzenn ge-
zeichnetenn pfohl, vonn welchem diesse begrenitzunge angefangenn heit
die querwandt 60 seihl unnd thut also in alles 40 hubenn«, ferner die
grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, einen Krug.
Dafür soll er mit Pferd, Mann und Harnisch dienen, er erhält 10 Freijahre1).
K Verschr. 1565—67. M 923. Fol. 401—102.
m loo. 1566. September 27. Koenigsberg.
Freyen zu Marlinowen handtfest über 40 hüben.
Herzog Albrecht verschreibt seinem Kammerdiener Peter Mörlin
40 Hufen Wald im Amt Insterburg zu Lehnrecht in nachfolgenden Grenzen
»erstlichen anzufangen an einem umbschutten eychenen pfähl am sehe
Scharn, welcher ein ort ist dieser 40 hüben und ein strich in Albrechten
herrn von Kittlitzen wandt, von da den schuttungen und schalmen nach,
so gemelten herren von Kittlitzen und diesen Peter Mörlein scheiden,
zugehen zwen und achtzigk seyl bisz wieder uf einen eychen umbschutten
pfall am fliesse Buchkofenitz, welcher ein ortt ist des H. von Kittlitzen
und dieses Peter Morleinsz und ein strich in der Schelaszkor wandt, von
da dasz flies Buchhofenitz unterwartz weiter zugehen ein und viertzigk
seyll bisz wieder uf einen eychen umbschutten pfall an dem ortte, da
die Buchkofenitz in die Jörkes feilt und da sich unsere drey empter
Insterburk, Stradawen und Angerburk scheyden und ist diesem Peter
•) Der Besitz ging 17. Mai 1643 an Fabian von Ostau über, ßogge a. a 0. pag. 24.
I)io Erlaubnis» zum Verkauf wurde bereits 3. Mai 1576 gegeben K. Verschr. 1576—83
M 926. Fol. 24.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
83
Morlein, Georg von Haugwilz, Loren tz vor Halle undt der dorfsehaft
Sielasken ein ortt, von hinnen ferner den schuttungen und schalmen nach¬
zugehen vier und neuntzigk seyll bisz ins flies Scharn, da das flies Scharn
ausz dem sehe Scharn entspringett und do eine erle stehet mit dreyen
kreutzen gezeichnet, welche aber ein ortt ist dieses Peter Morleinsz und
Georg von Haugwitzen, von dieser erle neben dem sehe Scharn weiter
xugehen viertzigk seyll bis uf den ersten eichenen pfall, von welchem die
grentzung angefangen, die quer wandt heit zwei undt viertzigk seyl, thut
in alles viertzigk hüben«, ferner einen freien Krug zu seinem Nutz, vor¬
behaltlich des Waldwerks, freie Fischerei im See Scharn zu Tisches Not¬
durft mit kleinem Gezeug. Dafür soll er mit Pferd, Mann und Harnisch
zu dienen schuldig sein, erhält jedoch 15 Freijahre1), da die Hufen noch
wüst sind. Auch darf er die Hufen verwechseln, versetzen und ver¬
kaufen2), doch mit Wissen und Willen der Herrschaft und vorbehaltlich
ihres Vorkaufsrechts; auch darf das Geld nicht aus dem Lande geführt
Averden, sondern soll wieder in Gütern angelegt werden oder sonst im
Lande bleiben. Sollte er jedoch mit den Seinigen sich ausser Landes
begeben, darf er das Geld von solchen Hufen und anderen seinen liegen¬
den Gründen mitnehmen. Geben zu Konigsperg den 27. tag des monats
septemb. nach Christi geburtt 1566.
K. Hausb. L A. 184. Fol 456—458. K. Yerschr. 1565—67. J\3 923. Fol. 403
bis 404.
m ioi.	1566. September 28.
Christian von Taulensehe vorschreibiing über 40 hiibenn im
Insterburgischenn denn 28. septembris.
Herzog Albrecht verschreibt3) Christian Taulensee für seine Dienste,
die er Markgraf Wilhelm, Erzbischof von Riga, in der Kammer und ihm
am Hofe geleistet, 40 Hufen Wald »erstlich anzufangenn an einem umb-
schuttenn eichenenn pfhol mit drei creuzenn, welcher ist seinn des vonn
Taulensehe unnd des vonn Drahe ein orth, unud stehett uff der Littau-
schenn wandt, vonn do nebenn dem von Drahe denn schuttungenn und
schalmen nach 90 seihl bisz uff eine umbschutte eiche mit drei creutzenn,
welche ist desz vonn Taulensehe unnd des vonn Drahe ein orth, vonn do
!) Auf sein Ansuchen erhielt M weitere 15 Freijahre vom 8. Juni 1577 an gerechnet.
Erlass des Herzogs vom 4. Dezember 1577. (K. Hausb. Lit A. 184. Fol. '220 u 458).
2)	Von M. gingen die 40 Hufen auf Caspar von Aulack über. Diesem erlaubte
Markgraf Georg Friedrich sie weiter zu verkaufen und schlug ihm als Käufer vor Braunsz
Rosteken, Greger und Mertin Dudkarsken, Hans Rosinski und Wagdt Schareiken. Erlass
vom 20 Juli 1580 (K. Hausb Lit A. 184. Fol. 459) An diese ging der Besitz über.
Kaufbrief vom 21. Juli 1580. (ib Fol 459—460.)
3)	Taulensees Gut verfiel später »nachdem es von dem von Taulensee inn den ver-
dechtigen jahren bey der hingerichten leute Höret, Funok unndt Schnelleu lebzeiten ausz-
bracht«, auch »weilln die angozogene Verschreibung anno 1566 alls dio königl. mtt. zu
Pohlen etc. dero commissarien in das hyge herzogthuemb abgeordnet, untersuchungk zu
thuen, welche brieff unndt siegell woll oder ubell auszgebracht, dazumahlen nicht zum
Vorschein kommen noch von den königlichen deputirten ratifioiret worden« in Cassation.
Darüber und über Martin von AVallenrodts Abschied, der wegen des Guts supplioierte,
22. Dezember 1612. K Vorechr 1612 — 14. Fol 645—646.
6*
		

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			84
Insterburger U rkundenbuch
die ander wandt denn schuttungenn unnd schalmenn nach 50 seihl bisz
uff einenn umbschutten pfohl mit zwei creuzenn am sehe Przeroszla, vonn
do die dritte wandt denn schuttungenn und schalmenn nach 50 seihl bisz
uff einenn umbschuttenn pfohl mit zwei creuzenn uff der Littauschenn
wandt, vonn do die virde wandt, die Littausche grenitz 50 sehl bisz uff
denn erst angefangenenn pfohl, die quer wandt 60 seihl thutt 40 hubenn«
zu Lehenrecht erblich, ausgenommen das Waldwerk, ferner die grossen
und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte, dazu einen krug,
freie Fischerei im See Przeroszlen mit kleinem Gezeug zu Tisches Not¬
durft. Dafür soll er mit Pferd, Mann und Harnisch dienen; er erhält
10 Freijahre.
K Yerschr 1565- 07. M 923. Fol. 105—400
m io2. 1566. September 30. Koenigsberg.
Georgenn von Haugwitzen bandtfeste über 150 liueben, welche
in diesem ambte gelegen.
Herzog Albrecht verschreibt Georg von Haugwitz1), Hauptmann von
Tilsit 30 Hufen Wald im Amt Insterburg mit allen Nutzungen, auzge-
nommen das Waldwerk, zu Lehensrecht in folgenden Grenzen »annzu-
fangen ahn einer erligen mitt drei creitzen gezeichnett, welche ihm flise
und an sehe Scharm stehett unnd ein orth ist, dises George von Haug-
witzen unnd Petter Mörlens, vonn diser erlen den schölmen nach zu gehen
virzigk sehel biss uff des Petter Mörlins mittelwandt und schalmen nach
biss uff denn orth unsers heuptmans zur Stradun Lorentz von Halle vier
hüben damitt wir ihnnen zum khirchen lehenn begnadiget, vonn disem
orth fernner neben discnn des Lorentzen von Halle vier hüben zu gehen
bis uf einen umbschutten eichemen pfeil welche wandt hellt acht unnd
fünffzigk seell von da widerumb dem schalmen nach zu gehen sibenn
unnd virzigk sehel bis wider uff einen umbschutten eichennen pfeuel
unnd den weitter den sclmttungen unnd schalmen nach bis ahn denn
Scham sehe unnd neben dem sehe bis uff die erste erlein Scharnn flisse,
vonn welcher angefangen, welche wandt heltt fünffzigk seiell, die quar-
wandt drei unnd dreisig sehel, thuett vier unnd zwantzigk hüben unnd
darzu nach zwischenn der Jarcke unnd Petter Mörleins virzigk hüben ein
winckell ausgemargett unnd gefunden sechs buben, tudt mitt obigen zu-
samen dreissigk«, dazu die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen
Strassengerichte, den Bau eines Kruges, freie Fischerei im See Scharn
mit kleinem Gezeuge und allein zu seinem Tischbedarf. Dafür soll er
einen Dienst mit Pferd und Harnisch leisten, ausgenommen in den ersten
10 Jahren, da die Hufen noch wüste und unnutzbar sind. Gegeben zu
Khönigsberckh denn 30. septemb. nach Christe unsers lieben heren unnd
selligmachers geburtt 1566 jahr.
K. Hausb. Lit A 184. Fol. 153—155.
]) Vgl. Rogge a. a 0. pag. 24. Anm. 51
		

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			1nsterburger Urkundenbnch.
85
m 103.	1566. October 2.
Ijorcntzen von Hallo vorschreibüng über 4 kirchenhubeuii im
Insterburgischenn (len 2. octobris.
Herzog Albrecht verschreibt Lorenz von Halle, Hauptmann zu Stra-
daunen, nachdem er ihm eine Kirche in seinen Angeburgischen Wildniss-
giitern zu bauen gestattet und ihm die kirchenlehen verschrieben, 4 kirche-
hufen im Amt Insterburg am Fliess Gorky, eingeräumt durch den Jäger¬
meister und Hauptmann zum Rein, Georg von Dieben, und Florian von
Bredin »erstlich angefangenn an einem umbsclnittenn pfol mit zwei
creuzenn gezeichnet unnd denn ström aufwerths 30 sehl bisz wider an
einenn umbschuttenn pfohl auch mit zwei creutzenn gezeichnet unnd wider
die richte wandt auch an einenn eichenenn pfohl mit zwei creutzenn ge¬
zeichnet heit 12 seihl, die dritte wandt denn schalmenn und malzeichenn
nach heit 30 selil, auf? einenn pfohl mit zwei creuzenn gezeichnet, die
virde wandt holt 12 seihl bisz ann denn pfohl da sichs angefangenn hat,
tliutt vier hubonn« der kirche zum besten, seinen Angerburgischen Gütern
zu Hilfe.
K Verschr. 1 f>05—G7. M 923. Fol. 416—417.
m 104. 1567. Februar 11. Koenigsberg.
Hannsz	stallmeisters Verschreibung über 40 hüben
im insterburgisehen.
Herzog Albrecht verschreibt Hans Westpheling für seine ihm und
seinem Bruder Wilhelm, Erzbischof von Riga und Markgrafen von Branden¬
burg geleisteten Dienste 40 Hufen Wald im Amt Insterburg in folgenden
Grenzen, »erstlich anzufangen am Röckelkeim bey einem umbschüttenden
pfahll, an der Angerrappe stehende, unnd mitt zweyen creutzen gezeichnet,
scheidet Röckelkeim unnd Abellienien, den ström aufwertts bisz an einem
umbschutten appelbaum mitt zweyen creutzen gezeichnet, stehet auch an
der Angerrappe dieselbe wanndt halt sieben unnd fünfzig seil, von da-
widen den schalmen nach neben dem schloszberge an eine eiche die mitt
zweyen creutzen gezeichnet ist, ein ortli die wanndt heit neuentzig seil,
scheidet allda unuser unnd Hannsen Westpheling waldt unnd von da die
dritte wanndt dem schalmen nach, bisz auf eine eiche mitt zwey creutzen
gezeichnet, die wanndt heit vier unnd zwanntzig seil, scheidet unsern
unnd Hannsz Westphelings waldt, von da an den Lennnerszdorffer orth,
auf eine eiche mitt drey creutzen gezeichnet, stehet in Hannsen Westphe-
lingen viertzig hüben waldt, unnd von da den graben lanngst neunzig
seil bisz an den erst angefangenen orth, die querwanndt heit dreyssig
seill, drey hüben in drey winckel auszgemorget«, zu Lehnsrecht, dazu die
grossen und kleinen Gerichte, Strassengerichte ausgenommen, den Bau
eines Kruges und auf besondere Yorbitten Johannes von der Schleuse,
Wovwoden von Brest, die 4 Zinser, die zu Abellinen und Struzoy wohnen.
Dafür soll er einen Ritterdienst mit Pferd, Mann und Harnisch leisten,
doch erhält er 10 Freijahre, da die Hufen noch wüst sind Auch darf
er die Hufen verwechseln, verpfänden und verkaufen, jedoch dem Dienst
		

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			8G
Insterburger Urkundenbuch.
ohne Schaden, dass das Geld im Lande bleiben und vorbehaltlich
des Vorkaufsrechts der Regierung1). Gegeben zu Königsberg^ den
XI. february 1567.
Abschrifft Hannsz Westphelingsz, sonsten Harttman genanndt, vor-
schreibung über sein gutt im ampt Insterburg kselkehnen2) genanndt.
Berliner Staats-Archiv (B. St-A) E. 7 n. 90. P. — K. Hausb. Lit. A. 184. Fol.
114—116. Conc. 1625—28. Ns 951. Fol. 403—406.
m 105.	1568. März 17.
An Insterburgk «len 17. martii anno 1568.
Die Einwohner des neuangelegten Städtchens Saleiden3) im Amt
Insterburg hat za öfteren Malen um Ausfertigung des Privilegs gebeten.
Da dazu allerlei Bericht, auch die Gegenwart des Hauptmanns und des
Schulzen von Saleiden notwendig ist, so werden diese nach Koenigsberg
beordert. (Auch soll der Hauptmann 20 Schock Hopfenstangen nach Po-
wunden ins Fischhausische senden.)
C. Hoff. Burg. Brandenb.	David Jerigke.
& Yischau. capitanei.
K. Reg. 1018. Fol 244—245.
m 106.	1568. Mai 1.
Schültzen zür Goldappe vorschreibung denn ersten maii.
Die Regenten verschreiben Brunisch Rosteck, nachdem ihm Herzog
Albrecht in Anlegung der Stadt Goldapp im Amt Insterburg 10 Hufen
in der Stadt Feld Stück um Stück für 1000 Mark preussisch verkauft und
Rosteck sie bezahlt, auf sein Ansuchen die 10 Hufen zu kulmischen
Rechten gleich ändern der Stadt Einwohnern frei, erblich und ewig; in
der Stadt soll ihm eine notdürftige Baustätte zur Wohnung eingeräumt
werden; gleich den ändern Goldappern erhält er freie Fischerei im Fliess
Goldappe unterhalb der Mühle4); soll thun, was das Stadtprivileg allen
1)	Nach dem Aussterben der männlichen Lehenserben anno 1619 wurde das Gut
trotz des lebhaften Protestes Hans Georgs Thalau, der eine Tochter Westphelings zur Frau
hatte, von der Regierung eingezogen. M. von Wallenrodt suchte um Verleihung des Caducs
nach, wurde aber auf anderen Besitz vertröstet. Der Kurfürst verlieh das Gut mit 50 Hufen,
nachdem er es Wolf Heinrich von Waldburg vergebens angeboten hatte, Carl Hannibal,
Burggrafen zu Dohna, zu magdeburgischem Rechte 31. August 1627 vgl. M 403. Eine
Reihe von interessanten Aktenstücken über diesen Process besitzt B. St.-A.
2)	Hoppes Ableitung des Wortes von dem lit. Haferbrei Kisielus vgl. Altpr. Monats¬
schrift B. X 1873. pag. 278.
») Saleiden, Saleiten.
*) Rosteck (Rostock) beklagte sich später, dass ihm die Fischerei vorenthalten würde.
Der Herzog verlangte deshalb 14. Juli 1576 vom Hauptmann Bericht Daselbst wird R.
genannt »Hieronimus Rostock Schulze unsors stedleins Goldappe«. (Reg. 1019. Fol. 360
bis 361 )
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
87
aufträgt; da er Brauwerk treiben will, soll er vermöge des Privilegs da¬
von thun, was andere auch leisten; dafür soll er oder seine Erben als
Schulzen für Besetzung der Stadt, Ordnung, Recht und Gerechtigkeit sorgen.
K. Verschr. 1567-71. M 924. Fol. 40—41.
m 107. 1570. Mai 14. Koenigsberg.
(lohlapper privilegium datum Königsberg den 14. inaii anno 1570.
Yon gottes gnaden wir Albrecht Friderich marggraff zu
Brandenburg in Preussen etc. herzog etc. bekennen und thun
kundt, mit disem unserm offenen brieffe für uns unsere erben,
erbnehmen und nachkommende herrschafft, gegen jedermennig-
lich denen es zu wiszen von nötthen, das wir zu gemeinem
wachstumb und verbeszerung unserer lande und underthanen
mit guttem vorbedachtt und reiften rathe eine neue stadt1) in Stathalder.
unserm ambtt Insterburg anzulegen, für gutt und nottwendig
angesehen Demnach und damit die anlegung itzt gedachter
stadt desto stadtlicher und mit mehrem bestände ins werck
gerichtet werden möge, alsz haben wir zu erbauung derselben
einhundertt vier unnd funfftzigk und ein halb buben an dem Ilubenzahl.
tliesze Goldappe genandt gelegen, wie solche den einwohnern
bereinet und zugemeszen sein, gegeben und geordnet. Ordenen
und setzen dem nach in craft't dieses unsers briefies für uns
unsere erben, erbnehmen und nachkommende herrschafft hie-
mit bestendiglich dasz im namen des allerhöchsten gottes der
seine göttliche gnade und segen, uff das solches zu seinem
lob ehr und preisz gelangen muge, dartzu vetterlichen segen geben
und verleihen wolle, uff dem verordneten platz und stelle,
die stadt fnndiret in platzgassen und strassen auszgetheiletFundationund
angelegtt und Goldap heissen und genennet werden solte, wie nahm
wir dan auch hiemit dieselbe stadt Goldap nennen und also ocaPl'-
zu allen zeitten hinfuro geheissen haben wollen. Damit aber
der hoffstedten oder wirtsheuser halben kunfftig nicht zangkZanck zu ver-
und irrungen zubefahren, so haben wir unsern lieben getreuen hüten.
Brunisch Rostock schultzen daselbsz lautt seiner sondern Ver¬
schreibung von solchen 154’/2 buben 10 hüben welche er uns
vor 1000 m. preusch je ‘20 g. für eine marck gerechnet, bahr
geldt bezahlet verkauften und einreumen lassen, und dan zum Abtheilungk
umbkreisz und gebeuden der stadt achthalbe hüben uff 400
erbe, alsz auch dem pfarherrn vier freie hüben, denen so am pfi'iarhhuben
ringe wohnen hundert und drey hubenn, dieselbe uff ihre erbe Rienghuben.'
gleich zu theilen, wie auch denen so nicht am ringe oder am
marckte sondern in gassen wohnen, 30 hüben morgen weise,
auff ein hausz oder erbe 3 morgen, sowohl alsz dasz obge-
dachtte ausz zu theilen, und abzumeszen verordnet, doch (las
i) Ygl. Schöder: Chronik der Stadt Goldapp. Pr Prov.-Bl VII. 1882. pag. 4:13
bis 454 und Werner’s Polliographia Spee IV.
		

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			88
Insterburger Urkundenbuch.
Was zum zu der wiedem oder pfarre funff rutten in die breite und
pfharhem zweinzig in die lenge, zu des caplans hause 21/% rutten in die
caplauen Breite und JO
in die lenge, also viel auch zur schneien, zur
sclinleii kircn-
hoffe hospital Kirchen aber 15 rutten in die lenge und 10 in die breitte, zum
marokt gasse begrebnusz 2 morgen zum hospital 5 rutten in die breite, undt
sal gelassen 20 in die lenge, zum marckt 12 morgen, undt den zu jeder
werden. gassen 2 rutten in die breite, gelaszen werden. Unnd nach¬
dem zu anlegung der stedte furnemblichen zubetrachtten, wie
Gutteordnung.rechtt gerichtt und gerechtigkeitt, auch gutte Ordnungen darin
angericht und erhalten, das ubel und unrecht gestrafft und
hinwider dagegen dass gutte zur gebühr geschntzet und ge-
handthabet werden möge, so haben wir für hoehnöttig erachttet
obgedachte stadt Goldap mit burgermeistern rath richtern und
gerichten, auch einem nambhafftigen rechte und stadtgerechtig-
keit, dero sie sich zugebrauchen gleich ändern unsern städten
zubegnadigen, Setzen und ordnen derwegen wie folgett unnd
wollen das es mit raths und gerichtspersonen oder scheppen
auch mit kure des burgermeisters richters und anderer embter
Ufreminisoerejehrlichen uff reminiscere durch unsern jederzeitt wesenden
sol die chur hauptman zur Insterburgk gleich wie es desfalsz mit ändern
änderns'thetens^a(^^en unsers furstenthumbs gehalten, auch bestellet werden
guhalteuu.be- solle. Dieselben rathspersonen, richter und schoppen sollen
stellet weiden, rechten nach cölmischem rechte, damit wir die stadt Goldappe
Mitt colmi- hiemit und in crafft dieses unsers brieffes, für uns und unsere
schem recht erben, erbnehmen und nachkommende herrscliafft begaben und
W'beaiadi t^zu ew^en zeitten begnadigen, die einwohner derselben stadt
"n'‘' sollen desgleichen in demselben rechten, ihre erb und gutter
innehaben besitzen genieszen und gebrauchen, und sich neben
ändern von stedten unsers herzogthumbs Preussen stadttrechts
und freiheitt zu freuen haben.
Wir geben auch gemelter stadt Goldap ein gewönlich
insiegel, nemblichen in einem schrotts getheilten schildt in der
obern helffte in einem weiszen fehle den marggreffischen halben
Wapen er- rotten adler, deme neben dem kopffo die zwene flugel und ein
theilet. fues sichtig, hatt ein S. am halse, in der ändern undern helffte
des schildes das alte ankommmende zollerische wapon schwarz
und weisz,. wie solches mit färben hiebei zubefinden, welchs
ein rath zu ausgebung, kundtschafften, zougnuszen, missiven
und ändern ehrlichen nottwendigkeitten unvorhindertt zu ge¬
brauchen. Und sollen die einwohner berurter stadt Goldap
Gehorsam dem burgermeister Schulzen raths und gerichtspersohnen ge-
dein raht. burlichen gehorsam leisten, uff ihr vorgeboth unweigerlichen
erscheinen und derselben Weisung erwartten, auch sol ein jeder,
was ihme vermuge der wilkuhr, so ihnen gleich ändern neuen
stedten gegeben, aufferlegtt wirdt, unwegerlich volnziehen, und
Laut der wiel- demselben gehorsamlieh nachsetzen, wer widerspenstig befunden
kuhr alles un-goll ordcnlicherweise vermuge der wilkuhr, so wir ihnen bo-
vol'nzihenoderstettigeti der stadt buszen, do auch einer dem ändern recht-
gemes derael- ücher zu und einspruche nicht erlaszen sondern solches für
ben straffel- geordentem gerichte furnehmen will, stehets einem jeden frei
ligk sein. Und zu seinem gutton willen, ob er sich an einem rath unnd
den jederzeitt wesenden haubtman zur Insterburgk, ehe und
zuvor sie ans rechtgedeien beruffen unnd von ihnen sunliche
		

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			Tnsterburger Urkundenbuch.
89
und billicho christliche underhandlung dorinnen sie muglichen Alwego ehe
fleisz haben sollen, suchen und bitten wollen, wo aber in derundt wawpart
sune nichts fruchtbares geschäftet oder auszgerichtet werden ah.n? lecl't
•	"edeien <11111
könte, alszdann sollen die partte zn rechte alda rechtlichen zu fieu jotiorzejt
procediren urthel und recht zugewartten und abzuhören ge- anwesenden
wiesen werden, was alszdann gesprochen oder sonsten vomboubtman zu
rathe, wie oben gemeldet, in ändern bevohlen oder erkantt, soll lieniff<‘n-
ein jeder gehorsamlich volnziehen, oder sich der appellation
in landtgebreuchlicher friest, an unsz und unsere nachkom¬
mende herrschafft, alsz die hohe obrigkeitt gebrauchen, und
was recht sein wirdt gewartten.
Zudem begnadigen wir obgedachte stadt Goldap mit vier
jarmarckten, alsz nemblich den ersten uff den tag Egidi, den Vier jar-
andern vierzehen tage vor weinachten, den dritten uff mitfasten, marckt auch
den vierdten ufl' den tag Petri, es solle auch wöchentlich und wo'.'lie.‘1,itllcl1
01 q treier
von wochen zu wochen ein freyer marcktag einem jeden seine marckta^k
wahren feilzuhaben, zu kauften und zu verkeuffen in der stadt zu halten.
Goldappe gehalten werden, und damit der arme man gleichwol
seine hausznotturfft bequemlich haben und schaffen möge, so
soll morgens die fahne auszgesteckt undt umb 9 hora wieder-Fahne auszu-
umb eingenommen werden, solange die nicht eingenommen, stecken.
sol allerlei essenspeiso allen vorkeuffer zu keuft'en verbotten
sein, jedoch das die frembden, wie in den Masovischen stodtenDie frombden
breuchlich unserm hauptman zur Insterburg marckrecht geben sollen gleich
und ablegen. Den vorkauff zu unser und unserer heuser^“
notturfft. wollen wir uns altem brauch nach Vorbehalten haben.' jein heubt-
Die eien und der stoff sol eölmisch sein, gewichte und scheffelman marckt-
wie der Marggrabowen, was vonn der wagen und meszen ge-recht ablegen.
feltt, sol die stadt zu ihrem besten gebrauchen.	Vorkauff vor-
b	behalten.
Wir bevehlen auch für uns, unsere erben, et'bnehmenQ,!,^^ejjen
und nachkommende herrschafft, dem burgermeistern und ratheundt stoff, schl
der vielgemeltteu unserer stadt Goldappe, dasz sie alwege die">ezu0lötzky.
Verordnung und fleissiges auft’mercken haben und haltten
sollen, das alle wahren, welche dann auch zu marckte gebrachtt,
deszgleichen scheffel, maes und gewichte nicht falsch sein, derMas undt ge-
unrecht damit umbgangen, damit der betruck Vorkommen, nie- wicht sollen
mandt beschweret, und menniglich die stadt und den marckt nicllt.falscl1
SGin
doselbst mit wahren zu besuchen dadurch desto geneigter
werden muge. Was die landesordnung der vorkeuft'e und
andershalben vermag und gebeutth, daszelbe sollen die Gol-
dapper wie andere Städte halten, und solchem sich underwurffig
machen. Wir lassen auch zue, das ein jeder einwoliner der
stadt Goldap, soviel stocke bienen, alsz sie wollen, doch das Bienen umb
uns und nachkommender herrschafft, davon die helffte zu- die helffte.
kommen, halten mugen.
Wir geben unnd gönnen auch für uns, unsere erben, erb-
nehmen und nachkommende herrschafft dem schultzen zur
Goldappe vonn buszen und straffen, so in der Stadtgerichte
vorfallen (Strassengerichte auszgenommen) den dritten pfennig, Den drietten
alsz wenn die herrschafft zwei nimbt, er denn dritten haben pfennigk von
mag. Was dann wier und nachkommende herrschaft't oder an shu 11zeli*“
unser stadt der ambtman an solchen straften oder buszen er-
		

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			90
Insterburger Urkundenbuch.
Miet erlass- lassen, damitt sol der schnitz auch zufriden sein. Was aber
ungk der blntt und blau antriefft, sol dem schnitzen allein gehören und
dor^lmUzzu Se^assen werden. Und damit die einwohner der stadt Gol-
friden sein, dappe inn gemeinen zufellen unnd auszrichtung nicht zu hoch
Blut undt durften beschwerett werden, wollen wier den zinsz von den
blauw dem fleisch und brottbencken auch der badtstuben welche sie jeder-
schulzen zeit halten werden, der stadt zum besten die helffte zweigen,
allein zu. ^ an(]er helffte aber sollen sie uns und nachkommender herr-
Zins v. fleisch schafft zu gutte ult' unser hausz Insterburg; zuuberantwortten
brotbencxen
undtbatstuben1111^ 211 überreichen schuldig sein, zu erbauung und erhaltung
die helffte der aber solcher stuck, wollen wir jederzeitt die helffte des un-
herrschafft. kostens vom hause reichen lassen, die krambbuden sol die
Die halbe un- stadt allein bauen und haben
fle^brodt1	Wir wollen auch das die erbe am ringe oder sonst an-
bencken undt Selegtt, dero ein jeder ein buben haben sol, allein bier zu
batstuben diebrauen und zu schencken machtt haben, und ein jeder 2 m.
helfftUnkostenvor der hüben zinsen, und jerlich von der baustedte 5 g.
tragen, grundtzinsz, vom brau unnd schanckwerck aber jerlichen 2 m.
^^rin'r' odü!-1' able£cni welche brauerbe sollen alle offene gasthöfe sein, die
anderswo To andern erbe aber sollen jerlich vom erbe 3 gr. grundtzinsz
ein hüben und vom jedem morgen den er zum erbe hatt, 3 g. zinsz geben,
haben sollen ein morgen aber, so zur bracke liegen bleibet soll frei sein,
brauen undt aucb von denjenigen so auszerlialb dem ringe in den gassen
schencken. wohnen jemandts zu brauen vermugende, und die gelegenheit
Oasthöwe. durch die herrschafft dorzu erkennet, der sol auch 5 g. grundt¬
zinsz und dan 2 m. vom brauwergk ablegen, und eine hübe
zum erbe zu kauften macht haben Also sol auch ein jeder
Handtwerker- handwercker jerlich 10 g. handtzinsz geben, und soll in gemein
zins- allen einwohnern zu Goldappe zu ihres tisches nottiufft und
Zutisohesnot-nicht zuverschencken oder zuverkauffen bier zu brauen zuge-
t'" f|fira!l|i.l'?i ZU l‘aszen se'n- Wo auch einer über die biererbe brandwein
Brandwein, schencken wurde, der auch 2 m. vom brandweinschanck jar
Ziegel undt jerlichen ablegen.
kalckschein. Wier vergönnen auch den einwohnern zu Goldappe, dasz
en^um howe S*° ^em ihren zu ihrem besten eine ziegel und kalckschein
kiauten schar-halten und anrichten mögen, die instleutte so in der stadt
werken. Goldappe sein werden, sollen wie an ändern ortten breuchlich
Vorbugk vom wenn sie gefordert werden, im äugst den handtscharwergk zum
rhskstudf vom Cauten mit dem rechenn, binden, ab und uffladen zu leisten
schwein soll und auszzurichten schuldig und verbunden sein. Es soll auch
so zu marck vonn jederm stuck geschlachtes vieltes durchausz so zu marckt
bracht wirdt gebracht und verkaufft wirdt, es sei klein oder grosz, der rechte
genohmen |3U^ Vom schwein aber das ruckstuck, uff unser hausz Inster-
undt uffs haus, 01 . , ,	,	, . ’	.	.
Insterb gelie- ')urg gereicht und gegeben werden. Ausz sondern gnaden ver¬
wert werden gönnen wir ihnen in dem fliesz Goldap, doch underhalb der
Frei fischerei muhlen, und so weit sich ihre grenzen erstrecken, frei fischerei1),
fun rifauffdema^so ailcb ^as s^e ^re wahren uff der Goldap ungehindert uff
flies Goldap. und abschieffen mugen. Nach schedlichen thieren alsz behren
>) 1612 erhielt der Rat von Goldapp freie Fischerei im See Rominten mit einer
Schöpfwate. Er bat dagegen und erhielt ausserhalb des Sees freie Fischorei im Mühlenteich
»soweit sich derselbe biesz ann denn orth — da unszer gahrenn nicht getzogenn wirtt er¬
strecket« 13. Juli 1612 Doch durfte sich Niemand als der Rat der Fischerei annehmen.
Die Fischerei im See Rominten wurde cassiert. (K. Hausb Lit. A. 184 Fol. 431—432).
		

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			Insterburger IJrkundenbuch.
91
wolffen und fuchseil mögen sie auch stellen, doch dasz sie die Frei auff
heutte von denselben uff unser liausz Insterburg gegen übliche schedliehe
und gewönliclie bezahlung wie andere uberantwortten.	lerfTlleii^di!"
Beschlieszlichen bevehlen wir unsern lieben getreuen dem Iiaut
verordenten rathe und burgermeistern zur Goldappe sie wollen zahlungk
diese unsere gnedige erzeigung wol erwegen, darob mit fleisz gehen ins
und ernst halten, und sonderlich uff mercken haben, das einig- amPfc
keit under der burgerschafft desgleichen vermug der wilkuhr, Admonition
die ihnen als obengedachtt gegeben gutte policey muge erhalten
und derselben nachgelebet werden. Dadurch wirdt die stadt01™'uun|]!
uff die einwohnenden zu mehrem auffwachs kommen, der schaden der wilkuhr.
und nachtheil aber so durch unordnung gerne einreiszet ver¬
mieden werden. Demnach wollen wir Albrecht Friderich
marggraff zu Brandenburg in Preussen etc. hertzog etc. obge-
melts im namen des allerhöchsten getreuen lieben gottes, für
uns unsere erben, erbnehmen und nachkommende herrschafft
hiemit und in crafft dieses unsers brieffs ausz fürstlicher macht Confirmation.
und obrigkeitt, damit- wir inhalts unserer fürstlichen regalien
begabet, ins krefftigste und bestendigste alsz es immer ge¬
schehen soll, kan oder mag, gesetzet, geordnet und bevohlen,
und die stadt Goldap bestettiget, ihnen auch ihre rechte ge-
richte und Ordnungen also wie oben auszgedruckt und angesetzet,
confirmiret, sie auch dabei zu schlitzen, zu schirmen und zu-Confinnation.
vertedingen zugesagtt, unnd versprochen haben, alles treulich
und ungevehrlich1).
Ex mandato burggrabii hoc
privilegium ita confectum est.
Secret. Casper Dargitz.
K. Hausb. Lit. A 184. Fol. 316-321 K. Verschr. 1567—71. M 921. Fol 211
bis 216.
m 108. 1571. April 8. Koenigsberg.
Nickel von Wittmansdorffs neue Verschreibung über seine guetter
im insterburgischen mul tapplauckischen den H. aprilis anno 1571.
Herzog Albrecht Friedrich erneuert Nickel von Wittmansdorf, Haupt¬
mann zu Neuhaus und Waldau auf sein Ersuchen seine von Herzog Al¬
brecht2) erkaufte Handfeste und verschreibt ihm danach 25 Hufen zu
Almenhausen, wie er sie von dem vorigen Besitzer gekauft, 35 Hufen nahe
i) Verschr. M 924, Fol 216 hat folgende Anm. »NB. weill diesen Goldappern ihr
privilegium verbrunuen, haben sie den 7. novembris ao. 1 £97 auf ihr anhaltten ein vidimus
davon bekommen (Von anderer Hand:) Den Goldappern weill sie abennahls abgebrandt
undt in demselben brande ihr privilegium auch geblieben ist ihnen den 3. november ao.
1623 wiederumb ein vidimus desselben ertheilet worden. (Von anderer Hand :) Den 31. Dec.
1785 wurde den Goldappern dieses privil. abermals in copia vidimata auf Pergament ge¬
schrieben, ertheilet. (Von anderer Hand:) Desgl. den 1. Sept. 1835.« ib. Fol. 217—221.
Willkür der stadtt Goldappe denn 14. maii anno 70.
üj Herzog Albrecht schreibt 21. Juli 1559 dem Unterhauptmann zu Insterburg, dass
er dem Rentmeister Nickel von Wittmannsdoi’f das freie Gut Allmynhausen mit den Freien
und Gerechtigkeiten gegönnt habe. Er hätte dieserhalb bereits 17. Februar 1559 an Georg
Weger, Hauptmann geschrieben. Wegen des verstorbenen Hauptmanns Schwachheit sei
die Sache hegen geblieben Er möchte nun dafür sorgen, dass W. mit den Freien ver-
		

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			92
Insterburger Urkundenbuch.
daran stossend in folgenden Grenzen, »nemblicli anzufangen an einer urnb-
schutteten gezeichneten eychen, welche auff dom flnsz Memmunge gegen
unser wildnus und über dem gutte Almenhausen stehet und über das
flusz Merunge zu gehen an der Almenhausische grentze, bisz auff eine
gezeichnete eyche, welche stehet am gebrcucho Dobelcke genandt, vonn
da auff die rechte handt bisz auff einen eichenen umbschutteten und ge¬
zeichneten pfael, der da stehet nach der Morkittischen grentze, von disem
pfael neben der Dammeraue die Salge genandt über das flisz Menige bisz
auff eine gezeichnete eichen gangen, welche eychen stehet nicht weitt von
der vorgemelten fliesz Menige, von diser eychen forttan also, das dasz ge-
melte tliesz auff der rechten handt bleibet, gegangen bisz auff die erste
eychen über dem gutt Almenhausen stehendt, zusambtt einem gebruche,
das erlongebruche genandt, und nicht weitt von dem gutt Reiffschlegers
gelogen, das Gut Riefschlegers mit 25 Hufen, alles im Amt Insterburg,
dazu das Gut Ranglacken im Gebiet Taplacken mit 25 Hufen, zu Lehns¬
recht nach dem von seinem Vater gegebenen Privileg, ferner die Gerichte,
ausgenommen Strassengerichte, einen Krug und eine Mühle mit einem
Rade. Dafür soll er mit 2 Pferden, Mann und Harnisch zu dienen schuldig
sein, jedoch befreit bis 21. März 1586 Auch belehnt er gleich Herzog
Albrecht mit Nickel von Wittmansdorf dessen Brudersöhne Fabian und
Nickel, Söhne Hans1) von Wittmansdorf, und George von Wittmansdorf,
Halbbruder Nickels, und derselben leibliche Lehnserben und Nachkommen,
und zwar dasz, falls Nickels ohne Erben stirbt, zuerst dessen Brudersöhne
und ihre Nachkommen und nach deren Tode George von Wittmansdorf
und dessen Erben die Güter übernehmen. Geben zu Königsberg den
achten tag des monats aprilis des nach Christi unsern herrn unnd heilandes
geburtt lauffenden 1571. jahres. Getzeuge diser dinge seindt die cum
titulo herr Truchses, landhoffmeyster, burggraff, cantzier, obermarschalck,
hoffmeyster, Lehendorff, Casper Dorgitz, obersecretarius, Anthon Kohl, cantz-
leischreiber und andere mehr glaubwirdige.
K. Verschr. 1567—71. M 924. Fol. 459—463.
glichen werde. (K. Reg 1011. Fol. 275). In den folgenden Jahren bat W. noch um
30 Hufen an der Grenze von Almenhausen. Der Herzog bewilligte sein Gesuch und befahl
dem Hauptmann 26. November 1561, sieh des Orts zu erkundigen und ihm womöglich eigener
Person zu bereiten, falls er nicht genugsam Bericht erhält, was für Nutzungen daselbt sind
oder sein werden an Waldwcrk etc (K Keg. 1012. Fol. 122.) 29 Februar 1592 wurde
Nickel v. W. gestattet, seine Güter im Tapiausehen und Inste rburgischen zu Lchnrecht an
Erhard Queis trotz des anfänglichen Protestes I). Fabricius zu verpfänden (K. Verschr.
1584—92. M 927. Fol 323-324.
i) Ein Hans v. W. übergab Friedrich Schepper, Georg Ciegler, Bürger der Altstadt
Koenigsberg, und Christof Wald 6 Hufen Wald auf 6 Jahre, wofür die Arrendatoren 720 M.
zu zahlen hatten. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 386—387.) 6. Juli 1609 verkauft der-
derselbe Hans v. W. Nicolaus Ciegler 1 Hufe Wald »hart bey den sechsz hüben an der
Taupilleck gelegen, welche ich zuvohr seinem bruder Georgio Cieglero unndt dieses mit
consorten verarrondiret« für 200 M. preuss. ib. Fol. 384—385. Am 31. August 1609
confirmiert Johann Sigismund einen 24. August 1609 zwischen Hans v. W. und Peter
Rösenkirch, Rat und Bürgermeister der Stadt Kneiphof, abgeschlossenen Vertrag, wonach
ersterer, der von Rösenkirch auf Kurf. Consens 1500 M. pr. auf 5 Jahre geliehen, diesem
zur Sicherheit sein Dorf Ranglacken frei ohne alle Dienst und Beschwerung verspricht »do
fünfundzwanzig hueben innehat und mit sechs erben besetzet, uf welchem einem der Schulz,
uf den ändern aber 5 pauern wohnen, die jährlichen zue 15 m für zins und freygeld zue
geben schuldig«. Sollte nach 5 Jahren das Geld nicht gezahlt werden können, soll er das
Dorf weitere 5 Jahre behalten, (ib Fol. 389—391. K. Conf. 1606 — 1610. M 933. Fol.
346-349.)
		

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			Insterburger Urkundenbuch.	93
m 109. 1572. Juli 25. Insterburg.
Abschied der Sta	
			

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			94
Insterburger Urkundenbuch.
m m. 1576. Dezember 16. Insterburg.
Bericht von wegen dess dorffs Kleschtzawenn.
Durchlauchtiger hochgcboiner fürst gnediger li. nebenn erpiettung
meiner schuldigen gehorsamen dinste, kan e. f. d. ich in untterthenigkeytt
nicht vorhaltten, das mir von e. f. d. ein schreibenn ezukommen, darinnen
dieselbigen bevhelenn das dorff Kleschawen gelegen alhier im Inster¬
burgischen zubereitten besichtigen undt einen grundtlichen wahren bericht
inss förderlichste zuzuschreibenn, welchen bevhelich ich, in aller untter¬
thenigkeytt gehorsamlich nachkommen, meinen muglichen vleiss ange-
wendett, undt allenthalben besichtigkeyt erkundigett, das dasselbige dorff
Kleschawen inn sich hatt 32 gemessenner lmbenn, welche alle besatztt
mitt 8 zinsernn, tragen die zinser e. f. d. das jhar 64 m. an gelde, 8 scheffel
habernn 20 achtel holtz. Auss dem sehe leufftt ein tliess mittenn durchs
dorff undt gutt genant Wiecke daruff eine miihle zu bauenn, an denselbigen
ström liegen auch gründe, dohin mann leicht machen mochtte, so ist der
acker undt grundt dess getreudichs lants gutt, undt die holtzung so da¬
neben wohl zugebrauchenn, darinnen etzlich klapboltz, der gutten gelegen-
heit noch geschlegen mocht werdenn. Der sehe liatt in sich sechs zöge,
ist beschemett vonn bressenn, ahl, hechtt undt andere speis fisch. Das
dorff wierdtt gebraucht zur mühle Schobinn schneiderohn undt dielenn
zuzufurenn, sowohl etzlich scharwergk zum hausse undt beyschlag nach
dem hoffe Kautten zwo meylenn gelegen. Solches e. f. d. ich iun unter¬
scheiden Qu folgenden Inhalts ein »Gnedigster fürst und herr, e. f dht sein vor diesem
berichttet worden, dass Martinus Quiatkowins todes abgeschieden sey. Nun befindet sichs,
das ermelttem Quiatkowens seiner nachgelassenen gütter halben disposition und ein testament
hintterlassen, .
Fol. 80 — 81.) Die Einziehung der 20 Hufen zu Quiatkowo und 30 Hufen zu Eiserwagen,
die nach dem Tode des kinderlos verstorbenen Qu an die Regierung zurückgefallen seien,
wurde dann 0. October lfi8.r> verordnet. (K. Reg. 102.r> Fol 131. Hausb Lit. A. 184.
pag 1. B. St-A. R. 7 00 D.) 10. November 1012 gaben die Regimentsräte dem Kur¬
fürsten den Kat, Martin Qu. 00 Hufen einzuziehen, da eine stadtliehe wiltnus von elendt
und sehwein jagen uf denselben hüben vorhanden, darausz ein 0 tausentt achtel holz, welche
zum wenigsten ein zwanzigktausent f. an gelde machen, geschlagen und mit schlechten
uncosten und gutter bequemigkeit (da es sonsten mit grösser gefahr und uncosten über haab
auhero gebracht werden musz) in e. ehurf. g. hoffhaltuug geflösset werden kan«, zumahl
es auch nicht »wider die privilegia lauffe«. (K. Verschr. 1012 - 14. J\i 930. Fol. 649.)
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
95
thenigkeytt meiner pflicht nach nicht vorhaltten sollenn undt bei e. f. d.
inn untterthenigkeytt zu dienen schuldigk undt willigk berichtt. Datum
Insterburgk denn 16 tecembris ano. 76
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 155—156.
m 112. 1577. Februar 3. Koenigsberg.
Handfeste über die Dorfschaft zu Albrechtsdorf.
Herzog Albrecht Friedrich stellt dem Schulzen und der Dorfschaft
zu Albrechtsdorf im Amt Georgenbnrg auf ihr Ansuchen eine neue Hand¬
feste aus, da die alte vom Jahr 1481 durch das Alter verdorben ist und
verleiht ihnen 40 Hufen in folgenden Grenzen, »die erste heupttgrenitz
ist zwischen Storbenickh und Wirtegal, die da scheidet das bischthumb,
unsere gutter und der tumbherrn hauss, und ist ein stein an des Pregels
über, von dannen gerichtte zugehen auff die andere grenitz ist ein pfähl
getzeichnett und umbschuttet in dem mittel der wiesen, von dannen ge¬
richtte zugehen durch die wiesen uff eine eiche, die da stehett nahe bey
dem landtwege ist ein mittelgrenitz und ist getzeichnett und mit steinenn
umbworffen, von dannen gerichtt aufftzugehen in die wildtnus woll drey
seel über die Drohe uff eine umbschuttete weide, welche getzeichnett und
ein orthgrenitz ist der ersten handt, von dannen wiederum!) zugehen gegen
den Pregel uff Hintzelaucken uff einen pfähl an einem stocke nahe bey
dem landtwege getzeichnett und umbschuttet, ist ein mittelgrenitz, von
dannen gerichtte zugehen durch das bruch auff eine wicke an des Pregels
über, ist eine orthgrenitz der dritten handt, von dannen an den Pregel
niederzugehenn uff des Pregels ausfall drey seel in die wiese unnd ist
eine mittelgrenitz der vierden handt, von dannen uff den grossen stein
uff des Pregels über, da man ersten anhub.« Eine Hufe erhalten sie zu
kulmischem Rechte ohne bäuerliche Arbeit erblich und ewig, von den
39 übrigen Hufen auch zu kulmischen Rechte sollen sie 2001/2 Mark
preussisch jährlich und von jeder Hufe besonders nach Georgenburg zinsen,
auch die Hälfte des Honigs abliefern. Gegeben zu Konnigsperg denn
dritten monatstag february nach Christi unsers lieben heilandes geburt im
tausendt funffhundertt und sieben und siebentzigisten jare.
Albertus Eridericus suscripsit.
K. XXXVII. M 18. Original auf Pergament mit hängendem Siegel.
M 113. 1577. April 10. Insterburg,
Bericht von wegen des dorffs Maidunischken, Gross Schobin,
Uscliblenken und Krickstan, sowol von Petter Mörlins hubenn.
Durchlauchtigster hochgeborner furst, gnediger herr, nach erbittunge
meiner untterthenigen bereitwilligen schuldigen dinste kan e. f. g. in
untterthenigkeit ich niclitt verhalten, das mir zwene schreiben kurtz nach¬
einander zukommen, worin e. f. g. mir auferlegen und befehlen, uf meinen
eidt und pflicht einen claren wahren bericht von den in dieses ampts ge¬
legenen dorffern, alss Maidunischken, Gross Schobin, Uschblencken unnd
		

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			!)(i
lnsterburger Urkundenbuch
Krickstan, sowoll von Fetter Mörlins hüben, wie sie an acker wiesen und
anderen nutzungen itziger zeit sein, und ob auch kunfftiger zeit etwass
anzurichten wehre, förderlichst sambt allen nottwendigen umbstenden zu-
zuschreiben, solchem e. f. g. befehlich zu folge habe ich weil ich dieselben
gutter zwier beritten, soviel icli daran befunden, diesenn folgenden bericht
einbringen sollen.
Dass dorff Maidunischken hat in sich 3 Vs zinsser leit am Darkemi-
schen walde, hatt köstlichen gutten bodem, köstlichen wiesewachs, kan
mehr zinsser bekommen, den sie waldess genugk zu roden, zinsset 26 m.
an gelde flössen alle 3J/2 erbe 4 achtel brenholtz nach Königspergk und
ein achtel ufs hauss, sechs stuck zimmer, 21/2 schl. wechter habern, 2 schl.
kaufhabern und 2 schl. kauffgerste, scharwercken auch ufm hausse, in den
muhlen, ziegelscheunnen, unnd zu aller handt notturft't ohne den acker-
baw, in diesem dorff wohnet der schultz, der den ortt landess innehatt.
Schobinen hatt 4 zinsser, hatt gutten bodem, Dingliche wiesen, alliir
hat e. f. g. eine schöne mahlmuhle unnd schneidmuhl, ein schönen teicli,
der sich auss dem sehe fleisset, welcher sehe auch in dieses dorffes grentze
leitt, hatt 4 zöge mit dem grossen garn, dieser sehe ist erhöhet mit ein
tham der muelen zum besten, ist auch noch ein schönner teicli 711 machen
der muellen zum besten, alhie ist ein krugk, geben alle 4 37*/2 m. zinss
an gelde, flössen 8 achtellioltz nach Königspergk unnd 2 achtel ufl's hauss,
geben 4 schl. wechter habern, 8 schl. kauffhabern, 8 schl. kaufgerst, schar¬
wercken woe man sie bedarff, ohne den ackerbaw.
Usehblencken hatt 2’/2 zinss, hatt gutten bodem unnd wiesen, leitt
ein gutter sehe daran, hatt funff zöge mit dem grossen garn, zinssen alle
2V2 erben 23 m. 45 ss. an gelde, flössen 4 achtellioltz nach Königsperg
und 1 achtel ufs hauss geben 2 schl. wechter habern, 4 schl. kaufhabern,
4 schl. kaufgerst, kan auch erweittert werden, dan sie gutten waldt zu
roden, scharwercken gleich den ändern beiden dorffern.
Krickstan hatt 2 zinsser, zinssen allebeide 31 m., 2 schl. wechter-
habern, 2 schl. kaufhaber, 2 schl. kaufgerst, hatt gutten bodem, zimliche
wiesen, ist ein newe gutt, leitt an den grossen Darkemischen weiden, wirtt
in kurtzen mehr zinssen, dan sie seher reuhmen1).
Diese unnd andere dorffer so untter diesem schnitzen gelegen, fuhren
die schneidrohnnen zur muhle, unnd die dielen zum wasser, flössen
auch die dielen, liier wirt auch fast alless zimmer unnd rohnen, so nach
Königspergk kommet, gehawen beygefuhret unnd geflossett.
Petter Mörlin hatt 40 hüben waldess, stösset mit einer wandt an
des h. von Kitlitzen gutt, mit der anderen wandt an den grossen sehe
Zscharna, mit der dritten an dass fliss die Sarken, mit der vierden an
dess Hawitzen gutt, hatt ein hubischen sehe darein, hatt gutten bodem
auch gutt wisen, etwass von klapholtz darin zuarbeitten, auch ein flisslein,
ist lautter waldt, dass manns so genau nicht magk besichtigen. Dieses
alles habe ich e. f. g uf derselben befelich in underthenigkeit zuschreiben
sollen und erkenne mich meinen schuldigen pflichten nach gehorsamlicli
zudienen schuldigk und gantz willig. Datum Insterburgk den 10. apprilis
ao 77.
K. Hausb Lit A. 181. Fol. 150—158
i) of. Friedrich Tribukeit’s Chronik von Ohristiankehmen edd. Horn I u. II Inster¬
burg 1894. S. 4.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
97
1U	1578. Juli 3.
Uft' bevehlieh m. g. h. Marggraff Georg Friederichs habenn wier
Wulff' freyherr tzu Haideck und Hanss von Tettaw hauptmati zur Instcr-
burgk die supplicationes welche ihrer fh. dh. unns zugesteltt vor die handt
genommen und soviel muglich vorrichtet wie volgend zu sehen. Actum
denn 3. july ao. 78.
Sterckenicker ihre clage im Gorgenburgeschen1).
Die wiessen belangende clagen die leutte mit unbilligkeitt, hat vor
langen zeiten zum Hausse gehorett, und seindt die leuthe der ortte mit
soviel wiessen vorsehen, das sie nicht allein ihre notturff't, sondern jerlichen
viel] wiessen frembden leutten umbs geldt vormittet, und seindt wier
beden hiebevorn anss bevehlieh f. h. zur bessichtigung derselben wiessen
gebrauchtt worden, und ob woll die Sterckenicker solche wiessen ein
zeitlang bey der Sehlessiger besitz des ambts Gorgenburgk, wie aus den
vortregen, so hiebey ligende, ao. 77 aufgerichtet zusehen ime bekhomnen,
so hatt sie doch Kunhem alss er die wiesse zum Hausse widerumb ge¬
nommen mit einem ändern orth wiessen den Muzkerwinkell genantt,
wiederumb vorssehen, dess er zuthuen nicht schuldig gewessen, allein
damit sie nichtt zuclagenn.
2.	Ist denn Sterckenickernn im egen von dem burggrafon zu¬
ziel geschehen, und ist wider den vorigen vortragkh, ist solches denvegen
dem burggrafen uferlegett, dass er sie dem vortrage nach zu schorwergk
gebrauchen solle und sie über den vortragkh nicht belege. Es haben
sich auch etzliche undter ihnen gesperret und sich öffentlich vornehmmen
lassen an unserm abscheidt sich nichtt genügen zulassen sondern fernner
an m. g. h. zulauffen mit vielen oppischen wortten das sie dom vor¬
trage nach nicht zum schorwerg gehen wollen, ist dem burggrafen be-
vohlen wan sie nicht quemen vormoge des vortrages sie holen zulassen.
3.	Der ochsse ist ir 7 auss ursach das sie zum schorwergk uf viel-
feltiges vorbott nichtt kommen wollen genommen, wo sie ihr schuldige
pflichtt leisten können sie in wider bekohmmen.
4.	Den flax wie an ändern ortthen gebreuhlich sindt sie ausstzutzchen
und eintzuweichen schuldig, zu dem spinnen aber soll niemandt liinfordt
getzwungen werden.
5.	Mit der jagtfur haben sie die zeit hero nicht gross beschwer
gehabt, und ist solches über zwo mahl nicht geschehen, den sie die gorn
bey den vorigen auch haben fuhren müssen.
6.	Das durchs burggraften sein schmeissenn ihnen den paurenn
ir gessinde entlaufen, hat der burggraf denjennigen die es bissweylen
verdienett und zu langsam ins scharwergkh kohmen, einen schmiss ge¬
geben aber nicht so geferlieh wie sie geclagett ist aucli nichts erwiessen.
7.	Dass holtz welches sie aufs hauss Zufuhren schuldig, weill es
aber zu hausses notturff't nicht nottig gewessen, hat er es nach Konnigs-
perg flössen lassen stehet solches in fh. ht. erklerung ob sie das flössen
gestatten wollen oder nichtt weill ers beim Hause nicht darff.
8.	Sie haben bey diesses burggrafen zeiten keine fhur nach gersten
gethan wie sie solches auch selbest gestendig, habens aber wie Pangerwitz
berichtet, zu vorn gethaen.
9.	Dass hew nach Konigsperg Zufuhren sollen sie hinfordt ent-
nohmen sein.
i) Ueber das Kammeramt Georgenburg gergl. Horn Verwaltung Ustpreussens
S. 241 249.
7
		

/Pomorze_055_07_130_0001.djvu

			98
I nsterburgor Krk» ndenbuch.
10.	Der schultis ist nicht vorjagt, sondern ist vom schultissampt
seiner nachlessigkeit halben entsetzett worden, wohnet im selben dorff noch
und thutt gleich anderen seinen nachborn die pflichtt, sie die pauren
haben an des schultiss stadt einen radtman.
11.	Der honing wirdt ihnen wie landtbrauchlich getzahlet und
noch eine halbe m. darüber gegeben.
Leipenicker beschwer im Gorgenburgschen.
1.	Mit übrigem schorwerg sindt sie nichtt belegett sondern schor-
wercken wie ssie vorhin gethaen habenn.
2.	Zum droschenn in den scheunen soll auch hinforth niemandt
getzwungen werden, sseindt auch vorhin dieweill ihnen der schorwerg
dafür erlassenn gudtwillig in die scheunen kohmen und gedroschen.
3.	Dass holtz hauen im sommer im walde ist ohne sein des burg-
grafen befehlich, wie er nicht anheim gewessen geschehen, sollens auch
hinfordt nicht mehr thun.
4.	Dass holtz belangende dass sie anss ufler setzen müssen soll
hinfort abgeschafft sein.
Nainischken im Gorgenburgschen.
Bitten dass fh. ht. die vorschaffung thuen lassen wolle, damit in ir
acker durch vorordente landtmesser möge gemessen werdenn, kan wohl
geschehen, gleuben nicht, das fh. ht. vorlust daran haben kann.
Krugerss von Narkitten unterm Gattenhoffer sein bescliwern.
Diesser kruger hat fh. ht. nnit seiner supplication zu milde berichtt,
und vorheltt sich keiu punct der warheitt gemess, scheubett es auff dem
supplicationes Schreiber, das derselbe mehr geschrieben hat den er ihme
befohlen. Dieweill aber derselbe kruger mit Gattenhoffer stettig im zwist
gelegenn, haben sie sich also vorglichen, das der kruger im dem Gatten¬
hoffer uf zu kohmmenden herbst den kiugk reumen soll im alss den geben
20 m. ann gelde, ein vahs Welausch bier und an vihe im kruge vorlassen
wieder vortragk so sie lengst undter einandter aufgerichtt vormagk.
Janelliss |
Pauli und > von Warpeliss untter Gattenhoffernn.
Melchior J
Diesser leutlein ihr begehren ist anders den sie gesupplicirtt, be-
geren linderung des schorwergs, was aber die Grentzen belangende seindt
bey des hern von Kitlitz zeitten wie der zur Insterburgkh hauptman
gewessen, auf fh. ht. bevehlich begrentz wordenn, von dem man
bericht zufurdernn.
Womotten und ) , ,, ,
Mangarben J unter Gattenhoffer.
1.	Welche sich scharwergks halbenn beschwerenn zeigett Katten-
lioffer an, das iderm zu 5 m. ackerss zu seinem teill zu egen und tzu
pflügen über wintter zu kompft.
2.	Die beschwer welche sie angetzogen dass ssie von den wüsten
haben zinssen und schorwerckenn mussenn berichtt Gattenhoffer das etwas
geschehen, wilss aber nachmals abschaffen.
		

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			Insterburger Urkundenbueh.
99
3.	Er Gattenhoffer lest ihnen ein stuck waldes abstechenn, darin
sie eichelen und holtzepffell lessenn mögenn, do er aber rohre uf behren
und wilde schwein legtt, do vorbeutt ers ihnen, damit sie sich dafor zu
hatten habenn. Es ist ein hirdt dem es auch verbotton gewesen über
ein rohr gekommen, welches schon vor 26 jhor geschehen und sich er¬
schossen, er sich aber der Gattenhoffer mit seinen freinden vortragenn.
Nu hatt sich wiederumb einer welcher in den waldtnussen ist umbher
gestrichenn inss behn geschossen, lebet aber.
4.	Bren und bauholtz zu ihrer notharfft, saget Gattenhoffer, wehret
ehr inn nicht ohnn eichenn, sondern zuvorkauffen will ers ihnen
nicht gestatten.
5.	Dass vihe müssen sie ahne seinen willen nicht vorkauffenn,
ursach ist diesse das sie alles den fleyschern vorkauffen und wenig in
ihren gehofften behaldten, do sie aber was übrig und er es besichtigett
liatt, mögen sie es vorkauffenn.
6.	Dass er auf den quirlen hatt mahlen lassenn hatt er es auss
nott wegen des grossen gewessersch halben thun lassen müssen, sollens
forthin nicht mehr thuen.
7.	Die dreuwortto so Gattenhoffer gegen sie soll gebahret haben,
gestehet er nichtt.
Urban letschin (.) j beschwor über Gattenhoffer.
Broschus Kaldnnartt /
Urban Petschin berichtt, Gattenhoffer hab ihm über gebur etzlich
stuck viehes genommen, hat ihn auch noch vor seinen undterthanen
angetzogen, weill aber der man antzeigtt, er solch vihe erkaufft, so ist
Gattenhoffer des fals zu friede gesprochen, auch da nu der vatter etwas
mehr geben waldte vom erb das es Gattenhoffer nichtt zuwider sein solle
vorglichen, soll auch nunmehr vom ihm gantz und gar loss sein, damit
die parte zu fride gewessen.
2.	Dass holtz ist nicht sein allein, sondern seines vattern und seines
brudern gewesen, seinen teill gestehet Gattenhoffer habe er zu sich ge¬
nommen, den er ihm schuldig gewesen sey.
Broschus der ander cleger ist vor uns nicht erschinen, Gattenhoffer
berichtt, er habe den ochssen, die lcuhe und ein pferdt uf dem erbe be¬
haldten, das ander pferdt ist sein des Gattenhoffer, die 4 m. ist er im
vor den zinss schuldig gewessen.
Sweygerrawen undter Gattenhoffer ihre beschwer.
Die Schweigerauer begehren, dass sie fh. h. muchten ihre diensto
thuen, und nicht kattenhoffern. Gattenhoffer heldt sich an seine vor-
schreibung und fh ht. gegeben abscheids, dass sie sein unterthanen, des
wier auch, auss habender commisionn bevohlich, sie dahin gehalten, da¬
mit sie demselben nachkommen.
2.	Altznums hatt getolckett und Gattenhoffer berufft sich uff fh. ht.
hofferethe.
3.	Wie sie in gefengknus anss bevehlich fhh. htt. hofferethe zu
Konnigsberg gesetzet und herauss gelassen worden, hatt der sehulz ihrer
zwen mit der jungfern die daumen zusammen geschraubett1),
derwegen nachtzufragen auss wes bevehlich oder ursach solches geschehen.
4.	Habenn die Schweigerauer den Gattenhoffer umb ein rohr ihnnen
zuleyhen gebetten, den ein behr in ihrem getreydicht gewohnnet uf den
soldt er es legen lassen über dem ist das rohr wegk kommen haben sie
i) Ueber die Tortur in Preussen vergl Zeitsoh. der Altertumsgesellschaft Insterburg
Heft 2 S. 53—67. A. M 5. 1880 S. 671. Neue P. Pr.-Bl. Bd 4 S. 217.
7*
		

/Pomorze_055_07_132_0001.djvu

			100
Insterburger Urkundenbuch
es ihm zahlen mussenn, er Gattenhoffer erbeut sich do sie im das rohr
widerumb zustellen, will er ihnnen den haber so sie ihm dafor gegeben
widerumb erstatten.
5. Mitt dem scharwerg uf den wüsten hüben will er sie vorthin
nicht mehr beschweren.
Ingleichem habenn wier die beschwer, so wider denn Hohendorff
gethaen auch vorhoren wollen, der Hohendorff alss der beclegte hatt sich
eingestellt und auffgewartt, aber die cleger wider in seindt nichtt er¬
schienen. Est ist der pfarr zu Pillupenen ein vorsoffenner godtloser
pfaffe, der zugleich Kruger und pfaff und bösses leben fuhrett, davon zu
seiner zeitt gutter berichtt geschehen kann, wie auch das die Commission
ao. 68 clerlich aussweissett, da er sich der gerichtt angemassett die ich
heuptman ihm nicht gestatten wollen ihme auch seine gefenknus so er
tirranischerweisse gebauwet einreissenn lassen darüber er dan diesse
unwarhafl'tige supplication gestellet, zu derer er sich nicht einstellen
wollen, beschuldiget mich mit unwarheitt das er ob godt will nimmer
darthuen soll, habe je und alle wege einem jeden was er befugt die
billigkeit, soviel in meinem vormogen gewessen gern und willig mit-
geteilet. So ist mier Hohendorff nicht auff ein Harr mit bludtfreindt-
schafft vorwandt, vielweniger hatt es gedachter pfaff mier jehe geclagett
oder auch die dorffschafft, die diesser pfaff hiertzu instigiret, derhalben
e. fh. g. dass fruchtgen woll tzumerkenn. Er ist furwar dem ministerio
ein greuel, den er ein söffer spiler etc., wartt seines ampts das es godt
erbarm, am kruge ist im mehr gelegen den an der Kirche.
DesHohendorffes dorfferlein belangend dafon haben e. f. g. ein w ahrhaftige
copie seiner vorschreiben, darauss sie zusehen was er befugett oder nichtt.
Die jagt sollen e. fh. g. in warheitt glauben das Hohendorff kein
ferlicher jeger, und ist diss alles des pfaffen angetrieb, gleuben nicht,
das Hohendorff das jharr über 2 hassen fang, habens ihm aber gleich-
woll undtersagtt.
Die teichlichen so klein und gering hatt nichtt ehr, sondern sein
ivorfar mit vorwissen der oberkeitt gemaehett. auch die leutte dafor
contentiret, ist auch niee gesahten1) worden.
Den Teekelbergschen krugk belangende hab ich herr von Heydeck
besichtigett, befinde soviel auss dem augenschein, das es ein lauter zu-
nottigung und unbilliges clagen.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 161—166.
m 115.	1583. Januar i.
Matthesen Andrunisckenn und Jurcken schulzengebiette2) im
Insterburgieschen Verschreibung den 1. januarii ao.
Markgraf Georg Friedrich hat, nach dem er von den Oommissarien
berichtet, dass die Unterthanen des Amts Insterburg mit unerträglichem
Scharwerk beschwert würden, und er befunden, dass «nur allein an den
höven unnd teglichen hauszscharwerck das meiste gelegen, dazu ir viell
unnd das mehrer teill enttweder durch die ambtsdienere, oder aber
schnitzen unnd packemoren über ire pflichtt unnöttiger weise teglichen
vortgetrieben, unnd oftmals wenig oder gar nichts damitt vorrichtet»,
durch die Commissarien nach vorlassung unsers forwercks unnd schefferey
!) gesetzet.
2) Ueber den Umfang und die Zahl der Schulzengebiete vergl. Horn Verwaltung
Ostpreussens S. 206—211.
		

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			Insterburgor Urkundenbuch.
101
der Schweislauckieschen fellder, sowoll des hoves Kiauten, nach vor-
gleichung des zinses nach huebennzaell» mit dem Schulzengebiet Mathesen1);
115 72 Ziuser 347 Hnfen 7 Morgen ohne die Neusassen, die noch zur
Zeit nicht gemessen sind, verglichen, dass jede Hufe 3 Mark, 1/a Sch.
Gerste, ]/2 Sch Hafer zinsen, jedes Erbe oder Zins, zu 3 Hufen gerechnet,
2 Achtel Holz nach Koenigsberg flössen und wie vor alters aufsetzen,
einen Morgen Wiesenwachs hauen und treuge einführen, */2 Achtelholz,
1 Tonne Kalkstein auf das Haus liefern, Zins und Getreide jährlich 14
Tage nach Weihnachten nach Insterburg erlegen, das gemeine Scharvverk
des Hauses, alten Hofes, Feldbaues mit Pflügen doch mit unsern Ochsen,
die Mistfuhre im August zu allerlei Getreide ausführen, mit Schneiden,
Binden und Einführen wie die im Lolischen, Melchiors und Jurken
Schulzenamt, nebst der Beförderung und Ausführung der Waldwahren
an Rücken, knütteln und kloben dazu das Bauholz um gebührliche Be¬
zahlung thun, jedoch des Brauhauses, Ziegelscheun, ausgenommen des
Rauchholzes, befreit sein sollen. Was Kirchen, Stege, Wege, Jagden,
gemeine Landsteuer und Beschwer betrifft, sollen sie ausrichten, was
andere Amtsunterthanen leisten. Solche Vergleichung bestätigt und die
Hufen zu kulmischen Rechten erblich verschrieben. Ein Verkauf darf
nur mit Wissen des Hauptmanns geschehen, das Erbe soll genügend
besetzt, der Regierung vom Verkäufer das Auflassgeld abgelegt werden.
K. Verschr. 1576-83. M 926. Fol. 367—370.
110. 1583. October io. Koenigsberg-.
Privilegium der Stadt Insterburg.
Geben zu Königsperg den zehnden octobris nach Christi unsers
lieben herrn und seligmaehers geburt im eintausent fünffhundert und
dreiu 11 d achtzigsten j are.2)
K. Hausb. Lit. A. 184. Vol. ‘209—219. K. Verschr. 1576—83. 926. Fol.
354—276. Abgedruckt bei Kossmann a. a. 0. Beilage B.
m 117. 1583. November 6. Koenigsberg.
Abschied über den Schweisslauckenschen Acker.
Gegeben zu Königsbergk den sechsssten monatstag novemb. nach
Christy unsers lieben herrn und serligmachers geburtt funfftzehenhundert
undt im drey undt achtzigsten jahre.
K. llausb. Lit. A. 184. Fol. 141—142. K. Verschr. 1576—83. M 926. Fol.
395—397. Abgedruckt bei Kossmann a. a. 0. Beilage C.
1)	Am Rande: «Mat. Andrunischken 106 ziuser 364 hüben 2 morgen, Jureken
95i/2 zins 287 hüben 28 morgen wie etc.»
2)	Insterburger zulasz dasz der stadt ufm seeu unnd churischem hab mochte frische
viseh zukauffen zugelaszen werdenn den 12. octob. ao. 93. (K. Verschr. 1584 92.
JV° 927. Fol. 346.)
		

/Pomorze_055_07_134_0001.djvu

			102
Insterburger Urkundenbuch.
m 118. 1583. Dezember 6. Insterburg.
Verabschiedung der lierren commissarien über Hansen Sommern
zweien hüben, so ehr über seiner vorschreibung gebrauchett.
Hanss Sommer kruger zu Tellitzkemen hett noch zwei zinsibare
hüben über die vier krughuben1) vermöge seiner vorsehreibung umb einen
gebuhrlichenn zinss angenommen, soll jerlichen davon vor ider hubenn
4 m. zugebenn schuldig sein, soll dagegen alless Scharwerks unnd be-
schwerung exempt und benommen sein. Actum Insterb, den 6. decemb.
anno 83.
Faustinus Nimbsch.
Assmuss Gross.
Hanss ßickerling.
K. Hausb. Lit. A 184. Fol. 173.	.
btt*» «H* *
m 115. 1584. Januar i. Koenigsberg.
Gaweitschen schnitzen gebietes Verschreibung den
1. januarii anno 1584.
Vgl. Ji/s 115. Schulzengebiet Gaweiten, 10(>’/2 Eibe 427 Hufen 20
Morgen ohne die Nousassen, soll von jeder Hufe 4 Mark 30 Schilling,
^2 Sch. Gerste, 1/2 Sch. Hafer zinsen, von jedem Erbe oder Zinse, zu
4 Hufen gerechnet, einen Morgen Wiesenwachs hauen, zusammenbringen
und treuge einführen, ]/2 Achtel Brennholz, 1 Tonne Kalkstein nach
Insterburg liefern, den Zins jährlich 14 Tage nach Weihnachten nach
Insterburg erlegen, die Scbeidebanenfuhr aus den Wäldern bis an die
Mühlen von Stück 5 Groschen, die Dielenfuhr fürs Schock 3 Mark von
der Mühle bis nach Insterburg flössen, Kirchen, Jagd, Stege, Wege, alle
Mühlen und Teiche erhalten, die Post'2) im Schulzenamt und nicht weiter
besorgen, die Waldwahren3), die ihnen wie vor alters verlohnet würden,
ausführen, ferner leisten, was des Vaterlandes Wohlfahrt und Notdurft
und Beschwer an Landsteuern betrifft, und alles thun, was die ändern
Amtsuntertbanen zu thun schuldig sind. Zu der Fischerei in diesem und
dem Romintischen Schulzengebiet sind 16 Zinse verordnet, sind befreit
vom Wiesenwachs, '/2 Achtelholz, 1 Tonne Kalkstein.
Datum Königsberg den 1. januarii ao. 84.
K. Verschr. 1584—92. M 927. Fol. 27—29.
m 120. 1584. Januar i. (Koenigsberg.)
Petriken
Kattenau schulzengebiets im Insterburgschen verschreibnng
Jannüschen	den 1. januarii 1584.
Misse
Markgraf Georg Friedrich hat, nachdem er von den Commissarien
berichtet, dass die Unterthanen des Amts Insterburg mit unerträglichem
') Sommer hatte 4. März 1581 von Gertrud Appellmann 4 kulmische Hufen zu
Tellitzkehmen für 300 Mark gekauft. Vertrag zwischen Hans Sommer und Gertrud
Apellmann anno 1581. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 172 — 173.)
2) Ueber diese Posten vergl. Horn Verwaltung Ostpr. S. 357 ff.
s) Ueber das Forstwesen das. S. 445 ff.
		

/Pomorze_055_07_135_0001.djvu

			Insterburger tJrknndenbuch.
103
Scharwerk beschwert würden, und es befunden dass «nur allein an den
höfen unnd teglichen hausscharwercks das merste gelegen, darzue ihr
viel unnd das mehrertheil entweder durch die ambtsdiener oder aber
Schulzen unnd packmohren über ihre pflichte unnötiger weise teglichen
fortgetrieben und offtmals wenig oder aber gar nichts damit verriclitett
unnd gleichwol zue 4. 7. 8. 10. auch 12 meil weges zureisen gehabet»
durch die Commissarien «nach verlassung nnsers fhurwercks unnd scheferey
der Schweszlauckischen felder, so wol des hofes Kiauten, nach vergleichung
des zinsses nach hubenzhal» mit dem Schulzengebiet Petricken,1) 277
Zinser 1111 Hufen 3 Morgen ohne die Neusassen, verglichen, dass jede
Hufe jährlich 4 Mark 30 Schilling, 1Sch. Gerste, '/a Sch. Hafer zinsen,
jedes Erbe oder Zins, zu 4 Hufen gerechnet, 1 Morgen Wiesen hauen,
zusammenbringen und treuge einführen, 1/<2 Achtel Brennholz, 1 Tonne
Kalkstein nach Insterburg liefern, den Zins jährlich 14 Tage nach Weih¬
nachten nach Insterburg erlegen soll. Sonst sollen die Unterthanen zu
keinem neuen Acker oder Feldbau, zu Hof und Scharwerk noch in andere
Aemter genöthigt werden, doch sollen sie Kirche, Wege, Stege, Jagden,
Post allein im Amt, alte Mühlen, Teiche erhalten, Wagenschoss und Klapp¬
holz für Bezahlung ausführen, Bau-, Zimmerholz, Dielen, jedes Schock
für 2 Mark nach Koenigsberg neben den 3 Schulzenämtern Missen,
Kattenau, Jannuschken flössen, auch sonst für des Vaterlandes Wohlfahrt
und Notdurft, auch Beschwer an Landsteuern u. dgl. leisten. Vergleichung
bestätigt, die Hufen zu kulmischem Rechte erblich verschrieben. Ein
Verkauf darf nur mit Wissen des Hauptmanns geschehen, das Erbe soll
genügend besetzt, der Regierung vom Verkäufer das Auflassgeld abge¬
legt werden.
K. Verschr. 1584—92. M 927. Fol. 29-31
m 121. 1584. Januar i. Koenigsberg.
Lölen des schültzen gebietes im Insterburgischen Verschreibung
den 1. januarii anno 1584.
Vgl. M' 115. Schulzengebiet Löle 51 Erbe 154 Hufen 3 Morgen
zinst und leistet wie M 115, doch ist es wegen geringen Ackers des
Achtel Holz, der Tonne Kalkstein, des Scharwerks zur Ziegelscheune,
ausgenommen des Rauchholzes, und zum Brauhause befreit. Geschehen
zue Königsberg den ersten januarii anno 1584.
K. Verschr. 1584—92 M 927. Fol. 31—34.
m 122. 1584. Januar i. Koenigsberg.
Bältzcrs \	»1
(ievstadt ' schultzengebiettes im Insterburgischen ver-
Medunisken ) Schreibungen den 1. januarii ao. 84.
Vgl. JVs 120. Entfernung 4. 7. 8. auch 9 Meilen Weg. Schulzen¬
gebiet Balzer'2). 188 Zinser 753 Hufen 26 Morgen ohne Neusassen soll
1)	Am Rande «Kattennschen 167 zinsser 668 hüben 24i/2 morgen, Januschken 217
zinsser 848 hüben 17 morgen, Missen 1891/2 zinsser 757 hüben 6>/2 morgen.»
2)	Am Rande «Geystaht welche 91 Zinsser 365 hüben 21 morgen, Medunischken
welche 128 ziensser 512 hüben 8 morgen.»
		

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			104
Insterburger Urkundenbuch.
von jeder Hufe jährlich 3 Mark 30 Schilling, J/2 Sch. Gerste, yj<2 Sch.
Hafer zinsen, von jedem Erbe oder Zins, mit 4 Hufen gerechnet, einen
Morgen Wiesen hauen und treuge einführen, 2 Achtel Holz nach Koenigs-
berg flössen in den Holzgarten wie vor alters setzen, '/2 Achtel Brenn¬
holz nach Insterburg, und 1 Tonne Kalkstein liefern, Zins und Getreide
14 Tage nach Weihnachten jährlich in Insterburg abliefern. (Das Uebrige
wie in M 115). Schulzengebiet Medunischkon, welches 5. 6. auch 7 Mark
von der Hufe zinst, ist des gemeinen Scharwerks zu Hauses und Hofes
Notdurft, auch des Achtelholzes befreit, ausgenommen Kirche, Stege und
Wege und bei der Jagd mit Spiessen bei den Tüchern und Garn zu
stehen. Geben zue Königsberg den 1. januarii anno 1584.
K. Verschr. 1584—92. M 927. Fol. 34—36.
m 123. 1584. Januar i. (Koenigsberg).
Romitten des schultzengebiettes im Insterburgischen
Verschreibung den 1. januarii anno 1584.
Vgl. M> 115. Schulzengebiet Rominten, 121 */2 Zinser 004 Hufen
28 Morgen ohne die Neusassen, soll von jeder Hufe 4 Mark 30 Schilling,
x/% Sch. Gerste, J/2 Sch. Hafer zinsen, von jedem Erbe, mit 4 Hufen ge¬
rechnet, einen Morgen Wiesenwachs gewinnen, '/‘i Achtel Brennholz nach
Insterburg setzen, und 1 Tonne Kalkstein, mit ihren Ochsen pflügen, vom
Brauhaus und vom Scharwerk in ändern Aemten befreit sein, dagegen
im Hofe Kiauten und derselben Schäferei, bei der 6 Hufen in allen drei
Feldern zu bleiben verordnet ist, zur Mistfuhre und im August mit
Schneiden, Binden, Einführen allerlei Getreides und zur Erhaltung der
Gebäude und Zäune daselbst wie im Romintischen Jagdhause, gleichfalls
zu Jagden zur Fuhre von allerlei Bauholz, Eichen, Fichten, Tannen, auch
Waldwahren gegen Belohnung verwandt werden. Der Zins soll 14 Tage
nach Weihnachten jährlich nach Insterburg abgelegt werden. Von Kirchen
Wege, Stege, Jagd, Post im Schulzenamt, Mühlen, Teiche, gemeine Land¬
steuer, von des Vaterlandes Wohlfahrt und Notdurft sind sie nicht be¬
freit. (Schluss wie M ] 15).
K. Verschr. 1584—92. M 927. Fol. 37—39.
m 124. 1585. August 6. Rominten.
Mauritz Stoltznerr verschreibungk über denn rodeacker zu
Geilwittenn im romittschen schultzenngebiette.
Markgraf Georg Friedrich nimmt Moritz Stoltzner zu seinem Jäger
und Wiltnissbereiter an und befiehlt ihm eine bereits 1583 zugosagte
Wohnung im Ort Gehlweiden1) zu erbauen und ihm einen Ort Waldes,
Gehlweiden genannt, zu kulmischem Rechte einzuräumen. Die Kosten
der Wohnung werden ihm allmählich von seiner Besoldung abgezogen.
In den umliegenden 2 kleinen Seen Estrauen und Reckauen darf er mit
kleinem Zeug für seinen Tisch fischen. Datum aufi' unsern Jagdhausze
Romittenn denn 6. augusti anno 85.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 287—288.
*) Geylwetten, Geilwitten, jefzt Galweden.
		

/Pomorze_055_07_137_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
105
m 125.	1586. September 8.
An Faustin Niinptsclien die einwoliner zu Scheptein bet.
den 8. septem b. anno etc. 8(>.
L. g. was die einwoliner zu Scheptein deines verwaltenden Inster¬
burgischen ambts sich wegen des ihnen durch den burggraffen verbottenen
ackers erklagen und bitten, hastu innliegendt zusehen. Wo nun die leutte
den acker so lang, wie sie anzeigen, und bey vierzig jharen besessen,
wiszen wir nicht, was man sich understehett, inn deme ein neues zu
machen, und ihnen das ihre wider ihren willen ändern leuten zum
besten zuentziehen, oder unerkantes rechtens zu verbitten. Berehlen dir
derhalben, du wollest sie wider billigkeit nicht beschweren, sie auch bey
dem ihren bleiben lassen. Solte es aber eine erhebliche Ursache haben,
solches anhero berichten, und ferner bescheidts gewartten. An dem etc.
Sebastian Hoffman.
K. Keg. 1026. Fol. 345.
m 126.	1587. September 5.
Hansen Eggerdten vorschreibung über seinen krugk
und drei hubenn.
Hans Eggert kauft von Faustin Nimbtsch, Hauptmann von Inster¬
burg, einen Krug und 3 Hufen im Schulzenamt Medunen im Dorfe
Bratzkemen1) für 100 Mark, kommende Weihnachten 25 Mark und dann
jährlich 25 Mark2), ferner für jede Hufe 3 Mark Zins gleich den ändern
Zinshufen im Dorf, und 6 Mark Schankgeld. Da bei seinen 3 Hufen
kein Wiesenwachs ist, sollen ihm 4 Morgen Wiesen in Rososzen3) zu
gebührlichem Zins überlassen werden. Sollte bei Rososzen eine Wiese
von 2—3 Morgen vorhanden sein, soll sie dem neuen Krüger zu eignen
Unkosten überwiesen werden. An den 5. septembris 87.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 197.
m 127.	1588. Februar 26.
An Insterburg den 20. februar ao. 88.
Was Lorentz Oreden auszm Insterburgischen sich beclagt wegen
eines Krugs, welchen itzt andere haben wollen, da ihme aber unter deiner
handt und sigell einen abschiedt gegeben, das hastu inligendt zuersehen.
Wann nun deme also, und man nicht gnugsame Ursachen hette,
können wir nicht sehen, wie man den armen man davon dringen wolte,
') Heute Bretschkehmen Kreis Darkehmen (Medunisch-Szabinisches S.-A.)
2)	Die Quittungen, dass E. 22. Februar 1588 U5 Mark, 13. Februar 1591 25 Mark
und 11. März 1592 50 Mark auf den Krug bezahlt habe, Hausb. Lit. A. 184. Fol. 197.
3)	Raschaschen, Rososchen.
		

/Pomorze_055_07_138_0001.djvu

			106
Insterburger Urkundenbuch.
wollest demnach, do deme also, und nicht andere Ursachen vorhanden,
den armen man bey dem schanck schützen, hette es aber ein andere
gelegenheit darumb, so wollest uns deinen bericht neben widerschickung
dieser supplication zuschickhen An deme etc.
H. canzler mond.	Georg Osterberger.
K. Reg. 1028. Fol. 175—176.
m 128. 1588. März 20. Insterburg.
Der herrn commissarien abscheidt wegen morgen wiesen dem
Albrecht Rickerlinge denn 20. inartii ao. 88.
Die zu abhorunge der 87 jahr rechnung in den Samlandischschen
Kreisz1) abgeordenete haben Hansen Lengnicken budenickersz wieder
Albrecht Rickorlingen einer wiesen halbenn beigebrachte beschwer, unndt
dan sein des Rickerlings einwendenn eingenommen unndt dieses befunden.
Obwohl Lengenicke daliinn gegangen, das die wiesen welche Rickerling
umb geburlichen zins in besitz bekommen bei den budenwerrk bleiben
unndt solche zu auffsetzung bundung und flössang f. dr. holtzes gebraucht
werden muste und umb ubergebung derselben gebetten, so hatt doch
Rickerling dieses beigebracht, dasz die wiese zu dem budenwergk nicht
gehörtte noch dem budenicker zu gebrauchen geburette, sonndern er
Rickerlingk hette dieselben umb geburlichen j erlichen zinss erhaltten zur
zeitt, alsz ehr uf der herrn f. dr. oberräth handluug wieder denn contract
nachgegeben von jedem 100 holtz einen gülden fallen zu laszenn, kegen
solcher seiner guttwilligen nachgebung wehre ihme die itzo vonn Leng¬
nicken streittig gemachte 3 morgen wiesen umb jerliehen davon gehorigenn
zinsz in besitz gegeben worden.
Nachdem dan Rickerlingk über dieses sich erbetten, ehr Lengnicken
soltte dasz über an der wiesen und auch wo vonnötten die wiesenn zu
f dr. holtz gebrauchen, ehr wollte zu f. dr. nutz die wiesen solange alsz
zu dem holtz flöszen undt binden vonnötten wehre, gerne f. dr. gönnen,
undt nichts desto weniger die wiesen volnkömlichen vorzinszen, alsz sehen
die herrn commissarien nicht wie Lengnick den Rickerling heben und
ihnen in seinem besitz turbiren könne, sondern achten vor billich undt
wollen das Lengnick den Rickerlingk die wiesen genieszen lasze undt
ehr Rickerlingk, solange er den zinsz erlegen wirdt, druber geschutzet
unndt gehandthaben werde, es woltte dan Rickerlingk die wiesen den
Lengnicken, (doch das Lengnick den zinsz, welchen Rickerling jerliehen
zu erlegen schuldig, auch gebe) guttwillig abtretten2) und sich in ander
wege vorgnugen laszen, welclis in dasz Rickerlings Wohlgefallen stehen
soll, auff welchen fahl den Insterburgischen ambtsdienern befohlen wirdt, den
Rickerlingk mitt so viell morgen wiesen wachsz als er den Lengnick abtritt
billichen dingen nach an andren orttren zuvorgnugen, unnd den zinsz
f. dr. geburlichen zuvorrechnen. Actum Insterburgk den 20. martii anno 88.
Heinsz Follertt.
Johann Geyssendorfter.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 188—189.
1)	Ueber die 3 Kreise vergl. Horn Verwaltung S. 274—277.
2)	Vgl. M 70, M 85 u. M 130.
		

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			Insterburger l'ikundenbuch.	107
m 129. 1588. Juni 18. Insterburg.
Willusz Schuckayten kauffbrief über den krug zu Schacklen.
Ludwig Karioth, Burggraf zu Insterburg, verkauft Willusz Schuekait
einen Krug zu Schackein1) für 100 Mark bares Geld und jährlich 6 Mark
Zins. Actum Insterburgk den 18. junii ao. 88.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 198.
m i3o. 1588. Juli 26. Insterburg.
Hansz Lengnicken hatt Albrecht Rickerling gegen vorgnugung
beim schloszberge die 3 morgen wiesen liinder
Pangerwitzen abgetreten.
Auf Veranlassung Ludwig Kariotlis, Burggraf von Insterburg, tritt
Rickerling 3 Morgen Wiesen Lengnick ab2) wofür er 3 Morgen Wiesen
in den alten höfischen Wiesen bei dem georgenburgischen Schlossberge
erhalten hat, jedoch sollte er dieser 3 Moigen wegen angefochten werden,
so soll ihm Lengnick oder wer sonst die seinigen wieder abtreten. Ge
schehen zur Insterburg ao. 88 den 26 julii.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 200.
m 131. 1588. September 18. Koenigsberg.
Quittantz Bastian Jaxtenn wegen der erkauftenn vier buben
zu Brackupenenn den 18. septembris anno 1588.
Markgraf Georg Friedrich quittiert Bastian Jaxt aus dem Inster¬
burgischen 100 fl. poln. für 4 Hufen zu Brakupöhnen, welche ihm die
Commissarien verkauft und verspricht ihm demnächst eine Verschreibung.
Gegebenn zue Könnigspergk etc.
K. Verschr. 1584—96. M 928. Fol. 123.
M 132.	1590. AugUSt 17.
An Insterburg Pallulis Petkunas zu Dopenen aet. den
17. augusti ao. 90,
L. getreuen, was sich Pallulis Petkunas zu Dopenen underthenigst
beschweret und bittet, solclis habt ihr aus dem innschlusz mit mehrerm
zuvernehmen.
Wofern sichs nun berichter massen verhielte, dos ihmo der krug
von Fanstin Ninibtschen eingereumot, auch alle gebühr wegen des
schanckvvercks erleget, und ändern krügern nicht zuschaden gelegen,
1)	Schacklen, Schackellen, jetzt Schäkeln bei Tolmingkehmen, Kreis Goldap.
2)	Vgl. M 128.
		

/Pomorze_055_07_140_0001.djvu

			108
Insterburger Urkundenbuch.
wüsten wir nichst, mit was fngen uff Christoff von Hohendorffs1) angeben
ihme das schanckwerck könte geleget werden. Ist dcrvegen hiemit an euch
unser gnedigei und zuverlessiger bevehlich, ihr wollet euch wie es liier-
iimb gewant im grundt unnd eigentlichen erkundigen, unnd unsz euern
schriefftlichen und ausführlichen bericht zukommen lassen, damit wir die
fernere gebühr mögen anzuordnen haben. Daran etc.
( Hofmeister
Herr ; Warnin
( D. Prandtner sub.
Georg Hanisch.
K. Reg. 1030. Eol. 363-364.
m iB3.	1590. September 12.
An Insterburg Laurentium Krumdorff act. den
12. septeml). anno 90.
L. getreuen, was bey unsz Laurentius Krumdorff, pfarrer zu Nem-
mersdorff, abermals wegen der drey hüben im dörflein Sodeiken das
ihme dieselben lenger eingereumet werden möchten, underthenigst suchet
unnd bittet, befindet ihr inliegendt.
Dieweil er dann gleich ändern nachparn alle gepürliche pflicht zinsz
und scharwercken uff sich zunehmen erbeut, so seindt wir gnedigst zu¬
frieden mit gnedigetem bevehlich, das ihme solche hüben ferner gegen
leistung gedachter pflicht eingereumet und gelassen werden, was aber sein
ander bitte belangt, dos er wegen desz erlittenen brandtschadens nur ein
jharlang desz scharwercks befreiet sein möge, stellen wirs dahin, wofern
seine nachparn durch güetliche handlung dos scharwerck so ihme zu
leisten obliegt, uff sich nehmen wollen, das unnsz solches auch nicht zu¬
wider sein, sondern mag der supplicant uff solchen fall desz scharwercks
allein uff ein jarlang gefreyet bleiben. Daran etc.
Hofmeister.
Burggraf.
Marse halch.
Warnin.
D. Prandtner.
D. Fabricius.
Johann Evander.
K. Reg. 1030. Fol. 367—368.
Herr
22. October 1589 wird Christof von Hohendorf, vermutlich der spätere Land¬
richter, der 17. Mai 1615 2 Hufen im Dorf Pillupöhnen erhalt, um Erklärung
angegangen, ob er die Verwaltung des Amts Insterburg übernehmen wolle. (K. Reg. 1029.
Fol . 74). Danach und nach der Andeutung im Text könnte man vermuten, dass
H. eine Zeitlang den Hauptmann von Insterburg vertreten.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
109
jß 134. 1590. September 14. Insterburg.
Vorschreibunge wegen» der gekaufftenn hubenn dess schefferss
zu Kiauten.
Jacob Richter, des Schäfers Sohn zu Kiauten, kauft 2 Hufen zu
Antpelletanen im Schulzenamt Rominten, die solange wüst gelegen gegen
die üblichen Pflichten. Actum Insterburgk denn 14. septembris anno 1590.
Christoff vonn der Diehle heubtmann.
Daniell Brosswitz.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 118.
m 135. 1591. August 5. Insterburg.
Herzog Albrecht Friedrich hat von Andreas Wierzinski, Pfarrer zu
Szabienen die dessen Vater, weiland gewesenen Pfarrer zu Mierunsken,
verliehenen 2 Hufen1) im Amt Oletzko gelegen zurückgenommen und ihm
2 Hufen im Gebiet Insterburg übergeben, wie ihm auch 2 Hufen zu
Gross Szabienen eingeräumt sind. Dies Andreas auf sein Ansuchen zur
Benachrichtigung unangesehen, dass er einen ausreichenden Schein erhalten
hat2). Actum Insterburg den 5. augusti anno 1591.
Christoff von der Dehle.
hauptman.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 194.
M136. 1591. October 20. Koenigsberg.
Vorschreibunge über Daniell Proszwittzen 4 hüben zur Kattenow
unndt (>. Iiiiben zu Schursinen.
Markgraf Georg Friedrichs Regierungsräte verkaufen Daniel Brosch¬
witz3) im Amt Insterburg ein Uebermass von 16 Hufen und 11 Morgen
zu Kattenau und Kl. Schursinen und zwar 4 Hufen zu Kattenau «wie
ime die durch vorsetzunge desz Peter zinses, so zum negsten ann
der widem, bey desz Andrenn krugkacker gelegen, eingeräumt» und 6
!) Leonhard Wierzinski, Pfarrer zu Mierunsken, hatte 2 Hufen zwischen Mierunsken
und Oarbassen zu kulmischem Rechte erblich frei von Zins, Pflicht und Scharwerk
17. November 1584 erhalten. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 193—194.) Kogge a. a. ü. pag. 6.
2) 2. Februar 1590 schreibt der Markgraf Georg Friedrich dem Hauptmann, dass
Andreas W. wegen der 2 Hufen zu Mierunsken suppliciert. Sollte es sich so verhalten,
dass nach Absterhen Leonhards W und als Andreas W. zum Pfarrdienst bestätigt, er
(der Markgr.) die Verwechslung der beiden angeregten begnadigten Hufen gestattet uud
ihm gegen die zu Mierunsken 2 zu Szabienen durch Faustin Nimbtsch einzuräumen be¬
fohlen haben, sollte er dabei erhalten werden frei von Zins und Scharwerk; sollte es
anders sein, will er Bericht haben. (K. Reg. 1030. Fol. 354.)
s) Br., Verweser von Georgenburg, erhielt 28. April 1608 auf sein Ansuchen
1 Hufe Wiesewachs (zu Leipeningken ? von anderer Hand) und zwar die 8 gereumten
Morgen jeden Morgen für 10 gr. Zins jährlich, für dio übrigen 3 Freijahre. Nach Ablauf
derselben sollte er für jeden Morgen 10 gr. 15 Jahre lang zinsen. Dann sollte ein neuer
Vergleich wegen höherer Zinsen unangesehen seiner Person stattfinden. (K. Hausb. Lit.
A. 184. Fol. 373—374).
		

/Pomorze_055_07_142_0001.djvu

			110
Insterburger Urkundenbuch.
Hufen zu Schursinen, die ihm begrenzt werden sollen, auch den Bau
eines Kruges auf Kattenau wofür er ins Amt für die Hufen 50 Mark
und von jeder Hufe jährlich 2 Mark Zinsen zahlen soll, und zwar sobald
ihm die Hufen eingeräumt 100 Gulden bar als Anzahlung und dann
jährlich 50 Mark. Für das krugrecht soll er 100 Mark ablegen und es
handhaben wie die ändern krüger, doch soll er das Zapfengeld zu seinen
Lebtagen frei haben. Dafür soll er, wie er auch zugesagt hat, die alten
Zinsen und Schulden, die im Amt Insterburg stehen, solange er im Amte
dienet, einbringen helfen. Hufen und Krug erhält er zu kulmischem
Rechte. Bei einen Verkauf behält sich die Herrschaft das Vorkaufsrecht
vor. Actum Konningsbergk den 20. octob. ao. 911)
Albrecht h f. zu Kitlitz.
Hans Kauter.
Georg Pudewels.
Georg Warein.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 226—227. Lit. C. 187. Fol. 76—77. Verschr.
1584—96. Jß 928. Fol. 200—201.
m 137. 1592. Mai 29. Insterburg.
Hansz Ertman.
Christof von der Diehle und Daniel Broschwitz verkaufen auf fr.
Dht. Befehl Hans Erdtmann 4 Hufen meistens Wald im Dorf Kauschen
in Hanusz Schulzenamt mit einer Kruggerechtigkeit, jede Hufe für .‘50
Mark und die Kruggerechtigkeit für 100 Mark, macht 220 Mark, 50 Mark
Abzahlung und dann jährlich 15 Mark. Dafür soll er für jede Hufe
2'/a Mark jährlichen Zins zahlen, Pferd und langes Rohr halten. Die Hufen
sind zu kulmischem Rechte. Actum Insterburgk den 29. may anno 92.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 264.
m 138. 1592. August 23. Insterburg.
Bescheinigung, dass Casper Macholett, Pfarrer zu Kattenau, von
Christof von der Diehle und Daniel Broschwitz einen Krug bei Tutschen
für 100 Mark, 28 Mark Anzahlung und dann jährlich 25 Mark, gekauft,
auch dass er 2 Hufen 6 Morgen Wald bei dem Dorf Jentkutkampen und
der Schwirgallschen Grenze für IV2 Mark Zins jährlich von jeder Hufe
angenommen hat Soll er die 2 Hufen Wald zu Acker gebrauchen, soll
er gleich ändern haben davon zinsen. Ferner hat er 2 Morgen Wiesen
bei dem Dorf Minxstinen für lx/2 sz. von jedem Morgen Zins angenommen.
Actum Insterburgk den 23. augusti anno 92.
Hierauf gezahlett wegen deskruges drey und funfftzigk Mark. Actum
den 23. augusti anno 92.
Noch gezahlet sieben und vierzigk mark in zween jahren als anno
93, 94. Actum ut sup.
K. Ilausb. Lit. A. 184.- Fol. 229.
1i K. Verschr. M 928. Fol. 200. Hat das Datum 19. October 1591, auch ist der
Kaufbrief unterschrieben von: burggraf, marschalck, Warnin, 1). Prandner.
		

/Pomorze_055_07_143_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
111
m 139. 1593. Mai 18. Insterburg.
1593.
Christof von der Diehle und Daniel Broschwitz veröffentlichen in
der Kaufhandlung mit Christof Groe Amtschreiber wegen des Krugs zu
Bratricken im Amt Insterburg den Befehl Markgraf Georgs Friedrich,
wie folgt:
Ehrnveste und erbar liebe getreuen wir haben euern underthenigsten
bericht wegen des kruges zue Brattericken, welchen unser ambtschreiber
zur Insterburgk Christoff Groe an sich kaufte» will, vorlesen hören, weil
wir dan daraus vermerken, das solcher krugk nicht allein sehr bawfelligk,
und wieder zuzurichten hochnottigk, sondern auch der acker so dartzu-
gehörett dermassenn nnnd also verwachssen, unnd verwillertt, das die-
selbenn wiederumb zurecht zubringen ein grosses uffgewendett werden
muss, derowegen dan von euch den krugk wiederumb zuverkeuffen ge-
rathen wirdt, so bewilligenn und bevelilen wir hiemitt ihr wollett unsern
ambtschreiber mehrberurrtten krug zu Brattericken umb die 800 m. so
von uns darvor gegeben zukhauffe setzen und zukommen lassen der-
gestaldt, das er zweyhundertt margk bahr zur aussweissung, und jhar
jährlichen funfftzigk margk erbgeldtt, biess die ändern sechshundert endt-
richtett sein, ins ambt erlege, dan auch von dem kruge gleich dem vorigem
besitzere unnd inhalts desselben gehabten vorsehreibung den zienss ab¬
lege unnd die uffsicht inn der wildtnuss, und was er sonsten zuethun
schuldigk gewesen verrichte. Demnach wollett zu dieser meynung dem
ambtschreiber unnter dem ambtsiegell einen Kauffbrieff dessen er sich,
biess von uns er eine vorsehreibung über den krug erlangett, zugebrauchen
haben möge, verfertigen unnd aussgebenn, an deme geschieht unsers be-
vehlichs meynung. Datum Königspergk denn 5. maii ano. 93.
Danach erhält Groe den Krug zu Batricken für 800 Mark erblich
und ewig nach der Hausfeste vom 1. November 15651). Actum Inster¬
burgk denn 18. maii ano. 1593.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 80—82.
Ehrenvester erbar und ersamer liebe getreue, unns ist euer unter-
thenigster bericht uff unsers underheuptmans zur Insterburg Daniel Brosch-
i) Als zu Bailethen eine neue Mühle gebaut und auch ein Krug angelegt
wurde, bat Groe, der daselbst 3 kulmisehe Hufen besass, weil der neue Krug seinem
zu Bratricken 2/4 Weges davon Untergang bringen würde, ihm denselben zu gönnen
und versprach Mühle, Teiche und Damme zu beaufsichtigen Sein Gesuch wurde 2. Mai
1604 bewilligt. Er erhielt den Krug für 100 Mark und 10 Mark Zapfengeld. Auch
brauchte er kein Hausbier zu schenken, wenn er auf Mühlen etc. achtete. (K. Hausb,
Lit A. 184. Fol. 363—364.)
Alb. freih. zu Kytlitz.
H. Rautter.
Go. Pudewels.
A. Fabricius.
J\fs 140.
		

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			112
Insterburger Urkundenbuch.
witzenn überreichte supplication darinne er inne die 4 hüben 18 morgenn
ubermas im dorff Kumellen keuflich und umb einen jährlichen zins zu¬
uberlassen gebeten, inn unterthenigkeitt referiret worden, wann dann
darausz sovil erscheinett, das solch ubermas biszhero vonn der dorfschafft
Kumellen nicht vorzinset noch unns einige pflicht davon geleistett worden,
so wirdt uns billig dasselbe zu nutz inn andere wege auszgethan, dieweil
aber der dorffschafl't wofern sie solch ubermasz im kauft' und umb einen
järlichen zinsz gleich den ändern ihren hüben zubehalten danebenst auch
davon ebenmessig das gebührliche scharwerck soviel sie berürts über-
masses halben gedachtenn irenn andernn haben gleich zu thun schuldig
sein werdenn, uf sich zunehmen gemeinet weren, vielgemelt ubermas vor
eim ändern billig gegönnet wirdt.
So befehlen wir euch hiemit gnedigst, ihr wollet diese unnsere
meinung der dorffschafft fürhaltten und uf denn fall sie solch ubermas
nicht keuffen und den gebührlichen jharlichen zins so woll das scharwerck
gleich denn andernn iren hüben urt' sich nehmen und dasselbe ge-
hörsamblich leisten wollen, inen das übermas ferner zugebrauchen ver-
stahten und zu denn ändern iren hüben schlagen, auch den zins von
innen unns zu gutt einbringen und sie das scharwerk idesmals gebühr¬
lich leistenn lassen, wofern sie aber solches nicht eingehen wollen, so sindt
wir gnädigst zufriedenn, mitt bevehlich eurem bericht nach in dem kauft'
und jerlicher verzinszung wie ime die schurschienischen hüben gegönnt
uberlassett und einreumet auch das kaufgeldt unss zu gutt inn rechnung
bringet unnd fürter jerlich den gebührenden zinsz zu ändern unnsernn
ambts einkünff'ten empfahett und verrechnet. Darann etc. etc. den
23. juny ao. 93.
Hofmeister.
burggrave.
cantzier,
cammermeister.
Geyspendörffer.
K. Hausb. Lit. A 184. Fol. 227—228.
m 141. 1594. März 20. Koenigsberg.
Verschreibung über den tausch mit Daniell Proschwitzen wegen
seines Murnmeliscben gutleins gegen 18 haben 4 morgenn irn
Insterburgischen den 20. martii ao. 1594.
Die Regenten tauschen Daniel Proschwitz, Unterhauptmann zu
Insterburg, auf sein Ansuchen, weil er wegen seiner Dienste zu Inster¬
burg zuweit abwohnt, sein Gut Collaten im Memelschen 13 Hufen 221 /2
Morgen nebst dem Inventarium an Wert 300 fl. gegen 18 Hufen 4 Morgen
zu Kl. Schurseinen erblich und ewig zu kulmischem Rechte und ver¬
schreiben ihm die kleinen Gerichte, frei Brenn- und Bauholz nach jedes¬
maliger Anweisung zu seiner Notdurft; der Jagd soll er sich enthalten;
von der Landbeschwer ist er nicht befreit; sollte er seine Leute zu
Schurseinen nicht mehr brauchen, soll er sie dermassen abhandeln, dass
sie sich nicht zu beschweren haben; die Regierung behält das Vorkaufs¬
recht; da er im Amt Memel verpflichtet war, bei Verkaufung der Bauern-
		

/Pomorze_055_07_145_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
113
erbe, welche an die Regierung fallen, bei Setzung der Zinser, wenn ge¬
räumte Aecker und Felder zu besetzen sind, zu dienen, so behält er diese
Verpflichtung, sonst frei von Pflichten. Gegeben zu Konigspergk etc.
K. Verschr. 1584—96. M 928. Fol. 234—237. Hausb. Lit. A. 184. Fol« 491—492.
m 142. 1595. Mai 27. Insterburg.
Marxhannen verscbreibungk über seinn krugkrechtt.
Christof von der Diehle verkauft Marxhann, Krüger zu Szittkehmen,
ein Krugrecht für 100 Mark bar. Da er weit vom Hause Insterburg und
Hof Kiauten abgelegen, hat er frei anderes Bier zu schenken. Actum
Insterburgk den 27. maii ao. 95.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 289.
m 143.	1595- Juni 25.
Vorscbreibung Merten Petschen Krügers im Insterburgischen
ubers schanckwerck und 4 buben ubermas (len
25. .jiinii anno 95.
Die Regenten versprechen Merten Petsch im Dorf Küssen, der
4 Hufen Uebermass für 16 Mark Zins, einen Schank für 100 Mark pr.,
(i Mark Zapfengeld, Hausbierschauk nach Belieben der Amtleute oder
nach Vergleich, und Pflicht wie andere Krüger frei von Scharwerk er¬
kauft hat, auf sein Ansuchen um eine Verschreibung, da jedoch fr. Dht.
nicht anwesend ist, bei seiner Behandlung zu schützen und geben dem
Amtsdiener Befehle.
K. Verschr. 1684—96. M 928. Fol. 360.
m 144.	1595. Juni 25.
Vorschreiböng Caspar Machlohts pbarberrs zur Kattenau über
den Krug zum Putschen der 25. jjunii anno 1595.
Die Regenten versprechen Caspar Machlot, Pfarrer zu Kattenau, der
von Faustin Nimbtsch, Hauptmann zu Insterburg, einen Krug im
Dorf Tutschen im Amt Insterburg für 100 Mark pr., 6 Mark jährlich
Zapfengeld, Hausbierschauk nach Belieben der Haupt- und Amtleute, oder
nach Vergleich, und Pflicht wie die anderen Krüger auch, und Hufen für
4^2 Mark Zins, jede Hufe frei von Getreide, Achtelholz und bäuerlichen
Scharwerks erkauft hat, auf sein Ansuchen, ihm eine Verschreibung zu
geben, da jedoch fr. Dht. abwesend ist, bei solcher Behandlung zu be¬
schützen und geben den Amtsdienern dementsprechende Befehle.
K. Verschr. 1584—96. M 928. Fol. 358—359.
8
		

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			114
Insterburger Urkundenbueh.
m 145.	1595- Juli 5-
Vorschreibung Valentini Puschii pfarherrs zu Gumbinden über
(> hüben ubermas und einen freien Krug im Insterburgischen
den 5. julii «anno 1595.
Die Regenten versprechen Yalentinus Puschius, Pfarrer zu Gum¬
binnen, welcher 6 Hufen Uebermass im Dorf Trakischken im Petrikischen
Scliulzenamt, jede Hufe für 50 Mark pr., jährliche Abtragung von 30 Mark,
und 12 Mark jährlich Zins erblich zu kulmischem Rechte erkauft, ferner
einen freien Krug zugesagt erhalten, in dem er eigenes Schwarz- und
Weissbier verschenken darf, wofür er mit einem Pferd dienen soll, Holz
auf Anweisen der Wildnissbereiter, wenn er in seinen Wäldern keins
hat, zu seiner Notdurft aus der Packledimmen, Fischerei im Graben nebst
ändern, auf sein Ansuchen um eine Verschreibung, da jedoch fr. Dlit.
nicht anwesend, bei der Behandlung zu schützen und geben den Amts¬
dienern Befehle.
K. Verechr. 1584—96. M 928. Fol. 361—362.
m 146. 1596. Juli 14. Insterburg.
Vorschreibung über drey huebenn 21 morg. bey Lengkimenn und
Alckegirnn Christoff Groenn uff fr. Dht. bevelil mittgetheilett.
Christof von der Diehle und Daniel Broschwitz verkaufen nach der
Bestätigung Markgraf Georg Friedrichs vom 17. September 1595 Christof
Groe 3 Hufen 10 Morgen Wald bei Lenkimmen und 11 Morgen Wiesen
bei Schönhevde und Alckegiren erblich zu kulmischem Rechte frei von
allen Pflichten gegen 50 Mark für jede Hufe, im Ganzen 185 Mark,
50 Mark Anzahlung und 25 Mark jährliche Abtragung, und jährlich für
1^/2 Mark Zins von jeder Hufe, im Ganzen 5 Mark 35 S. jährlich Zinsen.
Actum Insterbnrgk denn 14. julii anno 96.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 122—124.
m 147. 1597. Mai 27. Insterburg.
Matzullenn desz kruger sohnn vonn Grosz Sobienenn seine
Verschreibung wegen des krugrechts.
Christof von der Diehle verkauft Matzul, des Krügers Sohn von
Gr. Szabienen, ein Krugrecht für 100 Mark bar, und zeigt an, dass Matzul
sich mit seinem Bruder wegen des Schanks verglichen hat, und dass
Matzul den Schank allein haben soll; ist schuldig Hausbier zu schenken.
Actum Insterburgk den 27. maii anno 1597.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 288.
		

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			Instorburger Urkundenbuch.
115
m 148. 1597. Juni 17. Insterburg.
Henselisz von Craulescliun verschreibungk wegenn
seines krugkrechts.
Christof von der ©iehle verkauft Henselisz von Crauleschunn aus
dem Andrunischen Schulzenamt ein Krugrecht für 100 Mark bar; muss
Hausbier schenken. Actum Insterburgk den 17. junii anno 97.
K. Hausb. Lit A. 184. Fol. 299.
m 149. 1597. Juni 22. Koenigsberg.
Markgraf Georg Friedrich verleiht Stanislaus Wirzinski, Pfarrer zu
Szabienen, auf sein Ansuchen 4 Hufen Uebermass im Dorf Augskallen
im Szabienenschen Schulzenamt, jede Hufe für 50 Mark auf gewisse
Termine, und solange er lebt und Pfarrer ist, jede Hufe für 2 Mark,
seinen Erben1) aber für 4 Mark jährlichen Zins, frei von Scharwerk und
Zinsgetreide. Die Erben sollen schuldig sein sich in Amtsgeschäften
gebrauchen zu lassen. Datum Koenigsberg den 22. junii ao. 97.
Albrecht freih. zu Kittlitz.
H. Rautter.
G. Pudewels.
A. Fabricius.
IC. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 334.
m 150. 1597. Juli 10. Insterburg.
I)esz scbnltzenn vonn Matznarischenn Verschreibung.
Christof von der Diehle verkauft Bartel von Wilkoschen aus dem
lohlezschcn Schulzenamt im Amt Insterburg 4 Hufen Uebermass im
Dorf Matznarischkenn im missischen Schulzenamt, jede Hufe für 50 Mark
preussisch, macht 200 Mark, bar erlegt, zu seinen Schulzenhufen. Auf
sein Ansuchen soll er Schulz sein über Matznarischken, Auxkallen und
Stantzausenn. Wegen seines Dienstes ist er vom Zins befreit. Dafür
soll er aus ihnen jährlicli die Zinsen einfordern und abliefern, und auf
der Grenze und in den Wildnissen gute Aufsicht halten. Actum Inster¬
burgk den 10. julii anno 1597'2).
K. Ilausb. Lit. A. 184. Fol. 283—284.
1)	Von Stanislaus W. gingen dio Hufen über auf dessen Sohn Gregor, ebenfalls
Pfarrer zu Szabienen. Dieser verkaufte sie 9. November 1627 dein Hof- und Gerichts¬
rat Fabian von Ostau für 1300 Mark bar, welcher daselbst ein kleines Vorwerk anlegen
wollte. Ostaus Ansuchen um eine Verschreibung bewilligte der Kurfürst 13. März 1632
und verlieh ihm noch Brennholz zu Feuers Notdurft und die kleinen Gerichto. (K. Hausb.
Lit. B. 186/a. Fol 83. Conc. 1631—32. M 955. Fol. 312—313.')
2)	Der Kauf wurde confirmiert von den Regenten 28. Juni 1598 (Original), von
Kurfürst Georg Wilhelm 18. Februar 1623 (K. Conc. 1622—24. M 949. Fol. 95.) und
22. Juli 1636. (K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 155—156.)
8*
		

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			116
Insterburger Urkundenbuch.
m 151. 1597. Juli 17. Insterburg.
Peitz vonn Galginwettenn oder Pötschkehm Verschreibung
wegenn seines krugkreehtts.
Christof von der Diehle verkauft Peitz, Krüger von Galginwetten
aus dem baltzerschen Schulzenamt ein Krugrecht für 100 Mark bar, muss
Hausbier schenken, ist befreit Scharwerk zu leisten und Achtelholz nach
Koenigsberg oder Insterburg zu liefern. Actum Insterburgk den 17. julii
anno 97.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 287.
m 152. 1597. Juli 25. Insterburg.
Mertinn vonn Abschirnickenn seine vorschreibung über
sein krugkreclitt.
Christof von der Diehle verkauft Martin von Abschirningken im
romintischen Schulzenamt ein Krugrecht für 100 Mark bar; muss Haus¬
bier schenken, frei von Scharwerk und Lieferung von Achtelholz. Datum
Insterburgk den 25. julii anno 97.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 289.
m 153 1598. Dezember 8. Insterburg.
(Jriegelisz vonn Schilleningkenn Verschreibung wegen
seines krugkreclits.
Christof von der Diehle verkauft Grigelisz von Schilleningken aus
dem kattenauschen Schulzenamt ein Krugrecht für 100 Mark bar; muss
Hausbier schenken. Datum Insterburgk den 8. decemb. anno 1598.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 290.
m 154. 1599. Februar 9. Insterburg.
Woizech Konopka bescheinigt seinen Verzicht auf die Schulzenhufen
zu Czarnen, die er von dem Landhofmeister Albrecht, Freiherrn zu Kitlitz,
für 180 Mark gekauft, da das Dorf Czarnen und die Schulzenhufen zu
Kaufe gesetzt sind, und erhält sein Geld zurück. Bestätigt durch den Land-
rihter Christof von Hohendorf. Actum Insterburgk den 9. februarii a 99.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 135.
		

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			Iusterburger tJrkundenbuch.
m 155. 1599. Februar 26. Koenigsberg.
Christoff Groen itzigen besitzers Davidt Grunenbergs ver-
schreybung über 3 hüben 21. morgen zu Schonheyden
in Matheyschen.
Markgraf Georg Friedrich verschreibt nach Bericht Chr. von der
Diehle, David Broschwitz und Gabriel Demerigers Jägermeisters, dem
Amtschreiber zu Insterburg 3 Hufen 21 Morgen bei Lenkinen, Schön¬
heide genannt im Matheischen Schulzenamt des Amts Insterburg jede
Hufe für 50 Mark preussisch, macht 185 Mark, 50 Mark Anzahlung und
dann jährlich 25 Abzahlung, und l1/^ Mark für Scharwerk und Zins zu
kulmischem Rechte. Geben Konigsp. den 26. jannarii1) ao. 1599.
Albrecht freyh. zu Kitlitz landh.
H. Kauter bürg.
G. Pudewels marich.
A. Fabricius dec.
C. Rappe.
K. Haust». Lit. A. 184. Fol. 481—482. K. Verschr. 1599—1610. M 932.
Fol. 3—4.
m 156. 1599. Februar io. Insterburg.
Janus Balubbes2) bescheinigt seinen Verzicht auf die Schulzenhufen
zu Somotca, die er einst von Albrecht, Freiherrn zu Kittlitz für 148 Mark
gekauft, da das Dorf Somotca und die Schulzenhufen zu Kaufe gesetzt
sind und erhält sein Geld zurück. Bestätigt durch den Landrichter
Christoff von Hohendorf. Actum Insterburgk den 10. february ao. 99.
K. Hausb. Lit. A 184. Fol. 136.
m 157. 1599. September 20. Insterburg,
Paul Wirtzinsky Verschreibung über 4 hubenn ubermasz
zu Plutkehmen.
Christof von der Diehle verkauft Paul Wierzinski, Sohn des Pfarrers
von Szabienen, im Amt Insterburg 4 Hufen Uebermass im Dorf Plut¬
kehmen, im missischen Schulzenamt jede Hufe für 50 Mark preussisch,
macht 200 Mark bar, zu seinen Schulzenhufen zu kulmischem Rechte und
zinsfrei. Auf sein Ansuchen um ein Schulzenamt soll er Schulz sein
über folgende 7 Dörfer .... s). Wegen seines Dienstes ist er vom
Zins befreit. Aus den Dörfern soll er jährlich den Zins einfordein,
1)	Verschr. M‘ 932 haben das Datum 26. Januar 1599.
2)	Januss Bulbbess, Bullubbes, Balubbes.
8) Die Namen fehlen.
		

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			118
Insterburger Urkuadenbuck.
Pferd und langes Rohr halten, die Wildniss beaufsichtigen. Geschehen
uff fr. dht. hausze Insterburgk alsz mann schreibet nach Christi geburt
1599 denn 20. septemb.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 275—276.
m las. 1600. Januar io. Insterburg.
Vorschreibung desz Georg Maclilohts über seinen Krugk
zu Ratzschen.
Christof von der Diehle verkauft Georg Machloht 4 Hufen Ueber-
mass im Dorf Radszen im geystantischen (?) Schulzenamt jede Hufe für
50 Mark, macht 200 Mark, und ein Krugsgerechtigkeit für 100 Mark,
alles bar, zu kulmischem Rechte erblich. Dafür zinset er für jede Hufe
2 Mark jährlich und 6 Mark Zapfengold und muss ein Pferd und langes
Rohr halten. Geben zur Insterburgk den 10. januarii ao. 1600,
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 273—274.
m 159. 1600. März 6. Koenigsberg.
Befehl pfarr zu Georgenb. wegen desz schanckes seinen krugk
in der vorstadt betreffend.
Markgraf Georg Friedrich bestimmt, nach dem er Bericht erhalten
wegen des Schankwerks des Pfarrers zu Geoigenburg in seinem Hause
in der Vorstadt zu Insterburg und der erbetenen 2 Hufen Morast, dass
er das Krugrecht haben soll gegen Ausschank von Hausbier, 100 Mark
und jährlich 6 Mark Zapfengeld; der Hufen wegen kann er sich nicht
erklären, da er berichtet, «das man dem pfarhern eine huebe solang umb
zinsz uf etliche jahr einreumen soll, bisz solche zinszjar verfloszenn, unnd
die huebe urbar gemacht, das also dan bey unsz stehen soll, solche hueben
jemandt käuflichen oder arendtswois zu uberlaszen, doch das der pfarr-
herr alszdann darzu der negst bleiben möcht.» Solchen Vorschlag lässt
er sich gefallen und befiehlt sich mit dem Pfarrer wegen des Schanks,
Kruggerechtigkeit, Zapfengeld und 1 Hufe auf gewisse Jahre um Zins
zu vergleichen. Datum Konigsbergk den G. martii 1600.
Alb. freyh. zu Kittlitz.
Go. Pudewelsz.
A. Fabricius
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 324—325.
m 160. 1600. Juli 31. Koenigsberg.
Herman Wardmans Verschreibung.
Markgraf Georg Friedrich bestätigt Herrmann Wardtmann, Bürger
von Insterburg, auf seine Supplication und nach erfolgtem Bericht des
Hauptmanns von Insterburg seinen Ankauf der Krugsgerechtigkeit und
		

/Pomorze_055_07_151_0001.djvu

			tnsterburger tlrkundenbuch.
119
4 Hufen, wofür er für die Krugsgerechtigkeit 100 Mark und für jede
Hufe 50 Mark zahlt, 50 Mark Anzahlung und dann jährlich 30 Mark,
zu kulmischem Rechte. Dafür soll er für den Krug 6 Mark und für die
Hufen 8 Mark jährlich zinsen. Auch darf er gleich den ändern Arats-
kriigern Weiszbier brauen, doch unbeschadet des Hausbiersclmnks oder
Verlags gleich den ändern Amtskrügern. Dafür soll er sich Zeit seines
Lebens als Kirchenvater desselben Orts gebrauchen lassen, auf die Wildnis
achten und sich sonst auf Erfordern in fr. Dht Geschäften verwenden
lassen. Greben zue Königsberg den 31. julii anno 1600.
Albrecht freyh. zu Kitlitz.
Chr. Rappe.
K. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 266.
m loi. 1600. August i. Koenigsberg.
Privileg für eine Vorstadt Insterburg.
Geben zu Koenigsberg am ersten augusti nach Christi unsers herrn
geburth im tausend sechshunderten jahre.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 305-307. K. Versclir. 1599—1610. M 932. Fol
53 —55. Abgedruckt bei Kossmann a a. 0. Beilage D.
m 162. 1601. Februar 17. Insterburg.
Davidt Sperbers vorschreiben über seinen krug und buben.
Christof von der Diehle, verkauft auf Befehl fr. Dht. David Sperber
4 Hufen 3 Morgen, und zwar 2 Hufen 3 Morgen Uebermass im Dorf
Skardupöhnen, 1 Hufe Uebermass im Dorf Stallupöhnen, auch 1 Zins¬
hufe daselbst, im stanischen Schulzenamt gelegen, jede Hufe für 50
Mark preussiscli, macht 200 Mark, dazu eine Kruggerechtigkeit für
100 Mark, welche ganze Summe er mit 60 Mark anzahlt und dann
jährlich 30 Mark abträgt, zu kulmischem Rechte erblich. Dafür soll
er von jeder Hufe 2 Mark jährlich Zins, macht 8 Mark, und 6 Mark
Zapfengeld erlegen, auch ein Pferd mit einem langen Rohr halten.
Erweisen sich seine Erben als tüchtig, sollen sie wie David Sperber
dieses Dienstes befreit sein und als Landschöffen gebraucht werden.
Auch darf David Sperber 1 Last Bier schenken, ausserhalb fr. Dht Dienst
aber soll er gleich ändern Krügern fr. Dht Bier schenken. Geben zur
Insterburg den 17. februari ao. 16011).
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 258-259.
i) K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 311 findet sich eine gleiche Kopie, jedoch mit dem
Datum Insterburg den 17. februari ao. 1606».
		

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			120
1 nstorburger Urkundenbuch.
m ig3. 1601. März 19. Koenigsberg.
Hansz Hahnn.
Markgraf Georg Friedrich verschreibt Hans Hahn Wildnissbereiter
auf sein Ansuchen 4 Hufen Uebermass vom Dorf Stobingen, «zwischen
der Kegaw unnd Tarp gelegen, welches ungefehrlich eine liuebe raum
acker unnd wiesen einheldt, das ander nurt Strauch unnd zur holtzung
nicht fast tüchtig, darunter etzliche eychen vermischt, unnd also unge-
reumbt, noch zur zeit nicht uhrbar, noch bebauet, aber doch von ge¬
dachtem dorff uhrbar gemacht were worden», da daselbst ein Wildniss¬
bereiter wegen der Aufsicht in der Wildniss und zur Abwehr des Raubens
und Mordens auf der Landstrasse wohnen muss, jede Hufe fiir 50 Mark
und ein Krugrecht für 100 Mark, macht 300 Mark, Anzahlung für die
Hufen 15 Mark, da sie nicht urbar sind, und 10 Mark für das Krugrocht
bis Michaelis 1600, 2 Mark jährlichen Zins für die Hufe und 6 Mark
für den Schank. Da in der Wildnis Kegau viel Heu ist, damit aber
viel Unterschleif und Dieberei geschieht, soll Hahn gute Aufsicht halten.
Die Hufen und Kruggerechtigkeit erhält er zu kulmischem Rechte mit der
Condition, sollte der Krug von ihm und seinen Erben verkauft werden,
behält sich die Regierung das Vorkaufsrecht vor.
Christoff von der Dehle.
Solche Verhandlung bestätigt. Actum Koenigsberg den 19. martii
anno 1601.
Albrecht freyherr zu Kitlitz landhofmeister.
Hans Rautter ober bürg.
Georg Pudewels.
Christof Rappe.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 270—271. K. Verschr. 1597—1611. M 930.
Fol. 99—100.
m 164. 1601. März 31. Koenigsberg.
Kruger von Gruinblaucken.
Die Kegenten verkaufen Andres Donaytis den Krug zu Grumb-
laukhen, da die Beamten von Insterburg Bericht gethan, dass dieser Krug
unbeschadet der ändern Krüger angelegt werden kann, für 100 Mark
prenss. künftigen Zinstag Trinitatis zu zahlen, Ausschank von 4 Last
Hausbier und einen Grenzdienst auf Erfordern mit Pferd und langem
Rohr. Geben Königsberg den 31. martii anno 1601.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 265.
m 165. 1601. Juni 26. Koenigsberg.
Jacob llofl'manss seligen vorschreibmig.
Die Oberräte bestätigen den zwischen Christof von der Dielile,
Christof Groe und Jacob Hoffmann, Bürger zu Insterburg, auf dessen
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
121
Ansuchen vereinbarten Kauf von 4 Hufen und Krug im Dorf Narwikaul
im stanischen Schulzenamt an der königlichen Grenze. Danach soll
Hoffmann als Kaufschulze an der königl. Grenze über die 6 Dörfer
Nawikaul, Jodringkehmen, Eydtkuhnen, Absteinen, Kinderweitschen und
Escheichischken1) walten, Zinsen einziehen und abliefern, gleichfalls das
Zinsgetreide, Scharwerk leisten, wann das ganze Schulzenamt erfordert
wird, die Grenze beaufsichtigen weil daselbst «ein muttwilliges unbendiges
gesinde» ist, Mann, Pferd und langes Rohr daselbst halten; ferner soll
er auf sein Anbieteu, die Hufen gleich ändern Krügern zu bezahlen, für
jede Hufe 50 Mark, macht 200 Mark, 50 Mark Anzahlung und 30 Mark
jährliche Abtragung, dazu 2 Mark Zins jährlich zahlen, frei von Zins¬
getreide und bäuerlioher Pflicht zu kulmischem Recht erblich. Der Schank
ist dem vorigen Besitzer, der wegen seines gottlosen Lebens und diebi¬
schen Verhaltens des Krugs entsetzt ist, bar bezahlt worden, doch behält
er seine Hufen, die er gehabt. Geben Königsberg den 26. junii ao. 1601.
Alb. freih. zu Kitlitz landhoff.
H. Rautter burggraf.
Georg Pudewels obermarsch.
Andreas Fabricius.
K. Ilausb. Lit. A. 184. Fol. 43—45. K. Verschr. 1597—1611. M 930. Fol. 113—115.
m 166. 1601. Juli 13. Koenigsberg.
Ewert Clauszen vorschreibung über 6 huebenn 7 morgen im
matheschen bey Molotschen gelegen».
Die Regimentsräte ratificieren Ebert Claus2) auf sein Ansuchen und
auf Befehl fr. Dhrt. seinen Kauf über 6 Hufen und 7 Morgen, darunter
eine Hufe ischdeggen bey Molutzen an den Gütern des Hospitals im
matheischen Schulzenamt gelegen, wofür er für jede Hufe 50 Mark, also
311 Mark 32'/a Schilling, 50 Mark Anzahlung, schon erfolgt, und dann
jährlich 30 Mark zahlt, ferner, da die Hufen noch wüst sind 2 Mark
15 Schilling Zins jährlich. Auch soll er Mann, Pferd und langes Rohr
halten. Yon bäuerlicher Pflicht ist er befreit, und hat die Hufen zu
kulmischem Rechte. Gebeu Königsberg den 13. julli ao. 1601.
Alb. freih. zu Kittlitz landth.
H. Rautter.
Gorge Pudewelsz
K. Ilausb. Lit A. 184. Fol. 253—254.
m 167.	1601. November 26.
An Insterburg. Adam Klesensken betr. den 26. novemb. ao. 1601.
Liebe getreue. Welcher gestalt Adam Kleschenski auszm Anger¬
burgischen umb vier lnieben ubermasz zue Rogallenn anhalten und bitten
1)	Nawikaul, Jodringkemen, Eydtkunen, Abstannen, Kinderwetzsehen, Eschecellischken.
2)	Ein Evert Olauss von Saniblehnen kaufte 24 Oetober 1607 von seinem Gefatter
Urban Klein 1 Hufe zu Paszwinnen für 25 Mark. (K. Ilausb. Iit. A. 184. Fol. 368.)
		

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			122
Insterburger Urkundenbueh.
thut, das vernembt ihr inligend. Nun wiszen wir uns imsers den 8. octob.
im supplicanten gegebnen abschiedes das er sich in unserni ambt Inster¬
burg oder Oletzischen umb ein ubermasz umbsehen solle zuerinnern.
Wan er uns aber mehr nicht als zwo hüben im Angerburgischen abge-
tretten, und itzund umb vier hueben, sowol auch umb eine fischerei an-
helt, wir aber den ortt gelegenheit nicht wiszen, alz bevehlen wir euch,
damit supplicant der zweien hueben halben wider vergnügt werde, ihr
wollet erwenten ortt zue Rogallen besichtigen, was es damit vor ein
gelegenheit, und ob er nns zuverlaszen sein will oder nicht, ausfurlichen
berichten, danebenst euer bedencken, wie und welcher gestalt supplicant
ferner zuverabschieden sein mögen, uns zuekommen laszen.
H. bürg subs.
H. cammermeister.	L. Moritz Hertlein.
K. Reg. 1031. Fol. 274.
m 168. 1602. Februar 26. Koenigsberg.
Die Regimentsräte verkaufen Heinrich von Weinber, Hofgerichtsrat,
im Amt Insterburg 34 Hufen 14 Morgen und 230'/‘2 Ruten wüstes Land
erblich und ewig zu magdeburgischem Rechte und für beide Geschlechter
mit Holzung und Jagd, doch nur auf Hasen, Fuchs und schädliche Tiere
als Wolf und Bär, dazu die grossen und kleinen Gerichte, Strassengerichte
ausgenommen, wofür er für jede Hufe 50 Mark, also 1724 Mark 30 S.
bar bezahlt hat. Ferner soll er einen Plattendienst mit Pferd und Harnisch
zu leisten schuldig sein. Er erhält 6 Freijahre, doch sollte vor Ablauf
derselben ein Notfall eintreten, so soll auch Weinber seinen Dienst leisten.
Geben zu Königsbergk den 26. februarii anno 1602.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 251—252.
m 169. 1603. November 16. Koenigsberg.
Dess Christoff Kraussen vorschreibung über seine 4 hueben
sambt eines krugesgerechtigkeit im dorff
Grosz Rudupenenn.
Die verordneten Regenten verkaufen Christof Krause auf sein An¬
suchen 4 Schulzenhufen1) und eine Kruggerecht zu Rudupöhnen, jede
Hufe für 50 Mark preussisch und 2 Mark jährlichen Zins und die Krug¬
gerechtigkeit für 100 Mark preussisch und 6 Mark jährlichen Zins vom
Schankwerk, zu kulmischem Rechte erblich und ewig. Dafür soll er mit
Ross und langem Rohr entweder in eigener Person oder durch einen
Ändern gleich wie den ändern Kaufschulzen auf Erfordern zu dienen
schuldig sein. Vom Scharwerk und Zinsgetreide ist er befreit, soll dafür
27 October 1606 erhielt Kr. noch auf Befehl Chr. von der Diehle 18 Morgen
258 Ruten Morast zu Wiesenwachs, jeden Morgen für 6 S. Zius, eingeriiumt. (K. Hausb.
Lit. A. 184. Fol. 236.)
		

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			Insterburgev Urkuudenbuch.
123
sorgen, dass die Hufen nicht wüst gelassen werden. Für die in seinem
Schulzenamt ausstehenden Zinsen soll er haften und was an Bussen,
Strafen u. a. der Herrschaft zukommt, derselben offenbaren. Actum
Königspergk den sechzehenden novembris des tausendt sechshundert undt
dritten jahres.
Alb. frevl). zu Kyttlitz landth.
H. Rautter burggraff.
George Pudewelsz obermarsch.
Christoff Rappe cantzier.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 235—236. Lit B. 186/b. Fol. 653-654.
K. Verschr. 1597—1611. M 930. Fol. 168—169.
m> 170. 1604. Mai 12. Koenigsberg.
Christoff Groen abschiedt über 4 buben zu Bruklauken.
Die Regenten verabschieden Christof Groe auf sein Ansuchen «nach-
dehm die herrn regenten aus des hauptmans zu Insterburg Christoff' von
der Dehle den 18. martii des verfloszenen 1600sten jahres gethanen
sonderbahren bericht und dan der dazumaln verordneten commissarien
den 30. septemb obangedeuten jahres eingezogener Erkundigung und
eingeschickter relation soviel befunden, das die zu Bruklaucken gefundene
vier hüben ubermaas, der dorfschafft umb gebührliche zinsung uf jenige
zeit vom hauptman uberlaszen worden, welche Zinsen aber der herr-
schaft jährlich ehr. fr. dht. zuentrichten zu schwer gefallen Dannenhero
sie nicht umbgang haben können, solche vier hüben anderweytt in wehrende
handt zubringen, die damaligen käuffer auch schulden halber dieselben
nicht lenger erhalten können, das sie entlieh verursachet worden, mehr-
bemelte vier hüben dem amptsclireiber zur Insterburg Christoff Groen an¬
zubitten unndt keuflichen zuuberlassen, die er auch richtig gezalett, unnd
der herrschaft den gebührenden zins bis anhero davon erlegett und ent-
richtett, unnd er Groe solcher vier hüben halber noch zur zeytt mit keinem
kaufbriefe versehen gewesen». So darf Groe auf sein Ansuchen und
nach dem Bericht des Hauptmanns vom 12, Mai 1604 anstatt eines Kauf¬
briefs oder Verschreibung die 4 Hufen gebrauchen erblich zu kulmischem
Rechte, frei von Scharwerk zu seinen Lebtagen, doch soll er von seinen
untergebenen 32 Dörfern die Zinsen einliefern, und für jede Hufe 3 Mark
zinsen. Sind seine Erben tüchtig wird ihnen auch das Scharwerk er¬
lassen. Datum Königsp. den 12. maii 1604.
H. Ratiter.
G. Pudewelsz.
C. Rappe.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 482—483. K. Verschr. 1597—1611. M 930.
Fol. 197—198.
		

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			124
Insterburger Urkundenbuch.
m 171. 1604. Juni 6. Koenigsberg.
Aulaucken Verschreibung über ihre gutter1).
Die verordente regenten, so woll auch hoff und gerichtsräthen des
hertzogthumbs Preussen geben Caspar von Aulacken hinderlassenen erben
wegen irriger grentz des gnts Clevinen im ambt Insterburg gelegen
volgenden abschiedt:
Obwoll die verordente regenten, sowoll auch hoff und gerichtsräthe
ursach hetten laut der vorigen commissarien relation die alte grentz-
beziehung zu beharren, weil sie aber die parte einmahl gern von ein¬
ander und die grentzirrungen in richtigkeit gebracht sehen möchten, alss
wollen sie hiemit den Aulacken, jedoch nicht aus pflicht oder recht ihre
grentz, wie dieselbe von Hermann Runge'2) landmesser in den vier geraden
wenden in abris gebracht worden, confirmiret und bestettiget haben, alss
nemblich die erste wandt ein alter umbschutteter ortpfahl durch den
Schuppensehe, welcher den Aulackern eigenthumblich bleiben soll, biss
uf ein umbschuttete alte orteyche, von da an die andere wandt neben
dem Ochsensehe, welcher sehe auch den Aulacken bleibet, bis an ein
altes beschüttetes ort, da der pfähl darbey ligt, von da an die dritte
wandt an einen alten umbschutteten ortphal, unnd wiederumb von da
an die viertte wandt bis an den alten umbschutteten ortphal der ersten
wandt, der mit dem ambt Angerburg grentzet. Unndt soll der hauptman
zur Insterburg laut des abrisses diese grentzbestettung ins wergk richten,
unndt dieser abscheidt sowoll auch den abries ins ambtbuch bringen
lassen, unndt sollen alle zu unndt anspruche wegen des gudtwergks,
dessen sich Jhe der Aulacker vorfahr angemasset, auch der fr. üschcalischc
anwandt, aus befehl fr. dhe. zu Preussen hochlöblicher gedechtnus derent-
*) «Die ander der Aulacken weg ihrer gutter Verschreibung» datiert Koenigsberg
den 30. Juli 1604 und unterschrieben von H. Rauter Chr. Rappe und W. v. Wernsdorf,
hat den gleichen Inhalt, nur das an Stelle Runges als Landmeister Christof Vogt genannt
ist. (K. Hausb. Lit A. 184. Fol. 28.)
2) Markgraf Georg Friedrich war benachrichtigt worden, dass der Landmesser Herr¬
mann Runge die Grenzen von Caspar Aulacks Hufen im Amt Insterburg (es handelte
sich um 40 Hufen', um deren Berichtigung Aulack gebeten hatte, damit er mit seinen
Nachbaren in Frieden und Einigkeit leben könnte, seinem Befehl zuwider geändert und
damit die Wildniss verösigt hätte. Zu ihrer Besichtigung beschloss er als Commissarien
Albrecht Gattenhöfer, den Rat und Dr. jur. Andreas Fabricius und Hans Langkeim, Haupt¬
mann zu Angerburg, zu verordnen. Nach dem Commissionsauftrag vom 16. August 1588
sollten dieselben am 19. August zur Stelle sein, alle, die uni die Grenzen wüssten, wie
auch die Amtsdiener bescheiden und sich erkundigen, wie Aulack die Hufen anno 66 ein¬
geräumt seien, auch erforschen «wie die ortlie, so des von Mielen freyen, den Schuppoweru
und ändern zugeschlagen, vormals gebraucht, wie weit unsz durch itziges masz zu schaden
gehandelt», ferner des A. Einwendung hören, wenn nötig Zeugen beeidigt und unbeeidigt
vernehmen. Danach sollten sie die alte Grenze wieder aufrichten und falls über die a!te
Grenze gewaldwerkt sei, das geschlagene Holz dem A. abnehmen. Die Commission soll
auch stattfinden, wofern auch einer oder der andere nicht erscheinen könnte «doch soll
durch diese Commission oder grenzrichtung uns wegen der cassation, sintemal die hüben
in den verdechtigen jharen gegeben, do derentwegen künftig was vorgenommen wurde,
nicht schädlich oder verfengßchen sein». (K. Reg. 1028. Fol 99—100 u. Fol. 182).
Das Berliner Staats-Archiv enthält in dieser Angelegenheit noch 2 Schreiben vom 18.
August 1589, wobei jedoch zu bemerken ist, dass das Datum bei beiden augenscheinlicli
späterer Zusatz ist. In dem einen Schreiben fordert der Markgraf die Oberkammer- und
Hofgerichtsräte zu Koenigsberg auf, nachdem er durch Dr. Fabricius benachrichtigt sei,
dass die Relation der Commission ihnen übersandt sei, diese nebst ihrem Gutachten ein¬
zureichen, damit er sich weiter erklären könne. In dem zweiten wird der Markgraf be¬
nachrichtigt, dass Fabricius Schreiben und Gutachten eingelaufen sei. Es heisst dann weiter:
«Ob nun wohl solch sein guetachten dahin gerichtet, das die sach jetzo sobald durch ihrer
fr. dht. gelartte rhätte alhie inn nottwenndige berahtschlagung gezogen unnd ihme allsdann
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
125
wegen ihne zu recht ziehen sollen, hiemit gentzlichen cassiret ufgehaben,
unndt abgethan sein, vornach man sich zu richten. Uhrkundlich mit
wolermelten hern regenten zugeordtnetem secret becröff’tiget. Actum
Königsberg den VI. junii anno 1604.
Ludwig Rautter.
Christof? Rappe.
Wolff' von Wernsdorf.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 27.
m 172. 1604. September 8. Koenigsberg.
Kauffbrieff Joachim Löbels seiner erkaufften vier hüben.
Die Oberräte bestätigen nach vorhergegangener Verhandlung mit
Christof von der Diehle Joachim Löbel seinen Kauf der 4 Schulzenhufen
im Amt Insterburg und die wegen Urbarmachung 3 zinsfreien Jahre vom
13. März 1604 ab; nach Abschluss derselben soll er für jede Hufe 21/q
Mark zinsen, Pferd, langes Rohr und andere Seitenwehr halten, jede Hufe
mit 50 Mark, macht 200 Mark, und das Krugrecht mit 100 Mark, macht
zusammen 300 Mark, bezahlen, 50 Mark Anzahlung und dann jährlich
40 Mark. Die Hufen und Krugsgerechtigkeit zu kulmischem Rechte.
Actum Königsbergk den 8. septembrisz a. 1604.
Ludwig Rautter.
H. Rautter.
Christoff Rappe.
Wolff von Werenszdorff.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 314—315. K. Verschr. 1597—1611. M 930.
Fol. 207—208.
m 173. 1604. November 30. Koenigsberg.
Hannsz Lengnicken des jungen krugkverschreibung.
Die Regenten verkaufen Hans Lengnick auf sein Ansuchen ein
Krugrecht1) für 100 Mark preussisch bar und jährlich 6 Mark Zapfengeld;
derselben bedenckhen uberschickt werden sollten, damitt er nach solchem alls einer Infor¬
mation die sach desto besser treiben helfen unnd sehen khönnte, ob der preussischen rhätte
consilium mitt demjenigen uberein kheme, so khonnen doch statthallter unnd geheime
rhätte nicht sehen wie die sach noch zur zeitt unnd ohne zuvorgehenden der preussischen
regierung sambtlichen bericht unnd guetachten was darinn zuthun oder zulassen sein
möchte, alhier, inn nottwenndige berathschlagung gezogen unnd derentwegen wesz be-
stendigs geschlossen werden khonnte unndt hiellten derowegen unnderthenigest darfür, es
sollte zuvorn von der preussischen regierung sambtlich deszwegen fernerer nottwennjliger
bericht sambt angehefftenn ihrem guettachten zuerfordern sein, wie sie dann daiauff hie¬
bei alberaitt der gleichen schreiben ann ermellte regierung begreiffen unndt inns rain
bringen lassen, welchs ihre fr. dht. uff den fall sie damitt zufriden gnedigist unnder-
zeichnen wollen.» (B. H. A. R. 7. 90. I).)
i) 25. Februar 1615 bestimmten die Haushaltungsvisitatoren, da in Darkehmen eine
Kirche angelegt sei, dass L. hinfort 3 Last Bier verschenken solle. Dafür versprach man
ihm, in dem Dorf keinen Krug weiter anzulegen. Audi wurde er angehalten um eine
Verschreibung einzukommen. Da jedoch in dieser in betr. der Anlage eines ändern Kruges
eine Klausel nicht enthalten war, hielt man sich auch nicht an die Zusage der Visitatoren.
		

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			126
Insterburgor Urkundenbuch.
muss 2 Last Bier aus dem Amt Insterburg oder aus dem Hof Kiauten
schenken. Datum Königsbergk den 30. novembris ao. 1604.
Ludwig Rauter.
H. Rauter.
C. Rappe.
Wolf! von Wernszdorf.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 349.
jfs 174. 1605. April 15. Koenigsberg.
Bastian Heins Verschreibung.
Dis Regenten bestätigen bis auf fr. Ratification den zwischen Chr.
von der Diehle und Bastian Rein, Wildnissbereiter im Angerburgischen
vereinbarten Kauf von 7 Hufen zu Gruneiken zu kulmisehem Rechte,
welche er jede Hufe mit 55 Mark, jährlich 20 Mark abzutragen, und
2 Mark Zins bezahlt; ferner muss er auf Erfordern mit Pferd, Mann
und Rohr auf der Grenze dienen, ist frei von bäuerlicher Pflicht, als
Scharwerk, Achtelholz und Zinsgetreido1). Geben Königsbergk den
15. aprilis ao. 1605.
Ludwig Rautter.
H. Rautter.
C. Rappe.
Wolf von Wernsdorf.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 301. K. Verschr. 1597—1611. M 930. Fol 215.
m 175. 1606. März 12. Insterburg.
Krugkkauffbrieff 	
			

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			Insterburger Urkundenbuch.
127
des Amtschreibers Christof Groen Hand zeigt, erkauft hat, da die alte
durch vielfältiges Hin- und Wiederführen unbrauchbar geworden ist.
Actum Insterburgk den 12. martii ao. 1606.
Christoff von der Dohle hauptman.
K. Hausb. Lit. B. 186/a Fol. 250.
m ne. 1606. Juli 15. Insterburg.
Krügers zu Gaudischken versclireibung wegen
seines krugkrechts.
Christof von der Diehle verkauft —*) von Gaudischken aus dem
georgischen Schulzenamt das Krugrecht für 100 Mark, bar bezahlt 1591;
muss Hausbier schenken. Datum Insterburg den 15. julii ao. 1606.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol 338.
m 177. 1606. Juli 15. Insterburg.
Chrisztzusz krugers czu Nemmersdorff versclireibung wegen
seines krugreclits.
Christof von der Diehle verkauft Chriszzus von Nemmersdorf aus
dem andrunischen Schulzenamt ein Krugrecht für 100 Mark anno 1591
bar gezahlt; muss Hausbier schenken. Datum Insterburg den 15. Juli
anno 1606.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 337.
m 178. 1606. August 26. Insterburg.
Bewilligung desz erzpriesters umb Vermehrung des sollarii.
Nachdem der Erzpriester des Amts Insterburg, Georg Raschius, sich
oft bei den Generalkirc.hen vätern und der Obrigkeit beklagt hat, dass
seine Besoldung nicht ausreiche, und der Kurfürst 28. Januar 1606 seine
Supplication bewilligt hatte, wofern das Kirchspiel vermögend wäre, ferner
der Erzpriester erklärt hatte, die 4 Pfarrhufen zu Sauper, welche an
stelle der 4 Waldhufen, deren in dem Stadtprivileg gedacht wird, auf
Befehl der vorigen Regierung der Kirche eingeräumt sind, abtreten und
den Kirchenvätern der Kirche zum leiten dieselbe zum Vermieten über¬
lassen zu wollen, erhält er nun 60 Mark zu seiner Besoldung, im Ganzen
also 320 Mark und entweder dio beiden Hufen Unland auf Schweiss-
>) Der Name ist ausgelassen.
		

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			128
Insterburger Urkundenbuch.
lauken oder aber tdie von der stadt dakegen inhabende raume morgen
mit dem h. caplan im besitz und gebrauch zu behalten». Die 4 Hufen
kann er nach 6 Jahren jedoch nach vorheriger jähriger Anmeldung,
wieder erhalten. Der Zuschuss zu seiner Besoldung fällt dann fort. Die
I7V2 Mark Inspectionsgelder durch die Inspection der Kirchen Georgen¬
burg, Goldapp, Narkitten, Graupischken kann er nicht erhalten, da aus
dem Kirchspiel kein Deeem fällt, muss sie an gebührendem Orte suchen.
Actum Insterburgk den 26. augusti anno 1606.
Christoff von der Dehle	Georgins Rasch pfarherr und
hauptmann.	erzpriester zur Insterb.
Georgen Rigkerling.
Johan Volbertus.
Herman Wartman.
Michel Brandt.
Christoff Bergsdorf.
K Hausb. Lit. A. 184. Fol. 339—340.
j[s 179. 1607. September 25. Koenigsberg.
Florian Reichwalden Verschreibung über <* buben uiiml eines
kruges gerechtigkeit zu Augstupenen.
Kurfürst Joachim Friedrich verschreibt Florian Reichwald, nachdem
er durch Consens der vorigen Herrschaft als Generalschulz im Amt
Insterburg bestellt ist und zu besserem Aufenthalt von Christof von der
Diehle 4 Hufen zu Augstupöhnen, die ausser seinen 10 Hufen an Ueber-
mass befunden, eine Kruggerechtigkeit, doch gegen Ausschank von 3 Last
Amtbier1), und 2 Hufen Wald an der Augstupöhner Grenze zu Viehetrifft
anno 1599 zu kulmischem Rechte erblich für 520 Mark, 350 Mark Anzahlung
und 50 Mark jährliche Abtragung, erkauft hat, wofür er, weil ihm die Hufen
zinsfrei erlassen, einen Plattendienst leisten, die Verwaltung als Schulz tragen
und da das Dorf Kolken 6 Morgen wässerig Land nicht in ihr Mass nehmen
will, solche gegen 10 Groschen für jeden Morgen jährlichen Zins zu
Wiesenwachs auf seine Kosten zurichten soll, auf sein Ansuchen, zumahl
er auch erfahren, dass Reichwaldt sich aller Gebühr «sowohl mit durch-
bringung desz polnischen kriegsvolckes unndt sonsten» verhalten, seinen
Besitz. Sollte mit dem Schulzenamt Aenderung vorgenommen werden,
soll er doch bei obigem Kauf gehalten worden. Geben Königsberg den
25. sber. ao. 1607.
Ludwig Rauter.
Fabian der Elter g. a. h. von Dhona.
Christoff Rappe.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 371-373. Lit. C. 187. Fol. 96-97. Lit. H 196.
l’ag. 260—263. K. Verschr. 1597—1610. M 923 Fol. 158—159.
i) 10. Juli 1612 wird R auf Intercession dos Hauptmanns vom Ausschank seiner
3 Last Hausbier erblich befreit (K. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 471—472 Lit. B. 186/a.
Fol. 251—252. Lit. C. 187. Fol. 95—96. Lit. H. 196. Pag. 263—265
		

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			Jnsterburger TTrkundenlmch.
129
m 180.	1609. März 5.
A11 hauptmann zur Insterburgk, die drey bubenn in der Goldapper
grenitz gefundene ubermasz bet. den 5. martii anno 1009.
Wir haben euren bericht unnd gefertigtenn abrisz die drey hüben
in der Goldapper grenitz gefundene überroasz belangende, inn rath ge¬
zogen. Ob ihnenn nun woll das gefundene ubermasz nicht gebüret, wir
auch dasselbe ann unns nehmen und einziehenn könten, so wollen wir
doch inn anmerckung dessen, (das eurerm bericht nach. 3 hüben mosz-
bruch, so nur unlandt, ist, inn der Goldapper grenitzen, derenn sie nichtt
gebrauchen können, vorhanden sein sollen, unnd das das städtlein auch
ohne das die jahrhero wegen der polnischen durchzüge mercklichenn
schadenn erlitten, sich auch sonstenn gar genau behelffen kann) geschehenn
lassenn, wie wir auch hiemit wollenn gewilligt haben, ihnenn solche drey
hüben ubermas ohne einig endtgeldt unnd erstattung uberlassenn, insz
masz geschlagenn unnd gebiirlichen begrentzet werdenn mögen. An deme.
Hoffmeister
Burggraff
Cantzier
Marschalck
subs.
Casparus Gelhar.
K. Reg. 1033. Fol. 120—121.
181. . 1609. April 9.
An Insterburg. Christoff Gattenhöffer bett. den 9. aprilis 1009.
Was ihr wegen Christoff Gattenhöffers gutt Schwegerau neben dem
abriesz berichtsweise anhero gelangen lassen solches haben wier zusambt
sein des Gattenhöffers abermahligen übergebenen supplication undt handt-
vesten im rhat verlesen und erwogen. Wan dan daraus soviel befunden
das des Gattenhöffers gutt keine gewisse hubenzahl, sondern ein umbritten
gutt und mit seinen richtigen grentzen bestettiget bisz dahero vor das
seinige vertretten und verschösset auch die benachbarten keine strittige
grentzen haben sollen, alsz sehen, wier nichtt wie ihme die übrigen funff
hüben könten entzogen werden. Bevehlen demnach zuverlessig, das ihr
dieselbe inhalt dem abrisz und wie ers vor alters besessen bestettiget,
und ihne ferner dabei schützet. An dem etc.
Burggraff.
H. Cantzier.
Marschalck subs.	Friedrich Treschenberger.
K. Reg. 1033. Fol. 242.
m 182. 1610. März 6. Koenigsberg.
Wolf Heinrich v. Waldburg erhält auf seinen eingesandten Bericht
den Befehl Goldapp ein Uebermass von 3 Hufen in seinen Grenzen,
9
		

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			130
Insterburger Urkundenbuch.
wenn es ihm auch nicht zukommt, einzuräumen, da die Hufen Moosbruch
nur Unland sind und weil die Stadt durch die polnischen Durchzüge
merklichen Schaden erlitten hat, ohne Entgeld und Erstattung. Datum
Königsberg den 6. martii 1610.1)
Desz herzogthumb Preussen
verordnete regenten	L. Rautter.
Fabian der Eiter b. u. h. z. Dohna.
Christoff Kappe.
H. A. Borck.
K. Ilausb. Lit. A. 184. Fol. 393.
m 183. i6ii. Mai 3. Koenigsberg.
Wegen Rogawen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt der Dorfschaft Gr. Kogawen
im Amt Insterburg 7 Hufen und 7 Morgen Uebermass daselbst jede
Hufe für 110 Mark preussisch, zusammen 793 Mark 13 Groschen 1 Sz.,
abzutragen jährlich mit 110 Mark von 1611 ab, und 10 Mark Zins,
und 2 Scheffel Gerste jährlich, frei von Pflicht. Geben Königsberg den
3. maii ao. 1611.
Ludwig Kautter.
Fabian der Elter burggraff und herr von Dhona.
Christoff Rappe.
Hansz Alb. Borck
K. Hausb. Lit. A. 186/b. Fol. 607—608. K. Verschr. 1611 — 1614. M 935. Fol. 8.
M 184. 1611. Mai 25. Koenigsberg.
Wilhelm Petzschen verschreybung über 2 hüben 17 morgen
zu Skayszgiren.2)
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Wilhelm Petzsch 2 Hufen
17 Morgen Uebermass zu Skaisgirren im Amt Insterburg erblich zu
kulmischem Rechte für 180 Mark Kaufgeld, jährlich abzutragen 60 Mark,
und 15 Mark jährlich Zins. Ferner soll er verpflichtet sein, «uf erfordern
des jederzeit anwesendenn hauptmans zur Insterburgk sich in verschikk-
ungon in Pohle« 11 und an die Grentze, wie auch mit durchbcgleitung des
polnisch krigesvolkes uf seinen unkostenn willigk gebrauchen zulaszen.»
Gebenn Konigspergk denn 25. maii ao. 1611.
Ludwig Rautter.
Fabian der elter g. u. h. v. Dohna.
Christof Rappe.
Hans Alb. Bork.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 469—470. K. Verschr. 1611 — 1614. M 935. Fol. 10.
1)	cf. M 180.
2)	Kreis Goldaji per Szitkehmen.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
131
m 185. 1611. November 12. Koenigsberg.
Christoff Bergsztlerffen Verschreibung über ein krugrecht
zue Walterkehmen.
Kurfürst Johann Sigesmund verschreibt Christof Bergsdorf1), Bürger
zu Insterburg, ein Krugrecht zu Walterkehmen für 100 Mark baar und
6 Mark Zapfengeld frei von Hausbierschank, Aufwartung an der Grenze
u. a., weil .ihm keine Hufen zu dem Kruge eingeräumt sind erblich und
ewig zu kulmischem Recht. Sollte ihm eigenes Gebräu mangeln, soll er
es von Insterburg nehmen und zahlen wie die ändern Amtskrüger. Geben
Königsbergk den 12. novembr. 1611.
Ludwig Rautter.
Fabian der elter b. u. h. v. Dohna.
Hansz Albreclit Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 289. Lit. C. 187. Fol. 73—74. K. Vcrschr.
1611 — 14. J@ 93,r>. Fol. 40.
186.' 1611. November 25. Insterburg,
Jonas Celinus Krugkrecht.
Wolf Heinrich von Waldburg verkauft Jonas Celinus, petrickischem
Generalschulz, auf sein Ansuchen eine Kruggerechtigkeit im Dorf Gr.
Rudupöhnen für 100 Mark preussisch «-welche summa er Celinus vermöge
der 1612 jahrreclmung strack bahr in die ampttstube erlegett und ge-
tzahelett», muss 2 Last Hausbier verschenken, 6 Mark Zapfengeld jährlich
zinsen. Diese Behandlung soll bis auf künftige Ratification beruhen2).
Geben Insterburg den 25. november anno 1611.
K. Ilausb. Lit. A. 181. Fol. 422—423. K. Verschr. 1611 —14 M 935. Fol. 42.
m 187. 1612. Januar 18. Koenigsberg.
Ambrosii Schimmelpfennigs verschreibung über eine
kruggerechtigkeitt im dorff Sehern kaden im
gawaittischen schultzenamtt.
Kurfürst Johann Sigismund confirmiert Ambrosius Schimmelpfennig,
Schöppenmeister von Insterburg, seinen mit H. von Waldburg verein¬
barten Kauf eines Kruges ohne Acker im Dorf Sambkaden8) im gawaiti-
1)	Die Supplication B. um den Krug zu Walterkehmen, da daselbst eine Kirche er¬
baut sei und 1 Krug nicht ausreichen würde, undatiert K Hausb. Lit A. 184. Fol. 396—397.
2)	Bie Ratification erfolgte 11. Dezember 1611 und sagt ebenfalls, dass Celinus
«solch kauffgeldt. albereitt ao. 1612 erlegt und bezahlet hat*. (K. Hausb. Lit. A. »184.
Fol. 424). Der Witwe Cellins wurde von Kurfürst Friedrich Wilhelm 10. November 1642
der Ausschank von 2 Last Amtbier erlassen und ihr versprochen keinen Krug auf eine
. halbe Meile Weges der Nähe anzulegen für Zahlung von 1300 Mark bar. (K. Ilausb.
' Lit. B. 18ö/b. Fol. 381).
3)	Schemkaden, Sambkaden, Szembkadden, jetzt Szemlauken per Nemmersdorf.
9*
		

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			132
Insterburger Urkundenbuch.
sehen Schulzenamt für 100 Mark preussisch, 6 Mark Zapfengeld, Aus¬
schank von 1 Last kiautischen Hausbiers. Geben Konigspergk denn
18. januarii ao. 1612.
Ludwig Rautter.
Christof Rappe.
Hans Albrecht Borck.
; /
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 426—427. Uausb. des Kammeramts Kiauten Lit. A.
204. pag. 235 mit der Aufschrift «Johann Dietrichen Verschreibung über deszen krugk
zu Szemiikadden.»
m 188. 1612. März 2. Koenigsberg.
Paul Königen verschreybung über V/2 hüben zu Sckrabelienen.
Kurfürst Johann Sigismund verkauft (verschreibt) Paul König drei
Hufen 15 Morgen zu Skroblienen im Amt Insterburg zu kulmischem Rechte
für 400 Mark, jährlich 100 Mark zu zahlen. Auch soll er die 3!/2 Hufen
für volle 4 Hufen von künftigem Zinstag im Jahr 1613 zuerst für 7^2
Mark, zusammen für 30 Mark, jährlichen Zins verzinsen «und neben
dehm bey straf schuldig sein sich aller handtirungen wie die nahmen
haben mögen zuenthalten, auszerhalb dehme was er durch gottes segen
auf seinen äkern erbauen oder sich auf denselben nutzen schaffen
mochte» König und seine Erben sollen auf die Holzung Acht geben
und sich für einen Wärter gebrauchen lassen, damit kein Unterschleif
geschehe, und sie sich auch selbst desselben enthalten. Ferner soll er
auf Erfordern mit einem gutem Klepper zum Verschicken aufwarten.
Schaden und Unterschleif verhüten und an Treu und Fleiss nichts mangeln
lassen. Geben Königsberg den ‘2. marti 1612.
L. Rauter.
Fabian der elter g. u. h. zu Dohna.
C. Rappe.
H. Gorbe.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 233. Hausb des Kammeramts Kiauten. Lit. A. 204'
pag. 121—123. K. Verschr. 1611—1614. M 935. Fol. 57. K. Yerschr, 1612—14'
M 936. Fol. 6—8.
m 189. 1612. Juli 9. Rominten..
Hansen Woyken verschreybung über 3 hüben 10 mo.
zu Bischdziiinen.1)
Kurfürst Johann Sigismund bestätigt Hans Wovke, Amtschreiber zu
Insterburg, auf sein Ansuchen seinen mit Wolf Heinrich von Waldburg
am 21. Dezember 1611 vereinbarten Kauf von 3 Hufen 10 Morgen
Uebermass im Dorf Bischdziiinen im madunischen Schulzenamt, wofür er
jede Hufe mit 60 Mark, macht zusammen 200 Mark, bar bezahlt und jährlich
jede Hufe mit 7 Mark grossen Zinses verzinst, sonst frei von bäuerlicher
!) Unerklärlich, wenn nicht etwa Beinuhnen.
		

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			Insterburger Ürkundenbuch.
133
Pflicht und Scharwerk, zu kulmischem Rechte erblich1). Geben Rominten
am 9. monatstag julii nach Christy unser herren gebührt im 1612. jahr.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 476. B. H.-A. R. 7. 90 D.
m i9o. 1612. Juli 9. Rominten.
Jonas Cellinen vorschreibungk über vier lmben zue
Grosz Riirfupelineii.
Kurfürst Johann Sigismundt confirmiert Jonas Cellin auf sein An¬
suchen seine mit Wolf Heinricli von Waldburg 12. Januar 1612 zu
Insterburg erfolgter Yerhandluug, wonach er die 4 Hufen Uebermass
im Dorf Gr. Rudupöhnen im Petrickischen Schulzengebiet, welche er von
Christof von der Diehle nach Diehles Amtsvorschlags und erfolgter Re¬
solution jede Hufe für 50 Mark und 8 Mark Zins jährlich frei von
bäuerlicher Pflicht und Beschwer, dazu einen Grenzdienst mit Pferd und
Rohr zu kulmischem Rechte erblich angenommen, richtich bezahlt hat.
Geben Romitten an neunden monatstagk julii nach Christi unsere herren
gebührt im eintausendt sechshundert unndt zwölfften jahre.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 132—134.
m 191 1612. Juli 9. Rominten.
David Grunenbergs verschreybung über 7 buben ;i morgen
ubermaas zu Klein Ditnawischken.
Kurfürst Johann Sigismund bestätigt David Grunenberg auf sein
Ansuchen seinen mit Wolf Heinrich von Waldburg 12. Januar 1612 auf
geschehenen Amtsvorschlag des Christof v. d. Diehle und erfolgter Re¬
solution der Oberräte vereinbarten Kauf von 7 Hufen 3 Morgen Ueber¬
mass zu Kl. Dittnawischken im matheischen Schulzenamt, wofür er für
jede Hufe 70 Mark, macht 490 Mark, zahlt, frei von bäuerlicher Pflicht
und Beschwer, doch muss er sich auf Erfordern mit Rohr und Pferd ge-
') Für seine 20jährigen Dienste bei geringer Besoldung und vieler Arbeit erhielt
W. auf sein Ansuchen zu seinen Lebtagen aus der szabienisohen Heide an Lager —, ab¬
gestandenem u. anderm gemeinen Holz, um das frischstehende Bauholz zu schonen, not¬
dürftig Brennholz. «Was das seeichen Miiten anlaugett» darf er es für sich, sonst Niemand,
solange es der Herrschaft gefällig, gemessen (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 485. den
25. März 1615) — 16. November 1605 giebt John, Schulz von Sapallan (Sapplan, Sapalla),
da er von seinem Bruder Woitegk sehr bedrängt würde, Hans W., Amtschreiber auf
Angerburg, als Tausch 2 Hufen 7Vs Morgen auf Skupken im Amt Insterburg nebst
Schankwerk für 2 Bauerhufen auf Sapalla, die derselbe daselbst gekauft. (Lit A. 184.
Fol. 308—309.) — Zur Zeit Fabians von Dohna hatte W. ein Kaufsehulzenamt zu Witt¬
girren 4 Hufen von Christof Hack bar gekauft Da aber nach dem kurf. Mandat Niemand
zugleich Kurf. Diener u. Kaufschulze sein durfte, W. aber das Kammeramt Sperling be¬
diente, musste er die 4 Hufen wieder abtreten uud erhielt 4 andere im Dorf Sargen im
Amt Angerburg jede Hufe für 50 Mark und 2 Mark Zins. (K. Hausb. Lit. A. 184.
Fol. 382. den 24. Februar 1609.)
		

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			134
Insterburger Urkundenbuch.
brauchen lassen, dazu ein Krugrecht für 100 Mark und (i Mark jährlich
vom Schank, zu kulmischem Rechte erblich. Geben Rominttenn am 9.
monatstage julii nach Christy unsers h. geburtt im 1612 jahr.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 483—484.
m 192. 1612. Juli 9. Rominten.
Hansz Tiedemans Verschreibung über 4 hüben zu Jagelaitschen.
Kurfürst Johann Sigismund bestätigt Hans Tiedemann auf sein An¬
suchen seinen mit Wolf Heinrich von Waldburg nach geschehenem Amts¬
vorschlag Christofs von der Diehlo und erfolgter Resolution der Oberräte,
Insterburg den 12. Januar 1G12 vereinbarten Kauf von 4 Hufen Ueber-
mass im Dorf Jagelaitschen im romittischen Schulzenamt, wofür er jede
Hufe mit 50 Mark, macht 200 Mark, und 8 Mark jährlichen Zins zahlt,
frei von jeder bäuerlichen Pflicht und Beschwerde erblich zu kulmischem
Rechte; muss Pferd und Rohr halten. Geben Rominten am neucndeu
monathstage juli nach Christy unsers herren gebuhrtt im 1612. jahre.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 449—450.
jv« 193. 1612. Juli 12. Sigmundowa.
Antonii Freytagen handtvest über dasz gutt Geilwehten, so itzo
Reinhart von Halle, jegermester erkaufft.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt seinem Kammerdiener An¬
tonius Freitag den Hof Gehlweiden, «benebenst alle dem acker, wie
solcher bis dahero zu unserm hoff Kiautten gebraucht worden mit dem
gantzen einschnidt und aller zubehörung an freyem bau und brenholtz,
gresereyen, viehetrifft undt einer hüben wiesewachs, die ihme von unserm
jägermeistern in der daran stossenden hevde, der wiltbahn aber ohne
schaden, angewiesen werden soll,» dazu das Szharwerk zu Regawischken,
eine Krugstätte, freie Fischerei auf deg beiden Seen Skowa und Estrowa
«und aller ändern gerechtigkeitt, alsz es an uns kommen undt uns zu¬
gestanden,» frei erblich und eigentümlich zu kulmischem Rechte. Auch
darf er den Hof versetzen, verpfänden und veralienieren1), jedoch nur
mit seinem Consens, den er ihm hiemit. in eventum erteilt Gegeben
Sigmundowa den 20. julii anno 1612.
K. Ilausb. Lit. A. 184. Fol. 435—436.
*) 16/26. September 1012 gestattet dev Kurfürst Fr. Gehlweiden an Reinhard von
Halle zu verkaufen und verschreibt diesem noch die grossen und kleinen Gerichte, aus¬
genommen Strassengerichte über Gehlvveiden und das Dorf Rogowski. (K. Verschr. 1611—14.
M 935. Fol 294.)
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
m 194. 1612. Juli 28. Johannisburg.
135
Johanni Albrechten Heinrich undt Paulen Collumhisz confinnation
über 40 liuhen landesz.
Kurfürst Johann Sigismund ratificiert Johannes, Pfarrer zu Kali-
nowen, Albrecht Heinrich und Paul Columbiss den Kauf des Guts
Bittkowen im Amt Insterburg mit 40 Hufen, das sie zu Lehnsrecht1) von
Albrecht, Freiherr von Kittlitz, Oberrat und Landhofmeister, erkauft.
Dafür sollen sie mit einem Rossdienst gewärtig sein und Vasallendiensto
leisten nach Lehnrechts Art. So gegeben zu Johanszburgk am acht unndt
zwantzigsten monatstagk julii im eintauscndt sechshundert undt zwolfften.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 432—433.
m 195 1612. September * io. 20. Crotien.
Moritz Stöltzners versclireihung uher 5 hüben zu Estrawischken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Moritz Stölzner Wildniss-
bereiter auf sein Ansuchen, nach dem er 4 Hufen ungeräumten Ackers
zu Astrawisehken jede Hufe für 50 Mark gekauft und bezahlt und mit
2 Mark zinst, ihm für dieselben Confirmation zu erteilen und für das
Gut Gehlweiden, für das er viel Unkosten gehabt, mit 4 Hufen Ueber¬
mass zu Astrawisehken2) zu entschädigen, die gekauften Hufen erblich zu
kulmischem Rechte frei von allen Diensten und 1 Hufe Uebermass erblich zu
kulmischem Rechte zu seinen Lebtagen frei von Zins und Pflicht, sonst
für 2 Mark jährlichen Zins. Die ändern 3 Hufen Uebermass sollen bei
dem Wildnisbereiterdienst frei von Zins und Pflicht bleiben, und Moritz
Stölzner eingeräumt werden. Sollte einer seiner Söhne auch Wildniss-
bereiter werden, erhält er diese 3 Hufen, wenn nicht, sollen seine Erben
diese 3 Hufen wieder abtreten. Gebenn Crotien am 10./20. septembris
nach Christi gebuhrtt im tausent sechshundert und zwölfften jahre.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 441—442.
1)	13. August 1G12 werden nach dem Absterben Hans Columbiss dessen Bruder
und Vetter die Lehnstücke übertragen. (K. Hausb. Lit A. 184. Fol. 13t)."1 Nach einem
Mantzettel vom 1. September 1618 treien nach dem Absterben Johann Columbus Pfarrer
zu Kalinowen, dessen Söhne Lazarus, Pfarrer zu Kalinowen, Nicolaus, Pfarrer zu Sohimon-
ken (?), und Johann C. die Erbschaft au. (K. Hausb. Lit. B. 188/a. Fol. 10.)
2)	15. Mai 1020 tauschte St. seine 5 Hufen zu Astrawisehken gegen 5 Hufen 24
Morgen Reinhards von Halle. Obgleich Halle frei von Zins und Scharwerk war, St. dagegen
8 Mark zinsen sollte, wurde bestimmt, dass St. aucli von seinen neuen Hufen 8 Mark
zinsen sollte. Da letztere Hnfen noch nicht urbar waren, zahlte Halle noch 200 Mark
bar. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 576 — 577.)
		

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			136
Insterburger tJrkundenbuch.
m To 1612. JeS~62- Angerburg.
Hansen Grabauen verschrcybung über Keppurlauken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt1) seinem Secretär und ge¬
heimen Kammerschreiber Hans Grabau für seine Dienste, die er des
Kurfürsten verstorbenen Mutter und ihm selbst 18 Jahre lang in der
zechlinischen Hofhaltung und jetzt mit Reisen geleistet, das Gut Keppur¬
lauken erblich und eigentümlich zn kulmischem Recht frei und ohne
Beschwer, darf es verkaufen2), verpfänden, veralienieren. Geben zn
Angerburgk den ^ im 1612. jahr.
K. Hausb. Lit. A 184. Fol. 473. B. H.-A. R. 7. 90. D.
m 197. 1612. October 13./23. Koenigsberg.
Albrecht Ertmans versclireibung uber <*> freye hüben zu
Dinglaukcn im andrunischen.
Kurfürst Johann Sigismund bestätigt Albrecht Ertmann auf sein
Ansuchen seinen erblichen Kauf von 6 Hufen zu Dinglauken im Amt
Insterburg, erfolgt auf Consens und Befehl der Oberräte, erblich zu
kulmischem Rechte, wofür er einen Rossciienst verrichten soll. Gebenn
Königspergk am 13./23. October ao. 1G12.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 460—461. Lit. B. 186/a. Fol. 291.
m 198. 1613. Januar 16./6. Koenigsberg.
Merten Nagelsz verschreybung uber 5 hüben und ein krugkrecht
zu Budweizschen im andrunischen.
Kurfürst Johann Sigismund bestätigt Martin Nagel, Landmesser zu
Insterburg und Ratsverwanten der Stadt, auf sein Ansuchen seinen anno
1600 mit Christof von der Diehle vereinbarten und dann von Wolf
Heinrich von Waldburg 18. Dezember 1612 schriftlich bescheinigten
Kauf von 5 Hufen Uebermass im Dorf Budweitschen im Andrunischen
Schulzenamt, jede Hufe für 50 Mark, macht 250 Mark, und eines Ivrug-
rechts für 100 Mark erblich zu kulmischem Rechte, zinsfrei, solange er
im Landmesserdienst ist, dann aber mit Mark und 5 Mark Zapfen¬
geld jährlich verzinst. Geben Konigsperg den 16./6. januarii ao. 1613.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 463—464.
1)	Der Befehl an den Hauptmann das Gut einzuräumen von demselben Datum
(K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 473 F.) Die Einräumung erfolgte durch den Oberkämmerer
Hans Bastwinder 24. Januar 1613 ib. K. Hiemit beginnt die Austeilung des Didlacker
Waldes. H.
2)	2. November stilo novo 1612 verkaufte Gr. sein Gut K. mit 16 Hufen Hans
Woyke, Amtsschreiber von Insterburg, für 3200 f poln. Sollte bei einer Messung sich
befinden, dass das Gut mehr als 16 Hufen enthielte, sollte dem Verkäufer «das ubermahsz
zum besten bleiben, doch dergestalt da verkeuffen solchs übermahs zubehalten gefelligk
er ebenmessig die hüben des ubermahsz mit zweihundert fl. poln. zu zahlen schuldig sein
will und soll.» (K. Hausb. Lit.. A 181. Fol. 473. F. u. G. B. H.-A. ib.)
		

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			Insterburgor TJrkuudenbuch.
137
m 199. 1613. Januar 23. Koenigsberg.
Hansen Meriken Versicherung über vier Imben uberinaasz, welche
Preuren genandt werden.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Hans Merike auf sein An¬
suchen seinem Gütchen Preuern zu Hilfe, in Anbetracht seiner Unver¬
mögenheit, seines ausgestandeuen Brandschadens und weil «ihme der
liebe gott mit einem heuflein kinderchen gesegnott», 4 Hufen Uebermass
im Amt Insterburg «dergestallt das ihme solche vier hüben an ubermaas,
sobalden sich in gedachtem unserm ampt Insterburg was erledigen wirdt,
zu iehnrechtt obgedachtem seinen guttlein Preuern zu hulff durch unsere
beambten daselbst sollen eingeroumett und abgemessen werden.»1) Geben
Konigspergk den 23 januarii an. 1613.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 455-456. Lit. 0. 187. Fol. 125. K. Verschr.
1011-14. M 935. Fol. 157. Verschr. 1612—14. M 936. Fol. 215—216.
m 200. 1613. Februar i. Koenigsberg.
Sec. Georg Halm.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt dem Secretär Georg Hahn,
auf sein Ansuchen für seine Dienste und weil er bis dato nichts erhalten,
nach dem Gutachten der Oberräte «von dem neuen lande, so in unserm
ampt Insterburgk von der Didlaucken» und nach Besichtigung Wolf
Heinrichs von Waldburg und des Jägermeisters Reinhard von Halle, 20
Hufen diesseits des Dorfs Gaitzuhnen auf beiden Seiten des Fliesses
Scharnuppen und bis an oder gleich durch Abschnitten erblich zu
kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Zinsen und Pflichten. Solche
sind ihm oder seinem Käufer2) einzuräumen3). Dazu werden ihnen ver-
!) 11. Juni 1622 wird Merike gestattet, seine Hufen zu verkaufen. K. Gonfirm
1620—24. M 948. Fol. 95.
*) 18. Februar 1613 verkaufte H. seine 20 Hufen an Martin Schimmelpfennig,
Insterb. Katsverwanteu für 4400 f. poln. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 439—440) Der
Einräumungsbefehl an den Hauptmann für Sehiinmelpfennig vom 2. Mai 1613 ib.
Fol. 447—448.
Von gottes gnaden Johan Sigiszmundt etc.
Edler lieber getrewer, wir mögen dir nicht verhalten, das bey uns Merten
Sehimmelpfennigk rahts vorwandter unser stadt Insterburk uuterthenigste an-
suchung gethan, ihme die zwantzig hüben uf Didlauken, so er von dem erbarn
unserm secretario und lieben getrewen Georg Hahnen erkauft, wirklichen
tradiren und einraumen zulaszen, da uns zugleych der abris, welchen du uf
unser oberrahte anordnung durch den landtmesser über den ort Didlauken
fertigen laszen eingeandtworttet worden.
Wan wir aber aus dem uberschiktem abrisz so viel befinden, das Morton
Schimmelpfennig anderer gestalt nicht, dan wie die aptheilung der 20 hüben
im abries durch den landtmeszer gemacht worden, insonderheit das dieselbe
gemachte abtheilung des landtmeszers mit unserer gegebenen verschreybung
eiutrift, angewiesen werden kan und musz, als stellen wir es dahin, du wollest
ermelten Sehimmelpfennigk gemees dem uberschikten abries innerhalb den beeden
geschlagenen wenden die 20 hüben, wie es der boden und der grundt giebt, da¬
mit unserer wiltfuhr nicht zunahe gegangen werde, einreuinen.
Neben dehm weilu wir ebenmeszigk unsern beeden preuschen secre
tarien Caspar Gelharn und Friedrich Dreschenbergern uf berurtem ort Didlauken
umb ihrer uns und unsern Vorfahren geleysten dinste willen inhalts ihrem
privilegio acht und zwantzigk hüben zu gnaden verschrieben, so ist gleichsfals
		

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			138
Insterburger Ürkundentmch.
liehen die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengeriehte,
frei Bau- und Brennholz zu Hauses Notdurft nach Anweisung, letzteres
von abgestandenem und Lagerholz, freie Fischerei auf dem Pregel zu
Tisches Notdurft. Geben Konigsperk in Preussen am ersten februarii
des eintausent sechshundert und dreyzehenden jahres.
K. Ilausb. Lit A. 184. Fol. 437—439.
m 201. 1613. Februar 2. Königsberg.
Johan Filhasz gericlitssecretarius mitt 14 lmfcii auf Ditlaucken.
Kurfürst Johann Sigismund verleiht dem Gerichtssecretär Johann
Filhas auf sein Ansuchen für seine fast 20 Jahre geleisteten Dienste 14
Hufen auf Didlacken im Amt Insterburg, die er durch den Hauptmann
Wolf Heinrich von Waldburg und den Jägermeister Reinhard von Halle
hat besichtigen lassen, zu Kulmischem Rechte erblich und ewig, frey von
allem Beschwer, Scharwerk, Zinsen und Pflichten. Auch darf er sie ver¬
tauschen und verkaufen. Ferner erhält er die grossen und kleinen Gc=
richte, ausgenommen Strassengerichte, frei Bau- und Brennholz zum Be-
unser befehlich an dich, du wollest ungeachtet das von dir gebellten worden
unsern jägermeistem dir zu solcher einweysung zuzuordnen, so wir doch unnötigk
zu sein erachten und solche anweysung durch dich allein gar woll verrichtet
werden kan, unsern beeden secretarien Gelhaarn und Dreschenbergem solche
28 hüben inhalt des abriszes zur vuhr an Mertin Schimmelpfennigs hüben zur
rechten seiten nach der Bubeyner und Plattenischker grentz, damit die vol-
kömliche hubonzahl erfüllet werde, abmeszen dieselbe mit grentzinahlen
bestetigen und zu ihrem geniesz und besitz unverlengtt gemees ihren haben¬
den verschreybungen wirklichen tradiren und einreumen und zugleich die
grentz vernottelung nebst den Verschreibungen dem hauszbuch einverleyben,
wie auch unserm hoffgerichtssecretario Johan Fülhasen iuhalts dem gefertigten
abries die übrigen 14 hüben zwischen Schimmelpfennigs hüben nach der Vor¬
stadt werts zugleich einreumen lassen.
Und obwol unsere Verschreibung über denselben ort Didlauken mehren-
theils zu kolmischen rechten lauten und das unsere diener mit solchen ihren
erlangten gnadenhuben alsz mit einem eygentbumlichen gutt ihres gefallensz
zuthun und zugebahren bey welcher gerechtigkeit und freyheit, wir sie auch
jedesmals geschützt und gehandthabet wissen wollen, so ist doch unsere meinung
nicht das weder Schimmelpfennigk noch jemandts anders sieh derselbten erlangten
freyheit mit gentzlicher verösigung der holzung so uf denselben hüben vorhanden
sein mochte, miszbrauchen sollen, sondern wollest achtung druf geben weyln
gleichwoll die von uns dem einem und ändern am selbten ort Didtlauken ver¬
schrieben hüben urbahr gemacht sein wollen, dannenhero die holtzung des orts
angegrieffen werden musz, das dennoch ein jeder seinen gewissen liegewalt, so¬
viel er und seine nachkömliuge und brenn und bauholtz vonnöten haben
möchten, absteke undt unverhawen lasze, sonsten da sich der eine undt andere
seiner eygenen höltzung miszbrauchen wurde, soll niemandts inskünftige ausz
unsern weiden an eynigem holtz etwasz gefolget werden, es wehre dan
sache, das sie es uf dem ihrigen an itzo nicht gefunden oder aber dieselbe
nicht zur ungebuhr mit verkeufung des ihrigen unter einsten verösigen und
wegkgebrachen hetten. Welches du also einem jedwedern wirst einzuhalten und
dis unser rescript insz amptbuch zu registriren wiszen, daran geschieht unser
gnediger wille. Datum Konigsbergk den 2. maii au. ll>13.
L. I lauter.
Hansz truchses von Wetzhausen.
C. Rappe.
lf. Bork.
8) Der Eiuräumungsbefehl au den Hauptmann vom 1. Februar 1613 ib. Fol. 437.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
139
darf seines Hauses, nicht zum Verkauf. Dieses ist in das Hausbuch zu
1 registrieren. Geben uff' unserm schlosz Koenigsbergk in Preussen, den
ändern monatstagk februarii des 1613 jahrs.
Ex connnissione serenis. electoris
propria in praesentia serenis. ele-
ctorissae et dom. cancellarii.
Ulmus. elector
subscripit
B. St.-A. R. 7. 90 P. Copie. K. Verschr. 1611 — 14. M 935. Fol. 167. Versohr
1612-14. M 836. Kol 245-246.
m 202. 1613. Februar 3. Koenigsberg.
Verschreybung Fridrieb Dreschenbergern über vierzehen haben
landesz im Dittlauken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt dem Secretär Friedrich
Dreschenberger für seine ihm und seinem Vorfahren über 20 Jahre ge¬
leisteten Dienste in Kanzlei und Ratstube 14 Hufen im Amt Insterburg,
im Didlackischen gelegen, besichtigt durch Reinhard von Halle, zu kulmi-
schem Rechte erblicli und ewig, frei von Pflichten, Zinsen und Scharwerk,
darf sie verkaufen, vertauschen und sonst alienieren, ferner die grossen
und kleinen Gerichte, ausgenommen Strasssngerichte, frei Bau- und
Brennholz zu Hauses Notdurft. Wolf Heinrich von Waldburg soll die
Hufen an einem gelegenen und fruchtbaren Ort durch einen geschworenen
Landmesser abmessen lassen. Geben zu Konigsperk den dritten februarii
des 1613. jahres.
K. Hausb. Lit A. 184. Fol. 444—445. K. Versohr. 1611 — 14. M 93b. Fol. 169.
Verschr. 1612—14. M 936. Fol. 250—252.
m 203. 1613. Februar 3. Koenigsberg.
Versclireybung über vierzehen buben im Didlauken
Caspar Gehlhaar.1)
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt seinem geheimen Secretär
Caspar Gehlhaar 14 Hufen auf Didlacken im Amt Insterburg, besichtigt
durch Reinhard von Halle, welche Wolf Heinrich von Waldburg Gehl¬
haar an einem ihm bequemen Ort einräumen lassen soll; frei von Be¬
schwerden, Zinsen und Scharwerk erblich und ewig zu kulmischem
i) Friedrich Dr. und Caspar Gelhaar verkaufen 28 Hufen bei Didlacken zwischen
Martin 8chimmelpfennigs, der Bubainer und Platenischker Grenze gelegen an Alexander
Bulbeck für 9240 Mark 21. Juli 1613. (K. Kausb. Lit, A. 184. Fol. 461 —462.) Schulden
halber mussten Bulbecks Witwe und Erben ihre 28 Hufen 2. Februar 1626 an die Stadt
Kneiphof-Koenigsberg für 5600 f. poln. verkaufen. Gonfinnation erfolgte 9. Januar 1627.
(Conc. 1627—30. M 952. Fol. 2—8.
		

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			140
Insterburger Urkundenbuch.
Rechte, ferner die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassen¬
gerichte, frei Bau- und Brennholz zu Hauses und Feuers Notdurft. '
Geben zu Konigsperk den 3. februarii 1613.
K. Hausb Lit. A. 184. Fol. 446. K. Verschr. 1611—14. Jß 935. Fol. 174
Verschr. 1612 — 14. M 936. Fol. 257—258.
m 204. 1613. Februar 4. Königsberg.
Fabian von Lehendorffs vorschreibung über 20 begnadigungsz
hueben zu Didtlaucken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Fabian von Lehndorf, Haupt¬
mann zu Lötzen, 20 Hufen Uebermass im Amt Insterburg zu magde-
burgisehem Rechte für beide Geschlechter; darf sie vertauschen, verkaufen1)
und veralienieren. Auch erhält er die grossen und kleinen Gerichte, aus¬
genommen Strassengerichte. Gebenn Königspergk den vierdenn monats-
tagk februarii2) im jahr tausent sechshundert undt dreyzehenn.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 582. K. Verschr. 1611—14. M 935. Fol. 174.
Verschr. 1612—14. M 936. Fol. 255-260.
m 205. 1613. Februar 9. Koenigsberg.
Peter Waltersz verschreybung.
Kurfürst Johann Sigismund verleiht [Peter] Walter die 4. Dezember
1583 Lux Walter, Krüger zu Mehlkehmen im Amt Insterburg, über¬
gebenen 6 Hufen daselbst, die er jede Hufe mit 4 Mark und mit 4 Mark
wegen des Marcilien-Schanks, macht 28 Mark, jährlich verzinst sonst frei
von Scharwerk und Beschwer, auf deren Verschreibung er aber vertröstet
ist, zu kulmischem Rechte erblich und ewig frei von Scharwerk ausge¬
nommen der gemeinen Landbeschwer; soll eine halbe Last Schlossbier
ausschenken. Geben zu Königspergk den 9. monatstag februarii 1613.
Ludwig Rautter.
Hansz Truchsess von Wetzhausen.
Christof Rappe.
Hansz Alb. Bork.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 464 — 465.
*) 3. August 1613 verkaufte Fabian v. L. seinen Besitz der Stadt Insterburg für
4000 Mark preussisch. Da Fabian bald darauf starb bestätigten seine Sohne Caspar und
Friedrich im Namen ihrer Mutter den Kauf 3. Oktober 1613. Zum 2. Zahlungstermin
versprach die Stadt noch ein gutes Pferd. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 583—584.) K.
Dies ist der heutige Stadtwald. H.
2) Verschr. M 935 haben das Datum 5. Februar 1613 ebenf. Verschr. .Ms 936.
		

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			Insterburgor Urkundenbuch.
141
m 206. 1613. Februar 25. Insterburg.
Formular der kauffbriefe, so den ampts underthaneu uber das
gefundene ubermass bei jedem dorf! gegeben und anssin
amjit mittgetheilett worden.
Uff ergangene ehurfr. gnedigste verobscheidungen ist mitt der dorf-
schaft N. wegen N. hüben N. morgenn ubermass, bei gemeltem dorff,
derogestaltt behandlung und berohmung getroffen, dos sie dieselben jede
hübe mit N. f. ihre churfr. gen. zutzahlen sich erhöhten, welches in der
Summa N. f. machen thut welche sie uff jerlichen termin zu N. f. biss
die summa getzahlett ins ampt erlegen sollen, darauff sie N. f. vermöge
der N. jahrrechnung geliefertt und den rest wie gemeldet, terminweise
erlegen sollen, daneben haben sie sich behänden lassenn von jeder hübe
solches ubermasses zu N. f. und N. gorst N. haber als eines grossenn
zinses ins amptt zutzinsen und sollen hergegen aller peinlichen pflicht
und Scharwerks gentzlichen befreiet und entnohmen sein, worüber ihnen
eine Verschreibung, under der hern oberröhte lianden und siegeil auss
der churfürstlichen carttzelei gleich den Koganern im Madunischen ge¬
geben werden soll unnd habe ihnen dieses biss zu erlangung ermelter
Verschreibung underm amptt siegeil zur Versicherung mittheilen wollen.
Actum Insterburg den 25. februari anno 1613.
Wolff Heinrich
erbtruchses subscripsit.
Yolgende Dörfer hoben dieses lants kauffbrieffe empfangen.
Strapawischken
Krigkstankehmen
Groblaukenn
Klein Pelledauen
Gros Pelledauen
Awischwallen (?)
Klein Paragawischken
Klein Madunischken
Stawischken
Gudwallen
Tauttschillen
Menturlauken
Anderschkoross.
Skalischkehm Andschillupchen.
Kündern
im Madunischen.
im Lolischenn.
Budeninken
Plimballen
Telkwehten
Gennischken
Wingeruppen | im Harnischen.
Riegkstkehmen (?) J
Ischdaggen im Jurkschen.
Jurgis und Pallue und Tittnagen im Andrunischen.
Blindtkehm im Hämischen.
Girnonen im Lolischen.
Witgirn im Hämischen.
Schwirblon im Hämischen.
		

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			142	Insterburger Urkundenbuch.
Kubillen I . „
Tarpupchen ) im Gergschcn.
Taudtschillen I .	,
Awischwallen | im Madumechen.
Wikey oder Kolpacken im Gawaitischen.
Karklienenn im Mattheischen.
Ischdaggen I
Herssbrudes (?) f im Kottenauschen.
K. Haitsb. Lit A. 184 Pag. 9 — 11.
m 207. 1613. Februar 27. Marienwerder.
Caspar Königen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt1) seinem Secretär Caspar
König für seine vor einigen Jahren am polnischen Reichstag und sonst
geleisteten Dienste 8 Hufen im Amt Insterburg auf Didlacken, welche
ihm an einem gelegenen fruchtbaren und bequemen Ort, durch Reinhard
von Halle in Augenschein genommen, von Wolf Heinrich von Waldburg
eingeräumt werden sollen, zu kulmischem Rechte erblich und ewig, frei
von Pflichten, Zinsen, Scharwerk, darf sie verkaufen, vertauschen ver-
alienioren. Ferner erhält er die grossen und kleinen Gerichte, ausge¬
nommen Strassengerichte, frei Bau- und Brennholz nach Anweisung zu
Hauses Notdurft. Geben zu Marienwerder am 27. februarii anno
Christy 1613.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 471. 1!. St.-A. R. 7. 90. P. Concept.
m 208. 1613. Februar 27. Marienwerder.
(Jeorg (ioldteysens verschreybung.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Georg Goldeysen2), Secretär
der Herzogen, für seine derselben und der verstorbenen Marie Eleonore,
Markgräfin von Brandenburg etc., geleisteten Dienste 8 Hufen im Amt
Insterburg auf Didlacken, besichtigt durch Reinhard von Halle, zu kulmi¬
schem Rechte erblich und ewig frei von alle Pflichte, Zins und Schar¬
werk; darf sie vertauschen, verkaufen oder sonst veralienieren, dazu er¬
hält er die kleinen und grossen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte,
frei Bau- und Brennholz zu Hauses Notdurft. Geben zu Marienwerder
am 27. februarii anno 1613.
K. Hausb. Lit. H. 184. Fol. 475.
1)	Die Urkunde war nach dem Berl. Concept zuerst für Goldeysen ausgestellt und
dann alles auf diesen bezügliche ausgestrichen und König an seine Stelle gesetzt. In einem
Brief dat. Rudersdorf 3./13. März 1613 Concept giebt der Kurfürst noch einmal Befehl,
König und Goldeysen jedem 8 Hufen auf Didlacken «an einem bequehmen, fruchtbaren
und wolgelegenen ortt> durch die geschworenen Landmesser auweisen zu lassen B. St. A. ib.
2)	Goldeysen, der auch Land zu Keppurlauken besass, verkaufte 6. August 1613
Hans Woyke, Amtsschreiber zu Insterburg, 16 Hufen daselbst und empfing den Rest da¬
für 24. März 1615 bezahlt. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol 487.)
		

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			Insterburger ürkundenbuch.
143
jvs 209. 1613. November 1. Insterburg.
Friedrich Kalauen kauffbrieff über 2 hüben IS morgen zu
Neusastomos im kattenauschen.
Wolf Heinrich von Waldburg hat mit Friedrich Kalau1), der von
Christof von der Diehle einen Neusassen im kattenauschen Schulzenamt
«welcher ortt Tomos Neusäss gen and-» angenommen und jährlich mit 9 Mark
verzinst hat, da bei der diesjährigen Messung derselbe 2 Hufen 18 Morgen
enthält, vereinbart, dass er für dieselben IGO Mark bar und jährlich 15
Mark Zins bezahlt, sonst frei ist von bäuerlichem Scharwerk und Pflug-
getreide, erblich zu kulmischem Rechte. Actum Insterburgk denn 1.
novemb. ao. 1613.
Wolff Heinrich erbtruchses.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 468—469.
m 210. 1613. November 12. Koenigsberg.
Abschriefft Alexander Bulbeck verschreibungk über 5 buben
1!> r. uff Diedlauken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Alexander Bulbeck, Amt-
schreiber zu Insterburg, für seine 17 jährigen Dienste nach Boricht des
Hauptmanns und Reinhards von Halle 4 Hilfen und 19 Ruten bei Did-
lacken und 1 Hufe, die ihm bereits gegen Zins eingeräumt ist, nahe an
denselben2), jede Hufe für 100 Mark preuss, zahlbar in 2 Termine, die
Hälfte jetet und der Rest Michaeli 1614, erblich und ewig zu kulmischem
Rechte jede Hufe für 3 Mark Zins frei von bäuerlicher Pflicht und
Scharwerk. Geben Königsberg denn zwölften monatstag novembris
nach Christy unsers lieben lierrn unndt seligmachers geburtt im sechszehen¬
hundert unndt dreyzehendenn jahr.
Ludwig Rautter.
Hans Truchszes von Wezhauszen.
Christoff Rappe.
Hansz Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 555—556. K. Verschr. 1611—14. M 935. Fol. 221—222.
1)	14. September 1610 übernahm K. die Mühle zu Schurschinen, die 1599 dem
Müller Gregor Schaffka auf 1 Last Korn arrrendieret war, da derselbe die Arronde kein
Jahr gebührender Zeit ausgezahlt hat. (K. Hausb. Lit. A 184. Fol. 394.)
2)	Kurfürst Johann Sigismund verschrieb noch B als Bürgermeister von Insterburg,
auf sein Ansuchen 6 wüste Hufen zu Didlacken an seine Grenzen stossend für seine in
der Haushaltungsvisitation treu geleisteten Dienste. (Fragment undatiert. K Hausb. Lit.
A. 184. Fol. 587.) Eine Anmerkung meldet: «diese hubenn hat die stadt Kneiphoff
Königsberg an sich gehandelt.» 28. März 1615 erhielt B. auch auf Ansuchen durch die
Visitatoren freie Fischerei in der Inster mit 4 Säcken und 1 Handwate zu Tisches Not¬
durft zu seinen und seines Weibes Lebtagen, confirmiert 20. Dezember 1618, (K. Hausb.
Lit. A 184. Fol. 556—558.
		

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			144
Insterburger Urkundenbuch.
m 211. 1614. April 10. Koenigsberg.
Christoff Surkauen verschreybung über 15 hüben
zu Wipeningken.
Kurfürst Johann Sigismund verrchreibt Christof Surkau, Bürger der
Stadt Insterburg, 3 Bauerhufen zu Wiepeningken, die Florian Pusch bis¬
her besessen, aus Not aber hat verlassen müssen, erblich und ewig zu
kulmischem Reehte, wofür er 300 Mark bar erlegt und für jede Hufe 8
Mark jährlich zinst. Auch soll er ausführen, was ihm wegen des Dorfs
Wiepeningken von Amtswegen anbefohlen wird. Geben zu Konigsp. den
10. april 1614.
Lud wich Kauter.
Hansz Truchses von Wezhausen.
C. Rappe.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 512. K. Verschr. 1612-14. M 936 Fol. 496—497.
Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 17.
m 212.	1614. April 20.
Verschreibung Michael Paulowsky über achtt hueben zu
Sterckenicken (len 20. aprilis anno 1614.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Michael Paulowski 8 Hufen
Uebermass im Dorf Sterkeningken im Amt Georgenburg in einem Stück frei
von Zins, Pflicht uud Scharwerk erblich und ewig zu kulmischem Rechte.
K. Vorschr. 1614—15. M 938. Fol. 18.
m 213. 1614. Mai 7. Koenigsberg.
Florian Reichwaiden Verschreibung über 1 hübe landes.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Florian Reichwald, Land¬
schöppe von Insterburg, da er ihm eine Hufe Land zu seinen Hufen
käuflich zu überlassen versprochen1), auf Vorschlag des Hauptmanns 18
Morgen zwischen Wilkoschen und Gr. Kollischwinnen und 12 Morgen
bei Werdeln an der Raduppe im Balzerischen Schulzenamt erblich und
ewig zu kulmischem Rechte für 100 Mark bar und 8 Mark Zins jährlich.
Geschehen Königsberg den siebendenn monatstag maii nach Christi ge-
buhrtt im sechzehenn hundert und vierzehenden jahre.
Ludwig Rautter.
Hansz Truchszes von Wezhausen.
Christof Rappe.
Hans Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 24—25. Lit. H. 196. Pag. 269—271. K. Verschr.
1612—14. M 936. Fol 475—77. Cassiertes Original auf Pergament datiert 27. März
1614 ib. Fol. 510. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 23.
') Reichwald hatte zuerst um Erlass seines Hausbierschanks gebeten, was bedenklich
schien zu bewilligen. An Stelle dessen versprach ihm der Kurfürst 15. März 1614 obige
Hufe. (K. Verschr. 1612—14. M 936. Fol. 475—477 und Fol. 310. Verschr. 1614—15.
M 938. Fol. 9—10 und Fol. 24—26.)
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
145
m 214.	1614. Mai 9.
Verschreibung Michael Paulowski über 11 hueben 2 morgen zu
Sterckenicken im Insterburgischen 14.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Cyriacus Hausotter 3 Hufen
Uebermass wüst und unurbar im Dorf Saszlaucken im Amt Georgenburg
jede Hufe für 100 Mark preuss. Anzahlung 100 Mark, Abzahlung jährlich
50 Mark, und 5 Mark jährlich Zins nach Georgenburg, frei von bäuer¬
licher Pflicht und Scharwerk erblich und ewig zu kulmischem Rechte.
K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 27—28.
m 2iß. 1614. October i. Koenigsberg.
Christoff Bergsdorffer versclireybung über 1 buben
zu Loypeningken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Christof Bergsdorf, Bürger
und Ratsverwandten von Insterburg, 4 Hufen Uebermass im Dorf Leipe-
ningken im Georgenbnrgischen, jede Hufe für 200 Mark, das erste Jahr
300 Mark, das zweite auch 300 und das dritte 200 zu zahlen, und von
jeder Hufe 4 Mark erblichen Zins jährlich zu Martini nach Insterburg,
zu kulmischem Rechte, dazu freie Viehweide2) in seinen (d. Kurf.) Wäldern,
P. verkauft seine 11 Hufen 2 Morgen an Wolf Heinrich von Waldburg. Dieser
aber bat dan Kurfürst, da sie «ihme doch der weite halber gleich seinen ändern erbgütern
zugebrauchen nicht zutreglieh» wären, dieselben gegen das Dorf Wonnen im Amt Balga
zn vertauschen, worin dieser 6. Februar 1616 einwilligte. (K. Verschr. 1616. M 940.
2 Concepto.)
2) Anno 1616 bat B. um Ueberlass von 27 Morgen Wiesenwachs. Eine Eingabe
des Hauptmanns wurde 20. Dezember 1616 dahin beantwortet, dass es bedenklich er¬
scheine, sie käuflich abzugeben, man möge sie ihm um 12 f. jährlichen Zins verleihen.
Darauf verkaufte der Hauptmann B. eine Hufe zu Leipeningken am Pregel und an den
kurfürstl. und Insterb. Wiesen erblich und ewig zu kulmischem Rechte für 16 Mark
30 Schill. Zins, am 22. Dezember 1616. Eine kurf. Ratification sämtlicher 5 Hufen, in
der jedoch B. auf eingelegte Fürbitte erblich von Zins und Pflicht befreit wurde, vom
27. Januar 1617. (K Hausb. Lit. A. 184. Fol. 477 u 521—522.) Der Einräumungs¬
befehl erfolgte 28. Januar 1617 il). 520. Die Verleihung der Wiese wurde B. angefochten,
da sie mitten im Vorwerk liege, allein der Kurfürst bestimmte 17. Juli 1617, ihn dabei
zu belassen, da die Klage nicht, begründet sei ; die Wiese stosse mit einer Wand an der
Stadt Insterburg arrendierte Wiesen, mit der ändern und dritten an die kurfürstl, mit der
vierten am Pregel an die vom Verwalter zu Georgenburg verarrendierten Wiesen. B. ferneres
Erbieten, falls ein Vorwerk angelegt würde, seine Hufe gegen eine andere abzutreten, wurde
angenommen. (K. Hausb, Lit. A. 184. Fol. 522—533).
10
		

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			146
I nsterburger Urkunden buch.
wofern es seiner Wildbahn nicht schadet und derselben nicht zu nahe
gegangen wird. Geben zu Konigsp. den 1. Obr. 1614.
Ludwig Rauter.
Hans Truchses von Wetzhausen.
C. Rappe.
H. Bork.
K. ITausb. Lit. A. 184. Fol. 477. K. Vorsehr. 1612-14. M 936. Fol. 563—r>64.
Versohr. 1614—15. M 938. Fol. 52.
jß 217.	1614. October 8.
Verschreibung Adam Nitschen über vier hueben und ein krugk-
recbtt im Salauschen den 18. octobris 1(514.
Kurfürst Johann Sigismund versclireibt Adam Nitsch 4 Hufen Ueber-
mass bei dem Dorf Perschgallen im Amt Salau und Krugrecht zu kulmi-
schem Rechte erblich und ewig frei von Beschwer, jede Hufe für 100
Mark, das Krugrecht für 100 Mark, jede Hufe für 4 Mark Zins, 1 Sch.
Gerste, 1 Sch. Hafer, von 2 Hufen 1 Gans jährlich nach Salau, Anzahlung
250 Mark, Abtragung jährlich 50 Mark, Ausschank von Salauschem Haus¬
bier, oder wenn keines vorhanden von eigener Gerste.
K. Versohr. 1614—15. M. 938. Fol. 65.
m 218. 1615. März 8. Insterburg.
Die Haushaltungsvisitatoren haben mit Tobias Musa verhandelt, dass
er für seine 4 Hufen zu Gr. Deggesen im Hanischen Schulzenamt, die
er von Chr. von der Diehle jede Hufe für 2 Mark Zins und einen GTenz-
dienst mit Pferd und langem Rohr erstanden, jetzt zu seinem Kaufgeld
von 50 Mark noch 50 Mark für jede Hufe, zahlbar in 2 Terminen von
künftigem Martini ab und 6 Mark Zins zahlen soll, erblich zu kulmischem
Rechte frei von Dienst, Scharwerk und Pflicht. Mehr war trotz des er¬
lassenen Dienstes nicht zu erhalten, da Musa an der Grenze sitzt und
wegen des polnischen Kriegsvolks öfters Ungemach ausstehen muss.
Actum Insterburgk den 8. martii 1615.
Andreas von Kreytzen.
Gerlach Gaudecker.
Caspar v. Lossau.
K. llausb. Lit. B. 186/b. Fol. 375—376.
m 219. 1615. März 19. Insterburg.
Die Haushaltungsvisitatoren haben mit Jonas von Przyroslen ver¬
handelt, dass er für seine 4 Hufen zu Przyroslen im Missischen Schulzen¬
amt, die er von Chr. von der Diehle jede Hufe für 50 Mark frei von
Scharwerk gegen einen Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr eihalten
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
147
bei dem Kaufgeld belassen, da er zu nahe an der Grenze wohnet, von
den Durchzüger viel Ungemach aussteht, auch wegen Unvermögens nicht
mehr geben kan, jährlich aber für jede Hufe 5 Mark zinsen und den
Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr leisten soll; alles erblich zu
kulmischem Rechte frei von Scharwerk und bäuerlicher Pflicht. Actum
Insterburg den 19. martii 1615.
Andresz von Kreyzen.
Gerlach Gaudeker.
Casper von Loszaw.
K Hausb. Lit. C. 187. Fol. 132 u. 152.
js 220. 1615. März 20. Insterburg.
Mathieas Soldman krügern zu Eszergallen mit denen h. herren
visitatoribus getliane beliandelung wegen des kruges
und hüben daaelbsten.
Die Haushaltungsvisitatoren verschreiben Mathias Soldmann, Krüger
zu Eszergallen, nachdem sie mit ihm verhandelt, dass er für seine 4 Hufen,
die er zu seinem für 100 Mark erkauften Krugrecht ohne Kaufgeld für
4 Mark jährlich Zins für jede Hufe, Ausschank von Hausbier, 6 Mark
Zapfengeld und einen Grenzdienst bisher besessen, «weill er den krug
vorhero fast tewer erkaufft und nicht anders gemeinet, dasz die hüben
auch darzu gehören undt er dieselbe mit gekaufft hette», jetzt für jede
Hufe 80 Mark, zahlbar in 4 Terminen, von nächstem Martini an, und 6
Mark Zins zahlen, ferner 6 Mark Zapfengeld abgeben, kiautisches Bier
ausschenken und einen Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr leisten
soll, somit bis auf kurf. Ratification 4 Hufen und Krug erblich zu kulmi-
schem Rechte frei von Scharwark. Actum Insterburgk den 20. martii ao. 1615.
Andres von Kreytzen.
Gerlach Gaudecker.
Caspar von Loszauw.
K. Hausb. des Kammeramts Kiauten. Lit. A. 204. pag. 113.
m 221. 1615. März 26. Insterburg.
Urban Lembken verschreibungk über deszen vier wüsten
cöllmischen buben zu Maguniscbken.
Die Haushaltungsvisitatoren verschreiben David Surkau 4 Hufen zu
Makuhnischken, die dessen Vorgänger Arendsdorf von Chr. von der Diehle
jede Hufe für 50 Mark, bereist bezahlt, 2 Mark Zins und Grenzdienst
erkauft, nachdem sie mit ihm verhandelt, dass er für jede Hufe noch
30 Mark, zahlbar in 2 Terminen von Martini an, zuzahle, 6 Mark zinse
und einen Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr leiste, somit bis auf
kurf. Ratification 4 Hufen zu Makuhnischken erblich zu kulmischem Rechte
frei von Scharwerk und Pflicht. Actum Insterburgk den 26. martii ao. 1615.
Andreas Kreytzen
Gerlach Gau (lecker.
Caszer von Loszaw.
10*
		

/Pomorze_055_07_180_0001.djvu

			148
Insterburger Urkundenbuch.
Auch haben sie Surkau eine Bauerhufe zu Makuhnischken, die er
von den Bauern für 4^2 Mark Zins frei von Getreide, Holzzins und
Scharwerk erstanden, für 100 Mark, 7 Mark Zins erblicli zu kulmischem
Rechte frei von Seharwerk verkauft, und sind die 5 Hufen in 3 Terminen
zu bezahlen. Actum ut supra.
Andres von Kreytzen.
Gerlach Gaudecker.
K. Hausb. des Kammeramts Kiauten. Lit. A. 204. pag. 207 - 208.
m 222. 1615. Marz 26. Insterburg.
Hansz Hahnen berahmungk über 2 buben von ao. 1615
(len 2<>. inart ii.
Die Haushaltungsvisitatoren haben mit Hans Hahn Wildnissbereiter
verhandelt, dass er für seine 2 Hufen1), die er von Chr. von der Diehle
als schlecht damerauen und nur zur Viehtrift gebräuchlich gegen 31 /2
Mark Zins jährlich für jede Hufe gekauft, für jede Hufe 80 Mark, zahl
bar in 2 Terminen von künftigem Martini ab, und 4 Mark Zins zahlen
soll; erblich zu kulmischem Rechte ohne Scharwerk und bäuerliche Arbeit.
Actum Insterburg den 26. martii ao. 16152).
Andres von Kreyzen.
Gerlach Gaudeckor.
Casper v. Loszaw.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 235. B. St.-A. R. 70. 9. I)
m 223.	1615. März 31.
Verschreibung Moritz Götzen über sieben hueben und drey
morgen den 31. martii 1015.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der
Haushaltungsvisitatoren dem Wildnissbereiter im Insterburgischen Moritz
Götzen 7 Hufen 3 Morgen im Amt Insterburg, die Georg Kalau zur
Viehweide benutzt hat, jede Hufe für 100 Mark, zahlbar in 2 Terminen,
erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk und Beschwer
für 6 Mark Zins jährlich nach Ragnit, soll sich alles Jagens, Hetzens,
Schiessens, ausgenommen auf Bären und Wölfe, enthalten.
K. Verschr. 1614—15. ./NS 938. Fol. 144—145. Verschr. 1615. .As1 939.
Fol. 86. Concept.
!) Die beiden Hufen Uebermass lagen im Dorf Stobingen; auch war mit denselben
ein Krugreoht verbunden, jedoch war der Bierschank gering, da daselbst keine Landstrasse
vorhanden war und nur 2 kleine Dörfer angrenzten. B. St.-A.
2) 29. April 1645 verschreibt Kurfiii-st Friedrich Wilhelm Jacob Perkuhn Wildniss¬
bereiter, dem Erben und Schwiegersohn Halms, auf dessen Ansuchen die 2 Hufen nebst
Bierschank erblich zu kulm. Rechten. B. St.-Ä.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
149
m 224. 1615. April 4. Insterburg.
Merten Werners berahmungk über ein krugk und 4 hüben
zu Gruinblaucken.
Nachdem vor alters zum Kruge Grumblaucken im Amt Insterburg
und Hanischen Schulzenaint 4 Hufen gehörten, dieselben aber von den
Erben zerrissen sind, so dass zum Kruge nur 2 Hufen gehören, von
welchen der jetzige Besitzer Merten Werner gleich den Bauern den Geld¬
zins, 6 Mark Zapfengeld, Hausbierschank und Grenzdienst leistet, sonst
frei von Getreide, Scharwerk u. a. ist, die beiden ändern Hufen nur den
Geldzins zahlen, haben die Haushaltungsvisitatoren verhandelt, dass von
jeder Hufe 10 Mark Zins, vom Schank 6 Mark Zapfengeld, Hausbier-
schank1), Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr geleistet werde, sonst
frei von Getreide, Holz und Scharwerk, und dass auf Mittel gedacht werde,
solche Hufen wieder zusammenzubringen. Actum Insterburg den 4.
Aprilis ao. 1615.
Andres v. Kreyzen.
Gerlach Gaudecker.
Casper von Loszaw.
K. Hausb. Lit. 1! 1 R6/b. Fol. 383—384.
m 225.	1615. Mai ii.
Verschreibung Egidii Strützels über eine kruggerechtigkeitt und
zwey hueben zu Auluwenen den 11. maii 1015.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt iiach Verhandlung der
Haushaltungsvisitatoren Egidius Strützel eine Kruggerechtigkeit und 2
Hufen zu	im Amt Salau für 500 Mark bar zu kulmischem
Rechte erblich und ewig frei von Scharwerk und Pflicht jede Hufe mit
8 Mark verzinst, gegen Ausschank von Salauschem Hausbier oder, wann
keins vorhanden seiner eigenen Gerste «oder aber das hier holen wo
er weisz und kan», dazu frei Lagerholz zu Feuers Notdurft nach
Amtsanweisung.
K. Verschr. 1614 —15. Jä 938. Fol. 158. Verschr. 1615. J\H 939. Fol. 103.
Coucept, d. 21. Januar 1615 Fol. 114 cassiertes Original auf Pergament, das Datum vom
21. Januar 1615 verbessert in 11. Mai 1615.
M 226	1615. Mai 12.
Verschreibung Merten Schnitzen den 12. maii ao. 16152).
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Merten Schulz 5 Hufen Uebermass bei dem Dorf
1)	30. Januar 1638 befürworteten die Haushaltungsvisitatoren Martin Werneiy dass
derselbe, da er hohen Zins zahlen müsse und weit vom Amt abgelegen sei, nur 2 Last
Hausbier schenken soll. Kurf. Confirmation vom 9. November 1638. (K. Hausb. Lit. B.
183/a. Fol. 312—313.)
2)	Das Hausb. hat das Datum: «geben Königsbergk den elfften monats junii im
jahr Chiiati lülü.»
		

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			150
Insterburger Urkundenbuch.
Pautkanzen im Amt Georgenburg unurbar und ein Krugrecht für 100
Mark, zahlbar in 2 Terminen, erblich zu kulmischem Rechte, die Hufen
10 Jahre lang jede für 4 Mark; nach Ablauf derselben Vergleich wegen
erblichen Kaufs; Ausschank von Hausbier, oder wenn keins vorhanden,
von eigener Gerste «oder aber das hier holen wo er will» frei von
Scharwerk und bäuerlicher Pflicht.
K. Vsrscbr. 1614—15. M 938. Fol. 159—160. K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol.
196. K. Vorschr. 1615 M 939. Fol. 117. Conoept. Verschr 1616. J\3 940. unfoliiert.
Conceptdat, 11. Juni 1616. Verschr. 1616—17. M 941. Fol. 432—433. dat. 11. Juni 1616.
jß 227.	1615. Mai 12.
Georg Pfenders Verschreibung über achtt bueben und vierzeben
morgen den 12. maii 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Georg Pfender 8 Hufen 14 Morgen Uebermass bei
dem Dorf Handtwethen1) im Amt Georgenburg unurbar jede Hufe für 100
Mark, zahlbar in 2 Terminen erblich und ewig zu kulmischem Rechte
gegen einen Grenzdienst auf Erfordern mit Pferd und langem Rohr und
6 Mark Zins jährlich für jede Hufe nach Georgenburg frei von Scharwerk
und bäuerlicher Pflicht.
K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol 160-161. Verschr. 1615. .A2 939. Fol.
119. Concept. Verschr. 1616. M‘ 940. unfoliiert. Conceptdat. 18. Mai 1616. Verschr.
1616—17. M 941. Fol. 428—429. dat. 18. Mai 1616.
m 228. 1615. März 30. Insterburg.
Matzies krügern zu Upidamiscbken abscheidt.
Die zur hauszhaltung desz samblendizchen creyszes abgeordnete
herren visitatores geben Matzies von Uppidamischken krügern daseibsten
wegen desz hauszbierschancks und der Vier innehabenden paurhubön
folgenden abscheidt.
Obwol die herren visitatores in befehlich haben, mit Matzies krügern
zue Uppidamischken, wie mit ändern dergleichen leutten, so erkauffte
paurhuben, nur umb ein geldtzinsz besitzen, handlang zu pflegen, dasz
er solche keuflen und ein mehres davon zinsen solle, so ist doch folgende
behandlung mit ihm getroffen, die er auch guttwillig angenommen (weil
der krug des ambtsbericht nach nicht ein halb pfluggewende an der
gränze lieget und wegen der nahe umbliegenden stätlein im Königschen
daselbsten kein Bier kan verschencket werden, er auch desz Vermögens
nicht ist, die hüben keuflichen an sich zubringen,) dasz er vor solche
vier hüben und dem schanck davon er biszher jährlichen in alles nurt vier
und zwanzigk marck gezinsett, hinfüro alle jahr, so langes der herrschafl't
!) Soll wol Paudtwethen heissen, jetzt Budwethen; von pautas, Ei -Eierdorf. H; I,
		

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			Insterburger Ürkundenbuch.
151
gefellig ist, vierzigk marck ins arabt erlegen, und dagegen desz hausz-
bierschancks und scharwereks nebst aller anderer peuerliclien pflicbt, be-
frevett sein soll. Actum Insterburg den 30. martii ao. 1615.
Andres von Kreyzen.
Gerlach Gaudecker.
Caspar von Loszaw.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 179 — 180.
M 229.	1615. Mai 12.
Georg Pfenders Verschreibung über zwey liueben
(len 12. maii 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Georg Pfender 2 Hufen zu Norwikaul1) im Amt Inster¬
burg und 1 Ort Gesträuch an Kl. Laponischken jede Hufe für 100 Mark
und 1 Krugrecht für 100 Mark, alles bar erblich und ewig zu kulmischem
Rechte, gegen Ausschank von Hausbier, oder wenn keins vorhanden,
von eigener Gerste «oder dasz bier holen, wo er will», jede Hufe mit
(5 Mark verzinst frei von bäuerlicher Pflicht und Scharwerk.
K. Yerschr. 1614—15. .Ai’ 938. Fol. 159. Verschr. 1615. M 939. Fol. 115.
Concept. Verschr. 1616. .AS 940. unfoliiert. Concept dat. 18. Mai 1616. K. Verschr.
1616—17. Jtä 941. Fol. 430-431.
m 230.	1615. Mai 16.
Augustin Arnolden Verschreibung über sechs liueben zwei morgen
uinl 114 rutten acker im Salauischen (len 1(5. maii 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Andres von Kreytzen, Vogt zu Fischhausen und Land¬
rat, Gerlach Gaudecker und Casper von Lossau, Oberforstmeister, dem
Amtschreiber zu Salau Augustin Arnold2). 6 Hufen 2 Morgen 114 Ruten,
Rudiacker Feld genannt, im Amt Salau ausserhalb der Grenzen des Dorfs
Pruskehmen, welche der Dorfschaft vergeblich zum Kauf angeboten sind,
«mehrestheils bewachssen und noch viel zu roden und urbar zu machen,
der boden auch schlechtt und gering und wenig nutzbar» zu kulmischem
Rechte erblich und ewig frei von Pflicht und Beschwer für 400 Mark,
zahlbar in 2 Terminen, und 12 Mark Zins nach Salau3), ferner für seine
25jährigen Dienste frei Bau- und Brennholz, freie Fischerei im Fliess
Awer und Pregel zu Hofes und Tisches Notdurft.
K Verschr. 1614—15. .A? 938. Fol. 163—164.
i) War nicht zu entziffern, vielleicht Noruthsohon oder Norwieden. Der gleich
darauf folgende Ort Kl. Leponischken liegt bei Eydtkuhuen
ü) Arnold erhielt 4. Juli 1615 Haus, Garten, und 11 Vs Morgen für 50 Mark zu
Salau. K. Verschr. 1614—15. M 38. Fol. 201—202
3) Auf sein Ansuchen wurde A. Kaufgeld und Zins 23 Ootober 1618 erlassen (K.
Verschr. 1618 — 19. Ms 943. Fol. 163 — 165.
		

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			152
Insterburger Urkundenbuch.
m 231. 1615. Mai 20. Koenigsberg.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Jacob Melcher nach der
Verhandlung durch die Haushaltungsvisitatoren 4 Hufen 26 Morgen
Uebermass bei den Dörfern Strygelinen und Correyten im Amt Georgen¬
burg jede Hufe für 100 Mark, zahlbar in 3 Terminen von Martini IG 15
ab, erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk und
Beschwerde, jede Hufe für 4 Mark Zins. Gegeben Königsberg den 20.
monahtstag maii anno 1615l).
K. Hausb. Lit. H. 196. pag. 258—259. K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol.
166 — 167. Verschr. M 939. Fol. 124. Concept.
m 232. 1615. Mai 20. Koenigsberg.
Georg Kallinngken verscbreibungk über (» buben
zu Schadtwehten.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Georg Sallinke auf sein An¬
suchen seine 1599 von Markgraf Georg Friedrich erkauften 6 Hufen
Uebermass zu Szadweitschen2) im Amt Insterburg, die er richtig bezahlt,
erblich und ewig zu kulmischem Rechte. Dafür soll er mit Pferd und
langem Rohr auf der Grenze zu dienen schuldig sein und von jeder
urbaren Hufe 2 Mark, von dem Hufengebruch 1 Mark jährlich Zinsen.
Zu Martini. Geben Königsbergk den zwanzigsten monatstagk maii im
jahr Christi eintausend sechshundert und fünffzehen.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 105—106. K. Verschr, 1614—15. M 938. Fol.
164—165. Verschr. 1615. M 939. Fol. 121. Concept.
morgen iin (Jeorgenlnirgischen den 2(1. maii ao. 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der
Haushaltungsvisitatoren dem Krüger zu Kraupischken Dietrich Ertmann
eine Krugstätte von 2 Morgen und Krugrecht bei der Kirche zu Platz¬
dorf im Amt Georgenburg, weil daselbst in der Nähe kein Krug gelegen,
«und in Vorjahr und herbstzeitten des bösen weges halben uf ezliche
!) Zu vorigem erhielt M dnrch die Visitatoren noch b Morgen Uebermass daselbst,
so dass er nunmehr 500 Mark zu zahlen und 20 Mark zu zinsen hatte, actum Neuhausen
17. oct. 1615. (K. Hausb. Lit. H. 196. pag. 259—260.)
2) Schadwitten.
Friedrich burggraff' unndt hr. zu Dohna.
Hansz Truchses von Wezhausen.
Cliristoff Rappe.
Hansz Albrecht Borgk
M 233.
		

/Pomorze_055_07_185_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
153
meil weges den krag suchen inuszen* für 100 Mark bar erblich und
ewig zu kulmischem Rechte für 6 Mark Zapfengeld nach Georgenburg
und Ausschank von 3 Last Hausbier frei von Beschwer.
K Versohl-, Kil l—15 M 938. Fol. 174—175. Vereohr 1615. M 939. Fol.
144. Concept.
m 234. 1615. Juni 13. Königsberg.
Verschreibungk des krugksz unudtt luiben zue Hlackenn.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Joachim Löbell, Krüger zu
Ragnit, 4 Hufen Uebermass zum Schulzenamt und 1 Kruggerechtigkeit
zu Blecken im Amt Insterburg, die er 8. September 1614 von den Ober¬
räten jede Hufe für 50 Mark, das Krugrecht für 100 Mark erkauft, jede
Hufe für 2V2 Mark Zins, Ausschank von 1 Last Hausbier, 5 Mark Zapfen¬
geld und Grenzdienst auf Erfordern mit Pferd, langem Rohr und Seiten¬
wehr, erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Frohnden und
Pflichten, dazu noch eine Hufe zu Blecken und 2 Hufen die an Jod-
laucken stossen, zum Teil Wald, Gesträuch und Wiesenwachs, der Wald
von den Nachbaren ziemlich ausgehauen, die Löbell bisher gegen Zins
besessen, nachdem die Haushaltungsvisitatoren 23. März 1605 mit ihm
verhandelt, dass er jede Hnfe mit 100 Mark Zins bezahlen soll, gleich¬
falls zu kulmischem Rechte erblich und ewig frei von Pflichten. Gebon
Ivönigszberg den dreyzehenden monatstagk junii im jahr Christi 1615.
Hansz Truchszes von Wezhausen.
Christoft' Rappe.
Hansz Albrechtt Borcken.
K. Hausb. Lit. B. 18fi/a Fol. . K. Verschr. 1614—15. „y 938. Fol. 186 —187.
Versehr. 1615. M 939. Fol. 179. Concept.
M 235.	1615. Juni 13
Georgii Praetorii Verschreibung uber sechsz liueben secbsund-
zwanzig morgen und eine krngkgereehtigkeit zw Melunen
im Insterburgischen den 13. junii ao. 1615.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Georg Praetorius,1) nachdem
die Regimentsräte Markgraf Georg Friedrichs 1598 Pantel Hensel, dessen
Witwe Praetorius geheiratet, 4 Hufen zu Meluuen im Petrickischen
Schulzenamt nebst Krugrecht, jede. Hufe für 50 Mark, das Krugrecht für
100 Mark, dazu 3 Mark für jede Hufe verkauft, ferner Hensel 1603 noch
2 Hufen 26 Morgen Wald mit schlechter und geringer Holzung zur Vieh¬
trift jede Hufe für 4^2 Mark Zins erhalten, nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren, wonach Praetorius von den 4 Hufen jede mit 5 Mark
zinsen, die 2 Hufen 26 Morgen mit 18 Mark verzinsen soll, somit die
6 Hufen 26 Morgen für den genannten Zins, Rossdienst an der Grenze
mit langem Rohr und Seitenwehr, ferner statt des Ausschanks von 4 Last
Hausbier, was ihm zu beschwerlich sei, da er 8 Meilen von Insterburg
i) P. war wol ein Vorfahre des bekannten Pfarrers Mathaeus Praetorius, der 1676
in Niebudzen wirkte, Verfassers der Preuss. Schaubühne Pass Georg P. ein Pfarrer
war, folgt aus dem charakteristiscen Umstande, dass er die Wittwe seines Vorgängers
ehelichte, was hier bei Pfarrern sehr üblich war. H. I.
		

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			154
Insterburger Urkundenbuch.
wohne, nach Bericht der Yisisatoren, nur Ausschank von 2 Last oder
jede Tonne mit 1 Mark 30 Schilliiyj, 6 Mark Zapfongeld, Brau eigener
Gerste «oder in mangelung derselben das hier wo er will zu holen be¬
fugt sein soll», alles erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von
Frohnden, Pflichten und Scharwerk.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 498—499. K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol.
188—190. Verschr. 1615. M 939. Fol. 184—187. Concept.
jß 236. 1615. Juni 19. Koenigsberg.
Sigmund Fischers Verschreibung über 8 hub. 19 morgen
zu Gruneiken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Sigmund Fischer, Kämmerer
zum Sperling, auf sein Ansuchen seine 7 Hufen zu Grüneicken1) im Amt
Insterburg, die er von Hans Woitke2) gekauft und welche Bastian Reiner
1605 von den damaligen Regenten erkauft und dann Woitke überlassen,
und 1 Hufe 19 Morgen Uebermass in denselben Grenzen, die er be¬
zahlen will, erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk
und Beschwer jede Hufe für 2 Mark Zins und einen Grenzdienst mit
Pferd, Mann und langem Rohr. Geben Königsb. den 19. junii nach
Christi unsers einigen erlösers unndt seeligmachers geburth im eintausent
sechshundert und funffzehenden jahr.
K. Hausb. Lit B. 186/b Fol. 402—403. K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol.
194—195. Verschr. 1615. M 939. Fol. 198-199. Concept.
m 237. 1615. Juni 20. Koenigsberg.
Kruger zu Scliilleningken wegen seiner vier buben.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Melchior Kriogel, Krüger
zu Schilleningken im Amt Insterburg im kattenauschen Schulzenamt, auf
sein Ansuchen seine 4 Hufen, für die er ursprünglich einen jährlichen
Zins gezahlt, dann jedoch nach Handlung mit den Haushaltungsvisitatoren
für jede Hufe 60 Mark, zahlbar in 4 Terminen von Martini 1615 ab,
zahlt, solche 4 Hufen und das Krugrecht, das er mit 100 Mark erkauft
hat, erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von bäuerlicher Pflicht
und Scharwerk. Dafür soll er jährlich von jeder Hufe 7 Mark und vom
Krugrecht 6 Mark Zapfengeld zu Martini zinsen, Hausbier schenken, und
auf der Grenze mit Mann, Pferd und Rohr dienen. So geschehen
Königsberg denn zwantzigsten monatstagk junii nach Christi unsers liebenn
herren und seeligmachers geburtt im sechszehenhundertt und fünfl'tzehen-
den jahr.
Hans Truchses von Wezhausen.
Christoff Rappe.
H. Albrechtt Borcko.
K. Ilausb. Lit. A. 181. Fol. 508. K. Verschr. 1611 -15. M 938. Fol. 196-197.
*) Grüneioken, Kr, Darkehmen, per Bodschwingken. H. I.
-j Vielleicht der Anitsschreiber Hans Woyke?
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
155
M 238.	1615. Juli 3.
Reinhardt von Halle Jägermeisters Verschreibung über eilff
liuebcn einen morgen und hundert und neunzig rutten
don 3. julii 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der
Haushaltungsvisitatoren und des Hauptmanns von Insterburg dem Jäger¬
meister und Hauptmann zum Rein, Reinhard von Halle, 8 Hufen 9 Morgen
bei dem Dorf Astrawischken im Romintischen Schulzenamt, ein Bruch
von 3 Hufen 1 Morgen 190 Ruten Uebermass an der Goldapper Grenze
im Amt Insterburg jede Hufe für 100 Mark bar erblich und ewig zu
kulmischem Rechte frei von Pflicht und Beschwer jede Hufe für 2 Mark
Zins, das Bruch frei von Zins und Pflicht.
K. Versohl-, 1614—15. M 938. Fol. 197—198. Verschr. 1615. M 939. Fol.
203 cassiertes Original auf Pergament. Fol. 201. Coneept.
M 239.	1615. Juli 4.
Clement Richauen Verschreibung über zwey hueben und einund¬
zwanzig morgen übermasz im Salawischen gelegen
den 4. julii ao. 1015.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der
Haushaltungsvisitatoren dom Wildnissbereiter im Salawischen Clemens
Richau 2 Hufen 21 Morgen Uebermass zu Cathrinlauken im Amt Salau
jode Hufe für 60 Mark, zahlbar in 2 Terminen, erblich und ewig zu
kulmischem Rechte frei von Pflicht, Scharwerk und Beschwer jede Hufe
für 4 Mark Zins nach Salau.
K. Verschr. 1614—15. .A2 938. Fol. 198—199. Verschr. 1615. M 939. Fol.
206. Coneept.
M 240.	1615. Jllli Iß.
Augustin Arnold'en Verschreibung über fünffzehn morgen wiesen
zur Salaw den lii. julii «ao. 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt «nachdem die dorfl'schafl't
Laschnicken in unsorm ambt Salaw etzliche plätzer theils acker, theils
wiesen, zwey morgen inhaltende, so am ufer des pregels ausser der dorff¬
schafft grenzen gelegen, und ins gemein jehrlichen 50 Vorjahrs als herbst-
zeitten, wegen des grossen gewissers überschwimmet werden, wüste liegen
lassen und nicht gewonnen, also auch das der schulte im selbtten dorl!
Laschnicken drei morgen wiesen ebenmessig auszer des dorffs grenzen am
ufer des Pregels liegende, und er sich derselbtten lautt der Verschreibung
bey ordens zeitten im jahro 1517 gegeben, die uff des ersten adquirenten
miinliche erben allein gerichttet, dessen der itzige scliultz niemaln ein
erbe worden angemasset biszhero im besitz gehabt wie nichts weniger
		

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			Insterburger Urkundenbuoh.
das die dorffschafft Laschnicken einen winckel zehen morgen und sechs-
zehon ruten an acker, wiesen und gesträuch inhaltende, biszhero eben-
messig am ufer des Pregels ausser ihren grentzen innegehabt, darunter
fünf morgen,' so die dorffschafft jährlichen mit neunzehn hünnern hette
verzinsen sollen, aber niemaln bei der vorigen ambtsdiener zeitten wasz
gefallen, so der herrschafft zu nutz kommen were, die dorffschaft aucli
denselben ort nicht alle jahr besondern, wann es derselben gefallen, ge-
nutzet und gebrauchet, aldieweiln derselbtte jährlichen herbstzeitten wegen
des grossen gewissere beschwimmet» nach Verhandlung der Haushaltungs-
visitatoren dem Amtssclireiber von Salau Augustin Arnold 13 Morgen
1(> Ruten ausserhalb der Grenzen des Dorfs Laszeningken erblich und
ewig zu kulmischem Rechte jeden Morgen für 24 Schilling Zins nach
Salau frei von Pflicht
K Verschr, 161 + —15. M 938. Fol. 205—206. K. Verschr. 1615. M 939.
Fol. 2-22 cassiertes Original auf Pergament. Fol 223. Concept. (lat. 13. Juni 1615. Fol.
224. Concept. dat. 13. Juni 1615.
m 241. 1615. Juli 18. Koenigsberg.
Jonac OHi<“iH‘ii versebreibungk über 1 bube 5 mo. waldos undt
11V2 mo. wieszewachsz.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt vermöge der Abliandlung
des jetzigen Hauptmanns und Gutachten der Haushaltungsvisitatoren
Jonas Cellin, Generalschulz im Petrickischen Schulzenamt, 1 Hufe und
f> Morgen Wald an der Pakledimmer, Kurplauker und Trakehner Grenze,
auf denen wenig Nutz und gering Brennholz ist, 41/3 unurbare Morgen
Wiesen, grenzend an Georg von Hohendorfs Wiesen, und 7 Morgen
Wiosen in der Pakledimmen für 100 Mark bar erblich und ewig zu
kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Beschwer und Pflicht, doch für
9 Mark 15 Schilling jährlichen Zins. Geben Königsberg den achtzehenden
monatstagk julii im jahr Christi 1615.
Friedrich burggraff undt h. zu Dohna.
Hansz Truchszes von Wezhauszen.
Christoff Rappe.
H. A. Borck
K Hausb. Lit. 15. 186/a. Fol. 134—135 K. Vorschr 1614—15. M 938. Fol
207—208. Verschr. 1615. M 939. Fol. 230. Concept.
m 242. 1615. Juli 22. Koenigsberg.
Albreclit Erttnaiis verschreybung ubern krugk zu Neininersdorf.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Albrecht Ertmann auf Gut¬
achten der Haushaltungsvisitatoren 3 Hufen zu Nemmersdorf im Amt
Insterburg und das Krugrecht1), welches der vorige Krüger grösser
>) Eine Beschwerde E., dass Paul Königs Krug ihm zu nahe liege, weist der Kur¬
fürst Februar 1616 zurück. (K. Hausb. Lit A 181. Fol. 324.)
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
Schulden wegen hat abtreten müssen, jede Hufe für 80 Mark, in 2 Ter¬
minen künftig Martini und über ein Jahr zu zahlen, erblich und ewig
zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk und Pflichten. Dafür soll er
jährlich von jeder Hufe 7 Mark und 6 Mark Zapfengeld zinsen und l'/s
Last Hausbier jährlich ausschenken. Geben Konigsp. den 22. julii 1615.
Fr. burgg. und h. zu Dohna.
Hans Truchses von Wetzhausen.
C. Rappe.
H. A. Bork.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 488—489. K. Verschr. 1615. .V 939. Fol 236. Concept.
M 243.	1615. Jllli 22.
Albrecht Erdtmans Verschreibung über fnnff hueben und
1<> morgen den 22. julii ao. 1015.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Albrecht Erdmann 4 Hufen 28 Morgen Uebermass
an Moos- und Ellernbruch bei dem Dorf Iszdaggen und Kollpacken im
Gaweitischen Schulzenamt für 400 Mark, 18 Morgen bei dem Dorf
Sodehnen im Medunischen Schulzenamt für 100 Mark, 1 Krugrecht zu
Dinglaucken für 100 Mark, zahlbar in 2 Terminen, erblich und ewig zu
kulmischem Rechte frei von Scharwerk und Pflicht, die 4 Hufen 28
Morgen für 20 Mark, die 18 Morgen für 9 Mark jährlich Zins, 6 Mark
Zapfengeld und Ausschank von Hausbier, soviel ihm zugeschrieben wird.
K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 209 — 210. K. Verschr. 1615. M 939.
Fol. 234. Concept.
M 244.	1615. Jllli 27.
Sebastian Krausen seeligen erben Verschreibung über drey hueben
im Insterburgischen den 27. julii ao. 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der
Haushaltungsvisitatoren den Erben des verstorbenen Sebastian Krause 3
Hufen zu Saszlauken im Amt Insterburg, die Krause die Hufe nur für
3 Mark Zins besessen, jede Hufe für 80 Mark und 3 Mark Zins «in an-
merkung das Sebastian Krause unsern löblichen Vorfahren lange jahr
treulichen gedienet», ein Werder von 4 Morgen, das Krause zinslos be¬
sessen, jeden Morgen «als im maesz befunden werden möcht» für 10
Groschen erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk
und Pflicht.
K. Verschr. 1614—15. .\s 938. Föl. 211 — 212. Verschr. 1615. .M 939. Fol.
238. Concept
		

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			158
Insterburger UrkundenTmch.
m 245.	1615. September 8.
Hansz Deueliorn Verschreibung über ein krugrecht und
scliulzenambt den 8. septembris 1615.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der
Haushaltungsvisitatoren dem Krüger zu Sterkeningken im Amt Georgen¬
burg Hans Deuhorn, da er seinen Besitz bisher ohne Kaufgeld besessen,
eine Kruggerechtigkeit für 100 Mark und 2 Hufen für 200 Mark, zahl¬
bar in 3 Terminen, 12 Mark 30 Sz. Zins, 6 Mark Zapfengeld und Aus¬
schank von 60 Tonnen Hausbier jährlich; wann solche verschenkt sind,
mag er seine eigene Gerste, doch keine erkaufte verbrauen, jedoch nach
vorheriger Anmeldung und Zahlung der gebürenden Metze und Zeise,
erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk, bäuerlicher
Pflicht und Beschwer. Weil es nötig, dass zu Sterkeningken «umb ge¬
wisser Ursachen willen, damit es erbar und friedlich darinnen zugehe
und nicht die straffen wie bishero geschehen da kein gewisser schulte
gewesen untei ihnen verschwiegen und verpartiret worden mögen» ein
Erbschulz sei, so haben die Visitatoren Deuhorn bestellt. Er und seine
Nachkommen, die zum Schulzenamt tüchtig befunden werden, erhalten
die ändern 2 Hufen, welche Deuhorn auch bisher besessen, frei von Zins
und Scharwerk, ausgenommen Kirchen, Schulen, Mühlen, Stege und Wege
bessern zu helfen und anderes gemeines Landscharwerk zu thun.
K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 224-225. K. Verschr. 1615. Jß 939.
Fol. 256. Concept.
m 246.	1615. September 12.
Georg Krügers Verschreibung über vier hueben und ein
krugrecht zu Klein Baleten im Insterburgischen den
12, septembris ao. 1615.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Georg Krüger 4 Hufen zu Kl. Balleten im Matheischen
Schulzenamt im Amt Insterburg, die er bisher für 200 Mark besessen,
für Nachzahlung von 80 Mark, abzutragen jährlich 20 Mark, und ein
Krugrecht, für das er 100 Mark bezahlt hat, erblich und ewig zu kulmi¬
schem Rechte frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer jede Hufe für
6 Mark Zins, 6 Mark Zapfengeld zu Maria-Lichtmess, Ausschank von 2
Last Hausbier und einen Grenzdienst auf Erfordern mit Pferd und
langem Rohr.
K Verschr. 1014—15. M 938. Fol. 230—231. K. Verschr. 1615 M 939.
Fol. 273. Concept.
m 247. 1615. September 14. Koenigsberg.
Christoff Surkauen verschreybung uber 4 buben ubermasz
zu Wipeningken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Christof Surkau 4 Hufen
Uebermass zu Wiepeningken im matheischen Schulzenamt, welche bisher
		

/Pomorze_055_07_191_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
die Einwohner ohne Zins besessen, jetzt jedoch nicht kaufen oder durch
einen erblichen Zins an sich bringen wollen, auf Antiag der Haus¬
haltungsvisitatoren, die Surkan die 4 Hufen Üebermass jede Hufe für
100 Mark, in 2 Terminen künftig Martini und über ein Jahr zu zahlen,
und jode Hufe mit 7 Mark jährlich verzinst verkauft haben, erblich und
ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk und allen ändern Be¬
schwerden. Gebenn Konigsp. den 14. septemb. ao. 1615.
Fridrieh b. u. herr zu Dohna.
Hansz Truchses von Wetzhausen.
C. Rappe.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 181. Fol. 513. K. Verschr. 1614—15. JVi 938. Fol. 220—221.
Verschr. 1615. M 939. Fol. 251. Concept.
m 218. 1615. September 14. Koenigsberg.
Christoff Surkau Verschreibung ubei* 4 hüben mul das krugrecht
zu Dogupehnen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Christof Surkau1), nachdem
dessen Antecessor Hans Kalau2) 1596 4 Hufen üebermass zu Dogupehnen
im Petrickischen Schulzenamt für 50 Mark jede Hufe und ein Krugrecht
für 100 Mark ohne Ratification erkauft und die Haushaltungsvisitatoren
mit Surkau verhandelt, dass er für jede Hufe noch 30 Mark, zahlbar in
2 Terminen Martini 1615 und 1616, hinzuzahle und jährlich 5 Mark und
6 Mark Zapfengeld zinse, somit Hufen und Krugrecht erblich und ewig
zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer, muss
Hausbier schenken und auf Erfordern mit Pferd und langem Rohr au^
der Grenze dienen. Geben Konigsperg den 14. monatstag septemb. ao. 1615
Fr. br. u herr zu Dohna.
Hansz Truchses von Wezhausen.
C. Rappe.
H A Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol 510—511. K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol.
222—223. Verschr. 1615. M 939. Fol. 253. Concept.
m 249. 1615. September 26. Koenigsberg.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt David Sperber auf Ver¬
anlassung der Haushaltungsvisitatoren im Amt Insterburg zu Stallupöhnen
1)	Noch in demselben Jahre vertauschte S., ein Bürger von Insterburg, mit Jacob
Makmel, gleichfalls Bürger von Insterburg, Krug und Hufen gegen ein Haus und ganzes
Erbe in Insterburg und zahlte noch 2500 Mark pr. hinzu.
2)	Als Kalaus Kinder sich beklagten, dass S. die Hälfte des Kruges zu «Dauppehnen»,
die ihnen gehöre, vorenthalte, wurde 29. April 1616 eine Untersuchung angeordnet. (K.
Keg. 1034. Fol. 277.)
		

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			160
Insterburger Urkundenbuch.
in Stanischen Schulzenamt ein Krugrecht für 100 Mark nnd 4 Hufen,
jede für 50 Mark und 4 Mark Zins, wofür er ferner nocli 6 Mark Zapfen¬
geld, eine Last Hausbier schenken und wann es nötig auf der Grenze
mit einem langen Kohr dienen soll, alles erblich und ewig zu kulmischem
Rechte, frei von Scharwerk und jeder Pflicht. Geben Königsberg den
sechsundzwantzigsten monatstag September im jahr Christi 1615.
L g	Friedrich burggraff u. h. zu Dohna.
Ernst Truchszes von Wetzhausen.
Christoff Kappe.
Hans Alb. Borck.
K. Hausb. Lit 0. 187. Fol. 199. B. St-A. R. 7. 90. D. K. Verschr. 1614—15.
J\ß 938. Fol. 237—238. K. Verschr. 1615. M 939. Fol. 283. Concept.
m 250. 1615. September 30. Königsberg.
Melcher Grnnawen (> hüben zu Kurnehnen im gawaytischenn.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt vermöge der Abhandlung
und Berahmung der Haushaltungsvisitatoren Melchior Grunau 6 Hufen
im Dorf Kurnehnen im Amt Insterburg im Gaweitischen Schulzenamt,
die er bisher ohne Kaufgold und Zins besessen, jede Hufe für 100 Mark
preussisch, zu zahlen in 3 Terminen von Martini 1615 ab, erblich und
ewig zu kulmischem Rechte, frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer.
Dafür soll er jährlich von jeder Hufe 6 Mark zinsen. Geben Königs-
pergk den dreysigstenn monatstagk septemb. im jahr Christy 1615.
Friedrich burggraff und h. zu Dona.
Hansz Truchses vonn Wetzhausen.
Christoff Rappe.
Hans Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 529—530. K. Verschr 1614—15. ,/\,v 938 Fol.
240—341. K. Verschr. 1615. M 939. Fol 295. Concept.
m 251. 1615. September 30. Koenigsberg.
Des Hans von Dieben vorschreibung über 5 buben 35 mo. 279
rutten zu Tilitzken1) im Haltzeriscben.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Hans von Dieben“2), dem
Erben Hans Sommers, welcher vor einigen Jahren 5 Hufen 3 Morgen
279 Ruten zu Tellitzkehmen im Balzerischen Schulzenamt gegen einen
jährlichen Zins gekauft, nachdem die Haushaltungsvisitatoren mit ihm
verhandelt, dass er jede Hufe mit 100 Mark, zahlbar in 3 Terminen, be-
i) Jetzt Tellitzkehmen (auch Budupoenen genannt) Kreis Pillkallen per Lasdehnen,
von tile Brettchen im Handhahn Fährdorf. H. 1.
<*) Dieben, Düben.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
161
zahle, somit auf sein Ansuchen seinen Besitz erblich und ewig zu
kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer jede
Hufe fiir 6 Mark Zins. Geben Königsbergk den 30sten septembr. im
jahr Christi 1615.
Friedrich burggraff und h. zu Dohna.
Hansz Truchses von Wetzhauszen.
Christoft' Kappe.
Hansz Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 41. Lit. C. 187. Fol. 70—71. K. Vreschr.
164—165. M 938. Fol. 242—243. Versehr. 1615. M 939. Fol. 293. Concept.
m 252. * 1615. September 30.
Hansz Lengnicken Verschreibung über vier buben zu Dorttkeim
im Insterburgischen den 30. septemb. anno 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Hans Lengnick 4 Hufen
und ein Krugrecht1) zu Darkehmen im Amt Insterburg, welche Hufen er
für 200 Mark, das Krugrecht für 100 Mark ohne Verschreibung erkauft,
nachdem die Haushaltungsvisitatoren mit ihm verhandelt, dass er für jede
Hufe noch 30 Mark, zahlbar in 2 Terminen von Martini 1615 ab, hin¬
zuzahle, erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk und
Pflicht für 4 Mark Zins von jeder Hufe, Ausschank von Hausbier und
Grenzdienst auf Erfordern mit Pferd und langem Rohr.
B. St.-A. R 7. 90. F. Copie. K. Versehr. 1614—15. M 938. Fol. 241—242.
Versehr 1615. M 939. Fol. 291. Concept.
m 253.	1615. October i.
Hansz Eckerts Verschreibung über vier hueben und ein
krugrechtt im Insterburgischen den 1. octobris 1615.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Hans Eckert 4 Hufen im Dorf Bretschkehmen2) im
Madunischen Schulzenamt, welche er 1588 für 150 Mark erkauft, und
ein Krugrecht, für das er 100 Mark bezahlt hat, gegen Nachzahlung von
170 Mark, zahlbar in 2 Terminen, erblich und ewig zu kulmischem Rechte
frei von Scharwerk, Beschwer und Pflicht jede Hufe für 6 Mark Zins,
6 Mark Zapfengeld, Ausschank von 3 Last Hausbier und einen Grenz¬
dienst auf Erfordern mit Pferd und langem Rohr.
K. Versehr 1614-1615 M 938. Fol. 243-244. K. Versehr. 1615. Ns 939.
Fol. 301. Concept.
i) Ist in Karl Kiiswurms Ilandsch. «Stadt Darkehmen Urkunden» [auf dem Magistrat
D] S. 101 —105 ausführlich abgeschrieben, worin der Ort Dortkeim, ein ander Mal Dorek-
heim genannt ist. In der Verschreibung von Gr. Dark, für Friedrich v. Dönhof vom
29. März 1645 (Käswurm auf S. 107 — 111) wird der Ort wiederholt Darkheim genannt.
Vergl. Horn, Darkehmen, Insterburg, 1895 S. 18.
*) Brezkehmen.
\
11
		

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			162
Insterburger Urkundenbuch.
m 254.	1615. October 1.
Moritz Götzen verschreibung über achtehalbe bueben und drey
morgen im Georgenburgischen den 1. octobris ao. 1615.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Moritz Götzen 7'/2 Hufen 3 Morgen Ucbermass bei
den Dörfern Geswethen, Strigenen und Kneiffen im Amt Georgen bürg,
welches die Dorfchaften nicht kaufen wollten, jede Hufe für 100 Mark,
zahlbar in 3 Terminen, erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von
Scharw.erk, Pflicht und Beschwer jede Hufe für 4 Mark Zins; soll sich
alles Jagens und Hetzens enthalten.
K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 245—246. Verschr. 1615. M 939.
Fol. 299. Conoept.
m 255. 1615. October 3. Koenigsberg.
Klaus Eberts vorschreibungk, lieubtconfiermation über seine neun
hüben sieben morgen im mulischen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt und verkauft Claus Ebert
zu seinen 6 Hufen und 7 Morgen, die er vormals von Christof von der
[Hehle, Hauptmann zu Insterburg, zu Molsen für 50 Mark für jede Hufe
und jährlich 2 Mark 15 Schilling Zinsen gekauft und urbar gemacht, auf
Veranlassung seiner Haushaltungs-Visitatoren noch 3 Hufen zu Molsen
für 100 Mark für jede Hufe, zu zahlen in 2 Terminen Martini 1615 und
1616, und jährlich 8 Mark Zinsen von jeder Hufe, alles erblich und ewig
zu cölmischem Rechte, frei von Scharwerk und aller Pflichten. Doch
soll er «einen warten des ortts, weil derselbe alda sehr nöttig, uff' sein
eigen Unkosten immer fort und forth halte, und fleissig zusehen lasse.*
Geben Königspergk den dritten monatstagk octobris im jahr Christi tausent
sechshundert und funfzehen.
Friedrich burggraf u. h. z. Dohna.
Hanss Truchsess von Wetzhaussen.
Christoff Rappe.
Hans Alb. Borck.
K. Hausb. Lit.. A. 184. Fol. 132. K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 247—248.
Verschr. 1615. M 939. Fol. 304. Concept.
m 256.	1615. October 7.
Albreclit Ertmans verschreibung über vier morgen unraume
wiesen den 7. octobris ao. 1615.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Albrecht Ertmann 4 Morgen unraum Wiesen im Amt
Insterburg in der Narpe an Sodeyker und Kattenauer Wiesen gelegen
3 Jalrre zinsfrei, dann jeden Morgen für 15 Groschen Zins erblich und
eAvig zu Kulmischem Rechte frei von Scharwerk und Beschwer.
K. Verschr. 1614—15. M 938. Foi. 252—253. Verschr. 1615. M 939,
Fol. 312. Coueept.
		

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			Instorburger Urkundenbuch.
163
js 257. 1615. October 7. Koenigsberg.
Des wiltniszbereiters Thomas Ertmans beralunungk über
4 Huben 26 1110.
Kurfürst Johann Sigismunt verschreibt Friedrich Ertmann, Sohn des
verstorbenen Wildnissbereiters von Insterburg Thomas Ertmann, welcher
von Faustin Nimptsch und von Chr. v. der Diehle 2 Hufen Acker und
2 Hufen 26 Morgen Wald und Gesträuch gegen Zins erhalten, nachdem
die Haushaltungsvisitatoren mit ihm verhandelt, dass er die 4 Hufen mit
430 Mark, zahlbar in 2 Terminen, und jede Hnfe mit 4 Mark Zins be¬
zahle, auf sein Ansuchen erblich und ewig zu Kulmischem Rechte frei
von Scharwerk, Pflicht und Beschwer, doch soll er sich alles Jagens,
Hetzens und Schiessens enthalten. Geben Königsberg den 7. octobr. 1615.
Friederich burggraff und h. zu Dohna.
Hansz Truchsess von Wetzhausen.
Cliristoft' Rappe.
Hansz Alb. Brandt.
K. Ilausb. Lit. C. 187. Fol. 71—72 und Fol. 289—290. K. Verschr. 1614—15
M 938. Fol. 251—252. Verschr. 1615. M 939. Fol. 310. Concept.
m 258. 1615. October 8. Koenigsberg.
Michel Kurauwen Krügers zu Roniawkehn vorschreibungk über
vier hüben daselbsten.
Kurfürst Johann Sigismunt verschreibt Michel Kurau, welcher Andres
Grunaus Schulden und 4 Hufen und Krugrecht zu Romoschkehmen im
Gaweitischen Schulzenamt, die dieser für Zins übernommen, nachdem die
Haushaltungsvisitatoren sie ihm übergeben für 320 Mark zahlbar in 3
Terminen und 6 Mark Zins für jede Hufe, somit Hufen und Krug erblich
und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerg, Pflicht und Beschwer;
muss 6 Mark Zapfengeld zahlen, Hausbier schenken und sich alles Jagens,
Hotzens und Schiessens enthalten. Geben Königsberg den achten monats¬
tag Octobris im Jahr 1615.
Fr. b. u. h. zu Dohna.
Hans Truchsess von Wetzhausen.
C. Rappe.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 555 a—555 b. K. Verschr. 1614—15. M 938.
Fol. 255—256. Verschr. 1615. JMs 939. Fol. 313. Concept.
ja, 259.	1615. October 8.
Thewes Siwerten versclireibung über zwey hueben ein
undsiebenzigste halbe rutten waldes den H. octobris KJ15.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Thewes Siewert 2 Hufen 70^2 Ruten Wald nach des
Landmessers Abriss an 2 verschiedenen Orten, so 1 Hufe, 15 Morgen
11*
		

/Pomorze_055_07_196_0001.djvu

			164
Insterburger Urkundenbuch
248^2 Ruten zwischen Juzschen und Wingeningken und 14 Morgen
123 Ruten hinter Schlapischken in den Ischdaggen gelegen, darauf schlecht
Holz stehen soll und nur zur Viehweide gebräuchlich und welche die
anstossenden Dörfer zu Kaufen ausgeschlagen haben, jede Hufe für
80 Mark, zahlbar in 2 Terminen, erblich und ewig zu Kulmischem Rechte
frei von Scharwerk und Beschwer jede Hufe für 2 Mark Zins; soll sich
alles Hetzens, Jagens und Schiessens enthalten.
K. Verschr. 1614—15 Jtä 938. Fol. 253—254. Verschr. 1615. JS 939.
Fol. 315. Concept.
m 260.	1615. October 10.
Hansz Rodecken Verschreibung über vier buben und ein Krugrechtt
im Insterburgischen den 10. octobris ao. 1G15.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus-
haltungsvisitatoren Hans Rodecken im Stanischen Schulzenamt zu Bal-
berdschen 4 Hufen, jede Hufe für 50 Mark, und ein Krugrecht für 100
Mark, weil er hart an der Königl. Grenze wohnet und öfters viel Un¬
gemach von durchziehendem Kriegsvolk erleiden muss, erblich und ewig
zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer jede
Hufe für 4 Mark Zins, 6 Mark Zapfengeld, Ausschank von Hausbier und
einen Grenzdienst auf Erfordern mit Pferd und langem Rohr.
K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 257—258. Verschr. 1615. .Ms 939. Fol.
318. Concept.
m 26i. 1615. October 12. Königsberg.
Gabriel Wiesenersz von Dogupönen versclireibung.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Gabriel Wiesener, seine 4
Hufen zu Dagupehnen im Petrickischen Schulzenamt, welche er jede Hufe
für 50 Mark ohne Erbverschreibung erkauft, nachdem die Haushaltungs¬
visitatoren mit ihm verhandelt, dass er für jede Hufe noch 30 Mark zahl¬
bar in 2 Terminen, hinzuzahlen soll, erblich und ewig zu Kulmischem
Rechte frei von Scharwerk und Beschwer. Dafür soll er 6 Mark jährlich
von jeder Hufe zinsen und auf der Grenze mit Pferd und langem Rohr
dienen, sonst sich alles Jagens, Hetzens und Schiessens enthalten. Geben
Königsbergk den zwölften monatstag octobris im jahr 1615.
Friederich burggraf und h. zu Dhona.
Hansz Truchsess von Wetzhausen.
Christoff' Rappe.
Hansz Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 172. K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol.
258—259. Verschr. 1615. M 939. Fol. 322. Concept.
		

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			Insterburger Ürkundenbucli.
165
m 262.	1615. October 13.
Theophili Sturmen Verschreibung über 7'/2 buben im Salauischen
»len 13. octobris 1015.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren dem Krüger zur Auer Theophilus Sturm, der Hufen
und Krug zur Auer ohne gewisse Verschreibung besessen «ohn alleine
das er eine alte Verschreibung im jahr 1373 zum Vorschein gebracht,
welche uff Johannsen von der Auer und dessen rechte erben und nach-
kömmlingen gerichtet und alleine uff vier hueben gelauttet doch mit diesem
fernem anhang, wo etwas an derselben grentzen der vier hueben zuviel
oder zu wenig befunden würde, das man dasselbe offtgedachten Johan
von der Auer und seinen rechten erben und nachkömlingen an seinem
acker an der Simonier felde darzuthun sollte», nach dem Sturm die Ver¬
jährung angeführt und die Visitatoren berichtet, dass der Krüger uud
seine Vorfahren nach den Amtsregistern seit Menschengedenken 7^2
Hufen und Krug mit 20 Mark verzinst besessen, somit 7x/2 Hufen und
Krug erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Beschwer und
Pflicht, darf sein eigen gebrautes Bier verschenken, da er niemals zu
Hausbierschank verpflichtet war, frei Lager- und abgestandenes Holz zu
Feuers und Hauses Notdurft, und Fischerei in seinen Grenzen für seinen
Tisch mit Säcken, Stamen und allerhand gebräuchlichem kleinem Fisch-
gezeuge, zahlt 32 Mark Zins jährlich nach Salau, hält ein Pferd zum
Warpen wagen.
K Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 261—262. Verschr. 1615. M 939. Fol.
324. Concept.
jfs 263. 1615. October 16 Koenigsberg.
Christof Kalawen Verschreibung.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Christof Kalau auf sein An¬
suchen, nachdem die Haushaltungsvisitatoren mit ihm verhandelt, dass er
für seine 4 Hufen, die er mit einem Krugrecht zu Gerwischkehmen1) jede
Hufe für 50 Mark, das Krugrecht für 100 Mark, 2^2 Mark Zins für jede
Hufe und 6 Mark Zapfengeld von Chr. von der Diehle gekauft, nach¬
dem er auch noch 4 Hufen "Wald und 8 Morgen Acker ohne Bezahlung,
die Waldhufen jede für 2 Mark, die 8 Morgen für V/2 Mark Zins be¬
sessen, somit für die ersten 4 Hufen nichts zuzahlen, von den ändern
aber, da man ihrer der Wildfuhr halben nicht entraten könne, nur 2
Hufen 15 Morgen Acker jede Hufe für 100 Mark, die 8 Morgen für
26 Mark 40 Schilling, zahlbar das Ganze 276 Mark 40 Schilling in 2
Terminen künftigen Martini anzufangen, behalten soll, somit 4 Hufen und
Krugrecht zu Gerwischkehmen und 2 Hufen 23 Morgen erblich und
ewig zu kulmischem Rechte jede Hufe für 5 Mark jährlich Zins, 6 Mark
') Ueber einen Process zwischen Anna Dorothea Heymann, Witwe des Erzpriesters
Johann Sperber, und Christof K. wegen der 4 Hufen und Krug zu Gerwischkehmen vom
8. Mai 1611. Vgl. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 403—404
		

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			160
Insterburger Urkundenbuch.
Zapfengeld, Hausbierausschank und Grenzdienst mit Pferd und langem
Rohr. Auch soll er sich alles Hetzens, Jagens und Schiessens enthalten.
Geben Königsberg]? don sechzehenden monatstag Octobris im sechszelm-
hundert und funfzehenden Jahr.
Fiederich burggraf und h. zu Dhona.
Hansz Truckses von Wezhausen.
Christof Rappe.
Hansz Albrecht Borck.
K. ITausb. Lit. B. 186/a. Fol. 157—158. K. Verschr. 1614—15. A3 938. Fol.
267—268. Verschr. 1615. M 939. Fol. 335. Concept.
m 264. 1615. October 17. Königsberg.
Des Hanz von Dieben vorschreibung ubei* vier buben zu
Stanaitzschen im Baltzeriscben.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Hans von Diebe, welcher
1603 von Christof von Biehle 4 Hufen im Amt Insterburg zu
Stanaitzschen im Baltzerischen Schulzenamt jede Hufe für 100 Mark
gekauft, bereits bezahlt, aber noch keine erbliche Verschreibung erhalten
hat, nach dem die Haushaltungsvisitatoren jede Hufe auf 6 Mark jährlich
Zins bestimmt, auf sein Ansuchen aber und auf ein Rescript der Regiments¬
räte an das Amt Insterburg 1617, auf 4 Mark hat bewenden lassen, um
so mehp als der von Dieben an der Grenze bei den polnischen Burch-
ziigen und sonst in Verschickungen sich hat gebrauchen lassen, die
Hufen erblich und ewig zu kulmischem Rechte Er soll sich alles Hetzens,
Jagens und Schiessens in seinen Grenzen enthalten. Gebenn zu Königs-
bergk den 17. oct ao. 1615.
Friederich burggraf und herr zu Bhona.
Hansz Truchszes von Wetzhausen.
Christof Rappe.
Hansz Albr. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 42. K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 270—271.
Verschr. 1615. 939. Fol. 343. Concept.
m 265. 1615. October 17. Koenigsberg.
Lorens Heyducken von Laukupelmen versehreibung.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Lorenz Heiducken seine 4
Hufen zu Laukupöhnen im Petrickischen Schulzenamt, die er 1605 von
Chr. von der Biehle jede Hufe für 50 Mark und 2 Mark jährlichen Zins
erkauft, jedoch ohne erbliche Verschreibung im Bezitz hat, nachdem die
Haushaltungsvisitatoren mit ihm verhandelt, dass er für jede Hufe noch
30 Mark zuzahle, zahlbar in 2 Terminen von künftigem Martini ab,
erblich und ewig zu kulmischem Rechte, frei von Scharwerk, Pflicht und
Beschwer, jede Hufe für 6 Mark jährlichen Zins. Auch soll er auf Er-
		

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			Insterburger tlrkundenbuch.
167
fordern mit Pferd und Rolir auf der Grenze dienen, sich alles Hetzens,
Jagens und Schiessens enthalten. Gegeben zue Königsbergk den 17.
oc-tobirs anno 1015.
Friederich burggraf und h. z. Dhona.
Hansz Truckses von Wezhausen.
Christoff' Rappe.
Hansz Alb. Borck.
K. Hausb. Lit B. 186/a. Fol. 163—164. K. Verschr. 1614—lf'. M 938. Fol.
271—272. Verschr. 1615. M 939. Fol. 339. Concept.
m 206. 1615. October 22. Koenigsberg.
Samuel Sperbers verschreybung über 4 luiben zu Kutten oder
Budupehnen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Samul Sperber 4 Hufen
Uebermass auf der Grenze der Dörfer Kutten und Berstenigken im Amt
Insterburg gelegen, die er von den Haushaitu ngsvisitatoren für 400 Mark
erkauft, in 2 Terminen künftigen Martini und über ein Jahr abzuzahlen,
erblich und ewig zu Kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflichten
und Beschwerden. Dafür soll er von jeder Hufe 6 Mark jährlich zinsen,
auch sich alles Jagens, Schiessens und Hetzens enthalten. Geben Konigs-
pergk den 22. October 1615.
Fr. b. u. h. zu Dohna.
Hans Truchses von Wezhausen.
C. Rappe.
H. A. Borck.
K. Hausb. Iit. A. 184. Fol. 509. K Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 280—281.
Verschr. 1615. Jß 939. Fol. 361. Concept.
m 267. 1615. October 22. Königsberg.
Hans Ertrnans verschreybung über vier buben
zu Causchen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Hans Eitmann, nachdem die
Haushaltung»visitatoren bei ihrer Untersuchung des Amts Insterburg be¬
funden, dass derselbe zu Chr. von der Diehle Zeiten 4 Hufen und ein
Krugrecht zu Kauschen im Stannschen Schulzenamt jede Hufe für 30
Mark und das Krugrecht für 100 Mark erkauft und bereits bezahlt, jedoch
noch keine Verschreibung erhalten hat, und nachdem sie bis auf die
kurf. Ratification mit ihm verhandelt, dass er zu den vorigen 120 Mark
für die Hufen noch 80 Mark hinzuzahle, so dass jede Hufe 50 Mark
kostet, in 2 Terminen künftig Martini und über ein Jahr zu zahlen, so¬
mit 4 Hufen und das Krugrocht und noch 2 Hufen Wald gegen einen
Zins erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflichten
und Beschwerden. Dafür soll er von den ersten 4 Hufen von jeder Hufe
5 Mark und von den 2 Hufen Wald von jeder Hufe 7 Mark jährlich
		

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			168
nsterburger Urkundenbueh.
zinsen, auch das Hausbier wie bisher schenken, auf Erfordern sich auf
der Grenze brauchen lassen und alles Schiessens, Hetzens und Jagens
sich enthalten. Geben Konigsp. den 22 octobr. im 1615 jahr.
Fr. burggr. und^h. zu'Dohna.
Hans Truchses von Wetzhausen.
C. Kappe.
H. A. Bork.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol 489—490. K. Yerschr. '614—15 JiS 938. Fol.
282—283. Verschr. 1615. M 939. Fol. 365. Concept.
m 268. 1615. October 23. Koenigsberg.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Mathes Panthel auf sein
Ansuchen, nachdem er 1606 4 Hufen zu Willpischken im Balzerischen
Schulzenamt für 200 Mark und 26 Morgen Wald gegen Zins ohne Ver-
schreibnng gekauft und die Haushaltungsvisitatoren mit ihm verhandelt,
dass er für die 4 Hufen noch 200 Mark und für die 26 Morgen 86'Mark
40 Schilling, zahlbar in 3 Terminen, künftig Martini 100 Mark Anzahlung,
hinzuzahle, somit 4 Hufen 26 Morgen zu Wilpischken erblich und ewig
zu Kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer jede
Hufe für 6 Mark, die 26 Morgen für 5 Mark 12 Schilling Zins und einen
Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr; doch soll er sich alles Jagens,
Schiessens und Hetzens enthalten. Geben Königsberg den drey und
zwantzigsten monatstagk octob. ao. 1615.
Friederich burgraff u. h. z Dhoma.
Hansz Trucksosz v. Wetzhausen.
Christoff Rappe.
Hansz Albrecht Borck.
K. Hausb. Lit. C. 187. Fol. 151. K. Verschr. 1614 —1615. .A2 938. Fol. 285—286.
Verschr. 1615. M 939. Fol. 367. Concept.
m 269.	1615. October. 23.
Christian Schollen Verschreibung über sieben Übermaas im
Georgenburgischen den 23. octobris 1(515.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren Christian Scholl 7 Hufen Uebermass im Amt Georgen¬
burg bei dem Dorfe Grosz Warkaw, welches die Dorf Schaft nicht hat
annehmen wollen, jede Hufe für 80 Mark, Anzahlung 160 Mark und dann
jährlich 100 Mark, erblich und ewig zu Kulmischem Rechte frei von
Scharwerk, Pflicht und Beschwer jede Hufe für 4 Mark Zins nach Ge¬
orgenburg; soll sich alles Hetzens, Jagens, Schiessens enthalten.
K. Verschr. 16' 4—15. M 938. Fol. 284—285. Verschr. 1615. M 939. Fol.
369. Concept.
		

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			Insterburgor Urkundebnuch.
169
m 270. 1615. October 27. Königsberg.
(irigas Sudeicken Verschreibung über vier buben übermaasz so
beim Dorf Pakalnehnen im Petrickschen scliulzenainbt gelegen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Grigas Sudeicken, welcher
anno 1610 von den Beamten zu Insterburg 4 Hufen Uebermass bei dem
Dorf Pakallehnen im Petrickischen Schulzenamt jede Hufe für 100 Mark
gekauft und bereits bezahlt hat, den Haushaltungsvisitatoren jedoch keine
erbliche Verschreibung aufweisen konnte, auf sein Ansuchen die genannten
4 Hufen zu kulmisehem Rechte. Dafür soll er Dienste, Pflichten und
Scharwerk wie die anderen Petrickischen Unterthanen und Nachbarn
leisten und jährlich von jeder Hufe 4’/2 Mark, l/% Scheffel Gerste,
V2 Scheffel Hafer und von den 4 Hufen x/2 Achtel Holz zinsen, auch
sich alles Schiessens, Hetzens und Jagens enthalten. Gegeben zu Königs-
pergk den 27 octobris anno 1615.
Friederich burgraf u. h. zu Dohna.
Hansz Truchses von Wetzhausen.
Christoff Rappe.
Hans Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 497. K. Verschr. 1614—15. M 938. Fol. 295—296.
Verschr. 1615. M 939. Fol. 382. Concept.
m 271. 1615. October 28. Königsberg.
Miechel Bielintzken von Szietkehmen verseil.
Kurfürst Johann Sigismund confirmiert Michel Bielintzki, Krüger
zu Szittkehmen, im Amt Insterburg auf sein Ansuchen seine mit Andres
von Kreytzen, Gerlach Gandecker, Casper von Loszau am 20 März 1615
getroffene Vereinbarung, wonach derselbe seine 4 Hufen zu Szittkehmen
im Missischen Schulzenamt, die ihm von Chr. von der Diehle zu seinem
Krug für 5 Mark für jede Hufe* jährlichen Zins eingereumt worden
sind, hinfort jede Hufe mit 10 Mark verzinsen, sonst von Zins¬
getreide, Achtelholz, Scharwerk und bäuerlicher Arbeit, jedoch solang es
der Herrschaft gefällig ist, befreit sein soll. Geben Königsberg den acht
und zwanzigsten monatstag octobris im jahr Christi 1615.
Friederich burggraf und h. zu Dhona.
Christof Rappe.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 161—162.
jw 272 1615. November 14. Königsberg.
George Kalauen Verschreibung über sechs hueben zu Brakupelinen
im Katenaw umul zwo hüben achzchu mor. zu Lawiscliken.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Georg Kalau, nachdem er
6 Hufen zu Brakupöhnen im kattenauschen Schulzenamt und das Krug¬
recht daselbst, ferner 2 Hufen 18 Morgen zu Lawischkehmen im hanischen
Schulzenamt im Amt Insterburg besessen, von welchen 8 Hufen sein Vor-
		

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			170
Insterburger Urkundenbuch.
fahr Bastian Jagst nur 4 Hufen jede mit 50 Mark und das Krugrecht
mit 100 Mark bezahlt hat, und nach dem die Haushaltungsvisitatoren
mit ihm verhandelt, dass er für die ersten 4 erkauften Hufen noch
120 Mark, und für die anderen 4 Hufen 18 Morgen für jede Hufe
80 Mark hinzuzahle, abzutragen in 2 Terminen, jetzt bald 244 Mark und
übers Jahr zu Martini die andere Hälfte, und dass er 7 Hufen Ueber-
mass Wald zu Brakupöhnen für 1000 Mark bar annehme, somit die er¬
wähnten 15 Hufen und 18 Morgen und das Krugrecht zu Brakupöhnen
erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk und anderer
bäuerlicher Pflicht und Beschwer. Dafür soll er von jeder Hufe 6 Mark
jährlich zinsen, Hausbier schenken, auf Erfordern auf der Grenze mit
Pferd und langem Rohr dienen, und sich alles Schiessens, Hetzens und
Jagens enthalten. Geben Königsp. den vierzehenden monatstagk novem-
brisz im tausent sechshundert und funfzehenden jahre.
Friedrich burggraff u- h. z. Dohna.
Hansz Truchszesz von Wetzhausen.
Christoff Rappe.
Hansz Albrecht Borck
K. Hausb. Lit. A 184. Fol. 519—520 K. Yerschr. 1614—15. M 938. Fol.
303—304. Verschr. 1615. M 939. Fl. 416. Conoept.
m 273 1615. November 24. Königsberg.
Kurfürst, Johann Sigismund verschreibt Michel Sapuhn, Pfarrer zu
Pillupöhnen 4 Hufen zu Iszledimmen im Petrickischen Gebiete, die er
früher jede Hufe für 50 Mark und geringen Zins gekauft ohne Ver¬
schreibung, nachdem die Haushaltungsvisitatoren mit ihm verhandelt
haben, dass er für jede Hufe 6 Mark zinsen soll, erblich und ewig zu
kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer gegen einen
Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr; auch soll er sich alles Schiessens,
Hetzens und Jagens enthalten. Geben Königspergk den vier undt
zwanzigsten monatstagk novembr. im Jahr 1615.
Fr. b. u. h. z. Dohna.
Hansz Truchses von Wezhausen.
C. Rappe.
H. A. Borck.
K. Ilausb. Lit. A 184. Fol. 55S—559 K. Yerschr. 1614—15. M 938. Fol.
309—310. Verschr. 1615. JV2 939. Fol. 430. Conoept.
jß 274. 1616. März 3. Königsberg.
Daniel Reichwalten Verschreibung über 4 buben im dorff
Szemkadden.
Kurfürst Johann Sigismund confirmiert u. verschreibt Daniel Reich¬
wald seine 4 Hufen zu Siemkadden im Gaweitischen Gebiete im Amt
Insterburg, die er von Chr. von der Diehle ohne Verschreibung für 200
Mark gekauft, nach dem die Haushaltnngsvisitatoren mit ihm verhandelt,
dass er noch für jede Hufe 30 Mark, zahlbar in 2 Terminen vom ver-
		

/Pomorze_055_07_203_0001.djvu

			1 nsterburger U rkundenbuch.
171
flössenen Martini 1G15 ab, zuzahlen soll, erblich und ewig zu kulnüschem
Rechte frei von Scharwerk, Pflicht und Reschwer, jede Hufe für 4 Mark
Zins und einen Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr! Gegeben
Königsberg den dritten monatstag martii nach Christi unsers einigen er-
lösers undt seeliligmachers gebuhrtt im sechszehenden hundert und sechs-
zehenden jahr.
Friederich burggraff u. h. zu Dohna.
Hansz Truchszen von Wezhausen.
Christoff Rappe.
Albrecht Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/b. Fol. 398-399. Hausb. des Kammeramts Kiauten. Lit.
A. 204. Pag. 92—94. Verschr. 1616. Jß 940 unfol 2 Coneept. Verschr. 1616—17.
M 941. Fol. 389—390.
m 275. 1616. März 3. Koenigsberg.
Florian ßeichwalden Verschreibung über 4 hüben
9 morgen landes.1)
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Florian Reichwaldt, Land-
schöffe zu Insterburg, nach eingezogenem Bericht Wolf Heinrichs von
Waldburg 4 Hufen an des Dorfs Augstupönen und Gross Kalligkehmen2)
Grenzen und 9 Morgen bei Werdeln im baltzerischen Schulzenamt, welche
«weiln es mehrentheils unlandt, und ein unurbarer ausgehawener ort, auch
imgemenge gelegen ist» von keiner Dorfschaft angenommen werden wollen,
jede Hufe für 80 Mark und jährlich 3 Mark Zins, für die 9 Morgen
30 Mark und jährlich 2 Mark Zins, zu kulmischem Rechte erblich und
ewig frei von Pflicht und Scharwerk. Geben Königsberg den 3 monats¬
tag martii im Jahr Christi 1616.
Fr. b. u. h. z. Dhona.
Hansz Truchszes v. Wetzhausen.
Christof Rappe.
Hans Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 25—26. Lit. H. 196. Pag. 265-267. K. Verschr.
1616—17. Jß, 941. Fol. 392.
m 276. 1616. April 22. Koenigsberg.
Verschreibung Daniel Proschwitzen witib.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt der Wittwe des Daniel
Proschwitz 1 Hufe Wiesewachs im Amt Georgenburg, die dieser als Ver¬
walter zu Georgenburg 28. April 1608 als unurbar gegen Zins auf ge¬
wisse Jahre erhalten, auf ihr Ansuchen, da sie zur Urbarmachung grosse
Unkosten aufgewendet habe, um einen erblichen Zins, die genannte Hufe
erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Pflicht und Beschwer
!) Vergl. Florian Reichwald’s Verschreibung von 1607, Horn, Verwaltung, S. 227.
2j Kalckeinien.
		

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			172
Insterburger Urkundenbuch.
nach Ausgang der verschriebenen 15 Freijahre jeden Morgen für 12
Groschen nach Insterburg, dazu in der Nähe noch einen Platz Wiesen¬
wachs am Pregel von 3 oder 4 Morgen zu demselben Rechte und Zinse.
Geben Königsberg den 22 aprilis ao. 1616.
Friederich burggraff u. h. z. Dhona.
Hansz Truchsses von Wezhausenn.
Christoff Rappe.
Hanns Ab. Borck subs.
K. Verschr. 1616. M 940 unfoliiert. Indorsat: «Verschreibung Daniel Proschwizen
witib, registrirt den 29. aprilis 1616.» Cassiertes Original auf Pergament. Verschr.
1616—17. M 941. Fol. 408-409. Dat. 22. April 1616. Fol. 419—420. Dat.
29 April 1616.
jfS 277. 1616. April 27. Koenigsberg.
Johannes Cellinus Verschreibung über achtt hüben sechs morgen
zu Schedelkeim oder Puszbern im Kattenawschen
schulzenainbt gelegen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach erlangtem Inster-
burgischem Amtsbericht Johann Cellin, Fischmeister zu Insterburg, 8 Hufen
und 6 Morgen Uebermass im kattenauschen Schulzenamt bei dem Dorf
Schedelkeim, auch Puspern genannt, welche «ziemblich moderig unnd
schlauffig sein sollen, unnd durch uncosten noch müszen urbar gemacht
werden», losgeschlegen von der Dorfschaft Schedelkeim, «doch das durch¬
aus oberürte achtt hüben sechsz morgen Übermaas nicht von der dorf¬
schafft Schedelkeim geurbarten acker und wiesen, sondern von dem über-
maasz so die dorfschafft losgeschlagen und noch zu urbaren sein, dem
Johanni Cellino sollen zugemeszen werden,» jede Hufe für 100 Mark
bar und jährlich 4 Mark Zins, ferner einen Krug, doch soll er das Krug¬
recht gleich ändern Krügern bezahlen und vezinsen und nach Möglichkeit eine
Anzahl Hausbier verschenken, alles zu kulmischem Rechte. Geben Königs-
bergk denn sieben undt zwantzigsten monattstagk aprilis im jahr Christi 1616.
Friederich burggraff undt herr zu'Dohna.
Hansz Truchsess von Wetzhausen.
Christoff Rappe.
Hansz Albrechtt Borgk.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol 516. K. Verschr. 1616. M 940 unfol. Concept.
Verschr. 1616—17. M 941. Fol. 587—588.
m 278. 1616. April 25. Insterburg.
Vorstetter Contract wegen der 2 buben 7 morgen viehetrifft.1)
Auf ihr Ansuchen erhalten die Vorstädter von Insterburg zur Vieh¬
weide einen Ort nassen Bruchs 2 Hufen 6 Morgen 281 Ruten, den Morgen
für 10 Groschen, macht 33'/2 Mark, jährlichen Zins, die an ihre Grenzen
stossen. Der Ort soll mit Ricken und Zeunen so versehen werden, dass
Pferde und Vieh nicht durchbrochen, und nur zu Viehweide gebraucht
werden. Das wenige Holz, das dort steht, soll verschont werden, alles
1) Es ist dieses das ehemalige Teichland zwischen der Vorstadt und dem Eisen¬
bahndamm am Pulverhaus, damals noch mit etwas Wald bestanden.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
173
bei 10 fl. ungarisch Strafe. Auch sollen sie der jetzigen und künftigen Frei¬
heiter Rindvieh, auch das des Hofgärtners und Scharfrichters um das ge¬
bührliche Weidegeld, vom alten Stück 15 gl., vom jungen 8 gl. durch
ihren Hirten weiden lassen. Im übrigen sollen die Freiheiter aller Pflicht
bei der Vorstadt befreit sein. Actum Insterburgk den 25. aprillis 1616.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 299.
jß 279. 1616. Mai 7. Koenigsberg.
Hans Schinunelpfennigs Verschreibung über ein Krugkrechtt
undt 5 buben zu Stobrigkehn anno 1616.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt1) Hans Schimmelpfennig ein
Krugrecht und 5 Hufen zu Stobrigkehmen, «nachdem vor diesem von
den beambtten zur Insterburgk Georg Krombdorff ein krugrecht nebenst
fünft' hüben landes zue Stobrigkehnen eingegeben worden, dergestaldt,
das er dass krugrechtt vor hundert marck angenommen, die hüben aber
bloss umb ein zinss bis zu unser haushaltungs visitatoren ankunff't undt
undersuchung bessessen, wan aber unser hausshaltungsvisitatoren in under-
sucliung des ambts Insterburg befundenn, das gemelter Krombdorff unss
zuschadenn die hubenn innegehabt, aus ursachenn dass er die hüben
nicht erblichen an sich gekaufft undt bezahlett, als habenn sie zu Ver¬
mehrung unserer einkunffte ferner handlung mitt ihme getroffen unndt
ihme jedere hübe vor achtzigk marck Kauffgeldt nebenst fünffte halbe
marck jährlichen erblichen zinsses vonn jedtweder hüben uberlassen, es
hatt aber gemelter Krombdorff solchen Kauff nicht halten können, weil
ihme das gelt ufzubringen zuschwer gefallen wolte, derwegenn Hanss
Schimm elpfennigk in den Kauff getretten, undt die abhandlung ange¬
nommen,» erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk
und allen Pflichten. Dafür soll er das Kaufgeld richtig erlegen, jährlich
einen Zins von 4’^ Mark zahlen, und 3 Last Hausbier ausschenken.
Geben zue Königsbergk denn siebenden monatstagk may im eintausendt
sechshundert undt sechszehen denn jahre.
L. S.	Friedrich burggraff undt herr zu Dohna.
Hanss Truchsses von Wetzhaussen.
Christoff Rappe.
Hanss Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 116—117. K. Verschr. 1616 940 unfol. Concept.
m 280. 1616. Mai 17. Koenigsberg.
Vcrsohreibung über zwey hüben undt 8 morg. zu Pillupehnen,
welche voritzo h. Capit von Woysch besitzet.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Christof von Hohendorf
Landrichter2) auf sein Ansuchen 2 Hufen meistens Gesträuch im Dorf
i) Der Erlass des Kurfürsten, wonach derselbe die 5 Hufen zu Stobrigkehmen, die
solange der verstorbene Pfarrer Lorenz Kromdorf besessen und dessen Sohn losgeschlagen
hat, Hans Sch., der auch einen Theil der Schulden des Krumdorf übernommen, über¬
geben, vom 12 October 1616. (K. Hausb Lit. A. 184. Fol. 518.)
Für seine Mühen als Landrichter erhielt H. 3. November 1596 Futterrationen
für sein Pferd und ein Hofkleid für sich. (K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 325.)
		

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			174
Insterburger TJrkundenbuch.
Pillupöhnen im Petrickischen Schulzenamt, die der Dorfschaft vergeblich
angeboten sind, jede Hufe für 100 Mark, bereits gezahlt, auch 2 Teich¬
stätte, welche auf dem Felde nach dem Bredauschen liegen, 8 Morgen
gross erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von bäuerlicher Pflicht
und Beschwer, zusammen für (i Mark 16 Groschen Zins.]) Geben Königs¬
berg den 17 maii anno 1616.2)
Friedrich burggiaff undt lierr zu Dohna.
Hansz Truchsin zu Wetzhausen.
Christoff Rappen.
K. Hausb Lit. B. 18li/b. Fol. 619—650. Lit C. 187. Fol. 135—136.
m 281. 1616. Mai 18. Koenigsberg.
Georgs Pfenders Verschreibung über zwey hüben zu Narwickaul.3)
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Georg Pfender, der Jacob
Hofmanns Witwe geehlichet, nachdem dieser 2 Hufen zu Narwikaul für
100 Mark und'jede Hufe für 4^2 Mark Zins, dazu ein Ort Gesträuch
an Kl. Leponischken stossend für 4 Mark Zins gekauft und die Haus¬
haltungsvisitatoren mit Pfender verhandelt, dass er für die beiden Hufen
noch 60 Mark und für jede 6 Mark Zins und für den Ort Gesträuch,
den er nur zur Viehtrift benutzt, 6 Mark Zins zahle, somit die Hufen
erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Pflicht; soll sich des
Hetzens, Schiessens und Jagens enthalten. Geben Königsperg den acht-
zehenten monatstagk maii im jahr Christi 1616.
Friederich burggraff v. Dohna.
Hansz Truchsess von Wezhausen.
Christoff Rappe.
Hans Albrechtt Borgk.
K. Hausb. Lit A. 184. Fol 514—516. K. Verschr. 1616—17. M 941. Fol. 430—431.
m 282. 1616. Juni 23. Königsberg.
Daniel Musen zu Malwischken Verschreibung.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Ester, der Witwe Daniel
Musas, Pfarrer zu Lasdehnen, welcher ein Krugrecht für 100 Mark und
4 Hufen zu Mallwischken im Stannischen Schulzenamt jede für 50 Mark
und 2 Mark jährlich Zins, Hausbier ausschank und Grenzdienst mit Pferd
und langem Rohr von Chr. von der Diehle erstanden, nachdem die Haus-
1)	Anno 1586 hatte Wildnissbereiter Thomas gegen Tratisehken geklagt, dass er
im Hegewald eine Wiese, die er sich in seine Grenzen hat einmessen lassen, der fiirst.
Wildbahn zu nahe, durch Hütung des Viehes geschadet hätte Damals übernahm sie H.
gegen Zins und Trak. erhielt 2 Hufen zum Ersatz. Trotzdem gab Trak. die Wiese nicht
heraus. Es half auch nicht, dass man der Dorfschaft Ochsen nahm. 28. November 1588
wurde sie energisch zur Wiedererstattung des Heus aufgefordert. (K. Hausb. Lit. A. 184.
Fol. 201—"203.)
2)	Noch in demselben Jahre kam H. ein «zue Stillung seiner noth» seine Güter
Pillupöhnen und Gillkeim verkaufen zu dürfen. Erlass an den Hauptmann über die Ver¬
hältnisse II zu berichten vom 28. Juni 1616. (K. Reg. 1034.)
3)	Nicht mehr zu ermitteln: lag wie Kl. Leponischken bei Stallupönen oder um
Stanischon S. A.
		

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			Insterburgor Urkundenbuch
haltungsvisitatoren mit ihr verhandelt, dass sie, da sie aim und ihr Mann
viele Jahre dem Ministerium treulich vorgestanden habe, bei den 50
Mark verbleiben, aber 6 Mark zinsen und bei ihreu Lebzeiten vom Grenz¬
dienst befreit sein soll, somit ihren Besitz im Amt Insterburg erblich1)
und ewig zu kulmischem Kechte frei von Pflicht und Scharwerk. Geben
Königsbergk den dreyunndt zwanzigsten monatstagk junii im jahr
Christi 1Ü16.
Friedrich burgraff undt herr zu Dohna.
Hansz Truchses von Wezhauszen.
Christoff Rappe.
Hansz Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. B 186/a. Fol. 166—167. K. Versehr. 1616. M 940 tinfol.
Concept. Versehr, 1616—17. M 941. Fol. 436—438.
m 283.	1616. Juni 23.
Verschreibung Christoff Aweiden iiher 4 hüben zehen morgen beim
dorff Bomballen gelegen, den 23 Junii anuo
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Bericht des Amt¬
schreibers zu Salau dem Christof Aweiden 4 Hufen 10 Morgen TJeber-
mass bei dem Dorf Bomballen jede Hufe für 100 Mark, Anzahlung 150
Mark und dann jährlich 50 Mark erblich und ewig zu kulmischem Rechte
frei von Pflicht und Beschwer jede Hufe für 4 Mark Zins; soll sich alles
Schiessens, Hetzens und Jagens enthalten.2)
K. Versehr. 1616. M 940 unfoliiert. Coneept. Versohr. 1616—17. M 941.
Fol. 436.
m 284. 1616. Juli 2. Koenigsberg.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt3) Jonas Cellin zur Entschä¬
digung für den abgetretenen Krug Giedauten im Kammeramt Laptau mit
1)	Die Erben Daniel M., Pfarrers zu Lasdehnen, verkauften den Krug zu Mall-
wischken im Amt Insterburg nebst Hufen 6. Februar 1639 an Bastian Kewenigk für
6300 Mark «jedoch dem jüngsten miterben desz kruges mit nahmen Daniel Musa, welcher
nun schon sechsundzwanzigk jahr wegk gewesen unndt von ihm man nichts in so vielen
jahren gehörett, noch wo er sein magk erfahren mögen, ihme unndt seinem recht ohn
allen schaden.»
2)	Da A. sich mit der Bezahlung säumig bewies, so verlieh der Kurfürst die Hufen
zu denselben Rechte und Preise auf Ansuchen Christof Schweichelt 10. November 1616.
(K. Versehr. 1616. .M 940 unfol. Concept Versehr. 1616—17. M 941. Fol. 573—574.
3)	Da die Hufen aus Irrtum nicht mit rechtem Namen benannt waren, so stellten
die Regenten 13. April 1620 C. auf sein Ansuchen eine neue Verschreibung aus über
«eine hübe unndt drittehalb mor. zwischen Klein und Grosz Ischlidimmer grenze, welche
die Sabieder innegehabt unnd dieselbste gutwillig abgetreten, die andere hübe aber an der
anderen seiten desz flieszes der Pisse genandt, welche die Pillupehner vordem in besitz
gehabt zwischen Grosz unndt Klein Ischlidimmen undt Trakehner grenzen, so mit der
vierden wandt an die Wildtnisz Paclidim stoszen, neben dem eine hübe sechsz morgen
waldes unndt vier mor. wiesenwachsz so gelegen an der wildtnusz Paklidim, Trakener-
wandt undt Kurplaucker ort, unndt dan ezlichen sieben mor: wiesewachsz in der Paklidim
an zwohen ohrten.» Dazu erhielt er noch frei Bau- und Brennholz zu Hauses und Feuers
Notdurft doch nur gegen Amtsanweisung. (K. Hausb. Lit, B. 186/a. Fol. 137—138.)
Die Verschreibung K. Versehr. 1620—22. M 916. Fol. 56—58.
		

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			176
Insterburger Urkundenbuch.
vollem Inventar 1000 Mark bar aus dem Amt Insterburg, 1 Hufe 2^2
Morgen Gesträuch zu Szabienen, 1 Hufe Gesträuch zu Pillupöhnen, beides
von den Dorfschaften losgeschlagen, 1 Hufe 6 Morgen Wald und 11
Morgen Wiesen an dom Skarduwischker und Kurplauker Ort. Da die
1	Hufe 21/2 Morgen zu Szabienen von der ändern 1 Hufe zu Pillupöhnen
etwas entlegen ist, soll jene den Kl. Iszlidimmer auf der einen Seite des
Fliesses Pissa zugeschlagen, dagegen der eine Bauer auf der ändern Seite
der Pissa über das Ufer versetzt werden, so dass Cellin bei Pillupöhnen
2	Hufen und 2^2 Morgen hat. Da Cellin die 1 Hufe Ö Morgen Wald
und 11 Morgen Wiesen bereits bezahlt, auch auf die ändern Hufen
einiges Kaufgeld erlegt hat, soll ihm solches zurück erstattet werden.
Auch ist ihm der Dienst für die 4 Krughuben zu Rudupöhnen erblich
erlassen worden. Ferner erhält er freie Viehtrift in den Wäldern an der
Grenze von Kl. Iszlidimmen. Alles erblich und ewig zu kulmischem
Rechte frei von Pflicht, Zins und Beschwer, doch soll er sich des Schiessens
Hetzens, Jagens enthalten. Geben Königszbergk den ändern monatstagk
Julii im jahr Christi 1616.
Friedrich burggraff undt lierr zu Dohna.
Hansz Truchszes von Wezhausen.
Christoff Rappe.
K Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 135—137. K. Verschr. 1616—17. M 941.
Fol. 491—493.
m 285.	1616. October 5.
Verschreibung Franz Lode über acht buben im Insterburg,
den 5 Octobris 1616.
Kurfürst Johann Sigismund confirmiert Franz Lode auf sein An¬
suchen seine mit den Haushaltungsvisitatoren Andres von Kreytzen,
Gerlach Handecker, Caspar von Lossau 28 März 1615 zu Insterburg ver¬
einbarte Verhandlung, wonach Lode für 4 Hufen und Krug zu Dobawen
im Missischen Schulzenamt, welche er von Simon König gekauft, die
dieser seinerseits für 300 Mark, 2 Mark Zins, Hausbier, soviel als ihm
verabfolgt wird, 6 Mark Zapfeugeld, Grenzdienst erstanden, ferner für
4 Hufen zu Wiszupöhnen im Missischen Schulzenamt, die er von Hanz
Droszel gekauft und welche dieser von Chr. von der Diehle für 200 Mark,
2	Mark und Grenzdienst gekauft, für seine treuen Dienste ohne Zehrung
an Kaufgeld nichts zuzahlen, aber 4 Mark Zins für jede Hufe 6 Mark
Zapfengeld entrichten, Hausbier schenken, an der Grenze mit Pferd und
langem Rohr oder in ändern Geschäften auf Erfordern in und ausserhalb
Preussen dienen soll, erblich zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk
und Beschwer.
K. Verschr 1616. ,M 940 unfoliiert. Concept. Die Verhandlung im Original
liegt bei. K. Hausb. Lit. A. 184. Fol. 542 A — 543. Verschr. 1616—17. Ms 941.
Fol* 568—569.
		

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			Insterburger TJrkundenbuch.
177
m 28g. 1616. October 18. Tapiau
Begnadigung p. Wallenroth mitt etliclien huefen.
Kurfürst Johann Sigismund vorschreibt1) dem Landrat und Haupt¬
mann zu Tapiau, Martin von Wallenrodt, an Stolle dor 40 Hufon im Amt
Insterburg, welche Herzog Albrecht 28. September 1566 Christian von
Taulensee zu Lehenrecht verliehen und welche nach Taulensees Tode von
Kurfürst Joachim Friedrich 16. Februar 1608 Wallenrodt verliehen sind,
da er des Caducs von dem Amt Insterburg nicht entraten könne, das
Dorf Neuendorf im Amt Tapiau mit 50 Hufen, verzinst jährlich mit 64
Mark, 1 Last 20 Scheffel Hafer, 1 Schock Eier. 4 Hühner, 11 Gänse,
nebst Kruggerechtigkeit und Gerichte, unbeschadet der Obrigkeit. Taulen¬
sees Caduc soll Kammergut werden. Sollte er oder seine Nachkommen
Neuendorf wieder an sich bringen wollen, soll dafür 8000 fl. poln. ge¬
zahlt werden, doch darf W. erst nach Ausbezahlung das Dorf abtreten.
Besserungen sollen ihm nach Billigkeit erstattet werden. Geschehen zue
Tapiau am 18ten octobris anno 1616.
Hanns Sigiszmundt churfurst.
B. H.-A. E. 7. 90 D. Original mit aufgedrücktem Siegel, das ganze durchschnitten
nebst 2 Concepten.
M 287.	1616. October 29.
Confirmation Hansz Henseln verwalt, zu Georgenburg über zehen
morgen ackers, den ‘29. octobris anno 1(*>1<>.
Kurfürst Johann Sigismund confirmiert Hans Hensel, Verwalter zu
Georgenburg, auf sein Ansuchen seine mit den Haushaltungsvisitatoren
Andres von Krevtzen, Gerlach Gandecker, Caspar von Lossau 3. April 1615
zu Insterburg getroffene Vereinbarung, wonach 6 Plätze Acker 10 Morgen
enthaltend, welche Paul Proschwitz, Wildnissbereiter vor ca. 4 Jahren
den Bauern Hensels zu Brosacten weggenommen in der Meinung, dass
dieselben der Morgen nicht befugt gewesen seien, da aber die Brosagtor
die 10 Morgen gerodet und geräumt und 50 Jahre besessen haben, so¬
mit Hensel wegen seiner Dienste oder seiner Bauern wieder ungehindert
eingeräumt werden sollen.
K. Verschr. 1616. M 940. unfol. Concept. Hensels Gesuch und Abschied der
Visitatoren im Original. Verschr. 1616—17. M 941. Fol. 574—575.
m 288. 1616. November 16. Koenigsberg.
Christof Preuszen zu Barzschkehmen Verschreibung.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Christof Preuss seine 4 Hufen
und Krugrecht zu Bartzkehmen im Hanischen Schulzenamt im Amt
12
		

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			178
Insterburger Urkundenbuch.
Insterburg, welche er jede Hufe für 50 Mark und das Krugrecht für
100 Mark gegen einen sehr geringen jährlichen Zins erkauft, jedoch ohne
Verschreibung in Besitz hat, nachdem die Haushaltungsvisitatoren mit
ihm verhandelt, dass er zwar bei seinem Kaufgelde belassen werden solle,
da er an der Grenze wohne, zuweilen von den Polen beraubt sei und
noch allerlei Gefahr zu gewarten habe, aber jede Hufe mit 4 Mark jähr¬
lich verzinsen, 6 Mark Zapfengeld zahlen, Hausbier schenken und auf
Erfordern mit Pferd und Rohr auf der Grenze dienen soll, erblich und
ewig zu kulmischem Recht frei von Pflicht und Beschwer. Er soll sich
alles Jagens, Schiessens und Hetzens enthalten.
Geschehen zu Königsbergk den sechszehenden novembris im jahr
Christi sechszehenhundert und sechszehen.
Priederich burggraf und h. zu Dhona.
Hansz Truckscsz von Wetzhausen.
Christoph Rappe
Hans Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 164—165. K. Yerschr. 1616. M 940. Unfol.
Concept, dio Verh. der Vis. im Original. K. Yerschr. 1616—17. M' 941. Fol. 571 — 573.
m 289. 1616. Dezember 8. Koenigsberg.
Valentinii Puschenn pfarrhern zu Gumbinnen Verschreibung über
6 hubenn zu Trakischkenn.
Kurfürst Johann Sigismund bestätigt Valentin Pusch, Pfarrer zu
Gumbinnen, auf sein Ansuchen seinen unter Markgraf Georg Friedrich
durch die Oberräte am 5. Juli 1595 festgesetzten Kauf von 6 Hufen Ueber-
mass im Dorf Trakischken im Petrickischen Schulzenamt zu kulmischem
Rechte, wofür er für jede Hufe 50 Mark preussisch, macht 300 Mark, in
jährlicher Abtragung von 30 Mark zahlt, dazu 12 Mark Zins; ferner seine
Verleihung eines Kruges in dem er Schwarz- und Weissbier selbst brauen
und verschenken darf. Dafür soll er ein gerüstetes Pferd halten. Holz
soll ihm auf Anweisung der Wildnissbereiter, wenn er in seinen Wäldern
keines mehr haben wird, „aus der Pocklidim“ verabfolgt werden, Fischerei
im Graben soll er Avie seine Nachbarn haben. Datum Koenigsbergk denn
8. decemb. 1616.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 284—286.
m 290. 1616. Dezember 21. Koenigsberg.
H. Jägermeisters generahllverschreibung über sein gutt Geilwethen
und (larzu gehörigen dörffern.
Kurfüst Johann Sigismund verschreibt Reinhard von Halle, Jäger¬
meister und Hauptmann zum Rein auf sein Ansuchen, ihm über seine
		

/Pomorze_055_07_211_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
179
teils erkauften, teils aus Gnaden verliehenen Hufen und Güter, über die
er schriftliche briefliche Urkunden vorgezeigt, eine besondere Handfeste
auszustellen, den Hof Gehlweden, ungefähr 10 Hufen und etliche Morgen
enthaltend, den er mit kurfürstlicher Zulassung von dem Kammerdiener
Anton Freytag gekauft, nebst dem Dorf Rogawen (a.) 21 Hufen, etliche
Morgen enthaltend; 12 Hufen 9 Morgen zu Astrawischken; 3 Hufen
1 Morgen 190 Ruten hinter Goldapp an der Kosaneder (?) Grenze; ferner frei
Bau- und Brennholz; freie Viehtrift auf der Damerau bis hinter das
schwarze Fliess; auch die Wiese und das Bruch am Fliess Blinden und
schwarzen Fliess von der Gehlweider Stelstätte bis an und in das Moos¬
bruch zu Wiesenwachs; ferner die beiden Seen, die in den Grenzen der
Dörfer Astrawischken und Rogawen liegen, für ihn und seine Erben allein
zu fischen; einen Krug zu Rogawen frei, erblich und ewig zu kulmischem
Rechte. Dazu erhält er die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen
die Strassengerichte; auch behält sich die Regierung die hohe Jagd vor.1)
Gegeben undt gescheen auf unserm schlosz zu Königsperg in Preuszen
am tage Thomae war der ein undtzwanzigste tag des monatsz decembris
neuen Calenders im jahr nach Cbristy unsers einigen erlösers undt seelig-
machers geburt eintausendt sechshundert^ und sechzehenn.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 526—528. Hausb des Kammeramts Kiauten. Lit. A.
204 fol. 2—3. K. Verschr. 1616 -17. M 941 fol. 595—596.
m 291. 1617. Januar 24. Koenigsberg.
I)er durchlauchtigste hocligeborne fiirst undt herr herr Johan
Sigismundt etc. gibtt uff unterthenigstes suppliciren burgermeister
undt rahtmannen der stadt Kneiphoff Königsbergk wegenn ihres
kruges zu Bubainen nachfolgenden absclieidt,
Weill d. churf. durchl. nach eingetzogener erkundigung so viell be¬
funden, dasz solcher krug gleich denen zu Gattenhoff undt Simonischken
wegenn des bierschanckes von alters her privilegiret, dasz es dabey vorters
seinn vorbleibenn haben undt dem kruger daselbst hierwieder an denn
schangk kein eintragk zugefugett werdenn solle.
S. churf. dhrtt. befehlenn auch in craft dieses dero haubt. undt
ambtleutten zur Insterburgk über bemelter krugkgerechtigkeitt zu Bu¬
bainen nach anweiszung der deszhalb beschehenen fürstlichen conceszion
unndt abhandelung, anstadt s. churf. dhrtt. gebuerend zu halten unndt
niemanden, der sey auch wehr er wolle, ann solchem ortte, der
sonsten in der nähe, wieder befugnus hauszbier zuverschencken, noch das
mau von anderswo etwas dahin führen unndt verzapfen wolte, zugestattenn
sondern da daselbe über verbott geschehe, ernste straff wieder den ader
dieselben ergehen zulaszen, damit also dieser krugk desto basz bey nahrung
bleiben, unndt des entpfangenen beneficii, denn aborzehlten ändern beeden
krügen gleich, fruchtbarlich genieszen, derentwegen auch insz künftige
über weitern eintragk keine clage mehr geführot werden möge. Hieran
(a.) Rakewisohken, Rakenwischken, Rogawken (heute Rakowken).
i) 18./8. Dezember 1616 wurdon Reinhard v. H. wegen seiner Verdienste Zins,
Hafer und Gerste von Astrawischken, Rogawen und Gehlweiden erblich erlassen. (K.
IFausb. Lit. A. 184 fol. 436.)
12*
		

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			180
Insterburger ITrkundeubuch.
beschicht s. churf. dhrtt. zuverleszige ernst meinung. Uhrkundtlich mit
deroselben churfurstlichen secret besigelt unndt eigenen handen under-
schriebenn. Gebenn Königspergk denn 24. janaarii anno 1617.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 585— 586.
M 292.	1617. März 21.
Tohmas Feyerabends schmiedts zu Saszlauken erben Verschreibung
über eine wueste hübe denn 21 martii ao. 1017.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt der Witwe und Kindern
Thomas Feyerabends, Schmieds zu Saszlaucken* welcher 1614 von Johann
Hensel, Verwalter zu Georgen bürg, eine wüste unbebaute Hufe im
Gemenge für 200 Mark, 8 Mark Zins und Aufwartung auf Erfordern
gekauft, auf ihr Ansuchen die Hufe zu kulmischem Rechte erblich frei
von bäuerlicher Beschwer.
K. Verschr. 1616—17. M 941. fol. 616—617. Versehr. 1617 M 942 fol. 39.
Concept.
Jß 293.	1617. April 21.
Johann Schultzen Verschreibung über acht buben acker und ein
hübe wiesen im Georgenburgischen denn 21. aprilis 1617.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach dem Gutachten der
Haushaltungsvisitatoren und kurf. Resolution vom 8. Juni 1616, die im
Amt Georgenburg befundenen Uebermaasse so hoch nur immer zubringen,
8 wüste und unbebaute Hufen Uebermass bei dem Dorf Gillischken, welche
der Dorfschaft auf Anhalten der Visitatoren und Johann Hensels des
Verwalters weder auf Zins erkaufen, noch auf Scharwerk und Zins ohne
Kaufgeld annehmen wollte, weil in den 8 Hufen kein Wiesenwachs ent¬
halten, an einem ändern Ort aber an Gillischker Grenze niedrige Triften,
darunter einiges geringes Wiesenwachs und saures Gras an der Inster
vorhanden ist, Johann Schulz für 800 Mark, die Hufe Wiesenwachs für
150 Mark, Anzahlung 500 Mark und jährlich 150 Mark, und jede Hufe
für 5 Mark, die Hufe Wiesenwachs für 15 Mark Zins, Grenzdienst auf
Erfordern mit Pferd und langem Rohr, erblich zu kulmischem Rechte,
soll sich des Hetzens, Schiessens, Jagens enthalten «sowoll auch auszer
seines gutts grentzen sich an der benachbarten bemisten äcker nichts
zueignen oder anmaszen.»
K. Verschr. 1616—17. Jß 941 Fol. 625—626. Verschr. 1617 M 942 Fol. 62
bis 63. Concept.
* Heute Sesslaken.
		

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			Insterburgor tlrkundonbuch.
181
jvs 294.	1617. Mai 3.
Augustin Arnolden ambtschreibers zue Salau Verschreibung über
zwey hüben zwey und zwanzig morgen und acht und zwanzig
rutten iibermasz. den 3. nvaii ao. 1017.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren und Bericht des Burggrafen zu Taplacken dem Amt¬
schreiber zu Salau Augustin Arnold auf sein Anhalten 2 Hufen 22 Morgen
28 Ruten Uebermasz bei dem Dorf Laszeningken im Amt Salau, welche
die Dorfschaft nicht hat kaufen, noch um Zins annehmen wollen, für 150
Mark, zahlaar in 2 Terminen und 15 Mark jährlich Zins erblich zu
kulmischem Rechte frei von Pflicht und Beschwer.
K. Yerschr. 1616—17. As 941 Fol. 629—630. Yersohr. 1617. As 942 Fol. 57
bis 68. Concept.
m 295. 1617. Mai 8. Koenigsberg.
Verschreibung über sieben Huben ubermaasz beym dorff Rese-
nicken im Medunischen schulzenambtt.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Nichel Löffken 7 Hufen
Uebermasz bei dem Dorf Röseninken, welche bisher die Dorfschaft in
Besitz gehabt, aber nicht verzinst hat, nach dem sie ihr von den Haus¬
haltungsvisitatoren vergebens zum Kauf angeboten sind, jede Hufe für
80 Mark, zusammen 560 Mark, Kaufgeld, in 5 Terminen zu zahlen, An¬
zahlung 150 Mark und dann jährlich 100 Mark, erblich und ewig zu
Kulmischen Rechte, frei von jeder Pflicht, wofür er von jeder Hufe
4 Mark jährlich erblichen Zins zahlen soll. Geben zu Königsbk. den
8. Maii im eintausendt sechszhundert undt siebentzehenden jahre.
Friederich burggraff undt Herr zu Dohna.
Hansz Truchses von Wetzhausen.
Christoff Rappe.
Hansz Albrecht Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. fol. 531—532. B.St.-A. R. J. 90. D. K. Verschr. 1616—17
M 941. fol. 636—637. Verschr. 1617. As 942. fol. 80—84.
m 296. 1617. Mai 18. Koenigsberg.
Verschreibung über sieben Huben und 24 Morgenn ubermaasz
beym dorff Payrienen im medunischen schultzenambtt.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Friedrich Götz 7 Hufen
und 24 Morgen Uebermass bei dem Dorf Payrienen, welche bisher die
Dorfschaft in Besitz gehabt aber nicht verzinst hat, nach dem si ihr
vergebens von den Haushaltungsvisitatoren, zum Kauf angeboten sind,
jede Hufe für 80 Mark, zusammen 624 Mark Kaufgeld, in 5 Terminen
zu zahlen, Anzahlung 224 Mark und dann jährlich 100 Mark, erblich
und ewig zu Kulmischem Rechte, frei von allen Pflichten, wofür er
		

/Pomorze_055_07_214_0001.djvu

			182
Insterburger Urkundonbueh.
jährlich von jede Hufe 4 Mark erblichen Zins zahlen soll. Gegeben zue
Königspk. den 8 monatstag maii inn eintausendt sechshundert undt sieben-
zehenden jahre.
Landthoffmeister
burggraff
Cantzier
marschalck
subscribunt.
K. Haust. Lit. A. 184. fol. 530—531. B. St..-A. R. 7. 90. D. K. Verschr. 1616—17.
M 941. fol. 636—637. Verschr. 1617. Jß 942 fol. 80—84.
m 297. 1617. Juni 30. Königsberg.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Peter Taukemait, ') nach¬
dem die Haushaltungsvisitatoren mit ihm wegen seiner 4 Hufen zu Gr.
Iszledimmen, im Petrikischen Schulzenamt und Amt Insterburg gelegen,
die seine Vorfahren geräumt und urbar gemacht und nach den Amtsre-
gistern gleich den Bauern verzinst haben und frei von Scharwerk gewesen
sind, verhandelt, dass er jede Hufe mit 10 Mark verzinsen, sonst frei
von Zinsgetreide, Achtelholz, Scharwerk und bäuerlicher Pflicht sein
soll, solche 4 Hufen erblich und ewig zu Kulmischem Rechte, dazu
eine Kruggerechtigkeit daselbst, die er laut Quittung bereits 1595 bar
bezahlt hat. Dafür soll er von jeder Hufe 10 Mark und von dem Krug¬
recht 6 Mark Zapfengeld jährlich zinsen, auch jährlich 3 Last Hausbier
schenken; sonst frei von Frohnden, Pflichten und Scharwerken. Geben
Königsbergk den 30. monatstagk junii im jahr Christi 1617.
Fr. b. u. h. zu Dohna.
Hansz Truchses von Wetzhausen.
C. Kappe.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184. fol. 566—567. K. Verschr. 1616—17. M 941. fol.
672—673. Verschr. 1617. M 942 fol. 115-116.
m 298. 1617. August io. Sperling.
Tausch Contract Florian Reichwaiden über 2 Huben zu
Schirgupehnen.
Kurfürst Johann Sigismund confirmiert Florian Reichwald auf sein
Ansuchen seinen Tausch von 1 Hufe 8 Morgen zu Kl. Pillkallen gegen
2 Hufen des Nicol Urbeit von Szirgupönen, die dieser als Uebermass
erkauft »so an Reichwalds zuvorverkaufte 21 morgen und an unserin
walde Packlidim genant wie auch an Werdeln grenzen, anstoszen und
bis an das fliesz Pisza gelegen und darnach zwey wende an der Schir-
gupener grenzen rühren«-, und erlässt ihm 3 Scheffel Getreide, 1 Sch.
Roggen. 1 Sch. Gerste, 1 Sch. Hafer, zu zinsen, soll aber 8 Mark zinsen.
Geschehen zum Sperling den 10 augusti des 1617 jahr.
K. Hausb. Lit. B. 186/a fol. 26—27.
') Tauckiunayt.
		

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			Insterburger Ürkundenbucb.
163
m 299. 1617. August 24. Sigmundowa.
(«eorge Kuclilioltz Pfarh. zur Goldappe.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Georg Buchholz, Pfarrer in
Goldap und Moritz Stölzner, Wildnissbereiter aus Goldapp, auf ihr An¬
suchen’), zur Unterstützung der Ihrigen wegen ihres geringen Unterhaltes
etwas beizusteuern, 4 Hufen „auszerlialb unserer wildtbahn und stelstetten
nach dem romittischen sehe belegen ort waldes unndt etzlichenn acker
so der eichwaldt genandt wirdt,“ und zwar dem Pfarrer 1 Hufe ohne
Zins und Pflichten erblich zu Kulmischem Rechte, die ändern 3 Hufen,
welche aus Strauchwerk bestehen und auch bleiben und nicht zu Acker
gemacht worden sollen, für Beide samtt ihren Erben zu Brennholz nach
Meldung bei dem Jägermeister oder der Beamten zu Hauses Nothdurft
zu Kulmischem Beeilte. Auch erhält der Pfarrer zu seinen Lebtagen im
See zu Romitten freie Fischerei mit kleinem Gezeuge zu Tisches Noth¬
durft. Befehl an die Beamten von Insterburg und den Jägermeister
Reinhard von Halle, die Hufen einzuräumen und die Besitzer in ihrem
Recht zu schützen. Actum ufm churf. jagthause Sigmundowa den 24
augustii anno 1G17.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 534—535.
m 300. 1617. August 24:14. Siegmundsburg.
II. Jägermeister Reinhartt von Halle 8 Hubenn waldes zwischen
Dubeninker, Budwetzscher und Rogayner grentze gelegen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Reinhard von Halle, Jäger¬
meister und Hauptmann zum Rhein zu Hilfe seines Gutes Gehlweiden
8 Hufen Wald und Gesträuch zwischen Dubeningken, Budweitschen und
Rogainon zu den Rechten erblich und eigentümlich wie sein Gut Gehl¬
weiden, welche er »weil dasz wildtpret sommerstzeit des orts wegktrit«
ausroden und besetzen soll. Da er sich beklagt, dass er zu seinem Gut
Gehlweiden zu wenig Scharwerk und eine Wiese in der Wildnis am
Fliess Blanden hat, die 2 Meilen abgelegen und schwer zu austen ist,
so vergönnt er ihm, dass die Dörfer Dubeningken und Lohgen jährlich
nach seiner rechtzeitigen Anmeldung solche Wiese abmähen und das Heu
bei Schlittenwege auf seinen Hof bringen mögen, jedoch unbeschadet des
Kuifürstlichen Zinses und Scharwerks. Dafür soll er jedem Dorf 1 Tonno
Bier geben und ihr Vieh auf der Wiese weiden lassen. Ferner sollen
ihm die Dörfer Gutkuhnen und Kollnischken jährlich aus jedem Hause
einen ganzen Tag das Korn abschneiden helfen, auch unbeschadet der
1) In einem erneuten Ansuchen bat Buchholz unter Anfiibrung seiner vielen uner¬
zogenen Kinder, wofern die 3 Hufen Wald abalieniert werden sollten, sie ihm vor allen
zu gönnen, was ihm zugestanden wurde. Die Beamten erhielten 25. August 1617 den
Befehl auf vorkommenden Fall zu achten. (K. Hausb. Lit A. 184 fol. 534). 10. Juni
1619 übergab W. H. von Waldberg Georg B. ein Bruch hinter der Romintischen Heide 1 Hufe
4 Morgen, welches Stölzner besessen für 3 Mark Zins und sehr unraum gewesen, und
das an B. hat stösst, auf 4 Jahre für 10 Mark Zins jährlich. Sollte nach 4 Jahren das
Bruch zu besserem Nutz gebracht sein, so'l B wegen eines ferneren Zinses verhandeln,
ib. Fol. 552.
		

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			184
Insterburgor Urkundcnbuch.
Kurfürstlichen Einkünfte, wofür er gleichfalls jedem Dorf 1 Tonne Bier
geben soll. Auch erhält er freie Fischerei im See Stzcharnen zu Tisches
Notdurft. Geben zu Sigmundtsburgk den 24/14 augustii anno 1617.« J)
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 525—526. K. Verschr. 1616—17. M 941 fol. 597.
m 301. 1617. November 8. Königsberg.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Elias Weckel seine 4 Hufen
und Krug zu Kl. Gerlaucken in Lolischen Schulzenamt im Amt Inster¬
burg. die er von seinem Bruder Jacob geerbt, der sie seinerseits 1605
von Chr. von der Diehle für 500 Mark ohne erbliche Verschreibung ge¬
kauft, nachdem die Haushaltungsvisitatoren mit ihm verhandelt, dass er
von jeder Hufe 6 Mark Zins jährlich, 6 Mark Zapfengeld zahlen, einen
Grenzdienst mit Pferd und langem Rohr leisten und jährlich 2 Last
Hausbier ausschenken soll, erblich und ewig zu Kulmischem Rechte frei
von Pflicht und Beschwer. Geben Königsberg den achten monats no-
vembris im jahr Christi sechszehnhundert undt siebenzehen.
Friedrich burggraff und h. zu Dohna.
Hansz Truchszen von Wetzhausen.
Christoff Rappe.
Hansz Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/b. fol. 384—385. K. Verschr. 1616 M 940 unfol. Concept
Verschr. 1616—17. M 941 fol. 575—576 letztere dat. 8. November 1616
m 302.	1618. Juli 18.
Verschreibung Joachimi Praetorii cammerregistratoris
über drey hüben 13 morgen zue Pruszkeim im Salauschen tlen 18. Julii
anno 1018.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren dem Kammerregistrator Joachim Pructorius auf sein
Ansuchen 2 wüste unbebaute Hufen zu Pruskehmen im Kammeramt
Salau, welche der vorige Besitzer des Kruges einige Jehre für Zins be¬
sessen, 1 Hufe 13 Morgen Uebermass bei dem Dorf Pruskehmen, welche
die Dorfschaft nicht hat kaufen, noch um Zins annehmen wollen, [alles]
für 10 Mark Zins, dazu die beiden Gärtnerhäuser, welche des vorigen
Besitzers Vater mit Bewilligung der Dorfschaft im Dorf erbaut, frei von
Pflicht und Beschwer erblich zu Kulmischem Rechte, ferner frei Bau-
und Brennholz zu Gebäude und Feuers Notdurft aus den nächsten
Wäldern nach Anweisung des Amtmanns oder Wildnissbereiters, die 3
Hufen 13 Morgen für 10 Mark Zins nach Salau, anzufangen, Martini 1619.
K. Verschr. 1616—19. M 942 fol. 147—149.
i) Ara gleichen Tage erging der Befehl an den Hauptmann und Jägermeister dem
von II. 4 Hufen zu Astrawischken und 8 Hufen Land einzuräumen. (K. Hausb. Lit. A.
184 fol. 524).
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
185
.M 303.	l6l8. Juli l8.
Verschreibung Joacliimi Praetorii cammerregistratoris über den
Krug und acker zur S«alau den 18. julii ao. 1618.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt dem Kammerregistrator
Joachim Praetorius, nachdem er demselben 1613 auf sein Ansuchen für
seine seit 1594 geleisteten Dienste eine alte auf dem Kruge zu Salau
stehende Amtsschuld von 18047*2 Mark zugesagt, derselbe aber der Schuld als¬
bald nicht fähig geworden, sondern 1615 den Krug nebst Garten, Wiesen
u. a. nach der Taplackischen Amtsgeschworenen Wardierung für 1994
Mark hat annehmen und dem Besitzer des Kruges Christof Aweiden den
Ueberschuss von 189^2 Mark geben müssen, somit auf sein Ansuchen den
Krug vor dem Hause Salau, 2 Hufen Acker, 1 Wiese am Pregel, Kammer¬
wiese und Garten, welche 1586 vom Amt zum Kruge erkauft sind, zu
kulmischem Rechte, dazu freie Viehweide wie vor alters sein Vieh mit
des Amts Vieh darauf zu treiben, freie Fischerei im Pregel, soweit die
zum Krug gehörigen Wiesen reichen, gleich seinen Nachbarn, frei von
Zins, erblich von Martini 1618 ab, obwohl er bisher 1*2 Mark 45 Sz.
gezinst hat, ferner den Ausschank von allerlei Getränke, Brandtwein-
brennerei, was sonst keinem bei dem Hause verstattet werden soll, um
des reisenden Mannes willen Verkauf von allerlei Hökerei, Gewand, jedoch
die Elle nicht höher als 30 Groschen, frei Bauholz zu seinen Gebäuden
auf Anweisung des Amtmanns oder Wildnissbereiters, frei Brennholz zu
Hauses Notdurft aus den nächsten Wäldern; dafür soll er Hausbier
schenken; ausserdem erhält er noch zur besseren Erhaltung seines Viehes
zu den 2 vor alters gegebenen Last Gerste, noch 1 Last in seinem Kruge
zu verbrauen und auszuschenken.
K. Versckr. 1618—19 M 943 Fol. 160—163.
m 304. 1618. September 25. Koenigsberg.
Verschreibung Ernst von Schlieben über 7 h. 29 inor. zu
Elkiihnen betreffende.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Ernst von Schlieben auf sein
Ansuchen und nach eingezogem Rat und Bedenken der preussischen Ober¬
räte das Dorf Alkegirn im Amt Insterburg und im Matheischen Schulzen¬
amt 7 Hufen 29 Morgen mit allen seinen Einwohnern, Zinsern, Pflichten,
Scharwerken, Rechten und Gerechtigkeiten zu magdeburgischem Rechte
und für beide Geschlechter, ferner sein Jus und habendes Recht an
Brosi, dem Freien von Roglacken im Amt Barten, 8 Hufen besitzend;
doch soll er mit demselben, da ihm die Hufen eigentümlich gehören,
verhandeln oder ihm anderweit seiner Gelegenheit nach genügen. Diesen
ganzen Besitz erhält er zu magdeburgischem Rechte und muss den darauf
stehenden Ritterdienst auf Erfordern von Gerdauen aus nebst seinen
ändern Diensten leisten. Geben Königsbergk den 25. septemb. anno 1618.
K. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 547—548. K. Versckr. 1618—19 M 943 Fol. 91—93.
		

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			186
Insterburger Urkundenbuch.
m 305 1618. November 23. Königsberg.
Johann Kerstens von Tollmingkeliinen Verschreibung über den
krugk daselbst und 4 liub.
Kurfürst Johan Sigtsmund verschreibt, nachdem Hans Sperber
Pfarrer zu Insterburg, 1588 4 Hufen Uebormass zu Tollmingkehmen nebst
Krugrecht im Amt Insterburg jede Hufe für 41/2 Mark jährlich Zins, 6 Mark
Zapfengeld, Schank von Hausbier und Grenzdienst erhalten und er sowohl,
wie sein Sohn gleichen Namens und des letzteren Witwe dieselben bisher
ohne Verschreibung besessen und nachdem die Haushaltungsvisitatoren es
bei verordneter Pflicht und Zins haben bleiben lassen, somit Hans Sperbers
des jüngeren Witwe und Kinder auf ihr Ansuchen 4 Hufen Uebermass
zu Tollingkehmen und Krug erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei
von Pflicht und Beschwer. Gebenn Köniegsbergk denn drey unndt-
zwanziegsten menatstagk novembr. im jahr Christi 1618.1).
Friederich burggraff undt herr zu Dohna.
Hansz Truchszen von Wetzhausen.
Hanns Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 541—542. Hausb. des Kammeramts Kiauten. Lit. A.
204 pag. 233—234. K. Verschr. 1616—19 M 943 Fol. 133—135.
m 306. 1619. Februar 18. Koenigsberg.
Christoff Groenn erbenn alsz Hannsenn Woykenn undt Davidt
Grunenbergers Verschreibung über siebenn hüben undt ein Krugk-
recht zu Bratricken unndt Ballehtenn.
Kurfürst Johann Sigismund confirmiert und verschreibt den Erben
des Christof Groe, David Grunenberg, gewesenen Kornschreiber zu Inster¬
burg, der dessen Witwe, und Hans Wovke, Amtschreiber zu Insterburg,
der dessen Tochter geehlichet hat, nachdem die Haushaltungsvisitatoren
Andreas von Kreytzen, Gerlaeh Gaudecker und Caspar von Lossau
24. März 1(515 mit ihnen verhandelt, dass sie für die ererbten 5 Hufen
und Krug zu Bratricken und Ballethen, von denen Groe z. Z. Chr. von
der Diehle anno 1604 1 Hufe Uebermass zu Bratricken im Mathesischen
Schulzenamt für 50 Mark und 3 Mark Zins und zu Ballethen in dem¬
selben Schulzenamt 1 Krugrecht für 100 Mark, 4 Hufen jede für 50
Mark, 3 Mark Zins und 6 Mark Zapfengeld erkauft, welche dann dessen
Witwe übernommen hat, hinfort, da sie auch die Schulden Groes «etliche
tausendt mark» übernommen haben, von Martini 1615 ab jede Hufe mit
4 Mark verzinsen, die Aufsicht auf Mühle2), Schleusen, Wasserbett, Graben
u. a. behalten, dagegen die 2 Hufen im Dorf Bratricken die den Erben
nur für 3^2 Mark Zins jede Hufe eingeräumt sind, jede Hufe mit 100
Mark bar bezahlen und 4 Mark verzinsen sollen, — somit 7 Hufen und
1)	Im Hausb. des Kammeramts Kiauten ist die Jahreszahl 1616 angegeben. In
einer Confirmation vom 12. Mai 1618 ist auf die Verhandlung der Visitatoren vom 4. April
1615 Bezug genommen. (K. Versohr. 1618—19 M 943 fol. 36—38.
2)	Gronenberg hatte die Mühle zu Ballethen arrendeweise erhalten. Nach ihm
übernahm sie Andreas Ernst von Schlieben nebst der Fischerei auf den 4 kleinen Seen;
ihm wurde beides 28. April 1638 aufs neue auf 9 Jahre zugewiesen für 200 Mark jähr¬
lich. (K. Hausb. Lit. B. 186/a. fol. 146 — 147).
		

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			Insterburger Urkundenbueh.
187
Krug erblich zu kulmischem Rechte frei von Beschwer und Pflicht und
Hausbierschauk. Gregeben Königspergh den achzehenden februarii1) im
sechtzehenhundertt unndt neunzehendenn jahr.
Friederich burggraff undt herr zu Dohna.
Hans Truchses von Wetzhausen.
Hans Alb. Borck.
K. Hausb. Lit. A 184 fol. 544—546. Lit. B. 186/c. fol. 343-344. K. Verschr
1614-1619 M 937 fol 327—329. Concept.
m 307.	1619. April 8.
Verschreibung Joachimi Praetorii cammerregistratoris uber drey
hüben und 277-2 morgen zu Alliscliken im Salausclien den
8. aprilis ao. 1619.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt nach Verhandlung der Haus¬
haltungsvisitatoren dem Kammerregistrator Joachim Praetorius auf sein
Ansuchen 3 Hufen 27^2 Morgen Uebermass bei dem Dorf Allischken
im Kammeramt Salau, welche die Dorfschaft nicht hat kaufen, noch um
Zins annehmen wollen, jede Hufe für 50 Mark und 3 Mark Zins jähr¬
lich frei von Beschwer und Scharwerk erblich zu kulmischem Rechte,
dazu frei Bau- und Brennholz aus den nächsten Wäldern zu Gebäude
und Feuers Notdurft auf Anweisung des Amtschreibers oder Wildniss-
bereiters.
K. Verschr. 1618—19 M 943 Fol. 224—226. Conc. 1619 M 941 Fol 9ß-97.
m 308. 1619. April 18. Koenigsberg.
Insterburger Vorstädter Verschreibung über 9 Hufen 26 Morgen
Unlandes und des Schulzen Paul Grunau von 7 Morgen.
Geben Königsbergk des achtzehenden monatsz apprillis im sechs¬
zehnhundert und neunzehenden jahr.
Abgebruckt bei Kossmann a. a. 0. Beilage E. K. Verschr. 1619—1614 M 937
Fol. 334—336. Concept.
j\ß 309.	1619. Mai 2.
Verschreibung Cliristoff Schulzen uber das gut Stablauken welches
12 hüben 2 morgen in sich halten soll im Georgenburgischen den
2. maii ao. 1619.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt 12 wüste Hufen 2 Morgen,
Stablacken genannt im Amt Georgenburg, welches von Bauern bewohnt
gewesen, die dann entlaufen sind, Christof Schulz von Insterburg, auf
sein Ansuchen, nachdem er das Gut eine Zeitlang auf arrenda besessen,
i) Verschr. M 937 haben das Datum 15. Februar 1619.
		

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			188
Insterburger Urkundenbuoh
nach eingezogenem Amtsbericht jede Hufe für 100 Mark bar und 3 Mark
Zins; im Falle von Durchzügen von polnischem oder anderm Kriegsvolk
soll er auf der Grenze mit Pferd und langem Rohr in eigner Person
aufziehen; die Hufen zu kulmischem Rechte erblich und ewig frei von
Pflicht und Beschwer; soll sich alles Hetzens, Schiessens, Jagens ent¬
halten.
K. Verschr. 1618—19 M 943 Fol. 237—238. Conc. 1619 Jä 944 Fol. 117—118.
m 310. 1619. Mai 16. Koenigsberg.
Hans Einnehms mundkochs vo^schreibungk über 8 hüben elff inorg-
bei Brucklauken, welche Hans Blottnau burger zu Konigsbergk
ihm aberkaui'ft.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Hans Eynen,1) seinem Mund¬
koch, da er ihm 300 fl. ungarisch wegen seiner Dienste verheissen, aber
wegen anderer Ausgaben nicht hat geben können, auf seinen Vorschlag
und Ansuchen gegen die 300 fl. 8 Hufen 11 Morgen Wald im Amt
Insterburg zwischen den Dörfern Lengkehlen. Ganuszken und Druck¬
laukenn*) in den Grenzen der Unterthanen des Amtschreibers zu Inster¬
burg Hans Woyke, nachdem er berichtet, dass der Ort mehrenteils aus¬
gehauen und veröhsigt, bisher keinen Nutzen gebracht hat, auch nicht
soviel wert sei als die 300 fl. und der Wildbahn unschädlich, erblich
zu kulmischem Rechte frei von Beschwerden und mit der Erlaubnis, sie
zu veralienieren.2) Geben Königsbergk denn sechszehenden3) monatstag
maii im 'jahr Christy 1619.
Friederich burggraff undt herr zu Dhona.
Hansz Truchszeszes von Wezhausen.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 554/a. K. Verschr. 1618—19 M 943 Fol. 250—251.
Conc. 1619 M 944 Fol. 157—158.
jß 311. 1619. Juni 8. Insterburg.
Hanszen Tiedemans kauffbrieff über 2 h neben ausgehauenesz
waldes zwischen Klickutzschen undt Scharmantinnen ihm
gaweytischen.
Wolf Heinrich von Waldburg verkauft 2 Hufen ausgehauenen Waldes
im Gaweitischen Schulzenamt zwischen den Dörfern Klikutschen und
Scharmantinnen dem Kämmerer zu Kiauten Hans Tiedemann nur zur
Holzung für 3 Mark jährlichen Zins, Michaeli 1619 zu beginnen, frei von
bäuerlicher Pflicht und Scharwerk. Actum Insterburgk denn 8. junii
anno 1619.	Wolff Heinrich erbtruchses.
freyherr zu Waldtpurgk.
K. Ilausb. Lit. A. 184 Fol. 568
!) Ehinimb nach Verschr. M 943.
2)	17. Mai 1619 verkaufte E. die Hufen dem Gerichtsverwanten der Stadt Kneiphof-
Koenigsberg Hans Blottno für 1200 fl. polnisch. (K. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 554/b.)
3)	Vershhr. M 343 hat das Datum 12. Mai 1619.
*) Jaehnischken und Drutschlaukon.
		

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			Insterburger Urkundenbueh.
189
ja 312. 1619. Juni 16. Koenigsberg.
Johann Grooszen verschreibungk über deszen vier buben undt
Krugk zu Klein Gudellenn.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Gangolophus Dietrich auf
sein Ansuchen 4 Hufen und Krug zu Kl. Gudellen im Amt Insterburg
die Johann Holstein, Pfarrer zu Gawaiten, 6. Juni 1605 von Chr. von
der Diehle jede Hufe für 75 Mark und 4^2 Mark Zins und für 100
Mark das Krugrecht gekauft, die aber nach dem Tode Holsteins durch
Verheirathung der Witwe desselben mit Dietrich an diesen gefallen und
nachdem mit ihm die Haushaltungsvisitatoren verhandelt, dass er für jede
Hufe mit dem vorigen Haufgeld zusammen 100 Mark, ohne die 100 Mark
für das Krugrecht, die bereits bezahlt sind, erlegen, jede Hufe mit 6
Mark verzinsen und 2 Last Hausbier ausschenken soll, somit erblich und
ewig zu kulmischem Hechte frei von Pflicht und Beschwer; auch erhält
er Brennholz zu Hauses Notdurft gegen Bezahlung gemäss der Holz¬
ordnung. Gegeben Königsbergk den 16. junii anno 1619.
Hansz Truchszes von Wezhausen.
M. v. Wallenrodt.
Andres von Kreytzen.
K. Hausb. des Kammeramts Kiauten Lit. A. 204 pag. 215—217.
M 313.	1619. Juli I.
Verschreibung der dorffschaft Krakischken über vier buhen
zwantzig morgen ubermas den 1. julii anno 1619.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt der Dorfschaft Krakischken
> im Amt Insterburg und Petrickischen Schulzenamt ein bei ihr Vorgefundenes
Uebermass von 4 Hufen 20 Morgen auf ihr Ansuchen jede Hufe für 70
Mark, 7 Mark Zins, 2 Sch. Gerste erblich und ewig zu kulmischem Rechte
frei von bäuerlicher Pflicht und Beschwer.
K. Verschr. 1618—19 M 943 Fol. 283—284. Conc. 1619 M 944 Fol. 272—77.
m 314. 1619. Juli 15. Koenigsberg.
Joachim Löbels Verschreibung über das krugkrecht zu Niebudschen
im Kattenauschcn.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Joachim Löbel auf sein An¬
suchen um eine Kruggerechtigkeit zu Niebudszen im Amt Insterburg, da
daselbst eine neue Kirche gebaut werden soll, nach eingezogenem Bericht
Wolf Heinrichs von Waldburg solche Kruggerechtigkeit zu Niebudschen
nebst Hofstätte und Garten erblich und ewig zu kulmischem Rechte.
Dafür soll er 100 Mark preussisch Kaufgeld bar zahlen, jährlich 6 Mark
Zapfengeld zinsen und 1 Last Hausbier schenkcn, sonst frei von Schar¬
werk und Pflichten. Weil daselbst schon Krüge genug sind, sollen keine
		

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			190
Insterburgor Urkundenbuch.
weiteren angelegt werden. Auch soll Löbel zu Bau und Feuersnotdurft
frei Lager und abgestandenes Holz aus der Wildniss Ischdaggen auf
jedesmalige Anweisung erhalten. Geben Königspergk den funfzehenden
monatstagk julii im jahr Christy 1619.
Fr. b. u. h. zu Dhona.
Hansz Truchses v. Wetzhausen.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184 Fol. 564—565. Lit. B. 186/a. Fol. 387—388. K. Verseil r.
1618—19 M 943 Fol. 292—293. Conc. 1619 Jß 944 Fol. 307—308.
M 315.	1619. Juli l6.
Verschreibung Gangolff Ditrichs über vier Huben und ein Krug-
recht zu Kl. Gudellen im Insterburgschen den 16 Julii «ao. 1619.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Gangolf Dietrich, welcher
Johann Holsteins, des Pfarrers von Gaweiten, Witwe geheiratet hat, 4
Hufen uud 1 Krugrecht zu Kl. Gudellen im Amt Insterburg, welche
Holstein 1605 Juni 16 von Chr. von der Diehlo jede Hufe für 75 Mark
und 41/2 Mark Zins jährlich, das Krugrecht für 100 Mark erkauft hatte,
nach Verhandlung der Haushaltungsvisitatoren, da Dietrich keine Erb-
verschroibung, sondern nur einen Kaufbrief aufzuweisen hatte, jede Hufe
im Ganzen für 100 Mark 6 Mark Zins und Ausschank von 2 Last Haus¬
bier, erblich und ewig zu Kulmischem Rechte frei von Pflicht und Beschwer.
K. Verschr. 1618—19. M 943 fol. 296—297. Yersch. 1619. Jß 944 fol. 315—316.
Conoept. enthält nähere Akten und Rechnungen.
m 316. 1619. Juli 31. Königsberg.
Hansz Bastenwinders Verschreibung über 4^2 Huben und eine
Kruggerechtigkeit zue Kraupischkehnen.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt den Erben des Hans Besten-
winder1) Oberkämmerers zu Insterburg, mit dem die Haushaltungsvisita¬
toren verhandelt hatten, dass er seine 4^2 Hufen zu Kraupischkehmen,
die er z. Z. Faustin Nimptschs jede Hufe für 3'/2 Mark jährlich Zins
bis auf Kurf. Ratification eingeräumt erhalten, für seine 42jährigen Dienste
nebst seiner Frau zu ihren Lebtagen frei von Zins, Scharwerk, Zapfen¬
geld und ändern Pflichten und ein Krugrecht geniessen, seine Erben aber
jede Hufe mit 80 Mark und 4 Mark jährlich Zins, 6 Mark Zapfengeld
bezahlen, ferner Ausschank von Hausbier, soviel wie möglich, über¬
nehmen sollen, somit die 4’/2 Hufen, für die sie das Kaufgeld bar er¬
legt haben, erblich und ewig zu Kulmischem Rechte. Geben Königsbergk
den 31. Julii ao. 1619.
Frioderich burggraf und Herr zu Dhona.
Hansz Truchszes von Wetzhausen.
Hans Alb. Borgk.
K. Verschr. 1618—19. M 943 fol. 307—308. Conc. 1619. M 944 fol. 357—358.
1) vgl. No. 18. Feb. 1557.
		

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			Insterburgor Urkundenbuch.
191
m 317.	1619. October. 9.
Verschreibung Loht Krausen schulmeistere zu Auloweinen über
drey hüben im ambt Salau zu Kieweinen den 9. Octobris ao. 1619.
Kuifürst Johann Sigismund verschreibt 3 Hilfen Uehermass zu
Kiewinnen im Amt Salau, welche nach Bericht des Amtschreibers vom
Amt weit entfernt und wohl zu entraten seien, dem Schulmeister bei
der Kirche zu Aulowöhnen Loht Krause auf sein Ansuchen jede Hufe für
100 Mark jährlich für 50 Mark abzutragen, erblich und ewig zu Kulmi-
schem Rechte frei von Pflicht und Beschwer jede Hufe für 4 Mark Zins
jährlich nach Salau.
K. Verschr. 1618—19. M 943 fol. 330—331. Conc. 1619. M 944 fol. 439—440.
m 318.	1619. October n.
Verschreibung Moritz Götzen über ein Huben wiesen im Georgen¬
burgischen 	
			

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			192
Insterburger Urkunden huch.
»und mit den freyheiten und herrlichkeiten wie er sein Deytscheyla-
wisches ambt und gütter geneust und gebraucht« in folgenden Grenzen
„erstlichen anzufangen von einem stein an dem vorwerck Angerappen
bisz an Ballupener grentze an einem anderm stein am hohen berge, so
ein ort ist der Ballupener und Kermuscliiener, an einem ort stein zwischen
Grosz Scbabienen und Kermuschienen, von dannen über den mühelteich
an einem stein bey der mühlen bisz wieder an einen stein, so ein ort
der Klein und Grosz Schabienen ist, ferner an einen eichenstobben uf
Klein Schabienen wandt, so ein ort ist der Grosz Schabiener, volgig an
einen stein, so ein ort ist der Strawischker Grosz Szabienen unnd Ange-
rappe, weiter an einen stein, uf Uschblenker wand, so ein ort ist der
Strawischker und Grosz Szabienen, von daselbsten an einen stein so ein
ort ist der Stawischker, Plimballen und Uschblenker, von dannen an
einen stein uf Uschblenker wandt, so ein ort ist der Plimballer und
Graszkehmer noch ferner an einen beschüttenen stein uf Plimballer und
Graszkehmer wandt: von dadurch das wäldtichen an einen stein uf
Semmbrackner wand, so ein ortgrentz ist, der Plimballer und Grosz-
kehmer weiter an einen stein uf Christankehmer wandt, so ein ort ist
der Plimballer und Stumbrakehmer von daselbsten an einen pfall
mit zwey kreyzen ist ein ortt der Plimballer unnd Christankehmer: von
dannen an einen stein uf Christankehmer wand, so ein ort ist der Plim¬
baller und Stawischker von da an einen stein uf Medunischken wand an
der Astrawitzer, so ein ort ist der Chritankehmer, und letzlich an den flusz
Angerappe vorlengst an Rupkeim, so ein ort ist der Klein Medunischker.«
Da die Nutzung der 4 Dörfer mit Kraplau nicht übereinstimmen, so sind
Kreytzen 600 Mark hinterstelliges Erbgeld und 77 Mark erblichen Zins, die er
von den 7 Hufen 24 Morgen zu Pagrimmen, 7 Hufen zu Resmininken,
und 3 Hufen 10 Morgen zu Bischzumen schuldig geblieben, erlassen.
Dazu erhält er die Kirchenlehen zu Kl. Szabienen, die Botmässigkeit über
die Krüger zu Kl. Szabienen, frei Bau- und Brennholz aus der Romin-
tischen Heide oder nächsten Wäldern für ihn und seine Unterthanen zu
Hof- und Feuersnotdurft, freie Viehtrifft, Mühle zu Szabienen mit Ober¬
lind Mühlenteich, See Szabienen, mit Moosbruch, der an Kl. Szabienen
und Vorwerk Angerappe stösst, ein unurbarer, ausgeschlagener ort. Da
Wolf in Kraplau ein Krugrecht überliefert, darf er in den Grenzen
der 4 Dörfer auch einen Krug anlegen. Sollten sich im Dorf Kraplau
ein Uebermass oder Mangel finden, soll Kreytzen nicht mehr damit zu
thun haben, das gleiche soll bei den 4 Dörfern zutreffen. Geben Königs-»
berg den neunzehenden monatstag novemb. im jahr Christi 1619.J)
Friedrich burggraff und herr za Dhona.
Hannsz Truchszen von Wezhausen.
Christoph Rapp.
Hanns All. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a fol. 217—220.
m 320. 1619. November 22. Königsberg.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt der Stadt Kneiphof Königs¬
berg „nachdeme wir von den ersamen und waisen unsern lieben getreuen
burgermeistern und rahtmannen unser stadt Kneiphoff Königspergk ihnen
l) Kreytzen verkaufte die genannten Dörfer bereits 12. Juni 1619 an Christof Rapp.
Kogge a. a. O. pag 9 f.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
193
wegen eines ortsz lau des und wiesewachs so die vorige in gott ruhende
herrschaft, von ermelter stadtacker ungefehr von funff’tzig jahren hero,
in genszlichem gebrauch gehabt undt wir solchen ort noch anitzo in
unserm besitz haben gnädigste recompens zuthun, underthenigst ange¬
langet wordenn, in massen unsz ein rahtt unserer statt Kneiphof einen
ort waldes ann Schwegerauer, Bubeiner, Alexander, Bulbegkenn, Blate-
nischker und Auxkalner grentzen gelegen in unserm ambt Insterburgk
zur vergnugung underthenigst vorgeschlagen» nach eingezogenem Be¬
richt des Hauptmanns Wolf Heinrich von Waldburg «ausz welchem wir
so viel befunden das in solcher jegendt schlechte gelegenheit und etlicher-
maszen nurt zimlich gut brenholz, mehrentheilsz aber gestreuch, auch
gar wenig und fast gering bauhölzhen, zu deme an acker ein naszer
sumpfichter unabtrechtiger bodemb in welchem ein groszes unnutzbahres
fichtenes gebrücli verhanndenn und dem maas nach zwölff hüben unge¬
fehr in sich halten soll, dannen hero unsz solcher ort zu schlechten
nutzen gereichen und blosz zur vihettrift von den anstoszenden grentz-
nachbarn gebraucht werden köndte» 28 Hufen Wald im Amt Insterburg,
dazu die grossen und kleinen Gerichte, ausgenommen Strassengerichte
frei von Zinsen, Diensten, Pflichten, Scharwerkern, erblich und ewig zu
Kulmischem Rechte, vorbehaltlich der Jagd in jenem Gebiet. Geben
Königspergk den 22. monatsztagk novembris im jahr Christi 1619.
Friedrich burggraff und herr zu Dohna.
Hansz Truchses von Wetzhausenn.
H. A. Borgk.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 560—561. Lit. B. 186/a fol. 89. K. Verschr. 1618 —19,
M 943 fol. 347—348. Conc. 1619. M 944 fol. 499—538.
m 321.	1619. November 25.
Verschreibung Alexander Bulbecken über sechs hüben zu Ditlaucken
im Insterburgischen (len 25. novembr. ao 1619.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt dem Bürgermeister der
Stadt Insterburg Alexander Bulbeck auf sein Ansuchen und nach Be¬
richt der Haushaltungsvisitatoren 6 wüste Hufen zu im Amt Insterburg
an seinen, Crispin Schimmelpfennigs und der Stadt Hufen gelegen, erb¬
lich zu Kulmischem Rechte, jede Hufe für 100 Mark, Lichtmess 1620,
Anzahlung 300 Mark, Petri Stuhlfeier 1621 Mark 100 und sofort, und
2 Mark Zins jährlich frei von Pflichten und Auflagen.
K. Verschr. 1618—19. M 943 fol. 352—353. Conc. 1619. M 914 fol. 547—550.
m 322. i6i9. Dezember 19. Königsberg.
Verschreibung Johann Neanders, Pfarrers zu Aulowenen im Sa-
lauischen über (lrey hüben ubermas den 11). decembris anno 1619.
Kurfürst Johann Sigismund verschreibt Johann Neander, Pfarrer zu
Aulowöhnen1) auf sein Ansuchen 3 Hufen Uebermass zu Kieweinen im
i) Das Original war zuerst für Loth Krause, Schulmeister bei der Kirche zu Aulo¬
wöhnen ausgestellt, dann auf Neander corrigiert.
13
		

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			194
Insterburger Urkundenbueh.
Amt Salau, welche nach Bericht des Amtschreibers zu Salau weit abge¬
legen und wohl zu entraten seien, jede Hufe für 100 Mark, abzuzahlen
50 Mark jährlich, erblich und ewig zu Kulmischem Rechte frei von
Pflicht und Beschwer jede Hufe für 4 Mark Zins nach Salau. Geben
Königsberg ut supra.
H. Friedrich burggraft' und herr zu Dohna.
Hans Truchses von Wezhausen.
K. Verschr. 1618—19. M 943 föl. 368. K. Verschr. 1619. M 944 fol. 584.
Cassiertes Original auf Pergament.
m 323.1620. Januar 13. Königsberg.
Verschreibung über (len Krugk undt 1 lmbe zu Dubeningken.
Kurfürst Johann Sigismund confirmiert Reinhard von Halle, Jäger¬
meister und Hauptmann zum Rhein, auf sein Ansuchen seinen mit Hein¬
rich von Waldburg am 10. Dezember 1617 zu Insterburg vereinbarten
Kauf1) von einem Krugrecht zu Dubeningken im M issischen Schulzen¬
amt, wo bisher kein Krug vorhanden war, auch Niemand einen solchen
annehmen wollte wegen des schlechten Schankwerk daselbst, da die
Leute meistenteils nach dem Königl. Teil nach Przyroszlen und sonst zu
Bier gehen, ein solcher aber nötig ist, da die Alten, Schwachen und
Kranken zu den abgelegenen Krügen nicht kommen können, für 100 Mark
bar mit seinem Bierverschank aus seinem Hofe Gehlweiden, frei von
Zapfengeld, da das Schankwerk schlecht und gering ist; zur Baustätte
darf er von der Dorfschaft einen Platz und Garten um billige Bezahlung
erkaufen, alles erblich und ewig; da auch ein Bauer Jahn Gnoyzigka,
Armut halber sein Geschäft verkaufen muss, darf er dasselbe für 120 Mark
bar abkaufen, mit dem Beding dass die Auflage dieses Jahres (1617) dom
Kurfürsten falle und diesem von der Hufe an Zins, Scharwerk und
Pflicht nichts abgehe. Der Kurfürst verspricht ferner, dass kein anderer
Krug auf eine halbe Meile angelegt werde; auch wird von Halle gegen
6 Mark jährlichen Zins von der Bauerhufe von Pflicht und Scharwerk
befreit, da nach des Hauptmanns mündlichem Bericht das Scharwerk
anderweit vom Uebermass ergänzt werden kann. Geschehen Königsberg
den dreyzehenden monatstag jannarii im jahr Christi 1620.
Friederich burggraft' und herr zu Dhona.
Hansz Truchses von Wetzhauszen.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 533 Lit. C. 187 fol. 283—284. K. Conc. 1520.
JV2 945 fol. 10—13. Verschr. 1620-1622. M 946 fol. 4-6.
m 324. 1620. Januar 28. Königsberg.
Matzullen Verschreibung über 8 hüben.
Die Regenten verkaufen 8 Hufen des Gutes Matschulden im Amt
Insterburg zwischen Albrecht Gattenhöfors, Albrechts von Eppingen und
i) K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 532—533.
a) Georszigl;, Gnoyzigk.
		

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			Insterburger Urlnindenbuch.
195
der von Kutkehmen Grenzen gelegen, bisher wüst und wenig nutzbar,
nach Amtsbericht, Hans Löper erblich und ewig zu Kulmischem Rechte
frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer, jede Hufe für 60 Mark bar
und 8 Mark jährlich Zins. Dafür soll er ohne Entgeld die Aufsicht in
den Wäldern haben. Geben Königsberg den achtt undt zwanzigsten
monatstagk jannarii im Jahr 1620.
Fr. b. u. herr zu Dohna.
Hansz Truchses von Wezhausen.
M. v. Wallenrodt.
H. A. Borck.
K. Ilausb. Lit. A. 184 fol. 562 K. Conc. 1620. M 945 fol. 60—63. Yerschr.
1620 — 1622. M 946 fol. 16.
m 325. 1620. Januar 27. Königsberg.
Mathes Siewerts verschreibung über 11 hueben lande» item über
2 hüben im gebruch.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Mathes Siewert auf sein An¬
suchen, ihm zu seinen und seines Weibes Lebtagen die 7 Hufen zu
Judtschen und 4 Hufen zu Rudupöhnen im Amt Insterburg und Georgi¬
schen Schulzenamt, die er erblich frei von Zins und Beschwer besitzt,
ferner zu der einen Hufe im Bruch, die er bereits gegen einen gewissen
Zins im Besitz hat, noch die andere zwischen Rudupöhnen, Norbuden
und Kubillen, beide Uebermass, frei von Zins und Beschwer zu ver¬
leihen, nach erfolgtem Amtsbericht, wonach Siewert 2 Rossdienste mit
langem Rohr von den 11 Hufen zu Judtschen und Rudupöhnen und
44 Mark 24 Schilling Zins leistet, auch nach seinem Bericht, dass er die
eine Hufe jeden Morgen mit 8 Schilling verzinse, somit zu ihren beiden
Lebtagen wegen Leistung der beiden Rossdienste mit langem Rohr Be¬
freiung von Zinse von den 11 Hufen und den 2 Hufen von denen er
1 Hufe erblich zu eigen erhält. Seine Erben sollen die Hufen wieder
verzinsen. Gegeben Königsberg den sieben und zwantzigsten jannarii
desz eintausendt sechshundert und zwanzigsten jahres.
Georg Wilhelm churfurst.
K. Hausb. Lit. B. 186/b. fol. 637—638.
m 326. 1620. Februar 8. Königsberg.
Sieinon Baumgarten verschreibungk über 5 buben und eine Krugs¬
gerechtigkeit zu Tarpupehnen.
Die Regenten verschreiben Simon Baumgart, Generalschulzen im
Hanischen Schnlzenamt, nachdem die Haushaltungsvisitatoren mit ihm
verhandelt haben, dass er für seine 5 Hufen und Krugrecht zu Tarpu-
pöhnen, die er jede Hufe für 50 Mark und das Krugrecht für 100 Mark
erkauftx) zwar bei dem Kaufgeld belassen werden soll, da er an der
i) Der Markgraf war es 1. October 1591 zufrieden, das B. das Uebermass und
Krug zu Tarpupöhnen erhielte; sollte die Grenze beaufsichtigen und auf Erfordern mit
Pferd und langem Rohr dienen. (K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 367).
13*
		

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			196
Insterburger Urkundenbueh.
Grenze wohnet und durch das durchziehende Kriegsvolck viel Schaden
und Ungemach durch Räubereien hat, aber jährlich 6 Mark Zins von
jeder Hufe und 6 Mark Zapfengeld, anzufangen von dem verflossenen
Jahr 1616, zahlen soll, auf sein Ansuchen die 5 Hufen und Krugrecht
erblich und ewig zu Kulmischem Rechte. Auch soll er einen Grenz¬
dienst mit Pferd und langem Rohr leisten Gebenn Königsbergk den
achten monatstagk februarii im jahr Christi 1620.
Friederich burggraff und herr zu Dohna.
Hansz Truchsses von Wezhauszen.
Merten von Wallenrodt.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. fol. 70—71. K. Cone. 1620. M 945 fol. 111—112.
Verschr. 1620—22. Ms 946 fol. 28—29.
m 327. 1620. Februar 17. Königsberg.
Kurfürst Georg Wilhelm bestätigt Bartel Wilkosch aus dem Loli-
schen im Amt Insterburg seinen Kauf von 4 Hufen Uebermass im Dorf
Matznarischken im Missischen Schulzen amt, die er sich zu seinen Schulzen¬
hufen von dem verstorbenen Chr. von der Diehle für 200 Mark bar am
10. Juli 1597 gekauft hatte, zu Kulmischem Rechte. Da ihm auf sein
Ansuchen ein Schulzenamt zugesagt war, erhielt er die Dörfer Matzna¬
rischken, Auxkallen und Statzausen, aus denen er den Zins einzufordern
und jährlich im Wintergericht in der Amtsstube abznliefern hat, ferner
auf den Grenzen und in der Wildniss gute Aufsicht zu halten verpflichtet
ist. Geben Königsbergk denn siebenzehenden monatstagk february im
jahr Christi eintausendt sechshundert drey undt zwantzigk.
Friederich g. u. h z. Dhona suscripsit.
M. v. Wallenrodt.
Andreas Kreyzen suscripsit.
K. XXXVII. M 19. Original auf Pergament ohne Siegel.
328. Februar 17. Königsberg.
Nicolao Löffken Verschreibung über neun buben 28 morgen walt
und gestreuch zu Ballupenen im Hämischen.
Die Regenten verkaufen 9 Hufen 28 Morgen Uebermass bei dem Dorf
Ballupöhnen im hämischen Schulzenamt im Amt Insterburg die nach dem
Amtsbericht ein ganz unraumer, steiniger, wüster Ort, meistens mit
Birkenstrauch bewachsen und der Wildführ nicht zu nahe sind, Nickel
Löffke, Kornschreiber zu Insterburg, auf sein Ansuchen zu Kulmischem
Rechte erblich und ewig, jede Hufe für 80 Mark, Anzahlung 200 Mark,
und abzutragen in 4 Terminen und 3 Mark jährlich Zins, sonst frei von
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
197
Beschwer und Auflagen. Er erhält für seine Dienste 2 Ereijahre, die
Hufen urbar zu machen. Geben Königsbergk den siebentzehenden
monatsztag februarii im jahr Christi 16'20.
Fr. b. u. h. zu Dohna.
Hansz Truchses von Wetzhausen.
M. v. "Wallenrodt.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 563—564. K. Conc. 1620. M 945 fol. 120—121.
Yerschr. 1620—22. M 946 fol. 30—32.
m 329. 1620. Februar 17. Königsberg.
Verschreibung Lorenz Otto Werekmas über zehen buben im
Salawisclien den 17. februarii ao. 1620.
Die Regenten verkaufen dem Kanzleiverwandten Lorenz Otto Werck-
man auf sein Ansuchen von den 20 wüsten Hufen, welche vor vielen
Jahren zwar zu Acker gebraucht, jetzt aber keinen Nutzen bringen können,
da sie mit schlechtem Holz und Gesträuch bewachsen sind, im Amt
Salau zwischen den Dörfern Lieszkaiten und Gennen 10 Hufen zu Kulmi-
schem Rechte erblich und ewig jede Hufe für 100 Mark, Anzahlung
500 Mark und dann jährlich 100 Mark und 3 Mark Zins nach Salau
frei von Beschwer und Auflagen, ferner die Gerichte in seinen Grenzen;
dafür soll er ein Pferd für das Geschütz halten. Actum Königsberg etc.
K. Concepta. 1620. M 915 fol. 101 — 102. Veschr. 1620—22. M 946 fol. 26—27.
m 33o. 1620. Februar 20. Insterburg.
Hansen Woygken Kauffbrief über 	
			

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Insterburger Ürkundenbuch.
das Krugrecht 100 Mark auf das nächste Jahr 1620 und 6 Mark Zapfen¬
geld zahlen, jährlich eine Last Hausbier schenken, sonst frei von Be¬
schwer sein soll. Weil in dem Dorf Gennischken das Scharwerk schlecht,
auch bereits zu Abelischken und Bruglauken Krüge vorhanden sind,
soll kein Krug weiter angelegt werden. !) Actum Insterburgk den 20. Fe-
bruarii anno 1620.
Wolff Heinrich erbtruchses.
freyherr zu Waldtpurgk.
K. Ilausb. Lit. A. 184 fol. 569—570.
m 331. 1620. Februar 21. Insterburg.
ilannsz Schimmelpfennigsz Kauffbrief über 23 morgen gesträuch
zu Stobrigken.
Wolf Heinrich von Waldburg verkauft 23 Morgen unraumes Ge¬
sträuch Hans Schimmelpfennig, die sich an seiner Grenze zu Stobrigken
befunden haben, für 40 Mark, nächste Ostern zu zahlen, und 3 Mark
jährlichen Zins, sonst frei von Beschwer. Auf sein Bitten ihm einen
schriftlichen Schein auszustellen ist dies erfolgt. Actum Insterburgk
denn 21. Februari anno 1620.
Wolff Heinrich Erbtruchses.
freyherr zu Waldtpurgk.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 580.
m 332. 1620. März 2. Koenigsberg.
Die Regenten verschreiben Christophorus von Steina- Pfarrer zu
Kraupischken im Ragnitisehen, welcher «zu vernehmen gegeben, welcher
gestaldt sein vater selbiger auch Christoff von Stein genandt von Lorentz
Preuszen ein Krugrecht nebst vier hüben zu Kannapinnen im ambt
Insterburgk gelegen kauffliches an sich bracht hatte, weile aber ermeldter
Preusz über solche vier hüben von der hohen herschafft keinen schein
oder beweisz uffzulegen gehabt, wie er zu denselben kommen ohne alleine
dos er das Krugrecht mit einhundert mark ins ambt Insterburgk richtig
gezahlet, derowegen itziger pfarrer nach absterben seines vaters vom
ambt angehalten worden, solche vier hüben anderweit zuerkauffen, in
maszen auch alsz itziger pfarrer noch bey ihr churf. dhl. zu Brandenburgk
in Preuszen, zu Gülich, Cleve und Berge hertzog, unsers gnädigsten
!) Hans W. hatte später Georg Tortclovius, den Schwager Chrispin Schimmelpfennigs,
der gleichfalls einen Krug zu Gennischken erhalteu hatte, «zu impugnieren und ihrne in
braejudicium ausgebracht zu sein ausführlich zu machen vermeinet» und seine Verschrei¬
bung vorgelegt. Da ihm aber nachgewiesen wurde, dass er zu einer Zeit, als kein .Haupt¬
mann anwesend gewesen und W. H v. Waldburg Hauptmann von Tapiau geworden war,
allein als Amtsschreiber das Amt verwaltet habe, so sollte sein Kauf, für den er auch
nicht Ratification nachgesucht haben, nicht für voll gelten und man verwies ihn 9. Juli 1640
auf weitere Verhandlung. Schimmelpfennigs Verschreibung als auf Amtsbericht ange¬
fertigt wurde für richtig erklärt und der Besitzer in seinen Rechten bestätigt. (K. Hausb.
Lit. 13. 186/a. fol. 317—318.)
a. von Stein, vom Steinen.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
199
churfürsten und herrn seligster gedächtnisz lebzeiten derselben haben
halben ansuchung gethan, des haubtmans zur Insterburgk Wolff Heinrichen
des heyl. rom reichs erbtruchsessen undt freyherrn zu Waldpurk bericht
eingezogen werden, wan dan sein hauptmans bedenken dahin gerichtet
gewesen, aldieweile der pfarrer jedwede hübe mit sechsztig morken zu
zahlen, und dan jährlichen mit sieben mark zu verzinszen sich anerbothen
hätte, dasz solch sein erbiethen nach gelegenheit deszelben ohrts gnugsam
wehre und ihme solche hüben woll überlasten werden könnten,» somit
4 Hufen zu Cannapinnen erblich und ewig zu kulmischem Rechte für
240 Mark, jede Hufe für 7 Mark Zins und Ausschank von 3 Last Haus¬
bier frei von Pflicht und Scharwerk und zu seinen und seiner Hausfrau
Lebtagen frei vom Grenzdienst mit Mann und Pferd; ferner nach seiner
Verhandlung mit den Haushaltungsvisitatoren 2 Hufen 19 Morgen Vieh¬
weide jede Hufe für 50 Mark und 6 Mark Zins zu kulmischem Rechte
frei von Pflicht und Scharwerk. Gegeben Königsberg den 2 martii 1620.
Friederich burggraf u. h. v. Dhona.
/	Hansz Truchsen v. Wetzhausen.
M. v. Wallenrodt.
H. A. Borgk.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 580—581. Lit. C. 187 fol. 89—91. K. Yerschr.
1620—22. M 946 fol. 43—44.
Jß 333.	S. d.
Christophori vom Stein kaplans der stadt Insterburg Verschreibung
über ii hüben zwischen Bläcken und Skrablienenn.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Christophorus vom Stein,
Diaconus von Insterburg, auf sein Ansuchen nach Bericht R. von Halles
und Fr. von Dobenecks einen Ort ungefähr 3 Hufen zwischen Blocken
und Skroblienen Grenze im Amt Insterburg, ein flehten Moosbruch von
kaltem Grund und Boden, zu kulmischem Rechte erblich und ewig jede
Hufe für 50 Mark, macht 150 Mark bar und 3 Mark Zins. (Fragment
sine dato.)
K. Hausb Lit. B. 186/a. fol. 7.
m 334. 1620. März 23. Königsberg.
Paul Königs verschr. uber 2 h. 9 111.
Die Regenten verschreiben Paul König. Gaweitischen Generalschulzen
auf sein Ansuchen 2 Hufen 9 Morgen Wald im Amt Insterburg und
Gaweitischen Schulzenamt gelegen, die an seine Grenzen stossen und
von den Unterthanen ganz verösiget und ausgebrannt seien und nach dem
Amtsbericht nur zur Viehweide gebraucht werden können, da sie ohne
Nutzen für die Regierung sind, zur Viehtrift erblicli und ewig zu kulmi¬
schem Rechte frei von Pflicht und Beschwer. Dafür soll er für die
2 Hufen 9 Morgen ausgehauenen und verösigten Wald, der an ein Ge-
		

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			200
Insterburger Urkundenbuch.
träuch Skrabeliehnen genannt stösst jährlich zu Michaeli 6 Mark zinsen
und die Aufsicht über die anstossende Wildniss haben. Geben und gesche¬
hen zu Königspergk den 23. monatsztagk martii im 1620. jahre.
Hansz Truchsess von Wetzhausen.
M. v. Wallenrodt.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 567—568. Lit. ß. 186/b. fol. 450. K. Conc. 1620.
M- 945 fol. 159—160. Yersohr. 1620—22. M 946 fol. 51—52.
335. 1620. Mai 29. Königsberg.
Valtin Haubts wittiebe itzigen besitzer Cliristoff Denhornsz Ver¬
schreibung über 3 btieben 17 morgen undt 1)0 i\ sanibt einer
Kriigeszgereclitigkeit zu Abellischken.
Die Regenten verschreiben Yaltin Haubts Witwe ‘) auf ihr Ansuchen
3 Hufen 17 Morgen 90 Ruten zu Abellischken im Amt Insterburg und
Matheischen Schulzenamt nebst einem Krugrecht, die sie durch die Haus¬
haltungsvisitatoren gekauft und richtig bezahlt hat, erblich und ewig zu
kulmischem Rechte frei von Pflicht und Beschwer jede Hufe für 6 Mark
Zins, das Krugrecht für 6 Mark Zapfengeld und Ausschank von 2 Last
Hausbier jährlich. Gebenn Königsberg denn neun unndt zwanzigsten
monatstag maii im jahr Christy anno 1620.
Friederich burggraff undt herr zu Dohna.
Hansz Truchses von Wetzhausen.
M. v. Wallenrodt.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 579. K. Conc. 1620. JIS 945 fol. 199 -120. Vers ehr.
1620—22. M 916 fol. 56—58.
m 336. 1620. Juni 15. Königsberg.
»
Die Regenten verkaufen Moritz Stölzner dem Aelteren Jäger und
gewesenem Wildnissbereiter, auf sein Ansuchen nach eingezogenem Amts¬
bericht für seine 45jährigen Dienste im Ort Rominten, welches eines der
grössesten Dörfer ist und keinen Krug hat, eine Kruggerechtigkeit und
Baustätte im Dorf Rominten, das Krugrecht für 100 Mark preussisch bar
und jährlich 6 Mark Zapfengeld, frei von Pflicht und Scharwerk erblich
und ewig zu kulmischem Rechte; muss lxji Last Bier aus dem Hofe
Kiauten schenken. Wegen der gebetenen 6 Morgen Acker im Dorf Ro¬
minten wollen sie des Jägermeisters Bericht einziehen. Gebenn Königs-
bergk den 15. junii anno 1620.
Fr. b. undt herr zu Dohna.
Hans Truchszes von Wetzhausen.
M. v. Wallenrodt.
H. A. Borck.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 574.
!) Sie war eine geb. Gertrud Baumgart.
		

/Pomorze_055_07_233_0001.djvu

			Insterburger Urliundenbuch.
201
M 337.	1620. JUÜ 21.
Verschreibung über sechsz hüben ubermasz und 11 morgen wise-
wachsz welche George Ackerinan erblichen verschrieben worden
den 21. julii ao. 1620.
Die Regenten verschreiben Georg Ackermann auf sein Ansuchen
6 Hufeu Uebermass im Amt Salau zwischen Gennen und Linskeiten im
Aulowöhnischen und 11 Morgen Wiesenwachs, Gr. Kriplaucken genannt,
welche die Aulowöhner jeden Morgen mit 30 Schilling verzinst, jetzt
aber wegen der Entfernung losgeschlagen haben, jede Hufe für 100 Mark
Anzahlung 100 Mark und dann jährlich 50 Mark nach Salau, erblich und
ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflicht und Beschwer
jede Hufe für 3 Mark, jeden Morgen für 30 Schilling Zins nach Salau
und auf Erfordern ein Pferd für das Geschütz; soll sich alles Schiessens.
Hetzens und Jagens enthalten.
K. Vers ehr. 1620—22. Jß 946 fol. 72.
m 338. 1620. October 26. Angerburg.
Ernst von Schlichen Verschreibung über 3 hüben 12 morgen landes
zwischen Ragszdenen und Alkegiren im ambt Insterburg gelegen
«len 26. octobris ao. 1620.
Die Regenten verschreiben Ernst von Schlieben auf Gerdauen, nach¬
dem Kurfürst Johann Sigismund dessen halben Krug Kalgen im Amt
Brandenburg und 20 Morgen Land gegen 25 Morgen urbar Wiesenwachs
bei Wehlau getauscht, welche aber der Stadt Wehlau auf ihr Anhalten
später übergeben sind, auf sein Ansuchen nach Bericht des Amts Inster¬
burg 3 Hufen 12 Morgen zwischen	unraum und
Wald nach Abriss des Landmessers Theophil Menius zu den Rechten wie
seine Güter, an welche die Hufen stossen. Angerburg.
K. Verschr. 1620—22. 946 fol. 81—82.
m 339. 1620. October 27. Angerburg.
Davidt Grunenbergsz vorschreibung über eine buche zwischen
Karcklienen undt Kurschkehincn.
Die Regenten ratificieren David Grunenberg auf sein Ansuchen
seinen mit Wolf Heinrich von Waldburg, jetzt Landrat und Hauptmann
zu Tapiau, am 20. Januar 1620 vereinbarten Kauf von 1 Hufe zwischen
den Dörfern Karklienen und Kurschkehnen, welche oede und wüst die
Dörfer anzunehmen verweigert haben, wofür er 100 Mark Martini 1620
bar zahlt und von 1621 ab jährlich 2 Mark Zins, erblich zu kulmischem
Rechte frei von Pflichten. Gebenn Angerburg denn 27. octobris anno 1620,
Friedrich burggraff undt lierr zu Dhona.
Hansz Truchsses von Wetzhausen.
M. v. Wallenrodt.
K. Hausb. Lit. A. 184 fol. 577—578.
		

/Pomorze_055_07_234_0001.djvu

			202
Insterburger Urkundenbuch.
m 340. 1620. Dezember 6. Koenigsberg.
Woyteck Konopken Verschreibung über 4 hüben zu Skaysgirren
im Miszischen.
Des Herzogtums Regenten confirraieren Woyteck Konopken auf sein
Ansuchen seine mit Andres von Kreytzen, Gerlach Gaudecker nnd Caspar
von Lossau Haushaltungsvisitatoren 20. März 1615 in Insterburg ge¬
troffene Vereinbarung, wonach Konopka für seine 4 Hufen zu Skaisgirren
im Missischen Schulzenamt, die er 1599 von Chr. von der Diehle für
50 Mark und 2 Mark Zins für jede Hufe einen Grenzdienst mit Pferd
und langem Rohr gekauft, jetzt noch 30 Mark für jede Hufe zulege,
120 Mark zahlbar in 2 Terminen, anzufangen von künftigem Martini 1615
und 6 Mark jährlichen Zins zahlen, ferner den Grenzdienst mit Pferd
und langem Rohr leisten soll, erblich zu kulmischem Rechte, frei von
Scharvverk und Pflicht. Obwohl er hätte noch 50 Mark geben sollen,
so haben es die Visitatoren bei 30 belassen, weil er an der Grenze wohnt
und von dem polnischen Kriegsvolk oft viel Ungemach ausstehen muss.
Geben Königsberg den sechsten monatstag decembr. im jahr Christi ao. 1620.
Friedrich burggraff undt herr zu Dhona.
Hansz Truchszes v. Wetzhausen.
Martin von Wallenrodt.
Hansz Albrecht Burck.
K. Hausb. Lit. B. 186'a. fol. 310. K. Conc. 16.>0. M 945 fol. 95—100. Verschr.
M 946 1620 — 1622 fol 24-26, beide dat. 6. Februar 1620.
m 341.	1621. April 16.
Verschreibung Andres Raben über drey hüben nbermasz beim
dorff Patzdorff im Georgenburgischen den 10. aprilis anno 1621.
Die Regenten verschreiben Andres Raben auf sein Ansuchen von
den 5 Hufen Ueberniass zu Platzdorf im Amt Georgenburg, die bei der
Messung 1615 gefunden und welche die Dorfschaft, da schlechter Boden
mit Strauch bewachsen daselbst ist, für Zins ohne Scharwerk besessen
und dann losgeschlagen, 3 Hufen, jede Hufe für 50 Mark und 5 Mark
Zins erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Scharwerk, Pflicht
und Beschwer; soll sich alles Schiessens und Jagens enthalten.
K. Verschr. 1620—22 JV» 910 Fol. 117—118. Cono. 1621—22 JVS 947 Fol. 63.
m 342. 1621. Juli 1. Königsberg.
Martin Kröger zu Abscherningken 4 hüben im Romittischen.
Kurfürst Georg Wilhelm confirmiert Martin, Krüger zu Absche-
ningken, im Romintischen Schulzenamt, auf sein Ansuchen seine mit Andres
von Kreytzen, Gerlach von Gaudecker und Casper von Lossau, Haushaltungs¬
visitatoren, 20. März 1615 getrödene Vereinbarung, wonach derselbe 4
Hufen zu seinem Kruge, welche er jede Hufe mit 5 Mark frei von Ge-
		

/Pomorze_055_07_235_0001.djvu

			Insterburger Ürkundenbuch.
204
treide, Holz lind Scharwerk verzinst hat, hinfort jede Hufe mit 10 Mark
verzinsen, sonst frei von Getreide, Holz, Scharwerk und bäuerlicher Ar¬
beit sein soll. Geben Königsberg den ersten raonatstag julii im jahr
Christi 1621.
Friederich burggraf und h. zu Dhona.
Hansz Trucksesz von Wezhausen.
Merten v. Wallenrodt.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 194. K. Verschr. 1620—22 M 946 Fol. 128.
Conc. 1621—22 M 947 Fol. 107—108.
m 343. 1620. September 13. Königsberg.
Burchardts vom Stein vorschreibunge über 5 hüben beim dorff
Spulkehmen im Hanuschen gelegenn »ebenst einer
Krugkgerechtigkeit.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Burcliard vom Stein auf sein
Ansuchen und nach eingezogenem Bericht Reinharts von Halle und
Friedrichs von Dobeneck 5 Hufen bei dem Dorf Spulkehmen im Amt
Insterburg ausgebrannten Gesträuchs und längs der Dorfschaft Grenzen
und raumen geackeiten Felde gelegen, jede Hufe für 100 Mark und eine
Kruggerechtigkeit für 100 Mark, zusammen 600 Mark, zu zahlen in 2
Terminen, erstens noch vor Michaeli und zweitens über ein Jahr zur
selben Zeit, zu kulmischem Rechte erblich und ewig. Dafür soll er von
jeder Hufe jährlich 12 Mark Zins und vom Kruge 6 Mark Zapfengeld
zahlen. Zu Martini auch eine Last Amtbier verschenken. Gebenn
Königsbergk den 13. septcmbris ao. 16 . .')
Friederich burggraf u. h. z. Dhona.
Hans Truchsses von Wezhausen.
M. v. Wallenrodt.
K. H. d. A. I. Lit. B. 186/a. Fol. 56 u. 58.
m 344. 1621. Januar 14. Koenigsberg.
Christof Riesemachs von Gumbinnen Verschreibung.
Kurfürst Georg Wilhelm confirmiert Christof Riesemach, Krüger zu
Gumbinnen im Amt Insterburg, die zwischen dessen Vorfahrn und Schwieger¬
vater Lorenz Preuss und Andreas von Kreytzen, Gerlach Gaudecker und
Caspar von Lossau, Haushaltungsvisitatoren, 1. April 1615 getroffene
Vereinbarung, wonach dieser für seine 3 Hufen zu seinem Krug ge¬
hörig, für welche er bisher nur gleich den ändern Bauern Zins gezahlt,
sonst frei von Abgaben an Getreide, Holz und Scharwerk gewesen ist,
jährlich hinfort 10 Mark für jede Hufe zinsen, sonst frei von Getreide,
1) Durch Verletzung des Papiers unleserlich.
		

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			204
Insterburger TJrkuudenbuch.
Holz, Scharwerk und bäuerlicher Arbeit sein soll, jedoch solange als es
der Herrschaft gefällig ist. Die Hufen erhält er erblich und ewig zu
kulmischem Rechte. Geben Königsbergk den 14 januarii anno 1622.
Friederich burggraf und h. zu Dhona.
Hansz Truckses von Wezhausen.
M. v. Wallenrodt.
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 173. Lit. D. 188 Fol. 578—580. K. Verschr. 1620
bis 22 Jß 946 Fol. 161 — 162. Conc. 1621—22. M 947 Fol. 225—230.
m 345.	1622. Januar 24.
Verschreibung und Confirmation der dorffschafft Moldschen im
ambt Insterburgk über zwölff buben denn 24. januarii
anno 1022.
Kurfürst Georg Wilhelm confirmiert dem Dorf Muldszen als Neu¬
säss im Amt Insterburg angelegt, auf sein Ansuchen seihe mit W. H. von
Waldburg 22. November 1619 zu Insterburg getroffene Vereinbarung,
wonach auf kurf. Befehl vom 23. Dezember 1614 den Neusassen zu M. 6
Hufen 25 Morgen jede Hufe für 100 Mark, 10 Mark Zins, 1 Schf. Korn,
1 Sch. Gerste und 1 Sch. Hafer, ferner 1617 daselbst weitere 3 Hufen
20 Morgen, 1620 noch 1 Hufe 15 Morgen Uebermass, jede Hufe für
100 Mark und denselben Zins übergeben sind, dazu die Bewilligung,
das Brennholz von den Aeckern sich nutzbar zu machen und nach Königs¬
berg frei abzuflössen «anmerckende dasz sie solches sambt grund und
bodem der herrschafft zahlen, und auch wan die flöszung ihnen nicht ver-
stattet wurde, dasz holtz vergeblichen verpofern, wegbrennen und nie¬
manden zue nutzen kommen wuerde.»
K. Verschr. 1620—22 J[s 946 Fol. 165—167. Couo. 1621—1622. M 947 Fol.
245—252 mit verschiedenen Beilagen.
m 346. 1622. Juni 1. Koenigsberg. '
Cbrispin Schimmelpfennig verselireibung über 1 Kruggerechtigkeit
im dorff Gennischken.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Chrispin Schimmelpfennig aus
Insterburg auf sein Ansuchen eine Krugsgerechtigkeit im Dorf Gennischken
im Amt Insterburg nach eingezogenem Bericht des Hauptmanns für 100
Gulden polnisch bar und 6 Mark jährlich Zapfengeld neu anzulegen erblich
und ewig zu kulmischem Rechte frei von Pflicht und Beschwer.1) Geben
Königsbergk den 1. junii ao. 1622.
Friederich Burggraf u. h. z. Dhona.
Hans Truchszes von Wetzhausen.
Martin von Wallenradt
K. Hausb. Lit. B. 186/a. Fol. 20. K. Verschr. 1620—22 Jß 946 Fol. 195-196.
Conc. 1621—22 M 947 Fol. 350.
') Den Krug übernahm später Sch. Schwager Georg Tortilovius. (K. Hausb. Lit.
B. 186/a. Fol. 317—318) vgl. M 20. Febr. 1620.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
m 347.	1622. October 28.
Verschreiburg Bastian Götzen über acht hüben im Insterburgisclien
bey Plimballen den 28. octobris an. 1622.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Bastian Götz 8 Hufen Ueber-
mass zwischen den Dörfern Plimballen, Kerstupenen, Antscheckstupenen
und der Wildniss im Amt Insterburg und Lolischen Schulzenamt, welche
die daran stossenden Dorfschaften zur Viehweide benutzt und nicht haben
kaufen wollen, jede Hufe für 100 Mark bar erblich und ewig zu kul-
mischem Rechte frei von Pflicht und Beschwer, jede Hufe für 3 Mark
Zins; Götz hat sich erboten, es mit seinen Nachbarn wegen der Viehtrift
so genau nicht zu nehmen, sie ihnen zu gönnen und sie zu keinem
Scharwerk, Pflicht etc. zu zwingen.
K. Verschr. 1620—22 M 946 Fol. 257—258. Conc. 1621—22 Jtä 947 Fol. 518—519.
m 348. 1622. November 14. Koenigsberg.
Verschreibungk über Albrechtt Erdtmansz Krugkrecht zu
Grosz Grobienen.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Albrecht Ertmann auf sein An¬
suchen, ihm den Krug, den vor einigen Jahren sein Bruder in Gr. Gra¬
binen, da daselbst die Dorfschaft merklich zunahm, auch eine öffentliche
Landstrasse hindurch geführt wurde, bekommen, gegen gebührlichen Zins
aber wegen Unvermögen nicht in Gang bringen konnte, übergeben zu
wollen nach eingezogenem Bericht des Hauptmanns dasselbe Krugrecht
und Schankwerk zu Gr. Grabienon im Amt Insterburg erblich zu kul-
mischem Rechte. Dafür zahlt Ertmann 100 Mark bar und 6 Mark
Zapfengeld jährlich, verschenkt auch eine Last Hausbier, sonst frei von
Beschwer, Zins, Pflicht und Scharwerk. Wegen der Krugbaustätte hat
sich Ertmann unter Zuthun des Hauptmanns mit den Einwohnern, damit
kein Teil beschwert werde, zu vergleichen. Geben Königszbergk den
14. Nbris im sechszzehenhundert zweyundtzwanzigsten jahre.
Friedrich burggraff u. h. zu Dohna.
Hansz Truchssen von Wezhauszen.
Merten von Wallenrodt.
Andresz von Kreyzen.
K. Hausb. Lit. B. 186/a Fol. 126—127. K. Versch. 1620—22 M 946 Fol. 241—242.
m 349.	1622. Dezember io.
Verschreibung Mathaei Scheflers landmeszers über sechs hüben
im Insterburgischen im Matheischen sehulzenambt bey Eserischken,
welche er vor <‘>00 Mk. erkaufft den 10. decembris anno 1622.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt von dem Lande bei Eszerisch-
ken im Amt Insterburg und Matheischen Schulzenamt, ein Ort Wald
ausgebrannt und wüst nach Verhandlung A. Fr. von Dobenecks Mathens
		

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			206
Insterburger Urkundenbuch.
Schefler Landmesser 6 Hufen jede Hufe für 100 Mark, jährlich 100 Mark
abzutragen und 4 Mark Zins erblich und ewig zu kulmischera Rechte
frei von Pflicht und Beschwer, soll sich alles Schiessens, Hetzens und
Jagens enthalten.
K. Verschr. 1620—22. A3 946 fol. 264.
m 350.	1622. Dezember 15.
Veschreibung George Pfenders burgers zur Insterburg über sieben
hüben «in der Kraupischkener und Packelnener grenzen gelegen,
den 15. deeembris anno 1022.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt von dem Lande an der Grenze
von Kraupischkehmen und Pakallehnen, wo vor Zeiten Wald gewesen,
welcher jetzt ganz ausgebrannt und wüst von den angrenzenden Dörfern
zur Viehtrift ohne Entgeld benutzt wird, Georg Pfender auf sein An¬
suchen 7 Hufen jede Hufe, für 150 Mark bar und 4 Mark Zins erblich
und ewig zu kulmischnm Rechte, frei von Pflicht und Beschwer; soll sich
alles Schiessens, Hetzens und Jagens enthalten.
K. Verschr. 1620—22. Jtä 946 fol. 262. Conc. 1621—22. 917 fol. 528.
m 351. 1622. Dezember 16. Koenigsberg.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Hans Cbristof Morstein, dem
Sohne des verstorbenen Christof Morstein, der 1605 von Christof von
der Diehle 4 Hufen im Amt Insterburg zu Kurischneren für 400 Mark
und einen Plattendienst gekauft, aber noch vor endlicher Abzahlung ge¬
storben ist, nach Berichtigung des Kaufgeldes auf sein und seiner Vor¬
münder Ansuchen die 4 genannten Hufen erblich und ewig zu kulmi-
schem Rechte, frei von Pflicht und Beschwer für einen Plattendienst mit
Hengst und Harnisch. Geschehen Königsberg den sechszehenden monats-
tagk Xbris eintausendt sechshundert zwey undt zwanzigsten jahr.
Friderich burggraff und h. zu Dohna.
Hansz Truchses von Wezhausen.
Mertin von Wallenrodt.
Andres von Kreyzen.
K. Hausb. Lit. B. 186/b. fol. 599. K. Ysrachr. 1620—22. M 946 fol. 263.
Conc. 1C21 —22. M 947 fol. 530—531.
m 352.	1622. Dezember 24.
Verschreibung Paul Wählten leuten am bts über fünf buben im dorff
Pruselkeihm im Balzerischen schulzengebiet im Insterburgischen
gelegen den 24. deeembris anno 1622.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Leutnant Paul Wald, der sich
an der Grenze bei den Durchzügen hat gebrauchen lassen, auf sein An-
		

/Pomorze_055_07_239_0001.djvu

			Insterburger Urkundenbuch.
207
suchen 5 Hufen Uebermass des Dorfs Prusselkeira im Amt Inster¬
burg und Balzerischen Schulzenamt, welche die Einwohner nicht
haben kaufen ^wollen, jede Hufe für 100 Mark bar und 4 Mark Zins
erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Pflicht uud Beschwer,
frei Brennholz zu seiner Notdurft und, solange er im Dienste bleibt und
lebt, Befreiung vom Zins. Die Erben zahlen Zins und erhalten kein Holz.
K. Verschr. 1620—22. Jß 946 fol. 267—268. Cono. 1622—24. M 949 fol.
13—14 fol. 40. Cassiertes Original auf Pergament.
m 353.	1623. Januar 2.
Verschreibung Egidii Strüzels Schulzen und Krueger zue Aulo-
wenen im anibt Salau über 5 hüben 2 morgen 18 rutten zu Wenz-
keiten undt 12 morgen wiesewachsz zwischen Maschwideiten undt
Bolltutschen gelegen, den 2. jannarii ao. 1(523.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt Egidius Strützel, Schulzen und
Krüger zu Aulowöhnen auf sein Ansuchen 5 Hufen 2 Morgen 18 Ruten
zu Wenzkeiten bei Aulowöhnen im Amt Salau, da die vorigen Besitzer
die Hufen mehr der Dieberei, als des Ackerbaus und Scharwerks wegen
besessen, der Acker schlecht und schlupish und fast ohne Wiesewachs
ist, so dass sich Niemand hat finden lassen, Zins und Pflicht zu leisten,
erblich und ewig zu kulmischem Rechte frei von Pflicht und Beschwer
für 600 Mark zahlbar in 2 Terminen und jede Hufe für 4 Mark Zins
nach Salau, dazu 12 Morgen 'Wiesewachs zwischen, zur Zeit unurbar und
wässerig, für 30 Schilling Zins von jedem Morgen.
K. Conc. 1622—24. M 949 fol. 15.
j® 354.	1623. Februar 18.
Kurfürst Georg Wilhelm confirmiert Johann Saborowski auf sein
Ansuchen seinen mit Chr. v. der Diehle 7. März 1599 zu Insterburg
vereinbarten Kauf von 4 Schulzenhufen bei dem Dorf Matznarischken
im Missischen Schulzenamt, welche er jede Hufe für 50 Mark frei von
Getreide und Holz gegen Eintreibung und Entrichtung des Zinses von
seinen Dörfern bar und einen Grenzdienst auf Erfordern mit Pferd und
langem Rohr zu kulmischem Rechte gekauft und welche er nebst seinen
Brüdern und Halbbrüdern eingeräumt erhalten; den 18. februarii anno 1623.
K. Conc. 1622—24. Jtä 949 fol. 95—106.
		

/Pomorze_055_07_240_0001.djvu

			208
Insterburger Urkundonbueh.
m 355. 1623. Februar 21. Koenigsberg.
Georg Heinrichsen vorschreibung über 4 buben anitzo Andres Möller.
Kurfürst .Georg Wilhelm verschreibt der Witwe Georg Heinrichs auf
ihr Ansuchen 4 Hufen Uebermass bei dem Dorf Sodargen im Stanischen
Schulzengebiet im Amt Insterburg, die vergeblich der Dorfschaft zum
Kauf angeboten sind, nach eingezogenem Amtsbericht, wofür sie für jede
Hufe 100 Mark bar gezahlt und 6 Mark jährlich zinst, erblich und ewig
zu kulmischem Rechte. Sie soll sich des Schiessens, Hetzens und Jagens
auf den 4 Hufen enthalten. Geben Königsbergk den ein und zwanzig¬
sten monatstag februarii ao. 1623.
Friederich burggrgff u. h. z. Dohna.
Hans Truchszes von Wetzhausen.
M. v. Wallenrodt.
Andreas von Kreyzen.
K. Hausb. B. 18fi/a. fol. 15. K. Conc. 1620—24. M 949 fol. 116—122.
m 356.	1623. März 30.
Verschreibung Christoff Krausenn zur Insterburg über 7 erkauffte
buben zu colmischen rechten, soll jerlich vonn jeder buben 4 M.
zinsen und sonst aller beschwer befreiet sein, den SO. martii ao. 1023.
Kurfürst Georg Wilhelm verschreibt von dem Ort Land im Amt
Insterburg an der Grenze von Kraussichken und Pakallehnen, der vor
Zeiten Wald, jetzt ausgehauen, ausgebrannt, jedoch wüst an den An¬
grenzenden ohne Entgeld zur Viehweide gedient hat und von dem
Georg Pfänner bereits 7 Hufen erhalten, Christof Krause, Bürger von
Insterburg, auf sein Ansuchen 7 Hufen nach Bericht Dobenecks und
von Halles, wonach auf beiden Seiten von Pfänners Hufen noch 13 oder
14 Hufen vorhanden sind, zwischen der Krüger Wiesen und Pfänners
Hufen nach der Stadt zu jede Hufe für 100 fl. poln. bar, macht 1050 Mark
und 4 Mark Zins eTblich und ewig zu kulmischem Kochte, frei von
Pflicht und Beschwer; soll sich alles Hetzens, Jagens und Schiessens
enthalten.
K. Conc 1622—24 Jß 949 fol. 168-169.
		

/Pomorze_055_07_241_0001.djvu

			Einzelne neue Ergebnisse aus vorstehenden
Urkunden.
I. Johann Pein.
Natangen, insbesondere das Land zwischen Wehlau, Friedland, Allen-
burg und Gerdauen war früher christianisirt als das östlich daran gren¬
zende Nadrauen und erfreute sich darum einer älteren Kultur. Weil sich’s
in dieser angenehmer, bequemer und leichter lobte und wirthschaftete,
zogen grosse Herren, wie die Eulenburgs, Schliebens, Tettaus u. a. diese
Gegend dem unkultivirten Nadrauen vor und dies scheint auch der Grund
zu sein, wesshalb der erste Amtshauptmann von Insterburg seinen regel¬
mässigen Aufenthalt nicht in Insterburg, sondern auf seinem Gute Kop-
pershagen bei Friedland nahm.
Johann Pein, der am Hofe Herzog Albrechts als Hofdiener
(Page) lebte, wird zuerst bei den Heiratsunterhandlungen mit der Prin¬
zessin Dorothea von Dänemark erwähnt. Er geht 1524 dortbin, um mit
dem Kanzler Wolf v. Uttenhofen über die Heirat zu unterhandeln, ver¬
mochte aber nicht die Zusage zu erlangen. Ein anderer Bote erwirkte
1525 eine bedingte Zusage und erst 1526 kam es zum Heiratsvertrage.
Der Herzog ernannto Pein in wiederholter Anerkennung der ge¬
treuen Dienste desselben bei dieser Heirat zum ersten Amtshauptmann
des neuen Hauptamtes Insterburg, u. z. genau am Tage seiner Hochzeit
am 24. Juni 1526. Seine Ernennungsurkunde (Nro. 29), sowie sein Ab¬
schied in Gnaden, der vom 22. Mai 1445 datirt, mit dem er sich wohl
aus Altersschwäche oder körperlicher Gebrechlichkeit ins Privatleben zurück¬
zog (Nro. 49), sind erhalten und lassen die ihm unverändert verbliebene Gnade
des Fürsten erkennen. Ein Verwaltungsprogramm oder eine Anweisung, wie
er vorgehen sollte, ist in der Bestallung nicht enthalten, vielmehr ist alles seinem
Ermessen überlassen. Fast 18 Jahre ist er thätig gewesen im damaligen
Hauptorte Nadrauens. die neue Regierung des Herzogs und das Luther¬
tum zu befestigen. Er war mit Adelheid von Wandesheim verheiratet,
die wohl wie die Herzogin Dorothea aus Dänemark stammte und dort
am Hofe gelebt hatte. Wie Herzog Albrecht, der in seinem Testamente
oft auf seine künftigen Erben zu sprechen kam, wünschte sich auch Pein
eine zahlreiche Nachkommenschaft. In vielen der über ihn erhaltenen
Urkunden und noch 1538 ist hypothetisch von dieser die Rede,
aber nur in einer einzigen, vom August 1538 ist bestimmter von einer
Tochter Peins und deren Leibgedinge die Rede (38).
Aus den Epithaphien der Kirche zu Friedland, in dessen Nähe Pein
sein Leben beschloss, ergiebt sich, dass eine Tochter Elisabeth geheissen
hatte und 1539 geboren war. Es folgte ihrem Gatten Joachim von Proeck
auf Mertinsdorf, der 1584 im Alter von 63 Jahren starb, »seine Hausfrau,
die Edle und tugendsame Elisabeth, geb. Peinin, so ihres Alters im 50.
Jahre stand 1589 sanft und selig nach;« ihre Söhne George, Hans und
Erhard von Proeck haben ihren Eltern 1607 in der gedachten Kirche ein
dahin lautendes Epitaph gesetzt.
		

/Pomorze_055_07_242_0001.djvu

			210
Insterburger Urkundenbuch.
Zu dreien Malen ist das Pein’sche Wappen in derselben Kirche an¬
gebracht, nämlich an der Kanzel, an der Brüstung des Junkerchors und
an diesem Epitaph. Dasselbe zeigt im rothen Schilde einen Morgenstern
und einen Streithammer über Kreuz gestellt, welche sich auch auf dem Helme
darüber zeigen; dasdaneben befindliche Laubwerk istrot und weiss, also in den
dänischen Landesfarben gehalten, woraus sich vielleicht der Schluss ziehen
liesse, dass Pein ebenfalls aus Dänemark stammte. Auch auf zwei, ehemals
im Junkerchor, der gedachten Kirche, jetzt im Schlosse zu Marienburg
auf bewahrten Fahnen soll sich dieses Wappen zeigen.
Schon früher hatte ein oberster Beamter von Insterburg, Adam von
Halle, dem 1497 zum Dank für Darleihung von 1950 Mark zum Türkenkriege
das Pflegeamt Insterburg verliehen wurde (19), an den freundlichen Ufern der
Alle ein schönes Lehnsgut, das im Kammeramt Wohnsdorf zwischen der
Jungfrauen und des Ordens Gütern (dicht bei Gr. Nuhr) belegene Seidelgut,
13 Hufen gross, besessen, das ihm sofort zwei deutsche Einwanderer, die
mit Friedrich von Meissen nach Preussen gekommen, Martin und Hans
Roselein 1498 abkauften (19). Der Statthalter des Hochmeisters, Wilhelm
Graf von Eisenberg, bestätigt am 26. Juni 1498 diesen Vertrag, (19).
Später finden wir darauf Heinrich Kobershagen, welcher den Namen des
Gutes in Kopershagen umwandelte und durch gute Wirthschaft oder Glück
seinen Besitz sehr vermehrte. Er erwarb in Kuglaken 6 Huben, in Töl-
teninken 4 Huben, in Wiepeninken 25 Hufen (23) und schliesslich im
Jahre 1522 den Hof Ponnau (27), den er seiner Hausfrau Catharina
als Leibgedinge verschrieb. Als er demnächst kinderlos verstarb, fielen
diese Güter belastet mit dem Niessbrauchsrecht der Wittwe an den Her¬
zog heim und gelangten durch diesen in die Hand Johann Peins.
Dies geschah 152 7 undPein zahlte dem Herzog dafür einen Lehnsschilling
von 1090 Mark, den dieser ihm mit 50 Mark jährlich aus den Einkünften
des Amtes Insterburg zu verzinsen versprach, so lange Koppershagens
Wittwe lebte (30). Dies war noch 1538 der Fall. Bis dahin erfreute
derselbe sich also nicht des Besitzes seines Lehens. Pein kaufte sich
inzwischen noch einigen Besitz dazu, nämlich von Balzer v. Raurit den
Hof Karschau (in der Nähe des Frisching) nebst einem Kruge, 20 Hufen
Acker und 6 Hufen Wald am Frisching (38), ferner vom Bentmeister
Cleophas Brauer 7 Hufen im Dorfe und Felde Plaustin an der Alle,
»alles im Amte Insterburgt belegen, welches sich damals bis dahin er¬
streckte (38), endlich von George Stallmeister ein Haus nebst Garten hinter
dem Schlosse zu Königsberg an der Holzbrücke (38). Pein besass diese
zugekauften Ländereien sämmtlich zu magdeburgischem Rechte und war
berechtigt, sie, im Falle er ausser Landes gehen würde, zu verpfänden
und zu veräussern, doch behielt sich der Herzog das Verkaufsrecht daran
vor. Die anderen als »anerstorben« bezeichneten Güter verliert er, falls
er ausser Landes geht.
Seiner Hausfrau liess Pein als Leibgedinge ein Jahrgeld von 300
Mark aus diesen Gütern, später 1530 auch noch den Hof Karschau sowie
Haus und Garten an der Holzbrücke zu Königsberg als Leibgedinge ver¬
schreiben. Sollte dieselbe nochmals heiraten, so verliert sie zwar Haus
und Hof, doch zahlt ihr der neue Besitzer 500 Mark, muss ihr auch das
goldene, silberne und Perlengeschmeide, den Kasten Gewand und einen
geschirrten Wagen nebst 2 Pferden, nicht den besten, gewähren (32).
Als Lehnsmann von Koppershag war Pein verpflichtet, dem Herzoge
mit drei wohlgerüsteten Pferden zu dienen, jedoch nicht wider seinen
Willen ausserhalb Landes. Seine Bestallungsurkunde (29) sichert ihm
als Gehalt aus dem Amte Insterburg jährlich zu Trinitatis 200 Mark ge-
		

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			Insterburger tlrkundenbuch.
2ll
ringer preussischer Münze, sowie Unterhalt für seine Person und das
Gesinde nebst freier Fischerei und Jagd zu Hauses Notdurft zu.
Seine Amtspflichten sind nirgends specificirt; der Herzog liess ihm
darin ganz freie Hand und bestimmte nur, dass er zusammen mit dem
Amtsschreiber das Amt bessere und eine besondere Geldlade halte. Gleich¬
wohl sollte er von der Geldrechnung darüber befreit und nur verpflichtet
sein, über die Naturalnutzungen des Amtes ordentlich Buch zu führen.
Daraus erklärt es sich, dass sich aus Peins Verwaltungszeit nur einige
ßechnungsbücher über die Naturaleinkünfte, aber keine Geldrechnung
erhalten hat, denn eine solche wurde damals nicht geführt.
Es lag derzeit und noch bis ins 18. Jahrhundert hinein in der Hand
des Fürsten, alle Beamten, wie noch heute die Minister, nach Be¬
lieben zu entlassen. Dem Amtshauptmann Pein missfiel dieses; er liess
sich versprechen, dass er nicht ohne Verhör und Verantwortung seines
Amtes entlassen werden würde; doch wurde zugleich bestimmt, dass
ihm und seiner Frau freistehen sollte sich zeitweilig aus dem Lande zu
entfernen; sollte er sich aber »wesentlich von uns begeben,« so soll diese
Bestallung von selbst cessiren.
Erst allmählig konnte der Amtmann sich einarbeiten; seine wesent¬
liche Thätigkeit zeigt sich erst am Ende seiner amtlichen Wirksamkeit.
Sie besteht in der Vermehrung der Kirchen im Hauptamte und in der
Erbauung der Stadt Insterburg, welche auf ihn zurückgeführt werden muss,
endlich in der Einrichtung der littauischen Schulzenämter.
Das erst mit dem Jahre 1695 beginnende Taufbuch der lutherischen
Kirche zu Insterburg enthält auf dem inneren Deckel eine Notiz, die ohne
Zweifel ein älterer competenter Geistlicher gemacht hat. Sie lautet:
Extrakt aus einer alten Kirchenrechnung von 1544. Anno 1544
ist im ganzen Sprengel, so 15 Meilen weit, nur eine Pfarre gewesen
(nämlich zu Insterburg). V om Herrn Samländischen Bischoff und Herrn
Hauptmann Johann Pein ist am 23. Juli angeordnet, dass noch 3 Pfarrer
angestellt und 3 Kirchen erbaut werden.
Nicht bloss 3, sondern sogar 11 Kirchen sind in den 48 Jahren von
1541—1589 erbaut, es ist wahrscheinlich, dass die ältesten zu Gumbinnen,
Stallupönen und Kraupischken noch während der Amtszeit Peins auf dessen
Veranlassung erbaut sind.
Wer die Kirche zu Insterburg selbst erbaut hat, bleibt in Dunkel
gehüllt. Die Eckpfeiler, das Portal, die Blenden zu beiden Seiten des¬
selben sowie an den Seiten rechts und links, und der alte Beichtstuhl,
der jetzt als Sakristei dient, endlich die Rautenreste und an der Seite die Ka¬
pelle auf dem Kirchhofe, sprechen für die katholische Zeit, das ganze Innere,
die Decke, das Dach und die Thüren sind neueren Ursprunges, aus dem 17. u.
18. Jahrhundert herrührend, jedenfalls nach dem Brande von 1590 erbaut.
Der erste und oberste lutherische Hauptmann, der am Schlüsse seines
Lebens viel für die Kirchen gethan, handelte im Geiste des Zeitalters,
des Herzogs und Luthers, wenn er die einzige Kirche seines Bezirks zu
einer lutherischen machte und die Gegend damit in den neuen Glauben
führte. Unzweifelhaft wird dies Pein gethan haben. Der erste bekannte
lutherische Geistliche Johannes Tortolivius v. Batocki, der bis 1537 daran
wirkte, war vermutlich auf seinen Antrieb dabei thätig und auch die Ein¬
führung des Kaplans Uldarichs Bingellstädt, der seit 1537 dabei fun-
girte, wird sein Werk sein. Dieser war hier der erste, der sowohl deutsch,
als auch littauisch predigte und deshalb eine Zulage erhielt. Dagegen hat es
nach der erwähnten Notiz im Taufbuch damals hier einen Schulmann
noch nicht gegeben.
		

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			212
Insterburger Urkundenbuch.
Für einen solchen war das Bedürfnis noch nicht erwacht. Des
Dorfes Inster wird zum ersten Mal 1446 erwähnt. Es wohnen darin an
Zinsern Kranich der Krüger, der Schmidt; Michel und die Mevische werden
erwähnt, eine verhältnismässig geringe Zahl vermögender Leute; bis jes
zur Schule kam, dauerte es etwa noch 100 Jahre. Die Erhebung des
Ortes zu einer Stadt, war das Mittel, die Einwohnerzahl, die Kultur und
die wirtschaftliche Lage des ganzen Amtes, dann aber auch zugleich die
Steuerkraft des Ortes und der Gegend zu heben.
Nachdem die neue Verwaltung eilf Jahre bis 1537 die kirchlichen
Angelegenheiten und die littauischen Schulzenämter geordnet hatte, schritt
sie zur Hauptsache, der Städtegründung. Damit sollte der öffentliche Yeikehr
ins Leben gerufen werden. Bereits vor 1540 haben Verhandlungen darüber
geschwebt. Pein hatte darüber einen »Aufsatz und Bericht« an die fürst¬
liche Regierung eingesandt, an welchem »fast viel gemangelt«, wie die
Regierung sich ausdrückt (39). Nach mehrfachen Berathungen des Her¬
zogs mit seinen Käthen, schickte dieser am 3. Januar 1540 an den Haupt¬
mann eine neue Beschreibung und einen Bericht, in wess massen wir
dieselbe aufs Neue aufsetzen und -stellen haben lassen, mit dem Bemerken,
dass er sich mit seinen Räthon darüber nicht habe vereinigen können.
Er verlangte ein nochmaliges Gutachten des Hauptmanns nebst Zeichnung,
worin er von allem angeben solle, »wohin es gehöre,« woher es zu nehmen,
wie es benannt werde und wie viel Hufen dazu erforderlich seien, »damit
es uns am wenigsten in unsern Wäldern und sonst nachtheilig
sein möge.« Der Herzog hatte sich darüber mit seinen Räthen nicht ver¬
einigen können (31).
Es machten sich also verschiedene Einflüsse geltend. Dem staat¬
lichen Interesse auf Heranziehung einer wohlsituirten Bevölkerung und
Hebung der Verkehrsverhältnisse im äussersten Osten, welches der Haupt¬
mann Pein und mit ihm wohl die deutschen Räthe des Herzogs vetraten,
widersetzte sich wohl einmal das ältere, in seinem Besitztum bedrohte
Wehlau, sodann aber die Habgier der hiesigen Krüger, welche nie genug
Landes erhielten, endlich und besonders machte auch der Kostenpunkt
einer Regierung Schwierigkeiten, welche immer unter finanzieller Be¬
drängnis litt.
Bisher besass die äusserste Stadt in unserem Osten, Wehlau, ein
faktisches und rechtliches Handelsmonopol für das gesamte Hinterland
bis zur Grenze; in diesem durfte gesetzlich kein Handel getrieben werden
und alles Verkäufliche musste nach Wehlau geführt werden. Wurde
nun auf halbem Wege zur Grenze diesem Emporium ein neuer Ort mit
Handelsberechtigung — und das ist das Wesentliche des Privilegs — vor¬
geschoben, so halbirte sich das Geschäft zwischen dem alten und neuen
Handelsplätze. So angenehm dieses den östlich von Insterburg wohnenden
Interessenten war, weil sie nur immer die Hälfte des Weges zurückzu¬
legen hatten, so unlieb musste den Wehlauern diese Schmälerung des
Geschäftes sein, und diese werden es daher an Gegenbemühungen nicht
haben fehlen lassen, welche in der Person des Herzogs eine Unterstützung
fanden, weil dieser eine ausgesprochene Vorliebe für Wehlau hatte und
dieses seine »Rose« zu nennen pflegte.
Andererseits war eine neue Landteilung um Insterburg nicht ohne
Beeinträchtigung der dort bereits mit grösserem Besitze ansässigen Krüger
thunlich, welche ihren Besitz erhalten und erweitern, nicht aber verlegen
und teilen wollten und daher ihren Widerspruch geltend zu machen
nicht verfehlten.
Das Haupthindernis war aber der Kostenpunkt. Pein hatte in seinem
		

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			luterburger Urkundonbuch
213
Plan die Länge und Breite der Häuser, sonderlich der Kirche, des Kirch¬
hofes, der Widdemung, der Krüge, welche grössere Häuser beanspruchten,
als die anderen, Viehweide, Hegewald und Holzung zum Bauen uud Brennen,
auch ein »Sekret« der Stadt und des Gerichtes vorgezeichnet, also einen
für damalige "Verhältnisse ganz stattlichen Plan entworfen. Die Regie¬
rung dagegen will »alle unnützen, schweren, unmöglichen Gebäu«
vermieden wissen (40) und so einfach wie möglich bauen und ganz allmählich
von Jahr zu Jahr damit vorgehen. Der Bau war nacli Peins Plane
im Winter 1539/40 bereits begonnen. Die Regierung bestimmte
nun Mitte Januar 1540, dass, soweit die Gebäude bereits fertig seien,
solche erhalten werden, Ziegel und Kalk, Avoran der Hauptmann einen
»möglichen Vorrath« habe, (die Ziegelscheune in der heutigen, nach ihr
benannten Ziegelstrasse war also scharf benutzt und die Scharwerker
hatten tüchtig Kalk gefahren und Ziegel gebrannt) sollen zum Theil ver¬
kauft und aus dem Erlös ein Baufonds gebildet werden. Dieser wird
nicht nach Peins Vorschlag im Hauptamte belassen, sondern nach Königs¬
berg beordert, wo man ihn wohl zu anderen Zwecken nötig brauchte.
Welche Gebäude zuerst vorzunehmen und welche Balken durch neue zu
ersetzen seien, würden die in wenigen Tagen eintreffenden Baubeamten
der Regierung — Christoph Fischer und Zimmermann — bestimmen;
Fenster, Kopfrähmen, Thüren, Eisengitter u. a. solle man in Königsberg
aufs genaueste verdingen und allmälich von dort abholen lassen. In¬
zwischen wurde der Baumeister Christoph Hoffmann von der Regierung
nach Insterburg entsendet, und dieser berichtete in einer dem Haupt¬
mann und seinem Plane noch ungünstigeren Weise. Da zugleich in Königs¬
berg in den herzoglichen Holzgütern, welche ihr Holz fast ausschliess¬
lich aus unserer Gegend bezogen, Mangel an eichenen Bohlen und sonstigem
Bauholz eintrat, wurde dieses auf Rechnung des Städtebaues geschrieben
und nun, Ende Januar 1540 befahl die Regierung— Caspar Platener hatte das
betreffende Rescript vom 16. Januar 1540 gezeichnet — »dass dies Jahr
ganz und gar der Bau ruhe, und die Leute zur Förderung des Wald¬
werks gebraucht werden sollen;« auch zieht dieselbe den von Pein vor¬
gesehenen Hegewald für sich ein.
Wohl mussten solche Hindernisse einen Mann wie Pein verstimmen.
Er bemühte sich, wie die Schleunigkeit seiner Antworten an die Regie¬
rung ergiebt, ganz besonders für den Stadtbau und musste nun den
ganzen Winter und Sommer 1540 völlig feiern. Aber er liess nicht nach, und
schon am 12. März 1541 erging der bei Kossmann, Beilage a abgedruckte
»Zulass zur Anlegung des Städtleins Inster,« welcher die Wünsche des
Hauptmanns aber nur zum kleinsten Teile erfüllte. Denn der darin
sog. »Stadtfleck« erhielt neben dem kulmischen Rechte nur Marktrecht;
Stadtgerechtigkeit und Gericht, also städtische Verwaltung wurde ihm nur
in Aussicht gestellt und bekanntlich erst durch den Abschied vom 10. October
1583, also lange nach dem Abtritt Peins und, was die Hauptsache war
nach dem Tode Herzog Albrechts, in dessen Person vielleicht das Haupt¬
hindernis lag, wirklich erteilt.
Man wird kaum irren, dass die Enttäuschungen und Hindernisse,
die sich dom Plane des Hauptmanns entgegenstellten und ihn verstimmten,
vielleicht neben anderen Gründen das Motiv waren, wesshalb Pein schon
1544 sein Amt aufgab.
Seine rechte Hand war darin der bekannte Burggraf Hans Rücker¬
ling, zu dessen Verwaltung das Waldwerk des Bezirks und die Abflössung
des Holzes nach Königsberg gehörte. Es liegen in unseren Urkunden An¬
deutungen vor »über Rückerlings Ausschreitungen und Veruntreuungen.«
		

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			214
Insterburger Urkundenbuch.
Pein und die Regierung scheinen jedoch davon nichts gewusst zu haben.
Pein freute sich, dem Burggrafen 1533 den Hof Hagen, 18 Hufen an
der Pissa, Striege und Niebudies — nach den Gumbinner Grundbüchern
und Hoppes Notiz daraus identisch mit dem heutigen Karalene, wenn
auch damals weit ausgedehnter — mit Hilfe des Burggrafen von Tilsit,
Moritz Perschke vermessen und übergeben zu können, und die Regierung
erliess dem Rückerling 1565 auf Befürwortung von Caspar von Nostiz
einen Teil des Zinses daran (85).
Ueber die letzte Lebenszeit unseres Hauptmanns hat der in Nro.
49 abgedruckte, erst jetzt bekannt gewordene Abschied, den der Herzog
ihm erteilt, ein unerwartetes Licht verbreitet. Wir erfahren daraus, dass er
Insterburg verlassen und sich auf seine Besitzungen bei Friedland begeben
hat, woselbst er wohl begraben ist.
Der Abschied erfolgte im Frühjahr 1544 auf Ansuchen Peins wegen
dessen Schwäche unter Bezeugung der herzoglichen Gnade und Dank¬
barkeit und unter Gewährung einer Pension von 100 fl. rhn., aus dem
Amte Insterburg, zahlbar auf das Weihnachtsgericht, sowie einer Tonne
Honig und einen Aal, welche Angerburg zu liefern hat, Verleihung des Dorfes
Plakheim im Amte Brandenburg Kirchspiel Kl. Schönau Kreis Friedland)
mit 16 Hufen zu erblichem Besitz. Die Koppershagenschen 25 Hufen
zu Wiepeninken dagegen sollen beim Tode Peins an den Herzog zurück-
und die dafür zugesagten 18 Mark jährlich hinfort wegfallen.
Der Abschied erwähnt, dass Pein im preussischen Kriege vormals
unter Claus v. Bach und Dietrich v. Schömberg Commandos geführt habe
und Ausgaben gemacht und in der jüngst vergangenen dänischen Fehde
vom Herzoge und dem Könige von Dänemark zum Admiral bestallt worden
sei. Alle Rechnungen hierüber, sowie über die Einnahmen und Aus¬
gaben aus seinem Amte aus den letzten 2 Jahren sollen vollständig quit-
tirt sein und keine Nachforderung an Pein dieserhalb erhoben werden.
Das inzwischen erteilte Gnadenprivileg soll auf ihn angewendet, und im
Fall er nur Töchter hinterlasse, diese in die Lehne successionsfähig sein,
falls sie sich mit einem Adligen verheiraten. Um seine Schulden zu
bezahlen, kauft ihm der Herzog das Haus hinter dem Schloss an der Holz¬
brücke sammt Garten, Stall und Badestube für 800 Mark ab und ver¬
spricht daraus seine Gläubiger zu befriedigen, auch, wenn er ihn noch¬
mals zu einer Sendung in- oder ausserhalb des Landes gebrauchen sollte,
dies auf herzogliche Kosten zu bewirken.
Um seine Tage in Ruhe zu beschliessen, hatte Pein in der Stadt
Friedland eine Wohnung nebst zwei wüsten Baustellen an sich gebracht,
die ihm so lange er lebte, frei von Grundzins zu bebauen erlaubt und zu
diesem Behufe aus dem Amt Insterburg 4 Schock Fichten-Zimmerholz
und 50 Stück eichene Zimmer zugesagt werden. Pein scheint befürchtet zu
haben, dass man ihn in der Stadtzur Verwaltungstädtischer Aemter heranziehen
werde. Um dies zu verhindern, erklärt der Herzog, dass »unser Rath
Johann Pein uns mit Ratspflichten und Diensten verhaftet sei, wesshalb
er kraft dieses Briefes zu keinen Stadtämptera herangezogen werden dürfe.«
Derselbe wurde dadurch zugleich zum fürstlichen Rath ernannt. Wann
und wo er gestorben, habe ich nicht ermitteln können.
Dass Pein seine alten Tage regelmässig in der Stadt Friedland ver¬
bracht hat, ist nicht anzunehmen. Der Sinn für Naturschönheit, den der
alte Herr mit der Wahl Koppershagens als Residenz dokumentirte, wird
ihn in schöner Sommerszeit an diesen herrlichen Sitz gefesselt haben.
Wer aus dem Jungfrauenwalde zu Klein Nuhr und dessen alten An¬
lagen (mit der Tafel Amore) den Fusspfad am steilen rechten Ufer der Alle
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
215
hinabsteigt und sich wenige tausend Schritt weiter bis zur Fähre über
die Alle begiebt. sieht rechts in einem alten Parke das einfache weisse
Landhaus des heutigen Besitzers von Koppershagen. Der alte Park wirft
seinen Schatten herüber, es rauscht daneben der steile Waldabhang, der
das Ufer der Alle bildet und schnurgerade zieht sich der dunkle, hier
unergründliche Fluss darunter entlang. Oft mag das Auge Peins voll
Freude hinübergeschweift sein über das weite Wiesengrün bis zur jen¬
seitigen Uferhöhe, welche die Wasser der Alle dereinst bespült haben.
Die Natur verschönte seine alten Tage. Das Geschlecht derer von Prök
hat sich in Koppershagen bis ans Ende des 18. Jahrhunderts erhalten.
Nach freundlicher Mittheilung des Herrn Amtsgerichtsraths Mau in Ger-
dauen (+) fand dessen Schwager Herr Gewer im Garten seines Gutes Po-
tawern bei Alienburg einen Leichenstein mit der Inschrift
Hierunter lieget der Herr Major
Gottfried Christoph von Proeck
Erb- und Gerichtsherr der Kopperhagen und Gr. Sabrostschen Güter
geboren 8. Januar 1707
gestorben 23. August 1792.
2. Auditten und Wohnsdorf.
Zwischen den Landschaften Barten, Natangen und Nadrauen findet
sich, etwa eine viertel Meile südlich von Allenburg ein Gebiet, dessen
Geschichte in und wohl noch vor die Zeiten der alten Preussen hinauf¬
ragt. Zwei Burgen, Ochtolichia und Usatrapis, auch Wunsatrapis genannt,
standen sich so nahe gegenüber, dass man Rufe von einer zur anderen
vernehmen konnte, anscheinend gegenseitige Beobachtungsposten feind¬
licher Mächte. Dass aus Ochtolichia Auctolitten und demnächt Auclitten
geworden ist, lässt sich leicht erkennen, aber wie aus dem Wunsatrapis
(des Schütz) Wohnsdorf geworden, ist schwer zu sagen. Die Endung
itten ist echt preussisch und findet sich in Samland recht häufig; darum
dürfen wir annehmen, dass die Namenänderung von Ostolichia in Au-
klitten von den Preussen herrührt, und dass von dieser vorpreussischen
Burg die Preussen Besitz ergriffen hatten. Wohnsdorf aber, auch Wuhns¬
dorf genannt, leitet seinen Namen vielleicht von Wodan ab und ist ger¬
manischen oder gothischen Ursprungs; darin verschanzte sich eine ger¬
manische Bevölkerung gegen preussische Eindringlinge.
Weber (»Preussen vor 500 Jahren« S. 532—533) führt Wohnsdorf
nicht auf und rechnet es weder zum Lande Welau, noch zu Nadrauen,
noch endlich zu dem damals noch sehr schwach bevölkerten Lande Inster¬
burg. Toppen (Zinsvervassung, Sep.-Abd. S. 29) führt für 1419 ein besonderes
Kammeramt Wohnsdorf auf, aus welchem 90 freie und 8 kölmische
Kriegsdienste geleistet wurden. Unser Urkundenbuch rechnet bereits
(Nro. 8) zum Amte Insterburg für das Jahr 1446 »das Kammeramt Wohns¬
dorf« mit 24 schönen Bauerndörfern, worin meist Preussen wohnten, wie
Keythune, Sander, Matz, Glabocke, Glaner, Domasze, Bursze, Steppone,
Clotcz, Nitsche, Same, Waykiks, Gedete, Waysnore u. a.
Der Orden richtete sich zu Auclitten einen Herrschersitz ein, worauf
die Hochmeister in schönen Sommerstagen residirten. So Michael Küch-
meister von Sternberg, der 1421 von hier aus die Stadt Kneiphof für
treue Dienste mit grossem Waldterrain beschenkte (Urk. 5). Es war ein
grosses Gefolge, das er zu diesem Zweche um sich versammelt hatte
in seinem Hause »Auctolitten«, der Grosscomthur N. Goerlitz, der Ober¬
marschall Kemnatter, der Oberstspittler Heinrich Heidt, Paul v, Russdorf
		

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			216
Insterburger Urkundenbuch.
damals Comthur von Christburg, der Tressler Bellerschein, ein Kaplan, der
Pflege von Insterburg, Hans Pommerschein, ein Kompan, ein Schreiber u. a.
Die Räumlichkeiten dieser Burg können nicht ganz klein gewesen sein,
wenn sie alle diese Grosswürdenträger und ihren Tross eine Zeit lang
beherbergten. Man beliebe die Abbildung des Platzes, auf welchem die
Kirche heute steht, in den »Bau- und Kunstdenkmälern der Provinz Ost-
preussen« (Heft 2. Seite 13) zu betrachten und wird sich nicht des Ein¬
drucks erwehren können, dass die Lage der Burg, hoch über der Alle,
eine imposante gewesen sein muss.
Etwa 100 Jahre später hat sich der Schwerpunkt nach dem benach¬
barten Wohnsdorf verschoben und dieses erscheint als der Sitz eines
stattlichen Lehnsträgers, des Hans von Weyer, dann seines Sohnes Nickel von
Weyer. Als dieser ohne Erben starb, fiel das Lehngut heim und Herzog
Albrecht verlieh an Hein Doberitz (Urk. 28) das Schloss »Wunschdorf«
mit dem Wirthschaftshofe Auglitten, Mühlen, Teichen, einem Kretschem,
4 Hufen Land zu dem Wirthschaftshofe gehörig, auf welchem früher ein¬
mal ein zweiter Krug gestanden, mit den Gütern Pamitten und Damerau,
den Dörfern Kumerau, Schönbaum, Schönwalde, Herrendorf, Anekam,
Ditmedien, drei Kirchenlehen für die Kirchen zu Wohnsdorf Schönwalde
und Herrendorf. Hein Doberitz, Hauptmann von Zedenick, genoss diese
Herrlichkeit nur 12 Jahre, wonächst dieselbe dem Herzoge heimfiel.
Nun meldete sich des Herzogs Nachbar, der Kurfürst Jochim von
Brandenburg, und empfahl jenem die Brüder Pflantz — oder wie der
Name richtiger lauten soll Flantz, George und Andreas — als brauch¬
bare Kämpen und der Herzog belieh diese mit dem Gebiet Wohnsdorf
»zu gesammter Hand«, ein Umstand, dem es in erster Linie zu verdanken
ist, dass der Gütercomplex bis in die Gegenwart hinein ein ansehnlicher
geblieben ist. Er erstreckte sich bis Eiserwagen und an den Frisching
(Anm. zu Nro. 23) 18. April 1537.
Die Familien dieser beiden Brüder sind mindestens über 100 Jahre
im Besitze dieses Lehnes geblieben. Wir finden auf dem Landtage von
1661 zu Königsberg und Bartenstein als Vertreter des Adels aus dem
Kreise Tapiau neben Albrecht von Perband einen Dietrich von Flantz,
unter welchem als Vicemarschälle Botho Heinrich zu Eulenburg aus dem
Bartensteinischen und Andreas von Lesgewang aus dem Pr. Märkischen
f unguten. Dieser Dietrich von Flantz hatte in Bartenstein mit dem be¬
kannten Generallieutenant v. Kalkstein einen bösen Streit, wobei dieser
sich allerlei abfällige Bemerkungen über die Familie derer von Flantz
erlaubte.
Aus dem Lehn wurde später wahrscheinlich ein Kurfürstlicher Hof,
oder eine Domäne, welche im Anfänge des 19. Jahrhunderts veräussert
und von der Freiherrlichen Familie von Schrötter erworben wurde, von
denen das eine Mitglied, ein Schüler des Nationalökonomen Krauss und
das andere, der Kanzler von Schrötter, damals sich im öffentlichen Leben
hervorthaten. Noch bis heute ist die Besitzung in der Familie von Schrötter
verblieben.
Um die Reste der Vorzeit zu erschauen, machten wir dem Land¬
sitze einen kurzen Besuch. An der Kirche zu Auglitten vorbei, wo
gerade die Kirchenglocken ein heimgegangenes Mitglied der froiherrlichen
Familie mit lautem Klange auf dem letzten Gange begleiteten, begaben wir
uns die Landstrasse entlang über die Alle, da winkt uns ein alter Thurm
mit fremdländischem Dache entgegen. Jenseits des Flusses ziehen sich
Waldschluchten hin, wie bei unserem Lengkeninken. Den Hohlweg hinauf
steigend erblicken wir ein villenartiges Schloss im Ziegelrohbau, den
		

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			Insterburgor Urkundenbuch.
217
freundlichen Sitz der Familie. Yon diesem ab führt eine hohe Brücke
über eine Schlucht zur alten Burg Wunsatrapis. Jetzt bildet die Burg¬
lage einen wundervollen Park, der wie die alten Fliehburgen gegen die
Mitte ansteigt und mit breitem Erdwall endet, wie bei dem Kamswikus-
berg oder demjenigen vor Schlossberg bei Norkitten, auf dessen Kamm
einst der Kriwe vor versammeltem Preussenvolk den Bock heiligte. So¬
bald man den Wall erstiegen hat, sieht man unterhalb wenige Reste einer
alten Mauer und den renovirten freistehenden Thorthurm mit chinesischem
Dache. Die Burglage selbst nehmen jetzt zahlreiche Treibhäuser und
eine Gärtnerei ein. Aus den Ruinen erblüht auch hier neues Leben.
3. Norkitten in Nadrauen.
Die Grenzen der alten Landschaft Nadrauen sind, selbst nach
Toppens Geographie, S. 21 und 23 noch ziemlich unbestimmt. Nach einer
Angabe Luther’s von Braunschweig soll es im Süden bei Wohnsdorf an
Barten gestossen haben und von einem heiligen Walde hinter Kortmedien
von der Sweine (Awsswem) ab aufwärts an den See Aschwein bei Norden¬
burg und weiter bis an den See Resau bei Drengfurt gegangen sein.
Ausser dieser Südgrenze sind die Nord- und Ost-Grenzen ganz unbestimmt,
was darin seinen guten Grund hatte, dass es variable Wassergrenzen waren,
im Norden Pregel und Haff, im Osten nach Lukas David das Boyko-
Gewässer, das die Kreise Gumbinnen, Stallupönen, Pillkallen, Goldap und
Darkehmen in jenen alten Zeiten bedeckte, als der Name der Landschaft
Nadrauen entstand. Genauer lässt sicli der Umfang nach den Ortschaften
bestimmen, die darin lagen.
Man hält die Angaben Webers (Preussen vor 500 Jahren) aus dem
sog. grossen Zinsbuche von 1437/38 S. 532—533, für die ältesten, wonach
das Land Nadrauen die Burgen Norkitten und Schwägerau, die Orte
Ponnau, Woynoten, Wiepeninken, Asslaken, Kallehnen, Kruglanken,
Uischken, Pernehnen, Plibischken, Schirrau, Stablaken und Tölteninken
umfasste, also einen verhältnissmässig ganz kleinen Raum zu beiden Seiten
des Pregels, der östlich nicht bis Bubainen und südlich nicht entfernt
bis an die Sweine oder an Drengfurt reichte.
Acht Jahre später zeigt Nro. 8 unseres Urkundenbuches S. 10 und
11 fast genau denselben Inhalt des Landes Nadrauen, nur sind inzwischen
Ponnau, Woynoten, Wiepeninken und Stablaken abgetrennt. Das Namens-
verzeichniss der Einwohner des damaligen Nadrauen, welche unser Ur¬
kundenbuch daseihst angiebt, ist fast durchweg echt preussisch: Talutte,
Pomecze, Waysucke, Piko, Tornin, Judricke, Contutte, Gayke, Krutawte,
Laszer, Kogel und verrathen eine echt preussische Bevölkerung Nadrauens.
Soviel ist sicher, dass im Herzen von Nadrauen, das nach Dusburg
(in Romanuppen?) den Göttersitz Romowe barg, Norkitten belegen war,
und dass diese Landschaft am Ende des 15. Jahrhunderts von dem empor¬
blühenden Lande Insterburg absorbirt ist und nicht mehr erwähnt wird.
Der Name Norkitten, den Dusburg bei Erzählung des Raubzuges
Kynstuts von 1376 in castrum Nerwekethe und der Graf Dorby 1390 in
Nervoketon verdreht, verräth in seiner ersten Silbe Nor eine vorpreussische
Existenz aus der Normannen- oder Gothenzeit, die Preussen bängten
daran ihre Endsilbe itten an.
Gleich nach dem unglücklichen Kriege 1434—1466 verlieh Heinrich
Reuss von Plauen, damals Komthur zu Mohrungen seinem getreuen Felix
Waldmann, dem Namen nach offenbar einem Deutschen, (Urk 12) für
seine im letzten Kriege geleisteten Dienste das Schloss Norkitten nebst
Mangarben und dem Dorfe Swaygrube zu Magdeburgischem beider
		

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			218
Instorburgar Urkimdenbuch.
Kinder Lehn, auch mit einem Kirchenlehn. Daraus ist zu schliessen, dass
damals bereits in Norkitten eine Kirche bestand. Diese haben wahrschein¬
lich die um die Bekehrung dieser Landschaft hochverdienten Franzis¬
kanermönche aus dem benachbarten Kloster zu Wehlau, ebenso wie
Puschdorf, Auklitten, Herrendorf u. a. angelegt.
Waldmann, auch Wallmann oder Wollmann genannt, hinterliess keine
Kinder, wohl aber eine Wittwe, Dorothea geborne Kayser, oder schlecht¬
hin, die Kayser’sche genannt, welche dieses Lehnsgut so lange sie lebte, als
Wittwen-Leibgedinge nutzte. Erst im Mai 1518 (Urk. 24) wurde dasselbe
durch den Hochmeister Albrecht dessen Rath und Diener Dietrich
von Schönberg weiter verliehen aber — und darin zeigt sich der völlige
Verfall des Lehnrechts um jene Zeiten bei uns — mit der ausdrücklichen
Ermächtigung, das Gut mit Zubehör verkaufen, verpfänden und versetzen
zu dürfen. Die Wittwe Wollmann’s lebte damals noch. Schon nach 2
Monaten hatte Schönberg diese Güter an den Hofdiener Caspar v. d.
Mosel verkauft (25). Dieser starb jedoch schon nach 3 Jahren kinderlos.
Des Hochmeisters Secretair Christoph Gattenhofen ehelichte dessen
Wittwe Barbara und erhielt die Güter durch Urkunde vom 1. October
1521 (Nro. 26) mit denselben Rechten verliehen. Genau 200 Jahre, bis
1721, sind die Norkittischen Güter in dem Familienbesitze der Gatten¬
hofen’s verblieben. Die Familie stammte aus Franken und ist wahrschein¬
lich Christoph Gattenhofen, Stammvater der hiesigen Linie zusammen mit
Herzog Albrecht von dort hierher eingewandert.
1595 besass die Güter nebst Kirchenlehn nach Hennenberger ein
Albrecht Gattenhofen. 1698 besass dieselben nebst den inzwischen
zuerworbenen Gütern Schwägerau, Woynothen, Ranglaken und Reifschlägers
ein zweiter Albrecht von Gattenhofen »Statthalter und Komthur zu
Mohrungen.« Im 18. Jahrhundert verarmte die Familie und starb 1785
mit dem Husarenrittmeister Leopold Wilhelm v. Gattenhofen aus
(Polenz Chronik S. 18).
Schon vorher 1721, als Friedrich Gottlieb v. G. Besitzer war,
brach Concurs über das Vermögen desselben aus und Herzog Leopold
von Anhalt-Dessau, der kurz zuvor Bubainen aus dem Concurse über
den Nachlass des Kaufmann’s Behm für 4723 Mk. 52 Gr. erworben hatte,
kaufte Norkitten nebst Schlossberg und Mangarben für 42000 Gulden.
Im Besitze seiner Nachfolger unter der Verwaltung der Hofkammer zu
Dessau befinden sich noch heute diese, inzwischen unglaublich in der
Kultur gehobenen und in verschiedene Domainenpachtstücke zerlegte Güter.
4. liubainen.
Am linken Ufer des Pregels, dicht unter dem Anberge des Pregel-
thales liegt ein langgestreckter Ort, jetzt meist von Schiffern bewohnt,
welcher ein altes Preussendorf gewesen sein muss und seinen Namen
von den »Bohnen« ableitet, welche hier gediehen. Die erste urkundliche
Erwähnung desselben finden wir in einer Urkunde vom 26. September
1421 (Nro. 4) worin Michel von Küchmeister der Stadt Kneiphof zur Be¬
lohnung für ihrem Anhänglichkeit an den Orden und um ihrem Holzmangel
abzuhelfen, 40 Hufen Waldes »in den Bubein« verschreibt und welche
dieser Hofmeister auf seinem Hofe zu Auklitten ausgestellt hat.
Diese 40 Huben sollen in dem Walde Bubain, jenseits der Schwei¬
gruben im Kammeramt Norkitten liegen und werden der Stadt K. erblich
und ewig zu allem Nutzen, welcher der Stadt bequem wäre, zu köllmischem
Rechte verliehen. Sollte es in späteren Zeiten sich ereignen, dass auf
diese Hufen Scharwerksbauern gesetzt würden, so sollen diese von jedem
		

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			Insterburger Urktmdenbuoh.
219
Pfluge 1 Scheffel Weizen und 1 Scheffel Roggen und von jeglichem Haken
einen Scheffel Weizen als Pflugkorn dem Orden zinsen. Dieselben dürfen
keine Mühlen in den Hufen und Fliessen bauen. Diese Hufen beginnen
an einem Fluss Serenape — vielleicht an Kl. Bubainen gelegen; von
der Einmündung desselben in den Pregel ab geht man diesen Fluss
hinab bis zum Landweg, der von Insterburg nach Norkitten führt, dann
diesen entlang bis zu einem beschütteten Stein. Von da im rechten
Winkel bis zu einer beschütteten Eiche und von dieser wiederum im
rechten Winkel bis zur Serenape. Die Längen dieser Grenzlinien sind
nicht angegeben, weshalb dieselben sich schwerlich ermitteln lassen werden.
Unter den Urkundzeugen fungirt Hans Pommerschein, Pfleger zu Insterburg.
Die nächste Erwähnung des Orts findet sich in einer Urkunde vom
24. Januar 1617 (Nro. 276) worin Kurfürst Johann Sigesmund der Stadt
Kneiphof das Krugrecht allein, welches ebenso wie das des Gattenhofen
(zu Norkitten) und zu Simohnen von altersher privilegirt sei, bestätigte
und dem Hauptmann zu Insterburg befahl, keine Beeinträchtigung der
Kruggerechtigkeit zu Bubainen zu gestatten; niemand darf Hausbier
schenken oder anderes Bier dorthin holen, damit dieser Krug desto besser
bei Nahrung bleibe.
Gegen Einräumung eines Waldreviers zwischen Schwägerau, Bu¬
bainen, dem Lande des Alexander Bulbeck, Plattenischken und Auxkallen
verleiht der Kurfürst der Stadt Kneiphof am 22. November 1619 noch
28 Hufen Wald im Amte Insterburg unter Yorbehalt des Jagdrechts
(Nro. 305 Urkbuch.), sodass die Stadt nunmehr 68 Hufen und den Krugbesass.
Bis zum Jahre 1721 befand sich diese Besitzung in direktem Eigen¬
thum der Stadt Kneiphof, welche selbige vererbpachtete; doch war ihr
wirthschaftlicher Zustand so herabgekommen, dass der Amtmann Reinhardt
namentlich die Gegend bei Abschruten als »sibirische Wüstenei« bezeichnete.
Es gehörten zu ihr (Polenz S. 16) die Vorwerke Gr. Bubainen, Kl. Bu¬
bainen (auch Staschellen genannt) Abschruten, Benkehmen, Cosaken.
Kastaunen, Milchbude, Kl. Obehlischken, Matteninken, Kermuschienen,
Kl. Plattenischken und die verschollenen — vielleicht ehemals bei Aux¬
kallen unten am Fluss in dem als ihre Wohnsitze erkannten Stellen —
belogenen Orte Skruschen und Terlin
Aus diesen Ortsbezeichnungen lässt sich die Lage dieser 68 Hufen
ungefähr ermitteln: Es ist das heutige Waldrevier Waldhausen, welches
im Westen noch von Hopfenau bei Kumpchen die ursprüngliche gerade
Grenze zeigt. Die südliche ging von Obehlischken bis Plattenischken,
die östliche von da nach Cosaken und Kl. Bubainen. die vierte gegen
Norden bildete der Pregel von Kl. Bubainen bis Hopfenau.
Die Stadt bezog als Obereigenthümerin davon einen jährlichen Canon
von 800 Mk. und hatte die Begüterung teils an Einzelne in Erbpacht
gegeben, teils war sie Verschiedenen verpfändet und von denselben in
Pfandbesitz genommen. So von dem Winterfeld’schen Regiment für 847 Mk.,
der Kirche Norkitten für 292 Mk., einem Studiosus Bosen für 2000 Thaler,
einem Hofprediger Jursenius für 666 Mk. 60 Gr. und der Frau Major
Anna Veronica v. Fresin für 660 Mk. 60 Gr. Das Hauptstück mit den
von ihm erbauten Mühlen befand sich im Besitz des Kaufmanns Behm,
der im Concurse lag, als der Fürst Leopold von Anhalt diese Besitzung
für 4723 Mk. 52 Gr., die an die Gläubiger gezahlt wurden, erwarb und
den Magistrat Königsberg durch Vertrag vom 11. Juli 1721 wegen seines
Obereigenthums durch Zahlung von 10000 fl. abfand.
Wer hinter dem Bubainer Garten w estlich in die Höhe steigt, gelangt
auf der Höhe auf einen ebenen Platz, auf welchem sich eine Menge
		

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			220
Insterburger Urkundeubuelt.
Kellerruinen zeigen und von welchem aus man einen herrlichen Ausblick
auf das üppige weite Thal geniesst, durch welches sich der Pregel wie
ein breites Silberband hindurchzieht.
Das Volk nennt diese Stelle den Soblossberg und in der That hatte
Fürst Leopold hier 1734 bis 1737 ein Schloss erbauen lassen, welches
seiner schönen Lage halber und seiner architektonischen Schönheit wegen
eine Zierde der Gegend war, in der Regel vom Amtmann Reinhardt, in
den Sommermonaten Mai bis August aber von dem Fürsten und dem
Erbprinzen bewohnt wurde. Letzterer fasste 1738 den Plan, in diesem
Schlosse eine Kirche einzurichten, welcher indess an dem Widerspruche
der Staatsbehörden scheiterte. Die Hofkammer in Dessau besitzt noch
die Skizzen dieses Schlosses und Boettcher hat dieselbe in den Bau- und
Kunstdenkmälern Ostpreussens Heft 5 S. 97 abgebildet. Nach Lukanus
(S. 218) bestand der »lustre Bau« aus einem ansehnlichen zwei Stock
hohem Vordergebäude und zwei langen Flügeln, zwischen denen der
innere Schlossplatz angelegt war. Es soll 130 Zimmer enthalten haben,
darunter auch eine Kapelle. Im Juli 1736 war dort Friedrich der
Grosse als Kronprinz Gast des Fürsten. Der Bau war noch nicht voll¬
ständig vollendet, als 1757—58 die Russen diese Gegend durchzogen
und unter anderem auch dieses Schloss einäscherten. Seitdem ist dasselbe
nicht wieder aufgebaut.
Die Schleuse bei Bubainen wurde nach Lukanus 1723 angelegt
und ist um das Flussbett fahrbarer zu machen 1890 abgetragen, nach¬
dem der Fiskus das Terrain erworben hatte.
Stadelmannn I S. 286 theilt ein Schreiben des Fürsten Leopold von
Anhalt, Bubainen den 1. September 1722, an den König mit, worin er
diesem über den Aufschwung berichtet, den das Land überall genommen:
»Ueberall wo ich gewesen, finde ich grosse Verbesserung
seit vor ein Jahr und ist das Land noch einmal so lebhaft und
die Bauern viel lustiger, in einige Jahr wird noch eine viel
grössere Verbesserung gespüret werden und das Land in voll¬
kommenen Stand gebracht werden, welches alle untertänigsten
Diener von Ew. Majestät wünschen nud jarnicht daran zweifeln,
worunter auch ist der im untertänigsten Respect verbleibet
Euer königl. Maj.
ganz unterhänigster gehorsamster Diener
Leopold von Anhalt.
Der König dankte in einem Anschreiben von Wusterhausen den
14. September 1722 verbindlichst für diese gute Meinung.
5. Der Hof Hagen (Karalene).
Am 25. August 1533 (TJrkundenb. Nro. 34) verschrieb Herzog
Albrecht dem Hans Rueckerling (Burggraf zu Insterburg) den Hof Hagen
wie er ihm durch Johann Pein, Hauptmann zu Insterburg und Moritz von
Perschkau, Burggraf zu Tilsit, begrenzt sei, 18 Hufen haltend zu beiden
Seiten der Pissa und 2 Hufen Wiesen bei den Fliessen Striege und Nie-
budies zu Lehnrecht, wofür er einen Dienst mit Hengst und Harnisch
leisten und jährlich 1 Krampfund Wachs und 5 Pr. Pfennige leisten soll.
Als 1536 Moritz von Perschkau mit Dietrich von Bobenhausen mit
2 geschworenen Landmessern auf Vermessungen auszogen, bat Rückerling
auch um Vermessung seiner Hufen, was aber unterblieb.
Rückerling scheint bis gegen das Ende des 16. Jahrhunderts im
Besitze des Hofes Hagen geblieben zu sein. Er starb ohne Leibeserben
und nun wurde der Hof geteilt und zur einen Hälfte seinen Seitenver-
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
221
wandten, zur ändern Hälfte am 20. Dezember 1632 dem Christoph Naps,
Hofgerichtssekretair, Hofgerichtsrath, Assessor des samländischen Consistorii
wegen seiner diplomatischen Dienste bei einer Legation nach Sieben¬
bürgen als Lehn verliehen, dergestalt, dass die Besitzer von beiden Hälften
des Hofes zusammen den Lehnsdienst leisten sollte (Urk. 436 des Urkbuches.)
Es ist dies eine dei letzten Anwendungen des Lehnrechts bei uns.
Die Beschreibung der Lage dieses Hofes »zu beiden Seiten der
Pissa« ist sehr unbestimmt und passt sowohl auf Stanneitschen, wie
auf Gerwischkehmen u. A.
Der Oberlehrer Hoppe, welcher von obigen Urkunden keine Kennt-
niss hatte, meldet nach den Ermittelungen aus den Grundbüchern
der »kleinen« Regierung zu Gumbinnen aus freien Stücken über
Kummetschen »man habe dieses früher Hof Hagen genannt.« Da die Be¬
schreibung auch auf dieses mit Karalene sehr gut passt, so wird man
Kummetschen und Hagen für identisch halten müssen, um so mehr als
noch jetzt in der Mark (Perleberg) alte Parke Hagen genannt werden
und der Karalener Park als einer der schönsten dieser Art allen Inster¬
burgern wohl bekannt ist, die im Schatten der alten Bäume desselben
Kühlung und Erholung gefunden haben.
		

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			.
■
'
		

/Pomorze_055_07_255_0001.djvu

			Ortsverzeichnis.
(Die Zahlen beziehen sich auf die Nummern der Urkunden.)
A.
Abscherninken 152, 342.
Abehlischken 335.
Abschruten 363.
Almenhausen 13, 75, 79.
Althoff bei Alienburg 21.
Albrechtsdorf 112.
Alkegirren, 304, 338.
Alischken 307, 384, 435.
Antballen 444.
Astrawischken 175,195, 238,425.
Auclitten 28, 215.
Auerfluss 84, 91.
Antpelletauen 134.
Augstupönen 179, 377.
Aulowöhnen 225, 341.
Auer 84, 91, 262.
Antbrakupönen 374.
Augstulauken 457.
Augskallen 469.
Allenburg 21.
B.
Bailethen 246, 260, 306, 445, 472.
Barschkehmen 288.
Ballupönen 328.
Berszienen 7.
Bersteningken 397.
Berszlauken 482
Berszkallen 217.
Bilderweitschen 476.
Bittkowen 194, 529.
Bomballen 283.
Bratriken 87, 139, 171, 306, 459.
Bretschkehmen 126, 253, 390.
Brakupönen 131, 272.
Bringlauken 386.
Bubeinen 5, 218, 291, 320.
Budweitschen 198, 385, 458, 465.
Budwethen 227.
Budupönen 266, 430.
Brucklauken 170.
Berschkallen 217.
Blecken 234, 333.
C.
Catharinlauken 239.
Camswicken 434.
Cannapinnen 332, 433.
Clevinen 171, 498.
Czarnen 100, 102, 154.
Czerwonnen 460.
Christiankehmen 113.
D.
Darkehmen 173, 252, 396, 416,
552.
Dagupöhnen 248, 261.
Dittnawischken 191.
Dinglauken 197, 394.
Didlaken 200-204, 207, 208,
210, 321.
Degesen 218, 495.
Dragupönen 375, 382.
Druszken 509, 515.
Dubeninken 300, 323, 393.
Dobowen 285.
E.
Eszerninken 414.
Eszerischken 349, 352, 354, 355.
Eiserwagen 89.
Eydkuhnen 165.
Eschergallen 220.
		

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			Insterburgor Urkundenbueh.
224
G.
Gawaiten 55, 66, 315, 491.
Gaizuhnen 364, 391.
Gemkaven 506.
Geswethen 356, 357, 358 II.
Gerlauken, Kl. 301.
Gerwischkehmen 263.
Gaudischkchmen 176, 484.
Geigen wethen 151, 193.
Geilkeim 64.
Gehl weiden 124, 290, 300, 193,
151, 193.
Gilischken 293.
Gr. Grobienen 348, 480, 483,
512, 513.
Georgenburg 86, 287.
Grumlauken 164, 224.
Grablauken 467, 471.
Goldap 106, 107, 180, 182, 299.
Gudehlen, Kl. 312.
Gumbinnen 344, 371.
Grüneich 174, 236.
Gaudischken 176.
H.
Hagen, Hof 34, 220, 436.
Herzberg, Gut 36.
Hirschberg 3.
I.
Insterburg, 15, 17; Kamswikus
Krug 33, 39, 40, 41, 45,
46, 53, 80, 81, 109, 159, 160,
161, 168, 172, 178, 278, 308,
518, 531, 5.34, 546, 547, 548,
549; Vorstadt 263, 293, 518,
146.
Iszdaggen 166, 421, 423, 511.
Iszledimmen 273, 297.
.1.
Jageleitschen 192.
Jähnischken 310, 330, 346, 410,
Jentkutkampen 138, 477.
Jennen 329.
Jurgaitschen 473, 489,
Juckeln 351.
Jutschen 259, 325, 413.
K.
Kattenau 76, 163, 496, 523, 121.
Kannapinnen 317.
Kampischkehmen 424.
Kauschen 122, 137. 267.
Kerstupönen 465.
Karschau 28.
Karklienen 408, 426.
Kieselkehmen 104, 403.
Kleschowen 111, 409, 428, 447.
Karklienen 339, 405, 427.
Keppurlauken 537.
Kneiffen 239.
Kneiphoff 5, 201, 305.
Koreiten 216.
Kohlischken 352.
Kraupischkehmen 316, 350.
Kiauten 343, 442.
Kraupischken 67, 538, 539.
Koppershagen 19
Kümmeln 140.
Kulligkehmen 275.
Kuglaken 2.
Kammerämter 8.
Kollpaken 243.
Kurschinnen 339, 351.
Kutkain 4, 65.
Küssen 86, 143, 342, 411, 475
Kubbeln 420.
Kinderweitschen 428.
Krauleidschen 184, 487.
Keppurlauken 196.
Kurreiten 231.
Kneiffen 254.
Kurnehnen 250.
Krakischken 313.
L.
Lappengut 13.
Laszeninken 240, 294.
Laukopönen 265.
Lengkmetschen 499.
Leipeninken 216.
Lengkeninkeu 60, 70, 83, 85, 128.
Lengkinnen 146.
M.
Mangarben 1, 2, 24, 25, 26.
Marlinowen 85.
Matznoriscliken 150, 354, 450.
Magunischken 206.
Maidunischken 113.
Mathischkehmen 359.
Mallwischken 282 451.
Mahlstätten 3.
Mehlkehmen 205.
		

/Pomorze_055_07_257_0001.djvu

			Insturburger Uiiundenbuch.
Melunen 235, 465.
Metschullen 324.
Multzen 151, 255, 245, 370,429.
Medunischkcn 319.
N.
Nagurren 61.
Nassaven 438.
Nemmersdorf 94, 133, 177, 242
257, 456.
Neunischken 362.
Niebudszen im Stanischen 314,
345, 387.
Nittingen 13.
Norkitten 12, 24, 25, 26.
Nanvikaul 165, 281.
Neusasstoms 209.
Narpe 256.
Neuendorf 286.
0
Obehlischken s. Abehlischken.
P.
Pangerwitzkrug 56.
Pakledimm 241.
Pakalehnen 270, 356, 369.
Paygrienen 296.
Parnehnen 2. 528.
Paragawischken 504.
Petzkehmen 381, 398.
Persine 7.
Pelleningken 389.
Plauen 5.
Plausehis 28.
Pillupöhnen 6, 69, 78, 280.
Pieragienen 71, 363, 418, 486.
Piaten 96.
Plautzkehmen 157.
Pautkantschen 226.
Preuren 199.
Platzdorf 233, 341.
Plimballen 347.
Pleinlaulcen, Kl. 357.
Potilten 488.
Potauern 6.
Puschdorf 20.
Prusskehmen 230, 302.
Puspern 262.
Plauen 6.
Ponnau 27.
Prusselkeim 352.
Q.
Quiatkowo 9y.
It.
Ranglacken 93.
Radzen 158, 372.
Resninken 290, 295.
Rogauen 88, 183.
Romoskehmen 258, 454.
Rockelkeim 14.
Ringape 9.
Raudonatschen 63.
Rogainen 73, 168.
Rogauen 152.
Rudupönen, Kl 169, 186, 466.
( Rudlacken 230, 361.
Rominten 336.
S.
Saleiden ein Städtlein 90.
Samotia ein Dorf 141.
Salau 303, 324, 361.
Sadweitschen 232, 365, 367.
Santilten 412.
Schweingrube 4.
Schwirbeln 412.
Schilleninken 153, 237.
Schiewinen (Kiewinnen) 317,322.
Schupinnen im Stanischen 455.
Schupinnen im Matheischen 473.
Schillupönen 485.
Schurschinnen 520.
Schwägerau 181.
Serenape, ein Flies 4.
Seidelgut 19, 30.
Skardupönen 147, 234.
| Skaisgirren 184, 340.
Skroblienen 188, 333, 524.
Sesslacken 215, 244, 318.
Sodehnen 228.
Sodargen 355.
Schwirbeln 412.
Stradaunen 72.
Stallupönen 162, 249, 481.
|] Skardupönen 147, 234.
Stobingen 163, 222.
Strabewischken 175.
Sterkeninken 214, 245, 250, 302,
308.
Strigehnen 231.
Staneitschen 264, 448, 449, 474.
Stobricken 279, 331.
		

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			■2 26
Insterburger Urkundenbueh.
Stabelacken 309.
Spulkehmen 343.
Streitlauken 422.
Stumbern 505.
Sursinen 141, 344.
Szitkehmen 142, 271.
Szabienen 76, 90, 113, 135, 147,
149, 284, 383, 461.
Szemkaden 187, 274.
Gr. Szuskehmcn 497.
Sielaken an der Nehne 2.
Sch waegerau 12.
Schweisslauker Feld 117.
Schoenheide 155.
Simonen 262.
T.
Taplauken 9, 15.
Tammowischken 360.
Tarpupoehnen 326, 522.
Tellitzkehmen 92, 251.
Trakischken 145, 289.
Trempen 530,
Tutschen 138.
Tollmingkehmen 305, 501.
U.
Upidanischken "228.
Uszupönen 408.
Y.
Vorstadt siehe Insterburg.
Walterkehmen 185, 407.
Warnellen 350.
Wanagupchen 464.
Wiepeninken, 1, 211, 246.
Wilpischken 268.
Widgirren 352, 469, 502.
Wertheim 419.
Wiknaweitschen 501.
Wilkoschen 327, 516.
Wippenteich 527.
Kl. Woreningken 536.
Wohnsdorf 5, 21, 28, 196, 215,232,
506, 541.
Worpillen 452.
Wysteggen 395 a.
Gr. Warkau 269.
Wenskeiten, 353.
Z
Zauper 163.
		

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			Personen-Begister.
A.
Almanshausen, Georg. 13.
Alex und Andrun, Schulzen. 38.
Aulak, Caspar. 99, 171.
Arnold Augustin, Amtsschreiber zu Saalau. 225, 230, 361.
Anders. 69, 89.
Akermann. 337.
Albrecht, Krüger. 90.
B
Braun, Hans, Sohn des Christian. 33, Chr. 81.
Brauer, Cleophas, Rentmeister. 29.
Balzer, Schulze. 38.
Baumgardt, Asmuss. 63, 67.
Bastenwinder. 48, 181, 316, 353.
Bredin, Florian. 91, 127.
Broschwitz, Daniel. 125, 141, 347, 532.
Bergedorf. 185, 216, 345, 406.
Bulbeck, Alexander. 210, 321, 305, 352, 355, 537.
Huchholz, Georg, Pfarrer zu (Georgenburg) Goldap. 284, 353, 366, 367
Brade, Stephan, Major. 504.
Blotno. 78.
Bartel. 150.
Bahlwinkel, Stuttknecht. 83.
C.
Coberstein. 13.
Cellinus, Jonas. 186, 190, 226.
Columbus, Johann. 194.
Cellini, Johann, Fischmeister. 277, 344, 346, 400.
Cellini, Jones. 241, 284, 466.
Cellini, Samnel. 488.
Cellini, Abraham. 488 a.
I)
Dietrich v. Plauen, (i.
Dobcrwitz, Johann. 14.
Doberwitz, Hein. 28, 31.
		

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			•228
Insterburger Urkundenbuok.
Dobeneck. 56, 418, 442, 493, 446, 460, 486.
Denemark, Melcher. 76.
Denemark, Hans 405.
Drahe, Cleophas. 98.
Dohna, v., Carl, Stanislaus 89, 40:5.
Dreschenberger. 185.
Demborius. 365.
Deutschmann, Georg. 383.
Dieben, H. v. 251, 264, 456, 487.
DoenhofT, Friedrich v. 489.
Dittau, Heinicke. 1.
E.
Erdmann, Hans. 137.
Erdmann, Alb. 197, 232, 242.
Erdmann, Andreas aus Nemmersdorf. 94, 227, 228, 242.
Exdorf, Kilian v. 9, 10, 11.
Ensbeck, v. 71.
Eggert. 126.
F.
Faulensee, Chr. 101, 271.
Frank, Ewald. 21 a.
Freitag, Antonius. 193.
Fischer, Chr. 30.
Flanz. 28, 37.
G.
Gatter, Heinrich. 4.
Gattenhoeffer, Ph. 26, 27. 181,
Gattenhoeffer, G. 166.
Gattenhoeffer, Hans. 36.
Gattenhoeffer, Friedrich. 17.
Giesten, Paul. 14.
Groe, Chr. 139, 146, 155.
Grabau, Hans. 196.
Gelhar, Casper. 185.
Goldeisen, Georg. 193.
Goetz, Moritz. 223.
Gruenenberger, David. 191.
Goetz, Hans. 475.
Gross, Joh., Pfarrer in Darkehmen. 396, 416, 552.
H.
Hundertmark. 1.
Halle, Adam v. 18, 543, 544.
Halle, R. v. 238, 290, 300, 323.
Hermes, Lorenz. 34.
Halle, Lorenz v. 95, 103, 543, 544
Haugwitz, Georg. 102.
Hohendorf, Chr., Landrichter. 117, 139, 140, 265, 386, 506.
Hahn, Hans 163, 222.
Hoffmann, Jacob. 150, 388.
Halle, Reinhold v., Jägermeister. 180, 193, 223, 285, 308, 359, 376,
388, 444.
		

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			Insterburger Urkundeubuch.
Hollstein, Joh. 300.
Hoelzner, Moritz. 321.
Heyduck. 265.
Hartenfeld, v., märkischer Oberjägermeister. 440.
Hoepfner, Joh. 531.
Hensil v. Myntigeiten. 1.
Hausotter. 215.
1
Ischampischas. 54.
J.
Jaxt. 131.
K.
Komswig, Merten. 22.
Kaysersche, die. 24, 25.
Koppershagen. 23.
Kuclienpuscl], Peter und Bartel auf Herzberg, Ranglack. 3.
Koenigseck v., Nagurren. 46.
Kittlich, Albrecht v. 72.
Kahlau, Melchior. 77.
Krumdorf, Laurentius. 118.
Krause, Chr., Kaufschulz auf Rudupünen. 154, Insterburg 385.
Koenig, Paul, Waldwart. Skroblienen 173, Didlacken 319, 524, 192.
Krause, Lott, 1619 Schulmeister zu Aulowoehnen. 302.
Kreytzen, Wolff, 1619 auf Medunischken. 319.
Konopke in Skaisgirren 340, Woitzeck 154.
Kospoth, Johann v., auf Kieselkeim. 403.
Krause, Hans, 1639 Landschöppe und Generalschulz zu Kattenau. 432.
Klein, Mathes, Amtsschreiber zu Insterburg. 448, 474,
Kewening, Gregorius, Pfarrer in Georgenburg 451.
Koenich, Paul 334, Kapitainlieutenant. 509.
Kuschenpusch. 3.
Krumdorf, 133.
Karioth. 129.
Kreitz, Wolf v. 319.
L.
Laukischken, Lucas. 18.
Lehndorf, Fabian v. 202.
Loli, Schulze. 38.
Lengninck, Hans, Wildnissbereiter, 1586RückerlingsNachfolger. 70,130.
Lengninck jun., Krüger in Darkehmen 173. 252.
Loebel, Jochim 172, 199, 234, 387.
Loebel, Johann. 314.
Loebel, Friedrich, Pfarrer zu Gawaiten 1639. 491.
Loeffke, Nicol. Kornschreiber zu Königsberg. 328.
Lollhoefel, Alb., Bürger zu Insterburg, 368, 384, Bürgermeister daselbst
1632, 435 (für ihn Verkaufsrecht auf Gruenholi bei Inster¬
burg).
Lobart, Johann, Lizentiat. 373.
Lodel, Franz. 285.
Mosel, Caspar. 25.
Milen, Heinrich v. 97.
		

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			230
insterburger Ürkundenbuch.
Macholt, Caspar. 138, 144, 158.
Marchand, Krüger zu Szittkehrnen. 142.
Musa, Daniel, Pfarrer. 282.
Manstein, Heinrich. 336.
Marquard, Chr., Landschöppe zu Georgenburg. 349.
Mynthigeiten, v., Hensil. 2.
Melcher. 231.
Moerlin. 100.
Moerike. 199.
Musa. 218.
N.
Nostiz, Caspar. 25, 27, 51, 60, 69, 75.
Nagel, Martin, Landmesser, Insterburg. 198, 439.
Neander, Johann, Pfarrer zu Aulowöhnen im Amt Salau. 307.
Naps, Chr., Hofgerichtsrat. 436.
Nicolaus, Peter, Erzpriester zu Insterburg. 493.
Nimpsch, Faustin. 125.
Nitsch. 217.
P.
Panils, Tilen, Wiepeninken. 1.
Plauen, v. 6.
Proschwitz. 136, 276.
Paulowski. 214.
Pfersfelder, Georg. 21, 541.
Pfiantz. 1, 28.
Pein, Joh. Nro. 29, 30, 32, 38, 49, 209—215.
Pusch, v. 82, 145.
Packmor, Dietr., auf Rogainen (bei üubeninken) 88.
Petz, Georg. 86. Andreas. 74. Wilhelm. 169. Martin. 143.
Petzdorf, v., Bartel, auf Piaten. 96.
Pusch, Valentin. 130, 289.
Praetorius, Georg, 1615 Krüger in Melunen. 235. Christian. 467.
Praetorius, Joachim, Kammerregistrator. 348.
Perkuhn, Jacob, Wildnissbereiter. 422, 468.
Preussen. 1, 8.
Petkunas. 132.
Pfender. 227, 229.
Q
Quiatkowski, polnischer Dolmetscher. 110.
R.
Roselin. 12.
Rückerling, Hans. 34, 60, 70, 85, 128, 130.
Rückerling, Christoph. 533.
Rückerling, Friedrich, Schöffenmeister zu Insterburg, Erbe des George
Albrecht B. 350.
Rosteck. 106, 92.
Rappe. 158, 304.
Rasch, Erzpriester zu Insterburg. 163.
Reichwald, Florian, Generalschulze. 179, 213, 260, 283, 377, 526.
Richau, Clemens. 239.
Riesemach. 329.
Radziwill, Chr. 448, 449.
		

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			Insterburger Urkundenbuch.
231
Roselein. 19.
Richter 134.
Rabe. 341.
S.
Salet, v., George, Landrichter in Schwaegerau 1(!38. 27.
Suggenin, v., Peter, Unterhauptmann zu Insterburg. 64.
Sylvester, Lorenz. 55.
Sommer, Hans. 118.
Sperber, David, Landschöppe zu Stallupönen. 162, 249.
Surkau, Chr., Bürger zu Insterburg, 232, 233. David, 221.
Sappuhn, Mich , Pfarrer zu Pillupönen. 258, 431, 462.
Stein, v., Pfarrer zu Kraupischken. 317.
Stein, v., Burchard. 328.
Scheffler, Landmesser. 352, 494.
Schimmelfennig, Hans. 331.
Schimmelfennig, Crispin, Insterburger Bürger. 5, 346, 364, 375, 401
Siewert, Math., Landschöppe zu Insterburg 1628. 415.
Stachau, v., Balzer, Jägermeister 1637. 432.
Sperber, Johann, Pfarrer. 501.
Schoenberg, Dietrich v. 24.
Schock, Tiburtius, Krüger zu Georgenburg. 56.
Scharffetter, Chr., Amtmann zu Taplaken. 41.
Schlubhut, Balzer v. auf Piaten. 81.
Schimmelfennig, Ambrosius, Schöppenmeister zu Insterburg. 172, 331
Skorsewski. 61.
Surkau. 211.
Schultz. 226.
Salinke. 232.
Sodeike. 270.
Schlieben, Ernst v. 304.
Schließen, Ernst v. 304, 338.
Schleuse, Ignatius v. d., Krüger zu Uszupönen. 408.
Schuerlin, Hans, Kammermeister. 533.
Sehedorf, Kilian v. 7.
Stolzner. 124, 336.
Soltmann. 220.
Struetzel. 225.
T.
Teckelburg, Hans, Krüger. 80.
Thalau, Goetz v., auf Auerfluss. 84.
Thalau, Anna, Pflegerin der Herzogin Dorothea. 69. 530.
Tonies. 87.
Tiedemann. 192.
U.
Ullrich, Kämmerer zu Kiauten. 395 a.
W.
Wallmann, Felix. 8.
Wittmannsdorf, Hans. 13.
Wittmannsdorf, Nickel. 75, 64.
Wittmannsdorf, Will. 75, 78.
Westphaeling, Hans. 89.
Wierzinski, Leonhard, Pfarrer. 135.
		

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			232
Insterburger Urkundenbueh.
Wierzinski, Andreas, "Pfarrer zu Szabienen. 120, 157.
Wierzinski, Stanislaus. 149.
Wierzinski, George, Paul. 142.
‘Wierzinski, David, Kornschreiber zu Insterburg. 394, 480.
Wierzinski, Johann, Kornschreiber zu Insterburg. 402.
Wierzinski, Paul, Landschöffe. 506.
Weinber, Hofgerichtsrat. 153.
Woyke, Hans, Amtsschreiber zu Insterburg. 189, 330, 315
Wallenroth, Martin. 271, 286.
Wilkosch, Bartel, Schulz. 312.
Wald, Lieutenant auf Prusselkem im Balzerischen. 337.
Walter, Albrecht, Balzerischer Landschöppe. 457.
Wagner, Erhard, Landschöppe im Hanischen. 496.
Waldmann, Felix. 12.
Wittmannsdorf, Hans. 13, 75, 79.
Wittmannsdorf, Nickel. 93, 108.
Wilde, 92.
Westphaling. 104.
Wartmann. 160.
1.	Johann Pein. S. 209—215.
2.	Auclitten und Wohnsdorf. S. 215—217.
3.	Norkitten in Nadrauen. S. 217—218.
4.	Bubainen. S. 218—220.
5.	Der Hof Hagen (das heutige Caralene). S. 220—221.
Kleine Abhandlungen.
KSIA^NICA MIEJSKA
IM. KOPERNIKA
W TORUNIU